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Jüdische Rundschau · 1938-10-25 · Heft 85 (25.10.1938) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 85 (25.10.1938)
Date
1938-10-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 jüdische Rundschau Nf. 85, 25. X 1938 für später. Vielfach hat man im Lande vorausgesagt, daß dieser letzte Schritt für den Moment aufgespart würde, wenn London seine endgültigen politischen Entscheidungen verkünde. Die Losung von der ״Wiedereroberung des Heiligen Landes“ wird heute im Lande häufig gebraucht, und die um* fangreichen Truppenbewegungen der letzten Tage lassen säe nicht so übertrieben erscheinen, wie sie beim ersten Hören erscheinen mag. Es hat wenig Sinn, wieder einmal den Argumenten nachzugehen, daß England diesen großen Kraftaufwand nicht nötig gehabt hätte, wäre gründlicher und früher durchgegriffen worden. Bei dem jedoch, was sich in den letzten Tagen in Jerusalem abgespielt hat, findet man ein geradezu unübertreffliches Exempel dafür, wie sich Unterlassungssünden später rächen. Es war allgemein bekannt, daß sich in den letzten zwei Woche« Terroristen in der Altstadt zusammenzogen. Und doch wurde das nicht verhindert, bis es so weit kam, daß das Militär ״gezwungen war, sich den Einzug in die alte Stadt zu erzwingen und sie zu ״erobern". Es waren nervöse Tage in Jerusalem. Bestimmte Stadtgegenden waren wieder einmal fast völlig lahmgelegt, Flugzeuge kreisten über den Häusern und warfein Proklamationen ab, die die Einwohner vor dem Verlassen ihrer Häuser warnten, die alte Stadt war unzugänglich, und man mußte besondere Maßnahmen ergreifen, um die Zivilbevölkerung mit Brot zu versorgen. Die Engländer waren in einer schwierigen Situation. Es wäre zwar eine Kleinigkeit gewesen, die Altstadt zusammenzuschießen und sie zugleich von den Terroristen zu säubern. Aber man kann wohl keine Stadt der Welt so wenig bombardieren wie Jerusalem, (n dieser Stadt der drei Religionen hängt das historische und religiöse Interesse an jedem Stein, werden Verbindungen zu allen Teilen der Welt wach, muß der Eroberer wie an kaum einer anderen Stelle der Welt auf Sentiments Rücksicht nehmen. Daß die Araber das wußten und gerade deswegen die Altstadt besetzten, war politisch ein überaus kluger Schachzug. Wenn cs trotzdem den Engländern durch die Zusammenziehung überlegener Kräfte gelang, sich den Eingang zu erzwingen, wenn sie es vermeiden konnten, in dem Wirrwarr der Gaßchen und Höfe einen langdauernden .Straßenkampf zu entfesseln, so spricht das für ihre Vorsicht und Ruhe. Wenn aber auch heute das Jerusalemer Abenteuer zufriedenstellend liquidiert ist, bleibt doch ein bitteres Gefühl: es halte erst gar nicht dazu kommen dürfen. Und bei dem offiziellen Bericht, daß das Militär eine Anzahl von Verdächtigen in die Omarmoschee hat flüchten sehen, bleibt das peinliche Bewußtsein, daß hier Stoff für neue unangenehme Zwischenfalle vorbereitet ist. Obwohl die ״Eroberung Jerusalems“ in den letzten Tagen übergenug Stoff zum Nachdenken gegeben hat, hat alles, was im Lande vorgeht, unter den Juden nur geteiltes Interesse. Alle Blicke sind nach London gerichtet, man erwartet mit höchster Spannung den Bericht der Kommission und vor allem die Entscheidung der Regierung. Die Stimmung ist überaus wechselnd, je nach den Ausschnitten aus der englischen Presse, die der Telegraph täglich bringt, und nach den Einzelnachrichten am London, die durch verschiedene Kanäle hierher gelangen. Das Rattern eines Masebinengewebrs in Jerusalem ist weniger erregend als eine Radionachricht und eines der Gerüchte, die heu•י׳ verbreiteter sind als je. Es wird heute alles darauf ankom.uen, daß die Führung der Juden nicht nur in London auf der Wacht steht, sondern daß sie auch versteht, die Juden in Palästina, die um ihr Schicksal mit allen Mitteln kämpfen, richtig zu orientieren und zu leiten. Juden an italienischen Hochschulen Schächtverbot erlassen