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Jüdische Rundschau · 1937-01-19 · Heft 5 (19.1.1937) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 5 (19.1.1937)
Date
1937-01-19
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr 5, 19.1.1937 JODISCHE RUNDSCHAU Seife 9 gen ermöglicht, die atjer etwas zu licht und weit für die Ghetto-Szenen wirkt. Georg 11 i r s c Ii f e I d darf mit dem Erfolg seines neuen Dramas zufrieden sein. Die mit Spannung erwartete Uraufführung am 16. Januar jjestalte'.e sich im dichtbesetzten Saale des Kölner Gemeindehauses zu einem künstlerischen und gesellschaft iclien Ereignis. Das fesllichjreslinimte Pub'ikum stand ganz im Banne der Geschehnisse auf der Bühne, und stürmischer Beifall dankte besonders am Schlüsse dem Drama>- tiker, den Darstellern und dem Spielleiter. Hirschfeld mußte sich mit seinen Getreuen immer wieder zeigen. Vor Beginn der Vorstellung richtete Dr. L e v i n g e r, der Leiter des Kulturbundes Rhein-Ruhr, an den Dichter und die anwesenden G.iste, insbesondere Herrn Dr. S i n g e r - Berlin, einige warme I 'grüßungsworte. _ F. Jöhlinger Ankündigungen Bochum: ZOG. Am 23. Januar Oneg Schablial. Abschiedsabend für K.A. M. Fer»e i» der Loge, Hurst-Wcsscl-Str. 9, I. — München: ZOO. Am 19. Januar. Sitzungssaal der Oemeiniie: Kurse des Lehrliau.-i-s. 20.15 i'lir, Dr. S. Keßler, Palaslmakuiide. 21.15 Uhr: Dr. K. Eisen, Die puIiliM In n Grundlagen de» Paläslina-Aufbaues. — Am 23. Januar, 20.30 Uhr, im Museumssaal: Kundgebung mit Dr. Hans Fiiedentli.il: „Jüdische Gegenwart — Kommende Ausüben". — Wuo: Am 24. Januar, 15 Uhr, im Museumssaal: Kinde- -'in 15. Schwat. Familien - Nachrichten Frau Tekla Oppenheim, geb. Freudenthal, Niederaula (Kreis Uersfeld). Ingeln am 22. Januar den 91. Gebartstag. üerr Hcimatin Srhwari und Frau Marie, geb. Richnowsky, Krefeld, Neußer Str. 03 a, begehen am 21. Januar die silberne Hochzeit. Am Bar Mizwah-Termine Januar 23. Januar (11. Schwat): Saio Hirsthenberger, Sohn M.iv I iir-< h.-.-i!M-rijc;, I.audenbarh bei Karl.>l.vlt (Bayern). — AU'i» K a h a Sülm von S. Kalian, Oukburg-Meiderich, Unter den Ulmen 141. Juden und Jüdisches Im Rundfunk Dienstag, 19. Januar: Lini.li.ti (261), 12.50: Mendelssohn: Ouvertüre „Die FingaKliiilile-». — llilversum I (1875). 17.30: Lieselotte Ja.nlii Mii;;t Arien und Duette. — Regional (342). 19: Mendek- .v.bn: Intiodiikiion und K.mdo caprieeio-o. — Lille (247), 19; Ii. ü. Mvii.tel-s.ibn. — Monte Ceneri (257). 20: O.-oV Renardy >|>ii-!t. —• l'.iin (1C4U). 20: U. a. Scherzo aus: ,,Sommernacht^, träum'". •— Odo (1154). 20.30: Guldniark: Serenade. — Sottenb (443). 21.40: Mu-zkoWikv: Spanischer Tanz. — Stockholm (426), 22: U. a. Mtmik-Usohn au*: „Sommcriutrhtslraum". Mittwoch, 20. Januar: London (261), 14: U. u. Rubinstein: Melodien in F-Dnr. — War-, hau (1339), 16.25: U. a. Mendelssohn: Hebri- Uen-Ouvettiire. — Regional "(342), 17: U. a. Mendelssohn: Mailied. — Brünn .,325). 17.4u: Szene von Faul -Morgan. — Lille (247), 2u.4ü: „Di.,- Anikaneiin'1, Oper von Meyerbeer (Querschnitt). — Snalilaiii; (34U). 