Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 8 (29.1.1937)
- Date
- 1937-01-29
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 6× ep/1047930
- Agen 2× ep/1043981
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Seite 12 JTniSCHf: RUNnSi-HAU Nr. 8, 29.1.1937 Das Neueste in Kürze Gescher, Ejn-Charod und Tcl-Jossef. Von Ejn-Charod hat man neun Apt'etbaumchen gebracht, die wir einpflanzten. Zwischendurch tranken wir Wein und wünschten uns, daß wir bald Wasser finden und Pflanzungen in größcrem Umfange anlegen könnten. Heute hielt unser Zug das erstemal an unserer Siedlung. Viele Chawcrim und Chaweroth stiegen auf. An der Haltestelle ist provisorisch ein Schild „Hassadeh" aufgestellt. In zwei Tagen wird ein festes Schild angebracht. Den Lokomotivführer und den Schaffner begrüßten wir herzlich. Gestern abend hatten wir eine kleine Feier. Es gab viele nette Reden und ein biliehen Wein. Auch getanzt und gesunken wurde ein wenig. Zum Tanzen ist freilich noch kein Platz. Die Freude wurde ein wenig dadurch getrübt, daß zwei Traktoren mit bcladcnen Wagen auf dem Wege steckengeblieben sind, die die ganze Nacht von vier Leuten bewacht werden mußten. Von Heth Schau hörten wir Schreien und Lärmen. Wir bekamen die Nachricht, daß Ikth Schan sich noch nicht über unsere Ankunft beruhigt hat. Die Arbeit geht weiter, neue Wohnbaracken werden errichtet, ein ("hadar Oehel von 5x10 m Ciröße, Küche und .Machsati, 5> 6 m, auf dem Hof ist es wie im Bienenkorb: Hobe! kreischen, Hammer dröhnen, die Traktoren, die gestern steckengeblieben sind, kommen mit ihrer Last an. Der große Traktor von Ejn-Charod hat sie herausgezogen; seiner und seines Fahrers sei in Fhren gedacht. Diese beiden zogen alle Traktoren und bcladcnen Autos aus dem Schlamm heraus. Wir leiden unter Wassermangel. Wir können nicht baden und nichts waschen. Das Trinkwasser ist abgemessen. In einer Worin' wird voraussichtlich Kies ans Haifa nach der nctti n Station viiladen werden. Die Mauer muß unbedingt ausgi fn!lt und die He i e-1; gütigen fertiggestellt werden. Wir Micliten einen i'latz für den Backofen aus. Die Hauptsiiri'i' ist, ob wir mit dir alten Energie weiterarbeiten keimen. Wer weiß, wann wir zu einem festen Haus und zu eiiur Wirtschaft kommen, die uns ernährt. Schlamm und Regen halten die Durchführung unseres Planes auf. Die Arbeit wii I mit Hilfe iler Naehba; kibbu/im ausgeführt. I >oc-h der Mangel auch der geringsten .Mittel hemmt sihr. Alles niul! darangesetzt werden, das, was in die-, n "I agen angefangen ist, auch durchzuführen. Die Regierung bewilligte der Kwu/ah 300 cbm Wasser täglich \<m den 20 000 cbm Wasser l'.etli Schans. Also hat die He ti. tung ernstlich ihre Hilfsbereitschaft gezeigt. Fleute kamen mit jedem Zug Gaste an. Lipski Araber lehnen Einladung zur KönigsKrönung ab Fmin Abd 11 II;ui i, Mitglied des Obersten Moslemischen Rates, der als Vertreter der Araber Palästinas eine Finladung zur Krönung Königs Georg VI. erhalten und zunächst auch angenommen hatte, hat sich unter dem Einfluß des Mufti entschlossen, die Finladung abzulehnen mit der Begründung, daß der Oberste Moslemische Rat deren Annahme als schädigend für die Interessen des arabischen Volkes betrachten müsse. Arbeitsstreit in Tel-Awiw Bei einem Bau in Tel-Awiw sind in letzter Zeit wiederholt 7. u s a in in e n s t 0 ß e vorgekommen, die zu Schlägereien führten; den Anlaß dazu bot die Entlassung mehrerer beim Bau beschäftigter Arbeiter, die Mitglieder der Hisiadruth sind, und deren Ersetzung durch Revisionisten. Der Vorschlag iles jüdischen Bezirkskommissars, den Streit vor ein Schied s g e r i c h t zu bringen, w urde von den revisionistischen Ai heitern und vom Unternehmer abgelehnt. Es besteht die tu