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Jüdische Rundschau · 1937-01-12 · Heft 3 (12.1.1937) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 3 (12.1.1937)
Date
1937-01-12
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 3, 12.1. 1937 Forderungen an die Regierung Im „Busteuai" klagt Smilanski bitter über die mangelnde Autorität der Regierung, die zu Zustanden geführt hat, die fast wie eine Erneuerung der Unruhen aussehen: Die Tatsache, daß die Zahl der Radikalen unter den Arabern ständig wachst, erregt Besorgnis und Schrecken. Besonders die arabische Jugend ist ganz dem Radikalismus verfallen. Jetzt werden auch die gewöhnlichen Rauberbanden glorifiziert, die ans versprengten Resten der Freischärler Zuzug erhalten haben. Schlimmer noch ist, dal} der Radikalismus von außerpalastüicnsischen Ländern moralisch und materiell unterstützt wird. Menschen, Geld und Waffen strömen ins Land. Es ist schwer zu verstehen, warum es nicht möglich ist, diesen Zustrom zu unterbinden. Der Regierung ist die Rolle, die a u ständische Araber in den letzten Un- Tuhcn gespielt haben, doch sehr gut bekannt. Die Juden können wenig tun, um der drohenden Gefahr zu begegnen. Sic sind wie Gefangene. Das Verbot des Waffenbesitzes, der unter hohe Strafen gestellt ist, trifft sie in gleicher Schwere wie ihre Angreifer; ja es trifft sie noch schwerer, denn diese können in Oehiigsliöhleii flüchten, die Verteidiger aber sind an Hehn und Familie gebunden, und im lall einer Uebcrtrefung leicht zu fassen. So lastet die ganze Aufgabe und die volle Verantwortung auf der Regierung, die schnell zugreifen muß. Schon allzuviel hat sie "an Prestige eingebüßt. Die früheren Araberunruhen waren von dein Ruf begleitet: „Die Regierung ist mit uns!" und auch die letzten begannen so. Jetzt aber herrscht unter den Arabern das Gefühl, daß es keine Regier u n g g i b t, daß es keine strafende Hand gibt, und die arabischen Demagogen sprechen geringschätzig von der Regierung. Und auch in die Reihen der Jugend ist diese Einschätzung der Regierung schon gedrungen, denn viele f at.-;n!n u f.nul «aitz unerklärlich. Wie konnte Kaukji vor den Augen der 1 -.ngiauder fliehen, wie konnte der von England .")Iihani;iIrak es wagen, ihn mit königlichen Ehren zu empfangen:' Wie konnten die Waffen in den Händen der Araber bleiben, 11 sieh in ich vermehren? Wie können die Reste der Terroristen noch bis heute tätig sein, sei es als Räuber, sei es als Bedrücker und t rpresser friedlicher arabischer Dorfer? Wenn dies alles polnisches Kalkül ist, so ist es ein verfehltes. Durch schwache I laltung wird man dieses Feuers nicht Herr werden, man wird es nur immer heftiger entfachen. Angesichts der gelahrvollen Lage seh!.igt Smilanski folgende M a II n;. It tu c n vor: I. Die Regierung soll auf ihre Kosten und unti r ihrer Aul-icht die 'MX) jüdischen Hilfspolizisten, die wahrend der Unruhen eingestellt wurden, unter W.iflrn und im Dienst halten. 2. Die Regierung soll die jiuiisi hen Kriegsteilnehmer bewaffnen, ohne sie augenblicklich zu aktivem Dienste heranzuziehen. 3. Die Regierung soll die verdächtigen Elemente aus der Polizei entfernen, die sich wahrend der Unruhen nicht objektiv gezeigt und nicht bewahrt haben. 