Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1937-01-29 · Heft 8 (29.1.1937) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 8 (29.1.1937)
Date
1937-01-29
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2653625-2653633--30212-2684749
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 8, 29. I. 1937_JÜDISCHE PMNHSCHMI Warum nicht Juden? Auswanderungsproblem und Britische Dominions Bei allen Erörterungen über das jüdische Auswanderungsproblem spielt die Frage nach den T e r r i t o rj c n, die hierfür — abgesehen von Palästina — in Frage* kommen, die entscheidende Rolle. Dabei wird immer wieder darauf hingewiesen, daß verhältnismäßig kleine Bezirke der Welt unter einer um so stärkeren Uel»ervölkerung leiden, während weite Gebiete, ja manche Erdteile fast menschenleer sind, obwohl sie ihren natürlichen Bedingungen nach eine große Bevölkerung ernähren könnten. Dieser Gegensatz, der gc^en die gesunde Logik menschlichen Handelns zu verstoßen scheint, fällt heut utagc besonders auf, da der Ueberdruck in bestimmten Ländern Europas immer dringender nach einem Ausgleich verlangt. Im Englischen Unterhaus sind diese Fragen in den letzten Tagen in den Mittelpunkt der Diskussion gerückt worden. Es wurde dort ein Gesetz in zweiter Lesung erörtert, durch das die Regierimg ermächtigt werden soll, ihre Ausgaben für bestimmte Siedlungszwecke in den nächsten 15 Jahren zu erhöhen, während gleichzeitig die Summe, die für Auswanderungslörderiuig zur Verfügung stellt, von 3 Millionen Pfund auf 1,5 Millionen Pfund herabgesetzt wird. Bei dieser Gelegenheit betonte der englische Dominienministcr Malcolm MacDonald, daß die englischen Dominien nur dadurch fähig weiden könnten, eine größere Bevölkerung zu erhalten, daß sie ihre Industrien entwickeln. Die Dominien würden jedoch in nächster Zeit kaum bereit sein, viele britische Auswanderer aufzunehmen, und Großbritannien werde auch gar nicht in der Lage sein, eine größere Zahl von Auswanderern abzugeben. Die beste Garantie für die Erhaltung der Demokratie im Britischen Empie sei allerdings darin zu erblicken, daß bei der weiteren Entwicklung der Dominien ein großer Teil der dorthin auswandernden Menschen zur „britischen R a s s e" gehöre. Diesen Erklärungen stehen eine Reihe von Verlautbarungen gegenüber, die in der letzten Zeit von Vertretern der Dominien selbst gemacht worden sind. So hat der australische Premierminister Lyons gesagt, Aust a'icn habe keine Existenzberechtigung, solange es sein Land nicht in angemessener Weise bevölkere. Der neuseeländische Premierminister S a v a g c hat angeregt, daß sich eine Konferenz des Empire mit den Fragen der Auffüllung der leeren Räume befassen solle. Der kanadische Premierminister B e n n c 11 wies darauf hin, daß die britischen Dominien nur den 57. Teil der Weltbevölkerung beherbergen, während sie der Fläche nach der ganzen Erdoberfläche umfassen. Schließlich hat General S in u t s vor einigen Tagen in einer an anderer Stelle der heutigen Nummer zitierten Rede in Kapstadt erklärt, daß Südafrika nicht die Meuschcnreserve habe, die notwendig sei, um den Bedürfnissen des Landes zu entsprechen. So ergibt sich also zwischen den Wünschen der Dominien seihst und der Haltung des Mutterlandes im Augenblick eine Differenz, die besonders deshalb wichtig ist, weil man in England zu fühlen beginnt, daß die Sicherheit des Empire von der Auffüllung der leeren Räume abhängt. Es ist gewiß verständlich, wenn man in England sich bemüht, diese Auffüllung besonders durch britische Menschen zu bewirken. Dem steht aber die von MacDonald selbst betonte Atiswanderungsmüdigkcit Englands gegenüber. In einer solchen Situation liegt die Frage nahe, inwieweit nicht allein aus humanitären Motiven, sondern auch aus Gründen der inneren Entwick'ung des Empire die Heranziehung anderer A u swanderergr uppen zweckmäßig ist.