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Jüdische Rundschau · 1938-11-04 · Heft 88 (4.11.1938) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 88 (4.11.1938)
Date
1938-11-04
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seit« סו JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 88, 4 X'. 1938 Einwanderung und Wirtschaftslage Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Tel Awiw, 30. Oktober 1938 Die Juden Palästinas haben erleichtert a 11 f g e - atmet, als die neue Ei ״ w a n d e r u 11 g s s c 11 e d u 1 e bekannt wurde. Denn nach den vielen Gerüchten der letzten Wochen war man über die Absichten der Regierung im Zweifel, sind auch die Einwanderungsfrage schien ein Teil dieser unsicheren politischen Perspektive. Nun wurde wenrgstens in diesem einen - praktisch so wichtigen — Punkte Klarheit geschaffen. Oberflächlich gesehen ist die Schcdule eine Fortsetzung des bestellenden Zustandes. Es wurden ungefähr ebenso viel Zertifikate ausgegeben wie im Sommerhalbjahr. Jetloch wäre cs falsch, die Dinge reiti mathematisch zu sehen. Wenn man die politischen Bedingungen in Betracht zieht, so muß man die Ausgabe der Zertifikate in unvermindertem Umfang als einen Erfolg der zionistischen Politik buchen. Besserung auf dem Arbeitsmarkt Ist so die Erlangung der Zertifikate in erster Reihe vom politischen Standpunkt zu werten, so wäre eben dieser politische Erfolg doch unmöglich gewesen, wenn die jüdische Wirtschaft im Lande dem auf ihr lastenden schweren Drucke im Laufe dieses Halbjahres erlegen wäre. Die ökonomischen Aussichten erschienen in der Tat vor wenigen Monafen düster. Die Zahl der .jüdischen Arbeitslosen hat zeitso schwer, nein• Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen, um die entsprechenden Fonds für Unterstützung auizubriogen. Man sah auch im brnhsommer /״nächst keine Anzeichen für eine Besserung, weder private Initiative noch große öffent* liehe Gelder, die für eine Ankurbelung der Wirtschaft ein/״- setzen waren. Jedoch zeigt es sich nach kurzer Zeit, daß waren. Die Wirtschaft him dem dauernden Drucke stand, und es entstand dank verschiedener äußerer und innerer Faktoren eine F r! e i c h t e r u n g auf den! Arbeitsmarkt e, die bis heute anlialt, Die ,,Kriegswirtschaft" Line wichtige Holle bei der Erleichterung der Ökonomisehen Situation spult die im Lande sich immer mehr ausbreitende ״Kriegswirtschaft“. Während der arabische Terror einerseits alles dazu tut, das Wirtschaftsleben lahmzulegen — ist doch eines seiner ausgesprochenen Ziele heute, den Export der Orangencrnfe zu unterbinden —, so zieht er andererseits ebne Reihe von Maßnahmen nach sich, die eine Erleichterung des Arbeitsmarktes bedeuten. Eine immer steigende, nach Tausenden zählende Schar von Juden dient als Hilfspolizei; im Zusammenhang mit der Verteidigung־ der Kolonien werden Menschen gebraucht, so daß ־״ÜUtf'jfm 'Orte beschäftigt sind und hoch Leute aus den .Städten 1״befangezogeii werden. Das Militär braucht einheimische Chauf- 1 fehle und Führer, um sich im Lande zurechtz.ufinden. Diese und noch eine ganze Reihe anderer Arbeiten stellen An- Sprüche an den jüdischen Arbeitsmaikt. Line weitere Folge des Terrors ist die Entfernung fast aller arabischen Tagelöhner aus den jüdischen Kolonien und ihr Ersatz durch Juden. Damit wurde mit einem Schlage die jüdische Arbeitslosigkeit in den Dörfern liquidiert, und wenn die Orangen ernte in vollen Schwung kommt, wird man vermutlich Arbeiterin ingel haben, denn man wird nicht nur die Hände zum Pthuken. Packen und Transport brauchen, für die Wache in den PbuiDgen und auf den Wegen. Kapitalgrundlage dieser neuen