4. Die Regierung soll energisch gegen die Rauher und Terroristen vorgehen, die jetzt noch das Land bcdiölten. Sie müssen leicht zu fassen sein, denn sie können um diese Jahreszeit nicht im Freien leben und haben sicher ihre lilupfw inkel in den Dörfern. 5. Das Heer muß von jeder Nebcuaufgahe befreit voll für den Sicherheitsdienst zur Verfügung st,hen Wenn solche Maliregeln schnell ergriffen und durchgi luhrt werden, laßt sieb die drohende Gefahr noch aufhalten. Die weltpolitische Bedeutung Palästinas Im Dezember-Heft der „Empire Review" veröffentlicht Lord Melchett unter «lern Titel ,,Palästina und die Juden" einen Aufsatz, in dem er u.a. schreibt: Notwendig ist die starke und positive Entwicklung eines wirklichen Nationalheims — die Schaffung neuen Landes mit einem neuen Volk im ostlichen Mittelmecr. Diese Notwendigkeit werde unterstützt durch die unhaltbare Lage der Juden in den meisten Landern, [ ine Beschränkung der Einwanderung würde nur das Problem sowohl in Palastina wie in Europa verschärfen. Die Juden aller Länder, die nach Palästina kommen, kämen nicht nk Polen, Engländer, Amerikaner usw., sondern nur als Juden dorthin und fühlen sich dem britischen Volk zu Eiank verpflichtet und vertrauen darauf, dal! England ihnen Sicherheit und Schutz gewahre. So sind die Juden eine potentielle Quelle der Kran im Empire. Was Palästina braucht und was England braucht, ist eine jüdische Einwanderung, die zu einer hohen Entwicklung des Landes führt und es instand s.'t/i, sich selbst ohne Kosten für das Empire Ökonomist h und strategisch zu erhalten. Die Juden könnten Seite an Seite mit den Arabern das Land zu gioßer Blüte fuhrt n. Die luden wollen das Luid nicht beherrschen und die Araber ha Ix n ein Recht aui Parität ebenso wie auch die Juden. Aber es handle sich nicht nur um die Frage der Parität. 1 s geiie um die Möglichkeit der jüdisc h e ii t i ii w a ii il e r u it g. Bei der I \i-tcnz von vier arabischen Ren hen bestehe für die Araber keine Notwendigkeit, nach Palästina einzuwandern. Die groben arabischen <'«-biete stehen ihnen oiten und warten auf ihre Erschließung. Es sc: daher möglich, das Prinzip einer großen jüdischen Einwanderung an zu er kennen. Die Situation auf dem Arbeitsmarkte J < r u -all in. (I'aleor.) Die Gesamtzahl der Arbeitslosen Palästinas betragt heute 2*>U0, von denen sich 1400 in Tel-Awiw befinden, ">00 in Ilaila und 400 in Jerusalem. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen ist heute nach den Ziffern der Histadruth niedriger als am Atifang des Jahres 1936. Die Zahl der arabischen Arbeiter, die in jüdischen Pflanzungen beschäftigt sind, hat sich nach dem Ende des arabischen Streiks nicht sehr erhöht, und die jüdisenen Arbeiter, die während des Streiks an die Stelle der arabischen Arbeiter getreten sind, sind fast sämtlich auf ihren Arbeitsplätzen gebliehen. Die Zahl der arabischen Arbeiter kann sich jedoch heute im Zusammenhang mit der Pflücksaison erhöhen, in deren Verlauf, wie sich zeigt, ein Mangel an jüdischen Ar nritskräften vorbanden sein wird, insbesondere infolge des letzten niedrigen Zcrtifikatschcdulcs. Die Zahl der jüdischen Arbeiter in den Häfen hat sich bedeutend erhöbt. Im flailaer Halen sind heute 720 jüdische Arbeiter beschäftigt, im Tel-Awiwer Hafen 250. In den Steinbrüchen sind heute 550 jüdische Arbeiter beschäftigt. Bei Rcgieru n g sarbeiten sind gegenwärtig 2000 