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Jüdische Rundschau · 1937-01-29 · Heft 8 (29.1.1937) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 8 (29.1.1937)
Date
1937-01-29
Page
– (sequence 14)
Language
German
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S»'*- 14 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 8, 29.1.1937 Die in diesen Tagen durch Reichsgesetz erfolgte Schaffung eines einheitlichen Stadtgebietes von Groß-Hambarg gewinnt auch unter dem Gesichtspunkt der Vcrwaltungsvcreinheitlichung der bisher auf dem Gebiete der neuen Gemeinde existierenden jüdischen organisatorischen Einheiten Interesse. Bisher gab es in Hamburg, Altona, Wandsbek und Harburg gelrennte jüdische Gemeinden, was aus der historischen Entwicklung verständlich ist. Die Vereinheitlichung, die in der allgemeinen Verwaltung nunmehr erfolgt ist, wird ohne Zweifel auch für die Zusammenlassung der jüdischen Gemeindeorganisalion von Bedeutung sein. So gewinnen die nachstehenden Berichte, die sich auf das Gemeindeleben in Hamburg beziehen, besondere Aktualität. (Red.) Aus der Gemeinde Bei einem kurzen Rückblick auf den Ablauf der letzten vier Jahre darf die Hamburger Jüdische Gemeinde erkennen, daß c.s ihrer Verwaltung im großen und ganzen gelungen ist, den gewaltigen Aufgaben gerecht zu werden, die durch die Wende der Zeil ihr erwachsen sind. Diese Feststellung dar! uns um so mehr mit einer gewissen Befriedigung crfulien, als gerade auch die (iemeinde Hamburg bei der A ti » w a n (I e r n n g einer großen Zahl ihrer Mitglieder, die man heute wohl auf etwa 3000 schätzen darf, nicht nur grolle Shnervinnnhtwn, sondern vor allem auch wertvolle Mitarbeiter verloren bat und standig noch verliert. Die Gemeinde durfte heute wohl 15 00(1 Seelen zahlen. Soziale Wandlung. Daß die soziale Struktur auch der Hamburger judenheit sich in den letzten Jahren gnindlegeitd giandeil hat, mag genügend eindringlich illustriert weiden durch den Hinweis darauf, daß etwa 80 «'o des gesamten Aufkommens der < ieineindeiteiier, die zur Zeit in Hohe von 21 erhoben wird, von nur ganz wenigen Steuerzahlern aufgebracht wird, bin weiteres Schrumpfen ebenes kleinen Kreses heute noch gut zahlender Gemcind-cnutglicuer lallt bange Sorgen erwachsen. Verwaltungsreform. Wenn es trotzdem dem Genieimlcvorstand gelang, allen berechtigten Anforderungen vorläufig einigermaßen gerecht zu werden, so ist das in erster Linie der Tatsache zuzuschreiben, daß es ihr glückte, den V c r w a 1 f u n g s a p p a r a t so umzugestalten und auszubauen, daß er personell wie organisatorisch (lern großen Ansturm sieh anpassen konnte. Insbesondere auch die F i n a n z - Verwaltung wurde nach dem Muster groller Behörden so grundlegend reorganisiert, daß neben der Gemeindeverwaltung selbst auch alle Hamburger jüdischen Institutionen Nutzen daraus ziehen. Neben der verständnisvollen und aufopfernden Mitarbeit aller Mitglieder des Genieindevorstandes ist dieser Erfolg vor allem seinem Finanzreferenten zu denken, der die Erfahrungen und Kenntnisse seiner früheren Tätigkeit der Gemeinde zugute kommen läßt. GemeindetQrsorge. Die Anforderungen an den im