Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 86 (28.10.1938)
- Date
- 1938-10-28
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nf. 86, 28 X. 1938 Ausgaben in den Kibbuzim Eine statistische Untersuchung über die Lebenskosten in den Kibbuzim wurde vor einiger Zeit lurchgeführt. Die Untersuchung umfaßte 82 Wirtschaften, in Jenen zur Zeit der Nachforschungen (193b 37) 15 272 Personen lebten. Das Ziel der Arbeit war, einen Weg zu finden, die Lebenskosten zu verbilligen, ohne den Lebensstandard zu senken, durch Rationalisierung das Leben zu erleichtern, das Material sparsam zu bewirtschaften, das Material billig zu beschaffen, Abfall rationell zu verwerten und so weit wie möglich alle Bedürfnisse durch die eigene Wirtschaft zu befriedigen. Unter den 15 272 Personen befanden sich 2683 Kinder. Die Ausgaben für die Kinder, die bekanntlich «in Problem im Kibbuz-Leben darstellen, sind mit der steigenden Erfahrung im Fallen begriffen und stehen jetzt auf £ 18—22 pro Kind im Jahr. Auf die Lebensform und den Standard der einzelnen Kibbuzim wirken sich Bedingungen aus, die sich in den statistischen Ziffern nur unvollkommen widerspiegeln. Dazu gehört die Vielseitigkeit der Wirtschaft, die den Einfluß der Einnahmen aus dem Absatz mindert; die Eigenproduktion der Wirtschaften an Nahrungsmitteln wie auch an Kleidern, Schuhzeug usw., die den Bedarf an Bargeld verringert; die finanzielle Lage des Kibbuz, die die Ein- Kaufsmöglichkeiten beeinflußt, die bei Barzahlung bedeutend günstiger sind als bei Inanspruchnahme von Kredit. Bei den Ausgaben entfallen 5—0 "3 auf Steuern und Abgaben, 10 bis 11 »u auf Krankenfürsorge. Die Ausgaben für Kinderpflege und -erziehung sind nach der Altershöhe und dem entsprechenden Familienstände in den Kibbuzim ganz verschieden. In einigen älteren Kibbuzim erreicht dieser Posten 23 ®/o der Gesamtausgaben, ln jungen Kibbuzim ist die Ausgabe für diesen Posten nur ganz gering. Ausgaben für Eltemhilfe schwankem in älteren Kibbuzim zwischen 8 und 10 °/0 der Gesamtausgaben. Die Ausgaben für Verpflegung schwanken zwischen 34,7 und 53 «,0 des Etats. Die hohen Prozentsätze weisen hier die jungen Kibbuzim in den Kolonien auf (die keine rechten Eigenwirtschaften haben). Wie sehr die Ausgaben im einzelnen variieren, kann man an den täglichen Kosten des Brotes pro Kopf sehen, Selbst in Kibbuzim, die das Brot selbst hersteilen, schwanken diese Kosten etwa zwischen 5 und 9 Mil, während Kibbuzim, die das Brot kaufen, bis 12(4 Mil pro Tag und Kopf dafür aus geben. Auch die absoluten Kosten für das selbsthergestellte Brot schwanken beträchtlich. Sie variieren von 1.911 bis 2.370 pro Kilo je nach Preis des Mehles und des Brennstoffes und der aufgewandten Arbeitszeit. Die Ausgaben für Kleidung pro Person schwanken zwischen etwa £ 2 und 3(4 im Jahr. — Die Wohnkosten in den Kibbuzim, die ja keine Miete zahlen, setzen sich aus Amortisation, Reparaturen, Reinigungs- und Beleuchtungskosten zusammen. In den alten Kibbuzim schwanken dies« Ausgaben zwischen £ 1(4 und 3(4 pro Person und Jahr. In den neueren Siedlungen, wo es noch keine festen Häuser gibt, sind die Durchschnittskosten 1.701 pro Person und Jahr. Einige Kibbuzim in den Kolonien bewohnen auch gemietete Räume, und dort sind die Ausgaben natürlich höher. Ueberall sind die Wohnverhältnisse sehr beengt und verbesserungsbedürftig. jetzt praktisch in aller Schärfe in Erscheinung getreten ist und sich als hemmender Faktor der Weiterentwicklung auswirkt, stellt eine der Grundfragen des ganzen landwirtschaftliehen Aufbaues dar, dem die zuständigen Instanzen ihre ganze Aufmerksamkeit