Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 10 (5.2.1937)
- Date
- 1937-02-05
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 10, 5.!l. 1937 Welchen Kurs steuert Polen? Besorgnisse der amerikanischen Juden wegen der Evakuierungspläne Die Ueberprüfung der Staatsangehörigkeit in Rumänien Bukarest, 2S. Januar. (JTA.) Der Oberste Lcgislativrat Rumäniens (Consiiiu! Legislative), der die Aufgalx; hat, Gesetzesvorschläge zu überprüfen, bevor sie den gesetzgebenden Körperschaften vorgelegt werden, hat entschieden, daß die Entziehung der Staatsangehörigkeit im Verwaltungswege, wie sie im Zuge der jetzt durchgeführten Ueberprüfung der Staatsangehörigkeit von Personen in den nach Kriegsende angeschlossenen Provinzen Bcssarabicn, Bukowina und Traiissylvarücn befürchtet wurde, mit den Bestimmungen der Verfassung unvereinbar sei. Dagegen hat der Legislativrat erklärt, daß das Oesetz, durch welches die von den Einwohnern der annektierten Gebiete und später gemäß den Bestimmungen des Fitibürgerungsgesetzes von 1924 erworbene Staatsangehörigkeit einer Nachprüfung unterzogen werden soll, an sich nicht verfassungswidrig ist. Die von dun Behörden angeordnete Nachforschung über Fälle angebikh mißbräuchlich erworbener Staatsangehörigkeit könne fortgesetzt werden, doch müsse die Entscheidung darüber, ob jemandem die Staatsangehörigkeit entzogen wird, einem besonderen Naturalisiernngsgerieht vorbehalten bleiben. Weiter empfiehlt der Oberste Legislativrat, daß der Oeset/vorschlag über die Nachprüfung der Einbürgerungen nicht eingebracht werden soll, bevor das Innenministerium nicht genügend Tatsachenmaterial gesammelt hat, um zu beweisen, daß ein Ro'ches Gesetz notwendig ist. Die bisherigen Untersuchungen sind offenkundig mit der Tendenz, geführt worden, Angehörigen der ethnischen Minderheiten, und insbesondere den Juden, die Staatsangehörigkeit abzusprechen. Wie die rumänischen Blätter berichten, sollen in Kischinew alhin '500C) Personen, zum größten Teil Juden, für die Entziehung d t Staatsangehörigkeit vorgemerkt worden sein. Die Aktion des Innenministeriums hat in der Bevölkerung stärkste Beunruhigung hervorgerufen, da die Nachprüfungen geheim gehalten werden, und niemand weiß, lU'tMnOh-H U&fämOHH Herren- und Damen -Ausstattungen Berlin SW, Friedrichstraße 50-51 ob nicht auch seine Staatsangehörigkeit angezweifelt wird. Da die Verfassung jede lhiterscheidung zwischen Staatsangehörigen auf Grund von Abstammung oder Bekenntnis als unzulässig erklärt, war die Entscheidung des Obersten Legislativrates mit größter Spannung erwartet worden. In der Dcptilierfenkammcr des rumänischen Parlaments ist von mehreren ,niii*emitisihen Abgeordneten unter der l'uhrutur des früher« n Innenministers, Üctavian G o g a, und des Eigentümers der einflußreichen antisemitischen Tageszeitung „Universul", Jean Z a h a r o f, ein Antrag auf A b ä n d e r ti n g il er Ei n b ü r g e r u n g s v o r s c h r i f t e n durch Einführung des Abstammungsprinzips eingebracht worden Sollte dieser Autrag angenommen werden, so würde dies die llcrahilriickung von Angehörigen der Minderheiten, und insbesondere der Juden, gegen die sich der Vorstoß Gogas offenkundig in erster Reihe richtet, zu Bürgern zweiter