Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 89 (8.11.1938)
- Date
- 1938-11-08
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 89, 8. XI. 1938 Jüdische Jugend in Belgien Von unserem Berichterstatter Zionistische Arbeit in England London, 5. Oktober Die English Zionist Federation hat in den letzten Wochen eine bemerkenswerte Aktivität entfaltet. Die bevorstehende Veröffentlichung des Berichts der Woodhead- Kommission und die zu erwartenden politischen Entschei* düngen gaben den Hintergrund für eine sich über ganz England erstreckende Versammltmgswelle ab. Tausende Juden und Nichtjuden waren die Versammlungsteilnehmer. Nichtjüdische Abgeordnete sämtlicher politischer Parteien beteiligten sich an der Campagne. Das englische Judentum hat in dieser Zeit eine bewunderungswürdige Einigkeit bewiesen und sich mit aller Deutlichkeit für eine Lösung des Palästina-Problems ausgcsprechen, welche die Juden nicht in eine dauernde Minoritätsstellung in Palästina drangt und ihnen nicht das Recht auf Einwanderung im Rahmen der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit nimmt. Der Jahresbericht des Keren Kajcmcth in England, der in der vergangenen Woche der 15. Jahreskonferenz Vorgelegen hat, enthält einige bemerkenswerte Ziffern. Die Gesamteinnahme des Jahres 5698 betrug 46076 Pfund. Darin ist ein Betrag von 9691 Pfund enthalten, der allein durch die in der Mitte des abgelaufenen Jahres abgehaltene ״Palestine Exhibition and Fair“ aufgebracht worden ist. Das ist der grollte Betrag, den je eine solche Veranstaltung in der Geschichte des KKL erbracht hat. Zuwendungen an den Council for German Jewrv können mit der Zweckbestimmung versehen werden, daß sie für Landkauf in Palästina verwandt werden sollen. Hieraus hat der KKL seit 1934 fast SO 000 Pfund erhalten, aus denen 14«» Dunam bisher in Palästina für Juden aus Deutschland zur Verfügung gestellt bzw. erworben worden sind. Der Bericht zeigt weiter, daß aus in naher Zukunft fällig werdenden Beträgen ungefähr 60 000 Pfund zu erwarten sind. ln London fand am Jahrestag der Balfour-Dcklaration eitle Ma.ssenkumlgebung statt, bei der Paul Goodman, Major Procter, Mr. Rhys.!. Davjcs, Mrs. Dugdale und Bert Locker sprachen. Kuriositäten Die Agudath Jisrael liielt vor kurzem eine Tagütig in London ah. Der politische Referent der Agudah glaubte versichern zu können, daß die Jewisli Agency der Technischen Kommission mit geteilt habe, daß sie keinen jüdischen Staat auf der Bads der Tora wünsche. Von den, daß die" Frage der Stellung der Tora im Rahmen eines zukünftigen jüdischen Staates eine Angelegenheit der Juden selbst sei und nicht von einer nicht jüdischen Kommission entschieden werden kann. Die Agmia hat offenbar ein Interesse daran, daß ihre Vorstellung vom jüdischen Leben mit Hilfe einer nicht jüdischen Instanz durchgesetzt wird. Nach einer Versammlung wurde ein Flugblatt verteilt, das die Unterschrift ״Non-Party Zionists“ trägt. Diese, offenbar nur in der Phantasie der Flugblattverfasser bestehende Gruppe verlangt das Wahlrecht zum Zionistenkorigrefl für alle Spender mul Beitragszahler zu den nationalen Fonds. Aus dem Flugblatt ist nicht ersichtlich, ob sich die Verfasser auch von der Uebernahrne der Verpflichtungen aus der Zugehörigkeit zur Zionistischen Organisation ausgeschlossen fühlen. KH-Konferenz in Holland RL Den Haag, 5. November Die Landeskonferenz des Keren Hajeßod in Holland fand In diesem Jahre in Araersfoort statt und war außergewöhnlich stark besucht. Aus ganz Holland waren die Vertrauensmänner des Keren Hajeßod sowie Vertreter zahlreicher Ortsgruppen des Niederländischen ZionLstenhundes, des Bundesvorstandes, der Frauenvereinigung für praktische Palästina-Arbcit (Wizo), der Jüdischen Jugendföderation und des Ostjüdischen Verbandes erschienen.