Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 4 (15.1.1937)
- Date
- 1937-01-15
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 4, 15.1.1937 verfrüht, auf Einzelheiten einzugehen. In einem Punkte werden sich aber alle Teile einig sein: die arabischen Thesen sind für die Juden völlig unannehmbar. Bei der Unabhäiigigkeitserklärung des Irak, das der Mufti als Vorbild angeführt hat, haben christliche Minoritäten sehr traurige Erfahrungen machen müssen. Daß die Juden, die, gestützt auf Englands völkerrechtlich verankertes Versprechen, nach Palastina gekommen sind, in eine Lage versetzt werden ähnlich der der Minderheiten im Irak, wird wohl kein Engländer akzeptieren. Gegenüber den starren arabischen Forderungen können die Juden nichts tun, als ihr Recht und ihre Ansprüche mit Würde und Einsatzbereitschaft verteidigen. Millionen von Juden sind heute mit Begeisterung für die Errichtung des Jüdischen Nationalheims und für die Wiedergeburt eines echten jüdischen Volkslebens erfüllt. Eine in verschiedenen Diasporaländern lebende Masse von verzweifelten jungen Juden ist entschlossen, sich ein neues Leben zu erkämpfen. Dieser .Wille ist eine Macht. Und dahinter steht die Solidarität des Volkes, das heute in allen seinen Teilen in dieser Frage gewiß eine Einheitsfront bildet. Die jüdische Politik ist aber nicht nur von Entschiedenheit, sondern auch von Einsicht geleitet. Ebenso wie die oft wiederholte Erklärung, dali die Bewohner Palästinas nicht aus dem l ande verdrängt werden sollen, ehrlich gemeint ist, so würdigen die Juden auch den gewaltigen Prozefi der Auferstehung des Islam und des Orients und verstehen die Notwendigkeit eines Ausgleichs dieser orientalischen Mächte mit Europa. Sie wollen n i c h t d i e Opfer dieses Ausgleichs sein, sondern seine Träger und Stützen. Daß die Untersuchungs- Koiumission eine Politik empfiehlt, die England in scharfen (iegensatz zu den arabischen Ländern bringen würde (etwa Aussiedlung der palästinensischen Araber gegen ihren Willen) ist sehr unwahrscheinlich; Sache der jüdischen Interessen Vertreter kann es also nicht sein, der Kommission (wie UssUchkiii zu befürworten scheint) solche Vorschläge zu unterbreiten, sondern möglichst klar die Ocdauken herauszuarbeiten, die das Jüdische Nationallidni in das System einer allgemeinen 13 e - friedung des Vorderen Orients einfügen können. Die letzten Wochen haben bewiesen, daß keineswegs nur das Jüdische Nationalheim der Anlaß von Spannungen im Nahen Orient ist. Beim Streit um den Sandschak Alexandreitc kam es zu einem Zusammenstoß zwischen arabischen und türkischen Interessen, ähnlich wie vor zwölf Jahren beim Streit um M o s s u 1. Die neue Türkei, die nach dem Kriege als erster orientalischer Staat eine völlige Modernisierung nach europäischem Vorbild durchgeführt hat, ist stets von den anderen Orientstaaten als Schrittmacher betrachtet worden, trotz der Differenzen, die durch die religiousfeindliche Haltung der Türkei entstanden waren. Das Bündnis zwischen der Türkei, Irak, Iran und Afghanistan, das noch durch den Anschluß Ihn Sauds verstärkt werden sollte, schien eine neue Epoche einzuleiten. Daß im Grenzgebiet Nordsyriens der Konflikt akut wurde, ist ein neues Symptom einer noch nicht völlig geklärten Lage. Der Mufti hat — u. E. fälschlicherweise — behauptet, die Araber Palästinas hätten während des Weltkrieges auf Seiten Englands gestanden und einen Befreiungskampf gegen die Türkei geführt. Fest steht jedenfalls, daß den Arabern jenes Maß von Freiheit, das sie heute besitzen, als Frucht des Weltkrieges in den Schoß gefallen ist. Aber das Erbe des zerfallenen Ottomanischen Reiches ist noch nicht völlig bereinigt. Ueberraschend schnell wird aus den Trümmern neues