Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 5 (19.1.1937)
- Date
- 1937-01-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 5, 19. 1.1937 Das Neueste In Kürze Nachts sind auf eine Polizeistreife in der Nähe von A k k o Schüsse abgefeuert worden, die jedoch niemand verletzten; ein Araber wurde verhaftet. Auf die Siedlungen Kadima und Tel Zur Im Emek Chefer wurden einige Schüsse abgegeben. Ein Araber, der im Prozeß der Kassem-Bande als Zeuge für die Anklage erschienen war, wurde von einem Araber in Haifa angeschossen und lebensgefährlich verletzt. Die Mitglieder der Kgl. Kommission, Sir Harold Morris und Prof. Reginald Coupland, haben die Hebräische Universität besucht, und in Hegleitung des Universitätspräsidenten Dr. Magncs die Abteilungen für Botanik, Biologie, das Orientalistische Institut und die Bibliothek besichtigt. Später kamen auch Lord Peel und Sir Horace Kumbold in die Universität. Präsident Magnes gab zu Ehren der Mitglieder der Kommission einen Tee und stellte ihnen Rektor Dr. Bergmann und einige Mitglieder des Protessorenkoüegiums vor. „Al-Liwa" meldet, daß die Arabische Oesellschaft für Palästina in New York eine Abordnung nach London entsenden wird, wenn die Königl. Kommission dorthin zurückkehrt. Fünf illegale Einwanderer im Jerusalemer Gefängnis führen seit drei Tagen einen Hungerstreik durch. Aus dem Gefangenenlager bei Athlit sind sieben arabische Sträflinge ausgebrochen. Ein Militärgericht in Damaskus verurteilte 70 Araber wegen Waffen schmuggeis nach Palästina zu drei bis vier Monaten Gefängnis. Nach einer Meldung in der arabischen Zeitung „Al-Liwa" soll anläßlich der Pilgerfahrt nach Mekka eine Konferenz von Vertretern der arabischen Staaten einberufen werden, auf der die Palästina-Frage, sowie auch Probleme des Islam in anderen Ländern verhandelt werden sollen. Aus anderen Quellen verlautet, daß König Ibn Saud eine solche Konferenz nicht billigt und überhaupt zu irgendwelchen politischen Zusammenkünften seine Einwilligung versagt. An Stelle des vor kurzem ermordeten christlichen Vorsitzenden der arabischen Arbeiterorganisation Mitri ist ein Mohammedaner gewählt worden. In der Sitzung der Stadtverwaltung Haifa teilte Bürgermeister Shoukri mit, daß die Regierung der Stadtverwaltung Haifa für das Rechnungsjahr 19)617 Subventionen im Betrage von £P 29 700 zugesagt hat, von denen bereits £P 17 000 zur Auszahlung gelangt sind. Auf Grund dieser Zuschüsse geht die Stadtverwaltung nunmehr an Straßen« bauten in verschiedenen Stadtteilen heran. Die Palästina-Regierung hat den Einfuhrzoll für Weizen und Mehl auf 3 Pfund pro Tonne erhöht. Dies hat zu einer Preissteigerung bei diesen Artikeln geführt. Die Iraq Petroleum Company (IPC) wird ihr Kapital um 8 Millionen Pfund auf 14,5 Millionen erhöhen, um die Inter« essen der Mcditcrauean Pipelines Ltd., deren Kapital 8 Mlll. Pfund beträgt, übernehmen zu können. Damit würde das Pipeline-System im Vorderen Orient in den Besitz, der Iraq . Petroleum Comp, übergehen. Der Negus von Abessinien ist vor einigen Tagen wieder in Jerusalem eingetroffen. Nach längerer Unterbrechung beginnt diesen Monat das literarische Wochenblatt des hebräischen Schriftstcllerverbandes Palästinas, „M o s n a i i m", unter der Redaktion von Jakob Fichmann wieder zu erscheinen. Am ersten Heft werden Saul Tschernichowski, David Schimonowitz, Jakob Fleh« mann, Jakob Steinberg, Ascher Barasch usw. mitarbeiten. Der bekannte Geiger Adolf Busch traf in Palästina ein, um im Palästina Symphonie-Orchester als Solist zu wirken. Seite 6 Emek sei damals in weit grölkreui Umfange bebaut gewesen als heute. Was die Ursachen der Unruhen betreffe, so seien diese in dem natürlichen menschlichen Gefühl angesichts des Eindringens eines fremden Volkes, sowie in dem mangelnden Vertrauen