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Jüdische Rundschau · 1937-01-22 · Heft 6 (22.1.1937) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 6 (22.1.1937)
Date
1937-01-22
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Der Monat Schwath wurde in ganz Palästina zum „Monat der nationalen Steuer" proklamiert. Dieser Monat soll der Propaganda, Aufklärung, Erziehung und der Entgegennahme von Zeichnungen für den Keren Hajessod für das neue Jahr dienen. Alle Parteien, Föderationen und zionistischen Verbände stellen sich in den Dienst dieser Arbeit. Zu Monatsbeginn erschienen in allen Zeitungen Aufrufe mit den Unterschriften aller Parteien. In kurzen Zügen wurden die Leistungen des Keren Hajessod dargestellt und für die Erfordernisse des neu zu Leistenden mahnend an den jischuw appelliert. Es folgten große öffentliche Kundgebungen in Tcl-Awiw, Jerusalem, Haifa und einigen Mosehawoth. Auch diese Versammlungen vereinten alle Strömungen innerhalb der Zionistischen Organisation, indem alle Parteien Sprecher zur Verfügung stellten. Die große Versammlung in Tel-Awiw nahm einen etwas stürmischen Verlauf. Seit 1933 war es wieder das erste Mal, daß eine nationale Kundgebung durch Störenfriede beeinträchtigt wurde und vielleicht zur Sprengung gebracht werden sollte. Einige Gruppen junger Revisionisten hatten sich im Saale verteilt und begannen bei der Ansprache des Vertreters der Arbeiterschaft, Harzfeld, mit lärmenden Zwischenrufen, um ihn am Reden zu hindern. Es gelang erst, eine gewisse Beruhigung im Saale zu schaffen, nachdem man einem Vertreter der Betarim Gelegenheit gegeben hatte, von der Tribüne aus mitzuteilen, daß der Betar als zionistischer Jugendverband von der Exekutive eine ordnungsmäßige Zuteilung von Zertifikaten verlange. Obgleich diese Versammlung wahrlich nicht die richtige Adresse für eine solche Forderung war, hatten Leitung und Teilnehmersehaft ruhig die kurze Rede zur Kenntnis genommen. Trotzdem gingen die Zwischenrufe weiter. Dabei zeigte sich, daß der Vertreter des Hetar, der sich mit dieser Demonstration zufrieden geben wollte, über seine eigenen Leute keine Macht hatte. Erst nachdem Polizei im Saale erschienen war und die Ruhestörer entfernt hatte, konnte die Versammlung in würdiger Form fortgesetzt werden. Als nächste öffentliche Kundgebung ist ein „Oeffentliches Gericht gegen den Steuerverweigerer" geplant. Die Leitung will es dieses Mal keineswegs bei diesen öffentlichen Aufrufen und Kundgebungen bewenden lassen. Neben dieser extensiven Arbeit, die sich an das breite Publikum wendet, geht eine intensive Arbeit einher, die in den Verbänden und Vereinen geleistet wird. Es handelt sich dabei um Vorträge und Schulungskurse. Auf diesem Wege will die Leitung des Keren Hajessod den Kreis der ehrenamtlichen Mitglieder erweitern und erziehen. Die Mitarbeiter, die sich aus allen Kreisen des Jischuw zusammenfinden, sind in einem „G'dud ha Askanim" vereint. Dort finden regelmäßige Beratungen über den Gang der Arbeit und über die Art der Propaganda statt. Die Leitung legt außerdem in diesem Jahre besonderen Wert darauf, die Jugend propagandistisch, erzieherisch und mitarbeitend zu erfassen. Es kann gar nicht genug betont werden, ein wie dankbares Arbeitsfeld die Tätigkeit unter der Jugend sein