Zu den Vorschriften über den Besuch von italienischcn oder ausländischen Juden an italien!sehen Hochschulen sind Ausführungsbestimmungen erschienen. Während diejenigen, die schon m den vergangenen Jahren immatrikuliert gewesen sind, ihr Studium bis zum Doktorexamen fortsetzen können, auch wenn sie nicht bis zu diesem Zeitpunkt voll immatrikuliert sein werden, bleiben Juden deutscher Staatsangehörigkeit ausnahmslos von den italienischen Hocliscluileii ausgeschlossen. Schon zwischen dem 1. August und 13. September 193S vorgenommene Immatrikulationen werden unter Rückerstattung bezahlter Ge- Fuhren rückgängig gemacht. Auch für Juden aus Familien, die von der Judengesetzgebung wegen der seinerzeit im einzelnen aufgefuhrten Verdienste ausgenommen worden vvaren, gilt diese Regelung. Die italienische Regierung hat die Präfekten der Provinzen telegraphisch in Kenntnis gesetzt, daß mit sofortiger Wirkung das Schlachten von Tieren nach jüdischem Ritus (Schachten) verboten wird. Statistisches aus Ungarn Von unserem Berichterstatter. Budapest, 14. Oktober Das Büro des Regierungskommissars für die intellektuelle Arbeitslosigkeit, das mit der Sammlung, Sichtung und Kontrolle der mit dem Judengesetz im Zusammenhang stehenden Daten beauftragt ist, hat von den bisher eingelangten 16500 Anmeldungen von Arbeitgebern 12 270 vollständig bearbeitet. Demnach stehen bei den bedeutenderen, d. h. mehr als 10 Angestellte beschäftigenden 1095 Unternehmungen insgesamt 50 811 intellektuelle Arbeitskräfte im Dienst, darunter 22 812, das sind 44,9 °'o, J uden. Bei diesen Unternehmungen dürften somit nach den Bestimmungen des Gesetzes schrittweise 12 652 net!« christliche Arbeitskräfte untergebracht werden können; eine Zahl, die voraussichtlich noch steigen wird, da die Anmeldungen nicht restlos zuverlässig waren und nur vom Regierungs komm issar an Ort und Stelle überprüft werden. Eine statistische Publikation veröffentlicht eine Studie über den Anteil der Juden an der städtischen Bevölkerung und kommt zu dem Resultat, daß derselbe in den letzten drei Jahrzehnten fast überall stark zurückgegangen ist. Während im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts 15 Städte, an ihrer Spitze Budapest, Neupesf Und Debrecen, «ine Zunahme der jüdischen Bevölkerung von über 100 »u aufweisen, hat seit der Jahrhundertwende die Zahl der Juden in 24 Städten abgenommen, und zwar in einem Ausmaße von 20—45 "0. Während dieses Zeitabschnittes befanden sich unter den in die Städte strömenden 828000 Landbewohnern insgesamt 27OCX) Juden, also kaum 3,30,0. Öe Hauptstadt selbst beherbergte 1869 17 0/0 Juden, 1900 waren es 28 ״0 20 1930 ,%.״. n A, F. Kein Minderheiten-Status! ,,Spectator“ tii* gerechte Ausführung: des Mandats Die englische Wochenschrift ״Spectator“ vom 21. Oktober widmet der Palästinafrage einen Leitartikel. Es heißt darin: Großbritannien zahlt jetzt die Kosten einer zwanzigjährigen Verzögerung und Unentschlossenheit in Palästina. Die Probleme des Landes waren schon vor zwanzig Jahren schwierig genug. Unter der Balfour-Deklaration sollten die jüdischen Bestrebungen zur Schaffung eines Nationalheims ermutigt und erfüllt werden, wobei die Araber vor jeder Beeinträchtigung ihrer bürgerlichen und religiösen Rechte zu schützen waren; und diese doppelte Aufgabe war unter Bedingungen zu leisten, die das Mandat festlcgte. Selbst unter den günstigsten Voraussetzungen würde es schwer gewesen sein, diese beiden Verantwortlichkeiten miteinander zu vereinbaren; und tatsächlich waren die Voraussetzungen weit davon entfernt, günstig zu sein. Die Verschärfung der Judenfrage in Europa machte es zu einer moralischen Pflicht, die jüdische Einwanderung nach Palästina zu steigern, bis zu einem Punkte, der aie Araber _ alarmieren mußte. Andererseits hat die Erneuerung der islamitischen Welt, so sehr man die Bedeutung dieses Faktums auch übertreibt, die Ansprüche des arabischen Nationalismus