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Jüdische Rundschau · 1937-01-08 · Heft 2 (8.1.1937) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 2 (8.1.1937)
Date
1937-01-08
Page
– (sequence 12)
Language
German
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•Seite 12 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 2, 8. 51937 Englische Gelehrte über Palästina Seit die Königliche Untersuehungskoinniission in Ercz Israel ihre Tätigkeit aufnahm, ist das Interesse englischer Gelehrter am Problem Palästina womöglich noch gestiegen. So veröffentlichte z. B. „The British %'eekly" kürzlich eine Sondernummer über das Land in Vergangenheit und Gegenwart. Herbert Danby, der lange Zeit in Jerusalem lebte und jetzt „Regius Professor of llebrav" an der Universität Oxford ist, entwickelt hier in sehr verständnisvoller Form, warum eine bloße Erhaltung des Jüdischen Nationalheims in seiner gegenwärtigen Größe nie als Erfüllung des Mandats gelten könne. Professor Adam C. Welch, der emiritierte Altic-.tameiitler au der Universität Edinburgh, zeigt, daß die Juden allein bisher fähig waren, Palästina zum Land eines eigenständigen nationalen, religiösen Lebens zu machen und es zu besonderer ökonomischer Blüte zu bringen. Sir Charles M a r s t o n berichtet über die Ausgrabungen der letzten Jahre in Jericho und Lac hisch. William B. Stevenson, der Orientalist der Universität Glasgow, schreibt über Palästina im Mittelalter. Der Schlußartikel Sir Arnold Wilsons aber enthält mehrere recht anfechtbare Thesen. Sir Arnold, bekannt als Parlamentsmitglied und durch sein Buch über das gegenwärtige kontinentale Europa, erklärt, nur die Juden widersetzten sich seit 1922 einem Legislative Council, die Araber sähen ihm noch heute erwartungsvoll entgegen. Und er fürchtet weiter, die Juden könnten in Palästina nicht nur ihrer Religion, sondern auch ihrer gesamten bisherigen Tradition entfremdet (!) werden, ja der Zionismus könne einem Volk, das in der Diaspora „Printeniinister" und Vizekönige hervorgebracht habe, sogar sehr schaden wobei nur seltsamerweise übersehen wärd, daß es leider in ("'»(liehen 1 ändern den Angehörigen dieses Volkes noch nicht einmal möglich ist, Schankwirt oder staatlich konzessionierter Lumpensammler zu werden. in <irr Universität Birmingham hielt kürzlich Professor V, K. i 1 a n c o c k einen außerordentlich lebendig bewegten Vor!;.ig ii In-r Palästina. Hancock, dir Historiker der Birniinr'h.imir Universität, der auch beträchtlichen politischen I inthill!>eitzt und durch melm re einschlägige Artikel in den „! iiüe»" mnii idings hervortiat, ist gerade von einer Reise ilun h Luv Israel zurückgekehrt. Außerdem hat er eben jetzt ein Bncli über Probleme des englischen Empire vollendet; und er sieht datier die l'alästinnfragc hauptsächlich in de -, in /u-vimmenhang, wobei er streu;; objektiv das Recht der Aralu-r und der Juden gegeneinander abzuwägen sucht. In der! Vh.ttie, die sich an I lancoeks Vortrag anschloß, wurde von jüdischer Seite vor allem darauf hingewiesen, daß eben auch England trotz allem Willen zur t )bjcMivit;it schwer die h'en Richters annehmen könne, g gerce eigenen Interessen seihst Partei bleiben las bei I ngläudern sich leicht einstellende •o'eh.