kann. Der Keren Kajemeth hat es verstanden, diesen Arbeitszweig zu pflegen, und es ist rührend, wie in den untersten Klassen der Schulen und in alien Gruppen der Jugendbewegung die Jüngsten mit dem Werk der Erlösung des Hodens verbunden sind. Diese Popularität fehlt dem Keren Hajessod heute noch, und er sollte in großzügiger Weise sich dieses weiten und dankbaren Arbeitsfeldes annehmen. Der Weg in die Familien kann über die Jugend gehen! So will sich der Keren Hajessod in diesem Monat auch nicht nur in vielen großen Jugend Versammlungen an die buntlisch organisierte Jugend wenden, sondern es werden S c h u 1 z e i t u n g e n in den Schulen eingerichtet werden. Die Ausschmückung dieser Schulzeitungen werden die Kinder in einer besonderen „Keren Hajessod-Ecke" selbst vornehmen. Für den Abschluß des Monats der nationalen Steuer sind Veranstaltungen geplant, an denen die palästinensischen Kun stier mit besonderen Darbietungen beteiligt sein werden. Der Monat der nationalen Steuer gibt auch der deutschen Abteilung des Keren Hajessod die Möglichkeit, ihre Arbeit zu intensivieren. Es wurde bei dem Bericht über die Jahreskonferen/ des Keren Hajessod bereits betont, daß diese Abteilung die in Deutschland bewährten Arbeitsmethoden hier weiterzuführen bestrebt ist. Der bisherige Erfolg gibt ihr das Recht, an diesen Methoden festzuhalten und sie weiter auszubauen. Im Jahre 5696 betrug der Anteil der deutschen Abteilung des Keren Hajessod zirka 23!>.i der eingegangenen Zahlungen. In diesem Monat finden in allen Städten Palästinas in allen Kreisen der jüdischen Einwanderung aus Deutschland in Privathäusern Zirkelveranstaltungen statt. Bei diesen Abenden wird über aktuelle Fragen referiert, so daß alle diese Veranstaltungen einen zionistisch-erzieherischen Zweck erreichen. Die aktiven Mitarbeiter in Tel-Awiw sind darüber hinaus in einem Aktivkreise vereinigt, wo spezielle Probleme der nationalen Kolonisation behandelt und Erfahrungen der praktischen Arbeit ausgetauscht werden. In diesem Monat wird außerdem die Hitachduth Olej Germania all ihre Veranstaltungen der Parole der „Nationalen Steuer" widmen. Daß die aktiven zionistischen Kräfte der jüdischen Einwanderung aus Deutschland sich aber nicht mehr nur auf die Arbeit in den eigenen Reihen beschränken, zeigt die Teilnahme von Dr. A. Landsberg bei der öffentlichen Kundgebung in Tel-Awiw, und von Jenny Blumenfeld bei der großen allgemeinen Versammlung in Jerusalem. Dr. Landsberg-war der Sprecher der Allgemeinen Zionisten Gruppe A., und Jenny Blumenfeld sprach werbend als Vertreterin der „Wizo". _ Werner Bloch Das Mitteilungsblatt der Stadt Tel-Awlw (Jedioth Iriath Tel-Awiw) widmet seine neueste Ausgabe (Jahrgang VII, Doppelheft 5 6) dem Andenken des verstorbenen Bürgermeisters Dizengoff. Das Heft enthält eine vollständige Chronologie des Lebens Dizengoffs sowie den Bericht über seine letzte Krankheit und bringt die Trauertage nach seinem Tode wieder in lebhafte Erinnerung. In zahlreichen Aufsätzen wird dann das Wirken des Verstorbenen geschildert. Eine Presse-Hebersicht bringt die Nachrufe der palästinensischen Blätter sowie der wichtigsten jüdischen Zeitungen des Auslands (darunter der „Jüdischen Rundschau" vom 25. und 30. 9. 