jüdische Arbeiter beschäftigt, darunter zirka 1000 bei den verschiedenen Arbeiten für das Heer. Es bestünde die Möglichkeit, bei Regierungsatbeiten eine viel größere Zahl jüdischer Arbeiter zu beschäftigen, und sehr häufig wurden jüdische Arbeitsplätze an Araber gegeben aus Mangel an jüdischen Arbeitskräften, weil es nicht immer möglich ist, Arbeitslose von einem Platze zum anderen zif bringen. Vor kurzem wurde in Haifa, Massadastraße, ein Heim für ältere Damen, Herren und Ehepaare eröffnet. Das Heim steht unter Leitung des Arztehepaares Dr. Theodor Hertz. Vom 2. bis 15. Januar stellt die Malerin Melitta Schiffer aus Gera eigene Malereien im Najgler-Bookshop, Hadar Hakarmel, Haifa, Herzlstr. 54, aus. Das Neueste in Kürze Oeffentliche Unsicherheit Ein arabisches Dorf in der Nähe von Tulkerem wurde nachts von bewaffneten Arabern angegriffen. Ueber 200 Schüsse wurden auf das Dorf abgegeben; in einigen Fallen drangen Kugeln in die Häuser, jedoch ohne Schaden anzurichten. In Haifa wurde ein Araber von einem anderen Araber angeschossen und schwer verletzt. Der Täter wurde verhaftet. Musa Bamia aus Jaffa, einer der reichsten Kaufleute Palästinas und Mitglied der sogenannten Nationalen Garde der radikalen Jugendorganisation, war im Begriff, in sein Auto zu steigen, als eine im Wagen verborgene Höllenmaschine explodierte. Bamia blieb unversehrt, der Wagen wurde beschädigt. Zwei Jugendliche wurden verhaftet. In Ataroth bei Jerusalem wurden mehrere Schüsse abgegeben. In zwei arabischen Plantagen in der Nähe von Bcit Daj a n wurden Bäume ausgerodet. Es besteht die Vermutung, daß dies ein Racheakt gegen die Besitzer war, die mit Juden geschäftliche Verbindungen unterhalten. Nachts wurden in zwei jüdischen Plantagen bei Hadar Bäume ausgerissen. Die Spuren der Täter führten zu einem in der Nähe aufgeschlagenen Beduinenlagcr, wo fünf Personen in Haft genommen wurden. Es verlautet, daß das Oberste Arabische Komitee bemüht ist, den R a u b ü b e r f ä 11 e n auf den Landstraßen Einhalt zu tun, da die Befürchtung besteht, daß der arabischen Sache dadurch bei der Kommission schlecht gedient ist. Die Palästinensische Polizei ist durch die Anwerbung von 161 zusätzlichen britischen Mitgliedern verstärkt worden. Landesentwicklung Nachdem in den letzten Tagen die Verhandlungen zwischen der Stadtverwaltung von Safed und der Palesline Electric Corporation zum Abschluß gekommen sind, soll in wenigen Wochen mit der Verlegung der Kabel von Tihcrias nach Safcd begonnen werden. Nach längeren Bohrversuchcn in der Gegend von Karkur und P a r d e s s Ghana konnten die ersten Schöpfvcrsuchc gemacht werden, die überraschende Ergebnisse brachten. Ein neuer Brunnen lieferte innerhalb einer Stunde 360 cbm Wasser. Man hofft, daß die Ergiebigkeit noch größer werden wird, da das Wasser dauernd steigt. Im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Chaussee Her/Iia— Ramat, Hascharon—Tel-Awiw soll auch eine neue Brücke über den Jarkon geschlagen werden. Diese Brücke soll wesentlich größer sein als diejenige, über die die Straße Petach Tikwah—Hascharon führt. Sie wird 30 m lang und 8 m breit sein. Verschiedenes Der Rat des Weltverbandes Allgemeiner Z i o - nisten in Palästina hat anläßlich seiner soeben abgehaltenen Sitzung Beschlüsse gefaßt, in denen u. a. gefordert