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Jüdische Rundschau · 1937-01-08 · Heft 2 (8.1.1937) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 2 (8.1.1937)
Date
1937-01-08
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
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Nr. 2, 8.1.1937 JODISCHE RUNDSCHAU Seite T5 Arbelt der Frauen Von unserem Sonderberichterstatter K. L, T c 1 - A w i w, im Dezember Das Jahr 1936 hat den Frauen Palästinas eine Fülle von Aufgaben gebracht, deren Bewältigung die Mobilisierung zahlreicher Kräfte erforderlich machte. Unter den Organisationen, die sich um die Abstellung der mit den Unruhen verbundenen Notstände bemühten, hat die palästinensische Wizo einen wichtigen Platz eingenommen. Die Wizo- Institutionen selbst haben in den Städten und auf dem Lande auch in der schweren Zeit ihre Arbeit fortgesetzt. Die ländlichen Punkte mußten zum Teil Uebcrfällc abwehren, so besonders die Mädchenfarm in Afuleh. Im Zusammenhang mit der plötzlich auftretenden Aufgabe der Versorgung der Städte mit Produkten jüdischer Siedlungen wurden die mit Gemüse bebauten Flächen stark vergrößert; hierbei leisteten Das Wizo-Haus in Tel-Awiw. (-oi„; w.n«r K,i,t«n«r die Wander-Instruktorinnen der Wizo eine wichtige beratende Hilfsarbeit und setzten ihre Reisen auch in den erregtesten Zeiten ununterbrochen fort. Diese Leistung steht würdig neben derjenigen der jüdischen Chauffeure. Auch in der F I ü c h t I i n g s h i I f e arbeitete man aktiv mit. Line Reihe von Gebäuden wurden für Flüchtlingslager bereitgestellt. Zu den Kreisen der orientalischen Juden wurde in dieser Zeit zum ersten Male eine engere Beziehung hergestellt. Die Wizo eröffnete daher sehr bald ihre Tel-Awiwer Abendschule für orientalische Mädchen wieder, da sich bei diesen Mädchen ein starker Lerneifer gerade nach ihren schweren Erlebnissen zeigte. Die Schule, in der Fiauswirtschaft und Elementarunterricht erteilt wird, ist überfüllt. Auch die kulturell-gesellschaftliche Erfassung der Mädchen wurde in letzter Zeit mit Hilfe der Jung-Wizo in Angriff genommen. Auf all diesen Arbeitsgebieten wirken heute bereits Frauen aus der A I i j a h aus Deutschland aktiv mit. Zunächst gab es zu diesem neu ins Land gekommenen Kreis gewisse Gegensätze, teils aus sprachlichen Gründen, teils aber auch infolge Verschiedenheit der Auffassungen. Dabei waren unter den Neueinwanderinnen viele Frauen mit starkem sozialem Interesse. Gegen besondere Vorträge für diese Frauen in deutscher Sprache sträubte man sich anfangs. Erst ais eine Gruppe aus ihrem Kreise die Beratung von Touristen übernahm und dies mit Erfolg tat, besserte sich die Stimmung, zumal allmählich eine Anzahl neu in die Arbeit eingetretener Frauen Hebräisch zu verstehen begann. Jetzt sind diese Anfangsschwierigkeitcn im wesentlichen überwunden, und zahlreiche Frauen aus Deutschland arbeiten in der Wizo aktiv mit. Darunter gibt es eine Anzahl, die früher dem Zionismus durchaus fernstanden. Die eigenen Gruppen, die für die Frauen dieser neuen Alijah bestehen, bilden lebendige Zellen mit dem Ziele der späteren völligen Verschmelzung. Auch in Jerusalem und auf dem Karmel arbeiten derartige Kreise sehr intensiv. — In der Zeit der Unruhen und der Krise sind eine Reihe von Institutionen neu geschaffen bzw. errichtet worden. Das Wizo-Klubhaus auf der Allenbystraße in Tel-Awiw bietet endlich einen Mittelpunkt für die Verwaltung der Welt- Wizo, der Paiästina-Wizo und der Tel-Awiwer Gruppe. Es wurde gerade in der Woche eröffnet, in der die Unruhen ausbrachen. Die Institutionen der Welt-Wizo wurden