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Jüdische Rundschau · 1938-10-25 · Heft 85 (25.10.1938) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 85 (25.10.1938)
Date
1938-10-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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IODISCHE RUNDSCHAU Nr. 825 ,צ, OKI OBER!938 Häuser für Kolonie-Arbeiter Von unserem palästinensischen Korrespondenten. gl. TelAvviw, Oktober 1938 Der jüdische Arbeiter in den Kolonien hat seit Jahr- ׳ehnten in einem schweren ökonomischen Kampf gestanden, verursacht durch die bedrohliche Konkurrenz des arabischen Arbeiters, der geringere Bedürfnisse hatte und sich daher mit niedrigeren Löhnen begnügen konnte, zudem oftmals in seiner kleinen Wirtschaft, die s-:-e Familie versorgte, einen Rückhalt besaß. Zu dieser Bedrohung durch einen niedrigen Lebensstandard kamen die üblichen Komplikationen landwirtschaftlichcr Lohnarbeit: es gab nicht zwölf Monate im Jahre Arbeit, sondern nach Zeiten relativer Fülle kam die ״tote Saison“, die alle Arbeitsmöglichkeiten scharf emschränkt. Die Juden im Lande haben daher schon seit langem versucht, eine geeignete Lösung für die Frage der jüdischen Arbeit in den Kolonien zu finden. Zeitweise glaubte man, es könne überhaupt keine ständigen Arbeiter hier geben, sondern sie bildeten nur eine Reserve für die Kolonisation, die sich immer wieder durch neue Einwanderung auffülle. Zu anderen Zeiten ließ man diese These wieder fallen und versuchte, dem jüdischen Arbeiter eine feste und dauernde Grundlage in den Kolonien zu geben. Man versuchte mit dem System der Hiltswirtscha ft eh, die dem jüdischen Arbeiter sowohl einen Rückhalt in Zeiten der Arbeitslosigkeit als auch einen Zuschuß zu seinem geringen Lohn liefern sollten. Wenn man die Dinge in ihrer Entwicklung in den letzten zwanzig Jahren betrachtet, so wird man einerseits der Bewunderung für die immer erneuten Anstrengungen auf diesem dornigen Gebiet Ausdruck geben, andererseits eingestehen müssen, daß ein wirklicher voller Sieg niemals erkämpft wurde. Wellenmäßig ging der Vormarsch des jüdisehen Arbeiters in den Kolonien hin und her. Sowohl wirtschaftliche als auch politische Faktoren beeinflußten ihn stark, ln Zeiten der Konjunktur strömten die Juden in großen Zahlen in die Städte ab, arabische Arbeiter füllten mit Selbstverständlichkeit die entstandenen Lücken. In solchen Zeiten stiegen auch die arabischen Löhne um ein Beträchtliches. Kamen wieder magere Zeiten, so rückten die Arbeitslosen stärker auf den Markt, man machte einen neuen Ansturm auf die Kolonien. In Zeiten politischer Unruhen leerten sieh oftmals, gelegentlich ganz plötzlich, große Ortschaften von Arabern, und die Pflanzer mußten, ob sie wollten oder nicht, Juden nehmen. Das ist jetzt wieder der Fall, xina zwar in bisher unbekanntem Ausmaß und auf längere Zeit. Weil die Terroristen das Heft in der Hand haben, sind die Araber gezwungen, in immer größeren Maßen ihre Arbeit bei den Juden aufzugeben, und die Angst um Besitz und Leben zwingt den jüdischen Pflanzer zum Einstellen von jüdischen Arbeitern und Wächtern auf der ganzen Linie. Niemand, der palästinensische Verhältnisse näher kennt, wird sich jedoch verführen lassen, diesen Zustand für dauernd zu halten. Das Problem der jüdisch-arabischen Arbeit wird im Lande so lange bestehen, als Juden und Araber einen verschiedenen Lebensstandard haben. Politische Konstellationen können diese Tatsache für eine bestimmte Zeit überdecken, jedoch nicht beseitigen. Aber man kann das Problem abmildern, und zwar auf ökonomische Weise. Man hat daher immer wieder Versuche gemacht, dem