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Jüdische Rundschau · 1937-01-22 · Heft 6 (22.1.1937) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 6 (22.1.1937)
Date
1937-01-22
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 JODISCHE ft UND SCHAU Nr. 6, 22.1.1937 Noch nicht „zu spät" Antonius: Trotzdem haben die Araber die Empfindung, daß sie durch die Regierung in der Frage der jüdischen Einwanderung und der Bodenpolitik benachteiligt werden. Der Zeuge stellte in Abrede, daß die Araber die Juden hassen; der Antisemitismus sei eine Erfindung europäischer Christen, und die Juden hätten seit ihrer Zerstreuung unter moslemischer Herrschaft immer am glücklichsten gelebt. Die Araber seien ein zu Kompromissen geneigtes Volk, aber in der Frage der nationalen U n - abnängtgkeit können sie keine Kompromisse machen. Als der Zeuge die britische Politik in Palästina mit der italienischen Eroberung Abessiniens verglich, machte Sir Horace Rurnbold die Bemerkung, (faß doch ein Unterschied bestehen müsse, denn der Völkerbund habe die italienische Aktion in Abessinien verurteilt, aber gerade er habe das Palästina-Mandat an Großbritannien übertragen. Vor Schluß der öffentlichen Sitzung erschien Auni Bey Abdul Hadi nochmals auf einige Minuten, um einzelne Teile der Mc Mahon-Korrespondenz zu verlesen. Er versuchte, einige Stellen darin als Beweis dafür anzuführen, daß von dem den Arabern gegebenen Unabhängigkeits-Versprechen nur Syrien, nicht aber Palästina ausgeschlossen sei. (Dabei behaupten die Araber sonst, daß Palästina ein Teil Syriens ist! — A. d. R.) Er betonte, daß die von ihm ausgesprochene Ablehnung einer Round Table-Konferenz so aufzulassen sei, daß die Araber zu einer solchen Konferenz nur unter den jetzigen Bedingungen, d. Ii. unter Zugrundelegung des zionistischen Programms, nicht bereit seien. Nachmittags gab High Comrnissioner Sir Arthur Vt'auchope unter Ausschluß der Oeffentliehkeit eine abschließende Darstellung über den Standpunkt der Palästina-Regierung /u den von der Kommission behandelten Fragen. Damit w a r die Arbeit der K o m m i s s i o n abgeschlossen. Lord Peel, der Vorsitzende der Kommission, und Sir Horace Rumbold verließen Palästina am 19. Januar, die anderen Kommissionsmitglieder in den folgenden Tagen. Sie werden am 24. Januar von Port Said gemeinsam nach England abreisen. Einer arabischen Pressemeldung zufolge hat die Kgl. Kommission zehn große Kisten bestellt, um die im Laufe der Untersuchung vorgelegten Dokumente nach England befördern zu lassen. Ein Verständigungsvorschlag? Wie „Palcor" aus Jerusalem telegraphiert, wird aus arabischen Quellen berichtet, daß eine Gruppe palästinensischer Araber, die sowohl zu den arabischen Radikalen wie zur Mufti-Gruppe in Opposition steht, der Kgl. Kommission vor ihrer Rückreise ein Memorandum überreichen wird, das als ein V e r s t ä n d i g u n g s v o r s c h 1 a g angesehen werden kann und dessen Forderungen in scharfem Gegensatz zu denjenigen der Radikalen und Mufti-Anhänger stehen. Von den gemäßigten Arabern werden folgende vier F" o r d c r u n g c n erhoben : 1. Es soll ein Legislative Council eingesetzt werden, der die Rechte der Juden und der Araber garantieren soll. 2. Es soll eine ständige Kommission zur Regelung der Einwanderung geschaffen werden; in der Kommission sollen Araber, Juden und Engländer vertreten sein. 3. Es soll ein starkes Sicherheit« wesen eingerichtet werden, durch das Gewähr dafür geboten wird, daß es nicht wieder zu Unruhen in Palästina Kommen kann. 4. Das englische Palästina tu andat soll in Kraft bleiben. Die Nachricht wird auch vom Londoner „Daily Herald" wiedergegeben. _ „Unmögliche Forderungen" In einem Leitartikel im „Daily Telegraph" wird