Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 4 (15.1.1937)
- Date
- 1937-01-15
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU ä^^JSijj^, Nr. 4, 15. JANUAR 1933 Zur Wirtschaftslage Die Wiederbelebung der pa'ästtncnsischcn Wirtschaft, die nach Aufhören des arabischen Streiks einsetzte, hielt auch im letzten Monat an. Wenn auch allgemein festgestellt wird, daß das Wirtschaftsleben im grollen und ganzen in normale Bahnen gekommen ist, so fehlt doch immer noch der größere Auftrieb, der für die Entwicklung des Landes erforderlich ist. Mit dem Aufhören der von mancher Seite als „überstürzt" bezeichneten Entwicklung seit Herbst 1935 sind aber auch verschiedene ungesunde Erscheinungen aus dem palästinensischen Wirtschaftsleben weitgehend verdrängt worden und es ist zu hoffen, daß dies für alle Zukunft geschehen ist. Zu diesen Erscheinungen gehörte die weite Kreise der Bevölkerung umfassende Bodenspekulation, die einen großen volkswirtschaftlichen Schaden angerichtet hat und noch längere Zeit in einer Ueberhöhting der Mietspreise nachwirken wird. Ferner gehört in diese Kategorie das Ausscheiden einer Anzahl unrentabler industrieller Unternehmungen, die vielleicht bei einer länger anhaltenden Hochkonjunktur Aussicht auf Erfolg gehabt hätten, aber doch bei der Planung von vorne herein die vorläufig mögliche Entwicklung überschätzten und überdimensioniert oder unterfinanziert waren. Allerdings ist die Zahl derartiger Betriebe verhältnismäßig gering, und der größte Teil der älteren und jüngeren Unternehmen hatte gerade durch die Schwierigkeiten der Situation innerhalb des letzten Jahres Gelegenheit, ihre Widerstandskraft und ökonomische Daseinsberechtigung erfolgreich unter Beweis zu stellen. Infolge der stark geschrumpften „kapitalistischen" Einwanderung und der Beschränkungen hinsichtlich des Transfers in den Hauptaiiswanderungsländern wird die zukünftige Aufbauarbeit — abgesehen von den politischen Schwierigkeiten — nicht nur auf längere Sicht gehemmt, sondern es werden auch die bereits bestehenden Unternehmen direkt und indirekt in Mitleidenschaft gezogen, insofern nämlich, als die für die Finanzierung und für weitere Investitionen erwarteten Mittel überhaupt nicht oder nicht wie vorgesehen eintreffen und überdies die auf dem Markt auftretende Kaufkraft relativ — d. h. in beziig auf die Bevölkerungsziffer — rückläufig ist. Um dies zu beleuchten, braucht man nur -die Einwanderungsziffern und Größe der Kapitaleinfuhr mit dem Vorjahr zu vergleichen, in dem wir eine Einwanderung von 54 800 Personen während der ersten zehn Monate hatten, während in der gleichen Periode dieses Jahres die Zahl nur 20 100 war. Die Einwanderung in der Kapitalisten-Kategorie ging in den ersten neun Monaten um 50 "o zurück. Die absoluten Zahlen sunt 5071 Kapitalisten im Vorjahr gegen 258) in diesem Jahr, woraus sich schon allein ein Rückgang in der Kapitaleinfuhr um mindestens 2,5 Millionen Pfund ergibt. Dieser Rückgang vergrößert sich noch, wenn man berücksichtigt, daß im vorigen Jahre auf den Kopt des Einwanderers in der Kapitalistenkategorie nicht nur die vorgeschriebenen CP 1000, sondern im Durchschnitte i'P 2000 kamen, während es in diesem Jahre schätzungsweise maximal j:P 1500 sind. Allerdings wirkt sich dieser Rückgang der Kapitaleinfuhr durch Einwanderer nur etwa zur Hälfte auf die Zahlungsbilanz des Landes aus, da auch das Defizit der Handelsbilanz in dieser Periode um ,£P 3 Millionen geringer als in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres geworden ist. Der Außenhandel hat in den letzten Monaten eine größere Belebung erfahren, was mit dem Abbruch des Streiks zusammenhängt und mit der während der Unruhen von den Importeuren geübten Zurückhaltung zu erklären ist. So weisen zum Beispiel die Oktoberiniporte eine Steigerung von 44 °'o gegenüber