Einwanderung neue Probleme aufwerfen muß, aber i in Moment wirkt die Einwanderung aus Oesterreich zusammen mit den genannten ,,Kriegsfaktoren“ ohne Frage ankurbelud auf die Wirtschaft. Neue Entwicklungen Darüber hinaus kann man auch heute wieder feststellen, daß die palästinensische Wirtschaft in einer nicht abreißenden Entwicklung begriffen ist. Auch bei der relativ geringen Einwanderung des letzten Jahres kann man neue Versuche auf verschiedenen Gebieten feststellen, und der allgemeinen Senkung des Standards, die i׳m Vergleich mit den Jahren der Hochkonjunktur nicht wcg/ulcugnen ist, stellt die Verankerung einer größeren Anzahl von Menschen gegenüber, wenn auch auf einer schmalen ExUten/basLs. Beispiel für die auch heute anhaltende Weiterentwicklung ist die Vorbereitung des Tel Awiwer Hafens für die diesjährige größere Zitrussaison und die Einrichtung eines Luftpostdien st es der ,,Palestin e Airways“ zwischen Tel Awiw und Haifa. Die palästinensische Fluglinie, die Tel Awiw mit Haifa und Beirut!) verbindet, hat jetzt einen zweiten Flieger der Imperial Airways aus London bekommen und wird den Versuch der Luftpostverbindung eventuell auch auf Jerusalern ausdehnen, Luftpost hat heute in Palästina bei den unsicheren Wegen größere Bedeutung als in normalen Zetten, Das größte Unternehmen der letzten Zeit gehört nicht Ra f f i n e r i e '1' n Haifa, die seit langem projektiert war, hat mit dem Bau begonnen. Lin riesiges Bautdd an der Notizbuch der Wirtschaft Preisbewegung. Nach Veröffentlichungen des statistischen Amtes der Regierung fielen die Preise im Monat August um durchschnittlich etwa ein Prozent. Der Index ist gegenüber dem August des Vorjahres um etwa 5,9 0״ gefallen und gegenüber dem Januar d. J. um 7,9 «j!. Ein Vergleich der Preisbewegung in Palästina mit der in England und Amerika zeigt, daß seit Januar d. J. die Senkung der Preise in Palästina und England die gleiche ist, während in den Vereinigten Staaten die Preise während derselben Periode mir um etwa 3 ״,o gefallen sind. Die größte Preissenkung in Palästina betraf Getreide und Fleisch sowie Brennstoffe und OeL Die übrigen Nahrungsmittel wurden fast gar nicht betroffen, und einige, wie 1. B. Zucker, stiegen sogar im Preise. Auf dem Baumarkt sanken di« Preise für Holz und Ziegel, während die Eisenpreise anzogen. Edelsteinbearbeitung. Die Palästina-Regierung hat den Diamantenzol! aufgehoben und dabei den Weg für den Diamantenhandel und die Diamantenindusrtie freigemacht. Dieser Schrift ist den Bemühungen der Diamantenhändler zu danken, die in einem Klub ״Jahalom“ zusammengeschlossen sind und eine kleine Diamantenbörse unterhalten. Es bestehen Aussichten auf den Handel mit orientalischen Ländern, besonders mit Indien, wo ein guter Markt für Edelsteine ist, und auch mit Amerika, da die Transportkosten bei dieser Ware nicht ins Gewicht fallen. Der Diamantcnhandel kann sich aber nur in Verbindung mit einer Schleifindustric entwickeln. Auch hierzu gibt es schon Anfänge im Lande, in. Tel Awiw befinden sich kleine Unternehmungen dieser Art, eines gibt es auch in Petacli Tikwa, das in kurzer Zeit in ein eigenes Gebäude nach Natania übersiedeln wird. Der Diamantenhandel und die Diamantenbearbeitung haben in Holland und Belgien eine große Anzahl jüdischer Fachleute aufzuweisen. Da in Palästina aber wenig Facharbeiter dieser Branche leben, so waren die neuen Unternehmungen in Palästina genötigt, neue Arbeiter anzulernen. Besonders junge Leute wurden herangezogen, und so gelang cs, mit Hilfe des Arbeitsloscnfonds einige Dutzend junger Menschen izn Laufe rines halben Jahres in das Facli cinzuarbeiten. Heute