Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 4 (15.1.1937)
- Date
- 1937-01-15
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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X JODISCHE RUHPSCHAP__ Nr. 4^ 15.1.1937 Das Palästina-Orchester Seite 12 Ein Samaritaner erzählt Während der Unruhen In Nablus Alis Tef-Äwiw wird uns geschrieben: Im „Dawar" gibt M. Kapcljuk die Berichte eines jungen samaritanischen Priesfers wieder, die ihm wahrend der Unruhen zugegangen sind: Der samariianische Präs*cr, den ich seit langem kenn«, ist schriiffktrrrttig, d. I». er ist bewandert in den fünf Bleuere der Thor* und' in dem Buch« Jo-ua, di* die einzige« sind, die die Samaritaner vom jüdischen Schrifttum als heilig anerkennen. Seine Sprache in Dingen der Religion ist Hebräisch, seine .Muttersprache aber ist das Arabisch von Nablus. Er spricht sogar ei« literarische.-» Arabisch, rmd er liebt diese Sprache mehr als alle anderen, die er kennt- Er is-t, wenn man von der Religion absieht, der typische arabische Gebildete au» Kablow. Nachder Meinung der ievöliter&ng von Nablus aber sind die Samaritaner keineswegs zn ihn«» gehörig; sie sind .JiaJh« Zionisten" oder „Mitläufer des Zionismus", nnd mau muß sich wohl vor ihnen hüten. Der Notable in Nablu* spricht halb verächtlich. haU» mUktoüg von ihnen, sie handeln mit \X ein oder vielleicht schmuggeln sie ihn auch, Gott weil!, was sie wirklich machen! Mit meinem Freund, dem Priester, stehe ich seit einigen Fahren in Briefwechsel. Seine in einem gepflegten Arabisch geschriebenen Briefe gaben iwrr ein Bild von dem tragischen Los des geringelt Reste» der Samaritaner, die das Ende ihrer Existenz in einer fanatischen und feindseligen Hingebung verbringen müssen. Am stärksten und erschütterndsten aber zeigt sich das in den Briefen am der Zeit der Unruhen. Zu Anfang tröstete er sich selbst damit, daß die Ereignisse sehn eh vorübergehen würden, aber vom weiten Monat an wurden seine Befürchtungen ernster. Er beschwor mich eindringlich, den Inhalt seiner Briefe nicht bekanntzugeben, da d.w,_ für ihn gefährlich wäre, Finde Mai schrieb er: „I>ie Lage ist genannt. Ringsum in den Bergen sind Frefsebaren, die die Automobile beschieRcn. D>as Leben steht nndne; im Prei,. ffer/en und Hirne sind vergiftet, und die Anb'-r sind rren/enl.* verzweifelt. Wenige Tage danach schn-b er: .Wem Leben und das Lehen nrehfer Oemermfe i-t in < r e t ,i ii r. Man halt uns für zionistische Spione. Sp..ter schrieb er: Ich hielt mich lange Zeit in meinen» Mause i. er-deckt und konnte mich in der Stadt nicht zeigen. Während dieser Zeit kamen einige angesehene junge Leute ans der Stadt zu mir und drangen m mich, unter ihrem Schutze auszugehen, aber ich wagte es nicht. Schließlich schlugen sie mir vor, mich in den Sportklub zn bringen, wo die Streikleitung sitzt und wo politische Diskussionen statthmti n. Rh war des rmgcschlusscnsnns überdrüssig und stimmte zu. Ich ging, wahrend sie mich von allen Seiten umgaben, um mich besser beschützen zu können. l>er Saal war überfüllt. Ich sah Lausende von jungen Leuten. Ich staunte über die Menge und fragte, was los sei. „Heute richtet A k r a m die Spione.'