weitesten Sinne zu verstehenden Begriff der Gemeindefürsorge wachsen naturgemäß ständig, und die liirsorgeeinrichtimgcn werden nach Möglichkeit den Erfordernissen angepaßt. Durch die Auflösung einer ganzen Reihe von Woiilfahrtsvereinen und l'ehernahme ihrer Arbeit und Mittel in eine Zentralin.stanz. einerseits, durch die auch hier sehr gut arbeitende J u d i s c b e W i n t e r Ii i 1 f e andererseits werden in gemeinsamer Arbeit mit der Kommission für das Wohlfahrtsw esen die zahlreichen Antrage bewa'tigt, die Unterstützung, Kleidung, Ernährung, Micteziischusse und vieles mehr verlangen. Die Aufgabe der Gemeinde, ihre Schutzbefohlenen zu betreuen, beginnt beim Jugendamt, das einen Etat von über 100 000 RM. ausweist und eine Jugendpflegen!! und einen im Staatsdienst geschulten Jugendpfleger besitzt. Sauglmgsfiirsorgc, Kinderhorte, Kindersoeisung, Kinderhetreuung, Rinden erschickung, Ferienkolonie, fürsorgerische und pilegerische Versorgung a" l'er Jugendlichen, die m wirtschaftlicher, geistiger, seelischer Notlage der Beaufsichtigung bedürfen, die l Unterbringung in den Waisenlind Ptlcgcaii^taltcii -• das alles sind Aufgabengebiete, deren Aufzahlung einen 1 uibh-k in die Vielseitigkeit der Jugendfürsorge gcu iilirt. Daneben aber hat das Jugendamt die Aufgabe, in Zusammenarbeit mit dem Ausschuß der Jugend- \ erlern.te die J u g e n d b n n d e verschiedenster Richtung zu betreuen. Die Gemeinde unterhalt in dem schönen Elbvorort Blankenese ein eigenes, herrlich gelegenes und gut geführtes I. a n d i ii g e ii d h e i m „W i I h e I in i n e n h ö h e", das nicht nur Jugendlichen im Sommer wie im Winter behagliche UnterkuiiMsiuoglichkei! bietet, sondern auch von Erwachsenen gen; a utY es tu Iii wird. I in Knabenwie ein Mädchenwaisenbans bieten elternlosen Kindern gute Unterkunft und Erziehung. Schulen. In der Talmud-Thora-Schule wie in der M a d c h e n s c h ti 1 e der (iemeinde besitzt Hamburg zwei pädagogische Anstalten, die sowohl als Volksschulen wie als Real- und Oherrealschulen ihrem alten guten Rufe auch beute gerecht werden und trotz dem bekannten Mangel an jüdischen Lehrkräften der steigenden Schiilerzahl sich gewachsen zeigen. Neben ihnen sorgen drei Religio n s s c h ii 1 e n verschiedener Färbung für den jüdischen Unterricht der Kinder, die noch die nichtjüdischen Schulen besuchen. Die von Zionisten begründete und geleitete Sprachschule „Ivriah" fördert den Unterricht in der hebräischen Sprache für Jugendliche wie für Erwachsene in großem Umfang. Bildungswesen. Den Körperkräften den Geist zur Seite zu stellen, ist das Aufgabengebiet, dem ein vielseitiges B i 1 d u n g s w e s e n der Gemeinde dient. Die Franzk o s e n z w e i g - G e d ä c h t n i s - S t i f t u n g und neben ihr auch das Vorlcsungswcscn des T e m p e I s unterhalten in Vorlesungen und Kursen eine Organisation zur Belehrung Erwachsener und Jugendlicher, eine umfangreiche (i e in c i n d e - B i b I i o t h e k und -Lesehalle wird eifrig benutzt, und schließlich dient auch das Gemeindeblatt der Aufklärung um! Aussprache unserer Mitglieder. Der jüdische Kulturbund ist das Sorgenkind der Gemeinde, dessen zum Teil