zuwenden müssen. Seine Lösung kann wahrscheinlich nur von zwei Seiten her erfolgen: Einerseits besteht zweifellos die Notwendigkeit der Senkung der Produkt i 0 ח s k 0 s len der jüdischen Landwirtschaft, da diese die Kaufkraft in dem Augenblick übersteigen, in dem das Produktionsvolumen so groß wird, daß die breiten Bevölkerungsschichten ais Abnehmer herangezogen werden müssen, was bis vor einigen Jahren noch nicht der Fall war. Die Senkung der Produktionskosten ist angesichts der ganzen Verhältnisse sicherlich keine leichte Aufgabe und wonl auch nicht von heute auf morgen herbeizuführen, sie liegt aber doch wohl im Bereich des Möglichen. Andererseits bestehen n-och mit den berechtigten Konsumenteninteressen vereinbare Möglichkeiten, durcfi Zollerhebungen zu dem erforderlichen Ausgleich beizutragen insbesondere durch Einführung von Saisonzöllen, die den Konsum nur in der Periode belasten, in der das Angebot der jüdischen Landwirtschaft sich' Daß die Tätigkeit der nationalen jüdischen Siedhtngsinstitutionell vor allem an der Verbreiterung der ganzen Grundlagen des Siedlungswesens nicht ruht, ergibt sieb daraus, daß seit dem Beginn der Unruhen bis Ende September d. J. von den nationalen Siedlungsinstanzen 28 neue Sied- 1 u n g e 11 gegründet wurden, die sich auf die verschiedensten Gegenden des Lande-־, verteilen. Nach den Siedltmgsplänen sollen in diesen neuen Siedlungen ca. 1S0J Familien zur An- Siedlung gelangen, die Fläche dieser Siedlungen macht 73 000 Dunani aus (davon ein Drittel in der neuen Siedlungszone von Beisnn). Auch der Boden kaut hat trotz der Unruhen weiter beträchtliche Fortschritte gemacht, wenn er auch hinter dem Umfang der Jahre 1934 und 1935 mit zusanum!1 135 0"() Dunum ' ztiriickldeibt. Seit dem Jahre 1936 bis Mitte 1037 wurden ca. 72OtX) Dunani Boden aus nichtjiidi.-cher Hand neu erworben, was ungefähr den Bodenkauf.:! der urei Jahre 1931 — 1033 entspricht. Der jüdische Bodenbesitz ist damit auf rund P , Millionen Dun am (einschließlich der Konzt-.sionsboden) :!״gewachsen. Dr. Alfred Michaelis, Tel Awiw Die Sicherheitslage fertisaiem mit Einschluß der Altstadt wurde gestern für sechs Stunden aufgehoben. Ilas I )ama-kus-Tor und das Jaffa-Tor nach Waffen durchsucht. Das' Ausgehvcrbot "gilt jetzt'von 11 Uhr abends bis 5 Uhr früh in der Neustadt und von 7 Uhr abends bis 5 Uhr früh in der Altstadt. Das Departement ftir öffentliches G e s u 11 d 11 e i t s - wesen hei der 1 ladassa nahm seine normale Tätigkeit wieder aut. Von einzelnen Hada -sa-bchweslern, die während der unruhigen Tage in der Altstadt bei der Versorgung der dort befindlichen Juden Hervorragendes geleistet haben, sind besonders Mrs. Cliaya Zaslowsky und Miß Chaya Drori zu nennen. Arabische Terroristen überfielen in Beer Schewa die Wohnung des Steuereinnehmers, wobei sie eine Anzahl von Dokumenten entführten. Bei einem Zusammenstoß mit Terroristen zwischen Nablus und Dschenin wurden sieben Terroristen getötet. Bei einem weiteren Zusammenstoß hatten die Terroristen zahlreiche Verluste. Bei einem der Zusammenstöße wurde ein britischer Soldat getötet und zwei verwundet. In der Nähe von Kirjatli Schmuel wurde ein jüdisches Taxi überfallen. Jacob Gold reich (23 Jahre alt) und Alisa Feingersh (18 Jahre alt) wurden verwundet, Nachman Blaustein (32 Jahre alt), der bei einem Ueberfall auf jüdische Arbeiter in der vergangenen Woche verwundet worden war, erlag seinen Wunden. Simon Ben ja mini, ein am 12. Oktober von Terroristen J cru s ,11 e m, 21, Oktober (Paleor). Gestern wurden zwei englische Soldaten durch Schüsse aus dem Hinterhalt im Bezirk Haifa.Nablus verwundet. Eni weiterer Soldat erlitt Verletzungen, als eine Landmine auf der Eisenbahnlinie bei 111 Nazareth wurde der arabische Notabel Shafik Kawar erschossen, ln Haifa wurde ein arabischer Polizist in einem Burbierladeti erschossen, ln Nablus wurden vier Araber auf dem Markt verwundet. Entspannung in Jerusalem Auf Einladung des Obersten Mohammedanischen Rates 1111:1 der ־Vnc.chs der Akmi-Mosehee besuchten der britische O! . 