* Als ich eintraf, erschollen von alten Seifen BcifaHskfatschen und Zurufe, deren Orurid mir nicht klar war. Kurz danach kam A. und die ganze Menge erhob sich nnd jubelte ihm zu. fr ..tackte mir die Hand entgegen und begrulite mi< h. Min stellte neben ihn einen großen Tisch, am dem ein Koran lag. her eiste vermeintliche Spion, der vor den Richter gebracht wurde, wurde freigesprochen. Lr mußte auf den Koran schworen: „Ich bin frei von der Schuld der Spionage gegen mein Volk, und ich bin bereit, mein Leben für mein Vaterland zu opfern" usw. So wurden noch mehrere vor den Richter gebracht, bis die Reihe a n mich kam. Der Nichter bückte mich fange an rmd sagte: „Was hat dich hierbergeführf, Samaritaner?" „Ich bin .hierhergekommen, um vor meinen arabischen Brüdern nieine Unschuld darzulegen." „Das ist recht. Wessen beschuldigt man dich?" „Man sagt, dar? ich für die jüdische Presse schreibe." „So. Gibt es sonst noch Beschuldigungen gegen dich?" „Prag' sie selbst! Vielleicht wissen sie es." Lr stand auf und rief: „Wem etwas Nachteiliges über diesen Manu bekannt i-t, der melde sich. Aber jeder erzähle nur Dinge, die er sieher weiß." Viele statuier) auf und schrien: „Lr schreibt für die hebräische Ihe-se und verrat den Juden unsere Geheimnisse." Zu meiner Verwunderung fällte er das Urteil: Es ist kein Verbrechen, für die jüdische Presse zu schrei b t: n, wenn man nicht gegen die Araber schreibt, in der engli-ch-jüdiscben Zeitung, für die er m brüht, habe ich die ganze Zeit uhei nichts dergleichen :r.N seiner I <.-der gefunden. Und damit nkht genug, Brüder; v. ir brauein n einen Menschen, der ihnen von unserer l! e g e i s t c r i: n g und unserer nationalen Tätigkeit erzählt. Ich fordere von euch allen, daß ihr ihm helft, (Iah keiner von euch ihm zu nahe tritt, nicht ihm und nicht seiner Gemeinde, die seit Jahrhunderten unter euJi lebt. Nach dem Urteil Winnie ich aufgefordert zu gehen, denn es bt gannen <!:e politischen Besprechungen." Seine Briefe wurden nun seltener. Lr blieb trotz allem vc a'.i r in seiiK r Wohnung und wagte se h nicht auf die M:.;ce. Seine <n-umlb.it Int d.iduich. Die schwere wirts. haiilicbe Lage seim r kleinen (lemeuide drückte ihn nieder. Sie war nahe am Verhungern, die Kinder bettelten um Brot. Von den Uibsgeldern bekam die ganze Gemeinde nicht mehr als € 4. Der Bncfsehreiber glaubte selbst nicht mehr, daß er tlas Lmle der Lrcignissc erleben würde. Im September jedoch begann er wieder zu hoffen und schrieb, es Scheine, als ob die Regierung die Zügel wieder in die Hand bekäme. Und sv-htießlicli kamen zwei Zeilen, die meldeten, da Ii er aus seinein langen t iel.iugnis erlöst sei und sich wieder ungefährdet in den Stralieii von Nablus bewegen könne. Haifas neue Markthalle. Die Pläne der „Finance and Investment Company" für Haifas neue Grofl-Markthalle auf dem Hadar Hakarmel sind von den zuständigen Regierungsiind städtischen Stellen bestätigt worden, so daß noch im Laufe des Monats Januar mit dem Bau begonnen werden kann. In etwa einem Jahr wird Haifa dann über eine hochmoderne, vierstöckige firoß-Markthalle vertilgen, die einschließlich des 510) qm großen Grundstücks rund 40 000 Pfund kosten soll. Das Grundstück ist zentral am unteren Teil des Hadar — unterhalb des Amphitheaters und der Kupath Cholim — gelegen und wird in seinen vier Stockwerken einige 100 Geschäfte von durchschnittlich 3 mal 4 m enthalten. 