21.30: U. a. Faure: Shvloek. — Luxemburg (1304), 21.50: Ullenlueh: Ouvertüre zu Orpheus. Donnerstag, 21. Januar: Luxemburg (1304), 12: Mnszkowski: Liebes- Walzer. — Kilver mm II!3ül): U. a. Minkowski. — Wien (507), 19.30: U. a. (!;Iciib.a h: Au- ,.i loffmann- Erzählungen". — Dü- \er.-Uin 1 (l<s7.r>), 20.55: A. Rubin-U-in (Klavier). — llilversum 11 (301), 20.55: Muidt-WIm: I'aulus-Oratorium. — Lille (247), 21.30: OiiriilKidi: Ouvertüre ai« „Die Tochter de; Tambourmajor", — 'Lusembtirg (1304), 22.15: U. a. Mendelssohn: Ouvertüre: „Die Fiu-aLhuhU'-. Freitag, 22. Januar: Pari- (312), 19.33: Srhallplatten: Werke von Mr:alel.,uhn. — London (261), 22.40: Dr. Heinz Unger dirigiert Silmbert und Mahler. Sonnabend, 23. Januar: llilvcr»um 11 (301), 12.55: U. a. Och». — Ibach (5<'.'Ji. 18: U. a. Mendel--!ihn: Hebriden-Oilvertüre. — R.;.;iona! (:i42). 22.30: ,,Ilodm.mni Erzählungen", Oper von Oifen-!>«• Ii, zweite! Akt. — London (261), 22.50: U.a. OHenbach; 23.25: „Hi.flni.imi., Erzählungen'', dritter Akt. Sonntag, 24. Januar: War.-chau (1339), 21.30: Ewel Stegman (Violoneelli-t) spielt. Montag, 25. Januar: Riga (233), 17.25: U. a. Mendelssohn: Ouvertüre zu „Athalie". Wie gestillte fc%Ii den SehnIibat? Für Schabbat, 23. Januar Wochenabschnitt: „B'schalach" (II. B. M. Kap. 13, 17 - 17, 16). Im 25. Vers des 16. Kapitel ist der eigentliche Ursprung des „O n c g Schabbat" zu sehen. Die Weisen leiten aus der dreifachen Wiederholung des Wortes „hajom" das Gebot ab, am Schabbat drei Mahlzeiten zu essen. Die dritte dieser Mahlzeiten erhielt dann später, insbesondere in den chassidischen Gemeinden, als "IPfbv fniyo» einen besonderen Charakter dadurch, daß sie nicht wie die ersten beiden in der Familie, sondern in der Gemeinschaft der Frommen einsjenommen wurde. In Erez Israel erhielt dann durch B i a 1 i k die 'W^tf ni.J?0„ ihre jetzige Gestalt als Oneg Schabbat durch Erweiterung der Gemeinschaft über die Gemeinde hinaus zum ganzen Volke hin. Die große Bedeutung dieses Gebotes der drei Mahlzeiten kommt insbesondere im Talmud-Traktat „Schabbat" 118 a zum Ausdruck. Ein weiterer wichtiger Begriff in unserem Wochenabschnitt ist der der „H ach an ah" (Vorbereitung). Im 5. Vers des 16.- Kapitels heißt es: „Sie sollen vorbereiten, was sie bringen wollen". Unsere Weisen folgern aus diesem Vers, daß all das, was am Schabbat in irgendeiner Form gebraucht werden soll, schon vor Schabbat in dieser Form existiert haben muß. Hieraus ergibt .sich der halachisch sehr wichtige und komplizierte Begriff des "nsplo»' Im Traktat Schabbat 117 b, 119 a und 119 b wird von vielen Mischnahlehrern erzählt, wie sie sich bemühten, das Gebot der „Hachanah" des Hüstens für den Schabbat, zu erfüllen. Den klassischen Ausdruck hat das Ausgerichtetsein der ganzen Woche auf den Schabbat in einem schönen Gedicht von Jehuda Halevi gefunden, dessen Uebersetznng sich in Franz Rosenzweigs „92 Hymnen des Jehuda Halevi" findet. („An den Schabbat.") Als Literatur für diesen Oneg Schabbat ist das Schabbat-Btich von Moritz Zobel aus dem Schocken-Verlag heranzuziehen; insbesondere S. 69 ff. und S. 59 ff., das auch die Uebersetzung der oben zitierten Talmudstellen enthalt. I. E. Die Welterentwicklung derHalachah (VIII) „Turim" und „Schulchan Aruch" Im Laufe der Jahrhunderte wuchs der halachische Stoff immer mehr an und was die früheren Kodifikatoren an Rechtsnormen nicht aufgenommen haben, tauchte bei den Nachfolgern immer wieder auf, zumal solche ursprünglich nur für Einzelfalle berechneten Entscheidungen „sanktioniert" wurden und von den Späteren aus Scheu vor der Ueberlieferung nicht aufgegeben werden konnten. Eine entscheidende Wendung in der Festsetzung der Halachah bedeutet K. Jakob b. Aschers Werk „Tu. rim", das alle religiösen Normen von der talmudischen bis auf seine Zeit zusammenzufassen suchte. R. Jakob wurde 1269 in Deutschland geboren, von wo er dann mit seinem Vater nach Spanien auswanderte. Ihm wird neben seiner froßen Gelehrsamkeit eine ebenso große Frömmigkeit und elbstlosigkeit nachgerühmt. Im Gegensatz zu manchen früheren Kodifikatoren gibt R. Jakob keinerlei Beweisführungen für seine Entscheidungen, sondern fixiert die gültige Halachah. Sein Werk, das sich durch seine systematische Anordnung auszeichnet, zerfällt in vier Hauptteile: 1. Tur Orach Chajim, der von den täglichen Pflichten sowie von den Schabbat- und Festtagen handelt; 2. loreh Deah (Speise- und Ritualgesetze); 3. Eben ha-Eser (Ellebestimmungen); 4. Tur Choschen Mischpat (soziales und ziviles Recht). Zum eigentlichen Vademecum des jüdischen Hauses ist erst der Kodex des R. Josef b. Efraim Karo (148S bis 1575) geworden. Dieser sephardische Gelehrte, der nach der Vertreibung aus Spanien durch verschiedene Länder wanderte, um dann in Safed sich niederzulassen, wo er dem Kabbalistenkreise des R. Izchak Lurja („Ari") nahestand, vereinigte den halachischen Stoff in einem einheit- Briefe an die Redaktion Zur Entstehung der Ritualmordbeschuldigurig Mannheim, den 14. Januar 1937 Sehr geehrte Redaktion! Ich tinde ein sehr intere:...ante» Beispiel für die Entstehung von Ritualtn o rdjjcrüchi e n in einer Nachricht, die die „Times" in der Au-t-abt: vom 12. Jan. 1937 (S. 11) bringt. Dort wird au; Madras (Indien) vom 11. 1. belichtet: „Drei Personen wurden gestern in Mysore getötet und neun verwundet, als die Polizei auf eine Menge feuerte, die im Brgrifte war, in die neue Kirche von St. Philomena einzudringen. Die I'niuhe entstand durch ein Geiüchl. daß zwei mos lern i t i i c he Kinder vo n Christen entführt worden seien, und dal! ihnen befohlen worden sei, Statuen in der Kir. he anzubeten. Als sie .»ich j>i-weir>i rt hätten, seien sie zu einer Grube gefuhrt und aufgefordert worden. hineinzuschauen. Ein K i n d, so wurde erzahlt, e n t k a m und v e r - breitete d a s Mirche n. daß diu andere Kind als Opfer für die neue Kirche dargebracht w ü r d e. 'Pausende von Moslem., .stürmten darauf in den Kirchoaitcn. und die Polizei, der c; unmöglich war, die Menge zu beruhigen, eröffnete das Feuer." Ks j>ibl vielleicht keine lehrreicher. Notiz zur Frage der Entstehung von angeblichem Kindcrnn.r 1 aus „relijji »enf* Motiven aU die obige Nachricht au» der allvrjüngitcn Gegenwart. Mit trg. I loch.iehtuiig Prof. Karl Darnibtädtet liehen Kodex. Vorerst aber verfalle er eine Art Kommentar zu den „Turim" R. Jakob b. Aschers unter dem