Leben. Es ist keine abgeschlossene Weit, sondern eine werdende Welt. Und in ihrem Rahmen kann und muß das jüdische Volk, das über grolle, durch, die Entwickhing in anderen Ländern freigewordene Kräfte verfügt, die Möglichkeit zur Mitwirkung und friedlicher Kooperation erhalten. Aufnahme der Palästinenser abgelehnt Vom Kongrcfl der internationalen Studenteakonföderatioa Nachdem auf dem Wiener Kongreß der Internationalen Stiidcnlenkonföderation (Confcderafiori Internationale des Efudianis) uber den Antrag des palästinensischen Vertreters Daniel Sher, die pal.islinetisische Studentenschaft als ordentliches Mitglied der Konföderation aufzunehmen, eine eingebende Dehatte stattgefunden hatte, wurde der Anfrag in der letzten Sitzung mit einfacher Stimmenmehrheit abgelehnt. Für den Antrag stimmten England, Frankreich, die Tschechoslowakei, Belgien, Griechenland und Luxemburg; gegen ihn Lettland, die Schweiz, Litauen, Finnland, Bulgarien, Oesterreich, Ungarn und Italien. Die Vertreter der Studentensehaft Deutschlands nahmen an der Abstimmung nicht teil. Nach der Schlußsitzung hielten Vertreter einzelner Staaten Reden, die vom Wiener Rundfunk übertragen wurden. Auch der Vertreter der palästinensischen Studentenschaft hielt eine Ansprache in Hebräisch. Es war das erste Mal in der Geschichte des österreichischen Rundfunks, daß eine hebräische Ansprache übertragen wurde. Der palästinensische Delegierte dankte für die erwiesene Gastfreundschaft und betonte die Verbundenheit der Studentenschaft Palästinas mit der gesamten Kutturwelt. Die Studentenschaft Palästinas werde sich bemühen, auf allen Gebieten des menschlichen. Wisser» tmd Strebens der Wahrheit und dem Frieden zu dienen. Die Amerikareise Dr. Weizmanns Es verlautet, daß Dr. Weizmann am 23. Januar eine Reise nach den Vereinigten Staaten antreten werde. Dr. Weltmann soll, wfe schon berichte*, an der amerfkaokebere Landeskonferenz für Palästina, die bald nach seinem voramskhffichen Eintreffe» in Washington stattfinden wird, als Ehrengast teilnehmen- Weümaan wird In Wa$amtfton auch Besprechungen Ober Unterstützung Amerikas för die Jüdische Palästina-Sache abhalten. (Die Korrlerenz sollte am 17. 4. JH. stattfinden, ward« aber offtenbat Westes WeboHM Vettaiderung mmbshm mm A. <L §4 Neues aus Italien Der neue Oberrabbiner — Das Rassengesetz — „Die göttlichste aller Muse«" Von unserem Berichterstatter Kr. Rom, 12. Januar Der vor einigen Wochen ernannte Oberrabbiner von Rom, Davide P r a t o, der auf eine mehr als zehnjährige Tätigkeit als Oberrabbiner von Alexandrien in Aegypten zurückblicken kann, ist dieser Tage in Italien eingetroffen. In Alexandrien bereiteten ihm sowohl die Stadtverwaltung wie die jüdische Gemeinde und verschiedene Wohlfahrtsorganisationen ebenso eindrucksvolle wie großartige Abschiedskundgebungen. Er fuhr Ende Dezember mit seiner Frau zu einem kurzen Aufenthalt nach Palästina, wo er u. a. auch den Toscanini-Konzertcn beiwohnte. Prato ist oft in Palästina gewesen und ist ein vorzüglicher Kenner der Verhaltnisse in Aegypten und im östlichen Mittelmeer. Er ist während seiner Ferienaufenthalte in Italien verschiedentlich von Mussolini empfangen worden. Rabbi Prato tritt in einem überaus wichtigen Moment sein neues Amt als Oberrabbiner von Rom an. In jüdischen Kreisen setzt man großes Vertrauen in ihn. * Vom italienischen Ministerrat wurde (wie bereits aus den Tageszeitungen bekannt, — A. d. R.) dieser Tage auf Vorschlag des Kolonialministers Lessona ein Rassengesetz gegen die Mischling von Weißen und Farbigen in den italienischen Kolonien beschlossen. Das „Giornalc d'Italia" bemerkte dazu in einem Kommentar: „Es ist eine nationale Pflicht, die italienische Rasse und ihre charakteristischen Qualitäten vor