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Jüdische Rundschau · 1937-02-05 · Heft 10 (5.2.1937) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 10 (5.2.1937)
Date
1937-02-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seift 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 10, 5. II. 1937 Der Einzelne und das Volk Zu A. D. Gordons 15. Todestag durchdrungen sind, an einem lebenden Organismus teilzuhaben. Das Bild, das die Gemeinde demgegenüber bietet, entspricht in keiner Weise diesen Möglichkeiten. Es soll gewiß nicht verkannt werden, daß im Laufe der letzten Jahre ein großer Teil der Gemeinden die bisher verfemten Zionistcn in die führenden Gremien dieser Körperschaften hineingelassen haben, ja sogar in vielen Orten ihnen Gleichberechtigung zuerkannt haben. Es soll auch ferner festgestellt werden, daß sich die eifersüchtig verteidigten „ReÜgionsgemeinden" durch den Zwang der Tatsachen allmählich zu dem entwickeln, was der Zionismus als „V o 1 k s g e m c i n d e" stets gefordert hat. Trotzdem ist eine echte Umbildung der Gemeinden nicht möglich, solange an einem Notabeln-Systcm festgehalten wird, das aus einer Zeit stammt, in der es ebenfalls schon verhängnisvoll war, und das ganz gewiß heute jede wirkliche Entwicklung verhindert. Immer noch stehen an der Spitze vieler Gemeinden Männer, deren Verbindung zum Judentum eine äußerst lockere ist und die in keiner Weise die Fühlung mit den echten Bedürfnissen der Zeit und der von ihnen Betreuten haben. Die Forderungen der zionistischen Bewegung nach Umbildung der Gemeinde-Gremien und Einführung frischer und unverbrauchter Kräfte in den überalterten Apparat werden als „politische" Forderungen von diesen Kreisen abgelehnt. In verhängnisvoller Verkennung der Wirklichkeit erklären viele von ihnen, daß eine Mitarbeit von Zionistcn deswegen überflüssig sei, weil die zionistischen Bedürfnisse und Wunsche von ihnen ebenso gut vertreten würden wie von den Zionistcn selbst. Auch hier zeigt sich, daß den Juden in Deutschland mit den Begriffen Paliistiria-W.imkTung, Transfer, Zertifikat und vielleicht noch Ken n llajessod der Zionismus bereits hinreichend definiert ist. Der I it|iiidatioiispron'B des Judentums in Den tu.■hland befindet sich in rapidem Fortschreiten. Die aktivsten und lebenstüchtigsten Elemente wandern aus. Die materiellen Kräfte der Zurückbleibenden werden schwacher. Das Gefährlichste aber ist die fortschreitende Verengung des Blickfeldes derjenigen Menschen, die heute noch an verantwortlicher Stelle im jüdischen Lehen stehen. Alles wird davon abhängen, daß die veränderte Zeit Männer finden wird, die imstande sind, die Aufgaben zu meistern, die der jüdischen Gemeinschaft hier noch gestellt sind. Es müssen Männer sein, die durch Fähigkeiten und Kenntnisse an der Spitze des Judr,isierung-,pn.)/e:e-es stehen können, den die Juden in Deutschland durchmachen müssen, um den Anschluß an das iie Volk und an das Judentum wieder zu finden, der ihnen in weiten Bezirken verlorengegangen ist. Notabehi und Verwaltungsbeamte können das Rad nicht herumwerfen. Was heute noch au aufbaufähigen und zukunftsgläubigen Männern vorhanden ist, müßte sich zusammenschließen, um die verschütteten Quellen jüdischen Volkstunis in der assimilierten Juclenheit wieder auszugraben und die Führung der jüdischen Gemeinschaft zu übernehmen. Nur so wird es möglich sein, daß Erez Israel aus der Judenheit Deutschlands die Kräfte zieht, die wert sind erhalten zu werden. Die Katastrophe in USA Mit profler Anteilnahme hat die ganze Welt das Unglück der a in e r i k a n i s c h e n U c b e r s c Ii \v e in m u n g e n verfclgt. Wie Zuschriften aus unserem Leserkreise beweisen, halten auch die Juden Deutschlands für die von