fahr, daß der streit an Ausdehnung gewinnt, da bereits zwei weitere l 'nternehmer von den Arbeitern den Ausritt aus der I iisfadnith verlangt und ihnen widrigenfalls mit Lntl.ii.sung gedroht haben. (Palcor.) Tagung der Arbeiterpartei Haifa, 2i. Januar. (Palcor.) In Ilaifa fand in Anvvcscn'ui! von ITH I h. leioei ten und mehreren Hunderten von Gasten, darunter 'der amerikanischen Arbe.terdeleg.ition, eine Tagiiiic des Rates der Arbeiterpartei Palästinas' statt. Auf der 1 oiiiie.ngssit/ung am Freitagabend referierte Mosche Sehe; i<.k über die polnische Lage; danach wurde zu Ihun ,i.,t auicrikanis, In ii Delegation ein Teeabend abgchaltm, an; dun Knplan.-ky eine Ansprache hielt und das MugFcd der .Delegation Schloßberg antwortete. Heute vormittag s-piach Ben Gurion über die gegenwärtigen Ani.Mlau dir Ar!» itvsbewegiing. Fr unterstrich die Hedentt"i;' r Aktion fnr Hilfe und Aufbau, die Notwendigkeit der i'ircisti!!.■ ■!!::;: des l«.l-\wiwer Hafens, sowie der Kons-okd.e .;ti,r und htarkun-.' der Zionistischen Weltorganisation. Die lÜMtüfolgende l)i»kus>ion nahm den ganzen Tag in Anspruch. Englische Arbeiterführer in Palästina Die au, diei Mitgliedern bestehende Abordnung der eng- I i sc Ii e n lau b h ä n g i g c n A r b e i t e r p a r t e i, die seit einigen lagen in Palästina weilt, äußerte sich in Gesprächen mit Vertretern der englischen Presse höchst anerkennend über die jüdischen Leistungen im Lande. Die Mitglieder der Delegation erklärten, daß der Fmek und -die Kwuzoth das Wunderbarste seien, was sie je gesellen hatten; sie wünschten, daß es ihnen möglich wäre, englischen Landarbeitern auch nur eine einzige Kwuzah zu zeigen. Der Tel-Awiwer Hafen Der Hafen von Tel-Awiw mit seinem Landungssteg bestand am Iii. Dezember 103b 221 Tage. Am 22. Mai 1030 wurde er eröffnet. Von diesem Tage bis zum Ende des Jahres sind 36 000 t Waren ausgeladen worden. 120Schiffe legten an der Landungsbrückc an. Im Hafen wurden durchschnittlich -l(K) Arbeiter täglich beschäftigt. Anläßlich einer in Tel-Awiw abgehaltenen Massenversammlung wurde bekanntgegeben, daß die bürgerlichen Gruppen sich bereiterklart haben, 50 000 Aktien der neuen Ausgabe des Palcsfine Marine Trust (Gesellschaft zur Förderung des Tel-Awiwer Hafens) zu erwerben; der Verband der Landwirte wird weitere 30 000 Aktien übernehmen, während andere Rechtsgruppen, einschließlich Misrachi, Allgemeine Zionistcn und Revisionisten, 20 000 kaufen werden. Der Tel-Awiw Marine Trust hat vom High Commissioner eine Mitteilung erhalten, dcrzufolge nach Beratung mit dem Kolonienminister in London beschlossen worden ist, die Anlegestelle in Tel-Awiw auch weiterhin als privates Unternehmen zu betrachten. Politik „Daily Telegraph" meldet, daß die Gerüchte, die Kgl. Kommission werde eine Kanton isierung Palästinas empfehlen, grundlos seien. Das Blatt weiß dagegen zu berichten, daß unmittelbar nach Fertigstellung des Berichts der Kommission der High Commissioner Sir Arthur Wauchopc nach London kommen werde, um mit den zuständigen Stellen die weiteren Entschließungen zu beraten. Seinem Vorsehlag, ein Legislative Council in Palästina einzurichten, werde von offizieller Seite große Wichtigkeit beigemessen, obgleich im vergangenen Jahr im Unterhaus in einer großen Debatte dieses Projekt scharf kritisiert worden ist. Reuter meldet, daß der Emir von Transjordanien beabsichtige, einen Plan zu veröffentlichen, der weitgehend den Forderungen der Araber entgegenkommt. Dieser Plan soll die Abtrennung einer Anzahl arabischer Bezirke von Palästina und ihren Anschluß an Transjordanien vorschlagen. Transjordanien selbst soll ein selbständiges Königreich oder eine Kronkolonie mit autonomer Regierung werden. Die Regierung hat an Flüchtlinge