Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1937)
- Date
- 1937-01-08
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2, 8.1.1937 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 13 Ein pädagogischer Bezirk Das Neueste in Kurze Im Lehrerseminar In Beth Hakarem K. L. J e r u s a I e rn, im Dezember Mit den Anfängen der zionistischen Arbeit in Palästina wie der jüdischen Arbeit im Lande überhaupt sind pädagogische Versuche verknüpft. Der erste Punkt iiidisclier Siedlungsarbeit war eine landwirtschaftliche Schule, Mikweh Israel; Tel-Awiw ist um eine Schule herumgebaut worden, um das Hcrzl-Gymnasium, und das jüdische Haifa, der Hadar Hakarniel, besitzt seinen ersten 'Kristallisationspunkt im Technikum. Der Zionismus empfand sich selbst von seinen Anfängen an zugleich als eine Erzichungsbewcgung. Die Wiederbelebung der Herzen, von der A c h a d H a a m gesprochen hatte, nicht weniger als jene moralische Wendung, die für Herzl die Erkenntnis des jüdischen Volkscharakters bedeutete, waren große pädagogische Aufgaben. Diese mußten in Palästina eine konkrete Form annehmen, galt und gilt es doch, aus den durch Sprache, Gewohnheiten und Vorstellungen so verschiedenen Volkssplittern wieder ein einheitliches Ganzes zu machen. Es ist viel darüber gesagt und geschrieben worden, welche Rolle die Schule in diesem Prozeß spielt. Ihr Verdienst und das der Lehrergenerationen, die oft unter unsagbar schwierigen Verhältnissen an ihr gewirkt haben, kann gar nicht hoch genug veranschlagt werden. Die Verankerung der hebräischen Sprache im Leben Palästinas ist in erster Linie ihrer Arbeit zu danken. Dennoch darf nicht übersehen werden, daß über diese formale Seite hinaus die Richtung der erzieherischen Arbeit im Lande noch keineswegs bestimmt ist. Abgesehen von den weltanschaulich bedingten Differenzen, die hier bestehen und ihren Ausdruck auch im Schulwesen finden, ist man noch nicht darüber sicher, welche letzten Ziele die Erziehung einer jungen jüdischen Generation im Lande haben soll. Es besteht auf diesem Gebiete die Gefahr, daß man sich mit Sehlagworten begnügt, hinter denen keine Lebenswirklichkeit steht, so daß die Jugend an echten oder vermeintlichen Idealen orientiert wird, die aus fremden Bezirken stammen. Gerade die nachdenklichsten und um die Zukunft unseres Werkes besorgtesten Geister im Jischuw machen sich hierüber Gedanken, und da und dort findet man Versuche, die dein Erziehungswerke eine vertiefte Basis geben wollen. Es wurde bereits früher darauf hingewiesen, daß die Universität durch den Ausbau des Faches Pädagogik einen Beitrag zur Lösung dieser Frage geben will. Sie arbeitet dabei eng mit einem Institut zusammen, das auf der anderen Seite Jerusalems liegt, dem Lehrerseminar in Beth Hak crem. Dieses Seminar, das eine Gründung von David Y eil in ist, der vor einiger Zeit zum Professor an der Universität ernannt wurde, und das seine Existenz in erster Linie der unermüdlichen Tatkraft seines Gründers verdankt, besitzt eines der markantesten jüdischen Profangebäude Jerusalems. Das Haus ist allerdings im Augenblick zum großen Teil von englischem Militär belegt. Neben dem Seminar sind dort zwei Ucbungsschulcn untergebracht, und zwar eine sechsklassige Volksschule zur Arbeit für die Schüler des Seminars und ein bisher vierklassiges Gymnasium, das als Uebungsschule für die Studenten der Universität dient. Die beiden Unterklassen des Gymnasiums werden auch vom Seminar zu Ucbungszwecken benutzt. Der Leitung