festgestellt, daß eine ganze Reihe der arabischen Forderungen mit der Ausübung einer britischen Autorität weicher Art immer absolut u n v e r e i n h a r ist. Ein Zeuge nach dem anderen erklärte, daß die Araber einen unabhängigen arabischen Staat nach dem Muster des von den Franzosen für Syrien geplanten verlangen. Die Frage, was aus den judischen Siedlern werden sollte, wurde am klarsten von Auni Abdul Hadi beantwortet, der erklärte, daß die Araber die Vertreibung aller uichtpalästinensischen Juden aus dem Lande beabsichtigen. Derselbe Zeuge erklarte, daß die Araber keine ein/ige File Boden an die Juden abtreten würden; dieser Satz, könne nur als Zurückweisung des Vorschlages der Teilung des Landes in jüdische und arabische Siedlungsgebiete gedeutet werden. 'Von Ucbertreibungen und Erregung, die nach einem Gewaltausbrueh verständlich sind, abgesehen, sei ganz offensichtlich, daß die arabischen Forderungen alles, was an Konzcssion nur möglich sei, weit übersteigen. Wenn man ihnen entsprechen wollte, mußte man den Gedanken eines Jüdischen Nationalheimes aufgeben, 400 000 im Lande angesiedelte Juden nach ihren Heimatländern zurückschicken und die junge Industrie in Palästina wieder verfallen lassen. Diese Bedingungen sind undurchführbar, was die Araber genau wissen. Durch ihre Flaltung hätten sie die Abfassung des Kommissionsberichtes unsagbar erschwert; es sei ihnen aber bestimmt nicht gelungen, die Entschlossenheit der Kommission, einen gerechten Plan, der den Wohlstand beider Bevölkerungsteile fördert, auszuarbeiten, zu schwächen. Arabische Delegation nach London Jerusalem, 20. Januar. (JTA.) Die arabische Tageszeitung „El Liwaa", das Organ des Mufti von Jerusalem, veröffentlicht anläßlich des Abschlusses der von der Kgl. Kommission durchgeführten Vernehmungen eine zusammenfassende Betrachtung über die Aussagen der arabischen Zeugen vor der Kommission und gibt eine Analyse der Behandlung, die die arabischen Forderungen hierbei gefunden haben. Das Blatt kommt zu dem Schlüsse, daß die nunmehr geschaffene Lage die Entsendung einer arabischen Delegation nach London erforderlich mache. Die Zeit zwischen dem Abschluß der Untersuchung und der Abfassung des Berichtes der Kommission müsse dazu ausgenutzt werden, die öffentliche Meinung Englands im Sinne der arabischen Forderungen 2U beeinflussen. Die Palästina-Regierung hat ihre sämtlichen Abteilungen instruiert, keine illegal eingewanderten Araber zu beschäftigen. Diese Maßnahme scheint das Ergebnis der Beschwerden der Jewish Agency bezüglich arabischer illegaler Einwanderung vor der Kgl. Kommission zu sein. Die Instruktion bezieht sich nicht auf den Haifaer Hafen, wo zahlreiche illegal eingewanderte Araber beschäftigt werden. Erneuerung unserer Politik fn der Gedetiknuinmer ztim zehnten Todestage Achad Haams bringt M. S m i I a n s k i im „Rustenai" eine Reihe von Zitaten aus Achad Haams Schriften, die verschiedene Probleme des Zionismus zum Gegenstände haben. Die Zitate zur Araberfrage beschließen die Worte Achad Haams: „Bis jetzt ist die (jüdische) Oeffentliehkeit noch in Illusionen befangen, bis jetzt ist sie noch im Halbschlaf, wie ein Mensch, der einen schönen Traum hat und plötzlich halb aus ihm erwacht. Er fühlt schon, daß es nur ein Traumbild war, aber er will die Augen noch nicht öffnen, und so liegt er mit geschlossenen Augen und läßt den Faden seines Traumes sich noch ein wenig fortspinnen.'" Daran anschließend bemerkt S m i I a n s k i: Jetzt sind unsere Augen ganz offen. Die bittere Wirklichkeit steht nackt vor uns. Wir können nicht ausweichen. Aber gerade weil es kein Entrinnen gibt, erstarkt das gesunde und natürliche Gefühl des Selbstbehauptungswillens. Gerade weil wir nicht zurückweichen