Klasse bedeuten. Nach dem Antrag sollen die Bestimmungen des rumänischen Staatsbürgersehaftsgesetzcs von 1024 in der Weise abgeändert werden, daß ausländische Ehefrauen rumänischer Staatsangehöriger nur dann automatisch durch ihre Vcrehelichung die rumänische Staatsangehörigkeit erwerben, wenn der Ehegatte auch im ethnischen (rassischen) Sinne Rumäne ist. Anderenfalls soll der Ehefrau die Staatsangehörigkeit des Ciatten erst nach zehnjährigem Aufenthalt in Rumänien zuerkannt werden. Konferenz der Jüdischen Reichspartei Bukarest, 2. Februar. (JTA.1 Mit Rücksicht auf die kritische Lage der jüdischen Bevölkerung in Rumänien hat (ias Zentralkomitee der I ü d i s c Ii e n Reichspartei in Bu';a-cst unter dein Vorsitz des Präsidenten der Partei, Dr. Theodor I i s c Ii e r, eine außerordentliche Beratung abgehalten. An der Tagung nahmen außer dem Parteipräsidenten die ekeiu.diceu Alj/eD! dneten Dr. Maver Ebner, Adv. Misellll Wcii'man, I )r. S.umsrl Singer. Dr. Joseph Fischer und Dr. I uie-t Martini, lerner der (ieneralsekrctär Adv. M. Benvenisti, sowie die 'leitenden Persönlichkeiten der Partei aus sämtlichen Provinzen Rumäniens teil. Der paneinr.'i«idciit Dr. Fischer stellte in einem politischen 1 \posc fest, daß die Situation der Juden in Rumänien sieh in den levtvn zwei Jahren wesentlich verschlechtert hat. Die gegenwärtige liberale Regierung sei geneigt. I.ö-.imgcn zu finden, die den Forderungen der cvEcm rechten Gruppen ent i-eTenkommmi. Die Vertretung der jüdischen lntcre-.Mii gegenüber den Behörden sei seif der Gründung des Zenti.ilrats der rumänischen Juden an diesen überge geiifen. Dam ben hat die Jüdische Partei die Beziehungen zu den dir die Wahrung der Verfassung eintretenden nenänisiii n Poüt-k.-tn aufrecht erhallen. Es fanden Besprechung! ii mit dem Prä-identen der natinnalzaranistischcn Partei, Ion Mi'ialache, und mit dem früheren Innen- und Finanzminis'er, C. Argetolanu, statt. — Die Ausführungen von Dr. Theodor Fischer wurden von dem Generalsekretär BenveniMi ergänzt. Nachdem noch Dr. Mayer Ebner über die Lage In der Bukowina, Dr. Gindel über die VVrha'fnisse in Bcssarabicn und Dr. Joseph Eiselirr über die Situation in Transsylvanien berichtet hatten, fand eine allgemeine Aussprache statt. Das Zentralkomitee faßte eine Reihe von Beschlüssen betreffend Abwehrarbeit, Aufklärung der Öffentlichkeit über sämtliche- Fragen des jüdischen I ehe-'s, Zurückweisung der gegen die jüdische Bevölkerung gerichteten Beschuldigungen und Verleumdungen, über die Beziehungen der Partei zu den übrigen jüdischen Organisationen, und insbesondere zu den zionistischen Verbänden, über die Richtlinien zur Belehrung der jüdischen Bevölkerung bei der Ueberprüfung der Einbürgerungen in den angeschlossenen Provinzen und über organisatorische Vorarbeiten für eine eventuelle Wahlkampagne zwecks Sicherung einer angemessenen jüdischparlamentarischen Vertretung. Sterbefal! Aus Wien wird uns berichtet: Im Alter von 86 Jahren ist hier nach kurzer Krankheit Elias Rosen thal am IS. Schwat verschieden. Der Verstorbene, der aus dem berühmten Wunderrabbi-Städtchen Sadagora stammte und in den letzten Jahrzehnten in Wien lebte, war ein bedeutender jüdischer Gelehrter und Talmudist una eine sehr