־ Nach Eröffnung der Konferenz durch den Vorsitzenden Mr. V iss er und Begrüßung.־;;insprachen der Vertreter der Jüdischen Gemeinde und der Zionistischen Ortsgruppe Amersfoort sprach Berl Locker als Vertreter der Exekutive über Palästina, Dr, Arthur Hantke sprach sodann über die wirtschaftliche Seite der I'alästinafragen. Dr. Otto Abel cs, der Leder der Keren Hajeßod-Arbeit in Holland, berichtete über den Stand der Arbeit. Es wurde beschlossen, in Zusammenarbeit mit dem Niederländischen Zionistenhund alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um eine möglichst beträchtliche Erhöhung der Einnahmen des Keren Hajeßod noch in diesem Jahre zu ermöglichen. In der Niederländisch-Israelitischen Hauplsynagoge In Amsterdam ist ein Konflikt ausgebrochen, der zum Rücktritt des gesamten Vorstandes geführt hat.^Anlaß hierzu waren bi.'hcr^gebräiichlit'he Gebetsspraehe^ jn den Synagogen durch stand ist der Ansicht, daß das Rabbinat dieser Strömung, die zur Veranstaltung eigener Gottesdienste geführt hat und eine Gefährdung der Einheit der Gemeinde befürchten ließ, dam fand ein überfüllter Abend des ״Joodsche Invalid“ statt. Der Pianist Arthur R u b i 11 s t e!!1 spielte mit dem Haager Residenzorchester unter Leitung von Prof, Georg Szell. — Königin Wilhclmina besuchte die Ausstellung des Maiers William H. Singer, über die bereits berichtet wurde, — Bei. Esher Surrey in Den Haag werden Arbeiten des Malers Victor Tischler ausgestellt — Vor der ״Genootschap voor de {oodsche Wetenschap in Nederland“ hielt die Botanikerin >r. B. Polak einer! Vortrag über den Pflanzenwuchs in Palästina, in dem sie vor allem das Lebenswerk des Botanikers der Hebräischen Universität Jerusalem, Prof. A. Eig, würdigte und an Hand von Lichtbildern die in Palästina vorkommenden Pflanzen behandelte. Keine Kinderermäßigung für Juden bei der Bürgersteuer. Die Reichsregierurig hat ein Gesetz zur Aenderung des Bürgerstcuergesetzes beschlossen, das für die Bürgersteuer den Grundsatz festlegt, daß für Kinder, die Juden sind, Kinderermäßigung nicht gewährt wird. Eine entsprechende Regelung ist für die steuerliche Behandlung verwitweter und geschiedener Personen getroffen, zu deren Haushalt ein minderjähriges Kind gehört. Wenn dieses Kind jüdisch ist, gelten diese Personen künftig steuerlich als ledig. Das Gesetz, das für Oesterreich und das Sudetenland noch nicht gilt, wird erstmals auf die Bürgersteuer für das Kalenderfahr 1939 angewendet. •Verantwortlicher Itelaleeur fauch verantwortlich für die Aufnahme ■שסי Bildern): Zur Zeit unbesetzt, i. V.: Kurt Loewenstei n, Berlin 'V 15. Anzeigenleiterund verantwortlich Mr den Inhalt der Anzeigen: Erich Lf ep mann. Bei!in W 15. Gültig Anzeigen-Preijliste 5 vom 1. April 1938. Verlag und Anzeigenverwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W 15, Jfeinekestr. 10. D.A. 111/1938: 25313 — Druck: M a x Lichtwitz (vormals Drackercibetiicbe Max Liehtwitz und Siegfried Scbolem), Berlin SW 68. Brüssel, im Oktober 1938. Die Tachkemoniachale Wer, jüdisch interessiert, nach Antwerpen kommt, muß die Tachkemonischule sehen, über die Bialik bei seinem Besuch Worte hohen Lobes gesprochen hat. Es handelt sich um eine Volksschule, in der der profane Unterricht in Flämisch von staatlich angestellten flämischen Lehrern erteilt wird. Der hebräische Unterricht, der in acht Doppelklassen von insgesamt 15 Lehrern gegeben wird, beginnt mit der fünften Klasse und umfaßt auch Talmudlehre. Der gesamte Schulgang ist berechnet für Schüler vom 6.