Titel „Bet Jossef", worin die Auffassungen aller bedeutenden; Autoritäten der früheren Zeit für die Peststellung der Halachah verwertet werden, Dieses Werk war geu isscntiaficn eine Vorarbeit seines in den letzten Lebensjahren abgeschlossenen „Sc hu Ich an Aruch", der das Notwendigste" an Halachot für das tägliche Leben enthält. Das. halachische Material ist hier ohne jede Begründung und ohne Quellenangabe, und Karo pibt wie Mai'monides die Gestl^esnonncii in selbständiger Fassung. In Anlehnung an die „Turim" zerfallt auch der „Schulchan Aruch" in dieselben vier Hauptteile. In seinen Entscheidungen richtete sich Karo zumeist nach Alfassi und Malmonides, berücksichtigte aber nicht dabei die l-'e;:hts-p"ntsrheidungen der spateren Dezisoren in Deutschland und Frankreich, was ihm von verschiedenen Seiten zum Vorwurf gemacht wurde. Daher verfaßte der damals berühmte Rabbiner in Krakau R. Mosche Isseries („Rma") einige Ergänzungen zu dem „Schulchan Aruch" Karo-., die er mit „Mappa" (Tischtuch, das aut den „geikckttii Tisch" ausgebreitet wird) bezeichnete. In seinen Glossen zitiert er vor allem abweichende Ansichten der späteren Divisoren und liebt besonders die sich im Leben der europäischen Juden eingebürgerten Bräuche und Sitten hervor. Mit der Zeit gewann der Schulchan Aruch überall autoritative Geltung und wurde vielfach kommentiert. Zusammen mit den Glossen des Rma ist er zu dem maßgebenden religiösen Gesetzeswerk des Judentums geworden. _ J. M. Päckchen nach Palästina. In Nr. 2 vom 8. Januar verder darauf öffentlichten wir eine Zuschrift aus Palästina, aufmerksam gemacht wurde, daß die palästinensische Post Päckchen über 250 g mit Strafporto belege. Nach unseren inzwischen eingeholten Informationen beträgt jedoch nach den Bestimmungen des Weltpostvereins fiir Warenproben das Höchstgewicht 500 g, von denen je 5 g 5 Pf. Porto kosten. Eine Nachgebühr in Palästina würde also den Bestimmungen zuwiderlaufen. Ein Danzig-Polnisch-Pallistinensisches Rechts- und Wirtschafts-Jnstitut ist mit Genehmigung der zuständigen Behörden mit dem Sitz, in Dan/ig, Lastadie 33, eröffnet worden. Die Tätigkeit dieses Instituts erstreckt sich hauptsächlich auf die Wahrnehmung und Vertretung fremder Rechts- und Wirtschaftsangelcgenheiten im Bereiche der Freien Stadt Dan/ig, der Republik Polen und Palästinas, insoweit es sich um Fragen gegenseitiger (zwischenstaatlicher) Wirtschaftsnatur handelt. Rechts- bzw. BERLINER HANDWERK UND EINZELHANDEL * Altpapier Herbert Cohn Eutin NW 40, Hoid.atraBe 20/21 Sammul-Nr. C 5 Hanta 6216 Adolf Nafftaniel NM, Am Nordhafen 5 / D6 2605 kauft mit Einstampf- Garant!* I Asptialtlerungnn o Pflasterungen Robert Wolf«» U iS. Kurfürstenaamm 44149 JZ Oliva 47S6 Aufzüge — Fahrstuhlbau —— Ernst Fischer W 60, Kulmbacher Str. 6 B 4 Bevarta 7851 B2 Hcpnfut jeder Art. Pflege, Fahr«tuHseil« Mteste ]Udlicht Firma dieser Bruck* Unter, u, Mitgl. der Indisch«! Gemeiod« J, II« Auto-Reparatur | III Autowerkstatt f» i. tchusler Abschleppdienst auch nacht« Licht-üöudunf •W29, Biuchemtr. Ii, tu. rt «ist Autovermletung Anto-Vermieiung M.d.t q. 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