beliebte Persönlichkeit in der chassidischen Welt. Von einer seltenen Frömmigkeit und Askese, verkörperte er den Typus jener heute nur noch vereinzelt anzutreffenden, im Geiste des Baal-Schem-Tow lebenden alten Chassidim. An der Levvaiah, die nach chassidischem Brauch in alier Stille stattfand, nahmen, außer den Fami ienangchö: igen und den engsten chassi.lischen Freunden des Verstorbenen, auch der in Wien lebende Sadagoracr Großrabbiner Heb Schlojmenju Friedmann teil. In dem Dahingeschiedenen betrauert unser Wiener Berichterstatter Dr. Jakob Rosenthal seinen Vater. Kundgebung in New York New York, 31. Januar. (JTA.) Der American ewish Congress hielt am 31. Januar in New York eine onferenz ab, um gegen die Behandlung der Juden in Polen zu protestieren. Zahlreiche amerikanische Geistliche und über hundert Mitglieder des amerikanischen Parlaments hatten an die Konferenz Sympathiekundgebungen für die polnischen Juden gerichtet. Der New-York er Bischof William Thomas Mann i n g bezeichnete in seiner Kundgebung die Auswatulerungspliinc der polnischen Regierung als unglaublich. Eine solche Massenaustreibung, schrieb Bischof Manning, wäre eine unerhörte Ungerechtigkeit und würde der jüdischen Bevölkerung Märten und Leiden auferlegen, die sich nicht mit Worten schildern lassen. In der Konferenz, wurde beschlossen, der polnischen Reierung eine Erklärung zu überreichen, die drei Haupteschwerden enthält. Die erste Beschwerde geht dahin, daß den Minderheiten die im Friedensvertrag gewährleisteten Rechte systematisch vorenthalten werden; in der zweiten wird die polnische Regierung beschuldigt, ein System wirtschaftlicher Diskriminierung und Gewalttätigkeit direkt und indirekt zu unterstützen, und die dritte richtet sich gegen die Bemühungen, die Judenfrage in Polen durch Expatriierung von 3 Millionen Juden zu lösen. In der Erklärung wird weiter anerkannt, daß die polnische Regierung Schwierigkeiten zu bewältigen hat, gleichzeitig aber wird die Behauptung zurückgewiesen, daß die Juden ein fremdes oder „überflüssiges" Bevölkerungselement seien. Es wird betont, daß eine Lösung der Judenfrage in Polen nur in Polen selbst möglich sei. Anerkennung wird der polnischen Regierung dafür gezollt, daß sie es ablehnt, sogenannte „Ghettobänke" in den Universitäten einzuführen. Zum Schluß wird di.e Regierung aufgefordert, sofortige Schritte zu unternehmen, um die Rechtsgleichheit der Juden wiederherzustellen. An die Bevölkerung Polens wird der Appell gerichtet, der judenfeindlichen Bewegung Widerstand zu leisten. Alle freiheitsliebenden Amerikaner, so wird versichert, schlössen sich dieser Aktion zur Verhinderung eines Schrittes, der zu nationaler Unehre führen würde, an. Die „Stimme Amerikas für die Juden in Polen" wurde, wie ein Redner betonte, in den Kundgebungen laut, die 11 Gouverneure amerikanischer Staaten, 23 Senatoren und 00 Mitglieder des Repräsentantenhauses au die Konferenz erichtet hatten, und in denen sie ihr Mitgefühl für i e Juden Polens aussprachen und die grausame Behandlung der polnischen Juden verurteilten. Ansprachen an die bei der Konferenz versammelten 1500 Delegierten jüdischer Verbände richteten der Präsident des American Jewish Congress, Rabbiner Dr. Stephen S. W i