aus Jaffa, deren Häuser während der Unruhen demoliert wurden, Entschädigungen in Höhe von insgesamt £ 6000 für Verlust von beweglichem Eigentum gezahlt. Eine aus den Herren Ben Zwi, Berligne und Dr. Katzen nelson bestehende Abordnung des Waad Leumi hatte eine längere Besprechung mit dem Chefsekretär der Regierung betreffend den Beitrag der Regierung zu den Kosten des jüdischen Gesundheits- bzw. Schulwesens. Die Leiter des Gesundheits- und Frziehungsdepartements der Regierung, sowie der stellvertretende Schatzmeister beteiligten sich an der Besprechung. Terrorakte In Haifa dauert der Terror an. Unter dem Auto eines reichen Landbesitzers, A z i z K h a y a t a; der amerikanischer Staatsangehöriger ist, explodierte eine Bombe; das Auto wurde beschädigt, jedoch niemand verletzt. Zu Reibereien kam es im Hafen von Haifa zwischen Juden, Arabern und Haurancrn. Letztere, empört über die Einstellung von neuen jüdischen Hafenarbeitern, bombardierten die Juden mit Steinen, während die Araber sich auf die Seite der Juden stellten. Nachts wurden zwei Bombenattentate von Arabern verübt. Ein Attentat galt dem Hause des Polizei-Superintendenten Kaiman Cohen in Haifa, wo die Eingangstür zerstört wurde; der zweite einem Kaffeehaus in Jaffa. Verletzt wurde niemand. Konzert Adolf Busch Tel-Awiw, im Januar Adolf Busch gab außer den sechs Konzerten, die er — unter Steinbergs Stabführung — im Lande absolvierte (vgl. den Bericht in Nr. 7 der „J. R.") in Tel-Awiw noch ein Solo-Konzert. Der Ohel-Shem-Saal war überfüllt. Man muß das zur Charakterisierung der palästinensischen Musikbegeisterung, die selbst nach einer so großen Reihe bedeutender Konzerte nicht abflaut, besonders erwähnen. Das Programm des Abends war besonders anziehend. Der erste Teil brachte von Tartini-Kreisler die G-Moll-Sonate („Tcufels-Triller") und die Baehsche D-Moll-Suite, deren vier erste Sätze gekrönt wurden durch die hinreißend gespielte „Chaconne" — Reservat nur der größten Violinisten. Büschs meisterhafte Technik und der warme Ton seiner herrlichen Geige vermittelten fast den Eindruck, als wiederhole nicht er selbst die Baßbegleitung, sondern als sei gleichzeitig ein zweites Instrument zum Erklingen gebracht. Der zweite Ted vereinte Meister der „neueren" Zeit. Max Reger war mit der ,,Arie aus op. 103" vertreten, Robert Kahn mit „molto vivace op. 60 Nr. 4", Otto Novaeck mit einem „Perpetuum mobile" — mit wunderbarer Leichtigkeit und hauchzart interpretiert. Ungarische bzw. slawische Tänze von Brahms (Joachim) und Smetana (Serkin) schlössen das Programm. Der ausgezeichnete palästinensische Pianist Arieh A b i I e a h begleitete diskret und einfühlsam. Der enthusiastische Beifall brach erst ab, nachdem der Künstler zahlreiche Zugaben (Dvorak, Corelli, Bach) gewährt hafte. Manfred Geis Junge Tänzerinnen. Fraglos ist es eine wichtige Aufgabe, in Erez Israel für jungen künstlerischen Nachwuchs zu sorgen. Auffallcnderwcise sind solche Bestrebungen gerade aut dem Gebiet des Biihnentanz.es am ausgeprägtesten. Das Studio von Gertrud Kraus besteht jetzt etwa 1' « Jahre. Im übervollen Saale des „Hatai" zeigten neun junge Tänzerinnen ihr bisheriges Können. Daß hierbei kein Anspruch aut letzte Reife und Vollendung erhoben wurde, ist selbstverständlich. Das Wesentliche ist: fast ausnalunlos sind Ansätze spürbar, die die Beschäftigung mit Tanz rechtfertigen. Wieviele der jungen Damen sich jedoch zu starken künstlerischen Persönlichkeiten entwickeln werden, kann —• wie uns scheint mit einer Ausnahme — noch nicht übersehen werden. Sehr hoffnungsvoll die Jüngste der Gruppe, Pnina S h e v c I o v. In drei Tänzen beweist sie sehr viel Anmut und Ruhe in der Bewegung. Sahava Averbuch, sicherlich begabt, wenn auch