fast sämtlich erweitert. In Nahalal wurde eine Molkerei geschaffen und die Schule auf 100 Schülerinnen erweitert. In der Arbeitetinnenwirtschaft Afuleh sind Neubauten geplant, nachdem ein Wasserfund endlich den Ausbau der Wirtschaft ermöglicht. In Ajanoth (bei Ncß Ziona), das gemeinsam mit der Moazoth Hapoaloth, der palästinensischen Arbeiterinnen-Organisation, geführt wird, ist ein drittes Haus fertiggestellt. Auch die Hauswirtschaftsschule Nachlath Jizchak (bei Tel-Awiw), die im Frühjahr 1035 eröffnet wurde, hat sich stark weiterentwickelt. Sie stellt eine der schönsten Einrichtungen des Landes dar, obwohl das Bedenken nicht unterdrückt werden kann, ob der hohe Standard dieses Instituts den später viel einfacheren Lebensverhältnissen der Schülerinnen entspricht. Die Jewish Agency hat die Arbeit der Arbeiterinneuwirtschaften dadurch anerkannt, daß sie wenigstens eine kleine Budgethilfc gewährt hat. Die Wizo hat ferner eine eigene Abteilung für Wanderinstruktorinncn geschaffen, der auch die städtische Berufsschulung angegliedert ist. Das Säuglingsheim in Jerusalem, das bisher in einem arabischen Viertel liegt, wird jetzt mit Hilfe einer Sonderspende ein eigenes Gebäude erhalten. Die palästinensische Wizo selbst hat sich stark entwickelt. Sie zählt heute 21 Gruppen mit 5000 bis 7000 Mitgliedern. Das Interesse an fürsorgerischer Arbeit ist bei ihr sehr stark ausgebildet, besonders auch auf dem Lande. Während der Waad Leumi die Probleme der offenen Fürsorge bearbeitet, hat sich die Wizo der Fragen der geschlossenen Fürsorge angenommen. Besonders die Kinderfürsorge und die Schaffung von Klubs sind hierbei zu nennen. Die Jung-Wizo hat aucn die Frage der Arbeitsberatung alleinstehender Mädchen in Angriff genommen, ein besonders schwieriges Problem. Während der Unruhen wurde ein Council aller palästinensisch-jüdischer Frauenorganisationen geschaffen, das gelegentlich mit Kundgebungen an die Ocffentlichkcit getreten ist. Die Aufgaben, die gerade in dieser Zeit der Frauenarbeit gestellt sind, überragen dennoch bei weitem das bisher Geleistete. Insbesondere erscheint alle soziale Fliifsarbeit wie ein Tropfen im Meer der zu bekämpfenden Nöte. Gerade darum aber muß die Energie anerkannt werden, mit der diese Arbeit von den Frauen Palästinas gegen alle Widerstände geführt wird. Rosenzweig-Feier in Jerusalem In Jerusalem gehen der Bau und die Einrichtung der Bibliothek Schocken ihrer Vollendung entgegen. Sie verspricht, eine Heimstätte geistiger Auseinandersetzungen zu werden. Herr S. Schocken hatte noch vor der offiziellen Eröffnung der Bibliothek anläß.icli des 50. Geburtstages Franz Rosenzweigs einen Kreis von Menschen zu einer Aussprache über das Werk des I rühverstorbenen in die Bibliothek feladcn. Den Abend einleitend erinnerte S a I m a n chocken daran, daß er vor 18 Jahren mit Roseiuweig zusammengearbeitet hat und daß jetzt das gesamte Vermächtnis Rosenzweigs im Verlage Schocken vereinigt ist; es werden jetzt zwei Bände aus seinem Nachlasse für die Veröffentlichung vorbereitet. Das Hauptrefcrat hielt dann Ernst Simon. Er stellte die Frage der Nachwirkung Rosenzweigs in Palästina zur Diskussion. Simon hob drei Gnmdcrkcuntnissc Rosenzweigs hervor: 1. Die Welt des Glaubens ist die Welt der Wirklichkeit. 2. Das jüdische Volk ist das Glaubensvolk schlechthin. 