s e, und der Chefredakteur der Tageszeitung „Der Tog", Dr. Markos lies. Dr. Wise sprach auch über die vor einiger Zeit zwischen Wladimir Jabotinsky und dem polnischen Außenminister Oberst Josef Beck geführten Verhandlungen über die polnischen Atiswanderungspläne und bezeichnete hierbei Jabotinsky und andere Juden, die den gleichen Standpunkt vertreten, als „Abtrünnige". Beck-Interview der „N.Y. Times" Im Zusammenhang mit diesen Kundgebungen muß ein Interview gewürdigt werden, das der polnische Außenminister Beck dem Genfer Korrespondenten der „New York Times" gewährt hat. Minister Beck erklärte, der Schlüssel zum jüdischen Auswanderungsproblem liege mehr in den wirtschaftlichen und sozialen als in politischen Verhältnissen. Er fügte hinzu, daß Zionistenkonferenz in Ungarn Von unserem Berichterstatter Budapest, 1. Februar Im flerzl-Saal des Ungarischen Zionistenverbandes fand am 31. Januar die jährliche Landeskonferenz statt, zu der die Delegierten der hauptstädtischen und provinziellen Vereinigungen in großer Anzahl erschienen waren. Nach Verlesung der Begrüßungsdepeschen, die auch aus Jerusalem und London eingelaufen waren, hielt Vorsitzender Dr. Julius Mi kl 6s seine Eröffnungsrede, in der er eine Uebersicht über Wege und Ziele der zionistischen Arbeit gab. In diesem Zusammenhang erwähnte er mit Dank die jüneste Stellungnahme der „Jüdischen Rundschau", die in selbstbewußter, sachlich vornehmer Weise den Standpunkt des Zionismus vertreten habe. Unsere Ambition ist keineswegs — sagte der Redner — der Kampf um jeden Preis, aber wir wollen auch innerhalb der Gemeinde unsere zionistische Pflicht erfüllen. Unser Ziel ist, im Judentum Frieden und Eintracht zu schaffen. Dr. Nissan K a h a n hielt dann einen Vortrag über „Die Arbeit der König!. Kommission in Palästina". Dr. L. Fodor-Hatvan hielt ein an Gedanken und Anregungen reiches Referat über die Probleme der jüdischen Jugend. Er forderte die Gemeinden auf, einen Kataster der Arbeitgeber und -nehmer anzulegen, wie er es in seiner Gemeinde getan hat. Nachdem noch Dr. F. Fried den Jahresbericht des Landes-Aktionskomitecs vorgelegt, und Sekretär Dr. N. Buk Statutenänderungen zur Annahme empfohlen hatte, wurden die Mitglieder des Aktionsausschusses, sowie der 120gliedrige Landesausschuß mit Akklamation neugewählt Baron Kohner gestorben In Budapest verschied, 72 Jahre alt, Baron Dr. Adolf Kohner de Szäszberek, ein durch sein gemeinnütziges Wirken und durch seine persönlichen Werte hervorragendes Mitglied der ungarisch-jüdischen Gesellschaft. Sein Mustergut in Szäszberck, sein Budapester Bankhaus und seine philanthrophischen Leistungen waren ebenso bekannt, wie sein Palais in der Damjanich-Gasse, in dem er mit auserlesenem Geschmack und Kunstverständnis eine reichhaltige Gemäldegalerie angelegt hatte. Durch 25 Jahre war er auch Präsident der Pestcr Lloyd-Gesellschaft. 1911 wurde er zum Vorsitzenden der Pester Israelitischen Gemeinde, 1917 zum Präsidenten des I.andcsfonds Ungarischer Juden gewählt, der die im Kriege zerstörten Judengemeinden des Karpathengebictes neu aufbaute. 