wirklich vorzügliche Leistungen nicht voll zur Geltung und finanziellen Auswirkung kommen, weil der mangelhafte Raum und die sehr beschränKten Mittel seine Kräfte lähmen. Eine große Sorge nicht nur finanzieller Art lastet auf der Gemeinde dadurch, daß im Laufe der nächsten Monate durch die Anforderungen des Straßenverkehrs der alte und sehr geräumige Friedhof am Grindel geräumt werden muß. Es gilt, nicht nur die Gebeine tausender Toter in pietätvoller und den rituellen Anforderungen gerechter Form zu überführen, sondern auch einige hundert Grabdenkmäler von historischem Wert zu verpflanzen und zu erhalten (so von Gabriel Riesser und anderen). Wirtschaftshilfe. Nachdem Stellenvermittlung und Berufsberatung jetzt ihre bisher sehr segensreiche Tätigkeit aufgehen mußten, ist es nur noch die „Beratungsstelle für Wirtsc Ii afts hilf e", die sich der Schulentlassenen annimmt und ihnen bei Berufsergreifung oder Berufsumschichtung durch Kurse in eigenen Werkstätten, durch Unterricht in Sprachen und Handelswissenschaften hilfreich zur Seite steht, tatkräftig unterstützt durch den „Verein Jüdischer Handwerker und Gewerbetreibender" in dessen Abteilung für Lehrlingsfürsorge. — Der Sorgen des selbständigen Mittelstandes nimmt sich die Gemeinde an durch die Darlehenskasse wie durch die Mittelstandsfürsorge, die verständnisvoll und mit beträchtlichen Mitteln ausgerüstet ihre schweren Aufgaben bewältigen. Sie werden in bedeutendem Maße unterstützt durch die Tätigkeit des „Israelitischen Hu m anitären Frau c nvercin s'', der insbesondere durch sein Heim für Mädchen und Frauen, seine Mittelstandsküche und sein Erholungsheim in Segeberg unter schwierigsten Bedingungen Gutes leistet. Anstalten. Daß das jüdische Krankenhaus, unser Pflegeheim und Alten haus, sowie das der Frcmdcnpflegc dienende Danicl-Wormser-Haus mit den Sorgen des Tages fertig werden, stellt deren Verwaltungen bestes Zeugnis aus. Doch versuchen wir in verstärkter Unterstützung der Jugend- und Sportvereine, deren dritter Sportplatz vor einigen Monaten eingeweiht wurde, unsere heranwachsende Generation so zu stählen und zu kräftigen, daß ihr ein gesunder Körper möglichst lange erhalten bleibt. Kultus. Die Hamburger Gemeinde hat den Charakter einer neutralen E i n h e i t s g e in e i n d e, die die Aufgaben des Kultus eigenen Religionsverbänden übertragen hat, dem streng orthodoxen Synagogenverband (Rabbiner: Dr. Carlebach), dem liberalen Tempelverband (Rabbiner: Dr. Italiener) und der Neuen Dammtor-Syiiagoge (Rabbiner: Dr. Holzer), die zwar streng orthodox geleitet wird, deren Mitgliedschaft aber doch zum großen Teil liberaler eingestellt ist. Der Lhnstand, daß diese drei Verbände immer mehr der finanziellen Unterstützung durch die Gemeinde bedürfen, führt zwangsläufig dazu, daß der Einfluß des üemeindevorstandes sieh nicht mehr auf die rein organisatorischen Fragen der drei Kultusverbände beschränken kann. Hier allen Anforderungen stets paritätisch gerecht zu werden und Mißverständnissen aus dem Wege zu gehen, ist nicht immer ganz leicht. Die Gemeindeverwaltung. Die Amtszeit des 1930 gewählten Repräsentanten - Kollegiums ist am 31. März