Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 88 (4.11.1938)
- Date
- 1938-11-04
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 88, 4. XI1938 JöDlSCH!־ RUNDSCHAU Seite 1t Stadtrat und Kehiüa in Tel Awiw , Von unserem palästinensischen Korrespondenten Militär-Aktion in Jaffa ln Jaffa kam es an verschiedenen Stellen zu Unruhen und Minenexplosionen. Auf Orund dieser Vorkommnisse wurde eine militärische Aktion in der Stadt (Jaffa durehgeführt, die mehrere Tage dauerte. Ueber ganz 'Jaffa wurde Tag und Nacht ein Ausgeh verbot verhängt. Sämtliche Häuser wurden von Truppen durchsucht, während Panzerwagen durch, die Straßen fuhren. An den wichtigsten Verkehrsstraßen sind Sandsackbarrikaden und Maschinengewehre aufgestellt. Ueber der Stadt kreisten Flugzeuge. Zwei Motorboote patrouillierten an der Seeseite der Stadt, um die Terroristen am Entkommen zur See zu ver* hindern. Es wurde ein Kordon rund um die Stadt gezogen, imd die umliegenden Orangenhaine wurden durchsucht. Widerstand wurde nicht geleistet. Wie man annimmt, stammgen zahlreiche der in Gaza am letzten Sonnabend verhafteten (Terroristen aus Jaffa; diese waren auf Orund der Gerüchte ftm der bevorstehenden Aktion dorthin entflohen. Jaffa und Tel Awiw sind durch einen Militärkordon voneinander getrennt Die Fernsprechleitungen wurden vom MHitär mit Beschlag belegt. Eine Reihe von Arabern wurde verhafte». In Jaffa herrscht Jetzt Ruhe. Van zwei Arabern, die vertnmdet worden waren, ist einer gestorben. Einige hundert Araber •imd verhaftet worden. Erhebliche Spannung herrscht jedoch noch im Manschia-Viertel in der Grenzzone Ron Tel Awiw, wo zwei Bomben gefunden wurden. Dort Wurden etwa 30 Personen, darunter auch einige Frauen, *®■haftet, Bel weiteren Haussuchungen ln Jaffa wurden zwanzig Araber, von denen man weiß, daß sie mit Terroristen in Verbindung stehen, verhaftet. Arabischer Verkehrsstreik Zltruswlrtschaft nicht »•troffen Die Terroristen haben den Arabern verboten, die von d® Regierung für die Benutzung von Autos und Eisenbahnen vorgeschriebenen Personalausweise sich ausstellen zu lassen. Sie haben ferner beschlossen, ab 1. November den gesamten Verkehr, soweit er von Arabern ausgeübt wird, s t i 11 z u I e g e n. Auch die arabischen Autobusse wurden von diesem Tage an eingestellt. Der Streik wird vollkommen durchgeführt, mit Ausnähme derjenigen Arbeiten, die mit der Z i t r u s s a i s 0 n, die jetzt begonnen hat, Zusammenhängen. Auf diesem Gebiet arbeiten die Araber weit®. In Jerusalem wurde am 1. November ein arabischer Generalstreik durchgeführt. Der Streik der arabischen Ladenbesitzer soll bis Freitag andauern. In der Jerusalem® Altstadt haben die Ladenbesitz® die Geschäfte teilweise geräumt. 400 arabische Arbeiter der Irak-Petroleum-Gesellschaft ׳ in Haifa ®schienen am Dienstag nicht zur Arbeit. Der Eisenbahnverkehr wird aufrecht erhalten, die Eisenbaiinwerkstatten in Haifa sind geschlossen. Amtlich wurde mitgeteilt, daß die arabischen Hafenarbeiter in Haifa in den Streik getreten sind und daß die arabischen Viertel der Stadt streiken. Von Seiten der Führung der Terroristen ist mitgeteilt worden, daß jeder Araber, der sich der Streikparole widersetzt, erschossen werde. Wie es heißt, sind' zahlreiche Arab® aus dem Norden des Landes nach Syrien geflüchtet. Die Tankstellen haben die Anweisung erhalten, Benzim nur gegen Vorlegung der Legitimationskarte zu v®abfolgen, lieber den Verkauf des Benzins ist ein Register zu führen. Die Autos werden durch Militär daraufhin kontrolliert, ob die Chauffeure und Insassen die Legitimationskarte