der Vermischung mit den schwar/en Rassen zu schützen. Die Tatsache, daß man jetzt mit einem scharfen Schnitt die Weißen von den Schwarzen innerhalb des Kolonialgchie'es trennt, bedeutet keineswegs die Aulrichtung eines gewalttätigen und auf Unterdrückung bedachten Regimes. Die Farbigen können mit ihren Frauen und Kindern frei leben. Niemand wird sie anrühren. Im Gegenteil, man will sie auf ihrem demographischen Platz lassen und ledig ich die Kreuzungen, d. h. die Erzeugung von anthropologisch und psychisch minderwertigen Mischlingen vermeiden, die auf Grund von Erfahrungen, die man damit anderwärts gemacht hat, nur ein unzufriedenes Unruhcelcment darstellen würden. Zum Nachteil der Schwarzen ebenso wie der Weißen." Die ganze Frage ist in Abessinicn akut geworden seit der Besetzung durch italienische Truppen und dem Einsatz großer italienischer Arbeitermassen, die heute bereits die stattliehe Ziffer von 130 000 erreichen. Die wenigen weißen Frauen, die sieh einstweilen in Italicnisch-Ostafrika befinden, stehen dazu in einem krassen Mißverhältnis. Kolonialminister Lessona erwähnt in einem dieser Tage in der italienischen Presse erschienenen Artikel, daß in der früheren, an Abessinicn grenzenden italienischen Kolonie Erythrea bereits mehr als 1000 verlassene oder allein von der Mutter versorgte Mischlinge existieren, zu einer Zeit, als die italienische Militärplus Zivilbesatzung die Zahl von 3500 Männern nur knapp erreichte. Diese Ueberlegung und die heute aus dem besetzten Gebiet vorliegenden Nachrichten haben die Regierung zu der Rassengesetzgebung veranlaßt. Das Gesetz verbietet übrigens nur den außerehelichen Verkehr zwischen Weißen und Schwarzen, nicht die eheliche Verbindung. Letztere ist allerdings viel seltener. Ein Verbot der Eheschließung würde gegen das zwischen Italien und dem Vatikan geschlossene Konkordat verstoßen, worauf die italienischen Zeitungen bei dieser Gelegenheit ausdrücklich hinweisen. * Der Abschluß des anglo-italienischen Mittelmcerakkords hat, wie vorauszusehen war, auch eine Besserung des Verhältnisses zwischen Italien und Palästina herbeigeführt und außerdem zu einer objektiveren und gerechteren Würdigung der Vorgänge in Erez Israel beigetragen. So schreibt z. B. der ,,Popolo di Roma" in seiner Ausgabe vom 12. Jamiar in einem Leitaufsatz, in dem das Blatt die aktuellen Probleme des Orients aufrollt: „In einein Land, das noch vor wenigen?* Jahren eine Wüste war, haben die zugewanderten Juden Städte gegründet, Boden verbessert, Wasserleitungen gebaut und sogar eine große Universität errichtet, die eine seit Jahrhunderten tote Sprache wieder zum Leben erweckt hat: die Sprache ihrer Urväter. Mau mag vielleicht die Juden nicht lieben, aber man kann nicht umhin, das einzigartige Genie dieses Volkes und den Beitrag zu bewundern, den sie für die Zivilisation der ganzen Welt geleistet haben. Und man kann nur mit aufrichtigem Erstaunen feststellen, was sie in Palastina geleistet haben." Das römische Blatt kommt dann auf die Gründung des Hubcrman-Orchesfers und die Toscanini- Konzerte zu sprechen und schreibt: „fn einem Land, das zu den traurigsten und verlassensten Gegenden der Welt gehörte, hat ein kleiner Haufen von Männern einen Altar der göttlichsten aller Musen errichtet. Ist das nicht tief beeindruckend und geradezu erschütternd? ist es nicht tiefbeeindruckend, die Töne der Fünften Symphonie zu erleben, dort, wo man noch vor wenigen Jahren nur das einfache, hilflose Instrument einer Hirtenflöte hören konnte? Aber der arabische Nationalismus ist taub und verbohrt. Gegen das Orchester Hubermans wußte er nichts anderes als einen Haufen Steine zu schleudern. In nichts kommt die Haltung der beiden Rassen besser zum Ausdruck, zum