des Seminars gehören außer Y e 11 i n der Historiker Prof. Di na bürg und seit einiger Zeit Dr. Ernst Simon an, der aus seiner Arbeit in Deutschland bekannt ist. Das Seminar umfaßt zwei Jahrgänge, zu denen ein dritter Jahrgang hinzutritt, der der Vorbereitung auf das palästinensische Abitur dient. Diese Klasse ist besonders für diejenigen Seminaristen wichtig, die aus dem Ausland kommen und sich im Hebräischen noch fortbilden müssen. Die beiden Ucbungsschulcn haben besondere Leitungen, doch ist durch Querverbindungen dafür gesorgt, daß die Einheitlichkeit der Arbeit gewährleistet wird. Was die Lehrkräfte anbelangt, die an diesen Instituten wirken, so macht sich dabei das Problem ihrer Herkunft naturgemäß geltend. Man kann aber sagen, daß trotz den geistigen Spannungen, die dabei nicht zu vermeiden sind, eine fruchtbare Ergänzung zu spüren ist. Die Erbschaft an jüdischer Substanz, die die Menschen aus Rußland mitgebracht haben, wird durch den Common sense der aus dem amerikanischen Knlturkrcis Stammenden ergänzt, und dazu tritt die in vielen Beziehungen unvoreingenommene und daher produktive postsäkulatorische Haltung von Juden aus Deutschland. Die Schüler des Seminars stammen heute etwa zu je einem Drittel aus Palästina, Polen und Deutschland. Man hat mit den Seminaristen aus Deutschland durchaus gute Erfahrungen gemacht, da sie ernsthafte geistige Bestrebungen mitbringen. Sie sind zum Teil etwas älter als im Normalfall üblich. Andererseits ist ihre hebräische Vorbildung gering:, und man beugt einer Gefährdung des Charakters der Schule durch strenge Aufnahmeprüfungen vor. Die Schüler des Seminars nehmen ihre Studien meist sehr ernst. Wer sich zu dieser Ausbildung entschließt, kann ja auf äußere oder materielle Erfolge kaum rechnen und muß daher an der Arbeit selbst wirklich interessiert sein. Die geringen finanziellen Aussichten haben übrigens zu der nicht sehr erwünschten Erscheinung geführt, daß eine Ueberzahl von Mädchen diese Ausbildung wählt. Das Seminar in Beth Hakerem stellt als einziges in Palästina den Typ der pädagogischen Akademie dar, während die drei übrigen Seminare des Landes nach Art der früheren preußischen mit fünf Klassen an die Volksschule anschließen. Der Lehrstoff in der Vorbereitungsklasse des Seminars führt zum normalen palästinensischen Abitur. Um aus den Schülern des Gymnasiums einen Nachwuchs für das Seminar zu schaffen, besteht der Plan, an der Schule in den obersten Klassen einen pädagogischen Zweig zu schaffen. In den beiden eigentlichen Seminarklassen werden die jüdischen Fächer inhaltlich weiter unterrichtet, insbesondere also jüdische Geschichte, hebräische Literatur, hebräischer Aufsatz usw. Dazu treten Naturkunde des Landes, Englisch und wahlweise Arabisch oder Talmud. Der zweite Zweig des Unterrichts umfaßt die pädagogischen Fächer: Geschichte der Pädagogik, Psychologie, Unterrichtslehre, Stundenplanestaltung. Hinzu kommen zwei „Hachscharoth", die sich ie Schüler selbst wählen sollen, auf den Gebieten der technischen Fächer und der Landwirtschaft. Die Oberklassc führt jedes Jahr einen 14tägigcn pädagogischen Ausflug durch, der sie mit den pädagogischen Anstalten des Landes in Verbindung bringt. Unter den Schülern befindet sich eine Anzahl von Mitgliedern von K i b b u z i m, die später als Lehrer in diesen arbeiten werden. Dies ist deshalb besonders wichtig, weil es vielfach auf dem Lande schwer empfunden wird, daß die Lehrer den Schulunterricht den Lebensbedingungen des flachen