dieser Katastrophe Betroffenen lebhaftes und spontanes Mitgefühl. Abgesehen von der rein menschliche!! Sympathie, die bei einer so grollen Naturkatastrophe selbstverständlich ist. besteht unter den Juden in Deutschland gerade für alle Vorgänge in den Vereinigt «-n Staaten von Amerika grolies Interesse, schon darum, weil auch durch persönliche bände infolge der Auswandi nuig zalslrei, her Juden nach Anvrii.a die Beziehungen vieler zur W-uen Welt enger sind. Die von den Uebersclnvunmutigen heimgesuchten Gebiete «ind übrigens auch in ni.mrigf.ieher Hinsicht jud^ch interessant. So ist C j n c i n nati, die Hauptstadt des Staates Ohio, eine starke und bedeutende judis. he Gemeinde mit einer berühmten jüdischen Hochschule u:; i Bibliothek, ein Zentrum der Einwanderung aus Deutschland im vorigen Jahrhundert, wo sich auch die deutsche Sprache sehr lange unter den jüdischen Einwanderern erhalte« hat. Die Hauptstadt des Staates Kentucky, L o u i s v i 11 e, die besonders stark mitgenommen ist, ist bekanntlich die Gcburtsstadt von Justice B r a n d e i s. Der Oesandschaden, der den fünf am meisten beteiligten Staaten zugefügt wurde, wird nach einem Bericht der Londoner „Times" auf 527 Millionen Dollar (über 1''» Milliarde Mark nach jetzigem Kurs und über zwei Milliarden Mark nach Pari-Kurs) geschätzt, lieber eine Million Mensehen sind heimatlos. Bisher sind zehn Millionen Dollar an Spenden beim Roten Kreuz eingeflossen. Wir sind überzeugt, daß die Judenschaft Amerikas sich aktiv Und großzügig an den Hilfsaktionen und Geldsammlungen beteiligen wird.__ „Der Knabe David", das Schauspiel von Sir James Bar* r I <■, mit Elisabeth Bergner in der Titelrolle, das nach seiner Uraufführung in Edinburg (vgl. „J. R." 1936 Nr. 96) mit großem Erfolge im Londoner Majesty's Theater aufgeführt wurde, wird seit einigen Tagen nicht mehr gespielt. Diese Tatsache hat in der englischen Ocffentlichkeit und auch beim Publikum Aufmerksamkeit hervorgerufen, so daß der Veranstalter sich veranlaßt sah, In einer Zuschrift, die die „Times" an hervorragender Stelle brachte, die Hintergründe der Angelegenheit aufzudecken. Es handelt sich anscheinend darum, daß durch Zwischenschaltung einer Agentur die Propagaudamüglichkeiten und der Verkauf der Eintrittskarten beeinträchtigt wurden. Nachdem dieser Mißstand beseitigt war, waren, wie mitgeteilt wird, sämtliche Vorstellungen ausverkauft. Es war aber zu spät, da inzwischen das Theater für einen anderen Zweck vermietet worden war, so daß keine Möglichkeit bestand, den zu spät eingetretenen Publikumserfolg auszuwerten. Dieser bedauerliche Organisationsfehler wird lebhaft diskutiert Am 21. Schwat (= 5. Februar) sind 15 Janre verflossen, seit A. D. Gordon gestorben ist. Sein Name ist für immer mit dem arbeitenden Palastina verbunden, dem er als Arbeiter in Deganiah das Leben des Chaluz im «leisten Sinne vorgelebt hat. Im Laufe der Jahre ist die Zahl derer unter uns, welche die wunderbare Wärme und Innigkeit seiner Persönlichkeit an sich erfahren durften, relativ klein geworden. Er kann nur durch seine hinterlassenen Aufsätze auf die Generation von heute wirken. (Eine Auswahl der Aufsätze ist im Jüdischen Verlag unter dem Namen „Erlösung durch Arbeit" deutsch erschienen.) Die Lektüre Gordons ist nicht leicht. Er war kein geübter Schriftsteller, aber er ist wert, gelesen zu werden, und wer ihn heute wieder zur Hand nimmt, wird staunen, wie aktuell er geworden ist. Im folgenden soll der Versuch gemacht werden, den Grundgedanken seines Systems (wenn man bei diesem so ganz unschulmäßigen, so ganz, unmittelbaren Menschen von einem solchen Sprechen könnte) herauszustellen: seine Anschauung über den Einzelnen und das Volk. Gordons geistige Welt bewegte sich um diese