September auf. Die Exportziffer ist im Oktober sogar um 80 "'a höher als im September, doch ist das insofern keine anormale Erscheinung, als in jedem Jahre mit dem Einsetzen der Zitrussaison ein sprunghaftes Ansteigen der Exportziffer zu verzeichnen ist. Generell zeigt der Außenhandel in den ersten zehn Monaten 1036 folgendes Bild im Vergleich zur gleichen Vorjahrsperiode: Der zweite arabische Zeuge (Fortsetzung von Saite 1) Erste 10 Monate 1035 1930 Import ("P 14 722 000 11 045 (XX) Export CP 3 520 000 2 504 000 Der Zitrusexnort ist augenblicklich in vollem Gange, und der verfügbare Schiffsraum ist sogar für die Quantitäten nicht ausreichend. Bisher wurden seit Anfang der Saison 2'2 Millionen Kisten verschifft, d. h. um ca. 35 o/o mehr als zu dieser Zeit des letzten Jahres. Die vor Beginn der Ernte bekanntgegebenen Schätzungen, die einen Export von zirka 0 Millionen Kisten während der Saison voraussagten, werden auch heute noch als maßgebend aufrechterhalten, obwohl ca. i/2 Million Kisten infolge von Sturmschäden für den Export unbrauchbar wurden. Im übrigen wurden die Ernteaussichten durch die schweren Regen der letzten Wochen kaum verschlechtert. Nur in einigen Teilen des Galils wurden Gemüseplantagcn in Mitleidenschaft gezogen, während im östlichen Teil des Süddistrikts die Niederschlagsmengen als zu gering bezeichnet werden. Ausreichende Regenmengen gingen im Jerusalemer Bezirk nieder, und man rechnet dort, wie im Norddistrikt, mit einer besonders guten Ernte. Was die Preisgestaltung anbetrifft, so zeigen die verschiedenen Imlices weiterhin einen steigenden Trend. Der Lebenhaltungskostenindex für November 1930 liegt um 4,3 Punkte oder 8 »0 höher als im November 1035. Die gleiche Entwicklung liegt auch beim Großhandelsindex vor, der im Oktober dieses Jahres um 8 °<> höher lag als im Oktober 1035 und gegenüber dem Vormonat eine Steigerung um 2"u erlebte. Der Geldmarkt zeigte sich im letzten Monat weiter flüssig, während der Effektenmarkt seine fesle Tendenz im wesentlichen beibehalten hat. Der Wähnuigsmittcltimlauf ist von .CP 0,04 Millionen Ende Oktober auf einen Stand von CP 5,77 Millionen Ende November zurückgegangen. Der Rückgang seit Ende März dieses Jahres beträgt 7''> "n. — Auf dem B a u m a r k t ist keine nennenswerte Steigerung der Aktivität zu verzeichnen gewesen und der Beschäftigungsgrad in der I n d u s t r i e blieb unverändert, während der allgemeine Arbeitsmarkt eine weitere Entlastung durch die Erntearbeit in den Plantagen erfahren hat. Dr. Ernst A s c h n c r, Haifa Die Aufforstungsarbcit des KKL bis Ende 5696. Zahl der gepflanzten Bäume 1 S01 565; Zahl der Anpflanzungsorte 21; Änpflanzungsfläche in Dunam 8171. Die größten Wälder des KKL: Kfar Hachorcsch 410 000, Ginegar 3%(KM), Mischmar Haemek 216 000, Ramath Jochanan 115 000, Ben Schemen 112000, Nahalal (König-Georg-Waldl 96 000. Kirjath Anawim 06 000, Sarid 7! 00(1. Die Anpflanzungen in den Wäldern des KKL wahrend der letzten Jahre: 5603: 108 000, 5604: 131000, 5605: 165 000, 5606: 273 000. Für 5607 ist ein Plan zur Anpflanzung von 400 000 Bäumen vorbereitet. Durch die Unruhen im jähre 1036 wurden in erster Linie die KKL- Wälder in Mischmar Haemek und Kfar Hachoreseh betroffen. Etwa 100 000 Bäume sind insgesamt vernichtet worden. Auni Abdul Hadi In der Mittwoch-Sitzung wurde als Hauplzcuge der Generalsekretär des Obersten Arabischen Komitees, Auni Bey Abdul Hadi, vernommen. Er erklärte, er habe aus dem im Jahre 1022 veröffentlichten Memorantlu v.'des damaligen Kolonienministers Churchill entnommen, daß ein Jüdisches Nationalheim in Palästina bereits errichtet worden sei. Die Araber wüßten, daß Dr. Weizmann den Begriff des Jüdischen National heims dahin definiert habe, daß Palästina „so jüdisch sein solle, wie England englisch". Obwohl Churchill dieser Auffassung nicht /umstimmt habe, bleibe sie weiter praktisch, in Kraft. Es gehe aber kein Volk, das sich mit einer Acndcriing seines Status in der Weise, wie dies mit dem Status der Araber in Palästina infolge der jüdischen Einwanderung geschieht, einverstanden erklären würde. Die Britische Regierung habe das Recht, aus ihrem Eigentum zu verschenken, was sie wolle, Palästina aber sei nicht britisch. England könne seine Politik in Palästina nur unter Anwendung von Gewalt durchführen. Auch die Baifotir- Dcklaration beruhe auf Gewalt. Auni Bey wandte sich dann wieder dein Cbiirchillsclien Weißbuch zu, aus dem er eine Reihe von Stellen zitierte. Er wies darauf hin, daß nach der Interpretation des Weißbuches die Errichtung des Jüdischen Nationallieims nicht bedeute, daß ganz Palästina in ein Naiionalhcim umgewandelt werden soll, sondern daß nur i n Palästina ein solches Nationalheim geschaffen werden soll. Auch andere Stellen des Weißbuches zog der Zeuge zur Stütze seiner Auffassungen heran, vermied es aber, zu erwähnen, daß in dem gleichen Weißbuch festgestellt wird, daß die sogenannte „MacMahon-Korrespondenz" aus dem Jahre 1015 sich n i c h t auf P a I ä s t i n a bezog, daß somit Palästina nicht in das Gebiet eingeschlossen wurde, für das arabische Unabhängigkeit in Aussicht gestellt worden war. Auch die Feststellung des Weißbuches, daß die Juden kraft eigenen Rechts und nicht auf Grund von Duldung nach Palästina kommen, ließ der Zeuge unbeachtet. Auni Bev führte weiter Beschweide darüber, daß der Art. 22 des Völker!) 11 n d s p a k t e s über Mandatsgebiete bei der Behandlung des Palästinamandats anders interpretiert werde als es bei der Handhabung der Mandate für Syrien und den Irak geschah. Im übrigen bemühte sich der Zeuge, demonstrative F" ordern 11 gen nach Abschaffung des Mandats, wie sie der Mufti erhoben hatte, zu vermeiden. Er suchte vielmehr in der Erkenntnis, dall er sich damit auf ein Gebiet begeben würde, welches außerhalb der Kompetenzen der Kommission liegt, die arabischen Forderungen so zu formulieren, daß sie mit den Bestimmungen des Mandats in F. i 11 k I a 11 g gebracht werden können. A.ls aber Lord Peel durch eine Reihe von Fragen auf Klarstellung des eigentlichen Sinnes der arabischen Forderungen drang, mußte Auni Bey, in die Enge getrieben, zugehen, daß sie auf Abschaffung des Mandats hinausliefen. Nachdem sich die Unhaltbarkeit der politischen Forderungen erwiesen hatte, versuchte der Zeuge die Unzufriedenheit der Araber auch w irtsrhaftlicKf zu motivieren. Er führte Beschwerde darüber, daß die Juden sich der Naturschätze des Landes bemächtigt hätten und daß zwei der wichtigsten Konzessionen, die zur Ausbeutung der Salze des Toten Meeres (Novomejsky-Konzession) und die zur Verwertung der Wasserkräfte (Ruthenberg-Werke), Juden gegeben worden seien. Damit habe man den Arabern die Möglichkeit genommen, sich in Zukunft dieser wichtigen Hilfsquellen des Landes zu bedienen. Der Vorsitzende, Lord Peel, fragte den Zeugen, ob sich denn die Araber jemals um diese Konzessionen beworben hätten. Auni Bev vermied eine direkte Beantwortung und meinte, es sei fraglich, ob die Regierung überhaupt berechtigt gewesen sei, diese Konzessionen zu vergeben. Eine weitere Beschwerde, die der Zeug-e vorbrachte, war die, daß die hebräische Sprache in Palästina als eine der offiziellen Landessprachen anerkannt wird, daß amtliche Dokumente in ihr ausgestellt werden und dafi Geldnöten und Marken auch, hebräisch beschriftet sind. Sir Laurie Hammond: Wird dadurch irgendwer beeinträchtigt? Auni Bey: Das ist Empfiiidungssaclie. Nach unserem Gefühl, ja. Ebenso wie der Mufti verlangte auch Auni Bev völlige F i n s t e 11 u 11 g der j ü d i s ch c n Ei n w a n d c 1 u n g und Verbot des Bodenverkaufs an Juden. Es sei zwar richtig, daß die Juden über die ganze Welt zerstreut sind und