Landes nicht anpassen können, was wohl in erster Linie daran liegt, daß sie selbst aus der Stadt stammen. Der gesamte Unterricht am Seminar findet durchaus schulmäßig statt. Die Gewöhnung an äußere Disziplin, die so oft vermißt wird, soll dadurch leichter erreicht werden. Das Gymnasium, das nicht nur räumlich, sondern auch zum Teil personell durch die Lehrer mit dem Seminar verbu*- Die öffentliche Unsicherheit Es wird gemeldet, daß im Laufe des Monats Dezember über 30 Raubüberfälle auf den Landstraßen stattgefunden haben. Banditen, die ihre Tätigkeit bisher auf die Hauptstraßen beschränkten, haben nunmehr augefangen, die Seitenstraßen unsicher zu machen. Eine Räuberbande, die sich anschickte, die Insassen von acht Autos, die sie zu halten gezwungen hatte, auszurauben, wurde von einer Polizeipatrouillc überrascht. Die Polizisten machten von einem Schnellfeuergewehr Gebrauch. Einer der Räuber blieb tot am Platze liegen, die übrigen retteten sich durch Flucht. Sechs bewaffnete Araber machten nachts einen mißlungenen Versuch, drei berittene Männer anzuhalten; diese flohen und warnten den Chauffeur eines ihnen entgegenfahrenden arabischen Autobusses. Die Fahrgäste sprangen aus dem Wagen und liefen dem nächsten Dorfe zu. Die Räuber sandten ihnen mehrere Schüsse nach, welche jedoch niemanden verletzten. Bei einem Raubtiberfall bei Nazareth wurden die beiden Opfer, zwei Araber aus Nazareth, von den Banditen um £ 190 berauht. Nachts griff eine bewaffnete Bande syrische Schafhirten in der Nähe von Safcd an; einer der Hirten blieb tot liegen. Der Arbeiter David Hamami wurde spät abends in der Nähe von Chcdera von drei Arabern überfallen und schwer verletzt. Die Angreifer stahlen sein Pferd und entkamen. ' Laut einem Bericht im „Haare/" sind in letzter Zeit zahlreiche syrische Extremisten, die nach Inkrafttreten des franko-syrischen Vertrages landesflüchtig werden mußten, nach Palästina gekommen; viele von ihnen sind mit Waffen versehen und schließen sich den lokalen Banden an. Fs verlautet, daß sie Geldmittel aus ausländischen (Quellen erhalten. Die Polizei kennt die Anführer und ist bemüht, ihrer habhaft zu werden. Jüdische Arbeiter, die in einem Steinbruch in Migclal Zedek zur Arbeit kamen, fanden den Platz von SO Arabern belagert, die eine drohende Haltung einnahmen und Beschäftigung mit einer 5(1° .igen Arbeitshetciligting forderten. Polizei und Truppen wurden herbeigeholt, um die Araber zu entfernen. In der Siedlung Kfar Hahoresch wurden zum zweitenmal seit Anfang dieser Woche mehrere Bäume umgerissen. Das Auto des christlichen Arabers Emil (ihorv, Leiter des arabischen Propaganda-Bureaus in London, der in Jerusalem eintraf, wurde nachts in Brand gesetzt. Im Zusammenhang mit den Raubüberfällen, die sich in letzter Zeit in Palastina ereignet haben, hat das Polizeikommando des Süddistrikts beschlossen, die Beamten aller Eisenbahnstationen, städtischer und ländlicher Siedlungen zu bewaffnen. Die Polizei hat den Stationsvorstehern bereits plombierte Kisten mit den erforderlichen Waffen ausfolgen lassen. Aus der Wirtschaft In Tel-Awiw ist mit dem Bau eines großen neuen Bahnhofs für Personenverkehr begonnen worden. Die Kosten werden laut Voranschlag C 30 000 betragen. Die von der Jewish Agency vor kurzem ins Leben gerufene Siedlungs-Gesellscbaft zur Zentralisierung und Erweiterung der nationalen Siedlungstätigkeit hat Pfandbriefe im Werfe von £P 200 000 herausgegeben, deren Ertrag hauptsächlich für Bewässerungszwecke verwendet