beiden Pole. Niemand unter uns hat wie er den unendlichen Wert der einzelnen Menschenseele erkannt und Ihn gegen den Versuch jeder Art von Kollektivismus, den einzelnen zu vergewaltigen, verteidigt. Die Entwicklung des Menschengeschlechtes hängt in seinen Augen von der Wechselwirkung dieser beiden Momente ab. Je stärker, tiefer und reicher die Einzelpersönlichkeit entwickelt ist, desto lebendiger und tiefer wird die Individualität des Volkes sein. Die Einzelnen sind der Ausdruck des Volksgeistes in seiner der Welt zugekehrten Besondcrung, das Volk aber ist der Vermittler zwischen der Einzclscelc und dem Leben des All. Das Volk vergleicht er mit einem Trichter, dessen offene Seite dem unendlichen All zugewendet ist, während die enge in das Individuum ausmündet. Auf dieses Individuum kommt alles an. Nach der jüdischen Sage ist der Todesengel ein Wesen voller Augen. Gordon gibt dem Vergleich eine andere Wendung: das Lehen ist voller Augen, die Einzelnen sind die Augen der Welt. In einem Briefwechsel mit Brenner sprach sich der Gegensatz zweier Weltanschauungen aus. Brenner betont das Moment der Gesamtheit, er sah alle Schwächen unseres Daseins als solche des jüdischen Volkes an. Gordon aber sah unsere Schwäche und unsere Hoffnung in den Einzelnen. „Unsere nationale Wiederbelebung wird nur durch Einzelne erfolgen, wenn diese große menschliche Ideale in sich aufnehmen werden. Wer die jüdische Wiederbelebung Will, muß sie an sich selbst vollziehen." Forderungen an die Gesamtheit sind, in Gordons Augen, nur eine leere Phrase. Er schreibt an Brenner: „Kennst du die Kraft der Einzelnen, wenn sie Einzelne sind? Alle großen Bewegungen der Menschheit sind durch Einzelne geschaffen worden. Gebt uns solche Einzelne, auch wenn sie keine außerordentlichen Menschen sind, und Ihr werdet sehen, was sie in Palästina schaffen können. Einzelne können hier eine Kraft schaffen, die das Volk dazu aufruft, sich seiner selbst zu besinnen, seinen Ort in der Welt zu sehen und den Weg zu seiner Auferstehung suchen." Haben doch auch nur Einzelne das Wunder der Wiederbelebung der Sprache vollbracht. Auch ein Neuaufbau der Gesellschaft kann nur von unten auf beginnen. Soziale Reformen ohne Erneuerung des Herzens können nicht gelingen. So sieht Gordon die nationale Aufgabe als eine Aufgabe der Erziehung. Aber seine Hochachtung vor der Freiheit des Einzelnen ist so groß, daß er auch hier ein Problem sieht. Das Ziel der Erziehung ist Befreiung der Persönlichkeit, aber ist nicht ihr Mittel die Vergewaltigung der Persönlichkeit des Zöglings durch den Erzieher? Gordon löst das Problem, indem er dem Erzieher eine mehr negative Aufgabe zuweist. Er soll den Zögling von Hemmungen befreien und sich selbst möglichst im Hintergrund halten. Was er an dem Zögling tun kann, ist dies: seine Selbsterkenntnis wecken, das Eigenlicht seiner Seele entzünden, das Gefühl der Achtung vor sich selbst und der Erkenntnis des Wertes seiner Eigenart stärken. Als in den ersten Nachkriegsjahren die Regierung Straßen in Palästina anlegen ließ, wo die neuen Einwanderer ihre erste Arbeit fanden, da ging Gordon von Arbeitslager zu Arbeitslager, horchte am Abend auf die Gespräche und die Diskussionen der Chaluzim und schrieb dann den Aufsatz: „Meine Wanderungen an den Chausseen", wo er sich besonders scharf gegen die dogmatische Einseitigkeit der jungen Menschen wandte, die die Unmittelbarkeit und Einfachheit ihrer Einstellung untergräbt. A. D. Gordon war ein religiöser Denker. Dies zeigt sich nicht nur an jenen Stellen seiner Schriften, wo er aus- Unterhaus-Anfragen über Palästina Sicherheit und Kommission London, 3. Februar. (JTA.) In der Unterhaussitzung vom 3. Februar fragte der Abgeordnete Colonel Josiah Wedgwood den