- Es handelt sich ja zunächst darum, eine mit dem Schicksal der verschiedenen Dominien und damit des Empire eng verbundene weiße Bevölkerung zur Ansiedlung in Stadt und Land zu bringen. England, das mit der J u d c n s a e h e durch Palästina so stark verbunden ist, sollte den Gedanken ins Auge fassen, den nach neuen Existenzrnöglichkeiten in Uebersce drängenden Einwandern*! gsgesetz in Südafrika angenommen Kapstadt, 27. Januar. (JTA.) Das Südafrikanische Abgeordnetenhaus nahm in seiner Sitzung vom 27. Januar in dritter Lesung das Gesetz, über die Neuregelung der Einwanderung mit 87 gegen 26 Stimmen an. Zusatz- oder Abänderungsvorschläge wurden nicht angenommen. Das Gesetz sieht die Einsetzung eines Ausschusses zur Kontrolle der Einwanderung vor. Das Gesetz wird numrehr noch dem Senat zur Bestätigung vorgelegt. General Smuts für großzügige Einwanderungspolitik Die entscheidende Bedeutung einer den Interessen Südafrikas angepaßten Einwanderungspolitik für die künftige Entwicklung des Landes wurde in einer am 25. Januar in Kapstadt abgehaltenen Kundgebung von dem Justizminister und früheren Ministerpräsidenten General Smuts hervorgehoben. Der Redner trat den Bestrebungen, weiteren Zuzug von Europäern vom Lande fernzuhalten, eitrigen und betonte die Notwendigkeit, die Zahl der europäischen Bevölkerung zu vergrößern und die Tore Südafrikas für eine großzügige Einwanderung offenzuhalten. Südafrika werde in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren nicht nur innerhalb des Britischen Reiches eine erhöhte Bedeutung erlangen, sondern auch im gesamten Weltgcfüge eine wesentlich wichtigere Stellung einnehmen als heute. Es sei vorauszusehen, daß das Land eine Stufe der Entwicklung erlangen wird, die sich heute nur die wenigsten träumen lassen. Die künftige Einwanderungsoolitik, durch die dieser Aufschwung herbeigeführt werden soll, müsse so beschaffen sein, daß das beste M e n s c h c n .in a t e r i a 1 für die Einwanderung ausgewählt wird. Wenn die Zahl der Europäer durch den Zuzug solcher Elemente entsprechend erhöht wird, dann werde den Erfordernissen des Landes Genüge getan werden können. In der maßgebenden Presse Südafrikas haben diese Aeußertingen des jiistizniiuisters lebhafte Zustimmung gefunden. Die „Cape Times" weist darauf hin, daß die durch das neue Einwanderungsgesetz vorgesehene Beschränkung der Einwanderung auf die geeigneten Elemente nur eine, und zwar die negative Seite des Einwanderungsproblems löse. Es handele sich vor allem darum, im Hinblick auf die zu erwartende Entwicklung des Landes den G e s a m t u m f a n g der Einwanderung zu vergrößern. Der durch den Aufschwung des Landes bedingte Zustrom von Einwanderern allein reiche nicht aus. Man müsse sich fragen, ob in fünfzig Jahren eine europäische Bevölkerung von sogar 4 Millionen zur Bewältigung der Aufgaben ausreichen würde, die sich bei der gewaltigen Entwicklung Südafrikas ergeben werden. jüdischen Massen Mittel- und Osteuropas eine Chance in seinen überseeischen Siedlungen zu geben. In der U n t e r h a u s d c b a 11 e selbst ist dieser Gedanke von mehreren Rednern berührt worden. So erklärte der Abgeordnete der Arbeiterpartei Sir Robert Young u. a.: Der Grund, warum die unbevölkerten Gebiete des Reiches nicht so schnell aufgefüllt worden sind, wie dies seinerzeit in Amerika der Fall war, sei keineswegs darin zu sehen, daß es an Menschen hierzu fehlt. Es gebe viele Tausende, die aus Deutschland, Polen, Rußland und anderen Ländern ausgewandert sind und sich gerne in einem Land