11. 1.1 D in 1 <f ,Jiui Opel atonal in es Seileni. Die Bw-ichiigimg ergab Anzeichen' dafür, " daß das Gebinde 011 י־ eien Aufständischen für militärische Zwecke benutzt worden war. 11. a. fand!nun eine Anzahl leerer Patronen!! ul.-eii in den Minaretts der Aksa-Moschee, Bewaffneti wurden jcdo.־h nicht ,־ingetroffen, und der Haram ist, da der m<>ba.11mcd.־u1i־cl1e bas.eiimonat Ramadan jetzt beimit, für bcedinnutc Zeiten für Beter geöffnet worden. In erkömmheher Weise wurde der Beginn des Fastenmonats durch Schlisse angekiindigt, und die übliche Illumination des Felsendoines wird auch in diesem Jahre stattfinden. Nachdem sich gezeigt hat, daß die religiöse Heiligkeit des Platzes von den Aufständischen nicht respektiert worden ist, wird nach Meldungen aus Jerusalem die Regierung nicht gestatten, daß sich Aehntiches noch einmal wiederholt, oder wird das nächste Mal eine militärische Durchsuch un j; vornehmen lassen. Jerusalem, 25. Oktober. Im Norden Palästinas sind die meisten Straßen für den Verkehr gesperrt, und zu ihrem Befahren ist eine Sondererlaubnis erforderlich, Militär-Aktion im Norden Jerusalem, 26. Oktober. Im Norden Palästinas begann heute eine u m f a 11 g r c i c h e militärische Aktion gegen Terroristen. Die Truppen sind von Haifa ans in die in Frage kommenden Gebiete abgerückt, um das Land systematisch nach Terroristen abzusuchett. Bei der Besetzung eines Dorfes wurde Artillerie verwandt. Im Dorf Miar wurden als Strafmaßnahmen sechs Häuser niedergebrannt. Bet einer Suche in Haifa, die von britischem Militär durchgeführt wurde, wurden zahlreiche Araber verhaftet. An der Grenze von Jaffa und Tel Awiw wurde der jüdische Arbeiter Mordechai Saphir bei einem Ueberfall schwer verwundet. Das Packhaus der von Juden gegründeten Streichholzfabrik ״N u r“ in A k k o wurde von Arabern in Brand gesetzt. Die Zahl der englischen Soldaten in Palästina beträgt augenblicklich 1 8 500, wobei die Polizei und Hilfspolizei nicht eingerechnet ist. Arabische Bereitschaft zur Mäßigung? Der arabische Terroristenführer Abdul R a h e nt soll am Montag einen Befehl an die Terroristen erlassen haben, bis auf weiteres auf englische Truppen, Polizei und Zivilbeamte nicht zu schießen, dagegen sollen Angriffe auf Juden und das Regieriingseigemuni fortgesetzt werden. Dadurch soll ein offener Konflikt mit den englischen Behörden vermieden werden. Es wird angenommen, daß diese Haltung ein Zeichen des guten Willens der Araber in bezug auf die Vermittlungsaktiou des irakischen Außenministers ist, von dem es heißt, daß er demnächst zur Fortführung der Verhandlungen wieder nach London zu reisen beabsichtigt. Personalausweise für Chauffeure und Reisende Als erste Maßnahme des neuen militärischen Regimes wurde bekanntgegeben, daß sämtliche Chauffeure und Fahrgäste von Autobussen und Privatatitos, sowie Reisende auf der Eisenbahn, besondere Personalausweise bei sich führen müssen. Diese Verordnung bezieht sich n'eht auf das Gebiet der Städte. Sie tritt am 1. November in Kraft. Die Verordnung beruht auf der Tatsache, daß die militauschen Stellen den Transport von Terroristen und Waffen auf den Landstraßen verhindern wollen. Rückgang dar Arbeitslosigkeit