jüdischen Arbeiter eine Stütze zu bauen, die ihn in dem schweren Konkurrenzkampf stärkt. Diese stellte sich in den meisten Fällen in Form von Hilfs wirtschaften dar, die Produktion und eine bescheidene Einnahme neben dem Arbeitslohn liefern sollten. Man hat sich im Lande viel um die Größe dieser Hilfswirtschaften gestritten. Sie durften nicht 'ein gewisses Maß überschreiten, weil sie sich sonst zum Anfang einer Kolonisation entwickelten, was vielleicht an sich ganz gut war, aber nicht in der Absicht des Experimentes lag. Sie durften auch nicht zu große Investitionen erfordern, weil die Fonds keine genügenden Mittel besaßen und man den Arbeiter seihst mH seinem geringen Einkommen nicht mit schweren Abzahlungen belasten konnte. Insbesondere litt der Arbeiter unter dem Mangel billiger und entsprechender Wohnungen. Bei allen Schichten verschlingt die Miete einen ungebührlich großen Teil des Einkomtnens, bei einem Koloniearbeiter jedoch, der oft mit 5 oder 6 Ptund im Monat eine Familie erhalten muß, wird die Wohnungsfrage zuin Schlüsselpunkt des Budgets. Es lag also nichts näher, als zu versuchen, dem Arbeiter in den Kolonien durch konzentriert« Anstrengungen billige Wohnungen zu verschaffen und damit seinen Standard und seine Koniairrenzfähigkeit zu heben. Es sind im Laufe der Jahre eine ganze Reihe solcher Versuche gemacht worden, da die einen von den Fehlern der andern lernten. Die wichtigste Aufgabe dabei war, die Kosten und damit die monatlichen Abzahlungen so niedrig zu halten, daß die finanzielle Last für den Arbeiter erträglich war. Einer der neuesten Versuch« dieser Art ist seines Umfangs wegen erwähnenswert. Di« Arbeiterkolonisationsgesell- Schaft ״N i r“ schuf eine Abteilung für Häuserbau mit einem Fonds von £ 30 000, an dem Nir selbst mit £ 20 000, die Jewish Agency mit £ 5000 und der Arbeitslosenfonds mit £ 5000 beteiligt waren. Der Boden ist Ln der Regel vom Keren Kajemeth Lejisrael gestellt, manchmal auch von der Pica. Es werden Viertel in und bei den Kolonien errichtet. Im vorigen Jahre wurden im Rahmen dieses Projekts 200 Hauser gebaut, davon 91 in Neve Chajim bei Chedera, 45 bei K f a r Saba, 37 in der Sch’chunath Beilinson bei P e t a c h Tikwah, der Rest imOan Jawneh und Tel- Mo 11 d. Ueberall wird darauf gesehen, daß man größere Flächen erhält, um die Viertel einigermaßen auszudehnen und dadurch die Allgemeinkosten herabzusetzen. Der Arbeiter bekommt einen Platz von 1 Dunam und mehr — man sieht bereits den Ansatz zu einer Hilfswirtschaft —, ein Haus von zwei Zimmern, Veranda und Küche, Zaun und Wasserinstallation. In diesem Jahr werden weitere 300—350 Häuser gebaut, und zwar in Neve Chajim, Nathanja, Tel-Mond, Herzliah, Raananah, Schichunath Eliescr bei Klar Saba, Sch’chunath Beilinson, Kfar Syrkin, Rischon 1« Zion und Rechowoth. Die Abzahlungsbedingungen im ersten Jahre betrugen £ 1,500 im Monat, auf 13 Jahre, wobei 70—80״;« des Wertes als Anleihe gegeben werden, so daß der Arbeiter nur eine relativ kleine Investition mache» mußte. In diesem Jahre konnten jedoch die Arbeiter auch diesen Anteil nicht mehr aufbringen, da sich die Wirtschaftslage verschlechtert hatte. Man baut daher die Häuser noch bescheidener, gibt 900';״ des Wertes als Anleihe, läßt dem Arbeiter die Möglichkeit, seinen Anteil zur Hälfte durch Arbeit abzutragen, und die Miete wird dadurch weiter heruntergesetzt. Für die Pläne ■dieses Jahres* sind gegen £ 60 000 erfOrderlieh. Davon stammen von .,Nir“ £ 25 000, von der Arbeiterbank £ 10000 und vom Arbeitslosenfonds £ 5000. Die einheitlichen Bauten der neuen Viertel fallen bei Fahrten durchs Land an den verschiedensten