arbeiten 60 Arbeiter in solchen Unternehmungen, aber es besteht die Möglichkeit für Hunderte von Arbeitern, ihr Brot zu finden. Man glaubt, daß dieses Gewerbe nach Liquidierung der Unruhen und Verbesserung der Beziehungen zu den Arabern einen großen Aufschwung nehmen wird. Nebenprodukte der Orangenkultur, Das Sieff-Institut in Rechowoth hat die Orangenschalen auf ihre Verwendungsmög- Hchkeit untersucht und gefunden, daß die Schalen zu 40 ״/o Gärzucker enthalten. Die Orangenschalen können daher ein wichtiges Hilfsmittel zur Beschleunigung von Gärungsprozessen sein. — fn Tel-Alon wurde durch einen Siedler aus Deutschland ein interessanter Versuch gemacht, der, wenn er sich bewähren sollte, von größter Wichtigkeit sein dürfte. Man hat dort in einem Zitrus-Pardeß mit anschließendem Obstgarten eine Schafherde weiden lassen. Die Bäume des Pardeß naben einen Abstand von sieben Metern voneinander. Die Bewässerung erfolgt in der Form von künstlicher Berieselung. Die Schafe weiden zwischen den Bäumen und nähren sich von dem Unkraut, das dort wächst. Im Winter gibt man den Schafen abfallende und sonstwie entwertete Früchte aus dem Pardeß und spart so an sonstigem Futter. Dem Pardeß und dem Obstgarten kommt der Mist der Herde zugute, der sehr wertvoll ist, da bekanntlich natürlicher Dünger in Palästina sehr teuer ist. Schicksale in Palästina Jeder in Palästina eingewanderte Jude hat ein ungewöhnliebes Schicksal hinter sich. Außer der geringen Anzahl der ״Sabres“, die im Lande geboren und erzogen worden sind, ihren Beruf liier gefunden und so seßhaft sind, daß ihnen ״chuz laarez“ (Ausland) kaum vorstellbar ist, kommen sie alle aus fremdem Lande, anderen Verhältnissen, anderem Klima. Aus dieser Fülle wechselvoller Schjcksa'e einige eindrucksvolle herauszuschälen, soll unsere Aufgabe sein. In einer kleinen rein jüdischen Stadt Palästinas lebt ein ״reicher“ Amerikaner. Aus Polen stammend ist er vor vielen Jahren in Amerika cingewandert und hat sich dort ein statt- 1 ich es Vermögen erworben. Fr heiratete eine Landsmännin und sie brachte ihm 12 Kinder zur Welt. Durch Fühlungnähme mit zionistischen Kreisen wurde er bald von der 7.ionistischcn Idee voll und ganz ergriffen, und von da ab war es sein einziger Wunsch, einmal nach Palästina auswandern zu können. Nicht eines seiner Kinder war für diese Idee zu begeistern, und so zog er vor sechs Jahren ganz allein, mir von seiner mit großer Liebe an ihm hängenden Frau begleitet, nach Palästina, dem Land seiner großen Sehnsucht. Er war schon ein Mann von 61 Jahren, aber kräftig und zäh und von äußerster Geschicklichkeit. Er hatte sich in einem kleinen Landstädtchen schon vor Jahresfrist ein Stück Boden von sechs Dun am erworben. Auf diesem Grundstück baute er sich mit eigener Hand, nur von einigen Facharbeitern unterstützt, ■ein kleines Häuschen und legte an dem Hause einen Pardeß mit Grapefruit und Aepfeln an. Dort arbeitete er tagaus tagein. Der Pardeß sah bald aus wie ein kleiner Park, die Wege wundervoll gepflegt und die Bäume durch die große Sorgfalt der Behandlung besonders gut entwickelt und reiche Frucht gebend. Sein ganzes Herz hing bald nur noch an dem Pardeß. Er verschmerzte zwar nicht das Heimweh nach seinen Kindern und seinen Enkeln, aber d*er Pardeß und die hingebungsvolle Arbeit an ihm half ihm über das alles hinweg, und seine Frau stand ihm treu zur Seite. Doch die Frau konnte auf die Dauer verändertes Klima und veränderte Lebensverhältnisse nicht vertragen, sie siechte dahin und starb gerade, als der Pardeß die erste Frucht geben sollte. Das warf den alten Mann fast um. 12 Kinder hatte ihm diese Frau gegeben, sie hatte ihn