-ti Konflikt wie dem gegenwärtigen Haltung eines volli weil es mit seinen müsse. I)'. shalb sei t Gefühl, lv. i einem : tin'o,se oiäcnkir jedes ,ier beiden streitenden Lager, die Juden wie die Araber, etwas unrecht haben, eine sehr unzulängliche Riaktf.n auf die wahre Sachlage. Schließlich gäbe es auch genug Streitfälle, in denen das Recht sehr eindeutig nur auf einer Seite läge. Weiter «ei auch Englands ständiger Hinweis auf die panarabische (iefahr, der mir durch eine gewisse Stellungnahme gegen den Zionismus zu begegnen wäre, jetzt in einem neuen Liditc .-u prüfen. Denn wenn die arabischen Lander rings um Palästina selbst während des letzten halben Jahns nach dem abessiuischen Krieg in keiner Weise geneigt waren, diese für England recht ungünstige Lage zu einem aktiven Vorstoß gegen die Manilatarmacht auszunutzen — sei dann wirklich nur Zurückweichen vor. einer vielleicht imaginären Gefahr am Platze? Und kann tjian 'überhaupt mit einer solchen negativen Parole „Vorbeugungsmaßnahmen gegen eventuelle Gefahren" konstruktive Politik im Grient oder in Europa machen? Und wenn man weiter darauf hinweise, der letzte Streik der Araber sei offenbar eine echte Volksbewegung gewesen, kein von den herrschenden Effcndi-Schichten geführter Interessenkampf, so sei darauf doch zu antworten, daß es seihst in Europa vielfach sehr schwer sei, Volksbewegungen und maskierte lutercssenkämpfe bestimmter Wirtsehaflsgruppen klar voneinander zu trennen. Um wieviel schwieriger M-i eine solche Scheidung in der weit primitiver, pntiäai> uanseli strukturierten Welt der palästiiiensisi heu Araber' Iii si.iideie- Interesse aber verdiente '•ine I'e uui l.ung eines jungen Araberfiilircrs der erklärte, Jie ar.ihi-then PalaviincuM-r hätten keinesfalls Furcht vor den jnclen. die ja durchaus kenn gewalttätiges Volk seien; als die eigentüclu-n „natives" wollten sie vielmehr bloß die H e r r e n i m L a n d e bleiben. Im Wnotlbrooke Gollern' in Birmingham hielt Dr. Hans Lew von ,1er UniveiMio Jerusalem erneu Vortrag über die neue hebräische Uiinaa ai.i!, der bei dem ganzen Lehrkörper und der I lörerschaft dieses Suhlenden 0:ukcr-C'olleges reges Interesse taud. In der I >i>.kiis>iim wurde nur bedauert, daß die Arbeit groller jüdischer I orscher durch die Abfassung in lieliraisclu r Sprache und durch das Wi-ken der Wissenschaftler in jeiusäiein in der nie igen eiirop iisehen Geisteswelt Einbuße an Fmfhiß erleiden toeinte. Weiter wurde ein Austausch 7\visrh. ii mederner Qu .D-rbtei.itiir, den VtVmih-ooke Studies wie ähn'kln n 1 'ub'il :r mm n und den VemifeiuluIllingen sowie Dubntien d< r iniu-ähen Uur. ersiia'siiiblietiick angeregt. Sehli' ßh' Ii -ä i noch iim>. Vortrags geJ;uht, den Professor FL G. Wood, der heute angesehenste Q.iakcrtheologe Englands, in der Birmingham Jewi-.h Literarv and Art Society gehalten hat. Wood sprach mjj überzeugendster innerer Wärme von seiner alten Liebe zum Judentum und jtidischen Volk. Die großen Ei Wartungen, die Israel an die Krdfotir-Deklaration knüpfe, durften von England nicht enttäuscht werden. Dafür werde auch er sieb mit allem Einfluß, den er habe, einsetzen. Er sei allerdings 1Ü22 zum letztenmal in Palästina gewesen; aber er sei schon damals wie noch heute davon überzeugt, daß die Juden dem arabischen Palästina unendliche Werte — und durchaus nicht nur ökonomische — übermitteln könnten. So wenig er die Kultur der Araber geringschätzen könne, so sehr glaube er, daß die Juden hier die Fuhrenden sein könnten