der Araber gegenüber der Regierung zu suchen. Wirtschaftliche Beschwerden Die Kommission setzte am Sonnabend die Vernehmung arabischer Zeugen fort. Als erster erschien F u a d S a b a, der die S t c u e r v e r t e i I u n g für äußerst ungerecht erklärte, insbesondere was die Fellachen angehe, die, wie er angab, von ihrem Jahreseinkommen von £ 24 10 «>o an indirekten Steuern zu zahlen haben. Fuad Sa ha, der Sekretär des Obersten Arabischen Komitees, erklärte, daß die Unruhen nicht nur durch politische, sondern auch durch wirtschaftliche Ursachen hervorgerufen worden seien. Er schilderte die schwere Last der Steuern, die den Fellachen niederdrücke, und erwähnte wiederum die Frage der Einkommensteuer. Er behauptete, daß der von dem britischen Finanzministerium nach Palästina entsandte Sachverständige Mr. Hartington, die Einführung der Steuer empfohlen habe, daß aber die Regierung darauf nicht reagiert habe. Sir Harold Morris unterbrach den Zeugen mit der Erklärung, daß dieser den Inhalt des Berichtes von Hartington, der vertraulich gewesen sei, nicht kenne; er, Morris, habe den Bericht gelesen und könne nun den Zeugen aufklären, daß Hartington sich gegen die Einführung der Fi n k o m m e n s t e n e r geäußert habe. Lord Peel forderte Salsa auf, nicht angebliche Tatsachen vorzubringen, die ihm von Hörensagen bekannt seien, sondern sich auf wahre Tatsachen und Ziffern zu beschränken. Saba beschwerte sich über die angeblich allzu hohen Schutzzölle, worauf Lord Peel ihn aufforderte, Ziffern anzuführen, aus denen ersichtlich wäre, daß der Konsument gegenwärtig habere Preise zahlen muß, ais vor der Gründung von Fahnkcn, deren Pr/eiuniKsc durch Zölle geschlitzt sind. Dieser ufiordennig konnte der Zeuge nicht entsprechen. Im Verlauf semer Aussagen stützte sich Saba hauptsächlich auf die Empfehlungen von Hope-Simpson, ohne jedoch in der Lage /u sein, deren Rechtfertigung durch Tatsachen zu beweisen. Sowohl Lord Peel als auch Prof. C o u p 1 a n d, wiesen darauf hin, daß die Regierung ihr AniHerstes tue, tun die Fellachen nach Kräften zu unterstützen. Der Zeuge bra iite dann weitere Beschwerden gegen Uit Regierung vor, so seien z. B. die Interessen der Fellachen gefährdet durch die Politik der Regierung auf industriellem Gebiet, die lediglich darauf hinziele, durch Erweiterung der Aufnahmefähigkeit des Landes die jüdische Einwanderung nach Palästina zu erleichtern. Durch, diese Politik seien die Araber benachteiligt, während die jüdischen Industrien Schutz genossen. Der Zeuge behauptete schließlich, daß die luden von der Regierung begünstigt wurden, indem ihnen die verschiedensten Konzessionen gewährt werden. Vernehmung Dr. Khaldls Der nächste Zeuge war Dr. K h a 1 d i, der Bürgermeister von Jerusalem. Er kritisierte die Regierung, die, wie er behauptete, bei der Besetzung von höheren Regierungsposten Unterschiede mache zwischen Arabern und Engländern. Er gab an, daß der Prozentsatz, der arabischen Regierung»- beamten geringer werde und daß die Anzahl der Regierungsdezernate zugunsten von jüdischen Zwecken erhöht werde, wodurch höhere Kosten entstehen. Nach einem eingehenden Verhör durch Prof. Couplaml ergab sich die Tatsache, daß die vom Zeugen erwähnten Kosten von den Juden getragen werden, so daß also durch ehe zusätzlichen Regierungsdezernate die Araber keinerlei Schaden erlitten. Dr. Khaldi behauptete ferner, die Regierung treffe keinerlei Maßnahmen, um die Bestimmungen des Mandats bezüglich Selbstverwaltung m erfüllen; er fügte hinzu, daß sogar die Stadrverwa'timgcn einer immer schärfer werdenden Kontrolle seitens der Regierung unterstehen, was die arabische Bevölkerung zur Verzweiflung treibe. Die Stellung der Juden dagegen werde in/wischen immer stärker. Er wies auf die wachsende Zahl judischer Mitglieder in