1936), ferner Berichte über die verschiedenen Traucrversammlungen und eine ganze Reihe von Acußcrungen Dizengoffs aus verschiedenen Zeiten seines Lebens. Schließlich wird noch eine große Zahl von Kondolenzschreiben veröffentlicht. Das Neueste in Kürze Ein britischer Polizist wurde nachts im arabischen Viertel Safeds von Arabern überfallen, die ihn schwer verletzten. Mehrere Juden wurden mit Steinen beworfen. Nachts fand ein Zusammenstoß zwischen bewaffneten Arabern und einer Polizeistreife bei Nablus statt. David Hainaitii, der am 6. Januar bei Chedera von drei Arabern überfallen und schwer verwundet wurde, ist seinen Verletzungen erlegen. Er hinterläßt eine Frau und sieben Kinder. Aus arabischen Quellen wird berichtet, daß eine Konferenz von Vertretern der arabischen Dörfer im ganzen Lande demnächst in T u I k e r e ni stattfinden wird. Zweck der Beratung ist die Schaffung einer offiziellen Vertretung der Bauern innerhalb des Obersten Arabischen Komitees, dessen Politik mit wachsender Unzufriedenheit beobachtet wird. Einer Meldung der Jaffaer Tageszeitung „AI Difaa" zufolge soll der Rebellenführer Fauzi el Kaukji als einer der ersten der von der französischen Regierung zugesagten Amnestie teilhaftig werden und dann die Organisierung der neuen syrischen Nationalarmee übernehmen. General Dill besuchte Nablus und bestätigte die Wahl des Grundstückes in der Nähe der Stadt, auf dem ein Militärflugplatz errichtet werden soll. Ein starkes Militäraufgebot ist in Nablus stationiert worden. Vor seiner Abreise hat Dr. W e i z rn a n n, seinem ständigen Brauch entsprechend, der Siedlung N a h a 1 a 1 einen Besuch abgestattet. Nach langwierigen Verhandlungen ist es der Jewish Agency gelungen, bei der Regierung die Anstellung einer ersten Gruppe jüdischer Lastträger im Haifaer FI a f e n unter Bedingungen, die bisher von der Regierung abgelehnt wurden, durchzusetzen. Die Gruppe besteht aus 100 Arbeifern. Die Gesamtzahl jüdischer Arbeiter im Hafen beträgt 850, d. i. 40 »o aller im Hafen beschäftigten Arbeiter. Die Anglo Palestine Bank errichtet für ihre Jerusalemer Filiale einen Neubau neben der ebenfalls noch im Bau befindlichen neuen Jerusalemcr Hauptpost. In den ersten zehn Monaten 1936 sind die behördlichen B a u e r 1 a u b n i s s e, gemessen an der Grundfläche, für die sie erteilt werden, um 41 o/o gegenüber der gleichen Zeit des Jahres 1935 zurückgegangen. Bis zum Jahresende 1936 wurden über den Hafen von Tel-Awiw 45 000 Kisten Zitrusfrüchte zur Verladung gebracht. Damit werden 1,4 «o des gesamten Zitrusexports über Tel-Awiw verschifft. Knapp 60 o/o gingen über Flaifa, etwa 35 •>/<> über Jaffa und der Rest auf dem Bahnwege nach Port Said. Im Dezember, noch vor Ausbruch der großen Regen, konnte der Einzug in das neuerstcllte dritte Wohnhaus in der von Wizo und Moazath Hapoaloth gemeinsam verwalteten Lehrfarm A j a n o t h bewerkstelligt werden. Es ist kleiner als die zwei anderen Wohnhäuser, enthält auch nicht wie diese eine eigene Küche und Eßsaat, bietet aber den 20 Schülerinnen, die bisher nur provisorisch in verschiedenen Lokalitäten der Farm untergebracht waren, endlich entsprechende Unterkunft. Das Haus ist von Architektin Gidoni gebaut und trotz aller Erschwerungen infolge der Unruhen zum festgesetzten Zeitpunkt fertiggestellt worden. (Wizo-Pressedienst.) Beginn