und dürften. Wenn er aber einen Wunsch äußern dürfe, so sei es der, daß die Juden hier die schwerste, aber auch höchste Staatsmannskunst üben möchten, nämlich Menschen zu führen, ohne dabei irgendwelchen Anschein wecken zu wollen, daß hier geführt werde. Prof. Dr. David B a u m g a r d t Ein amerikanisches Buch zur arabischen Fräße. Die Vorgänge des letzten Jahres haben das Vorhandensein eines brennenden politischen Problems in Palästina auch dem Zeitungsleser nahegebracht, der sich sonst nicht viel mit Palästina-Problemen beschäftigt. Insbesondere ist dies in Amerika der Fall, denn die große amerikanische Presse, vor allem die „New York Times", hat in der Zeit der Unruhen fast täglich ausführliche Berichte aus Palästina veröffentlicht, und in verschiedenen Zeitschriften wurde das Problem diskutiert. Die jüdische Öffentlichkeit Amerikas ist demgegenüber nur sehr unvollständig Aber die Grundlagen des Problems orientiert. Es ist daher zu begrüßen, daß unter Erforschung der Wirtschaft Von unserem nach Palästina entsandten Sonderberichterstatter K. L. Jerusalem, im Dezember Die Frage der Planmäßigkeit auf dem Gebiete der ökonomischen Entwicklung spielt seit dem Ausgang des Krieges, als sich für die zionistische Arbeit im Lande bisher ungeahnte Möglichkeiten erschlossen, eine große Rolle in allen Diskussionen. Unter denen, die für eine systematische und planvolle Landesenhvicklung von allem Anfang an eintraten, ist besonders Dr. Ruppin zu nennen, der in seinem Buch über den Aufbau des Landes Israel schon damals den Versuch machte, die Grundlinien eines Aufbauplancs zu zeichnen. Die Entwicklung ist indessen Wege gegangen, die zum Teil von einer systematischen Planung weit abführten. Das war schon bei dem Einströmen der vierten Alijah der Fall, noch mehr aber in der Periode der Prosperität der letzten Jahre. Dennoch ruhte die Bemühung um die Erforschung der wirtschaftlichen Vorgänge im Lande niemals, und es wurden gleichsam auf experimentellem Wege eine große Reihe von Erfahrungen gesammelt, die der weiteren Arbeit zugrunde gelegt werden konnten. Im Februar dieses Jahres gelang es endlich, eine Zentralstelle für die Bearbeitung der wirtschaftlichen und sozialen Probleme des Landes zu schaffen. Fls ist das Economic Research Institute o f t h e J e w i s h A g c n c y (Wirtschafts-Eorschuugsinstihtt der Jewish Agencv), das seinen Sitz in Jerusalem in der Nähe des Gebäudes der Nationalen Institutionen hat. Das Institut, das der Initiative von Dr. Ruppin seine Entstehung verdankt, steht auch unter seiner Leitung. Es ist mit dem Archiv für den Nahen Osten verbunden, das seit einer Reihe von Jahren von Dr. Alfred Bonne geleitet wurde, der die Geschäftsführung des neuen Institutes inne hat. Das Institut wurde schon kurze Zeit nach seiner Begründung vor Fragen gestellt, die eigentlich außerhalb seines ursprünglichen Aufgabenkreises lagen. Durch den arabischen Streik und die Entsendung der Kgl. Kommission wurde es erforderlich, das ökonomische Material zur Vorlage bei der Kommission vorzubereiten, und die Jewish Agencv übertrug diese sehr umfangreiche Aufgabe dem Institut, das sie mit einer Reihe von Mitarbeitern bewältigte. Die Bedeutung dieser Arbeit im gegenwärtigen Moment liegt auf der Hand. Daneben hat sich das Institut auch der Bearbeitung seiner normalen Aufgaben zugewandt. Diese haben zwar wissenschaftlichen