Stellen auf. Sie Sind natürlich nicht imstande, das Problem der jüdischen Arbeit in den Kolonien zu lösen, aber die greifen diese •chwerfl Frage an einer wichtigen Stelle an, Die Militär-Aktion in Jerusalem Wie die Altstadt besetzt wurde Die militärische Aktion in der Altstadt von Jerusalem wird in der ,,Times“ vom 20. und 21. Oktober in Berichten ihres Korrespondenten ausführlich beschrieben. Sie wirkte wie ein Blitzschlag und brachte den größeren Teil der Altstadt mit verhältnismäßig geringfügigen Verlusten innerhalb von zwei Stunden in die Gewalt der Truppen. Obwohl man befürchtet hatte, daß die Araber entschlossen seien, auch mit großen Opfern Widerstand zu leisten, war von einer wirklieh organisierten Abwehr nicht die Rede. Es werden dafür mehrere Gründe angeführt. Es heißt, daß die Aufständischen sich bemüht haben, die Frauen und Kinder schon eine Woche vorher zu bewegen, im eigenen Interesse die Altstadt zu räumen. Diese Bernühungen seien ergebnislos gewesen, und darauf hätten die Terroristen den Plan einer organisierten Verteidigung fallen Sca/e of% Mile.! Siloam gelassen und hätten sich selber größtenteils entfernt. Andere meinen, die Zahl der Aufständischen sei nicht so groß gewesen wie behauptet, nur hätten sie zahlreiche friedliehe Araber gezwungen, zeitweise mitzutun. Die Aktion begann am Dienstag, dem 18. Oktober, um Sonnenuntergang, als um die ganze Altstadt und einen Außenstreifen rund um die Mauern ein Kordon, bestehend aus dem 42. Schottischen Hochländer-Regiment Black Wateh, dem 11. Husarenregiment, Polizei und Panzerwagen, gezogen wurde. In den Abendstunden rückten Truppen-Abteilungen durch das Zionstor im Südwesten ein und verstärkten die Polizei, die das jüdische Viertel der Altstadt bewachte. Am nächsten Morgen, Mittwoch, den 19. Oktober, begannen früh 5 Uhr Flugzeuge über der Altstadt zu kreisen. Um 6,30 Uhr rückte das 3. Bataillon der Coldstream Guards, das aus dem Lager von Sarafend geholt worden war, durch das Zionstor im Südwesten ein und marschierte durch die Altstadt bis zum Damaskustor im Norden. Hier gab es ein heftiges Gefecht, bevor die Araber zurückgedrängt und die Barrikade beseitigt werden konnte, mit der das Tor von innen blockiert worden war. Zur gleichen Zeit war das 1. Bataillon des Füsilier-Regiments Northumbcrland durch das Jaffator im Westen, weitere Truppen ebenfalls durch das Jaffator und das Neue Tor im Nordwesten vorgedrungen. Britische Polizisten dienten als ortskundige Führer. Eine Barrikade, die von innen das Löwen (Stephans-) Tor im Nordosten versperrt hatte, wurde ebenfalls durcli englische Truppen beseitigt. Während dieser Operationen meldeten die Flugzeuge, daß zahlreiche bewaffnete Araber sich auf den Hai am es Scherif in der Südostecke der Altstadt zurückzogen. Daraufhin wurde dieser Komplex durch Truppen abgeriegelt. Um 8.15 Uhr begannen Polizei und Truppen, die Häuser im besetzten Gebiete abzusuchen, und bald darauf ergab sich, daß der größere Teil der Altstadt unter Kontrolle war. Gerade die Häuser dicht am Damaskustor, von denen ans vorher die Aufständischen am häufigsten geschossen, halten, waren meist verlassen, die Soldaten fanden aber einige Kinder, die man zurückgelasseu hatte. Ein Problem ist nur noch, was man mit dem Haram cs Scherif tun soll, einer religiös geweihten Fläche, auf der der Felsendom und die EI Aksa-Moschce stehen. Unterhalb dieses Geländes liegen die sogenannten Salomonischen Ställe und ein honigwabenartiges System von kleineren Durchgängen, Zisternen und Wasserläufen. Es heißt, daß die Araber hier ihre Verluste geborgen haben. Man schützt, daß es noch einige hundert bewaffnete