Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 86 (28.10.1938)
- Date
- 1938-10-28
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 86, 28. X. 1938 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 Fahrt in den Fernen Osten An Bord S. S. Pr£dident Dotimer, 15. 10. 1938 Kann man, wenn man nach Südamerika, den Vereinigten Staaten, nach Südafrika oder Australien fährt, im gleichen oder ähnlichen Sinn von einer geistigen Hachschara sprechen, wie wir ■dies als Vorbereitung für Erez Jisrael gewohnt sind? Wissen wir, oder können wir uns Material über diejenigen Länder beschaffen, und zwar kulturell und wirtschaftlich, in die wir auswandern wollen bzw. noch können? Sind wir endlich in der Lage, uns möglichst intensiv auf das Land vorzubereiten, in das zu gehen wir uns entschlossen haben? Alles dies sind Probleme, die nicht nur den Auswanderer bewegen, bevor er sich überhaupt für ein bestimmtes Land entschieden hat, sondern auch den Beobachter aut den verschiedencn Zwischenstationen der fahrt zum Nachdenken veranlassen. Zwei Dinge scheinen da besonders wichtig, und aut ihre besondere Berücksichtigung soll hier Wert gelegt werden: das rein technische der Fahrt an steh und das Sprachen- Problem. Beide sind nicht nur für das Wohlbefinden, sondern auch für die Zuktiuftsaussichten des Auswanderers von grundlegender Bedeutung, beide sind eng miteinander vciknüpft, und für beide kann garnicht frühzeitig genug Vorsorge getroffen werden. Außerdem gibt es aber auf Reisen mehr als zu Hause Zufälle und Einflüsse von außen, die auf uns einwirken, ja vielleicht für unsere ganze Zukunft von Bedeutung sein können. Infolgedessen seien hier neben der Fahrt-Schilderung an sich Hinweise gegeben, die für Auswanderer von Nutzen sein können. Vergangenheit und Zukunft Man hört vielfach die Meinung, daß der Auswanderer in dem Augenblick, in dem er den Dampfer besteigt, aller Sorgen enthoben ist und sich vorläufig weder uni die Verangenheit noch um die Zukunft zu kümmern braucht. Die eise zeigt, wie unrichtig diese Anschauung ist. Die Vergangenheit ist nicht in uns ausgelöscht, wir haben sie erlebt, sie bleibt fest in unser Gedächtnis einigegraben. Und unter dem Reisegepäck, das wir zu tragen haben, befinden sich nicht nur Kleider, Wäsche und ein paar Bücher, sondern auch die unlösbare Verbindung zu Verwandten und Freunden, die wir zurückließen. Vor allem aber erhebt sich jetzt die Sorge um die Zukunft. Wir müssen uns immer und überall fragen, inwieweit unsere Vorbereitungen für die Auswanderung richtig oder falsch, genügend oder ungenügend waren, wir müssen Uns im Eisenbahnabteil und in der Schiffskabine die Frage vorlegen, ob es uns gelingen wird, jenseits des Meeres ein neues Leben aufzubauen. Wird es uns vom Schicksal beschieden sein, unsere Familie genügend zu ernähren, unsere Kinder gut zu erziehen? Oder werden wir auf der untersten Stufe der Gesellschaft stehen bleiben? Wir machen alle eine Fahrt ins Ungewisse! Abschi«dnehmea Man darf wohl die Behauptung aufsfelleii, daß die Aus- Wanderung eine ständige Kette von Abschicdnehmen ist, Abschied von Freunden, Abschied von Verwandten, von der Wohnung, der StrafSe, von der Stätte der Tätigkeit, von Lebenden und von Toten. Und dieses Abschiednehmen liört nicht auf, wenn wir uns auf dem Bahnhof befinden. Wir lernen auch auf der Reise selbst Menschen kennen, Menschen, die uns fremd bleiben und Menschen, zu denen wir uns hingezogen fühlen, Menschen, die uns auf der Reise herzlich und hilfsbereit entgegenkommen, und Menschen, denen diese Hilfsbereit- Schaft Beruf und Geschäft ist. Von ihnen allen müssen wir wieder Abschied nehmen, früher oder