mindesten was die geistigen Probleme angeht." -- Diese geradezu enthusiastische Anerkennung der jüdischen Leistung in Palästina durch eine große und verbreitete italienische Zeitung erfüllt uns mit aulrichtiger Freude. Angesichts der Tatsache, daß die Auseinandersetzung zwischen Juden und Arabern in Palästina noch lange nicht beendet sein dürfte, ist die Haltung Italiens in diesem Konflikt nrtd die Beurteilung, die er hierzulande findet, von höchster Bedeutung. Ussischkins politische Haltung Mi C9 Warum er vor der Kommission nicht ausgesagt hat Auf einer m Tel-Awiw abgehaltenen Konferenz der Allgemeinen Zionisten (Gruppe B) Palästinas äußerte sich der Präsident des Jüdischen Nationalfonds und Vorsitzende des Zionistischen Aktions-Cornites, M. M. Ussischkin, in umfassender Weise über seinen Standpunkt gegenüber der Art, wie die jüdischen Interessen vor der Kgl. Kommission vertreten wanden. Diese Retle verdient Interesse auch bei denen, die die politischen Meinungen Ussischkins nicht teilen. Sie gibt zugleich ein Bild der inneren Auseinandersetzungen im zionistischen Lager. Im Juni des vergangenen Jahres, so führte Ussischkin aus, als bereits feststand, daß die Kgl. Kommission nach Palästina kommen werde, habe die Exekutive bereits begonnen, ihr Material vorzubereiten. Damals habe er, Ussischkin, Zweifel daran geäußert, ob es zweckmäßig sei, solche Vorbereitungen zu treffen, bevor man wisse, was man sagen wolle. Auch gegenüber dem Aultreten gewisser Persönlichkeiten vor der Kommission habe er Bedenken geäußert. Ich habe, fuhr Ussischkin fort, folgende Grundsätze aufgestellt: 1. Wir dürfen vor der Kommission nicht als Beschuldigte, sondern müssen umgekehrt als Ankläger erscheinen; das ganze Material muß daraufhin zugeschnitten sein. 2. Wir müssen England klar und offen sagen: Im Verlauf von 18 Jahren hat man vier Pogrome gegen uns durchgeführt. Wie immer man das Mandat interpretieren möge, hat sieh England vor allem verpflichtet, Leben und Eigentum zu schützen: das hat es nicht getan, entweder weil die Verwaltung unfähig war oder weil sie es nicht gewollt hat. Im ersten Fall hätte man die Verwaltung ändern müssen, im zweiten Fall offen Anklage gegen England erheben. Ich glaube kaum, daß schwere Unruhen ausbrechen können, wenn die englische Verwaltung es nicht will. Was den Boden betrifft, so müssen wir folgende Beschwerden erheben: Als ihr eure Zustimmung zur Errichtung des Nationalheims gegeben habt, wußtet ihr, daß man nicht in der Luft baut, sondern auf dem Boden. Jedes Feld und jeden Sumpf haben wir mit Gold aufgewogen und ihr habt, statt uns zu helfen, uns nur schwere Steine in den Weg gelegt, um das Land zur Hölle zu machen. Nicht wir sind die Schuldigen, sondern ihr. In beziig auf die Einwanderung wäre es unsere Aufgabe, alle Bedrückungen und Einschränkungen gegen die Alijah darzustellen: Statt dessen hat man die Darlegungen in der Richtung des „Wir sind nicht schuld" geführt und gewissermaßen Kurse für Palaatinakumde für die Kgl. Kommission eingerichtet. Manche Lehrer hatten dabei Erfolg, andere nicht. Aber die Schüler langweilen sich und sind dieser Kurse überdrüssig. Nachdem Weizmann sein ausgezeichnetes und wunderbares Referat gehalten hatte, sagte ich ihm, er hätte über zwei Dinge nicht spreche» »dien: 1. darüber nicht, daß die Regierung für die Araber zu wenig getan habe. Nicht die Aufgabe unseres Präsidenten sei es gewesen, dies zu sagen, sondern des Mufti. Wenn man sich die Ansicht Weizmanns zu eigen mache, werde mau den Arabern mit unserem Geld helfen; 2. über Transjordanien; ich war der Ansicht, man hätte zwar diese Gedanken äuffern können, jedoch in anderer Form. Man hätte der Kornmission sagen müssen: Seht, wa» ihr um mit der Balfoui-IJeklaration