trotz körperlicher Schwäche und großer' Sehnsucht nach ihren Kindern auf dem Wege begleitet, den zu gellen sein höchster Wunsch gewesen war, sie hatte mit ihm auf gebaut, ihn gestützt und betreut — und nun stand er allein. ״Nun wird er zu seinen Kindern nadi Amerika zuriiekgehen“, so sprach man allgemein. Aber man irrte sich. Der Mann nahm den Kampf von neuem aut. Er hielt Haus und Garten allein instand, kaufte ein, kochte selbst und arbeitete unermüdlich an der Instandhaltung seines Pardeß — an dem Aufbau des jüdischen Landes, Seine Frau hafte als letzten Wunsch ihm aufgegeben, ihre Schwester zu heiraten. Und sobald das Trauerjahr vorüber war, fuhr der alte Mann nach Amerika, um den letzten Wunsch seiner so sehr ge■- liebten Frau zu erfüllen, und nahm sich die Stihiwester zur Frau. Er führte sie in sein Heim nach Palästina und zeigte ihr all das Geschaffene. Aber auch diese schon ältere Frau war den veränderten Lebensverhältnissen nicht gewachsen, bald wurde sie schwer krank und nur mit Mühe gelang es, sie am Leben zu erhalten. Und da sie nicht die Mutter seiner Kinder war und nicht die Mitkämpferin seiner Idee, wollte sie nicht das Los ihrer Schwester erleiden und verließ ihn. Doch auch dieses doppelte Leid hat den Willem des Mannes zum Aufbau am jüdischen Werk nicht erschüttert. Jetzt ist er allein, doppelt einsam. Seine Kinder bedrängten ihn, doch jetzt nach Amerika zurückzukehren. Er aber erklärte, daß derjenige, der in heutiger Zeit die jüdische Sache verleugnet und, um sein Leben und seine Existenz zu retten, das Land verläßt, ein Verräter am Judentum ist. Er ist jetzt 70 Jahre alt, aber Tag für Tag bearbeitet er seinen Pardeß? betreut er seine geliebten Bäume, und nur der Gedanke, seinem Volke etwas zu bedeuten und an einer großen Aufgabe nodi mit״ arbeiten zu können, hält ihn aufrecht. Frau A. stammt aus Marokko. Schon in Jungen Jahren kam sie mit ihrem Manne nach Palästina. Dort wurden ihnen sieben Kinder geboren. Der Mann arbeitete meist auf dem Bau und konnte seine Familie recht und schlecht ernähren. Doch da kam die Katastrophe. Der Mann bekam eine Lähmung und nuißte fortab im Lehnstuhl zu Hause sitzen. Die Ernäbrung der Familie — neun Menschen — lag in den Händen der Frau. Sie wurde Wäscherin. Tagaus tagein wäscht sie Wäsche für fremde Menschen, nicht einen Tag darf sie aussetzen. Aber sie ist keine durchschnittliche Könnerin. Die jahrelange Uebung und die persönliche Intelligenz dieser Frau haben sie zu einer so vollkommenen Leistung gebracht, daß jeder staunend vor diesem Wasch-Genie steht. In einem Tag leistet sie eine Arbeit, die jede Durchschnittswäscherin in zwei Tagen mit großer Mühe erledigt, und die Wüsche ist einwand־ frei und blütenweiß. Vier Sprachen spricht sie fließend: hebräisch, jiddisch, französisch und arabisch. — Lind wenn sie die Arbeit beendet hat, sagt sie — denn sie ist auch eine fromme Frau: ״Ich danke Gott, daß er mir die Kraft gegeben hat, diese Arbeit zu leisten, möge er sie mir um meiner Familie willen weiter erhalten.“ Toni Stern, Afule Haifa-Bav ist abgesteckt, Ingenieure in größerer Zahl sind cingcfroffen, Schiffe landen Massen von Maschinen, und etliche Hunderte von Arbeitern sind bereits bei den Vorarbeiten beschäftigt. Selbstverständlich wird der Bau nicht nur den Juden zugute kommen, sondern ein erheblicher Teil insbesondere der ungelernten Arbeit fällt den Arabern zu, die eine Stärkung ihrer Wirtschaft fast noch nötiger haben als die Juden. Für die gesamte Stadt Haifa bedeutet der Bau der Raffinerien der Irak Oil Company einen wichtigen Fortschritt und ein weites Feld für Arbeitsbeschaffung. Betrachtet man die