850 qm im Erdgeschoß sind für eine Garage und Parkplatz zum Umladen der Güter bestimmt, und 12 Laden und ein Aquarium bilden eine Sonderabteilung für bische. Der erste Stock gehört dem Gemme-Großhandel und wird eine Küblabtcilung von etwa 200 qm erhalten. Im zweiten Stock werden Obst, Gemüse und andere Lebensmittel im Kleinverkauf gehandelt werden, im dritten Stock f leisch, während im vierten Stock lebendes und geschlachtetes Geflügel verkauft wird, weshalb noch je ein Raum zum Schlachten und Rupfen vorgesehen ist. Vier Fahrstühle, zwei fur Waren und zwei für Personen, übernehmen die Beförderung innerhalb des Gebäudes im Verein mit den hier erstmalig in Palästina angewandten Kolltreppen. Alfred Markus, H*Wa Nach Toscaninis Abreise T e 1 - A w i w, 7. Januar Soeben hat da« fange PWastinar€)rcbester das Laad verlassen, um mit Toscanini an der Spitze, unter dessen Leitung alle bisherigen Konzerte standen, sein erstes Gastspiel in Aegypten — mit je zwei Konzerten in Alexandrien und Kairo — zu absolviere». Es ist jetzt möglich, eine Bilanz dieser Tage zu ziehen. Es hörten Toseawini hier alfein wehr als fünfzenwtattsend Personen. In Jerusalem nnd Haifa spreite das Orchester in fast gferehem Verhältniszusammen sechsmal. Das bedeutet, daß Toscanini fast an jedem Tag seines Aufenthalts ein öffentliches Konzert gab, wobei gleichzeitig ein nicht vorbereitetes Programm zur EmstudieTung gelangte. 1 >as bedeutet ferner, daft fast jeder zwölfte erwachsene Jndc in Palästina ein Konzert besuchte, wenn wir iridrt die Zahl der — z. T. eigens aus dem Ausland hergefahrenen — Musikerftftusi asten berechnen-, die von Stadt zu Stadt reisten, um sieh kein Konzert entgehen zu lausen oder in einer Stadt mehrere Konzerte besuchten. Die hier angegebene Ziffer erscheint jedoch in dem Moment ah weit unterschätzt, in dem wir die Zennfansende mit ins Kalkül ziehen, die um die ürtrfsprecher in den Prrvatwohnttngen, in den Cafes und Restaurants and auf den Straßen versammelt waren, um in atemloser Stille der hervorragenden Radio-Lfebertragung aus dem Jerusafemer Konzertsaal zu lauschen, die — nach anfanglicher Ablehnung Hubcrmans — durchgeführt wurde. Trotz de» Proben- und Kowzertarheit fand Toacania* Zert föc Ausfinge ms Land, für Besuch« wichtiger jüdischer Institutionen und Einrichtungen, wohnte — stets liebenswürdig und gut gelaunt —• den zahlreichen Empfängen und Banketts bei, blieb bei der einen Gelegenheit, die skiV seinen. Künstlern nur bot, außerdienstlich mit ihm beisammen zu sein, bis drei Uhr nacht* und war bei alledem auf dem Podium von jugendlicher Elastizität. Das- Orchester hatte nkht unter seinen berühmter» Zorrresawsbrfkhen zu leiden nnd war deswegen in den ersten Proben-Tagen von Minderwertigkeitsgefühlen ergriffe», die sich in den Worte» äußerten: „Er nimmt uns scheinbar nicht ernst." Nun, man wird beute wohl nkht mehr diese Befürchtung hegen und alle werden sieb nur schwer von dem groben „Zauberer" trennen, wenn er nach der Aegypten-Tournee das Ensemble verfaßt Da» Orchester selbst wird von dort aus nach Tel-Awiw zurückkehren, um hier das nachfolgende Programm unter H. W, Steinherg und mit Adolf Busch als Solist zu spielen: Hebriden-Otivertüre von Mendelssohn, Viol in-Konzert von Brahrns, Verkehrte Nacht von Schönberg und die Polovrtzer Tänze von Rorodrn. Für die spätere Saison ist die Mitwirkring der Sopranistin Lotte Schöne, des Pianisten Möisevitsh, sowie der Konzertmeister des Orchesters Bergmann, Bernstein, Blum berg und Lotte Hammerschlag als Söhnten in Aussiebt genommen. I>as Orchester wird in dieser Saison, deren Beginn infolge der Unruhen um mehr als