Charakter und sollen jeweils mit möglichst objektivem Material fundiert sein, verfolgen jedoch stets einen praktischen Zweck und dienen der Exekutive der Jewish Agency als Material für ihre Beschlüsse und Aktionen. Daneben werden auch Veröffentlichungen über die Ergebnisse der Untersuchungen durchgeführt. Zum Teil erfolgt die Arbeit mit Hilfe von Fachkontmissionen, die für bestimmte Fragen gebildet werden, zum.. Teil durch einzelne Sachbearbeiter. Eine Abteilung des Institutes befindet sich in T e 1 - A w i w, wo in erster Linie: landwirtschaftliche Fragen bearbeitet werden. Das Institut gibt interne Wirtschaftsberiehte periodisch heraus, die der Information der Exekutive dienen. Unter den Fragen, die vom Institut bisher bearbeitet: worden sind bzw. jetzt untersucht werden, sind besondere Probleme des Bauwesens und der Wohnungsversorgung Palästinas zu nennen. Weiterhin beschäftigt sich eine Kommission mit den Problemen der Industrie, besonders auch der Zollfragen. Andere Untersuchungen behandeln die Wirkungen des arabischen Streiks auf die Gesamtwirtschaft Palästinas, ferner Verkehrsfragen, Wirtschaftsprobleme des Orients u. a. Besonders wichtig sind im Augenblick Arbeiten der landwirtschaftliehen Sektion, die sich mit den in den Monaten des Streiks akut gewordenen Fragen der Lebensmittelversorgung befassen. Hier tritt das Problem der Kostensenkung der jüdischen Agrarcrzeugnisse und der Lenkung des Konsums, das heute in vielen Ländern der Welt im Interesse der Landwirtschaft als besonders dringlich empfunden wird, stark in den Vordergrund. Die Arbeit des Instituts, die sich naturgemäß in der Stille vollzieht, bedeutet in einer Zeit sehr viel, in der zahlreiche Wirtschaftszweige des Landes Schwierigkeiten zu überwinden haben. Es gilt heute mehr noch als früher, Menschen und Mittel so rationell wie möglich einzusetzen, um den Effekt der jüdischen Arbeit zu steigern und zu planmäßigeren Aktionen zu gelangen. Das Bestehen des Institutes stellt auf diesem Wege einen erheblichen Fortschritt dar, der sich gewiß auch in der Praxis auswirken wird. Hausbesitz und Hypotheken Von Dr. Jakob Lcvy, Jerusalem-Talbieh Unter dem Titel „Mietnickgänge in Tel-Awiw" zieht Dr.- Ing. W. Lcsser in seiner sehr sachverständigen Darstellung in Nr. 97 l')30 der „Jüd. Rundschau" einige Folgerungen, denen m. E. widersprochen werden muß. Zunächst muß darauf hingewiesen werden, daß vieles in der palästinensischen Wohnungswirtschaft schon längst ungesund gewesen ist, bevor es jetzt allmählich zutage tritt. Auf Grund übermäßiger Konjunktur-Mieten wurde eine Rentabilitätsrechnung aufgestellt, die übertriebene Bodenpreise zugestehen konnte, und damit die Hauptschuld an den spekulativen Auswüchsen trägt. Wenn jetzt neben anderen auch seriöse Kapitalisten leiden werden, so erfüllt sich eben die alte Wahrheit, daß den Letzten die Hunde beißen. Uebrigens ist nicht ohne weiteres zuzugeben, daß der FFausbesitzer eine bessere Retite als der Hypotheken-Gläubiger zu verlangen hätte. Der Kenner palästinensischer Mentalität weiß von genügend Fällen, in denen Kapitalisten „wertbeständige" Rcal-Anlagen auch gut gesicherten, hochverzinslichen Schuldfordcrungen vorgezogen haben. Ganz und gar nicht der Wirklichkeit gerecht würde eine Forderung, den Hypotheken-Zinsfuß herabzusetzen. Besonders Lessers Begründung mit den riesigen Depositen