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Jüdische Rundschau · 1937-01-26 · Heft 7 (26.1.1937) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 7 (26.1.1937)
Date
1937-01-26
Page
– (sequence 10)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU BERLINER RUNDSCHAU Nr. 7, 26. JANUAR 1937 Ostjüdische Kleinkunst Der Bezirk Zentrum-Nord der BZV. veranstaltete in den Musiker-Festsälen einen Theaterabend, der einen ungemein starken Besuch angelockt hatte. Es gab in der jiddischen Originalfassung „Jankel der Fuhrmann", Lebensbild aus dem Ghetto von einem wohl etwas verschollenen M. Richter. Ein Stück, das es überall gibt, wo Dialekt gesprochen und ein engeres volkhaftcs Milieu gepflegt wird: Treue Liebe Schenkungen und Neuerwerbungen Neue Ausstellung im Berliner Jüdischen Museum Das Jüdische Museum bietet diesmal eine Ausstellung: Neuerwerbungen und Schenkungen. Radierungen: von Josef Israels ein kleines Madchen mit einer Kiepe mit dem Ausblick auf die unendliche Weite des Meeres; von Camiilo Pissaro „Frauen bei der Ernte"; von Emil Orlik ein feiner Frauenkopf. Von Lilien als Geschenk seines Sohnes Otto Lilien die Radierung: ein bucharischer Jude; von W o I f s f e 1 d u. a. sein Sclbstporträt am Zeichentisch, das Bildnis eines geistigen Menschen, die Altneuschul in Prag, dunkel, von Mystik umwittert, eine Lithographie von G i m - pel, in ähnlicher Stimmung ein asketisches Selbstporträt von Ludwig M e i d n c r, eine Zeichnung aus der Epoche seiner expressionistischen Porträts und Landschaften. — Ein Thoravorhang aus Gersfeld vom Jahre 1728 in hellem Blau und prächtig gestickt, eine schöne gestickte Decke des Vorbeterpultes aus der Synagoge von R 6 gasen sind Geschenke, ebenso wie der Haus-1 horaschrank, der außen ein Schrank Von B u d k o die bisher noch nicht gezeigte Radierungenfolgc zum „Rabbi von Bacharach". Ein Gegensatz dazu ist das tänzerisch beschwingte moderne Bildwerk von Leon Bäk st. Die farbigen Lithographien zum Ballett „La belle au bois dormant" zu Tschaikowskys Musik. Asiatische Pracht und moderne Stilelemente, impressionistische Artistik und expressionistischer Formenausdruck bilden ein sehr lebendiges, farbenstarkes Werk. Sehr interessant sind die Motivgieichheit und Ausdrucksverschiedenheit bei Michael Fingesten und Robert Ocnin zu beobachten. Das Motiv heißt Mutter und Kind. Qenins Zeichnung der Mutter erinnert an die Harte von Daumicr in den scharf gezeichneten Zügen des Profils, das Kind an den konventionellen Ausdruck alter Pietabilder. Fingestens farbige Lithographie ist ganz in weichen Wellenlinien, in Natürlichkeit, dem Gefühl mütterlicher Sorgfalt hingegeben, ein fließendes Grün mit warmem Braun tönt das Blatt, dem die Stilisierung nur den Rahmen gibt. Aus „Jankete der Fuhrmann" Von links nach rechts: Hoc her (Wind) — Cham Joi (Lateiner) Bert Weinstein (.Wendelsohn) — Chawetc (Frau Fichtclberg) Jankeie (Wittelsohn) — / uberle (trau (i. Baum) I-oto: Herbert SonnenMd eines jungen Paares, dagegen Kabale, teils aus ücklintcressen, teils durch eine bosc Stiefmutter, und schließlich glückliche Vereinigung. Lmige Darsteller haben zweifellos schon eine Vergangenheit auf der jüdischen Bühne hinter sich, so die scharf charakterisierte böse Alte von Frau G. Baum, der sehr piihlikuuissichcre Diener und Spaßmacher von S. 1. a t e i n e r und die überaus fein geschliffene Figur des unvermeidlichen Schadchen von 1. Herz (Mellit/er). Die Rolle des väterlich gerechten Fuhrmanns und die Spielleitung hatte M. Wittelsohn, in seiner Spielleidenschaft auch mit einem Pathos begabt, ven dem er seinen Laienzöglingen noch etwas abgehen konnte. Der Beifall