Amber innerhalb der Mauern gibt. Die einheitlich durchgeführte Veränderung der Kopfbedeckung hat ihnen ermöglicht, unauffällig von außen in die Altstadt zu kommen und sich dort heimlich mit Waffen zu versehen. Die Durchsuchungen werden vor allen Dingen in den unterirdischen Teilen unter archäologischer Anleitung fortgesetzt. Der Eindruck des Vorgehens Man ist in englischen Kreisen der Meinung, daß dieser prompte, konzentrisch durchgeführte Einmarsch in der arabischen Bevölkerung großen Eindruck gemacht hat Das Militär hat sich jede erdenkliche!Mühe gegeben, die friedliche Bevölkerung zu schonen. Der kommandierende Brigadegcnera! hatte die Truppen darauf aufmerksam gemacht, daß 95 0״ der Einwohner friedliche Bürger seien, daß die Altstadt zudem zahlreiche Frauen und Kinder behcrberge; das Bajonett sei nur gegen Widerstand von Männern zu gebrauchen, Handgranaten und Mörser nur auf ausdrückliehen Brigadebefehl. Den Haussuchungen gesellte sich eine Fürsog er in des Wohlfahrtsdienstes der ״Regierung hinzu״ die mit Unterstützung der Militär-Sanitäter alle Krankte herausholte und ins Regiermigsliospital brachte. Die zeitweilig erheblichen Schwierigkeiten aller Bevölkerungsgruppen der Altstadt, Lebensmittel und besonders frische Milch zu erhalten, werden berücksichtigt, und verschiedene Wohlfahrtsemrichtungen erhielten die Erlaubnis, helfend ein zugreifen. Das Gesundheits-Departement der Regierung verteilte Tausende von Broten. Die Tatsache, daß immerhin einige Hundert bewaffneter Araber in der Altstadt sich aufhalten, bietet zur Zeit noch Schwierigkeiten. Die mi'itärische Tätigkeit ist noch nicht zum Stillstand gekommen. Die Zahl der arabischen Toten ist aut 19 gestiegen, ein englischer Offizier wurde getötet. Die unterirdischen' Durchsuchungen dauern an; si.e werden unter Zuhilfenahme von Tränengas durchgeführt; die Möglichkeit, daß die Aufständischen durch die unterirdischen Gänge ent« kommen, ist vorhanden, was u. a. dadurch bestätigt wurde, daß englische Kräfte vorn anderen Ende, nämlich dem Dorf Siloa, in die Altstadt Eingang fanden und in der Nähe des Tcmpelpiatzes an die Oberfläche kamen. Zahlreiche arabische Schützen feuern noch immer von Zeit zu Zeit, und zwar von r e 1 i g i ö s e!1 Bau! i c h k c i t e n aus, auch von dem Minarett der Omar-Moschee. Die Eng- Rinder haben den Wunsch, die religiöse Empfindlichkeit der Araber nicht zu verletzen, es ist aber fraglich, wie lange sie den Aufständischen den Mißbrauch religiöser Stätten gestatten werden. Abgesehen von diesen Geplänkeln ist aber eine fühlbare Entspannung eingetreten. Vier jüdische Tote Jerusalem, 18. Oktober. Boris Y a v i d o v i tch wurde zwischen Jaffa und Tel Awiw von Arabern erschossen. Scha- 10m Mander wurde an der Stadtgrenze von Tel Awiw schwer verletzt. ' Jerusalem, 20. Oktober. Arie Lachmann (31 Jahre alt), der bei einem arabischen Angriff auf ein Motorboot auf dem Hulesee verwundet worden war, erlag seinen Verletzutigen. Ein jüdischer Wagen wurde im der Nähe der Bahnstation vom Ras ei Ejn beschossen. Bei einem anschließenden Feuergefecht wurden drei Araber getötet. Bei einem Angriff aut die Oelleitung in der Nähe von Tajibia wurden zwei Araber getötet. Jerusalem, 21. Oktober. Zwei Juden wurden in der Nähe von Chulda verwundet und zwrei getötet. Die Getöteten sind Abraham Kutcher (31 Jahre alt) und Yehuda Kl in er (23 Jahre alt), die beiden Verwundeten sind Nachman Blaustein (32 Jahre alt) und Meir Obermann (30 Jahre alt). Jerusalem, 22. Oktober, ln Haifa wurden in einem arabischen Stadtviertel umfangreiche Durchsuchungen vorgenommen, bei denen zahlreiche Araber verhaftet