bei sich führen. Die Behörden haben scharfe Maßnahmen getroffen, um den arabischen Streik zu bekämpfen. Es wurde Vorsorge getroffen, um die Arbeiter und Angestellten der Elektrizitätswerke, der Wasserwerke usw, zu schützen. gl. Tel Awiw, 26. Oktober In Tel Awiw betrieb man seit einigen Monaten eifrig die Vorbereitungen für Neuwahlen zur Gemeinde. Die Gemeinde in Tel Awiw ist ein sonderbares Gebilde. Sie hat wie jede Zelle der ״Knesseth JisracI“ religiöse, soziale und kulturelle Funktionen und damit in Tel Awiw, der großen Stadt, einen außerordentlichen Atifgabenkreis. Sie ist zudem eine sehr alte Institution, die seit fünfzig Jahren besteht (vorher war sie die Gemeinde von Jaffa). Aber die Reputation der Gemeinde war nicht die beste. Ihre Finanzen waren nicht in Ordnung; sie konnte ihre Steuern nicht eintreiben, weil ein großer Teil ihrer Mitglied® so unzufrieden mit der Leitung war, daß er sich weigerte zu zahlen. Und so massenhaft war® die Weigerungen, daß man ihnen durch den Gerichtsvollzieher nicht beikommen konnte. Es gab Un- Zufriedenheit über die Ueberwachung des koscheren Fleisches in der Stadt. Die ״Modernen“ waren gegen den altmodischen, traditionstreuen Geist, der in der Gemeinde herrschte. Die Institutionen, die von der Gemeinde abhängig waren, litten unter schlechter Administration und Geldmangel. So herrschte seit langem in weitesten Kreisen die Meinung, daß rn'an in dieser Gegend einmal gründlich aufräumen müßte, aber es kam nie dazu. Die Arbeiter und ein guter Teil der freidenkerischen Elemente waren sich zwar darüber einig, daß die Dinge reformiert werden müßten, aber sie scheuten zugleich davor zurück, sich mit dem ganzen, ihnen widersprechenden Fragenkomplex zu beschäftigen, der durch den religiösen Charakter der Gemeinde, vermischt mit Personaljurisdiktion usw., gegeben war. Gerade die modernisierenden Kräfte, die für eine Reform der Gemeinde notwendig waren, wandten sich ihren ganzem Neigungen nach den ״weltlichen“ Institutjonen, d® Zivilverwaltung, zu, und Jahre hindurch blieb cs beim reinen Reformwillen. Unterdessen näherten sich die Neuwahlen für die Gemcinde. Und dieses Mal zeigte sich eine kraftvolle Opposition, sowohl aus Arbeiterkreisen als auch aus dem Mittelstand, in dem die Einwanderer aus Deutschland hervortraten, und man konnte damit rechnen, daß die Ergebnisse der Wahl eine völlig neue Besetzung der Gemeindestube und damit durchgehende Reformen zeiiigen würden. Da kam eine überrasche n de W e 11 d u n g. Der Bürgermeister von Tel Awiw, Rokach, teilte in der letzten Sitzung des Stadtrats mit, daß Verhandlungen über eine Vereinigung von Stadtrat und Gemeinde stattgefunden und Aussicht auf Erfolg hätten. Gesetzmäßig besteht die Möglichkeit einer solchen Verschmelzung. Die Stadt würde für die kulturellen und rehgiösen Punktionen der Gemeinde besondere Kommissionen einsetzen und die sozialen Aufgaben, die heute unter der Zersplitterung verschiedener Institutionen leiden, könnten vereinigt und vereinheitlicht werden. Es hat seit langer Zeit keinen Vorschlag im Stadtrat gegeben, der mit gleicher Zu- Stimmung von den verschiedenen Fraktionen aufgenommen wurde, wie dieser Einigungsvorschlag. Von allen Seit® wurden die Verschmelzung von Stadtrat und Gemeinde begrüßt und eine Kommission eingesetzt, die über die Art der Durchführung beraten soll. Die Waiden zur Gemeinde sind darauf verschoben worden. Es ist durchaus möglich, daß sich in den Beratungen dieser Kommission noch eine Reihe von Schwierigkeiten ergibt, aber schon der Vorschlag als solcher ist wichtig. Die