d. J. abgelaufen, und damit ein Jahr später diejenige lies Gemeindevorstandes. Verhandlungen, die seit längerer Zeit geführt werden, lassen erwarten, daß durch Bildung einer Einheitsliste die Körperschaften der Gemeinde auch in Zukunft so gestaltet werden, daß sie weiterhin den schweren Aufgaben unserer Zeit gewachsen sein können. Dr. Alfred Unna Juden und Jüdisches im Rundfunk Freitag, 29. Januar: Trag (470), 12.35: U. a. Offenbach: Aus „Holtmann« Erzählungen". — Paris (1648). 13.15: Edmund Fleg spricht: „Warum ich Jude bin!" — Hib/er-mn II (301). 13.40: Fetras: Fi innerangen an Ottenbach. — Wien (507), 17.25: Lieder von Mahler. — Ucromiiniter (540). 17.30: U. a. Rubinstcin: Ballrttmudk. — Paris (1048). 18.30: l':. a. Oiicnbaek — Paris (432), 19: U. a. Fchallplalten: Watida I.indow^k.i (Cembalo). — Mailand (309), 21: Sim'oniekoiuert, Dir. Biuno Waller. — Regional (342), 21.40: U. a. ('asielnuovo-Tedes<x>: Ouvcrtiitc. Sonnabend, 30. Januar: Kopenhagen (255), 15: U. a. Mendelssohn: Nocturne aus „'-oinmcrnachtstraiim". — Bordeaux-Laf. (278), 15.30: Vi. a. Mcyerbccr: Arn „Hugenotten" und „Robert, (1er Teufel". — Brüssel (322), 18: Schajlplattcn: Gurrelieder von Schönberg. — Sottens (443). 20.30: U. a. Milha.nl: Konzert Kr Cello und Orchester. — lloissel (ilära., 322), 22: U. a. Olfenbach: Ouvertüre zu ..Orphcii,". Sonntag, 31. Januar: Paris (432), 14.30: Ottenbach: „Tloffmanns Erzählungen". — Riga (1258), 16.20: Schallplaitcn: Lieder von Schubert, gesungen von Richard Tautier. — Monte Conen (257), 17.05: U. a. Ottenbach. — Kasehau (259), 17.20: U. a. Mostkowtki. — PreSburg (299). 19.55: U. a. Mosikowski, Montag, 1. Februar: M.-Ostrau (270), 16.10: U. a. Meyerbeer. — Pari; (432), 20.35: Schallplatte«: Menuhin spielt. — Warschau (1339), 22: Sinbmiekonicrt, Dir.: G. Frtelberg. Erleichterung der Touristik nach Palästina. Wir haben kürzlich auf die Erleichterung der Touristik in der diesjährigen Frühjahrs-Saison für Palästina hingewiesen. Im Anschluß hieran erfahren wir, daß jetzt durch den Palcstine ft Orient Lloyd eine Gesellschaftsreise veranstaltet wird, bei der auch der z w 5 I f t ä g i g e Landaufenthalt in vollem Umfang hier in Reichsmark gezahlt werden kann. Die Rundreise selbst, die darauf abgestellt ist, den Besuchern einen umfassenden Eindruck des zionistischen Aufbauwerkes zu vermitteln, führt von Haifa aus über Tiberias und die wesentlichsten Kolonien, nach Jerusalem und Tel-Awiw und von dort zurück nach Haifa. Die Schaffung dieser Möglichkeit, die zu einer wesentlichen Verstärkung der Palästina-Touristik führen kann, ist durchaus begrüßenswert. Mit Rücksicht darauf, daß die Finanzierung der Touristik im übrigen durch Erwerb von Palistina-Reisekreditbriefen durch die verhältnismäßig geringen Kontingente beeinträchtigt ist, stellt dies eine erfreuliche Verbreiterung der Touristik dar. Theater, Kunst, Bildung Das jüdische Kulturleben entfaltete hier in den letzten Monaten besondere Regsamkeit. Allen Schichten und alten Geistes- und Geschmacksrichtungen wurde etwas geboten. Wenn die Darbietungen, auch solche von unzweifelhaftem Wert, im jüdischen Publikum nicht immer die erwartete Resonanz