Kolonienminister Ormsby-Gore, ob er die Ucbcrzcugung habe, daß Ruhe und Ordnung in Palästina wiederhergestellt sind und ob die Im Lande befindlichen englischen Streitkräfte ausreichend seien, um einen neuen Ausbruch von Gewalttätigkeit zu verhindern. Der Minister antwortete: Was den ersten Teil der Frage betrifft, so lenke ich die Aufmerksamkeit Mr. Wedgwoods auf die Antwort, die ich am 19. Januar Mr. Thomas Williams gegeben habe. Ich habe ihr nichts hinzuzufügen. (Der Minister hatte damals erklärt, daß es sich bei den jüngsten Fällen von Straßenraub in Palästina nicht um politische Angriffe, sondern um rein kriminelle Erscheinungen handele.) Was den zweiten Teil der Frage betrifft, so können militärische Kräfte niemals absolut sicher sein, daß sie den Ausbruch von Gewalttätigkeit verhindern können. Nach Ansicht des High Commissioncr für Palästina und der zuständigen Militärbehörden können durch die getroffenen Vorkehrungen Unruhen, falls sie wieder ausbrechen sollten, wirksam bekämpft werden. Der Abgeordnete Wedgwood fragte weiter, ob der Minister nicht im Hinblick darauf, daß die Politik des „Bitte sehr-Sagens" gegenüber dem Mufti und des Aufopfern« der Freunde Englands keinen Erfolg hatte, General DIU und den Militärbehörden Gelegenheit geben wolle, in einer der britischen Tradition und den britischen Interessen mehr entdrücklich von der Religion handelt, wie in dem leider nicht vollendeten Aufsatz: „Unsere Rechnung mit der Religion" oder an den Stellen, wo er von seiner Liebe zur Tradition spricht („Israels Religion ist mir lieb bis in die Tiefe meiner Seele, obwohl ich nicht die Gebote halte und im gewöhnlichen Sinne nicht religiös bin; und lieb ist mir auch die rabbinischc Literatur") — es zeigt sich besonders in seiner eigenartigen Anschauung von der kosmischen Bedeutung des Volkes. Gordon schuf sich eine Metaphysik des Volksbegriffes, die es ihm gestattete, das körperliche Substrat des Volkstums, das Blut, als Ausdruck kosmischer Prinzipien zu verstehen und zugleich das Volkstum auf unmittelbarste Weise mit dem Weltbürgertum zu vereinigen. Das Volk ist für ihn nicht nur eine Bluteinheit und auch nicht nur eine historische Einheit, sondern vor allem eine kosmische Einheit. Das Leben des Kosmos strömt der Menschheit durch die Kanäle des Volkstums zu. Darum muß die Religion, die der Ausdruck des Verhältnisses eines Volkes zum Kosmos ist, eine nationale Religion sein. Ein jedes Volk ist ein Kanal, durch welchen die Fülle des Weltlcbcns dem Einzelnen zuströmt. Daher geht das Volk dem Einzelnen voran. Der Einzelne wird in sein Volk eingeboren, das für ihn Sprache und Religion, Kunst und Sitten vorbereitet hat. Nur aus dem Leben des Volkes kann daher auch das Leben des Einzelnen als ein menschlich-kosmisches Leben aufgebaut werden. Gordons Auffassung des Volkes, aus solcher Grundanschauung genährt, ist eine großzügige, weit entfernt von einem kleinen und egoistischen Nationalismus. „Das veredelte Leben, dem die Seele des Volkes zustrebt, besteht nicht in der Absonderung von der Welt und nicht in der Verschalung in einen nationalen Chauvinismus. Die Seele des Volkes wie die Seele des Einzelnen will ein weites Leben führen, will sich in Harmonie verbinden mit dem Leben anderer Völker, will das Leben in sich aufnehmen, wie es dem Menschen von der Natur in ihrer Unendlichkeit dargereicht wird. Das Volk wie der Einzelne leben also nicht für sich, sondern haben gleichzeitig für die Bedürfnisse aller anderen zu sorgen und sich zu mühen. Die nationalen Interessen und Ideale umfassen also das ganze Leben des Menschen. „Keine anderen Ideale und Interessen kommen den nationalen gleich an Weite, Höhe und Glanz." Aus solch weiter Auffassung des Volkstums sah Gordon auch