straffere Organisation und Vereinheitlichung der lokalen jiidisehen Selbstverwaltung ist eine dringende Aufgabe. Die Uebertragung aller bisher der Gemeinde /ufallendcn Funktion® an die Stadt gibt die Möglichkeit besserer Arbeitsleistung und gründlicherer Bearbeitung der sozialen Aufgaben. Es ist zu hoffen, daß diese notwendige Reform in nicht zu langer Zeit durehgeführt wird. ״Wir wollen lernen“ Das Glück der Abendschule ״Wir lebt® in Jemen, aber unser Ziel war Erez JisracI. Die hebräischen Bucnstaben zogen mich mit Zaubergewalt an. Ich wußte, daß sie die Zeichen der Sprache seien, die man im heilig® Lande spricht. Und ich ließ dem Vater keine Ruhe, bis er mich die Bedeutung dieser Zeichen lehrte, obwohl er wie die Nachbarn d® Kopf darüber schüttelte, wozu ich als Mädch® das zu wissen brauchte. Dann kam der Tag, da wir auszog® nach Erez Jisrael. Wir mußten lange wandern, bis wir es ®reichten. In Erez Jisrael hatte ich gehofft, lern® zu dürfen. Ab® ich mußte verdienen helfen und es gab keine Möglichkeit, die Schule zu besuchen. Mein Durst zu lernen wurde immer größer. Da hörte ich von der Abendschule, der Wizo für arbeitende Mädchen. Ich hatte das Glück, aufg®omm® zu werden, und nun konnte ich endlich meine Sehnsucht erfüllen und lernen. Es ist so schade, daß die Schulzeit für mich schon zu Ende geht. Ich hätte so gerne noch weitergclemt,“ Langsam, sorgfältig artikulierend und Betonung in jedes Wort leg®d, las die schlanke, dunkclhäutige Mirjam die Geschichte ihres jungen, Iftjährigen Lebens vor. Es war einer der Aufsätze, die zur Abschlußprüfung der Wizo- Abendschule geschrieben worden waren, und nicht ohne Bewegung konnte man ihn und die andern, die zur Vorlesung kamen, anhören; sie alle mit dem gleichartigen Refrain von Elend im Ursprungslande — sei es Jemen, Persien, Bagdad, Aegypten oder Marokko —, den unvorstellbaren Mühen und Gefahren einer monatelangen Wanderung der kinderreichen Familien auf Eseln und zu Fuß, dem Existenzkampf auch in Palästina, wo die Kinder vom frühesten Alter mitarbeiten müssen, der erwachenden Ahnung einer höherwertigen und kultivierteren Welt, als es die der Eltern in den Baracken an der Jaffagrenze ist, und der Eroberung des Zugangs zu ihr durch die Abendschule der Wizo. Nicht einfach war es für die Mädchen von 12, 13 Jahren, da sie nach der Tradition ihrer Familie schon heiraten sollen, die Zustimmung ihrer Eltern zu erringen, um am Abend außer Haus sein zu dürfen und zu lernen. Die Schule beginnt um halb sechs Uhr, zu einer Stunde, da cs von September ab schon dunkel ist, und dauert bis halb neun Uhr. In den (irenzviortet 11 ist es um diese Zeit seit den Unruhen nicht mehr ganz unbedenklich, unterwegs zu sein, und oft!mißte wegen früherer Polizeistunde der Unterricht in dieseii letzten drei Jahren abgebrochen werden. Aber das Mädchen, das sich einmal den Zugang zur Schule und zu einem der 90 Plätze erkämpft hat, ist peinlich darauf bedacht, dies Privileg zu nutzen. Nach 8 —lOstiindiger Arbeit als Hausgehilfin, bei der sie der Hausfrau die schwerste Arbeit abnimmt, scheut sie es nicht, sich für einige Abendstunden ins heiße Klassenzimmer zu setzen und dort mit allen Kräften ihre Aufmerksamkeit wachzuerhalten. fm Vorbereitungsjahr ist es der Kampf gegen den Analphabetismus, der von Schülerinnen und Lehrerinnen geführt werden muß. Sobald die Kunst des Lesens erlernt ist. findet sich Gelegenheit, an viele Dinge anzuknüpfen una sie zu erörtern in gemeinsamer Aussprache, sind viele Vor- Stellungen zu klären, viele neue Begriffe und Assoziationen z.u vermitteln. In