3. Judentum und Christentum sind gleichberechtigte Erscheinungen der einen Glaubenswahrhcit. — Was können diese drei Grunderkenntnisse für uns bedeuten? Zur ersten Erkenntnis gelangte Rosenzweig in schwerem Kampfe mit dem philosophischen Idealismus. Die gedankliche Situation Palästinas ist aber eine ganz andere als die, mit der sich Rosenzweig auseinandersetzte. Ihr Grunderlebnis ist noch das der Aufklärung, aber es ist keine voridealistische Aufklärung, sondern eine schon durch nachidcalisiische Denker mitbestimmte. Palästina empfängt auf diese Weise das Resultat eines Sieges über den Idealismus fertig vorgesetzt, ohne die inneren Kämpfe, die ihm vorangingen. Die historische Aufklärung erstand in einem Zeitalter des Weltbürgertums, während die paläsinensische in einer ganz anders gearteten Epoche statthat. Dieser Anachronismus birgt Gefahren in sich, welche durch die Hilfe der Rosuizwiigsehen Philosophie gebannt werden könnten. Rosenzweigs zweite Erkenntnis führte ihn zur Folgerung, daß das jüdische Volk g e s c h i c h t s I o s, weil bereits am Ziele angelangt sei. Der Jude braucht nicht die Anstrengung des Glaubens, denn er wird im Glauben geboren. Die biologische Zeugung ist zugleich eine Glaiibenstatsache. Daher hat das jüdische Volk in der Geschichte kein anderes Ziel mehr als das der Selbslerhaltung. Diese Lehre Rosenzweigs kann der Zionismus schwer rezipieren, denn er bedeutet den Entschluß des jüdischen Volkes, in die Geschichte zurückzukehren und er ist hierin, wie Simon ausführte, dem prophetischen Judentum näher, als es Roseuzwcig war. Fiir ihn waren die Liturgie und der immer wiederkehrende Kalender der Juden Ausdruck ihrer Gcschichtslosigkeit. Aber in Palästina haben die Feste nicht den Charakter, den sie im Gallith hatten, auch nicht für den frommen Juden. Wenn nun auch unter diesem* Gesichtspunkte Rosenzweigs Ansichten von uns nicht übernommen werden können, so ist doch seine Gesamtanschauung vom jüdischen als dem Glaubensvolke für uns sehr bedeutsam zur Korrektur der hier herrschenden säkularisierten Auffassung des Volkes. Simon unterstrich hier besonders, wie diese Auffassung von der Furcht begleitet ist, das jüdische Volk könnte zugrunde gehen, und wie diese Furcht verantwortlich ist für eine pseudomessianistische Auffassung des Zionismus einerseits, für einen Zionismus aus Verzweiflung andererseits. Demgegenüber müssen wir uns darauf besinnen, daß das jüdische Volk ein Glaubensvolk — und dadurch ewig ist. Zur dritten Grunderkcnntnis Rosenzweigs bemerkte Simon, Rosenzweig sei der erste Jude, der dem Christentum ohne eine Spur von Apologetik entgegentritt. Der Zionismus kann aus dieser aufgeschlossenen Haltung ungemein viel lernen, denn auch er ist dem Christentum gegenüber in seiner Art apologetisch. Gerade er aber könnte in Palästina die soziologischen Bedingungen schaffen, unter denen das Judentum dem Christentum unbefangen gegenübertreten könnte. An den Vortrag schloß sieh eine lebhafte Diskussion, an der teilnahmen: Hugo Bergmann (Rosenzweig war ungerecht gegen den philosophischen Idealismus. Der Unterschied von Rosenzweigs Auffassung des Judentums gegenüber der zionistischen ist kein taktischer, sondern ein wesenhafter, es führt von uns keine Brücke zu seiner Auffassung der Geschichte und des Hebräischen. Seine Stellung^ zum Christentum ist großartig, aber fragwürdig), Julius Gutmann (Rosenzw eig ging von den Tatsachen der Religion aus, die er vorfand, und folgte hierin den Spuren der Rcligionsphilosopnie des 19. Jahrhunderts. Er zeigte aber nicht den existentiellen Weg des Individuums zur Religion. Er schrieb für Leser, die bereits die religiöse Stellung hatten. Darum ist es schwer, ihn dem palästinensischen Leser nahezubringen. Seine Stellung zur Geschichte ist auch für das Judentum der Diaspora nicht mehr annehmbar) und Gerhard Scholem (wir treten in eine neue