später, auf irgendeiner der zahlreichen Etappen unseres Weges. Paris Grenze, Paßutid Zollkontrollen, Paris. Schon auf den Zwischciistationen beginnt unsere Umstellung, können wir beweisen, daß und wie wir uns umgestellt, vorbereifet haben. Neue Fahrgäste steigen zu, unterhalten sich teils laut, teils leise. Mit Pappeln bestandene Chausseen tauchen als Schattenrisse am Nachthimmel auf. Chausseen, wie mit dem Lineal gezogen, sehr lang und sehr breit, teils noch von Napoleon I. angelegt. Weitere Umstellung, denn man muß sich auf das französische Geld umstellen, auf Pariser Verkehr und Pariser Leben. Wir sind es nicht gewohnt, den Kaffee gleich auf der Stralk zu trinken. Wir sind es auch nicht gewohnt, selbsj in Privathäusern, daß der Concierge (aut deutsch: Portier) die Post für sämtliche Mieter des Hauses in Empfang nimmt und man sie sich von ihm abholt. Ist cs ein Wunder, daß ich auf einem meiner vielen Wege durch die Stadt plötzlich auf dem Place de la Concorde lande und vor der Nadel der Cleopatra stehe, jenem berühmten Obelisken, den Napoleon 1. von seinem ägyptischen Feldzug 1798/1799 nach Paris gebracht hat und deren Heimat ich bald selbst sehen werde? Wieviele jüdische Weise und Gelehrte sind in den Jahrtausenden, in denen diese Säule zusammen mit ihrer Schwester in Aegypten stand, an ihr vorübergegangett, wieviel jüdische Geschichte hat sich zu ihren Füßen während dieser Zeit abgespielt!? ist es ferner ein Wunder, daß ich zufällig in die Orangeiie gerate, wo eine Ausstellung ״Napoleon cn Egypte“ stattfindet? Uniformen, Bilder, Zeichnungen, Pläne, Waffen, Bücher tisw. über den ägyptischen Feldzug werden als Staatliches Eigentum oder Leihgaben gezeigt. U. a. hängt dort ein großes Gemälde, das den General nach erfolgloser Belagerung von Akko und verlorener Schlacht im Emek Jesreel beim Besuch der Pestkranken in Jaffa zeigt. Durch Südfrankreich Auch in Paris hat man natürlich von Freunden Abschied genommen, auch auf der Fahrt tauchen Erinnerungen an andere Aufenthalte in Frankreich auf, die Ueberquerung der Rhöne-Briicke hinter Lyon bleibt im Gedächtnis haften. Kurz darauf in der Morgendämmerung geht es vorbei an den Kalkfels.cn, durch die sich der Strom sein Bett gegraben hat und an deren mimittelbarcm Rand die Schienen eiitiangführen. Man bedauert nur, die Stätten mittelalterlicher Kultur, wie Valence, Avignon, Arles, Tarascon 11. a. nicht genügend würdigen zu können, denn der Zug rast vorbei, die Paläste, Kirchen, Klöster, Römerstraßen, Brücken, Denkmäler, die zu den schönsten Erinnerungen frühfranzösischer Kunst zählen, bleiben dem Auge unsichtbar. Plötzlich treten die Berge zu beiden Seiten zurück, das fruchtbare Rhöne-Delta taucht auf, weil ins Meer hineinragend. Aber wir biegen hinter Arles scharf nach links ab, bald kommt der lange Tunnel de la Nerthe, ein Durchstich durch die äußersten südwestlichen Ausläufer der französischen Seealpen, und wir stehen auf dem großen Gare Saint- Charles von Marseille. Marseille Marseille! Ausgangstar Frankreichs und Eingangstor zum Orient! Wenn man neben französisch auch spanisch, italienisch, chinesisch, arabisch und provenyalisch versteht, kann man sich eigentlich mit jedem liier unterhalten. Der Gegensatz zu Paris ist auffällig. Die Geschäfte meist nur mit Vorhängen aus Holz- oder Glasperlen statt Türen, um ständigen Luftzug zu ermöglichen. Durch die wirtschaftliche Entwicklung und Beibehaltung der alten Stadtteile besteht ein großer Unterschied zwischen den engen Gassen und eleganten breiten Geschäftsstraßen. Im ״Vieux Port", dem alten Hafen, der heute nur noch den Fischern und dem Ausflugsverkehr dient, sieht man zahllose