noch unausgeglichen, gelingt am besten „Die Gefangene"; sie wäre vielleicht, da mimisch mitunter sehr ausdrucksvoll, für das palästinensische Theater keine schlechte Akouisition. Helen Lind heim beweist viel Phantasie mit der Wahl ihrer Themen; interessant ihr „Gebet um Regen" in orientalischer Manier und stark rhythmisch. Paula Bat-Ami und Sahava Wechseln! an n tanzen mit viel Charme ein graziöses Duett. Das stärkste Talent der Gruppe ist fraglos Paula Padani (eine frühere W'igrnan- Schtilerin). Ihre Technik ist schon heute einwandfrei, die eigene Ausdrucksform unverkennbar. Wunderschön ein etwas exotischer Tanz auf „Soitze", ganz ohne die üblichen Ballettmanicren; ein Tanz „Im sommerlichen Feld" strömt ebensoviel Ruhe aus wie ein „Kricgslied" Temperament. Eine „Horrah" bringt sie ganz leicht, fast schwebend, ohne das sonst charakteristische „Stampfen". Die Damen Kotowitsch, Aryon und Malerowitsch ergänzen die Gruppe, die in Kollektiv-Tänzen sehr disziplinierte, fein durchkomponierte I eisttingen zeigt. Für den sehr ausdrucksvollen „Kctten"-Zy!dus erscheint die Chopin-Musik ein wenig 2U leicht, während Bela Bartoks Komposition einem sehr bewegten und nicht humorlosen „Allegro Barbaro" ebenso gute Untermalung bietet wie Achron-Engel zwei jüdischen Motiven. Auch zwei Palästinenser, Heinz Wohl und Pugatschow, waren — neben bekannter Ballettmusik —■ niveauvoll Nachts wurden von Polizeipatrouillen in Ramallah und Umgebung Waffensuchen durchgeführt, in deren Verlaut mehrere Araber verhaftet wurden. Die Regierung hat eine Belohnung in Höhe von £ 500 für die Ergreifung des Arabers ausgesetzt, der am 22. Januar ein Attentat auf Hassan Scliukri, den Bürgermeister von Haifa, versuchte. Im Zusammenhang mit dem Attentat auf den Bürgermeister von Haifa sind sechs führende arabische Agitatoren, einschließlich des Leiters der Mohammedanischen Jugendorganisation, verhaftet worden. Bewaffnete Araber, die als englische Soldaten verkleidet waren, überfielen vier arabische Arbeiter, die auf Pica Boden bei 'Liberias beschäftigt waren. Die Arbeiter wurden gebunden nach einer Höhle geschafft und dort liegen gelassen, wobei einer von ihnen schwer verletzt wurde. Auf Siedler aus B e t h Alpha, die auf dem Feld arbeiteten, wurden mehrere Schüsse abgefeuert. In der Nacht wurden Bäume ausgerissen. Zwei verdächtige Beduinen sind in Haft genommen worden. In der Nähe der Moschee in Haifa ist Dr. Taha, der Sohn eines bekannten arabischen Nationalistenführers, erschossen worden. Ein In der Nähe stehender Araber wurde verwundet. Die Mörder sind entkommen. Der verwundete Araber Ist später seinen Verletzungen erlegen. Im Zusammenhang mit dem Attentat wurden awel Araber verhaftet. Bei Akko wurde der deutsche christliche Farmer Jakob S p e k e r ermordet aufgefunden. Man nimmt an, daß es sich um einen Raubmord handelt Verschiedenes Bei heftigem Regensfurm wurde Sonntag die Einweihung des nach einem jüdisch-amerikanischen Arbeiterführer benannten Shiplacoff-Waldes in Kfar Hachoresch auf den Hügeln von Nazareth, neben dem Washington-Wald, vollzogen, unter den Anwesenden war die amerikanischjüdische Arbeiterdclegation, deren Mitglieder je einen Baum pflanzten. Außerdem wurde je ein Baum von Berl Katzennelson im Namen des Keren Kajemeth-lHrektoriums und von J. Sprinzak im Namen der Histadruth gepflanzt. Danach wurden im Speisesaal der Kwuzah Ansprachen gehalten. Die Abordnung der amerikanisch-jüdischen Arbeiterschaft wurde vom High Commissioner empfangen. Die arabische Presse veröffentlicht Berichte über die Lage des Hafens in Jaffa, die als überaus prekär bezeichnet wird. Der Zitrusexport hat bisher keine Linderung der im Hafen herrschenden Not gebracht. vertreten. Frau Ester Horenstein