überall Verfolglumen ausgesetzt sind. Dies könne aber kein Grund sein, die V c r 11 i c h t u n g d e s arabischen Volkes (! — Red. WJ. R.") zuzulassen. Wohl hätten die Araber unter dem türkischen Regime zu leiden gehabt, aber sie seien Herren im eigenen Lande .gewesen. Die Araber hätten den festen Willen, auch jetzt Herren ihres Schicksals zu bleiben. Wenn die englische Regierung den Arabern in Palästina nicht Gerechtigkeit werde widerfahren lassen, dann würden die Araber versuchen müssen, sich selbst zu helfen. Ohne Gerechtigkeit für die Araber könne es keinen Frieden im Lande geben. Der Berichterstatter der Londoner „Time s" hebt hervor, daß auf die Bemerkung des Mufti, die Juden hätten durch ihre Propaganda und durch persönliche Bekanntschaft mit englischen Staatsmännern einen unzulässigen Einfluß auf die britische Politik in Palästina ausgeübt, Lord Peel geantwortet hat, ob der Mufti nicht glaube, daß G r o ß b r i t a n n i c n selbst w i s s e, was es zu tun habe. Darauf erwiderte der Mufti, die Araber können sich nur auf die von ihm angedeutete Weise das Abweichen Großbritanniens von seiner wohlbekannten Politik der Gerechtigkeit und Freundschaft mit den Arabern erklären. , Ferner habe der Mufti besonders darauf hingewiesen, daß die Araber die M o n o p o 1 i s i e r 11 n g der Naturschätze des 1 andes durch die Juden mit großer Beunruhigung sehen. Auch bedauern sie die Verwendung so heiliger Stätten wie des Gcne/areth-Sees und des Jordans -zu kommerziellen Zwecken (Anspielung auf das Ruthenberg- Elektrizitätswerk). Engländer vor der Kommission Die Konimission hat auch den englischen Historiker- Neville B a r b o 11 r vernommen, der in der Zeit der Unruhen für die Araber Partei ergriffen, eine Reihe von Zuschriften in diesem Sinn an die „Palestine Post" gerichtet und sie nachher in Broschürenform herausgegeben hat.. Barbour schlägt vor, das Mandat zugunsten der Araber abzuändern, nach dem Muster der Jewisli Agencv auch eine Arab Agency zu schaffen und die Einwanderung so zu regeln, daß die jüdische Bevölkerung niemals mehr als 85 "o der arabischen ausmachen kann. (Wir haben in Nr. 101 der „J. \t." 1036 S. 12 einen charakteristischen Artikel Barbours aus der Zeitschrift „Palestine and Transjordan'' wiedergegeben. — A.d.R.) Ferner gehörten zu den britischen Zeugen mehrere M i s s i o n a r e, die zwar von vornherein nicht für die Forderungen eines der beiden Bcvölkenmgstcile eintreten, aber ihre Tätigkeit vorwiegend in den arabischen Kreisen ausüben, so «laß angenommen werden muß, daß sie in ihren Aussagen mehr Verständnis für den arabischen als für den jüdischen Standpunkt gezeigt haben. Die Aussagen von Bentwich Die hebräische Presse äußert sich sehr scharf zu einer Meldung, wonach Professor Norman Bentwich im Verlauf seiner Vernehmung vor der Kgl. Kommission, die unter Ausschluß der Oeffentlichkcit erfolgte, die Begrenzung der jüdischen Einwanderung auf höchstens 40 "0 der Gesamtbevölkerung vorgeschlagen haben soll. Die Presse weist darauf hin, daß in seiner Eigenschaft als ehemaliger Assistent des Kommissars für Auswanderer aus Deutschland (James MacDonald) Herr Bentwich die Dringlichkeit jüdischer Einwanderung nach Palästina verstehen müßte. Professor Bentwich hat eine Erklärung veröffentlicht, in der die Richtigkeit der Meldung über seine angeblichen Aussagen kategorisch abgestritten wird. Naschaschibi räumt das Feld Nach „Palcor" verlautet, daß Ragheb Bev Nascha« s c h i h i sein Amt als Führer der arabischen Verteidigungspartei niedergelegt hat und sieh auf eine längere Europa reise begibt. Dieser Schritt erfolgt als Ergebnis des Mißlingens seiner Bemühungen, die Stellung des Mufti innerhalb des Obersten Komitees zu schwächen, sowie infolge des Beschlusses des Komitee«, sämtliche arabische Zeugen in öffentlichen Sitz 11 n g c n der Kgl. Kommission aussagen zu lassen; auf diese Weise ist jede Möglichkeit, den Mufti gegenüber der Kommission anzugreifen, unterbunden worden. 