einer neuen Epoche Im „Hapoel Hazair" veröffentlicht J. Lufban einen Ueberblick über die jüngsten politischen Ereignisse und schließt mit folgenden Ausführungen: Dem schweren Fehler in der zionistischen und chaluzischen Erziehung der letzten Jahre, die Palästina als das Land, wo Milch und Honig fließt, darstellte und einen Preis auf das chaluzischc Gelöbnis setzte, folgt jetzt die Mißernte. Die Kurzsichtigkeit, die viele von uns dazu verführt, in jeder zeitweiligen Erscheinung etwas Beständiges und Normales zu sehen, und die uns fast stets in den guten Tagen die bösen vergessen läßt, hat uns für eine Weile zu „Konjunkturzionisten" gemacht, und uns der Aufgabe entfremdet, die wir in ihrer ganzen Wichtigkeit kennen: der Erziehung zum chaluzischen Zionismus, zum Zionismus zu jeder Zeit, zur Zeit des Aufschwungs und des Niedergangs, der strömenden und der tropfenweisen Einwanderung. Die vereinzelten Warnungen vor diesem Selbstvergessen fanden kein Echo. Jetzt aber wissen wir nicht, ob wir bald zu jener großen Dynamik zurückkehren können, die 1933 begann und 1936 endete. Möglicherweise wird jetzt eine Z w i s c h e n c p och e beginnen — hoffen wir, daß, sie kurz sein wird —, in der wir gezwungen sein werden, langsamer vorwärtszuschreiten, als wir es uns vorgestellt haben, langsamer als wir es wollen und als die Bedürfnisse unseres Volkes und Palästinas es von uns fordern. Jedes Volk, das um seine Freiheit kämpft, muß darauf gefaßt sein, einmal schnell und einmal langsam vorwärtszukommen. Die Epoche der langsamen Entwicklung ist stets die verantwortungsvollere, sie fordert größere sittliche Kraft als die der schnellen Entwicklung. Wir wissen noch nicht, was aus dem politischen Kampt hervorgehen wird, in dem wir jetzt stehen, klar aber ist, daß die beste Quelle unserer Kraft in uns selbst ist. Wenn wir im Lande und im Auslande unsere Kräfte angesichts der Entscheidung zusammenhalten, brauchen wir nichts zu fürchten. Falsche Behauptung des Mufti wird zurückgewiesen Der rumänische Oberrabbiner Senator Dr. I. Nietn!« rower hat an die Kgl. Kommission in Jerusalem ein Telegramm gerichtet, in dem er die Behauptung des Mufti vor der Kommission, der Oberrabbiner von Rumänien habe in einem Schreiben an ihn die Wiedererrichtung des Salomonischen Tempels gefordert, als falsch bezeichnet. Er habe weder jemals an den Mufti ein Schreiben gesandt, noch sich jemals über den Wiederaufbau des Tempels geäußert. Die Exekutive der Agudas Jisroel-Weltorgan?- sation hat in einem Telegramm an die Kgl. Kommission ein kategorisches Dementi der Aeußerung des Mufti von Jerusalem gegeben, wonach die Juden gegen die heiligen mohammedanischen Stätten Pläne vorbereiten und sie sich aneignen wollten. Neue Chausseen Jerusalem. (Palcor.) Vor einigen Monaten hat die Regierung auf Antrag der Exekutive der Jewish Agency mit den Arbeiten für den Bau der Chaussee Jerusalem—Tel- Mond—Chedera begonnen, die eine direkte Verbindung zwischen Tel-Awiw und den Kolonien mit Haifa über Chedera ermöglichen wird. Die Chaussee (von Tel-Mond bis Chedera) wird 22 km lang sein. Der größte Teil der Arbeiten wird durch die Bauunternchmungsgesellschaft der Histadruth „Solei Boneh" ausgeführt. Die Arbeiten werden in diesem Frühjahr beendet sein. Gleichzeitig werden die Arbeiten