der Banken erscheint abwegig. Diese Gelder wurden zu 9 Prozent für Hypotheken-Anleihen nicht hergegeben; welcher Besitzei wird sie gegen gleiche Sicherheit für niedrigere Verzinsung ausleihen? Auel] entsprechende amtliche Verordnungen würden umgangen werden, durch Bonus- Forderungen usw.; falls sie überhaupt von der Regierung zu erreichen wären. Eine Herabsetzung des Hypotheken-Zinsfußes ist also nicht zu erwarten; vielmehr dürfte sich, falls die Miet- Rüekgänge anhalten oder sich nooii verstärken, — worin Lessers Vermutung durchaus zu teilen ist — folgende Entwicklung ergeben: Zunächst würde eine entsprechende Wert-Einbuße der Häuser, die die heutigen Verhältnisse widerspiegelt, auch von den Besitzern zur Kenntnis genommen werden müssen. In Wirklichkeit stellt sie bei den meisten keinen reellen Verlust dar, sondern nur die Wieder-Abschreibung eines illusionären Buchgewinnes. Neue Häuser würden gebaut werden auf Grund einer gesunden Rentabilitäts-Rechnung, die für die große Masse der Einwohner tragbare Mieten kalkuliert, also mindestens 20 Prozent unter den bisherigen. Um auch mit diesen Einkünften eine ausreichende Rente zu erhalten, müßte die Erstellung der Häuser „^verbilligt werden. Hierzu würden vor allem verhelfen: niedrigere Sätze für den Bauplatz, die sich aus Nachfrage und Angebot ergeben werden. Ferner werden Häuser gebaut werden müssen mit größtenteils eigenem Geld, unter Vermeidung der besonders kostspieligen nachstelligen Hypotheken, und der noch teuereren Wechsel-Kredite, Kommissionen usw. Damit hätte sich eine wirklich gesunde Stabilität herausgebildet: Für eine sehr sichere 1. Hypothek (30 Prozent des Hauswertes) werden von beiden Seiten zirka 7,5 Prozent Zinsen als billig empfunden, für sein Eigcnkapital genießt der Hausbesitzer nach Abzug von Amortisation, Spesen usw. etwa 9 Prozent Rente. dem Titel „Jews and Arabs in Palestin e, Studies in a national und colonial problem" eine Sammlung von Aufsätzen von Enzo Sereni und R. E. A s h e r y herausgegeben worden ist, die wahrscheinlich zum ersten Male in englischer Sprache gedruckt werden. Es handelt sich last durchwegs um ältere Arbeiten, ein Teil davon ist auch in deutscher Sprache in dem vor einiger Zeit vom Hechaluz hier herausgegebenen Sammelband erschienen. Im großen ganzen wird die Haltung der palästinensischen Histadruth zur Araberfrage dargelegt, und die führ nden Persönlichkeiten der Histadruth, wie Arlosoroff, Ben G'.irion, Beilinson, Berl Katznclson, kommen zu Wort. Es ist hier nicht der Platz, zu den in den einzelnen Aufsätzen vorgeschlagenen Anschauungen im einzelnen Stellung zu nehmen. Es wäre vielleicht zu empfehlen gewesen, daß zur Vervollständigung des Bildes auch noch einige Stimmen aus anderen Lagern in dem Buche wiedergegeben worden wären, z. B. etwas aus den Aufsätzen von Mosche Smilanski, der zu dieser Frage sehr wichtige Beiträge geliefert hat, oder aber etwas von den umstrittenen Meinungsäußerungen der Jahre 1929/30, als das Schlagwort vom „binationalen Staat" von vielen bekämpft wurde, die heute denselben Gedanken in etwas anderer Formulierung vertreten. Begrüßenswert ist es, daß in einem abschließenden Kapitel Alexander Kohanski eine Zusammenfassung der in dem Sammelbuch enthaltenen Anschauungen gibt. Der Außenhandel im Jahre 1936 Jerusalem, Ende Dezember. (Palcor.) Die Ziffern des palästinensischen