war überaus stark in diesem Parkett, das einen unmittelbaren Gefühlszusammenhang mit der Bühne hat. Das 1 heater und gerade die Laienbühne hat auch bei bescheideneren ki-nsder.. eben Ansprüchen eine wertvolle Aufgabe; es gibt kein Zusammenwirken, das sozial und ethisch stärker bindet. Zu einer ehrenvollen Wiederholung brachte es im Brüdervereinshaus das gut eingespielte Studio des Bezirks Friedrichshain der BZV. mit der übermütigen und zugleich treffenden;!? * ^■"J--"'--,;" z$i>-*:' . :. ^V-v->v< »>;2i- ^zthWy Peter Fingesten: Dcborah E. M. Lilien: Bucharischer Jude Anita Ree: Porträt (rechts) ist und innen einen schönen Thoraschrein aus der Biedermeierzeit enthält, einfach in der Form und schön in hellem Holz mit zwei Säulen. Erinnerung an die Ahnen-Ausstellung weckt das Jungmädchen-Pastcll von Wilhelm Henschel und das Skizzenbuch von Julius Moser, ein Geschenk von Eduard Oppenheim. Es zeigt nur wenige Seiten schöner sorgfältiger Porträtzeichnungen, begonnen mehr in gutem Vorsatz, „vor seiner Abreise nach Paris" im Juni 1837. In derselben Vitrine sieht man eine Lithographie der Rachel neben Werken unserer Zeit. Von Lesser Ury eine Bleistiftzeichnung und Pinselzeichnungen, Zeugnis seiner virtuosen Art zu sehen, und ganz lyrisch einen Lautenspieler. Kotoi: Herbert Sonnenfcld Modern und schön zugleich ist ein reizendes Pastell von Bato. Format ganz klein. Hellblauer Himmel, davor in Reliefart zwei Kühe, ein paar Bäume. Batos Malerei ist griechische Augcnlust, im Gegensatz zu Spiros geistiger Malerei und Meidners Mystik. Das Wichtigste aber ist das große Geschenk der Gemälde, Zeichnungen und Aquarelle der Malerin Anita R i. e aus Hamburg. Sie war eine große Malerin. In jedem Bild, in jedem Blatt zeigt sie sich ganz in sich geschlossen, ein ganz einmaliger Stil. Es sind allerdings Arbeiten der letzten Epoche (sie lebte zuletzt in Italien und starb dort durch Freitod 1933). Aber dieser Stil ist so sehr Ausdruck dieser Mascha Benjakonski, die mit ihren Liedern großen F.rfolg erzielte f <-.:<,: \r,hit Operettenparodie „Der Prinz von Flaskedrige" Tunkeier in der Regie von Nikolai Eljaschoff, der auch volkstümlich verbreitete jüdische Schwanke vortrug. Freilich, nur wer die 'naiven und primitiven Operetten des jiddischen Theaters, die seit Goldfaden kaum eine Entwicklung durchgemacht haben, kennt, konnte den treffsicheren Humor dieser Parodie ganz genießen. Die spritzige Laune der gut durchgearbeiteten Aufführung teilte sich rasch dem Publikum mit. Eine verständnisvolle Anleitung zu dem besonderen Genuß von jüdischem Humor hatte Leo Hirsch vorausgehen lassen. Der milderen Note von Mascha Benjakonski s zartem Sopran waren jüdische Volkslieder anvertraut. Diese Sängerin mit ihrer beseelten, wohlklingenden Stimme und dem geschmackvollen, kultivierten Vortrag, die hier zum erstenmal vor ein größeres Forum trat, war die eigentliche Ueberraschung des Abends. Sie wurde stürmisch bejubelt, ein wohlverdienter Erfolg. Erwähnenswert bleibt lsniar Weiß mit einer Klavierbegleitung, die schon mehr Führung an Stelle eines Dirigenten war. A. E. Veranstaltungen der Bezirke und Gruppen der BZV Wilmersdorf Mittwnrh. c'rn 27. Jnnmu. y.3(l Uhr Ttnnn-CI.il>, Kmirmllrt •»V V Dr. Martha Wertheimer: „Bücher, die un» helfen" Herbert Grünbaum (Rezitation) Guittav Sabei (Klavier) WIZO Donnerstag, dm 2$. ]annnr, 20 Uhr Lnqfnhntt'., K ieistslr. Chamiscfra amar b'nchwat-Feier, «,, Anzeige BZV DiensttiQ, (tm 2. Februar, J^'.30 Uhr Lngenhau*. K'h t's'sfraße Ui Erste Kundgebung: der BZV, *. Anreise Zentrum-Nord f)r>nngrst(nt, den 4. Ftbrnor, 20,.% Uhr Afust ke'-F*\<t;iilr, Kaiser- M'tlhtlm-^tt. 31 Kunttsjebun^i A'ur.