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Jüdische Rundschau · 1938-10-21 · Heft 84 (21.10.1938) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 84 (21.10.1938)
Date
1938-10-21
Page
– (sequence 12)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU BIRIINESR RUNDSCHAU Nr. 84,21■ OKTOBER 1938 Kleinkunst im Kulturbund! Gottesdienst-Nachrichten ,,Gemischtes Kompott“ Der Protagonist dieses Unternehmens zum Vergnügen der Einwohner warf, aus dem Vorhang tretend, einen kleinen harmlosen Witz ins Publikum. Das heißt, es war gar kein Witz im eigentlichen Sinne, sondern viel eher so eine Art Versuchsballon, nur da/ti ausgesandt, das (jelande, oder, wenn ich mich so atisdrtieken darf, die Seelenlandschaft abzutasten. Er machte, der Sech-nlandvermesser, ein etwas verlegen ängstliches Gesicht, als der kleine Wit/ballon autgestiegen und binatisgesegeit war; vielleicht hatte ihn dabei die Befürchtung heimgesueht, der erste entscheidende Versuch sei mißlungen. (1att aber, der aller Wesen Schmerzen kennt, lenkte es anders. Das W'itzlein, im Sekundenblitz abgeschossen, schlug ein, zündete und explodierte mit einer uelächtcrwirkting, die der Matador sich nicht einmal im Traum hatte träumen lassen. Und du geschah das, was in solchen hallen immer zu geschehen pflegt, ein Stein rollte von einen! erlösten Herzen, des Protagonisten verangstete Züge ent wölkten sich, mul mit dem Siegerlächeln der Besch eitlen heil sagte er: ״Ich habe Sie also doch nicht unterschätzt!״ י Üb er nun oder oh er nicht —, darüber wollen wir nicht rechten. Denn seine gute Absicht ist: sein Publikum zu unterhalten,^ und sogar, jvenn es irgend ^geht, mit kleiner dal) Menschen mit einen! nicht gerade übermäßig־ freund- .־Dunsiagswunscn sehr, daß alter kleine Szene', in welcher der begabte!־'ritz T a e h a u e r sich" der Kippe zwi'chen Weinen mul s iIIein (ieläehtcr, und infolgcd(ssen amu-״:tt und ״״Uidcnkhcl! machend: ״Der Mann, über den inan lacht." Es gab einen Sketch ״Pfefferlinge“, in der es Einbrüche nur so hagelte. Es gab eine •Szene ״Gesangunterricht“, in welcher der Blödsinn sich bis zur unsichtbaren Decke türmte; es gab noch einen Sketch, worin ein Kragenknöpf /.um stillen Melden wurde, und es gab eine Szene ״wie lerne ich Schach spielen“, in welcher der Mann, der eben alles kann, so wirr und wild ciiircheinanderschvvabbelte, daß sich die Balken bogen. Man sah eine russische Szene ״Wodka“ POSTSCHECKKONTO JÜDISCHE WINTERHILFE Sa-ta 93446 OER JÜDISCHEN GEMEINDE ZU BERLIN betitelt, eine Szene ״Hinter den Kulissen des Rundfunks", in der es ebenso witzig wie turbulent lierging, — aber der Clou, der Herzeroberer, war doch die selige ״Postkutschenzeit", reizendes Biedermeier mit dem anheimelnden Duft von zerfallenem Lavendelkraut und brüchiger Seide. Das war so im großen und ganzen