Außenhandels für die Monate Januar bis Oktober I936 sind jetzt veröffentlicht worden. Der Import betrug in diesen 10 Monaten CP 11 044 566. In den letzten beiden Monaten des Jahres, November und Dezember, betrug der Import vermutlich ca. 3 Millionen Pfund. Auf diese Weise betrug der Import nach Palästina im Jahre 1936 ca. 14 Millionen, im Jahre 1935 betrug er 17,9 Millionen Pfund. In Wirklichkeit ist der Import von Gebrauchsartikeln für den Binnenmarkt mehr gesunken als die genannten Ziffern zeigen; denn der Import für den Konsum des Militärs und der Regierung ist dieses Jahr gegenüber dem Jahre 1935 um mehr als ein Drittel gestiegen. Der Export aus Palästina litt in den ersten Monaten des Jahres 1936 infolge der schlechten Ernte von Zitrusfrüchten in der vorigen Saison, Dagegen wird er in den letzten drei Monaten des Jahres größer sein als in den letzten drei Monaten des Jahres 1935. In den Monaten Januar bis Oktober 1936 betrug der Export 2 593 712 Pfund. Insgesamt wird der Export um ca. 750 000 Pfund niedriger sein. Der Siegeszug der Elektrizität Kaum berührt von den Unruhen sehreitet die Elektrifizierung des Landes mit Riesenschritten voran. Die Ruthen« berg-Gesellschaft (Palestine Electric Corp.), welche den größten Teil des Landes versorgt, zeigt für die letzten zehn Jahre folgende Aufwärtsentwicklung: st Jahr Anschlüsse 1976 1977 1938 1929 1930 1931 1932 1933 1934 1935 f, 556 7 477 8582 9 303 10 620 12 029 15 113 21 934 35 397 53 246 [eigerung gejren Vorjahr % + 14 + 15 + 9 + 12 + 13 + 25 -- 45 -- 61 -- 51 Verkaufte kWh Mai. 2,43 2.53 2.97 :v>3 6,17 8,71 11,59 20,14 34,39 50,36 Steigerung gegen Vorjahr in kWh Mill. + 4- + + + + + o,io 0,44 0,66 2,54 2,54 2,78 8.55 + 11.25 + 15,97 H +~4 + 15 + 22 + 70 + 41 ■f 32 -f 74 t 56 + 46 Einnnhmeo je kWh 28 Müs 29 . 27 » 28 , 21 .' 16 . 12,5 . 11 . U . 9,9 . Abgesehen von der gewaltigen Absatzsteigerung ist in der Tabelle auch die unaufhaltsame Preisverbilhgung, hauptsächlich durch Abgabe an Großunternehmen, bemerkenswert. Für das laufende Jahr liegen bisher Angaben für die ersten acht Monate vor, und zwar einschließlich des Absatzes der selbständigen, in obigen Ziffern nicht berücksichtigten Jerusalem Electric Corp. Danach betrug: Stromab«!« dlm", K[J%£™nngt' msgeMmt tür Kr.ft.lro« Jan -Aug. 1936 44,65 Mill. kWh 15,05 Mill. kWh 33,6»i 17.99 Mill. kWh 39,4« J.n.-Aug. 1935 33,58 , . 11,04 . » — 32,8% 13,68 . . 39.8JJ 4,01 . . 4,3t . . 36% 31% Steigerung 11,07 „ ■•<% 33% Der Verbrauch für Bewässerung, also für einen eminent produktiven Zweck, ist erheblich stärker gestiegen als reiner Konsumsrrom; das ist sehr erfreulich. Der Gesamtverbrauch dürfte für 1936 bereits 72 Mill. kWh übersteigen Aber das wird vermutlich erst ein Beginn sein; denn das bedeutet einen Prokopfverbrauch von ' nur 55 kWh gegen fast 500 in Deutschland und 600 in den Vereinigten Staaten. Die Aussichten auf weiteres rasches Wachsen sind gut; die erste Voraussetzung sind weitere Preissenkungen, wie sie soeben in Jerusalem beschlossen wurden. Die Werke selbst scheinen sehr optimistisch zu sein, denn sie vergrößern die Anlagen. __________ ^' ^' In Ramat Clan ist eine Füllfederhalter-Fabrik eröffnet worden. AeuBerste Preis« für Teppiche - Gardinen - Läufer TEPPICHHAUS ZENTRUH Berlin C 2, Spandauer Straße SS an dar KönigatraBe t I

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