Boote, die nach Chateau d’If und anderen vorgelagerten Inseln hinausfahren. Besonders reizvoll ist nachmittags der Alte Hafen, wenn die Fischer zurückgekehrt sind. Seesterne, Muscheln verschiedenster Größe und Arten, Tintenfische, Aale, Schleie Krebse liegen da vor den Käufern ansgebreitet. Di« alte Kultur der Stadt, die vielen Kirchen und Museen, kann man än einem Tage nicht besuchen, aber wer Gelegenheit haben wird, sich hier länger aufzuhalten, sollte sie un- 1 ZIGARREN WOIF g jj Frankfurt a. M.. Seil 49 ■ Groll- und Klolnvarkauf. Versand ab RM. 20.- frei Haus bedingt besichtigen. Was sofort auffällt und zu bewundern ist, ist die vom Bahnhof herunterführende breite Freitreppe, die 1926 beendet wurde, ferner der den alten Hafen abschließende Transbordeirr, der 50 m hoch und 250 m breit den Hafenausgang überspannt, weiter die auf einem 200 m hohen Berg liegende Kirche Notre Dame de la Garde, von der aus man einen prächtigen Ueberblick über Stadt, Hafen und weitere Umgebung hat. Der Straßenverkehr innerhalb der Stadt wird, trotz der Enge in der Altstadt, sehT bequem durch Straßenhalmen und Autobusse aufrechterhalten, die bis in die entferntesten Vororte führen und trotz der gebirgigen Lage einzelner Stadtteile bzw. Straßen und trotz des sehr großen Autobetriebs schnell vorwärts kommen. In der rue Brcteuil, Nr. 117—119, von Saulengüngen eingerahmt, steht die aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts stammende Marseiller Synagoge, nicht weit entfernt also vom Alten Hafen. Ein großer Betraum, etwa 20h Personen fassend, empfängt uns, dessen östliche W;u!d den Arori Kodescli birgt, während sich in der Mitte ein erhöhter, von einer hölzernen Verkleidung umgebener Raum für Rah- Einer und Chasan befindet Wir finden für den Rabbiner seitlieh eine Kanzel angebracht, zu der, um eine Säule herum, eine Treppe führt. Für die Gemeinde-Mitglieder sind mir Bänke eingerichtet ohne Pulte, mit den Namen der Platzinhabcr versehen, wälirend sich unter den Sitzen Kästen für Gebetbücher und Talfis befinden. Den Frauen sind zwei Emporen Vorbehalten, zwisehen denen sich Friese mit Tora-Sprüchen in Hebräisch und Französisch hinziehen. Die Gemeinde selbst ist verhältnismäßig groß, man darf sie wohl auf 800 Personen rechnen, zu denen neben alteingesessenen auch algerische, spanische, englische und russisehe Juden zählen. Auf dem Schiff Der Dampfer ״President Doumer“ der Messageries Maritimes, 1933 erbaut, soll mich nach dem Fernen Osten bringen, und wenn ich ihn genauer betrachte, so habe ich das Gefühl, daß ich mich ihm getrost auf einige Wochen anvertrauen kann. Der Magen dieses Schiffes scheint unersättlich. Änderthalb Dutzend Automobile, ungeheure Mengen Fracht, darunter Kisten größten Ausmaßes und Gewichts, werden verladen. Dauernd treffen Autos der PostverwaHung ein, deren Inhalt sich zunächst auf dem Quai ergießt, bis die Krane so etwa zwei Dutzend Postsäcke zu gleicher Zeit hochzielien und einem besonderen Laderaum einverleiben. Es ist Post für die einzelnen Kolonien, für Aegypten, den Fernen Oste״. Auch die englische Indien-Post geht regelmäßig über Marseille, soweit sie seit neuester Zeit nicht auf dem Luftwege befördert wird. Auch di׳e Passagiere finden sich ein, schon hier trennen die Laufstege erste und zweite Klasse von der drittel). Gepäck wird gewogen, berechnet und verladen, man hört viele Sprachen durcheinander, auch die Beamten bemühen sich, den nur deutsch sprechenden Fahrgäslet» hilfreich zur Seite zu stellen. Stundenlang fressen die zehn Kräne des Dampfers ihre Kisten und Säcke, Automobile und Koffer, bis endlich der Augenblick der Abfahrt gekommen ist. In der Kabine 