wird, daß die Jewish Agency keine politischen Zugeständnisse machen soll; ferner wird die Einleitung einer Aktion zur Bekämpfung der dem Jüdischen Nationalheim drohenden Gefahren in der ganzen Welt verlangt. In einem weiteren Beschluß wird die Forderung erhoben, daß bei der Verteilung der Einwaiiderungszertifikate seitens der Jewish Agency keine Diskriminierung gegen Revisionisten erfolgen möge. Die Palästina-Regierung hat die Ausstellung eines Einreisevisums für den Präsidenten der Neuzionistischen Organisation, Wladimir J a b o t i n s k y, der nach Palästina kommen wollte, um vor der Kgl. Kominission auszusagen, verweigert Der Aufruf des Arabischen Komitees, in dem der Beschluß betreffend die Aufgabe des Boykotts der Kommission angekündigt worden ist, wurde durch den Rundfunk verbreitet. Diese Tatsache verursachte große Verwunde rung, da sonst nur offizielle Mitteilungen im Radio angesagt werden. Nach längeren Verhandlungen ist es zu einem Zusammenschluß der Gemeinde der Agttdath jisrael und der Chassidischcn Gemeinde in Jerusalem gekommen. Als geistliches Oberhaupt der vereinigten Gemeinde fungiert der bisherige Oberrabbiner der agudistischen Gemeinde, Joseph D u s c h i n s k y. Die Tel-Awiwer Stadtverwaltung hat beschlossen, eine Straße nach dem vor kurzem verstorbenen Dr. Osias Thon zu benennen. Bei der Kulturabteihing des Waad Letinit ist ein „Institut für Sclbstbildung" gegründet worden, das sich die Aufgabe gestellt hat, durch schriftlichen Fernunterricht Bildung unter der jüdischen Bevölkerung Palästinas zu verbreiten. Der bekannte Lexikograph Jeltuda G r a s o v s k y, Verfasser des neuen großen hebräischen Wörterbuches, ist von der Stadt Tel-Awiw zum Ehrenbürger ernannt worden. Auf einer Sitzung der Tel-Awiwer Sektion der Leitung der Histadruth wurde angekündigt, daß der Arbeitslosen- Fonds der Histadruth nunmehr die Summe von 113 000 Pfund erreicht hat. Aus den S c h c k e 1 c i n g ä n g e n für Palästina für das Jahr 56% geht hervor, daß in lös'Punkten, 47 420 Scliekalim ausgegeben wurden, gegen 23 000 im letzten Kongreßjahr 50«4. In der vergangenen Woche sind in Palästina 300 jüdische Flüchtlinge aus Buchara eingetroffen, die sich einige Jahre in Afghanistan aufgehalten hatten. Auf der Jaffa- Jerusalem-Chaussee bei Beit Dajan kam es zu einem Zusammenstoß zwischen einem jüdischen Privatwagen und einem arabischen Autobus, wobei fünf Juden verletzt wurden. Der arabische Chauffeur wurde verhaftet. Die bekannte österreichische Fußballmannschaft „A d - mira" trat in Palästina ein, um Spiele mit dem Hapocl und dem Makkabi auszutragen. Dr. P i s ze z y k o w s k i, ein Beamter des polnischen Außenministeriums, ist zum Konsul in Tel-Awiw ernannt worden. Die Jerttsalemer Ortsgruppe der LINZ, hat eine Berufsschule für Mädchen unter Leitung von Frau Cessic Kosen« b 1 ü t h gegründet (Jerusalem, King George Avenue). Toscaninl In Haifa Auch Haifa hat seinen großen Tag, oder richtiger ausgedrückt, seinen großen Abend gehabt. Toscanini dirigierte in Haifa. Schon seit Tagen war in Haifa Toscanini und dieses Konzert das niemals abreißende Gesprächsthema. Zum Konzert waren fast alle höheren englischen Beamten Haifas erschienen. Daß es irgendeinen Widerball im arabischen Sektor hatte, ist kaum anzunehmen. Unter den 1600 Besuchern des Konzertes