können und weil wir vor uns klar den gähnenden Abgrund sehen, regt sich in uns in dieser entscheidenden Stunde der Wille zur Selbstbehauptung. Eine Sache war uns immer klar, und so ist es auch heute; der Weg, den wir gewählt haben, ist der Weg des Lebens (der „Weg des Lebens" — Titel der ersten Programmschrift Achad Haams von 1880. A. d. Red. „J, R.") und wir haben Ein antizionistisches Pamphlet M. K a p e 1 j u k berichtet in der palästinensischen Presse über eine Hetz b rose hure gegen den Zionismus, die jüngst im Irak erschienen ist: Der Irak ist jetzt das Zufluchtsland für die politischen Flüchtlinge der Araber. Viele der namhaften Beteiligten an den letzten palästinensischen Unruhen haben sich dahin gewandt. Ein „VerteidigungskomFee für das kämpfende Palästina" ist dort gegründet worden und es setzte auch eine scharfe Propaganda gegen die im Irak ansässigen Juden ein. Freilich hat diese Bewegung nicht die aktive Unterstützung der gegenwärtigen Regierung, aber sie wird immerhin von ihr geduldet. Das 24 Seiten starke Heft führt den Titel: „Die Gefahr des Zionismus für die Araber und für den Islam". Die Grundidee ist, daß das Ziel des Zionismus sei, Arabertum und Islam überall in der Welt zu zerstören. Die Verfasser gehen dabei soweit, zu behaupten, daß der Zionismus einen Aufstand der Araber in Sansibar im vergangenen Sommer zu Fall gebracht habe. Der Zionismus wird auf dem Titelblatt der Broschüre wie folgt definiert: Der Zionismus ist eine imperialistische Bewegung, die ihre Aufgabe darin sieht, den arabischen Orient zu unterjochen und dem Arabertum und dem Islam ein linde zu machen. Er stutzt sich auf die imperialistischen Mächte und befördert die Anarchie. Er ist kapitalistisch und bringt den Untergang über die arabische Industrie, den arabischen Handel und die arabische Landwirtschaft. In der Einleitung heißt es: Die Engländer haben uns als Sklaven verkauft. Alle unsere jungen Menschen müssen jetzt helfen. Wir dürfen nicht ruhig zusehen, wie das verachtetste der Völker das Blut unserer Besten vergießt. Das erste Kapitel gibt eine Geschichte der Zionsidee; In allen Epochen war sie ein unklares frommes Ziel, vom 18. Jahrhundert an aber wurde sie zu einer politischsozialen Idee mit praktischen Zielen. Vom 19. Jahrhundert an begannen die englischen Juden, den Zionismus zu unterstützen und den englischen Staat um seine Unterstützung anzugehen, indem sie ihn damit lockten, daß die Erfüllung ihrer Wünsche England einen sicheren Weg nach Indien garantiere. Dann wird der Baseler Kongreß geschildert und das zionistische Programm abgedruckt. Das nächste Kapitel ist der Halfour-Deklaration gewidmet. Kursiv wird hervorgehoben: Der Zionismus ist eine Gefahr für den Hedschas, für das heilige Mekka, fiir die heilige Kaaba, für das Grab des Propheten. Und das wird so begründet. Die Zionisten wollen Transjordanien, das an Hedschas grenzt. Ernster, als die Kommission es sich vorgestellt In einer Unterredung, die der Vorsitzende der Kgl. Kommission, Lord Peel, und der stellvertretende Vorsitzende, Sir Horace R u m b o I d, dem Jerusalemer Korrespondenten der „Times" gewährten, sagten sie, sie seien der Ueberzeugung, in Großbritannien wisse man vollkommen die besonderen Schwierigkeiten des Palästina-Problems einzuschätzen. Die einzelnen Elemente, aus denen sich dieses Palästina-Problem zusammensetze, seien ernster, als die Kommission es sich vorgestellt habe, bevor sie nach Palästina gekommen war. Ormsby-ßore zur Lage in Palästina Abgeordneter Thomas Williams fragte den Kolonialminister im englischen Unterhaus, ob er eine Mitteilung über die Lage in Palästina machen könne. Mr. Ormsby-Gore antwortete, daß seit November 1036 eine gewisse Vermehrung in der Anzahl