beim Bau der beiden Chausseen im Emek Jesreel fortgesetzt. Eine 10 km lange Chaussee wird Ginegar mit Nahalal vereinigen, eine zweite 14 km lange Chaussee Ejn Charod mit Schatta verbinden. Auch diese Arbeiten werden von der Gesellschaft „Solei Boneh" ausgeführt und gleichfalls im Frühjahr dieses Jahres beendet werden. _ Merkas-Sitzuntf der H. O. Q. Das letzte Mitteilungsblatt der Hitachduth Olej Germania berichtet über eine Merkas- Sitzung der H.O, G. in Tel-Awiw, an der 50 Personen aus allen Teilen des Landes teilnahmen. Die Sitzung wurde durch ein hebräisches Referat von M. M e d z i n i über die politische Situation eingeleitet. Den schriftlich vorliegenden Bericht des Büros ergänzte Dr. Kreutz berger in einem Referat, in dem er die Haupttätigkeitsgebiete der H. O. G. behandelte. Die Diskussion beschäftigte sich mit den Wegen und Zielen der Zionisierungsarbeit innerhalb der Alijah aus Deutschland. An ihr beteiligten sich insbesondere die Herren Berger, Blumenfeld, Dr. Förder, Dr. Ginsburg, Dr. Hurwitz, Leo Kaufmann, Dr. Landauer, Dr. Landsberg, Otto Lehman, Dr. Löwenstein, Fritz Nafthali, Kurt Ruppin und Dr. Sommerfeld. Die Sitzung wurde mit einem Referat von Kurt Blumenfeld über die Lage der zionistischen Bewegung geschlossen, in dem er die wirklichen Aufgaben des Zionismus in dieser Zeit herausarbeitete. Obwohl bei der Sitzung keine Beschlüsse gefaßt wurden, bedeutet sie durch ihre prinzipiellen Erörterungen einen wichtigen Fortschritt der Arbeit der H.O.G. Naturwissenschaftliche Gesellschaft In Tel-Awiw. Man schreibt uns: Seit etwa einem Jahr besteht in Tel-Awiw eine Gesellschaft, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, durch populäre und wissenschaftliche Vorträge zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse beizutragen. Gerade auf diesem Gebiete wird ja auch in den Schulen sehr eifrig gearbeitet. Biologischer Unterricht wird von Lehrkräften, die vielfach auch in Europa vorgebildet sind, erteilt. Durch Einrichtung von biologischen „Stationen" im kleinen, mit Terrarien, Aquarien, Anlegung von Mineral-, Pflanzen- und Insektensammlungcn, durch Exkursionen, Experimenten und Zuchtversuche wird das Interesse geweckt und der Boden für künftige Forschungen bereitet. In der letzten Sitzung der Gesellschaft hielt Dr. Paul Reich, früher in Berlin, jetzt in Tel-Awiw als Arzt tätig, einen interessanten Vortrag über sexuellen Dimorphismus (geschlechtliche Zweigestaltigkeit) bei Schmetterlingen, den er durch eingehende theoretische Darlegungen und durch Vorlage eines großen Materials aus seiner umfangreichen Sammlung fesselnd zu gestalten wußte. Es ist sehr zu begrüßen, daß nunmehr an Hand einer solchen Sammlung Gelegenheit geboten ist, Schmetterlinge nicht nur zu sammeln, sondern auch wissenschaftlich zu bestimmen und zu bearbeiten. Das ist u. a. für die Schädlingsbekämpfung im Lande außerordentlich wichtig. Dr. Hadassit Heinrief} Aus Haifa Kulturarbeit der Haifaer Histadruth. Die hebräischen Abendkurse der Histadruth in Haifa wiesen im vergangenen Jahr 1267 Teilnehmer auf, davon 1110 Mitglieder 3er Histadruth, 136 Nichtmitglieder und 21 Araber. Dazu kommen 200 Schüler in den Siedlungen und Kibbuzim um Haifa, einige hundert Teilnehmer an den Kursen der Hitachduth Olej Germania und an