der Jerusalemer Stadtverwaltung hin, was zum Schaden der Araber sei und darauf schließen lasse, wie sieh die Dinge in Zukunft gestalten werden. Schließlich erwähnte Dr. Khaldi das Projekt eines Gesetzgebenden Rate s, das E)22 und 1935 aktuell war. Er erklärte, das negative Resultat dieses Projektes lasse die Araber immer mehr au den Aussichten für eine künftige Selbstverwaltung verzweifeln. Der Zi isge wurde von Lord Peel. Prof. Coupland und Sir Laurie H.iinmomJ e »gehend verhört. Die arabischen Arbeiter Der nächste Zeuge war George M a n s «> u r, Sekretär des arabisf iien A r I» c i t e r v c r b a n d e s in Jatfa. Nachdem er sich eingehend an Hand von statistischem Material mit den Löhnen der Araber in den verschiedenen Handelszweigen befaßt hatte, versuchte er zu beweisen, daß die jüdische Einwanderung schuld ist an der arabischen Arbeitslosigkeit. Er behauptete ferner, dal! die Ataber von den Dörfern in die Städte gingen, weil sie von den Juden vom Lande verdrängt würden. Er wies auf die schlechte wirtschaftliche Lage der Araber hin und auf die Begünstigung der Juden durch die Regierung. 90 ".. der arabischen Arbeiter, behauptete er, seien verschuldet, und 95 ",« hätten nur für ein oder zwei Tage in der Woche Arbeit. Er erklärte, es gäbe auch beträchtliche Arbeitslosigkeit unter den Juden. Sir Harold Morris fragte, ob nicht die Juden die Schuld an dur arabischen Arbeitslosigkeit tragen, doch der Zeuge beharrte darauf, daß es die Schuld der Regierung sei, die für die jüdische Einwanderung die Verantwortung trage. In der Abendsitzung wurde Issa Bcndak, Bürgermeister von Bethlehem, vernommen. Anwesend waren nur vier Kornmissionsmitgliedcr, da Sir Laurie Hammond und Prof. Coupland den Sitzungssaal verlassen hatten. Issa Bcndak befaßte sich mit denjenigen Arabern, die vor dem Kriege aus Palästina ausgewandert waren und die nun, wie er erklärte, keinen Schutz seitens der türkischen Konsulate genossen und daher die palästinensische Staatsangehörigkeit erstrebten. Er zitierte Artikel 31 des Lausanner Vertrages, in dem die Rechte früherer türkischer Untertanen behandelt werden. Sir Horace Rumbold bemerkte darauf scherzhaft, daß er zwar den Lausanner Vertrag selbst unterzeichnet habe, jedoch den vom Zeugen zitierten Artikel 3! vergessen habe. Sir Horace fügte hinzu, daß in Palästina geborene Araber, die vor dem Kriege auggewandert sind, ohne Schwierigkeiten Visa erhalten und ins Land zurückkehren könnten. Der Zeuge forderte jedoch palästinensische Staatsangehörigkeit für Araber, die noch außerhalb Pa'ästinas wohnen, so daß sie unter konsularischem Schutz stehen. Der nächste Zeuge war Hassan Sidkey Dajani, der Sekretär des Obersten Arabischen Komitees. Er bestritt Dr. Weizmanns Erklärung, daß die Juden nur das Recht verlangten, nach Palästina zu kommen und dort in Frieden zu leben. Dajani behauptete, die Tatsache, daß die Juden 50 c.b jüdische Arbeit in den städtischen Arbeiten in Jerusalem for- Der neue Oberrabbiner J e r u s a 1 e m, 15. Januar. (Palcor.) Der nette aschkenasischc Oberrabbiner Palästinas, Hertzog, traf heute vormittag in Haifa ein und wurde von einer zahlreichen Menge begrüßt. Unter den offiziellen Vertretern befanden sich solche der Regierung, des Waad Lctimi, der nationalen Körperschaften und jüdischen Gemeinden, sowie mehrere Rabbiner. Auch der arabische Bürgermeister von Haifa, Hassan Shukri, war anwesend. Nach einem Empfang in der Synagoge von Hadar Hakarmel, wo der neue Oberrabbiner von Leib J a f f e namens der Jewish Agency und des Waad Leumi, sowie von den Rabbinern Ostrovskv und Berlin willkommen geheißen wurde, trat er die Fahrt nach Jerusalem über Tel-Awiw an. Am 15. Januar fand in Jerusalem die feierliche Amtseinführung Dr. Isaac Hertzogs statt. An der Feier, bei der dem, zeige, daß