von Raubüberfällen auf den Landstraßen sich bemerkbar gemacht habe; die Ueberfälle scheinen eher wirtschaftlichen oder verbrecherischen als politischen Ursachen zu entspringen. Die Polizei habe gewisse Maßnahmen getroffen und eine Reihe von Personen verhaftet. Außer diesen Vorgängen und einer kleinen Anzahl anderer vereinzelter Gewaltakte sei die Lage in Palästina äußerlich ruhig geblieben, obwohl die allgemeine Spannung noch immer bestehe. Der Oberkommandierende der britischen Streitkräfte in Palästina, Generalleutnant John G. Dill, begab sich am 19. Januar nach Aegypten. PALÄSTINA IN LICHTBILDERN Di« aktuellsten Bilder der letzten Monate mit «mlUhrllcKtm 8«jl»Hvortrig von Ol*. C Maohnir, T«l-Avlv - Nach dan Unruhen — Laban u.Kunat — Dia oriantaliacha «Jüdin — Mlnnar daa Jlachuw — Aufbau In Stadt und Land — Aufforstung. Blldbarloht Nr. 8097 Nr. 2 . . . 80 Blldtr RM 4.— Zu btttthen gtgtn Voreimmduno dt» Betragt» durch dm K ER EN KAJEMETH LEJISRAEL Barlin W18, Melnakastr. 10. Pottachaokk. Barlin 28247 keinen andern. Jahrtausende seit den Tagen der Zerstreuung kannten wir nur einen Weg: in unser Land zurückzukehren. Und „ein rechtes Volk tut so etwas nicht von Geschlecht zu Geschlecht aus einer irrtümlichen Erwägung heraus, sondern auf Grund des Instinkts der Selbstbehauptung, der es beherrscht." Wir haben nur im einzelnen geirrt. Unsere Methoden waren oft falsch und oft kamen wir auch zu spät. Aber was bedeutet ein Irrtum im Leben eines Volkes?-1 Was bedeutet ein Zuspätsein gemessen an seiner ewigen Existenz? Noch kann viel gerettet werden. Noch haben wir die Zukunft vor uns. Und in dieser gefahrvollen Stunde steigen aus dem Schoß des Volkes verborgene Kräfte auf, die darum wissen, daß ein Meer vor ihnen ist, und es trotzdem wagen hineinzuspringen, und die durch das Meer einen Weg für ihr Volk bahnen. Schwere, schwarze Wolken bedecken unseren Flimmel am zehnten Todestage unseres großen Lehrers. In diesen schweren Tagen sei uns seine Lehre ein Lichtstrahl. Und halten wir sein Testament in Ehren: „Gegenwärtig wissen wir nicht die Summe unserer nationalen Kräfte und was wir durch sie erreichen können, wenn sie sich in einem Zentrum konzentrieren und ein neuer, gesunder Geist sie alle belebt. Die Generationen, die später leben werden, werden das Maß unseres Vermögens kennen und ihr Handeln danach einrichten, unsere Angelegenheit aber ist nicht das Verborgene einer fernen Zukunft; es genügt für uns, das Offenbare zu kennen, das unserer und unserer Kinder Aufgabe ist." Sie haben die Tote-Mcer-Konzession und das Gebiet des Toten Meeres reicht bis nach Akaba. Außerdem enthält das Tote Meer Rohstoffe, die man zur Herstellung von Giftgasen braucht; auch wird ein Kanal von Haifa nach Akaba geplant. So wird Hedschas den Zionisten auf Gnade und Ungnade preisgegeben sein. Die Zionisten haben auch den Plan. Syrien zu erobern. Schon haben sie ein großes Hotel im Libanon errichtet, und sie gehen daran, dort Fabriken zu gründen. Schon haben sie die Seifenindustrie in Tripoli ruiniert, und palästinensischer Zement verdrängt den syrischen. Das Pamphlet tadelt heftig den Libanon, der die Tel-Awiwer Messe beschickt hat. Die Zukunft der Republik Libanon ist düster. Schon jetzt sind seine Luftkurorte von Juden überlaufen. Es wird dort ein zweites Tei-Awiw entstehen. Auch der Irak ist in Gefahr. Schon jetzt wird er mit jüdischer Ware aus Palästina überschwemmt, ohne daß der Käufer es merkt, da sie nicht kenntlich gemacht sind. Die zionistische Presse greift den Irak an. Jabotinski erklärt, das Land der Juden müsse sich vom Mittelmeer bis zum Geburtsland unseres Vaters Abraham (Irak) erstrecken. Auch für die übrigen Länder besteht Gefahr. Die Juden werden einen Keil zwischen