zwei Monate verschoben werden mußte, ans Zeitmangel nicht in der Lage sein, den zahlreichen Bitten um wertere ausländische Gastspiele nach zukommen. Nicht einmal dem nach dem hiesigen Erfolg eingetroffenen Erstreben, die Aegypten-Tournee zu verlängern, kann entsprochen werden. Man wird sich vielmehr völlig auf Paktstrna konzentrieren und anderweitige Abschlüsse erst für die nächste Saison treffen Huber man hat sieh nach Europa begeben, um dort zunächst in Athen, Amsterdam und London Konzerte zu geben, im Anschluß daran tritt er eine Australien-Tournee an. Fr beabsichtigt gleichfalls, noch vor Ablauf des Jahres nach Erez Israel zurückzukehren. Die Anteilnahme des Publikums übertraf, wie aus den bisherigen Schilderungen hervorgeht, auch die optimistischsten und kühnsten Erwartungen. Wenn wir eine liefriedigende Zahl von Mitgliedern zwar schon im November feststellen konnten, so setzte kurz nach der Ankunft Toscaninis sowie vor dem neu eingelegten Beethoven-Konzert Die „PASA" Die Jewish Agency for Palestine und die Haavara haben eine Erklärung veröffentlicht, in der die Gründung einer landwirtschaftlichen Kolonisationsgesellschaft unter den» Namen Palestine Agricultural Settie ment Association (PASA) durch die Jewish Agency bekanntgegeben wird. Aufgabe der Gesellschaft ist es, Kolonisationsprojekte, insbesondere die Schaffung von Bewässerungsanlagen, zu finanzieren. Das Oeseilschaftskapital beträgt 50 000 Pfund. Die Palästina-Regierung hat die Bewilligung zur Ausgabe von Obligationen bis zu einem Höehstbetrag von 200 000 Pfund genehmigt. Die -1 "..igen Obligationen werden nach 25 Jahren eingelöst.!>ie Dividendenzahlung beginnt nach einem Jahr und wird in den ersten fünf Jahren von der Anglo Palestine Bank garantiert. KapitaIsrückzahhmgen heginnen nach sechs Jahren. Ein Teil der Obligationen soll bereits in nächster Zeit ausgegeben werden. Nähere Einzelheiten werden demnächst bekanntgegeben werden. (Wir haben bereits vor einiger Zeit über dieses Projekt berichtet, das eine wesentliche Erhöhung des für Kolonisations/wecke verfügbaren flüssigen Kapitals verspricht. — A. d. R.) Sympathie - Erklärung amerikanischer Arbeiterführer Mr. William Green, Präsident der Arbeiterorganisation Amerikas, die fünf Millionen Mitglieder zählt, hat an die jüdische Arbeiterorganisation Palästinas zu Händen der gegenwärtig in Palästina weilenden Delegation jüdisch-amerikanischer Arbeiterschaft ein Schreiben gesandt, in dem erklärt wird, daß die Arbeiter Amerikas nach wie vor die Oflenhaltung der Tore Palästinas vertreten. Dem Mandat und der Balfour-Dcklaration gemäß müsse Palästina zur Heimstätte des jüdischen Volkes gestaltet werden. Die amerikanische Arbeiterschaft sei entschlossen, ihren ganzen politischen und wirtschaftlichen Einfluß daran zu wenden, um die Politik der Jüdischen Nationalen Heimstätte zu fördern. Das Schreiben Mr. Gleens wurde von einem Mftg'ied der judisch-amerikanischen Arbchcrdetegarion bei einem von Tausenden besuchten Eni - -mg im Großen Saal der Levantemesse in Tel-Awiw verlesen. Altpapier für KKL. Wie uns aus Tel-Awiw geschrieben wird, hat der KKL eine Aktion eingeleitet, um das Altpapier durch die Schulkinder in eigens für diesen Zweck auf den Schulhölen aufgestellten großen KKL-Kästen sammeln zu lassen. Das so gesammelte Papier wird dann an die Firma. Benno Hinch & Co, Tel-Awiw, verkauft und der Erlös dem KKL zugeführt ein derartiger Ansturm ein, daß die Organisationsbüros dem Verkauf der Karten und Zuteilung an MitgLicacr und Abonnenten (schon an sieb rricbBcfr kompliziert) nicht, mehr gewachsen war. Andererseits kann man das Gelingen der »bogen erganisatorischen Arbeit, die gleichfalls ,f»'bernrenscWiche Energien und raächtefanges Darenarbeiten er» forderte,, voll und ganz bestätigen. Zum erstenmal d&rfk?