die Juden mit den Arabern konkurrieren und versuchen, die Rechte der Araber zu schmälern. Der Zeuge führte Beschwerde über die beschränkte Ernennung von arabischen höheren Beamten, insbesondere bei der Polizei. Ferner behauptete er, die Regierung nehme keinerlei Notiz davon, wenn an Gesetzen, die vor Inkrafttreten veröffentlicht werden, Kritik geübt wird. Sir Horace R u m b o I d bemerkte dazu, daß hier ein Beratuugs- Komitce, das die Araber abgelehnt haben, der Regierung Gelegenheit geben würde, die Gesetzgebung zu erläutern. Dajani forderte eine arabische n a t i o n a I e R e g i e r u n g, die englische Beamten entfernen und d'e Gesetzgebung Arabern anvertrauen würde. Fr schloß mit der Forderung nach arabischer Unabhängigkeit. Die letzten arabischen Zeugen wurden am 18. Januar von der Kgl. Kommission vernommen. Danach wird der High Commlssloner nochmals in geschossener Sitzung aussagen, womit dann die Sitzungen der Kommission in PalHsthn abgeschlossen sein werc'cn. Vor ihrer Abreise wird die Kommission noch auf einige Tage Touren durch das L?nd machen. Wie verlautet, sind der Kommission Hunderte von JVemoranden und Briefe aus dem Lan-fe zugegangen; eine große Anzahl davon stammt von Engländern, d'e Aenderungen in der Verwaltung fordern. Zwei Regierungsheanite, Mr. Harris und Mr. Andrews, sagten in einer geschlossenen Sitzung aus. Abreise am Freitag Die Kommission arbeitet letzt mit beschleunigtem Tempo und wird vermutlich schon Freitag über Aegypten nach London zurückkehren. Wie bereits gemeldet, werden noch weitere Zeugen in London vernommen werden. Man nimmt an, daß die Juden zu den von den arabischen Zeugen im Laufe ihrer Aussagen gemachten unbegründeten Behauptungen Stellung nehmen werden. „Aufgabe des Nationalhelms Indiskutabel" Die englische konservative Zeitschrift „Spectator" nimmt zu der Aussage des Mufti von Jerusalem vor der Kgl. Kommission Steifung und erklärt, daß die Darlegungen des Mufti sehr wenig geeignet seien, die Sache der Araber in Palästina zu fördern. Die vom Mufti geforderte Aufgabe des Jüdischen Nationalheims in Palästina sei völlig indiskutabel. Großbritannien sei endgültig verpflichtet, die Errichtung des Nationalheims zu erleichtern. Vor Weizmanns Abreise dem Oberrabbiner die Bestallungstirkiinde überreicht wurde, nahmen Vertreter aller zentralen Institutionen des Jischuw, des Waad Leumi, der Jewish Agency, des Rabblnaf*, der nationalen Fonds und verschiedener anderer Organisationen und Institutionen teil. Begrüßungsansprachen hielten der Präsident des Zionistischen Aktions-Comi;6s und des Jüdischen Nationalfonds, M. M. U s s i s c h k i n, der Leiter des politischen Departments der Jewish Agency, Mosche Scher* tok, der Vorsitzende des Waad Leumi, Jizschak Ben Zwi, Rabbi Meir Berlin von der Leitung des Misrachi-Weltverbandes, u. a. m. In seiner Antwort betonte Oberrabbiner Hertzog die Bedeutung der brüderlichen Einigkeit im jüdischen Leben und rief alte Teile des Jischuw auf, zusammenzustehen, um geeint an dem heiligen Werk des Aufbaus des jüdischen Landes zu arbeiten. Dr. W e i z m a n n stattete bei Rabbi Hertzog einen Besuch ab. Amerikanische Arbeiterdelegation Jerusalem, 15. Januar. (Palcor.) Die amerikanischjüdische Arbeitcrdelcgation besuchte beute vormittag das Gebäude der Jewish Agency in Jerusalem, wo sie von Dr.