die arabischen Länder treiben, Aegypten fernhalten, die gegenseitige Unterstützung unmöglich machen. In Tunis, Algier und Marokko helfen die Zionisten den Imperialisten gegen die Araber. Auch für die Einheit des Islam ist der Zionismus eine Gefahr. Schon jetzt schickt er seine Agenten nach Indien und andere muslemische Länder und macht dort Propaganda. Auch entfalten die Zionisten in Europa eine lebhafte Propaganda gegen die Türkei, Iran, Afghanistan und Jemen. Sie hassen auch die indischen Mohammedaner in Südafrika. Das Ziel des Zionismus ist nicht die Befreiung oder Rettung der Juden, denn die könnten sie durch engere Verbindung mit ihren Wirtsvölkern erreichen,..Sandern sie sind Leute, die sich bereichern wollen und, da sie sehen, daß sich Europa dem Untergang nähert, es versuchen, sich der Reichtümer des Orients zu bemächtigen. Die Araber werden zum Widerstand aufgerufen: Vor 8130 Jahren widersetzten sich die Araber Palästinas den Kreuzfahrern mit Hilfe der Araber der anderen Länder. Wo sind die Enkel jener Menschen? Man muß Vertcidigungskomitees gründen. Man muß die zionistischen Produkte systematisch boykottieren, die zionistischen Agenten vertreiben, man darf während der Zeit des Kampfes die Zionisten nicht mit Nahrungsmitteln beliefern. Dieses Heft wird in allen tnuslcmischcn Ländern verbreitet. Und dieserart ist die einzige Quelle, aus der sich die Muslim der Welt über den Zionismus informieren. Harthorn Hall verläßt Palästina Harthorn Hall, der bisherige Chefsekretär der Palastinaregierung, wurde zum Britischen Residenten von Zanzibar ernannt. Damit wird der Posten des nach dem High Comrnissioner höchsten und wichtigsten Beamten Palästinas wieder frei. Unter den bisherigen Chefsekretären von Palästina waren u. a. Sir Wyndham Deedes, Sir Gilbert Clayton, Col. Symes, Harry Luke, M. A. Young. Flall war im Juni 1933 als Nachfolger Yotings zum Chefsekretär ernannt worden. Gemäß „Palcor" verlautet, daß weitere wichtige Aenderungen innerhalb der Palästina-Regierung bevorstehen. Einem Gerücht zufolge ist E. M i 11 s, Leiter der Einwanderungs-Abtcilung der Regierung, zum Nachfolger von Hall bestimmt worden. Die arabische Presse meldet, daß Sir Arthur Wauchope im Februar nach London reisen und nicht mehr nach Palästina zurückkehren wird. Diese Meldung muß mit Vorsicht aufgenommen werden. _ Vom Tel-Awiwer Hafen Auf einer Sitzung der Tel-Awiwer Handelskammer wurde von S. H o o f i e n, Direktor der Anglo-Palestine Bank, angekündigt, daß die neue Ausgabe von Aktien der Gesellschaft für Finanzierung des Hafenausbaus nächste Woche erfolgen wird. Es besteht die Absicht, die Mole und den Wellenbrecher zu vergrößern. Aus einem Tätigkeitsbericht des Tel-Awiwer H a f e n Komitees über die Arbeit an der Tel-Awiwer Mole für die Zeit von sieben Monaten bis 31. Dezember 1Q36 geht hervor, daß in dieser Zeitspanne 120 Schiffe ausgeladen und dadurch durchschnittlich 400 Arbeiter beschäftigt wurden, deren Löhne sich auf insgesamt 450 000 Pfund belaufen. Neue jüdische Steinbrüche Jerusalem. (Palcor.) Beim Ausbruch des arabischen Streiks stand die jüdische Bevölkerung Jerusalems vor der Gefahr einer völligen Unterbrechung der Baubewegung, weil Steine und Kieselsteine fehlten, die bis dahin ausschließlich von Arabern bearbeitet worden waren. In den letzten sechs Monaten sind in die Umgegend Jerusalems viele jüdische Steinbrüche verlegt worden, die bereits heute 60 <•„ des Bedarfs an Steinen produzieren. Die Jüdischen Steinbrüche befinden sich hauptsachlich in den Bergen in der Umgegend Jerusalems zwischen beiden Seiten der Straße Jerusalem--Tcl-Awiw. In den Steinbrüchen sind heute 250 jüdische Arbeiter beschäftigt

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