Bei einer Sitzung des Zentralen Arbeitsbüros der Histadruth wurde berichtet, daß die Zahl der jüdischen Arbcitslosen während des letzten Monats tun mehr als die Hälfte gefallen ist. Die Gesamtzahl der jüdischen Arbeitslosen im Lande beträgt jetzt 4ÜÜ0. Ferner wurde bei dc-r Sitzung berichtet, daß jüdische Arbeiter in den vergangenen sechs Monaten Arbeit für die Regierung und die Militärbchörden ausgeführt hatten, deren Kosten ungefähr eine halbe Million Pfund betrugen. BeamtengehäHer Immer wieder tauchen in Palästina in Notzeiten Anklagen gegen die Festbesoldeten auf, deren Bezüge öffentlich kritisiert werden, j. Manoach, ein bekanntes Mitglied der Kwuza Dcgania, schreibt, wie uns aus Palästina berichtet wird, zu diesem Thema im ״Dawar“: Viel ist über das TImna der Eeaintcnbesoldung geschrieben worden. Mich persönlich bedrückt und schmerzt die Sache. Ich würde alles andere lieber sein als ein Beamter in unserer Gemeinschaft. Jeder einzelne unserer Menschen betrachtet den Beamter ais seiner persönlichen Kritik unterworfen. Sind die Forderungen nach Herabsetzung der Beamtengehälter im wesentliehen etwas anderes als die Forderungen der Pflanzer, die Löhne für die Landarbeiter herabzusetzen? Die Frage, ob die Herabsetzung der Beamtengehälter der Wirtschaft nützen oder schaden würde, ist eine Frage für Sachverständige. Mich aber interessiert das Beamtengehalt gleichsam als Arbeit-, gelier, der seine Angestellten anständig bezahlen will, damii sie sich als Beteiligte an einem gemeinsamen Werk fühlen. Es gibt Beschwerden über Beamte, daß sie int Herzen nicht bei dcr Sache sind. Sollte nicht die bei jeder .Gelegenheit wiederkehrende öffentliche Erörterung ihrer Bezüge eine der Ursachen dieser Entfremdung sein? Nicht jeder hat die seelische Kraft, die Verbitterung, die durch das Verhältnis der Öffentlichkeit zum Beamten entstehen muß, spurlos zu überwinden. Und das Problem ist wichtig. Unser Apparat ist erst im Beginn seines Aufbaus. Noch viele Beamte werden bei uns Brot finden. Werden Menschen mit Selbstgefühl ihre Arbeit unbeirrt fortfiiliren, wenn sie jeden Augenblick gewärtig sein müssen, daß ihr Gehalt zur öffentlichen Diskussion steht? Ich will die Frage nicht erörtern, wem es in Wirklichkeit besser geht, dem Arbeiter in der Kwuza und dem Kleinsiedler oder dem durchschnittlichen Beamten in der Stadt. Ich will nur betonen, daß diejenigen, die stets in Notzeiten nur auf der Suche nach dem Sündenbock sind, nichts zur Ueberwindung der Not beitragen, sondern nur unnütz Bitterkeit säen. Berichtigung. Zu unserer Meldung in Nr. 85 über die Ernennung der Militärkommandanten ist nachzutragen, daß Oberstleutnant John Crysta 11 rum Kommandanten des Jordantals ernannt worden ist. Von der Woche Der Leiter der östlichen Sektion des State Department in Washington, Mr. Wallacc Murray, der sich aut einer Reise durch den Nahen Osten befindet, hielt sich zwei Tage in Palästina auf. Er hatte eine Zusammenkunft mit Schertok, mit dem er sich über die Lage in Palästina unterhielt. Eine Abordnung von sechs Mitgliedern des arabischen interparlamentarischen Kongresses in Kairo unter Führung von Aluba Pascha reiste am Mittwoch nach England ab, um die Resolutionen des Kongresses der britischen Regierung zu überreichen. Oberrabbiner Dr. liertzog hatte eine Besprechung mit dem Chief-Sekretär der Palästinaregierung W. D. BattershilJ über die Lage der 70 jüdischen Gefangenen im Gefängnis von Akko. In der gleichen Frage haben der Waad Leumi und die Agudas Jisroct ein Memorandum an den High Commissioncr gerichtet und die Frauen der Gefangenen die Schaffung eines