307 der III. Klasse des Dampfers ״President Doumer“ fanden sich, durch ein merkwürdiges Schicksal auf einige Wochen verbunden, folgende Passagiere zusammen: ein indischer Akademiker, der in London seinen Bachelor o? Arts gemacht hat und jetzt nach Delhi zurückkehrt, ein amerikanischer pensionierter Eisenbahn-Beamter, der in Schottland Verwandte besuchte und über Kobe nachhause fährt, ein französischer Unteroffizier, vom Atutterland nach Französisch-Indoclüna versetzt, und ein Jude, der irgendwo im Fernen Osten eine neue Heimat sucht. Und da selbstverständlich weder der Inder und der Amerikaner Iranzösiisch noch der Unteroffizier englisch sprechen, so fungiert selbstverständlich der Jude nicht nur zwischen ihnen, sondern auch sonst als Dolmetscher. Max WeisslerPc■« Berlin W,י״״ Kleiststr. 12^ I El iE Ganz langsam, zunächst von Schleppern gezogen, verläßt der ״President Doumer“ den Quai, den Hafen, Europa, und wir selbst nehmen wieder einmal Abschied, Abschied von Marseille, von Frankreich, von Europa, das wir, wenigstens bei Tage, in absehbarer Zeit nicht mehr sehen sollen. Da die Stadt im östlichen Teil einer Bucht liegt, muß das Schiff erst einen großen Bogen nach Westen machen, um Chateau d'If, berühmt durch Alexander Dumas’ Roman ״Der Graf vor1 Monte Christo'1' (außerdem waren hier der ״Mann mit der eisernen Maske“ und Mirabeau als Gefangene). Das Schiff wendet nach Süden, nach Südosten, und wir fahren noch einige Stunden an den hohen, steil ins Meer Der Sinn der Welt Zu den Wodienabschnittcn Bereschith und Noah Noch atemberaubender als der Gedanke der Selkiphing der Welt aus dem Nichts ist wohl der, daß dem Anfang der Welt ihre kosmische Sinngebung voranging. Es gehört zu den auffallendsten Darlegungen der Tradition, daß die Tora vor der Schöpfung existierte, und daß der Tora wiederum die Idee ״Israel“ voranging. Die Tora spielte hiernach hei der Erschaffung der Welt die Rolle der Leiirmeislerin, des künstlerischen Vorwurfs. Architekten hauen ihre Paläste nach einem bestimmten, aus den Quellen der Kunst geschöpften Plan; so studierte der Schöpfer den Plan der Tora und schuf danach seine Welt. — Er warf einen Hl ick auf Israel und wußte, daß es viele Generationen später z.um Träger dieses Gebäudes auserkoren sein werde. Also baute er seine Welt im Rück blick auf den sinnvollen Plan der Tora und im Hinblick auf den künitigen Träger dieses Sinnes, Israel. So hat die Welt ihren Himmel und ihre Erde, ihren Plan und seinen Verwirkliche!־, ihren Sinn und seinen Träger. Es ist dies die pviSstabilierte Harmonie der Welt, und es liegt ihr ob, in diesem Gleichgewicht 7,!1 bleiben. Deshalb führte Gott den ersten Menschen durch die Welt und zeigte ihm ihre Konturen und ihre l'ricdliedie .Ausgcglichenheit. ״Sieh, wie schön sie ist, — und alles nur lür Dich! Gib acht, daß Du nicht ausgleilcst; Du würdest sie zerstören, und es gibt keinen nach Dir, der sie wieder hersteilen könnte....“ — Als sich aber eine Generation erdreistete, das Gleichgewicht der Welt z,11 stören, da schickte Gott die Sintflut, vernichtete die Welt und schuf einen ״neuen“ Anfang mit einer reineren Menschheit. Durch Noah gab er der Welt ihr Gleichgewicht, ihre alte Bestimmung, ihren Sinn wieder. Seit die-ser Zeit erfülle•, daß Israel in seinem Leben den Sinn dcr‘\Velt verwirkliche. M. N. weit1 h uiVct ״ To'11 Ion',' das^ selbst ' 'in^ e 111er"’ 1 "u c!!t' ver borgen bleibt, begleiten uns die bis zu 10(! Meter aufsfeigemien llöluii/üge. Endlich verschwinden auch sie, wir sind auf dem offenen Meer.