die Bestrebungen nach Autarkie, die nach dem Kriege auftraten. Diese Bestrebungen werden den Menschen in eine nähere Berührung mit der Natur bringen, in der er lebt und aus der ihm seine besten Kräfte zuströmen. So vereinigte Gordon die scheinbaren Gegensätze von Individualismus, Volksbcwufltsein und Universalismus in einer höheren und harmonischen Synthese, als deren Vorbild er wiederholt die Propheten anführt. Diese kosmische Weite des Volksgefühls übertrug Oordon auf den Zionismus. In der Diaspora fehlt dem Juden das kosmische Moment, es wirkt nur als Niederschlag, als historische Erinnerung. Das historische Bewußtsein läßt uns nicht sterben, aber es gibt uns kein neues Leben. Unsere nationale Wesenheit muß dort einschrumpfen. Da sie nicht mehr aus dem unmittelbaren kosmischen Quell schöpfen kann, trinkt sie entweder nur aus der Vergangenheit oder aus den Lebensquellen der anderen Völker. Das eine führt zum Verdorren, das andere zur Sclbstaufgabe. So suchen wir in Palästina nichts mehr und nichts weniger als das Leben, den Zugang zu unseren kosmischen Lebensquellen durch die Natur unseres Landes. Aus dieser kosmischen Auffassung entsprang jener Begriff des „Am-Ad am", des „Mensch-Volkes", mit dem üordon unser neues Hebräisch in unsagbarer Weise bereichert hat. Der Begriff besagt die Forderung, daß das Volk wie der einzelne Mensch im Ebenbilde Gottes geschaffen und daher den Fordeningen der Ethik unterworfen ist. Wenn das Volk kein Mensch-Volk ist, kann auch der einzelne Mensch kein Mensch sein. Dieses Ideal und diese Forderung entsprangen für Gordon aus seiner Auffassung über den Zusammenhang von Welt, Volk und Individuum. Dem heimkehrenden Jüdischen Volke legte er diese Aufgabe auf: „Wenn wir jetzt unsere Bahn im Lebenskreise der lebenden Völker neu bestimmen, müssen wir es verstehen, die rechte Bahn zu wählen, müssen wir ein neues Volk schaffen, ein Mensch-Volk, das ein menschlich-brüderliches Verhältnis zu den anderen Völkern hat und die höchste Beziehung, eine Beziehung des Lebens und des Schaffens zur Natur. Wir fühlen, wie sich etwas Neues vollzieht in der großen Welt und auch in unserer Welt, wir, die wir gleichsam neu geboren werden. Dies Neue aber spricht zu uns: Ihr sollt die Ersten sein!" Jerusalem. Hugo Bergmann sprechenden Weise den Frieden wiederherzustellen und die Ordnung im Lande aufrecht zu erhalten. Der Minister antwortete, er könne eine so komplizierte Frage nicht ohne weiteres beantworten. Eine solche Frage müßte vorher angemeldet werden. Der Abgeordnete Hall Cainc fragte, ob die Royal Commission für Palästina Vorkehrungen treffen werde, um in England ihn und andere Personen, die besondere Erfahrungen über das Mandatsland besitzen, zu vernehmen. Minister Ormsby-Gore antwortete, er habe seiner am 3. November gegebenen Beantwortung der Anfrage des Abgeordneten Wedgwood nichts hinzuzufügen. Wie er damals betont habe, sei dies eine Angelegenheit, die ausschließlich die Kgl. Kommission selbst angehe. In dem Programm für den Besuch des englischen Königspaares im Londoner East End am 13. Februar ist u. a. eine Ehrengarde von vier Kompanien vorgesehen. Eine dieser Ehrenkompanien wird von dem Verband der ehemaligen jüdischen Kriegsteilnehmer gestellt. Hatlptscliriftleitcn Dr. Robert W c 11 5 c h, Berlin - Charlottenburg 9 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loewen stein, Berlin W 16. Anieigenlciter und veraniwort- Jkh für den Inhalt der Anzeigen: Hermann ¥ i n n. Berlin VV 15. Gültig Arueigen - Preisliste 5 vom 1. April 1936. Verlag und An- ■eigenverwaltung« Jüdische Rundschau, Berlin W 15, Meimkcitr. 10. D.A. Januar 34 275. — Druckt Siegfried Schakal, Bto.-SchStJeberg.

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