« sieb hr Palästina dieselben Begleitersclteinnagen gezeigt habe»,', wie wir sie am anderen Metropolen kennen: Kartenranb» Schwarzhandel, Einbruch in die Konzertsäle usw. In «lea. Büro«, die auf solche Panik anvorbereitet und völlig erstmalig Anforderungen amerikanischen Stils genügen sollte», spielten »ich mnbesehierbliebe Szenen ab. Natnrhch war das Büro, da» anBerdem noch den Apparat des neuen Orchesters z» betrem*» hatte und die tausend unvorhergesehenen Zwischenfälle zu beseitigen, scheinbar — und teilweise auch wirklich — jedem gegenüber „im Unrecht". (So z. B. konnte man erst nach mühsamem Erlangen der behördliche« Genehmigung icura vor dem Konzert den Bestuhlungsplan im vordere» Teil des Saabs am einige hundert Plätze erweitern, m daß Mitglieder, die bereits vor Monaten Karten bestellt und bezahlt hatten, schlechter piaciert waren, als Nachzügler, die sieb in letzter Minute meldeten.) Tiefgefühlter Dank für Huber raan und Toscanini wird« im Herzen aller Juden Palästina» haften bleiben. Manfred Gei» Hubermans Abschiedsbrief Bronislaw Kubcrman veröffentlichte am Tage seiner Abreise von Palästina in der Presse folgenden Ahsclnedsbrief: „Vor meiner Abfahrt von Palästina halte ich es für meine Pflicht, der Oeffenüichkeit zu sagen, wie teuer mir die letzte» Wochen waren. Sie haben mir auf ihren Fittichen die Verwirklichung meines Traumes gebracht. I>*9 pahistinensisebe Symphonieorehester hat seine Tätigkeit im. Lichte einer so erhabenen Persönlichkeit aufgenommen: Maestro Toscanini ist zu uns gekommen und hat mit den» Zauber seines Dirigentenstabes unsere zukünftige Tätigkeit umweht. Toscanini hat den Beschluß gefaßt, im November zu uns zurückzukehren, und das ist ein Ehrengeschenk nicht nur für das Orchester, sondern auch für den ganzen Ji*chu\r. Jeder von uns darf darauf stolz sein, daß er durch seine erhabene Begeisterung zu dem gtänzeuden Erfolge des Orchesters beigetragen hat, die Mitarbeit des grollten LHrigenten der Welt auch für die Zukunft zu erreichen. Hierdurch hat mir der Jischow den größten Lohn, den ich mir nur wünschen konnte, gewährt und mir die Möglichkeit gegeben, meine Bemühungen für die weitete Entwicklung des palästinensischen Orchesters fortzusetzen. Ich möchte meine besondere Anerkennung der Arbeiterschaft des Landes aussprechen, die ein Maß von Musikverständnis bewiesen hat, wie ich es noch in keinem Lande der ganzen Welt vorgefunden habe. Ich hoffe, daß der geistige Genuß an unseren Konzerten ihnen das Joch ihrer schweren Tagesarbeit erleichtern wird. Ich möchte allen danken, die mir dabei geholfen haben, das Orchester zn schaffen, insbesondere dem Orchesterverbandc in allen Städten Palästinas. Die Mitgliederzahl des Verbandes hat eine Höhe erreicht, die im Verhältnis zur Bevölkerungsziffer ihresglckhen nicht hat in irgendeinem anderen Lande. Ich hoffe, daß diese Anteilnahme von Jahr zu Jahr steigen wird. . rr; Zu meinem Bedauern ist der Augenblick gekommen,.in dem ich das Land verlassen muß, um meinen künstlerischen