innerhalb des Britischen Reiches niederlassen würden. Warum werde nicht ein Teil der Mittel der mit Auiwandererfürsorgc befaßten Stellen dazu benutzt, die Ausgewanderten dort anzusiedeln? So könnten z.B. die Juden Heimstätten für ihre Glaubensgenossen etwa in Australien finden. Der Redner g"b in diesem Zusammenhange seiner vollen Sympathie für die Juden Ausdru-k, die in verschiedenen Teilen der Welt in Not geraten seien. Aber im Hinblick auf die Ereignisse in Palästina — eine Unruhe, die vermutlich nicht leicht werde beschwichtigt werden können, in naher Zukunft vielleicht wieder auffl.ini tien und politische Wirren in vielen Teilen des Britischen Reiches und in anderen Teilen der Welt hervorrufen werde — müsse man fragen, warum nicht das jüdische Volk einen großen Teil seines Reichtums benutzen sollte, um neue Heimstätten für seine Glaubensgenossen in Australien zu finden. Es sei sicher, daß sie dort ebenso g'ücklicb, zufrieden und erfolgreich sein würden wie in anderen Teilen der Welt. — Der Abgeordnete B c 11 e n g c r bezeichnete diesen Ausführungen gegenüber Palästina als Vorbild für das übrige Britische Reich. Haben die Mitglieder des Hauses, so fragte der Redner, bei der Behandlung dieses Problems über Palästina nachgedacht? Das Land war völlig entvölkert, jedenfalls gib es sehr wenige Juden dort. Dadurch aber, daß Palästina infolge der Balfour-Deklaration zu einer neuen Heimat für die Juden geworden ist, kam es in den letzten Jahren zur Blüte. Palästina hat anscheinend dieses Problem in weit wirksamerer Weise gelöst, als es für die Lösung der Reichsprobleme hier vorgeschlagen wird. — Soweit Juden in den verschiedenen Gebieten, die in Frage kommen, bereits leben, haben sie in der Tat bewiesen, daß sie fähig sind, sieh in sie einzugliedern und zu einem produktiven Faktor der Bevölkerung zu werden, der auch imstande ist, durch sichtbare Leistungen Einzelner das Gemeinwohl zu fördern. In Kanada leben bisher 155 0!X) Juden 1,6 "o der Bevölkerung, in Australien 23 000 luden ~ 0,4 <S in Neuseeland 2500 Juden =-= 0,2 «o, in Südafrika SD 000 Juden 1,1 o/o der gesamten bzw. 4,4 n,'a der weißen Bevölkerung. Leider scheint sich in einem dieser Dominien, nämlich in Südafrika, die Tendenz durchzusetzen, die Aufnahme von Juden, insbesondere aus Deutschland, zu erschweren. Dafür jedoch könnten ohne Zweifel bei gutem Willen aller Beteiligten in anderen überseeischen Dominien neue Möglichkeiten der Einwanderung erschlossen werden, die nicht nur dem jüdischen Volk in seiner gegenwärtigen Notlage dienen würden, sondern das Bedürfnis der Dominien nach Vermehrung ihrer Bevölkerung stillen und zugleich das Britische Emnirc stärken könnten. Wenn es wirklich darauf ankommt, die „'eeren Räume" aufzufüllen, so wären jüdische Einwanderer als ein arbeitsames, intelligentes und hochzivi- Hsiertcs Element hierfür besonders prädestiniert. Wir fragen daher die englische Oeffentlichkeit und die maßgebenden Instanzen des Emnirc selbst: Warum nicht Juden für diese große und schwere Aufgabe? Die Regelung des Sandschakkonfliktes Von unserem Berichterstarter » K. Paris, im Januar Nachdem die Verhandlungen zwischen Frankreich und der Türkei erneut kurz vor dem Abbruch gestanden hatten, ist es den energischen Interventionen Englands und der Balkanentenfe gelungen, noch in letzter Stunde eine Beilegung des Konfliktes auf der Genier Völkcrbitndstagung zu erreichen. Zwischen Frankreich und der Türkei ist ein prinzipieller Akkord über die Regelung der Sandschak-Frage zustande gekommen, dem auch die Vertreter des neuen syrischen Staates zugestinmt haben. Wenn auch noch einige Differenzpunkte zu regeln sind, so haben do:h nach den vorliegenden Mitteilungen