alles. Dieses sehmackhafte Kompott war also von Willv Rosen und Max Ehrlieh angcrichtet und gemischt worden, und da Willy Rosen außerdem noch ein Musiker ist, hatte er zu all dem noch einen Haufen leichtverdaulicher Musik dazugeian. Und ein kleines aber feines kabarettistisches Ensemble verwandelte das Ganze in lebendigste Gegenwart. Von Fritz Tachauer sprachen wir schon, er ist ein Talent von veiblüffemler Vielseitigkeit. Und Steffi Rosen bäum, flirrend und bunt wie ein Kolibri, von bellendem Witz und weiblichem Charme, ist inzwischen zu einen! Ptibliktmisiiebiiug avanciert, und das mit vollem Recht. •— Zwei neue Gesichter: Doll» Salkind, ein eleganter und temperamentvoller Hollywood- Typ, und Fritz G r ü n n e, noeli sehr jung, aber begabt und entwicklungsfähig. Am besten in der Wodka-Szene. Auch eine Tänzerin hatte mau sich geholt, die graziöse Nellv Hirsch. Der Protagonist aber, der Matador, Autor, Schauspieler und Regisseur, der Mann, der sich schlicht Max Ehrlich nennt, steckte nicht nur — 11 in im Bilde zu bleiben — in der Kompottschiissel drin, sondern schwebte sozusagen auch über ihr als ihr guter Geist. Ein blutjunger, aber sehr begabter Maler, Hans Brandt, hatte die reizenden Bühnenbilder geschaffen, und an den beiden Flügeln sprühten zwei excellente Musiker, Dr. Richard Hirsch und Martin Keil. Das Publikum aber tat, was es zu tun verpflichtet war: cs bereitete dieser Revue einen großen Erfolg. M. M. Intime Mus?k Der zweite Vortrag ״her intime Musik von Dr. Anneliese Landau führte in eine neue Wandlung der europäischen Kimstm tisik, die etwa vom Beginn des 17. Jahrhunderts bis . ungefähr^ in die M i! te des nach folgenden^ j ah r 11 timferts aufsfeigende Kunst, auf eine neue Welt, die uns in dieser Sonate so zeitnahe scheint, daß wir die Huldigung des Modernen Strawinsky an Pergolesi mit der Bearbeitung eines seiner Werke für Orchester iru Gleichklang der schöpfesehen Impulse dieser beiden Musiker verstehen können. Wieder ein Abend, der, mit seinen rein fachlichen Exkursen ein Wagnis, ein aufmerksames und immer wieder beifallfreudiges Publikum gefunden hat. Dr. Jakob Schönberg Photo-Ausstellung im Kulturbund-Thea'er, Im Foyer des Kultur■btmd-Theaters zeigt Gertrud Ochs ihre wahrhaft kiinstierisch ausgeführten Photobildnisse. Die Vorzüge der pliotagraphischen Technik und ein natürliches üe.unl für Bild- Wirkungen lassen sie Wirkungen erreichen, die sonst allein der malerischen Komposition Vorbehalten zu sein .scheinen. Die hportgnippe im Sand, ein älteres Ehepaar am Fenster mit dem Blick aut Bergwald und See, eine Sonnenblume, der nur die Farben fehlen, ein malerisches Schiff, Schilfrohr im Teich, das sina alles Motive ״mit Malevaugen gesehen“. Das Profil einer alten Dame verrät, daß diese Photographin Blick hat tür kompositorisch große Aufgaben. Die Kinde,bä'Ier, besonders das Kleine mit der edel gebogenen Stirn, und ein anderes mit Löckchen sind gleichfalls vorzüglich. R. M Sehabbath בראשית Schabbath.Aeugany 17.4t Abkflrjunfan! Ft e* Fteit»ss«ben4. SchF sa Schebbotb-FrilhgotUrtdleMt. SchH «* Schabbath-HauptgoHeadian«(. M Schabbathmlneha, I **> Jujandgotlaidiannt. Fr «= Pradirl. SV1 .