—11. Lebensjahr. Zwei Stunden Profanunterricht wechseln mit 2 Stunden hebräischem Unterricht ab. An den Tagen, wo in dem einen Fach Hausaufgaben gegeben werden, fallen sie in dem anderen aus. Bisher handelte es sich nur um eine Knabenschule. Seit dem vorigen Jahr ist aber auch eine Mädchenklasse eingerichtet worden, die Jahr für Jahr weiter ausgebaut wird. Zu den 600 Schülern, die so Unterricht auf religiösnationaler Grundlage erhalten, tritt noch ein Kindergarten hinzu, außerdem finden hebräische Sonderkurse für Mäachen statt. Altschüler haben Fertigkeitskurse, und abends findet auch Unterricht für Erwachsene statt, bei dem auch Französisch, Flämisch und Englisch gegeben wird. Rechnet man diese Kurse hinzu, so erhalten über 10«) Menschen heute in der Tachkemonischule Unterricht. Und immer noch reicht der Raum nicht aus. Die Bedeutung einer solchen Schule, die seit 1920 so vielen jüdischen Kindern ein festes jüdisches Wissen gegeben hat, liegt auf der Hand. Zu wünschen wäre, daß die Mittel sich finden ließen, um die nötigen Ausbauten vorzunehmen, um den Kindern einen Turnsaal zu verschaffen und ausreichenden Platz, für neue Schüler zu gewinnen. Die fehlende Jugendbewegung Im übrigen macht sich der fehlende Zusammenhang mit jüdischem wesen und Wissen bei der Jugend stark bemerkbar. Das gilt nicht nur von den assimilierten Juden Belgiens, es trifft ebenso für die Söhne der Neueingewanderten zu. Auch die Ereignisse der letzten Jahre haben nicht bewirkt, daß die Jugend eine jüdische Haltung einnimmt. Die assimilierten Kreise, zumal in Brüssel, werden von der zionistisehen Propaganda überhaupt nicht erreicht. Aber auch im übrigen, was nützen Vorträge und Veranstaltungen, wenn eine wirkliche Bewegung, etwas, das der ehemaligen Blauweiß-Bewegung in Deutschland entsprechen wurde, völlig fehlt. Die an sich vortreffliche Seoutsgrunpe der Union- Sionistc in Brüssel kann diesen Mangel nicht ersetzen. Und so gehen denn Jungen und Mädel vielfach zu den belgischen Jahrestag der Balfour-Deklaration Demonstration in New York New York, 2. November. (Palcor.) Heute fand in New York City eine überfüllte 'Massenversammlung 'Im Mekka-" Tempel statt. 5000 Menschen drängten sich in den Straßen vor der Versammlungshalle, in der weitere 5000 die Redner hörten. M r. Hamilton Fish, Mitglied des Kongresses und mitverantwortlich für die im Jahre 1922 einstimmig von beiden Kongreßhäusern angenommene Resolution, die der Balfour- Deklaration zustimmt, sagte in einer Ansprache, er freue sich, als Autor der Zionisten-Resolution jetzt mit in die Forderung einzustimrnen, daß Auswanderern aus Europa gestattet werden soll, nach Palästina zu gehen. Dr. Stephen Wise beschuldigte die Beamten der Palästina-Regierung, den britischen Willen zur Errichtung eines Jüdischen Nationalheimes vereitelt zu haben. Was auch immer im Hinblick auf die Wiedererrichtung des Jüdischen Nationalheimes fraglich sei, zwei Dinge seien gewiß: Großbritannien könne niemals die Tore Palästinas schließen und könne niemals zukünftige jüdische Einwanderung verbieten. Gouverneur Herbert H. Lehman drückte in einem Gruß an die Versammlung sein Vertrauen aus, daß England die Balfour-Deklaration erfüllen würde. Die Demonstration endete mit der Absendung einer Botschaft an den Präsidenten Roosevelt. Kleine Nachrichten Die Tapng der Hadassa in St. Louis beschloß, 250 000 Dollar für Zwecke der Jugendalija und 110 000 Dollar für den Keren Kajemeth Lejisrael aufzubringen. Mrs. Epstein wurde zur Präsidentin der Hadassa wiedergewählt. Dr. Solomon Goldman, der Präsident der Zionistisehen Organisation von Amerika, reiste mit einer Delegation der amerikanischen Zionisten nach London, um an der A.