Einwirkung der verschiedenen genannten Faktoren auf die jüdische Wirtschaft, so ist «las Fazit der letzten zwei Monate aasgesprochen günstig. In Jerusalem besteht das Arbeitslosenprobiem kaum mehr; iu Haifa hat sich die Situation erheblich verbessert. Tel Awiw ist immer noch ein wunder Punkt, aber auch diese Stadt hat erhebliche Massen an andere Punkte abgegeben, wo sie in Arbeit gebracht werden konnten. In den Kolonien ist die Arbeitslosigkeit liquidiert, und in bestimmten Monaten der stärksten Emtebewegung wird man geradezu an Menschenmange! leiden. Dabei darf nicht vergessen werden, daß dieselbe ״Kriegswirtschaft“, die ankurbelnd wirkt, auch starke Hemmungen für das Wirtschaftsleben schafft. Ohne Frage wird zum Beispiel der Ausweis beim Fahren, der mit dem ersten November eingeführt wird, den Verkehr weiter schwächen. Die wirtschaftlichen Nachteile der Sperrstunde (Curfew) brauchen keine weitere Erläuterung. Und dieses sind nur zwei (dem Privatmann besonders fühlbare) willkürlich herausgegriffene Beispiele der außerordentlichen Einengung, die die Ockonomie des Landes durch die heutigen Zustände erfährt. Die Zertifikate für das nächste Halbjahr sind ein Symbol dafür, daß die Engländer — wie manche befürchteten — nicht gesonnen sind, dk Forderungen der Araber schlechtweg auf Kosten der Juden zu befriedigen. Sie sind zugleich ein Zugeständnis, daß das Land auch heute imstande ist, neue Menschen aufzunehmen. Wie sich jedoch die Absorption dieser neuen Menschen in die palästinensische Wirtschalt vollzieht, wird nicht mir von den Bedingungen im Lande selbst abhängen, sondern zu einem großen Teil von der Einstellung der Juden in der Galuth zu Palästina. Denn wenn nur Mittellose einwandern und auch die Bemitteltem ihr Vermögen nicht mitbringen, müßte es zu einer Stockung kommen; die Einwanderung kann nur weitergehen, wenn auch Kapital miteinwanderf, denn eine Wiederankurbelung der Wirtschaft ist nur durch das kombinierte Einströmen von Kapital und Menschen zu erreichen. Schon jetzt müßte es eine Sorge der leitenden Instanzen sein, sich für dien Moment vorzubereiten, wo die im Lande herrschende Kriegs- Wirtschaft abgebaut und damit ein verstärkter Druck auf dem Arbeitsmarkt entstehen wird. So wie der stärkere Ausbau der Kriegswirtschaft — im weitesten Sinne des Wortes — eine Erleichterung gebracht hat, muß ihr Abbau zu neuen ökonomischen Fragen führen. Diese gilt es zur rechten Zeit vorzubereiten. Jerusalemer Nachrichten Von Ende Oktober an wird einmal wöchentlich im Radio arabischer Sprachunterricht stattfinden. Der Gegenstand des Unterrichts wird das gesprochene Arabisch sein. Der Kurs wird solange Zeit fortgesetzt werden, bis man annehmen kann, daß die Hörer einige praktische Kenntnisse in der arabischen Sprache gewonnen haben. Der Inhalt des Kurses wird jeweils vorher in der vom Jerusalemer Radio herausgegebenen Zeitschrift veröffentlicht, ■so daß dk Hörer Gelegenheit haben, sich vorzubereiten. Sollte der Kurs erfolgrcich sein, so werden auch Kurse zur Erlernung der hebräischen und der englischen Sprache abgehalten werden. Der Jerusalemer Stadtrat hat beschlossen, dk Feuerwehrleute im ehemaligen Postgebäude unterzubringen. Ferner wurde die Arbeitszeit der Feuerwehrleute verkürzt. Zu ihrer Entlastung soll die freiwillige Feuerwehr herangezogen werden. Vom Konservatorium in Jerusalem. ״The Palestine Conservatoire of Music in Jerusalem“, das vom V aad Leumi mit einem dreijährigen Ausbildungsgang von Musiklehrer für die jüdischen Schulen Palästinas betraut worden ist, beginnt am 1, November sein zweites Schuljahr.

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