- W c i z m a n n, B e n Gurion und anderen Mitgliedern der Exekutive empfangen wurde. Die Mitglieder der Delegation schilderten ihre Eindrücke und beglückwünschten Weizmann und Ben Gurion zu ihren Reden vor der Kgl. Kommission, In seiner Antwort erklärte Weizmann, daß die politische Stellung der Juden von ihrer eigenen Kraft abhängig sei, welche wiederum auf der Unterstützung der Judcnheit der Oolah, an erster Stelle der Judcnheit Amerikas, basiere. Die Delegation überbrachte Dr. Weizmann die Grüße der jüdischen Massen Amerikas, die seinem Besuch freudig entgegensehe. Danach stattete die Delegation den Institutionen des Waad Leumi und der llistadrttth Besuche ab. Morgen wird sie von Ussischkin im Gebäude des Keren Kajemeth empfangen werden. Im Hauptbüro des Keren Kajemeth in Jerusalem fand unter dem Vorsitz des Präsidenten. M. M. (l s s i s c Ii k i n, ein Empfang für die Abordnung statt. Ussischkin bat die Mitglieder der Delegation, auf ihrer Reise durch das Land den Leistungen des Keren Kajemeth größte Aufmerksamkeit zu schenken. Der Führer der Abordnung, Joseph Schloßberg, er» klärte in Beantwortung der Begrüßungsworte Ussischkins, der Jüdische Nationalfonds sei ihnen allen teuer. Sie hätten die große vom Keren Kajemeth geleistete Arbeit gesehen und beschlossen, zur Erinnerung an ihren Besuch eine Eintragung in das Goldene Buch des Keren Kajemeth vorzunehmen. Es sprachen noch Frau Schloßberg und das Mitglied der Delegation N a g I e r. Danach begab sich die Delegation zum Keren Ha» j e s s o d. wo sie von den Direktoren Dr. H a n t k e, BI u« menfeld und Jaffe sowie von Generalsekretär Herr« mann begrüßt wurden. Herr Jaffe schilderte in einer Ansprache die Tätigkeit des Keren Hajessod. Herr Schloßberg sprach mit Begeisterung über die Arbeit des Keren Hajessod in Palästina und erklärte, daß die Delegation ihre Eindrücke den jüdischen Arbeitern in Amerika übermitteln werde. Berichtigung. Im Artikel von Manfred Geis „Nach der Abreise Toscaninis" sind einige Druckfehler unterlaufen. Bei der Angabc des Programms muß es statt Schönbergs „Verkehrte Nacht" Verklärte Nacht heißen und statt „Polovitzer Tänze" Polowetzker Tänze, Bei der Aufführung der Solisten sind irrtümlich Weißgerber und Shumer ausgelassen worden. Vor seiner in Kürze erfolgenden Abreise von Palästina verabschiedete sich Dr. Weizmann auf einer Sondersitzung des Kleineren Aktions-Comites. In seiner Ansprache gab er einen Ueberbück über die politische Lage und über seine Tätigkeit während seines Aufenthaltes im Lande. Er erklärte, daß, was auch immer dis Ergebnis des politischen Kampfes sein möge, das Aufbauwerk fortgesetzt werden müsse. Alles, was in menschlichen Kräften steht, sei getan worden und werde auch weiterhin getan werden. Ussischkin richtete warme Abschiedsworte an Weizmann im Namen des Aktions-Comitfs und des Jischuw. Das Jaffaer Streik-Komitee hat der Kommission ein Memorandum unterbreitet, in dem gegen den Tel-Awiwer Hafen protestiert wird, der angeblich vom wirtschaftlichen Gesichtspunkt aus unnötig ist und Jaffa, das auf seinen Hafen angewiesen ist, wirtschaftlich schwer schädigen wird. Außerdem würden die Juden den Tel-Awiwer Hafen zum Waffcnschmuggel benutzen, und die Regierung habe den Tel-Awiwer Hafen nur genehmigt, um Jaffa zu schädigen. Die „Nachrichten für Außenhandel", Berlin, vom 15. 1. bringen einen Artikel über die Wirtschafts, läge Palästinas, der sich mit der Stockung der Konjunktur seit dem Herbst 1935 beschäftigt. Dennoch habe die palästinensische Wirtschaft im Jahre 1936 trotz aller Schrumpfungserscheinungen manche Fortschritte gemacht. Diese Fortschritte werden sodann in dem Artikel geschildert, Der Artikel weist ferner auf «die deutschen Warenlieferung fen nach Palästina hin, durch die Deutschland an die erste teile unter den Lieferanten Palästinas gerückt sei, wenn man alle Einfuhrgegenstände abzieht, die nicht den Waren« § umsatz betreffen. Was die künftige Wirtschaftsentwicklung anbelangt, so hängt diese von der politischen Lage ab. Die Mitglieder der englischen Unabhängigen Arbeiterpartei J. McGovern und Campbell Stephen trafen in Haifa ein. Nach einem Besuch im Haifaer Gebäude der Histadrutli setzten sie die Fahrt nach Tel-Awiw fort. (Schluß des Faiattüia-TeiU)