den nächsten zwei eigentlichen Schuljahren kann man auf diesen Voraussetzungen aufbauen, Tenach und Sprache, Heimatkunde und Geschichte lehren; man kann Rechnen einfiihren, hygienische und naturwissenschaftliche Erkenntnisse setzen gegen althergebrachte p! imiiive Vorstellungen, und im Kochunterriclit Grundbegriffe der Küchenchemie und der Ernährungslehre vermitteln, auch Nähen und Schneidern systematisch unterrichten, so daß eine Absolventin der Wizo-Abcndschuie viele Stufen aufwärts gestiegen ist gegenüber ihrer Altersgenossin, die diesen Unterricht nicht genossen hat. Ja, sie ist sogar imstande, ihre Hausfrau , manches an Wizo-Hauslialttingswcisheiten zu lehren und in ihr die Lust zu wecken, sieh die Wizo näher anzusehen. Bei der Kochprüfung überraschen die Mädchen durch ihre Fixigkeit, Sauberkeit und Gediegenheit der erworbenen Kenntnisse, und von ihrer Nähfertigkeit zeugen die Kleider, die sie tragen. Dr. Nadja Stein. Die Sicherheitslage Der 39 Jahre alte Mosche Konel wurde an der Stadtgrenze von Tel Awiw tot aufgefunden. D® jüdische Hilfspolizist Zwi Diamant, der in der Nähe des Dorfes Masmia am 10. September verwundet Word® war, erlag seinen Verletzungen. Jirmjahu Smilanski, ein 29jähriger Chauffeur, wurde aut der Landstraße Tel Awiw—Jerusalem durch Schüsse schw® verwundet. Arabische Terroristen überfielen die arabische Bank in Hebron und entkamen mit £ 500.— In Jaffa raubten arabische Terroristen aus der Eisenbahnstationskasse £ 50.—, von arabischen Terroristen wurde ein Warenhaus in Jaffa angezündet. Das Haupttelegraphenamt und die Büros der Imperial Telegraph Company wurden von Jaffa nach Tel Awiw V®legt. Drei arabische Gefangene, die zwischen Sarafend und Tulkerem zu entkomm® suchten, wurden von britischen Polizist® erschossen. Fünf Terrorisfen wurden bei der Durchsuchung eines Dorfes in der Nähe von Ramalla getötet und zwei verwun d et. Die Trupp® unternahmen Fhirchsuchung® in Hebron, wobei zwei Araber getötet wurden. Bei der Durchsuchung mehrerer arabischer Dörf e r wurden fünf Araber getötet und zwei verwundet. In einem Dorfe in der Nähe von Nablus wurde ein Terroristen* führer erschossen und 27 Araber verhaftet. In Samaria erfolgten zahlreiche Verhaftungen. Vier Bataillone sind damit beschäftigt, die Bezirke von Nablus, Tulkerem und Dschenin zu durchsuchen. In der Nähe von Nablus und Haifa kam es za Zusammenstößen zwischen Truppen und Terroristen, in denen eine Anzahl Terroristen getötet wurde. Arabische Terroristen töteten den Muktar und drei führendc Araber in einem arabischen Dorf. Zwei Araber wurden tot und einer schwer verwundet in einem Orangengarten in der Nähe von Neß Z io na aufgefunden. Der Bürgerinester von B eis an, Mohamed Said Effendi Halhouni, wurde schwer verwundet. In Haifa wurde Hassan Effendi Baddcr, ein bedeutender Landbesitzer, erschossen. Unter den verhafteten Arabern befindet sich Hassan Mansour, von dem man annimmt, daß er als Leiter, d® arabischen Terroristengerichte zusammen mit andcren Verhafteten fungiert hat. Haussuchungen in den arabischen Vierteln von H a i f a führten zur Festnahme von 75 Arabern. Die Klage inauer war nach der Besetzung der Altstadt durch britische Truppen am 30. Oktober zum ersten Male wieder zugänglich. Die Besucher bemerkten, daß einige Beschädigungen des Platzes erfolgt waren. Der Waad I eumi sandte an den Distriktskommissar einen Protest wegen dieser Entheiligung der Klagemauer. Kurse palästinensischer Wertpapiere. In Tel Awiw notierten am 28. Oktober: Allgemeine Hypothekenbank: 5 <>״ige Pfandbriefe 96% ״/o (9617״ 6 ,«״/oige Pfandbriefe 10D-״״'״ (101 Vs ״ 6 ,(»'•״bige Vorzugsaktien H)>!! <>•, (108 ״;>), Stammaktien 1111/j "0 (HO1 * «>), — Palestinc Land Development Co. Ltd.: 6 ״,oige Vorzugsaktien 89 0׳״ 89) 0״), Stammaktien 84% <’c (85%). — Bizur: 6 ־״oige Obligationen Ser. 2 98% ״> (08Vs ״'׳״). — Nir Ltd.: 4 "oige Obligationen Ser. 1 84VS 0״ (844י ®/o), 4 «/oige Obligationen Ser. 2 84% "0׳״ 84%) ״), 5 »/oige Vorzugsaktien 711/2 *A» (67!