gegeben habt tmd was daraus geworden ist. Im Aktions-Comite habe ich manchmal fn scharfer Form feredet. Ich habe mit Dr. Ruppin über seine Absicht disrrrieri, nachzuweisen, «faff gering Boden vorhanden ist, und daß wir die Araber nicht ausbeuten. All dies, habe» wir tc&on vor der Shaw-Kommissi« dargelegt. Es hat keinen Sinn, mit Tabellen zu operieren, denen andere gegenübergestellt werden, Wir müssen erklären, daß zwar unserer Met» nung nach für die Araber Platz im Lande ist, wenn aber die Regierung anderer Meinung sei, dann müsse sie den Arabern Boden beschaffen, aber nicht auf unsere Kosten. Es gibt ein arabisches Volk, das sieh über den Irak, Syrien, Aegypten und Saudi-Arabien erstreckt und weite Landereren besitzt. Und es gibt ein Volk, das nichts besitzt außer dem Stückchen Boden für ein Grab; ist es Gerechtigkeit, eine solche Stellung zu ihm einzunehmen? Das hätte der Weg unserer Argumentation sein müssen und nicht ein Operieren mit Zahlen und Tabellen. Die Gegenseite im Aktions-Comite erklärte, eine solche Argumentation sei gefährlich, und ich blieb mit meinen Anschauungen allein. Hätte meine Ansicht gesiegt und hätten die anderen ein und dieselbe Sprache gesprochen, dann wäre a u c h i c h vor der Kommission erschienen; so habe ich es unterlassen. Vor sieben Jahren, erklärte Ussischkin zirm Schloff, war die Shaw-Kommission hier. Vorsitzender de* Exekutive war damals Harry Sa eher. Man wandte »ich an ihn mit der Bitte, daß Jabotinsky und ich eingeladen werden mögen, vor der Kommission aufzutreten. Was Jabotinsky betrifft, so antwortete Sacher, werde er es sich überlegen; was mich betrifft, antwortete er: nein! Seine Ueberfcgung war die: Wenn Jabotinsky aussagen wird, dann wird man nachher erklären können, er sei der Führer der Opposition; werde aber ich sprechen, dann werde «an schweigen müssen. Dasselbe bat sich fetzt wfe der holt. Oerade weil ich Vorsitzender des Aktions-Comites bin, darf ich keine Spaltung in die Bewegung tragen. Entweder wir kommen zu einer geschlossenen Ansicht, oder ich muß schweigen, fn einem Augenblick des Kampfes auf Leben und Tod gilt als oberster Grundsatz: innere Einheit! Erzhmof Friedrich und <6e Juden, lieber da» VerfcSKn» des jüngst verstorbenen Feldmarsehalls Erzherzog Friedrich zu den Juden veröffentlicht, wie uns aus Budapest geschrieben wird, Clotilde Benedikt folgende Anekdote: Erzh. Friedrich besuchte, solange er in Preß bürg residierte, alljährlich den Pu rim baff. Ate er einmal wegen einer „Panne" efnen Mietwagen nehmen mußte und mit demselben sehr zufrieden war, fragte er den Kutscher, einen Juden, welche besondere Onade er ihm außer «fem Lohn erweisen könne. Der Mann erbat sich, daß der Erzherzog die '„Schul" seines Heimatortes im Burgenland einmal besuche, uud pünktlich fand sich der Er/herzog schon am nächsten Schabbat in einer der „sehäwigen" kifles (Schewa kehilfofh — Siebengemcindem heißen die — früher dem Protektorat des Fürsten Eszterhäzy unterstellten — sieben orthodoxen Gemeinden des jetzigen "Bttrgenlandes) ein. Der Erzherzog zeigte atch darin als würdiger Neffe und Nachfolger seines Onkels, Erzto. Albrecht, dessen Leibjäger, eine allen Artwienern bekannte, stattliche Gestalt« ein orthodoxer polnischer Jude war, dem die Schabbatruhe gestattet war. A. F. HauptieHiiltleite! Dr. Robert W«ltsch, Berlin-Charfottenburg 9 (auch Tvatrtwertlicb Kr die Aufnahm« von Bildern*. Stellvertreter: Kurt Loewenstein» Berlin W 15. AnzngenleiteT und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Hermann F i n n, Berlin W 15. Gültig Anzeigen Preisliste 5 vom 1. Apnl 193a Vertag und AnteißenveiwaJuing: Tadwehe Rundschau, Berlin W18, Meinefcestt. 10, JX4, Comb« 34 Sil — Druck: Siegfried Sehlem, Bla.-SchöaetKr*