waren nur drei Araber, der Bürgermeister Hassan Schukri und sein Begleiter, außerdem der irakische Konsul. Die roten Feze fielen in der barhäuptigen Gesellschaft auf. Der Abend war ein Ereignis wie nur sonst eine Premiere in Europa; die Damen in Abendtoilette, die Herren vielfach im Smoking oder Frack, nur der Kavasse des District Commissioners Keith-Roach fiel in seiner orientalischen Gewandung auf. Vor dem Kinopalast Armon, dessen einfache Ausstattung einen würdigen Rahmen für derartige Veranstaltungen gibt und dessen Akustik an diesem Abend ausgezeichnet war, war eine große Auffahrt von Wagen, überall stand Polizei (v. eit mehr als in den Uiiruhetagen), der Wagenverkehr durch die Straße war während des Konzerts völlig gesperrt, um jedes störende Geräusch von außen zu vermeiden. Außer den zuströmenden Besuchern stand noch rings auf freien Plätzen und Baikonen ein beobachtendes Publikum. Bei gut organisiertem Ordnungsdienst vollzog sich der Eintritt des Publikums in den Saal ruhig und ohne Drängen. Die Ankündigung pünktlichen Beginns hatte zur Folge, daß diesmal niemand unpünktlich kam, was sonst leider vielfach bei Aufführungen der Fall ist. Die Saaltüren wurden pünktlich geschlossen und wenige Minuten danach betrat der Meister, zu dessen Ehren sich das Orchester und Publikum erhob, den Saal. Lauter Beifall begrüßte ihn. lieber die Meisterschaft Toscaninis, die Qualität des Orchesters und das Programm als solches braucht in diesem Bericht den bereits erschienenen Berichten aus Tel- Awiw und Jerusalem nichts hinzugefügt zu werden. Das musikliebende Publikum Haifas kam jedenfalls voll auf seine Rechnung. Nach Schluß des Programms tosender Beifall und Rufe nach Huberman, der erschien, um im Namen Toscaninis mitzuteilen, daß dieser infolge einer kleinen Unpäßlichkeit nicht mehr erscheinen würde. Nach dem Konzert versammelten sich zu Ehren des Orchesters und seiner Dirigenten (auch Taube und Steinberg waren anwesend) die Mitglieder der Orchestcrvcreinigung zu einem Oescllschafts abend im Holel Teltsch auf dem Wcstkarmel. Huberman dankte in einer kurzen Ansprache dem Orchester und dem Haifaer Komitee für die Vorbcreitimgsarbeit, die notwendig war, um die Veranstaltungen reibungslos ablaufen zu lassen. Das Haifaer Komitee bestehend aus Colone! Kish — bei dem Toscanini auch während seines Aufenthalts in Haifa wohnte — Victor Komi, Dr. A. Ciffrin und den Damen Frau Doiinie-Weizmanii und Katz, hatte in monatelangcr Vorbereitungsarbeit die Organisation aufgebaut und erfuhr zu seiner Freude von Huberman, daß in Haifa die relativ größte Anzahl von Abonnenten und Mitgliedern vorhanden sei. Sicherlich wird der Erfolg dieser ersten Veranstaltungen dazu beitragen, daß aus den Kreisen der jüdischen Bevölkerung Hailas noch weitere unterstützende Mitglieder für diese wichtige Sache gewonnen werden. Es ist jetzt noch ein Beethoven-Konzert mit Toscanini geplant, für das der Histadruth Ilaowtlim 600 hillige Karten zur Verfügung gestellt wurden. Im Januar ist bereits das zweite Konzert für die Abonnenten mit Stein herg als Dirigenten und Busch als Solisten. Abraham Ben I i z c h a k Die Wirtschaft 1936 Jerusalem, 2. Januar. (Pakor.) Ein Artikel von Frumkin im „Dawar" gibt einen Ueberbliek über die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas im Jahre 1036. Danach hat die jüdische Wirtschaft im Jahre 1936, in einem Jahre schwerster Prüfungen, große Stärke und Widerstandskraft im Kampfe mit feindlichen Gewalten bewiesen, und das Jahr des Blutvergießens wurde mit einer Befestigung und Ausdehnung der jüdischen Wirtschaft abgeschlossen. Die Bevölkerungsziffer des Jischuw ist von 375 000 am Jahresbeginn auf 410000 am Jahresende gewachsen. Die Arbeitslage ist ebenfalls zufriedenstellend; in den Städten gibt es nur 3500 arbeitslose Juden, während in den Siedlungen ein Arbeitermangel herrscht. Im Laufe des Jahres sind CP 6 000 000 von Juden investiert worden, darunter £P 3 500 000 in Bauindustrie, EP 1400 000 in Landwirtschaft, CP 500 000 Keren Hajessod, Deutscher Fonds, NIR, Emica. In diesen Ziffern sind Investierungen in Boden und Handelsunternehmungen nicht inbegriffen. Irgun Hajarkanim. Wir erhalten folgende Mitteilung: In diesen Tagen wurde in Raanana ein Gemüsezüchterverein „Irgun Hajarkanim" gegründet. Der Verein ist aus der Notwendigkeit entstanden, für die Besserung der materiellen Lage der Gemüsezüchter Sorge zu .tragen. Die provisorische, bis zur Einberufung der konstituierenden Generalversammlung gewählte Leitung setzt sich aus Vertretern der Siedlungen Herzliah, Raanarah, Ramath Hascharon und Ramoth Hasehawim zusammen. Die Geschäftsstelle ist in Ramoth Hasehawim. Anschrift: Ramoth Hasehawim, Doar Tel-Awiw, Irgun Hajarkanim. Die Aufgaben des Vereins sind: wirtschaftliche Vertretung und Unterstützung der Mitglieder, d. h. systematische Erforschung des Marktes und des Konsums, Unterhaltung ständiger Verbindungen mit den Gemüseproduzenten betr. Anbau, Stiche nach neuen Möglichkeiten der Produktionsverbilligung usw. Der Irgun fordert alle Gemüsezüchter auf, ihren Beitritt bei der Geschäftsstelle zu erklären. Kammermusikabende im Museum Tel-Awiw. Durch die Veranstaltung von Kammcrmusikabcnden hat das Museum eine neue künstlerische Einrichtung getroffen, durch die das Kunstleben bereichert worden ist. In dem 250 Plätze fassenden Ausstellungssaal finden regelmäßig Musikabende für die Mitglieder des Museumsvcrcins statt, die bereits an den beiden bisher veranstalteten Konzerten ein hier sonst noch unbekanntes gesellschaftliches Gepräge hatten. Die Veranstaltungen, die vor allem den Bemühungen des musiksachverstiindigeu Verwaltungsdirektors M. K a n i u k zu danken sind, stellen das Museum immer mehr in den künstlerischen Mittelpunkt und beweisen die Aktivität dieses jungen Kttnstinstitutes. Der erste Abend am 17. Dezember brachte Werke von Räch, Händel Searlatti, Ratneau und Dittersdorf. Frank P o 11 a k, der bekannte Prager Cembalist, der ehemalige Konzertmeister des Wiesbadener Orchesters Rudolf Bergmann (Geige) und Harry Blumberg (Bratsche) waren die Solisten. Bürgermeister R o k a c h wies in seiner Eröffnungsansprache darauf hin, daß das Museum als lebendige Statte der Kunst vielfache Aufgaben zu erfüllen habe und daß die Pforten dieses Hauses auch der Musik und der Wissenschaft geöffnet sein und daher neben den bildenden Künsten auch! die anderen Musen zu Wort kommen sollen. Am 9. Januar folgte das Jerusalemer Quartett (Hauser, Schocken, Jacoby, Thclma Yellin) mit drei großen Quartetten von Haydn, Beethoven und Mozart. K, S,

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