besonderen Unferbringungsortes für die jüdischen Gefangenen gefordert. Drei Araber, die am 1. Oktober wegen Teilnahme an eipem Kampf zum Tode verurteilt wurden, sind in Jerusalem hingerichtet worden. Im Hafen von Haifa traf an Bord des Dampfers ״Teiresias“ wieder ein weiteres Regiment britischer Trappen aus England ein. Der Flughafen von Tel Awiw wird in Kürze weiter ausgedehnt werden. Nach einer Mitteilung des Bürgermeisters von Tel Awiw, •Rokach, hat der K»f er ■■Ha j isch u w int, August und September etwa 50 090 Pfund aufgebracht und hofft, weitere 80 000 Pfund bis Ende des Jahres aufzubringen. David Remez und Daniel Auster haben sich nach Warschau begeben, uni die Exekutive der Jewish Agency und den Keren Hajeßod bei der Palästina-Konferenz am 30. Oktober zu vertreten. In Tel Awiw ist eine Gesellschaft mit £ 100000 Kapital geschaffen worden, die Schulgebäude errichten wird. Die Anglo-Palestine-Bank und die Nescher Zementwerke haben sich an der Gründung beteiligt. Dr. Josua Buchmil, der als Delegierter am ersten Zionistenkciigreß teilnahm, ist im Alter von 69 Jahren in Jeritsalem gestorben. _ Neubauten im Hafen von Tel Awiw Die Leitung des ״Maritime Trust“ von Tel Awiw beschloß, sogleich an den Bau eines Anlegekais für die Verladung von Zitrusfrüchten zu gehen. Ferner werden weitere Lagerschuppen für den Zitrusversand errichtet werden. Die Baukosten dieser Neuartigen werden 15 000 bis 20 000 Pfund betragen. In den ersten Wochen der Zitruss aison wurden 120 000 Obstkisten in Tel Awiw verschifft. Dies übersteigt den gesamten Versand von Tel Awiw in den Jahren 1937 und 1938. Di« Schiffahrtsgesellschaft ״Hellenic Coast Lines“ hat beschlossen, ihre Schiffe im Hafen von Tel Awiw anlegen zu 'assen. Durch diese Linie wird Tel Awiw wöchentlich mit dem Hafen von Piräus und Saloniki verbunden sein. Das Bezirksgericht von Tel Awiw verkündete das Urteil in der Sache der Revisionisten gegen den Tel Awiwer Marine-Trust, in dem die Forderung der Revisionisten auf Auflösung des Marine-Trusts zurückgewiesen wird׳ mit der Erklärung, daß dieser Anspruch nicht bona fide sei. Musik in Jerusalem. Joachim Stutschcwsky ist von der Kuliurabteilung des Waad Leumi zum Berater für die Angelegenhciten der jüdischen Musik ernannt worden. — Im ״Institute of Music“ (Management Prof. Zadri), Jerusalem, sind auch in diesem Jahr sechs Kammerkonzerte zugunsten des Schülerfonds des Instituts vorgesehen. Die Programme enthalten Werke klassischer, moderner, französischer und jüdischer Musik. — Das erste Schülerkonzcrt des neuen Semesters hat bereits stattgefunden. — Im Radio Jerusalem wurde in den Sukkoth-Zwischen feiertagen die Operette ״Sulamit“ von Abraham Goldfaden als Horstiiek in einer Bearbeitung von Marc Lavri aufgeführt. Mitwirkende: Mirjam Segal, Arje Megido, Jehuda Har-Melach, Benjamin Ehrenstein, Karl Salomon und das Radioorchester. Die Operette stand unter Leitung von Marc Lavry und wurde von der Evelina da Rotschild-Schule übertragen. Das Radio Jerusalem sendet neuerdings auch um die Mittagszeit gelegentlich Musik. Bildungsarbeit in Jerusalem, Der Iggnd Dati ״Entet W’Emwna“ in Jerusalem beginnt am 31. Oktober ein Seminar, das lernbegierigen Olim einen Zugang zum jüdischen Wissen vermitteln will. Hebräische Sprache und Literatur, Bibel und Talmud, jüdische Geschichte und Philosophie gehören zu den Unteirichtsgcgenständen. Dr. K. Wilhelm. Dr. Ellen Mittmann, Dr, A. Sborowitz, Jizchak und Schlomit Miemi, Dr. Martha Perl und Dr. Alice Jacob-Loeweuson wirken als Leiter der Kurse. PIRIIANCR N• R I I SilbarflUhsa. Slmtl. Palzartan JBKaSCJB-KAluUS X B I * L I N W 5 0