so weit verstärkt, daß die Duldung des Zionismus zu einem Verbrechen wird — und die palästinensischen Araber vertreten die Vor- Stellungen des ganzen Islam. Angesichts solcher Schwierigketten hat die britische Politik, oder, besser gesagt, der Mangel an einer britischen Politik das Problem unüberwindlich gemacht, und heute ist die Lage offensichtlich England aus der Hand geglitten, wenn auch hoffentlich nur zeitweise. Vor mehr als einem Jahre warnte die Peel-Kommission die Regierung, daß jede weitere Verzögerung verheerende Folgen haben müßte. Die Regierung hat dennoch gezögert, und das Ergebnis ist so, wie die Kommission cs voraussah. Sicherheit und Stabilität Nach einem derartigen Versagen, so fährt der Artikel fort, erscheint es kaum denkbar, irgendeine gerechte oder vernünftige Lösung zu finden. Andererseits verbieten uns unsere eigenen Interessen, die Fortdauer von Unordnung oder Anarehie weiterhin zu gestatten: die Sicherheit des Suez- Kanals verlangt einen starken, stabilen und freundlich gesinnten Staat in Palästina. Alle diese Erwägungen müssen auf die Wahl Einfluß nehmen, die uns zwischen den verschiedenen noch möglichen Lösungen offeubleibt. Die erste dieser Lösungen wurde vor achtzehn Monaten im Peel-Bericht vorgeschlagen. Die Regierung war entschlossen, seine Empfehlungen durchzuführen, aber es ist in der Zwischenzeit eine Veränderung eingetreten, die die Entscheidung der Regierung beeinflussen könnte: daß nämlich die Araber dazu übergegangen sind, die Gerechtigkeit ihrer Sache durch Gewalttat, Rebellion und Terror zu beweisen. Es mag befremdlich erscheinen, daß Aufruhr belohnt und nicht bestraft wird. Die Araber aber haben klug gehandelt und haben erreicht, daß andere Vorschläge neben dem Teilungsplan vorgelegt und ernsthaft erwogen werden konnten. Ein solcher Plan, wie ihn der Außenminister des Irak vorgelegt hat, verlangt die Errichtung eines arabischen Staates, in dem der jüdischen Minderheit ihre Rechte von der britischen Regierung garantiert werden sollen; Einwanderung und Bodenkauf sollen aufhören, die palästinensichen Juden müßten sich zu dem Status einer ständigen Minderheit verstehen, und der zionistische Traum eines Judenstaates müßte aufgegeben werden. Es ist klar, daß ein solcher Plan die Aufhebung eines britisehen Versprechens gegenüber den Juden bedeuten würde; denn was immer aie Errichtung einer Nationalen Heimstätte meinen kann, sie meinte bestimmt nicht die Begründung einer jüdischen Minderheit unter arabischer Herrschaft, auch dann nicht, wenn diese Minderheit in ihren Rechten von England garantiert wird. Außerdem haben sich Garantien von Minderheitenrechten in den letzten Jahren als nicht sehr wirksam erwiesen. Die Frage ist jetzt, ob Großbritannien, nachdem es i!m Augenblick die Juden nicht geschützt hat, sie in Zukunft schützen will, sogar auf Kosten eines Gegensatzes und eventuell militärischer Maßnahmen gegen einen Staat, den es selbst begründet hat. Das Bei• spiel der Assyrer ist hierbei nicht ermutigend. Der klügste Kars Es scheint kaum möglich, daß die britische Regierung nach den Ereignissen des letzten Jahres die Juden zu einem Zusammenleben mit den Arabern auf der Basis eines Minderheitenstaates zwingen wird. Die einzige Bedingung, unter der dies möglich ist, wäre, daß England die Autorität aufrechterhält, die es bisher besaß, aber nicht ausübte; daß England diese Autorität unnachgiebig zur Geltung brächte, bis der Terror gebrochen ist. Wenn das Prestige der britischen Regierung wiederhergestellt ist und die Stärke des Aufruhrs an Eindruckskraft verloren hat, muß die britische Regierung erneut die Argumente abwägen, die die Peel-Kommission und sie selbst zur Akzeptierung des Teilungsplanes geführt haben und muß wählen zwischen diesem Plan und dem, was sich nach allem als das Klügste, wenigstens für eine bestimmte Zeit, erweisen könn'e, nämlich einer festen und gerechten Durchführung des Mandats, wie