Privatkursen. Damit ist jedoch immer noch nur ein Teil demjenigen erfaßt, die zum hebräischen Unterricht herangezogen werden müßten. — Die „Bo roc h o w-B üc h e r e i", die Leihbibliothek der Haifaer Histadruth, hat vor kurzem ihr 10 000. Buch erwor? ben. Die Zahl der Leser hat sich im letzten Jahr zwar erhöht, ist aber noch immer verhältnismäßig klein und wächst jedenfalls nicht im gleichen Maße wie der Bücherbestand. — Eine besondere Errungenschaft auf dem Gebiet der Kulturarbeit stellen die regelmäßigen Diskussionsabende dar, deren Teilnehmerzah! zwischen 1(X) und 400 schwankt. Besonders bewährt hat sich die Umstellung auf die aktive Mitarbeit der Teilnehmer, die dadurch erreicht wurde, daß nicht mehr nur ein Referent einen Vortrag hält, den sich das Publikum passiv mitanhört, sondern daß nach kurzen einleitenden Worten die Hörer selbst über das angesetzte Thema ihre Gedanken austauschen. Das dabei erreichte Niveau der Diskussion war zwar nicht immer zufriedenstellend, weil die Hörer nicht alle genügende Schulung für solche Diskussionen aufweisen, doch ist dieses System, da» bisher nur in Haifa angewandt vvird, des Ausbaus wert. Konzerte waren in Haifa vor noch nicht allzu langer Zeit eine Seltenheit, und die Teilnahme der Arbeiter an ihnen war gering. In den letzten zwei Jahren hat der Kulturausschuß der Haifaer Histadruth jedoch begonnen, von Zeit zu Zeit Konzerte im „Bethenu" zu veranstalten; er lancierte das „Haifa-Trio", das sich auch außerhalb Haifas einen guten Namen erobert hat und führte schließlich Schallplatten-Konzerte ein. Das Programm dieser Konzerte wird nach einem bestimmten Plan aufgestellt, um wirklich musikerzieherische Arbeit zu leisten. — Das Gemeinschaft», singen, das durch die Unruhen zeitweise unterbrochen worden war, wird jetzt wieder aufgenommen und sicher seine alte Beliebtheit wiedergewinnen. Der große Aufenthalts- und Lesesaal im „Bethenu" ist einzigartig in ganz Palästina. Außer in der Universität in Jerusalem gibt es keine Gelegenheit, öffentlich in den Fremdsprachen, die hier in Frage kommen, zu lesen. Alfred Markus, Haifa Schabbat-Ausgang-Konzerte der Gemeinde Beth-Isrsel In Haffa. Nach einem Symphonie-Konzert auf Schallplatten mit klassischem Programm am 19. Dezember, bei dem Ben- Schäfer einen einleitenden erklärenden Vortrag über die einzelnen Programmnummern hielt, folgte am 26. Dezember ein Arien- und Liederabend von Dr. Seef P e r a c h, Haifa. Dr. Perach verfügt über einen wundervollen Bariton und versteht es, von seinen großen Stimmitteln geschmackvollsten Gebrauch zu machen. Das reichhaltige Programm, aus dem besonders die Figaro-Arie aus dem Barbier von Sevilla, hebräische Lieder und Lieder von Schubert hervorzuheben sind, brachte dem Künstler reichen, verdienten Beifall. Am 2. Januar gab Edith Bodor, Haifa, ein Klavierkonzert. Sie spielte Werke von Bach-Busoni, Mozart, Chopin, Liszt, Bartok und Debussy vollendet in der Technik und im Ausdruck. Das dankbare Publikum erzwang sich Zugaben. Einen großen künstlerischen Genuß bot am 9. fanuar die „Kammermusik" der Herren Dr. Stern (Violine), Dr. S e b b a (Cello), H. Wald (Bratsche) und der Damen Frau Heß (Klavier) und Frau Bruno (Klavier). (Schluß des Palästina-Teils) n \ \ ' i

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