Epoche der Bewertung Rosenzweigs ein, indem wir uns zu ihm kritisch einstellen. Rosen/wcig verfälschte den Begriff der Lilö-nng, nahm ihm das apokalyptische Moment, Nur darum konnte er glauben, daß der Ring der Festtage die Erlösung antizipiere. In seinem Buche ist 'kein Platz für den Begriff der Gerechtigkeit, weil diese nicht antizipiert werden kann. Von da aus ist auch seine Stellung zum Christentum zu begreifen, weil bei diesem die Erlösung mitten im historischen Prozeß stattfindet. Rosenzweigs Einstellung zum Zionismus ist die Antizipation einer Stellung nach dem Zionismus, wenn dieser sich als Episode enthüllt haben wird). Ernst Simon antwortete den Diskussionsrednern. Er hob ihnen gegenüber die Entwicklung der Anschauungen Rosenzweigs über den Zionismus nach der Abfassung des „Stern der Erlösung" hervor. Rekordeinwanderung aus Deutschland Von Ernst Kahn Im Jahre 1935 schien es, als ob der Anteil der aus Deutschland Kommenden wieder zurückgehen würde. Die amtlichen Angaben für die ersten zehn Monate des Jahres 1936 zeigen das Gegenteil: In relativer und absoluter Hinsicht weist die deutsche Alijah Rekordziffern auf. Es betrug nämlich: Die Zahl der jüdischen Einwanderer von Januar bis Oktober 1935 1936 Insgesamt........ 52 858 27 885 Davon aus Deutschland . . . 6 970 7 610 Das sind in »„......12,4% 27,3»/0 Die Gesamteinwanderung ist somit fast auf die Hälfte gesunken; Einwanderer aus Deutschland aber sind 10 »■'<> mehr gekommen; damit ist der prozentuale Anteil mit 27,3 «o höher als je zuvor. Und auch die absolute Zahl dürfte im laufenden Jahr die seitherige Höchstzahl (1931: 8197) erreichen, wenn nicht übersteigen. Dieser Umstand ist besonders eindrucksvoll in Hinblick auf die lange andauernden Unruhen und auf die Tatsache, daß die bessere Weltkonjunktur auch die Tore in anderen Ländern etwas mehr geöffnet hat. Man kann wohl als sicher annehmen, daß auch im Jahre 1936 das kleine Palästina bei weitem am meisten Auswanderer aus Deutschland aufgenommen hat. Abgesehen von der erfreulicherweise fortgesetzten Kindcralijah dürfte allmählich die Zahl der älteren Einwanderer hier eine erhebliche Rolle spielen. Denn jetzt wird in immer stärkerem Maße das Stadium erreicht, in dem die Vorangegangenen die Zurückgebliebenen — und das sind häufig die Eltern — nachkommen lassen. Die Zusammensetzung der Einwanderung 1936 Von den 30 000 jüdischen Einwanderern im Jahre 1936 fallen 5213 unter die Kapitalisten-Kategorie, 10 880 unter die Arbeiter-Schedulc; 8550 sind Angehörige, 1557 Studenten und 977 Mitglieder religiöser Körperschaften. Die jüdische Einwanderung irn Jahre 1935 bebet sich auf 61 854 Personen (Palcor). Keren Kajemeth-Jubiläum Tel-Awiw, 6. Januar. (Palcor.) Trotz strömendem Regen wohnten 3000 Personen der Feier des 35. Jahrestages der Gründung des Keren Kajemeth bei, die gestern abend im Großen Saal der I.evantemesse stattfand. Delegierte zum V. Zionistenkongreß, bei dem beschlossen worden war, den Nationalfonds zu schaffen, waren anwesend. M. M. Ussischkin, der mit stürmischem Applaus begrüßt wurde, gab eine Ucbersieht der Leistungen des Keren Kajemeth. Die Jahreseingänge des Fonds, die im Anfang £ 10 000 nicht überstiegen, haben im vorigen Jahre über £ 400 000 betragen; der Bodenbesitz des KKL, der im Jahre 1918 aus 19 000 Dunam bestand, hat 380 000 Dunam erreicht und bildet 52 o/o des gesamten jüdischen Bodenbesitzes. Der Boden sei der Angelpunkt der zionistischen Tätigkeit; deshalb richteten sich die Angriffe der Gegner gegen diesen Punkt. Leib Jaffe sprach im Namen der Delegierten zum V. Kongreß. Berl Katznclson