es ursprünglieh formuliert worden ist. Das dürfte die Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Regierungsform für eine noch nicht bestimmte Periode bedeuten, bis die Ordnung vollständig wiederhergestellt worden ist, und dann müßte ernsthafter als bisher versucht werden, ein System von Autonomien in einem einheitlichen Staate unter britischer Kontrolle und Leitung einzuführen. Das würde langsam geschehen können, und die Langsamkeit könnte wie ein Rückfall in die schlechten Methoden der Vergangenheit aussehen. Die Fehler der britischen Poiitik lageii aber nicht in ihrer Langsamkeit, sondern in ihrer Unschlüssigkeit. Die britische Regierung muß sich jetzt endgültig entschließen, ihren Entschluß zu verkünden, an seiner Bedeutung keinen Zweifel lassen und zu diesem Entschluß stehen, koste es, was es wolle. Churchill für Alifa-Beschränkung ln der Londoner Zeitung ״The Daily Telegraph and Morning Post“ vom 20. Oktober veröffentlicht Winston Churchill unter dem Titel ״Palästina am Kreuzwege“ einen größeren Aufsatz. Die persönliche Nähe Churchills zu dem Problem beruht auf der Tatsache, daß er in den ersten Jahren nach Kriegsende als Staatssekretär des Kolonialamtes auf die Gestaltung der Dinge in Palästina einen entscheidenden Einfluß ausübte. Auf ihn geht u. a, das Prinzip der ״wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Landes“ als Maßstab für die Regulierung der jüdischen Einwanderung zurück; es wurde in einem Weißbuch vom Juni 1922 festgelegt, das der Ratifikation des Mandates durch den Völkerbund vorausging und gewöhnlich als ״Churchillsches Weißbuch״ zitiert wird. Der Artikel wirft einen Rückblick auf die Entwicklung Palästinas in den letzten Jahren und kommt zu dem Ergebnis, daß das Bild dieser Entwicklung ״ärgerlich und schimpflich“ sei. Großbritannien werde aufgefordert, mit ungeheuren Kosten und Unzuträglichkeiten, ja unter Verlust von Menschenleben, eine Politik strenger Unterdrückung durchzufiihren, die nicht seiner eigenen Sache gelte, sondern in dem bitteren Nationalitäten kampf begründet sei, der sich zwischen Arabern und Juden entwickelt habe. Bis 1934 war Palästina nach jeder Hinsicht für das Ansehen der britischen Verwaltung ein Aktivposten. Die Einwanderung der jährlichen Quote von Juden vollzog sich ohne ernsthafte Reibung. Im Gegensatz zu Syrien, wo damals die Franzosen eine Armee von mehr als 50 000 Mann unterhalten mußten, bot Palästina einen friedlichen Anblick; das Aufgebot an Polizei und Militär war ganz gering. Die Verschärfung der Judenfrage hatte eine enorme Erweiterung der jüdischen Einwanderung zur Folge. In einem einzigen Jahre wanderten 60 000 Menschen ein, und obwohl jüdisches Kapital und Unternehmungsgeist für alle Beschäftigung und Ansiedlung ermöglichten, war der Alarm auf seiten der Araber nicht unnatürlich. Sie sahen vor sich, in naher Zukunft zahlenmäßig überflügelt zu werden. Die Aufnahmefähigkeit Palästinas zur Einwanderung wurde stärker gedehnt, als erträglich war. Nachdem im Jahre 1936 Unruhen ausbrachen, vermochte die brttische Regierung nicht zu einer klaren Entscheidung zu kommen. Meinungsverschiedenheiten zwischen Ministern verhinderten den längst überfälligen Wechsel im Oberkommis״ sariat. Die Entsendung einer Königlichen Kommission schien auf der Linie des geringsten Widerstandes zu liegen! und so kam es zum Peel-Bericht. ״Von Anfang an“, sagt Churchill weiter, ״erklärte ich den Peel-Plan für schädlich und gefährlich. Er würde die britische Verwaltung in eine unmögliche Lage bringen. Seine Durchführung wurde zwei einander feindliche Staaten schaffen, beide Mitglieder des Völkerbundes, und beide mit vollen Rechten, eine Armee beliebiger Größe aufzustellen. Der Peel-Plan, von fähigen Menschen mit besten Beweggründen entworfen, war nicht mehr und nicht weniger als ein Rezept zum Kriege. Indessen würde selbst dieser Plan, hätte man ihn nur energisch und ohne Zeitverlust verwirklicht, immer