Verpachtungen in anderen Teilen der Welt nachzukommen! und weitere Freunde für mein Lieblingskind, das palästinensische Symphonieorchester, zu finden. Für die Zeit meiner Abwesenheit lasse ich mein Werk der palästinensischen Oeffentlichkeit zurück in der Ueberzeugung und im Vertrauen, daß sie es hüten, nicht vernachlässigen und nicht ohne Hilfe und Schutz lassen wird. Mit dem Ausdruck meines Dankes nehme ich von allen Abschied und sehe schon jetzt sehnsüchtig dem Tage meiner Rückkehr entgegen, die noch in diesem Jahre erfolgen wird,** Bilanz des Büchermarkts Aus Tel-Awiw wird uns geschrieben: Der „Dawar" veröffentlicht eine lehrreiche Ucbersicht über den Büchcrimport und -export Palästinas. Als statistische Unterlagen dienen die Regierimgsbcrichte, die seit 1<)2J vorliegen. In diesem ersten Berichtsjahr wurden für £ 357 Bücher exportiert, während für £ 10 000 Bücher importiert wurden. Import sowie Export steigen in den nächsten Jahren. Das Rekordjahr für den Export ist das Jahr 10'35, als für £ 13 400 Bücher exportiert wurden. Seit 1931 hält sich der Wert des Exports über £ 10 000 jährlich. Der Import erreichte seine Rekordziffer im Lahre 1031, als für C 37!05 Bücher importiert wurden. Im Jahre 1035 sank diese Zi'fer auf £ 22 000, d. h. unter die Ziffer des Jahres 1033 (£ 21 602). In dem Zeitraum W23 bis 1936 sind im ganzen für zirka £ 100 000 palästinensische Bücher exportiert worden, davon gingen für £ 46 000 nach Europa, für £ 30 000 nach Amerika und der Rest nach den übrigen Erdteilen. Dieser Export besteht wohl so gut wie ausschließlich aus hebräischen Büchern. Besonders zu beachten ist unter diesem Gesichtspunkt die sehneile Steigerung der Buchausfuhr nach den orientalischen Ländern, nach Asien und Afrika. Im Jahre 1036 war der Wert der Buchatisfuhr in diese Länder £ 136, 1927: £ 410, 1032: £ 2900, 1935: £ 5000. Besonders groß war der Export nach Aegypten und der Türkei. Von den europäischen Ländern steht Polen an erster Stelle, dann folgt England und dann Deutschland. Alle drei Länder halten sich ungefähr auf gleicher Höhe. Die anderen Länder folgen in beträchtlichen Abständen. Rußland, wo das hebräische Buch verboten und verfolgt ist, kommt unter den letzten. Der Export des Buches in Paläs'iua hat etwa 30 °Y> des Wertes des Imports als Durchschnitt aus den Berichtsjahren. Dieses Verhältnis hat sich aber mehr und mehr zugunsten des Exports verschoben. 1923 betrug er 3,5 «v, des Imports, 1931: 55 « o, 1933: 60 »'o, 1935: 64 «o. Das größte Importland ist Deutschland, dann folgt England, und dann Polen, doch sind hier die Abstände groß und Deutschland hat mehr als dreimal so hohe Werte an Büchern als Polen eingeführt. Während einige Länder, besonders Deutschland, in den letzten Jahren einen großen Aufschwung als Importeure genommen haben, sinkt Rußland, das von allen Beziehungen zu Palästina abgeschnitten ist, fast auf ein Nichts zusammen. Die Gesamteinfuhr aus Rußland im Jahre 1935 hatte einen Wert von £ 12. Während man den Export wohl durchweg auf Rechnung der Juden setzen kann, ist dies beim Import nicht anzunehmen. Hier treffen auf die Juden 85 «o, auf die Araber 10 »/» und auf die Engländer 5 »«. Die Statistik lehrt uns, wie stark die palästinensischen Juden noch kulturell mit ihren Herkunftsländern verbunden sind und wie groß und überragend die Rolle des fremdsprachigen Buches gegenüber dem hebräischen ist