-_____ Einwanderung nach Australien Der Hilfsverein der Juden in Deutschland teilt folgendes mit: Zur Einwanderung nach Australien ist eine ausdrückliche vorherige sdirifihclie " G e n e h in i g 1111 g (״landing permit“) der australischen Regierung erforderlich. Diese wird nur an folgende drei Kategorien von Bewerbern erteilt: a) nahe Verwandte von bereits in Australien lebenden Per-oncn, die dort ihre Existenz gefunden haben (Ehefrauen, unmiinclige Kinder, erwachsene unverheiratete Töchter, Eiten! und Bräute); von den unverheirateten Töchtern kann bei der Landung ein Vorweisegeld von 50 austral. Pfund verlangt werden; von den anderen genannten Familienangehörigen wird gewöhnlich kein Vor/eigegeld gefordert; b) l’ersouen, deren Berufe sie für Australien als besonders erwünscht erscheinen Sassen, und für die in Australien '•Ansässige garantieren, daß sie nicht der Allgemeinheit zur Last fallen Werden. Diese E: :!״derer nn'isen bei der Landung ein Vor w eise geld \ mindestens 50 aust r. Pfund besitzen. (1 austral. Pfund rd. 10 RM.); c) Per- Sorten, die Berufen angeboren, an denen in Australien jeweils Bedarf besteht, die aber keine Garantie in Australien ansässiger Personell nadnveisen können. Solche Personen müssen ein Vorweiscgeld von mindestens 20h austral. Pfund hei der Landung besitzen. Selbst wenn alle vorstehenden Bedingungen erfüllt sind, sieht es vollkommen im Ermessen der australischen Behörden, die Einreisegenehmigung zu id für jt ausgestellt sei» kann, nebst englischer l!ebcrsct/11ng (no tändle Beglaubigung der Ueherset/mig ist nicht ertorderlieh); 3. ei״ Lebenslauf in englischer Sprache; 4. Ab- Schriften von Zeugnissen in englischer l'ebcrset/ung (notarielle Beglaubigung der Uebersetzung ist nicht erforderlich); 5. zwei Paßbilder. 6. Mit dem Antrag ist der australischen Regierung ein Begleitschreiben in englischer Sprache zu übersenden, in dein d arge legt werden muß, mit welchem Beruf und in welcher \X׳'cE-,e der Antragsteiler sich in Australien niederzulassen gedenkt. 7. Ferner ist wenigstens ein, möglichst aber 6 internationale A n tvv o r t s c h e i 11 e beizulegen; für den Versand dieser 6 Scheine ist behördliche Genehmigung erforderlich. Die Gebühr für das Permit betrügt 1 austral. Pfund rd. 10 RM., die (ebenfalls nach behördlicher Genehmigung) der australischen Regierung besonders zu überweisen sind. Das Permit gilt zur Einreise innerhalb von 11—12 Monaten vom Ausstellungstage ab■ Bei jedem Antrag nach Australien muß mit einer Wartezeit von mindestens drei Monaten gerechnet werden. Der Hilfsverein gibt Allen Rat und Auskunft, die nach Australien ausvvandern wollen. Besonders weitgehend ist seine Tätigkeit bei der Betreuung derjenigen Personen, die unter der Kategorie B (als beruflich besonders erwünschte Personcn) in Australien einwandern wollen; ihre Auswahl geschieht im wesentlichen durch die jüdischen Hilfscomites in London und Australien zusammen mit dem Hilfsverein. Es dient zur Erleichterung der Bearbeitung der Anstralienfälle im Ililfsverein, wenn der Ratsuchende schon bei der ersten Beratung die Briefe seiner Angehörigen in Australien oder der Persorten, die für ihn in Australien garantieren wollen, mithringt. Australien bietet Aussichten für sehr gut ausgebildete H a n d w e r k e r, ferner für Industrielle und 1.;1 11 d - wirte mit Kapital; auch für bestimmte w e i b 1 i c!1 e Arbeitskräfte bestehen Arbeitsmöglichkeilen. Dagegen ist für Angehörige der freien Berufe wenig, für Kaiifleme mul für kaufmännische■ Angestellte fast gar keine Aussicht vorhanden. Unter allen Umständen sind gritiid liehe engli sclte Sprachkenntnisse notwendig. NEUMANN Großes Lager י WOLLE UND SEIDE Sehr preisw. Angebote nur noch NO 55, MARIENBURGER STR. 49t Ecke Prenzlauer Allee 1־