1927 wurde er Präsident des VI. Gemeindedistriktes und ein Jahr darauf der fsraelitischen Landeskanzlei. In dieser Eigenschaft arbeitete er das große Memorandum aus, auf Grund dessen der Landeskongreß der neologen Judenheit einberufen wurde. Kohner war auch ein Freund und Förderer der Palästina-Arbeit. Nach dem Zusammenbruch seines Vermögens zog er sich von allen öffentlichen Angelegenheiten zurück. Anläßlich des Hinscheidens eines Kreisarztes in T a h i - Töttain, Dr. Kunitzer, erwähnen die Blätter jene seiner Meinung nach im Fall einer Erleichterung des wirtschaftlichen Drucks die politische antisemitische Seite des Problems sich von selbst erledigen würde. Schließlich versicherte der polnische Außenminister, daß seine Regierung die Ausschreitungen unter drücken und allen Bürgern Sicherheit gewährleisten würde. Auch die Londoner „Times" vom 2. Februar veröffentlicht einen ausführlichen Bericht über das jüdische Problem in Polen, In dem, gestützt auf die Statistik von Lcszczynski, betont wird, daß durch Auswanderung nur ein kleiner Teil der Judenfrage Polens gelöst werden kann. Die Auswanderung werde wahrscheinlich in den nächsten Jahren nicht einmal den ganzen natürlichen Bevölkerungszuwachs der polnischen Juden umfassen können. Der Berichterstatter meint schließlich, daß in den östlichen Gebieten Polens, wo das Wirtschaftsriveau ein sehr niedriges sei, wirtschaftliche und industrielle Erschließungsarbeiten durch die Juden durchgeführt werden könnten. Derartige Industrien würden wohl durch Steuerbefreiung und auf andere Weise von der Regierung gefördert werden, doch würde auch noch ausländische Hilfe nötig sein, um wenigstens für einen Teil der dort erzeugten Güter einen Ausfuhrmarkf zu schaffen. Mörder in Lodz verhaftet Warschau, 31. Januar. (JTA.) Als Mörder des 22jährigen Sohnes des Vorsitzenden der Agudas Jisrocl-Organisation von Lodz, Simon Chelmncr, ist der Führer der Lodzer nationaldcmokratischcn Sturmtruppen, Jahn Anc z a k, verhaftet worden. Anczak hatte Chelmncr niedergestochen, nachdem er einer Versammlung beigewohnt hatte, bei der der Priester Trzecziak eine heftige judenfeindliche; Rede gehalten hatte. Bei der Behandlung des gegen die jüdische rituelle Schächtung gerichteten neuen Schlachtungsgesctz.es im polnischen Sejm war Trzecziak bekanntlich als „Sachverständiger" vernommen worden. Die nationaldemokratische Zentrale in Lodz, in deren Nähe der Mord verübt wurde, ist nach einer gründlichen Haussuchung von der Polizei verschlossen und versiegelt worden. Müdes Urteil gegen Exzedenten Das Kreisgericht in Lomza hat die Urheber der pogrom artigen Ausschreitungen in Dlugoszodle zu verhältnismäßig geringfügigen Strafen verurteilt. Der Haupturheber der Ausschreitimgen und Anführer der Pogrombanden, Hauptmann d. R. Michael Rzasa, wurde zu 10 Monaten Gefängnis und zur Zahlung von 40 Zloty Gerichtskosten verurteilt, der zweite Hauptangcklagte, Marian Dlugolcncki, zu 8 Monaten Gefängnis und 40 Zloty Kosten, Stanislaw Malynowski, Bolcsiaw Lewandowski und Waclaw Groszik zu je 7 Monaten Gefängnis, Jan Pidura, Alexander Pidura, Stanislaw Sobieeki, Henryk Ambroziak, Stanislaw Oender, Wladeslaw Lewandowski, Wladcslaw Gawronski, Stanislaw Szilkowski, Antony Jodinis, Czeslaw Zajda und Stanislaw Majewski zu je C Monaten Gefängnis und 20 Zloty, zwei Angeklagten wurde ein dreijähriger Strafaufschub gewährt. Von