1s verlautet, daß die Verteidigungspartei aufgelöst und von den Führern der Nabluser Partei in dieser Stadt, wo die Mufti-gegnerischen Elemente am stärksten sind, reorganisiert wird. Von der Woche Der High Com missioner, der Montag den Hafen in Jafta besuchte, besichtigte nachher eine jüdische Fabrik m Nachlath Jizchak und nahm das Mittagessen in Tcl- Awiw ein. Am Nachmittag machte er einen offiziellen Rundgang um das I iafengeländc in Tel-Avviw. Die Tageszeitung „Haarcz"' meldet, daß der Sekretär der Palästhiaregicruug, Max N u r o k, der bekanntlich Jude ist, zum Vizesekretär in Tanganyika ernannt worden ist. Die Meldung des „Dawar'', Ninok werde nach Palästina wieder zurückkehren, treffe nicht zu. (Damit würde der letzte höhere jüdische Beamte aus der Verwaltung verschwinden. — A. d. R.) Nach dem Finanzbericht der Palästina-Regierung für das I inanzjahr 1«H5 36 betrugen die Reserven der Regierung am 31. März 1036 6 276 810 Pfund. Der im Finanzjahr erzielte Ueberschuß betrug 1 531 255 Pfund. Einer Meldung der Tageszeitung „Felcstin" zufolge hat die Palästina-Regierung Staatslandcrcien im Ausmaß von 200 Dunam in der Nahe des neuen I Ingplatzes von Lvdda dem britischen Klub für Pferderennen zur Verfügung gestellt. Weitere II 1111 d e r t e v o n jüdischen Arbeiter n sind aus den Städten in die Siedlungen uberführt worden, um hu der O r a n g e 11 e r n t e mitzuhelfen. Heber 1000 städtische Arbeiter sind somit in den Orangcnpf lanzungen beschäftigt. Das Ergebnis einer von der Jewish Agency durchgeführten Zählung der landwirtschaftlichen B e v ö I k e - rung weist eine Bevölkerungsziffer von 105 000 in 203 jüdischen Siedlungen für Ende 1036 auf, gegen 30 000 in 110 Siedlungen im Jahre 1027, also eine Vermehrung um 227 «sl). Bei einem Fußballwcttspici, das in Tibcrias zwischen einer jüdischen Mannschaft und einer Mannschaft der dortigen britischen Garnison stattfand, wurden die jüdischen Spieler von arahischen Zuschauern auf em gegebene« Signal hin mit einem Steinhagel überschüttet. Die Angreifer wurden von der Polizei entfernt, setzten jedoch später ihre Exzesse in der Stadt fort, wo sie die Fenster mehrerer jüdischer Häuser einwarfen. Sie wurden von Polizei auseinandergetrieben. Ein Araber wurde hierbei verwundet, mehrere festgenommen. Wie Palcor berichtet, beabsichtigt eine Gruppe palästinensischer Juden die Herausgabe einer Tageszeitung in arabischer Sprache, die der Förderung der jüdisch-arabischen Beziehungen dienen soll. Das neue Polizeigericht in Petach Tikwah hat seine Tätigkeif aufgenommen. Vorläufig sollen vor dem Gericht Kriminalfäile verhandelt werden. In der Alfstadt von Jerusalem wurde der 35jährige Kaufmann Ephraim Jehoschua David von einem Araber überfallen, der ihm Vitriol ins Gesicht spritzte. David erlitt schwere Verletzungen. Der Angreifer verübte gleichzeitig auch ein Attentat gegen den Juden Chawiw Schochani, der leicht verletzt wurde. Der Attentäter wurde durch einen anwesenden Juden festgenommen. Zwei bewaffnete Araber, von denen einer als britischer T'olizist verkleidet war, überfielen in der Nähe von Akko einen Araber, den sie seiner Barschaft beraubten. Die Haifaer Zigarettenfabrik „Karamen", die Hunderte von Arabern beschäftigt, wurde Montag ohne vorherige Ankündigung geschlossen. Es verlautet, daß der Besitzer sieh zu diesem Schritt entschlossen hat, nachdem arabische Nationalisten ihn wiederholt mit hohen Beiträgen zu den Fonds der Terroristen belegt hatten. In der Nähe von Nablus wurde ein arabischer Schafhirt von Viehdieben ermordet. Auf der Landstraße zwischen Haifa und Newe Sha'anan wurde ein Jude von vier bewaffneten Arabern überfallen und um eine geringe Geldsumme beraubt