wurden, ln der Nähe von Nablus verunglückte ein englisches,Militärauto, wobei vier Soldaten verletzt wurden. ln Jaffa kam es zu Zusammenstößen zwischen Polizei und arabischen Terroristen. Bei einem Uebcrfall auf eine Militärpatrouille bei Ramalla wurde ein englischer Getreiter gelötet. In der Nähe von Haifa wurde ein englischer Soldat bei der Explosion einer Landmine getötet. Jerusalem, 23. Oktober. In Hebron wurde eine jüdische Synagoge von Arabern angezündet. In Jaffa drangen Araber in die Ottomanische Bank ein und zündeten sie an. in Gaza wurde ein Militärlager beschossen. In der Nähe von Tel Awiw wurde ein Polizist erschossen. Bei einem Zusammenstoß wurden 16 Araber gefangen genommen. Während des Wochenend« wurden in verschiedenen Gefechten zwischen Truppen, Polizei und Terroristen fünfzig Terroristen getötet. Man nimmt an, daß in der nächsten Woche weitere umfassende militärische Operationen im ganzen Land ausgeführt werden. Zwi Hobermanit, ein 24jähriger Milchmann, wurde heute morgen schwer verwundet, als er von zwei Arabern in Mekor Chajm bei Jerusalem angegriffen wurde. Spätcy wurde einer der Angreifer von Truppen bei einem Flucht versuch erschossen. Die Ernennung der Militärkommandanten Jerusalem, 21. Oktober. Heute wurden von General- Ieutnant Haining Kommandanten für alle palästinensischen Distrikte ernannt. Zum Kommandanten von Samana wurde der Brigadier Harold Harri so 11 ernannt, zum Kormnandanten des Distrikts Haifa-Galiläa Brigadier John Evctts, zum Kommandanten des Siiddistrikts Brigadier Harrt' de Reubillard Wetherwall, zum Kommandanten des Cis- Vallev-Distrikts (Westteil Palästinas) Oberstleutnant John Crystall. Generalmajor R. N. O’Connor war bereits vorher zum Militärgouveriieur des Jerusalemer Distrikts ernannt worden. Kommandierender im Jerusalemer Distrikt selbst wurde Brigadier Tidbtiry und Leiter der Operationen in der Altstadt Brigadier Gran t. Die Christen Palästinas und der Teilungsplan In der englischen Presse wird betont, daß die politischen Interessen der arabischen Christen in Palästina keineswegs mit denen der übrigen Araber konform gehen. Nur Furcht bringe die christlichen Araber dazu, jetzt die Terrorbewegung zu unterstützen. Die arabischen Christen Palästinas sitzen ira diesem Lande schon seit sehr langer Zeit, und ihre Geschichte ist älter als die der Mohammedaner in Palastina. Vor der arabischen Eroberung des Landes im Jahre 636 bildeten die Christen die Mehrheit der Bevökerung, aber nach der Eroberung "traten viele von ihnen zum Islam über. Ihrer Herkunft nach sind sie jüdischen, aramäischen und griechischen Ursprungs und in späteren Zeiten gesellten sich zu ihnen noch Christen anderer Abstammung. Die Christen begrüßten die Besetzung des Landes durch die Engländer, da sie sich von einer christlichen Macht Vorteile versprachen. Jetzt fürchten sie, durch den Teilungsplan wieder unter nichtchristliche Herrschaft zu geraten. Nach dein Vorschlag des Peel-Berichts wurde, wenn wir die Volkszählung von 1931 zugrunde legen, in der vorgeschlagenen Enklave unter englischem Mandat (Jerusalem und Umgebung) 43,7״« der Christen verbleiben (48 000 Menschen), die also weiter unter christlicher Herrschaft leben würden. 21,4 0,״ oder 24 000 Mensehen, zu denen noch 30000 Christen in Transjordanien kamen, würden unter mohammedanische Herrschaft kommen. 15,5 °,'o der Christen (17 000) würden in dem geplanten Juden- Staat leben, und 19 °/0 (21000) in den Orten Galiläas und Nordpalästinas, die vorläufig in englischen Händen bleiben sollten, um später dem Judenstaat übergeben zu werden.

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