den zahlreichen jüdischen Geschädigten wurde nur einem eine Entschädigung von 50 Zloty zugesprochen. Der Staatsanwalt erklärte in seiner Anklagerede, der Staat lasse wirtschaftlichen Boykott zu, Gewalttaten aber, wie sie in Dlugoszodle verübt wurden, könnten nicht geduldet werden. Auf der Tagung der polnischen Wasserbauingenicure ist die Einführung des Arier Paragraphen in die Satzungen dieses Verbandes beschlossen worden. Episode seines Lebens, da er sich nach -lOjäliriger Tätigkeit in den Ruhestand zurückzog und die bäuerliche Bewohnerschaft des Ortes in freiwilliger Arbeitsteilung ihm auf geschenktem Grund und Boden Haus und Hof aufhaute. Bei seinem Begräbnisse läuteten alle Glocken des Dorfes, nach dem Rabbiner sprachen noch die Geistlichen der katholischen, der reformierten und der Baptistengemeinde. Im Rahmen einer Hausfestlichkeit feierte der Lehrkörper des Jüdischen Knabengymnasiums die 35jährige Lehrtätigkeit seines Direktors Salamon üoldbcrgcr. Bei dieser Gelegenheit überreichte ihm Direktor Dr. D. Rafael Fuchs die Stiftungsurkunde einer von der Pester Israelitischen Gemeinde, von der Chewra, den „Freunden des Gymnasiums" und den gewesenen Zöglingen ins Leben zu rufenden „Ooldberger - Jubiläum - Stiftung", aus deren Zinsen Bibelstipendien errichtet werden sollen für besondere Leistungen der oberen Klassen in den hebräischen Gegenständen. _ Dr. A. F, Neuer jüdischer Lord Das soeben veröffentlichte Verzeichnis der anläßlich des Neujahrs in England ausgezeichneten und in den Adelstand erhobenen Personen enthält auch die Namen einer Reihe jüdischer Persönlichkeiten. Der konservative Abgeordnete Sir Arthur Michael Sa> m u e I wurde zum Lord mit dem Range eines Barons ernannt; der neue Lord war 1027 bis 1029 Finanzsekretär des Schatzamts, 1924 bis 1927 Parlamentarischer Sekretär des Handelsministeriums und Minister für Ueberseehandel, 1912 bis 1913 Oberbürgermeister von Norwich. — Mit dem Bath-Ordcn III. Klasse wurde der vor kurzem in den Ruhestand getretene Bibliothekar der Abteilung für orientalische Druckwerke und Manuskripte des Britischen Museums, Linocl David Barnett, mit dem Orden des British Empire der palästinensische Verwaltungsbeamte Alexander Epstein und der Vizebürgermeister von Haifa, Sabbatai L. evy, ausgezeichnet. Der stellvertretende Polizeikommissar von Haifa, Kaiman Jacob Cohen, wurde zum Ehrenmitglied des Ordens des British Empire ernannt. Schließlieh wurden der Chauffeur Isaac Rabbinowitch und der Hilfspolizist Elieser S k 1 a r k für hervorragende Tapferkeit mit der Medaille des British Order ausgezeichnet. Die Ehrensekretärin des Weltverbandes für religiös-liberales Judentum, Lily H. M o n t a g u e, wurde zum Offizier des Ordens des britischen Empire ernannt. Das amerikanisch-jüdische Aerzte-Komitee veranstaltete in New York zu Ehren Dr. Adlers von der Hebräischen Universität Jerusalem ein Bankett. Richter Julian William Mack feierte Dr. Adler als einen der hervorragendsten Wissenschaftler der Hebräischen Universität. Der Vorsitzende des amerikanisch-jüdischen Aerzte-Komitees, Dr. Nathan Rat« n o f f, gab bekannt, daß zur Fertigstellung der Universitätsklinik auf dem Skopus-Berg noen ein Betrag von rund 75DOQ Dollar erforderlich sei. t