noch besser gewesen sein als die hoffnungslose Unschlüsigkeit, die dann folgte. Die britische Regierung nahm den Peel- Bericht grundsätzlich an, aber ersichtlich ohne Ueberzcugung. Nach weiteren Verzögerungen, die eine ständige Verschlechten»? der Lage in Palästina bewirkten, wurde die Woodhead-Kommission entsandt. Während sie tätig war, wurde alles schlimmer. Militärische Verstärkungen kamen ins Land, aber nur tropfenweise, strenge Maßnahmen wurden ergriffen, aber nur zu 50 ״/», und so kam infolge ununterbrochener Schwankungen und Schwächlichkeiten das Land in seinen jetzigen furchtbaren Zustand; ein blutiger Kampf zwischen Arabern und Juden hat sich entwickelt! dessen Ende nicht abzusehen ist. In diesem Augenblick müßte die britische Regierung sich entschließen und eine Politik des Hinhaltens und des Sichtreibenlassens beenden können. Alles, was man über Palästina wissen kann, weiß das Kolonialamt seit langem. Man hätte alle diese Königlichen Kommissionen niemals gebraucht. In den nächstem Wochen sollte man dem Parts* ment sagen, ob man den Teilungsplan fallen lassen will oder nicht.“ Nachdem Churchill den Gedanken, das Mandat in die Hände des Völkerbundes zurückzulegen, abgelehnt hat, erklärt er: ״Was bleibt also? Es bleibt nur die Politik der Gewissenhaftigkeit und Beharrlichkeit. Wir müssen unnachgiebig die Ordnung wiederherstellen und die Kampagne von Mord und Mordvergeltung zwischen den beiden Völkern unterdrücken. Die große jüdische Gemeinschaft, die bereits Im Lande lebt, müssen wir schützen. Aber wir sollten ebenso den Arabern eine feierliche Versicherung geben, wenn möglieh In einem Uebereinkomtnen, zu dessen Unterzeichnung Araber und Juden eingeladen werden sollten, daß die jährliehe Quote der jüdischen Einwanderung für eine Periode von mindestens zehn Jahren eine gewisse Zahl nicht übersteigen darf. Zweifelsohne würde ein solcher Kurs einen wilden Aufschrei hervorrufen und uns mit einer langwierigen und undankbaren Aufgabe belasten, aber wenn sich das als die einzige Möglichkeit herausstellt, dann müssen wir ihr standhaft und überzeugt ins Auge sehen, wenn wir unseren guten Namen bewahren wollen.“ Kleine Nachrichten Der amerikanische Außenminister Cordell Hüll erklärte auf Telegramme, die er von Arabern in Amerika mit der Aufforderung erhalten hat, nicht in der Palästinafrage zu intervenieren, daß die Haltung der amerikanischen Regierung in dieser Angelegenheit klar sei. Die Vereinigten Staaten beabsichtigen nicht, eine neue Haltung einzunehmen. — Joseph P. Tumulty, der von 1913 bis 1921 Sekretär von Präsident Wilson war, richtete an Präsident Rooscvelt ein Telegramm, in dem er ihn auffordert, das von Wilson gemachte Versprechen in bezug auf das jüdische Nationalheim in Palästina zu erfüllen. Aluba Pascha, der Initiator des interparlamentarischen Kongresses in Kairo, Faris Effendi al Houry und weitere Mitglieder eine Demitation besuchten den britischen Botschaft er in Kairo, Sk Miles Latnpson, und überreichten ihm die Resolutionen des Kongresses. Im November wird eme Delegation des Kongresses nach London reisen, um dort die Resolutionen zu übergeben. A.-C.-Sitzung lm November Die Exekutive der Jewish Agency beschloß, das Aktions-Comit6 und das Administrativ-Komitee der Jewish Agency zu einer Sitzung im November nach London einzuberufen. Das genaue Datum der Tagung wird später festgesetzt werden. Verantwortlicher Redakteur (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern): Zur Zeit unbesetzt, L V.: Kurt Loewenstein, Berlin W 15. Anzeigenleiter und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Erich Liepmann, Berlin W 15. Gültig Anzeigen-Preisliste E vom 1. April 1936. Verlag und Anzeigenverwaltung: Jüdische Rundschau. Berlin W 15, Meinekestr. 10. D.A. 111/1938: 25313• — Druck: Max Lichtwitz (vormals Druckereibetriebe Max Lichtwitz und Siegfried Scholem),

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