sowohl Paris wie Ankara der neuen Regelung zugestimmt. Der französisch-türkische Akkord kommt den türkischen Wünschen einer politischen Unabhängigkeit des Sandschaks von Alcxandrette sehr weitgehend entgegen, hält aber doch gleichzeitig die Einheit des syrischen Staatsgebietes aufrecht. Der Sandschak bleibt innerhalb des syrischen Staatsverbandes, und die svrische Regierung vertritt den Sandschak in allen auswärtigen Beziehungen. Der Sandschak gehört dem syrischen Zoll- und Währungssystem an. In seinem inneren Regime ist dagegen der Sandschak völ'ig autonom, er erhält sogar ein eigenes Parlament. Die Kontrolle der Autonomie des Sandschaks soll durch einen vom Völkerbund einzusetzenden Oberkommissar französischer Nationalität überwacht werden. Der Völkerbund garantiert das neue Sandschak-Statut, wahrend gleichzeitig die Integrität des neuen syrischen Staatsgebietes durch Frankreich und die Türkei garantiert werden. Die Regelung der Beziehungen zwischen dem syrischen Parlament und dem des Sandschak bleibt diesen Körperschaften seihst überlassen; man nimmt an, daß sie sich für die Form der gemeinsamen Delegationen nach dem Vorbild der Parlamente der alten österreichisch-ungarischen Monarchie entscheiden werden. Wie weiter mitgeteilt wird, werden auch die wirtschaftlichen Interessen der Türkei im neuen Sandschak- Tcrritorium gesichert werden, indem die Türkei eine F r e ihafen^one im Hafen von Alcxandrette erhält. Die hauptsächliche Schwierigkeit bestellt zur Zeit noch in der S p r a - cheji frage, da die türkische Delegation nach wie vor die Anerkennung des Türkischen als einzige Landessprache im Sandschak fordert. Da die Türken nur eine 40 »oige Minderheit der Sandschakbevölkerung darstellen, wird diese Forderung Seife T Unterricht und Offenbarung Rabbi Jehoschuo ben Lewi segle: Wer den Sohn seines Sohnes Tora lehrt, dem schätzt die Schritt es gleich, als hätte er sie selbst vom Berge Sinai empfangen; denn es ist gesagt: „Gib sie zu kennen deinen Söhnen und den Söhnen deiner Söhne" (5. B. M. 4, 9) und dem folgt: »Des Tags de du standest vor SEINEMI deines Gottes Antlitz am Choreb . . ." (Vers 10). b. Kiddmchin 30 a Uebers. v. N. N. Glaizer von Frankreich abgelehnt. Man nimmt an, daß man sich auf zwei gültige Landessprachen: Türkisch und Arabisch einigen wird. Trot/dem die Verhältnisse im Sandschak von Alcxandrette wesentlich anders gelagert sind als in Palästina, so ist seine friedliche Regelung im Rahmen des Völkerbundes nichtsdestoweniger von erheblicher Bedeutung auch für das jüdisch-arabische Problem. Die Lösung des Satidsehak- Konfliktes zeigt, daß sich die Beziehungen zwischen zwei Völkerschaften innerhalb eines Staatsgebietes keineswegs auf die sterile Feindschaft beschränken mausen, die die arabischen Führer in Palästina als einziges Mittel zur Lösung der Gegensätze in Pallistina anseilen, sondern daü produktive Lösungen mögüch sind, die der Bcsondet heil der Kevölkerungsfragen im Vorderen Orient gerecht werden. Polnische Probleme Die Reorganisation des Regierungslagers Die Pläne für eine Reorgaiiisilion des Rcgienmgslagcrs in Polen scheinen m ein eniseh" elendes Stadium getreten zu sein. Oberst K o c, der mit die-cr Reorganisation beauftragt ist, besuchte in der vergangenen Vi oche Marschall U y d /. - S in i g I y in Zakopane und ers.atSeie ihm Beliebt. Der Marschall kehrte daraufhin nach Warschau zun:.