^ Näher.'* uhrr aile Veranstaltungen erfahren Sie jederzeit durdl die Berliner ZlonlatischeVereinlaung.BeriinWlS.Melnekeetr.tO/Tel.: Jl 903!, Apparat79 Donnerstag, 4. Februar, 20,30 Uhr Musiker-Festsäle, Kaiser-Wilhelm-Str. 31 Dr. JOACHIM PRINZ Dr. DAVID SCHLOSSBERG Die Königliche Untersuchungs- Kommission — Der Kampf um unser Recht BERLINER ZIONISTISCHE VEREINIGUNG Baiirk Zentrum-Nord w nns» HIBRXISCM PUR JIDIRHANN I.ehrf.ni; 1 : RM 9.40 Lehman? 2 : RM S.90 Zu beiieh. durrh d. Buchhand. od. je jenVoreirwend. tuzügl. je 15 Rpf. Porto direkt beim Verlag Jüdisch« Rundachau, O. m. t>. H., Barlin WIS, Melnekeetr. 10 JÜDISCHER KULTURBUND BERLIN E.V. Wegen des außerordentlichen Erfolges Montag» den 1« Februar, 20.1 S Uhr im Kulturbund-Theater, Kommandantenstr. 57 einmalige Sonder-Veranstaltung Menschen in Weiß Schaujpie! in 3 Akten von Sielney Kingiley Imz.i Man« Buxbnum Bühnenbild und te*n, Leitung■ Han» Sondhaimar Outschein* zur Verlosung RM 1,75 » Eintritt nur für Mitglieder, Abweduler und Abonnen en dei Kulturbundes gegen Vorzeigung der Mitgliedakorte Vorverkauf: Philo-Verloq, PoriierStr. 44 j ZohliteMei AtchafferburgerStr.18 j Hirichfeld, Jagowjtr. 44i Poppelauer, Neue Friedriehatr. S9; Kedem, Dahl. mannstr. 8; Mitgliederbüro, Kommandantenstr. 57, und an der Abendkasse R-Karten haban kein« e ü I t I g k I t l Zur Erleichterung unaerar Freunde in Qroß-Berlin haban wir neben unaeren Anzeigen-Annahme-Stallen M e i n e kestr aße 10 in unserem Varlagahauaa SchUtzensfraße 52 unweit Jerusalemer StraBe Neue Friedrichstr. 59 Buchhandlung M, Poppelauar Neukölln,Sanderstr, 24 am Kottb. Damm bei M. Badaach noch einen Sonderschnei.dienst für Familiennachrichten und Gelagenheitsanselgen geschaffen. Auf Anruf 919031, Apparat 89, werden Sie sofort besucht und fachkundig beraten. JÜDISCHE RUNDSCHAU Anzeigen - Verwaltung KieinkunsthUhne maxehrucJi SCHUMANNSAAL, lützowstr. 76 (Magdeburger PI.) JÜDISCHER KULTURBUND BERLIN E.V. man Ehrlich Januar 31 Sanntag 8.30 Uhr beehrt sich darzubieten: (Die Vorstellung am Sennabd., dem 30. Jan., fallt ous. Galtste Karten werden umgetauscht) Essig und Oel Musikalisches Lustspiel in 7 Bildern von Geyer und Frank Musiki Robert Katscher mit Camilla Eisner (Spira)u Max Ehrlich u... Ordi.: Die Kleinkunst - Sechs. Reglet Max Ehrlich. Musikal. Leitung i Werner Boer. Ausst. > Heinz Condell. Techn. Leitung i H. Sondheimer Vorverk. d. Karten v. RM l - 4 bei Philo-Verlag, Pariser Str. 44, Zeitungsstand Im Cafe Leon,Kurtürstend.155 (J7 4229), Kulturb.-Theater, Kommandantenstr.57 (A77735) Eintr.». f. Niehtmitgl. d. Kulturb. m. d. neuen Reichsverbandsk. (audi a. d. Abendk. erh.) Donnerstag, 28. Jan., 20 Uhr, Logenhaus, Kleiststr. 10 Chamfsdia assar b'sdiwal-ftier Ansprache: Rabbiner Dr. Nussbaum Kinder der Theodor-Herzl-Schule spielen die Kinder-Symphonien von Joseph Haydn Unkosten- Symphonie mit dem Paukenschiao; von Joseph Haydn beltnj 40 Rpf, 2 hebräische Lieder zu Chamisdia assar b'schwat WIZO sremeinkm mit dem KEREN KAJEMETH LEJ1SRAEL Aerztogesellschaft fDr Palästina d. Berliner Zionistischen Vereinigung gemeinsam mit der Gosundheitsverwaltung der JUdischen Gemeinde Berlin Wissenschaftlicher Abend Dienstag, den 2. Februar, 9XJ.30 Uhr, Loganhaus, Barlin W, KlaletatraSo 10 „Der Wert des Kaliumpermanganats fOr die In Palästina übliche Desinfektion von Vegetabllien" Ret,: Prof. Dr. E. Sallgmann „Tod u. Todesursachen unter den Berliner Juden" nach Erhebungen von Dr. Frani Goldmann und Or, Georg Wold Ref.: a) Prof. Dr. E. Sallgmann: .Auagangepunkt u. Zielsetzung' Ref.: b) Dr. O. Wotff: „Ergebnisse"

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