werden wird. In den ersten neun Monaten des Jahres 1036 wurden nach Palästina Maschinen im Werte von 523 270 Pfund eingeführt. In der gleichen /eil des Jahres 1035 betrug der Wert der Maschineneinfuhr 020 S60 Pfund. Besonders zurückgegangen ist die Einfuhr von Industriemaschinen, was auf die verminderte Gründungstätigkeit in Palästina zurückzuführen ist. Die Industriemaschineneinfuhr verminderte sich von 546 524 auf 303 660 Pfund. Die arabische Tageszeitung „Adifaa" meldet, die Regierung habe beschlossen, den Zoll für Orangenkistenholz zu senken. den ist, stellt einen in Palästina einzigartigen Typ dar, da es eine Aufbauschule nach 6 Klassen Volksschule ist. Man plant, nicht alle seine Absolventen universitätsreif werden zw lassen, sondern durch bestimme Auswahlprinzipien nur die besonders qualifizierten zu diesem Ziele zu bringen. Neu und eigenartig ist auch, daß hier zum ersten Male das in Palästina gesprochene Arabisch Lehrfach wurde, wahrend man sonst nur Schriftarabisch lehrt. Sollte dieser Versuch, der bisher gelungen ist, sich für die Dauer durchsetzen, so würde dies die Basis für die Einführung des gesprochenen Arabisch in den Volksschulen des Landes sein können. Das Werk, das in Beth Hakerem im Laufe der Zeit entstand, ist in sich keineswegs abgeschlossen. Es hat die Aufgabe, als eine lebendige Kraft auf die gesamte pädagogische Sphäre des Landes zu wirken. Die Menschen, die es tragen, kommen aus ganz verschiedenen Kreisen und vertreten gewiß auch verschiedene weltanschauliche und politische Ansichten, Wir erwähnen neben Yeliin, Dinaburg und Simon unter anderem als Leiter des Gymnasiums den amerikanischen Juden In dem Gebiet an der Haifa-Bay sollen noch irs diesem Winter auf einer Fläche von 1500 Dunam 9000Q Eukalyptusbäume und Zypressen gepflanzt werden. In der letzten Zeit ist Haifa ein wichtiger Umschlagplata des Nahen Ostens für den H andel mit Fellen geworden. Die Zahl der in Haifa ansässigen Sachkundigen auf diesem Gebiet ist nicht unbeträchtlich. Es besteht die Aussicht, daß Haifa neben Port Said, dem bedeutendsten Handelsplatz des Vorderen Orients für Häute, zu einem wichtigen Handelszentrum für ausländische Käufer werden kann. Die neugegründete Palestine Industrial Properties Co. Ltd. hat an der Fiauptstraße Haifa-Akko im Fmek Sebtiium (llaifa- Bay-Gebiet) einen zentral gelegenen Bodenkomplex erworben, um dort Fabrikgebäude zur Vermietung an Unternehmer zu errichten. Das 10 000 Pfund betragende Gescllschaftskapital ist zu gleichen Teilen von der Palestine Corporation Ltd. und der Bay Side Land Corporation Ltd. zur Verfügung gestellt worden. Die Barclay's Bank hat die jüdische baugewcrblicbe Produktivgenossenschaft „Solei Bon eh" mit der Errichtung eines Bankgebäudes auf dem angeschütteten Hafengelände von Haifa beauftragt. Die Kosten des vierstöckigen Gebäudes sind mit 35 000 Pfund veranschlagt. (JTA.) Auf dem KKL-Bodcn in den Hügeln bei Jerusalem sollen zwei neue Siedlungen für jüdische Stein« brucharbeitcr gegründet werden, um die jüdische Fabrikation von Bausteinen zu fördern. Die Stadtverwaltung von Tel-Awiw hat der englischen Firma Closc Brothers Ltd. gegen einen Betrag von 30 000 Pfund eine Konzession zur Errichtung von Gas werken in Tel-Awiw für die Dauer von fünfzig Jahren erteilt. Die Gesellschaft will in Palästina eine halbe Million Pfund investieren, davon sind 300 000 Pfund für die Errichtung der Ciaswerke und 200 000 Pfund für Installationen bestimmt. Wie aus Amilian gemeldet