fanden, wenn Männer von großem Ruf vor fast leerem Saale sprachen oder musizierten, so mag das in der Schwere der Zeit einige Erklärung finden, soll aber immerhin den veranstaltenden Institutionen Fingerzeige geben. Die besondere Artung der Menschen in unserer Stadt verlangt eben ein Eingehen auf diese Art. Es scheint die Neigung für populäre (keineswegs seichte) und anderseits besonders gehaltvolle Darbietungen vorzuherrscheti, Mittelmäßiges und Abseitiges findet wenig Publikum. Naturgemäß steht der Jüdische Kulturbund an der Spitze der Veranstalter. Er ließ das „Orchester der jüdischen Kulturbünde" zweimal vor uns spielen, einmal unter der Leitung von Julius P r ü w e r, das anderemal unter der von Richard K a r p. Die beiden Dirigenten bilden in gewissem Sinne einen Gegensatz. Karp hat einen Ueberschull von Temperament, das sich zwar nicht immer sachgemäß, doch um so wirksamer auslebt. Sein Konzert, im ganzen auf einen populären Ton gestimmt, gefiel der Hörerschaft außerordentlich. Die Figaro-Ouvertüre, Schuberts „Unvollendete", Bizcts „L'Arlesicnne-Suite" weckten großen Beifall, die abschließende Zigeuncrbaron-Ouvcrtüre gar mußte wiederholt werden. Als Solistin wirkte die heimische Sängerin Ilse Urias mit, deren entzückende Stimme in der Susannen-Arie zur vollen Geltung kam, weniger in zwei Mahlerliedcrn (mit Orchester), die ihr zu tief lafren. — Hermann Scheys Liederabend und Chcmjo W j n a w e r s Chorkonzert vervollständigten den Rahmen der ernsten Musikabende. Unser Theater trat mit zwei bedeutsamen und sehr erfolgreichen Schauspielen auf den Plan. „Menschen in Weiß" von Sidney Kingsley ist ein „Reißer", aber einer mit tiefem Gehalt. Unser Ensemble hatte mit dem Stück schon früher in Breslau starken Erfolg, der ihm auch hier treu blieb. Ihn trug vor allem die großartige Darstellung Prof. Persins durch Julius Köhler und die des Dr. Ferguson durch Fritz Melchior, der damit seine beste Gestaltung schuf. Die weiblichen Hauptrollen waren durch die temperamentvolle Lotte Müller-Oppen heimer reizend und durch Marie-Luise Bruch rührend verkörpert. — „Der Sänger seiner Trauer (Jusi k)" von Ossip D y - mow ist eine Tragikomödie, ein Märchen, Dr. B u x b a u m, der es (wie auch das erste Stück) inszenierte, brachte das Märchenhafte trefflich zur Geltung. Unter den Darstellern ragte als Jusik der hochbegabte Heinz Friedeberg hervor, seine Partnerin Marie-Luise Bruch dürfte in ihrer Darstellung farbiger sein. Köstlich waren die Typen aus dem kleinen jüdischen Leben: Kurt Appel als Hausierer, Erna Cohn-Lorenz als Hühnerfrau, Willy Kruszynski als (allerdings zu pathetischer) Wasserträger, denen ein Großteil des Beifalls galt, an dem auch die übrigen Darsteller und der Bühnenbildner Alfred Müller redlichen Anteil hatten. Der leichten Muse diente der Kulturbund durch einen Abend von Beatricc Freu denthal-Wagh alter, durch einen heiteren Abend „Vorhang auf" mit Max Ehrlich und Willy Rosen und einen Abend der „Jüdischen Kunstlergruppe", benannt „Zweites Bilderbuch". Bei der Chanukkahfcier des Kulturbundes wirkte Rabb. Dr. Nußbaum durch einen tiefgründigen Vortrag und erfreute Erika Michelsohn mit ihrer