besorgte die Klavierbegleitung. Die Kostüme verrieten viel Geschmack. Das Publikum spendete der Gruppe und Gertrud Kraus lebhaften Beifall. Manfred Geis Jerusalemer Kunstberidit Die Steimatzky Oallery zeigt eine überaus bemerkenswerte Ausstellung des seit zwölf Jahren in Jerusalem ansässigen Architekten und Graphikers Leopold Krakauer. Der erste Saal ist dem baumeisterlichen Schaffen Krakatiers gewidmet und gibt durch Photos und Skizzen einen Ueberhlick über das bedeutsame Schaffen dieses Architekten, der als einer der Ersten Wesentliches zur Ausbildung eines spezifisch palästinensischen Baustils beitrug. Besonders interessant sind der Monumentalbau des Haifaer Hoteis „Telsrh- Hotisc", sowie die Gemcinschafts-Eßrättme, die Krakauer für die Kibbu/im Tel-Joseph, Beth-Alpha und De ganiah B schuf. Durch luftschachtarfige Außenfenster-Betonrahmcn gelang es dem Architekten, eine hygienisch bedeutsame Neuerung im palästinensischen Hausbati durchzuführen. Besonders wohltuend empfindet man bei Krakauers Bauten die edle Harmonie der bewußt einfachen Formen, die stets durch Betonung des Sachdienlichen von natürlicher Schönheit sind. Die zwei weiteren Räume der Ausstellung sind dem graphischen Werk Krakauers gewidmet. Mit Kohle, Kreide und Köthel versteht es der Künstler, das karg-heroische Antlitz des palästinensischen Bergiandes mit ungewöhnlicher Eindruckskraft zu schildern. Die sehenswerte Ausstellung wurde durch den Jerusalemer Niederländischen Generalkonsul von Vriesland eröffnet. Die Jerusalemer Buchhandlung „Universitas" zeigt eine Ausstellung illustrierter Bücher. Die Bücher, die sämtlich der umfangreichen Sammlung des bekannten Bibliophilen Dr. Hermann Meyer (früher Leiter der Soncino - Gesellschaft der Freunde des jüdischen Buches) entstammen, sind nach Ländern und Stilepochen gruppiert. Leider kam dabei die Judaica- und Hebraica-Abtcilung ein wenig zu kurz. Besonders hervorzuheben ist ein überaus kostbares Missale Romanum von 1558, eine besonders prächtige Cicero-Ausgabe, Venedig 1505, und eine mit 79 Holzschnitten gezierte Inkunabel, ein arabisches Astronomiebuch des Abu Mana, gedruckt zu Venedig 1490. — F)en Höhepunkt der Ausstellung bildet die vierhiindige Prachtausgabe der berühmten Lafonfaineschen Fabeln mit herrlichen Kupfern nach Gemälden von Oudry, Paris 1755. Sch. Ben-Chorin Symphonie-Konzert der „Haifa Orchesfra Society". Ein« besondere Stellung im Haifaer Musikleben nimmt „The Haifa Orchestra Society" unter ihrem Dirigenten Edgar Behrendt ein. Sie ist eine Vereinigung zur Pflege der Orchestermusik unter Musikfreunden unter Leitung eines Berufsdirigenten und will durch Darbietung guter Orchesterwerke erzieherisch auf dem Gebiete der Musik, besonders auch für die Jugend, tätig sein. Das zweite diesjährige Konzert, diesmal in der Maccabi-Halle, bewies, daß sie der Aufgabe, die sie sich gestellt hat, gerecht wird. Mendelssohns Hcbriden-Ouvertiire, in bezttg auf Technik, Tempo und Stimmung ausgezeichnet wiedergegeben, war eine Glanzleistung der Streicher; Bizcts achtsätzige Arlesienne-Suite gab besonders den Hölzern Gelegenheit, ihr solistisches Können zu zeigen. Besonders zu erwähnen ist Herr Jakobsohn mit seiner Solo-Flöte. Die Hauptnummer des Programms war Schuberts Symphonie Nr. 5. Die Exaktheit der Ausführung, die fein abgestimmte Wiedergabe der einzelnen Sätze, brachten das Werk zu voller Wirkung und trugen dem Dirigenten und seinen Musikern stürmischen Beifall ein. Dem Konzert ging am Nachmittag ein Schülerkonzert mit klassischem Programm voraus, das Dr. Salomon mit einem Vortrag über das Wesen der Orchestermusik einleitete und in dem er den einzelnen Programmnummern kurze Erläuterungen voranschickte. Dr. F.O, Musik und Kunst i