wird, wird die t raus jordanisch e Regierung demnächst eine landwirtschaftliche Versuchsstation einrichten, für die der High Com« missioner die Mittel persönlich zur Verfügung gestellt hat. Die Versuchsstation soll KKI Dunam umfassen. Verschiedenes Ab 1. Januar 1037 werden die Protokolle bei den palästinensischen Kreis- und Polizeigerichten nur noch in englischer, nicht aber auch in hebräischer oder arabischer Sprache geführt. Die Protokolle werden von den Richtern persönlich und nicht wie bisher von Uci ichtssekretären niedergeschrieben. Die neue C h a u s s e e C h e d e r a —• T e 1 - A w i w ist bis aut wenige Kilometer bereits fertiggestellt. Ueber den Alexandria-Bach wurde bei Maabarot eine provisorische Brücke geschlagen. Durch die Chaussee Chcdera—Tel- Awiw werden die meisten Siedlungen im Emck Chefer (Waadi Hawarit) mit Chcdera und dein Süden verbunden. Die Behörden haben mit dein Bau eines Dorfes begonnen, in dem die früheren arabischen Bewohner der Jat- Faer Altstadt untergebracht werden sollen. Die Siedlung wird aus 13 Häusern von je acht Wohnungen bestellen. Wie dem „Haarez" aus Amman gemeldet wird, werden alle die transjordanisch-irakische Grenze passierenden Autos auf Befehl des Militärobcrkommandos streng durchsucht. Eine ebenso scharfe Kontrolle wird an der Allcnby-Brückc über den Jordan durchgeführt. Mehrere jüdische C h a u f f e u r e, die sich während der Unruhen durch ihren Mut bei dem Transport von Truppen hervorgetan haben, werden demnächst von der britischen Regierung Auszeichnungen erhalten. Der neugewählte Öberrabhiner von Palästina und bisherige Oberrabbiner von Irland, Isaac Herzog, traf, von seiner Gattin begleitet, in London ein. Er wird sieh von dort aus nach Palästina begeben, um sein neues Amt anzutreten. Voraussichtlich wird er am 11. Januar in Ilaifa sein. Am II. Januar besteht der jüdische Aer/teverbanu Palästinas 25 Jahre. Der Verband wird am Juhiläumstag Feiern veranstalten, an denen Vertreter w issenschaftlicher Institutionen und Organisationen teilnehmen werden. Der 105jährige Zvi Podcrhortz starb in Ilaifa in einem Altersheim. Duschkin, der zugleich die pädagogische Abteilung der Universität leitet, Flieser R i e g e r als Vertreter des Waad Lcmni, der das Seminar im wesentlichen finanziell trägt, Fritz Goitein, für Arabisch kiwlni. Dieser Kreis von Menschen ist durch zwei Prinzipien zu kennzeichnen: Kr trägt die Vorstellung eines Judentums in sich, das im tiefsten human ist. Auch wenn es nicht jedem von ihnen bewußt sein mag, so ist die Tendenz der Arbeit auf einen Humanismus gerichtet, der in der jüdischen Sphäre wurzelt. Zugleich empfindet man, «eichen Wert für die Erziehung die Erhaltung eines Bezirks der g e i s t i g e n U n a b Ii ä n g i g - keit hat; ohne daß deshalb eine Rirhtungslosigkcit entstehen muß, ist an diesem Orte die Möglichkeit einer echten Auseinandersetzung gegeben. Wer die geistige Lage des Jischuw beurteilt, wird diese Tatsache richtig einsehätzen und wird insbesondere ermessen können, welche Bedeutung ein solches Milieu für die Heranbildung einer neuen Erziehergeneration hat, die die Jugend vor den Gefahren der geistigen Enge bewahren soll. ~i Die ersten Orangenkisten werden im Tel-Awiwer Hafen ver- Bei der letzten Sturmflut sc/iltigen die Wellen über die Strandladen f im Hintergrund das neu erbaute Lagerhaus. mauer und behinderten den Autoverkehr, am Strandkasino, f«Oi Siegb««J Si&UaJ, T«l i«-iw Folo Dr, E, Mapim, Tcl-Awjw 5 An der Tel-Awiwer Küste