-;., was in Verbindung mit der bevorstehenden Bekanntgabe der neuen) Organisation der Rcgiei ungsanh.mger i.i Ve nudinir1 gebracht wird. Es heißt, daß auch inner h.t:i> der Rei ruug im Verlaufe lies Monats I ebruar Ye: iimlcruncen vorkommen sollen. Insbesondere wird behauptet, daß der » »berst M i e d z i n s k i, der I iihrcr des Re ,ici ung-lMc ks im Sc im und (.heu edakteur der „(iazeta Polska", 1 n n e n minist e r werden soll. (Obeist Miedzinski hat vor kurzem in einer Rede im Sejitft die Evakuierung der tJ Millionen polnischer Juden empfohlen. — Vgl, „Jüd. Rundschau" Nr. 4.) Gegen Zuzug nach Warschau Im Innenministerium in Warschau wird gegenwärtig ein Gesetzentwurf ausgearbeitet, wonach der Zuzug aus der Provinz nach Warschau in Zukunft gewissen Beschränkungen unterliegen soll. Dieser Zuzug soll nur erlaubt werden, wenn die betreffende Person entsprechendes Kapital zur Verfügung hat oder einen höheren Bildungsgrad und Fachkenntnisse aufweist, so daß sie nicht der Stadt zur Last fallen wird. Wenn dieses Gesetz angenommen werden würde, so würden davon stark die klcir.cn jüdischen Existenzen in der Provinz, betroffen werden, die dort ihre Erwerbsmöglichkeit verloren haben, und denen als einziger Ausweg eine Niederlassung in Warschau bleibt. Polnische Armee und Juden Bei Behandlung des Budgets des Kriegsniinisteriutns in der Budgetkommission des Seim führte der jüdische Deputierte M i n z b e r g ans: Wir Juden haben uns veranlaßt gesehen, bei Behandlung des limlg,'s jed<s Ministeriums unsere Einwendungen vorzubringen, weil wir überall benachteiligt werden. Bei Behanil'ung des Budgets des Kri. csniinistcriimis wollen wir wetler Einwände erheben noch Kniik üben; die Armee hat sich von gewissen Einflüssen, die man jetzt in der (icscl'schaft spielen lälit, fernzuhalten gewußt. Wir Juden nehmen eine positive Haltung zu d c r A r in e e ein. Die Hochschulunruhen Der Rektor der Warschauer Universität, Prof. Dr. An« toniewiez, empfing eine Abordnung der jüdischen Studentenschaft, die Maßnahmen gegen die judenfeindlichen Hochschulunruhen forderte und gleichzeitig erkiiutc, daß die jüdischen Studenten auf keinen lall einer „Ghetto- Sitzordnung" zustimmen könnten. Der Rektor ci klarte, die Einführung einer solchen Sitzordnung komme nicht in 1 i.ig'e. Er werde gegen die Urheber von Exzessen aufs schärfste vor-, gehen und zur Sicherung der Ruhe eine Ordnungswache einführen. Die Universität Wilna wurde am 27. Januar wieder eröffnet. In der Warschauer L a n d wirtschaftlichen Hochschule überfielen die Nationalisten wahrend der Vorlesung des Dekans der Gärtner-Fakultät, Prof. Korccwski, die im Saale befindlichen dt ei Juden, schlugen sie blutig und zerrten sie zum Saal hinaus. Schließlich warten sie sie die hohe Treppe herunter. Pogromführer im Konzentrationslager Gemäß der Ankündigung des Mini. terpr. siJenteu, daß die Urheber der ari'ijüdischcti Exzesse zur schärfsten Verantwortung gezogen werden, nahm die politische Polizei neue Verhaftungen unter den .Mitgliedern der nationaldemokratischen Partei im Bezirk Wysokie-Mazou ieckie, der vor kurzem Schauplatz von blutigen antisemitischen Ausschreitungen war, vor. Zehn bekannte Mitglieder und Leiter der Bezirk.sorganisaiion der nationaldeinokratischcn Partei in diesem Bezirk wurden in das K o n z e n t r a t i o n s 1 a g e r in Bereza Kartuska, £0 Mitglieder in das Untersuchungsgefängnis in L o in z a eingeliefert. Transfer-Abkommen Polen — Palästina Das Polnische Verrechiiutigsiusfitut, das für den Abschluß von Clearing-Abkommen zuständig ist hat den Entwurf für ein Transferabko in in e n z w i s c h e n P o I e n u n d P a- I ä s t i n a nunmehr gebilligt. Das Abkommen soll bereits in der zweiten Hälfte des Februar in Kraft treten und den gesamten Import und Export zwischen beiden Ländern, alle Geldtransaktionen und den Transfer der Vermögen der Kapitalistenauswanderer aus Polen erfassen. II Winfer-Sdiln^-Verkaul g£ II 4 i

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.