erinnerte daran, daß, während die Feier in diesem Saal ihren Fortgang nimmt, neue Beschränkungen, die gegen den Keren Kajemeth gerichtet sind, vorbereitet werden. Die Ankündigung, daß am selben Tage bereits der zweite Kibbuz zur Ansiedlung auf dem Bcisan-Boden geschritten ist, wurde mit Begeisterung aufgenommen. Empfang der Kgi. Kommission beim anglikanischen Bischof Jerusalem, Januar. (JTA.) Der anglikanische Bischof von Jerusalem, G. F. Graham Brown, veranstaltete zu Ehren der Kgl. Kommission einen Empfang, an dem führende Geistliche verschiedener Bekenntnisse teilnahmen. Der Empfang hot Gelegenheit zu einer informativen Aussprache über die Aufgaben und Arbeiten der Kommission. Es waren der Vorsitzende der Kommission, Lord Peel, Sir Laurie Hammond, Sir Harold Morris, Sir Morris Carter und Prof. Reginald Coupland erschienen. Der stellvertretende Vorsitzende der Kommission, Sir Horaec Rumbold, war am Erscheinen verhindert. Unter den anwesenden Geistlichen sah man den Vertreter der orthodoxen Kirche, den armenischen Patriarchen, den Kustos der Terra Santa, den koptischen und den syrischen Bischof, den Abt des abessinischen Klosters, den Oberrabhiucr der Agudat Jisracl, Joseph Duschinsky, Rabbi Mosche Blau, Rev. Calderwcll, Rev. Probst Rhein u.v.a. Auch der Präsident der Hebräischen Universität Jerusalem, Dr. Judah L. Magill, nahm an dem Empfang teil. Syrische Christen und Panarabische Föderation Beirut, 30. Dezember. (JTA.) Der .Maronitische Patriarch, das geistliehe Oberhaupt der christlichen Libanon- Provinz, präzisiert in i hier Beiruter Zeitung die Haltung der Maroniten gegenüber dem Plan einer p a n a r a b i s c Ii e n Föderation folgendermaßen: Die arabischen Nationalisten planen ein großarabisches Reich unter Einschluß Syriens, des Libanon, Palästinas, Transjordaniens, des Irak, des Hedschri^ und des N'edsch. Die .Maroniten sind gegen den Anschluß des Libanon an Syrien, aber für ein selbständiges Libanon. Unter dieser Voraussetzung sind sie bereit, einer arabischen Staatenföderation beizutreten; der Libanon-Staat muß aber als gleichberechtigt mit den übrigen arabischen Ländern behandelt werden. Die Sturmschäden Jerusalem, Januar. (JTA.) Einer Meldung der „Adifaa" zufolge, die sich auf eine halboffizielle Quelle beruft, ist der durch die letzten Stürme und Fröste in den palästinensischen Pflanzungen angerichtete Schaden mit einem Verlust von 1 150 000 Kisten Orangen zu veranschlagen. Die heftigen Stürme der letzten Tage haben auch in den arabischen Städten und Dörfern große Verheerungen angerichtet. In vielen Ortschaften sind Häuser eingestürzt und zahlreiches Vieh ist in den reißenden Fluten der Waadis ertrunken. In Jaffa riß der Sturm in einer Mädchenschule während des Unterrichts eine Wand ein. Die Träger der elektrischen Leitungen wurden in Jaffa vielfach umgeworfen, so daß der Verkehr gestört wurde. Auch die Telegraphen» und Telephonlcitungen wurden stark beschädigt. in den letzten Tagen herrscht starke Kälte in Safed. Es ist 10 cm Schnee gefallen. In Nathania wird in einigen Wochen im Handelszentrum ein neues Hotel mit allem modernen Komfort eröffnet, das die Unterkunft selbst für einen starken Touristenverkehr sichern wird. Die Hotelpächter sind die Herren Louis Arie Cohn (früherer Besitzer des Beach Hotels in Tel-Awiw) und Hans Grünbaum. Im Jerusalemcr Kunstbericht in Nr. 101/105 unterlief ein kleiner Irrtum; der Erbauer der Rekonstruktion des Hcrodes- Tempcls heißt mit vollem Namen: Jizchak Jaäkov Ben Aharon Hakohcn. (Schluß des Palästina-Teils)

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