-C.- Sitzung teilzunehmen. Die Jahrestagung der jüdischen Kolonisten ih Argentlnien in Buenos Aires beschloß die Errichtung einer Agrarbank sowie die Unterstützung der Ansiedlung von Emigranten. Inseraten-Annahmen im Reich für die ״JüdisdieRundschau" zu Originalpreisen: Aachen R. Heidelberg Deliusstr. 5 Bielefeld Alfred Zander Schildescherstr. 87 Bremen Ferd. Meyer & Co. Gerhardstr. 9 Breslau Fritz Tischler Gabitzstr. 71 Dresden-A. 19 Willy Estreicher Stormstr. 31 Frankfurt a. M. Frau Dr.E.Seligmann Gr.BockenhcimerStr.29 Fürth Jacob Gradmann Friedrichstr. 7 Halle a. S. Emil Schlesinger Rosenstr. 2 Hamburg 18 James Lewie Bornstr. 28 Hannover Siegfried Bachrach Wedekindstr. 5 Küln Felix Hanau Teutoburger Str. 12 Königsberg/Pr. Adolf Prinz Unterhaberberg 10 a Leipzig Ernst Goldfreund Reichsstr.' 30/31 Magdeburg Lina Hadra Uhlandstr. 12 München Arthur B. Cohn Ainmillerstr. 29 Stettin Erich Silbermann Friedrich-Karl-Str. 3 Stuttgart Hermann Grünwald Rosenbergstr. 47 b Mürzburg Flora Buxbaum Siebold »tr. 3>/j Wuppertal Alex Blumenau Helierstr. 8 Scouts. Ihre Menge zeigt, wie groß das Bedürfnis nach einer Jugendorganisation ist, die sie aufnimmt. Oder sie finden ihr Genügen an den üblichen Vergnügungen, im Kino und beim Tanz. Besonders betrübend ist die Entwicklung der lugend, die aus Deutschland gekommen ist. Ihr Erlebnis war stark genug, um sie jüdisch-nationalen Gedanken zugänglich zu machen, auch wenn sie aus ganz assimilierter Umgebung kamen. Ja, man hätte gerade erwarten können, daß aus ihren Kreisen späterhin für eine jüdische Jugendbewegung in Belgien starke Impulse kommen ■würden. Aber wohin sollten sie sich wenden, als sie fremd hierher kamen. Einige wenige fanden Anschluß. Aber diejenigen, die sich in fast ausschließlich ostjüdische Organisationen nicht hineinfinden konnten, blieben isoliert. Wiederholte Versuche, die aus Deutschland gekommene Jugend in einer jüdischen Scoutgruppc zusammenzuschließen, scheiterten, vor allem aus Mangel an geeigneten Leitern. So geht eine wichtige Schicht, die m vieler Hinsicht für das jüdische Leben in Belgien hätte bedeutungsvoll werden können, dieser einfach verloren. Jugeodföderation und Hachschara Ganz anders steht es um die chaluzischen Jugendgruppen. Sie sind die großen Aktivposten des belgischen Zionismus. Hier ist wirklich Leben, hier ist Entwicklung. Es ist eine Freude, einem großen Jugendtreffen beizuwonnen! wie sie im Sommer veranstaltet werden, auch wenn bei dieser Jugend, die so früh in das Erwerbsleben hineinmuß, dk Zeichen ungenügender körperlicher Entwicklung sich immer noch deutlich genug bemerkbar machen. Es ist eine Freude, den ausgezeiclineteii Chor zu hören oder der Aufführung eines hebräischen SprechspicLs beizuwohnen, die die lebendige Beziehung der Jugend zur hebräischen Sprache zeigen. Aus ihren Kreisen sind auch immer wieder erneute Versuche erfolgt, in Belgien eine Hachschara zu entw׳ickeln, Versuche, die leider viel zu wenig Unterstützung erfahren haben. Zur Zeit besteht eine unzureichende Hachschara in Viillers la Ville mit etwa 10 Jungen und einigen Mädchen, aber es fehlt an Mitteln und dadurch an einem wirklichen Ausbau, obwohl Belgien für jede Form von Hachschara Möglichkeiten bietet. Die Hachschara, die die Agudath Jisrael auf einem 17 Hektar großen Gut bei Antwerpen be* trieben hatte und in der 20 Jungen und Mädel ausgebildet wurden, ist vor einiger Zeit aufgegeben worden. Die Hälfte konnte nach Palästina gehen, und der Rest kam nach Holland, Die Errichtung eines großen Hachschara-Zentrums, für das Belgien durchaus in Frage käme, würde den Jugendgruppen, ja der gesamten zionistischen Bewegung in Belgien einen starken Auftrieb geben. Dr. P. R, Aus der Wirtschaft Folgende Firmen gingen in arischen Besitz über: Geigersehe Papierhandlung, Max Brandeis, in Frankfurt a. M. — Schneider & Söhne. K.