/s ״/«). — Pasa: 4 ״oige Obligationen 73׳> 74%) «';״ 2/יoj. — Palestine Potash: 5V> <>״ige Vorzugsaktien sh 16 1' (16/3). Die Einwanderungs-Schednle veranlaßte verschiedene Käufe, auch wirkte die Energie der Militärbehörden befestigend. Daher war die Stimmung freundlich bei Kursbesserungen auf fast allen Gebieten. Die Preference Shares der NIR stiegen uin fast 4 0״ auf die Nachricht der Placieru 1g eines größeren Postens Ordinary Shares in Amerika. Juristische Kurse. Auf Grund d® Verfassung Palästinas ist für das Familien- und Erbrecht bei Juden palästinensischer Staatsangehörigkeit das jüdisch-talmudische Recht maßgebend. Mit d® Einbürgerung der Olim steigt daher das Interesse an der Kenntnis der einschlägigen Bestimmungen in weitesten Kreisen. Die juristische Fachgruppe der Hitachduth Olcj Germania we'Austria hatte dah® Herrn Dr. Akiba Hoff mann im Oktober 1937 damit beauftragt, hierüber einen Kursus abzuhalten. Mit Beginn der Wintersaison wird Dr. Hoffmann seinen Kursus fortsetz® und nunmehr folgende Themen behandeln: a) Scheidungsrecht; b) Leviratsehe; c) Gesetzliches und testamentarisches Erbrecht (Gültigkeit in Deutschland abgefaßter Testamente lind Erbverträge); d) Vormundschaftsrecht; e) Stiftungsmht (Waqf). Interessenten wollen sich umgehend mit der HOG, Tel Awiw, Rothschild-Boulevard 37, In Verbindung setz®, Von der Woche Einer provisorischen Schätzung zufolge betrug die Zahl der jüdischen Einwanderer in den ersten zehn Monaten des Jahres 193S 10 300, verglichen mit einer Zahl von 8600 in derselben Periode 1937. Fünf Araber wurden vom Militärgericht in Jerusalem wegen Besitzes von Gewehren und Munition zum Tode verurteilt. Zwei zum Tode verurteilte Araber wurden in Akko hingerichtet. Nach Meldungen aus Beirut beschloß die arabische Bevölkerung des Libanon, am 2. November einen Proteststreik zugunsten der Araber in Palästina durchzuführen. In Beirut, Tripolis und Saida fanden Protestkundgebimgcn statt. Die Kundgebungen am 2. November in Beirut führten zu Zusammenstößen mit der Polizei. Eine Anzahl von Personen wurde verletzt und Verhaftungen wurden vorgenommen. Von den Rednern wurde zum Sympathiestreik für die Araber Palästinas aufgefordert. Der Kommandant der britischen Mittclmecrflotte, Admiral Sir Dudley Pound, war in Jerusal®? Gast des High Commission®. Die hebräische Presse widmete dem Jahrestag der Baifour-Dekiaration lange Artikel. Rabbi Fishman und Ussischkin begaben sich nach London. 27 Stunden vor Wiederaufnahme des Partci®verkehrs beim TelAwiwer Einwanderungsanit der Regierung, stellte sich bereits ein Jude an, um als erster aus der neuen Einvanderurigs-Schedule Zertifikate für seine Angehörigen im Auslande anzufordern. 200 Personen warteten die ganze Nacht hindurch. Die General Mortgage-Bank of Palestine teilt mit, daß die von ihr ausgegebenen Hypothekendarlehen zum erstenmal den Betrag von 3 Millionen Pfund erreicht hab®. Meir Dickst ein, der das Alter von 117 Jahren er- Teicht hatte und das älteste Mitglied des Brith Harischonirn (Gruppe der frühen Pioniere) war, starb in Tel Awiw. Er kam im Jahre 1908 aus Lutzk nach Palästina. (Schluß des Palästinateils)