Tanzgruppe. Dr. Werner Levie sprach über „Theater in Palästina" und Dozent Dr. Arnold B e r n e y an einem vom Kulturbund gemeinsam mit der Franz Rosenzwcig-Gedäclitnisstiftuiig veranstalteten Vortragsabend über den „Antiken jüdischen Staat". Endlich errichtete der Kulturbund gemeinsam mit dem Verein selbständiger jüdischer Handwerker eine Chanukkahmesse — mithin eine Fülle von Arbeit, die in den letzten Monaten geleistet wurde. Rabb. Dr. Max Wiener leitete eine Arbeitsgemeinschaft über „Probleme der Ethik" in der Franz Rosenzweig- Gedächtnisstiftung, Dr. Ludwig Feucht wanger sprach im Zionistisch-Akademischen Klub über „Palästina und Diaspora", und Rabb. Dr. Italiener hielt den ersten der diesjährigen Tcmpclvorträge „Die geistigen Strömungen des 19. Jahrhunderts". Daneben ist noch eine stattliche Anzahl Vorträge, Kurse und Arbeitsgemeinschaften zu verzeichnen, Zeugnis des regen geistigen Lebens in unserer Gemeinde. Leon Kornitzer Ankündigungen aus dem Reich Frankfurt a. M.: Jüd. Kulturbund. Karnmerniu^ikveranstahung des Streichquartetts des Kulturbundes Rhein-Main am 2. Februar, 20 Uhr, im Yereinsliaus, Ksehcrdieimcr Laixl.tr. 27. Die bereits gelöster» Kauen haben Gültigkeit. — Hannover! Jüd. Kulturbund. Am 31. Januar und 1. Februar, Alte Synagoge, 20.15 Uhr: Pergolcsc: „La serva padiona". Odenbach: „Das Madchen von Kluondo". Mitwirkende: Rita Aihw., ilic Ilcncu Pechner, Dresdner und Kahmer. Leitung: Dr. ribz Herein]. — Köln: ZOG. Am 30. Januar: Oneg Schabbat (unter Mitwirkung von Max Koninski, Berlin). Am 4. Februar: Aibeiiskrcis. Heide Veran-tahuiigcn um 20.45 Uhr. Cäcilienstraße 18-22. — Manchem ZOG. Am 4. Februar, 20.30 Uhr, Reslaurartt Schwarz: ürtsgruppenabend: „35 Jahre KKL'', Referent: Dr. Leopold Künstler. — Die neue KKL-Monatswhau. — Wiro: Am 11. Februar, 20.30 Uhr, Restaurant Schwan: Mitglieder-Abend. Familien - Nachrichten Frau Mathilde K i 11 i n g e r, Uppingen (Baden), begeht am 3. Febr. den 80. Geburtstag. Frl. Klara Donnerstag, Unsleben, Un* ertranken, begeht am 2. Februar den 75. Geburtstag. Frau Dina S e e 1 i g, Schlüchtern, Bez. Kassel, begeh* am 31. Januar den 70. Geburtstag. Neue Leitung des Gruppenverbandes Rheinland-Westfalen. Der Geschäftsführer der Kölner Zionistischen Vereinigung, Dr. Fritz Ikenberg, übernahm die Leitung des Zionistischen Gruppen Verbandes Rheinland-Westfalen (Düsseldorf). An seine Stelle trat Dr. Gerhard Buetow. Die von dem jüdischen Lehrerverband In Preußen, Ortsgruppe Berlin, herausgegebenen Lese bogen sind als Ergänzungsstoffe zu den eingeführten Lehrbüchern genehmigt durch den Herrn Staatskommissar der Hauptstadt Berlin mit der Ermächtigung des Herrn Reichs- und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung It. Ver« fügung II B Nr. 1020 36. „Chajenu", das Bundesblatt des Bachad und Brith-Hanoar, Nr. 16/17 Februar 1937, ist dieser Tage erschienen mit Beiträgen von: Josef Burg, Die Situation des Judentums; Mosche Cohn, Chaiuziuth; Hans Heinemann, Unser Weg zum Lernen, Chamischa assar b'schwat, u.a.m. Herausgegeben durch die Südd. Qalilleitung, Frankfurt *. M., Quinckestr« 24.

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