-G. in Ettlingen i. B. -- Waffenfabrik W. Bader 8! Söhne in Zella-Mchlis. — Frommannsche Buchdruckerei in Jena. — Abteilung Driickwarcn der Firma Reitelberg & Cie. in Köln. —- Louis Cohn & Co. Nachf. (Blusen- Cohn), Berlin. — Kunststeinwerk Holzminden. — Feist & Co., Schüttwaren, Holzminden. — Kaufhaus Gebr. Ehrlich, Holzminden. - Modehaus M. Blank, Holzminden. — Gebrüder Heineberg, Gctreidehandlung in Holzminden. — Konfektionshaus Heß u. van der Walde, Holzminden. — J. Kornberg jun., Eisen- und Maschinenhandlung, Holzminden. — Schuhfabrik Hassia AG. Offenbach a, M. — Hcrrenkleiderfabrik Eduard Gordon, Wuppertal-Elberfeld. — Julius Dannenberg, Großhandlung in Damen- und Mädchen- Oberbekleidung, Wuppertal-Elberfeld. — Damenbekleidungs- Großhandlung D. Guthmann Nachf., Wuppertal-Elberfeld. — Kaufhaus Bauer-Schwarz im Innsbruck. — Hausschuhfabrik Redlich in Köln. — Schuhgroßhandlung Hermann fr May in Meiningen. — J. H. Böhme & Co. K.-G., Lederfabrik in Nortorf (Holstein). — Hermann Epstein (Inh. Sally Linz), Manufakturwaren, in Hof. — Berta Baer, Damen- und Herrenmoden, in Karlsruhe. — Hermanns fr Froitzheim in Köln. — Merländer, Strauß fr Co. Seiden- und Seidenwarengroßhandlung, in Krefeld. — M. Weil & Co., median. Wäschefabrik, in Buchau (Württbg.L — Schnitt- und Kurzwarengeschäft Max Frank in Obetelsbacn. — Kaufhaus A. Finkeis in Ottensen. — Schuhhaus Leon Haberer & Cie. in Konstanz. — Anna Haubenschild, Blumen und Federn, in Berlin. — Rosa Klauber GmbH., Damenwäschefabrik, in München. — Emil Goldschmidt, Fachgeschäht für Herren- und Damenmoden, in Wuppertal-Elber- Feld. •— Herrenkleiderfabrik Eduard Gordon in Wuppertal- Elberfeld. — Wäschefabrik Marx in Dortmund. — Gebrüder Löwenthal, Woll- und Seidenstoffe, in Frankfurt a. M. — Ph. Rosenthal, Fachgeschäft für Handarbeiten, Wolle, Kinderbekleidung, in Köln. — Emil Isner. Webwarengroßhandlung, in Bamberg. — Herrenkieiderfabrik Arnold Saiomon in Hamburg. — Herrenbekleidungsgeschäft ״Zum Propheten“, Inh. J. M. Hammer, in Regensburg. — A. M. Joseph, Modeschuhhaus in Frankfurt a, M. Zum Ausscheiden der jüdischen Patentanwälte ln der 6. VO. zum Reichsbürger-Gesetz vom 31. Oktober 1938, nach welcher die jüdischen Patentanwälte mit Wirkung auf den 30. November 1938 gelöscht werden, wird bestimmt, daß sie in anhängigen Verfahren, in denen sie als Vertreter gemeldet sind, die Vertretung noch bis zum 31. Dezember 193S fortführen können. Aus der Verordnung ist weiter hervorzuheben, daß anhängige ehrengerichtliche und Disziplinarverfahren gegen jüdische Patentanwälte am 1. Dezember 1938 einzustellen sind. Die Bestimmungen über das Ausscheiden der jüdischen Patentanwälte gelten sinngemäß auch 1. für die in das Ziviltechnikerregister des Reichspatentamts, _ Zweigstelle Oesterreich, eingetragenen jüdischen Ziviltechniker; 2. für die jüdisehen Inhaber eines Erlaubnisscheines nach §§ 56, 58 des Patentanwaltgesetzes vom 28. September 1933, die eine Vertretungstätigkeit ausübten; 3. für Juden, die auf Grund des § 60 des Patentanwaltgesetzes vom 28, September 1933 tätig sind (Beratung und Anfertigung von Schriftsätzen und Be- Schreibungen auf dem Gebiet des Patent-, Gebrauchsmuster- und Warenzeichenwesens). Jüdische Konsulenten dürfen nicht als Vertreter im Sinne des Patentgesetzes, des Gebrauchsmusterschutzgesetzes und des Warenzeichengesetzes auftreten, soweit es sich um Verfahren vor den ordentlichen Gerichten handelt.