׳ aa SchriHarWäniB*. L Lehrvortief OScA m Aeatblleßeact Gemeindeaynagogen Synagoge!» mit altem Ri tunt Alt• Synagay«! Fr 17 00 Z SchH 9.00 Pr Berkovit. Z M 17.00 / W• 16.45 / Wm 7.00 Südoat Ahawae Reim: Fr 17.00 Z SchH 9 Pr Und.« t M 17.00 / W16.45 «׳ / Wm 7.00 Peataloni.tr, 1 Fr 17.00 / SchH 9.00 Pr Wo» / M 17.00 / W« 1645 / Wm 7.00 MBnclienerStr.! Fr 17.00 / SchH 9.00 Pr Broch/RI 17.00/Wa 16.45 / Wm 7.00 Kalaer.tr,ו Fr 17.00 Z SchH 9.00 / M 17.00 / Wa 16 45 / Wm 73» Rykeetr.1 Fr 17.00 SchH 9.00 Pr Nobel / M 1700 / Wa 16,45 / Wm 7.00 Grunewald! Fr 17.00 / SchH 9.00 Pr Loewenthul / M 17.00 / Wa 16.45 / Wm 7.00 'ynagogen mit neuem Ritual Llndenatr.1 Fr 17.00 / SchH 10.00 Pr Warschauer / M 17.10 / Wa 16.45 / Wm 7.30 Friedenatemeel: Fr 17.00 / SchH 10.00 Pr Graf / M 17.10 / W* 16.45 / Wm 7.30 Neu# Synagoge 1 Fr 18 00 / SchH 10.00 Wey! LUtiowatr. t Fr 1 .00 / SchH 10.00 Pr Lewkowit, / M 17.10 / W* 16 45 Z Wm 7 30 Faaanenatr.! Fr 18.00/SchH 10.00 Pr Swareen.ky f M 17,10 / Wa 16.45 ZWm 7.30 LevetTowatr.« Fr 18.30 / SchH 10.00 Pr. Maybaum / M 17.10 t Va 16.45 / Wm 7.30 Schmargendorf: Fr 18.30 / SchH 10 00 Pr Loewcnlhal Prmiregentenntr.i Fr 18.30 / SchH 10.00 Pr Galliner / M 17.10 Z Wa 16.45/19.15 t Wm 7.30 V er eins-Sy nagogen Ada». Jakob, H011marht.tr. 64: Fr 17.00 / SchH 9.00 / M 16.45 / 5S7. 17.00/ Wm 7,00 Ahawath Zion, SchSnhauaer Allee 41 Fr 17.00 / SchH 7.00 / u. 9.00 Pr Levy / M 16.00 / L Engel Wa 15.00 /Wm 7 00 Syn. Beth Zion, Brunnenatr. 331 Fr 17.00 / SchH 8.45 / Pr Hutterer M 16.45 / t. Wa 17.00 / Wm 6.45 Synag. Gesundbrunnen, Prinzen!,!!## 871 Fr 17,00 / SchH 9.00 i M 17,00 /. Alexander / Wa 17.00/ Wm 7.00 Mlnjan Iwrl, Ro.enthaler Str. 441. Fr 17,00 Z SchH 9.00 •ynagoge Hermedorf, Falkenthaler Steig 161 Fr 18.30 Z SchH 10.00 L Klein, Zwecks Vermeidung unnötiger Portokosten bitten wir unsere Mitglieder dringend, uns von Umzügen sofort Kenntnis zu geben. Zentrum-Nord: Sonnabend, 22. Oktober, 20.15 Uhr, BZV.-Heim, Roseiithalei Str. 44. Feierstunde (Gesprochene Zeitung über Sukotli und Simchaih Tora). Ls spreche»: Land. Rabb. Jehoschua Wollf, Hans Lüwenberg, Herbert G eisenberg, Lucie Lö wenberg. חוג עבדי מרלוטנבורג Sonnabend, 22, Oktober, 20.15 Uhr, Meinekestraßc 10. •י״ר 8• נרזר: על דבר נניז מיעל העברי ביתור למודים זוג עברי צפון! Sonnabend, 22. Oktober, 20.15 Uhr, Rasen thsler Straße 44. ' עגו־ית ־ rwr SUdost: Dienstag, 25. Oktober, 20.15 Uhr, Oranienstr. 180, Dr. Kurt Licht: Entscheidende Tage lür Ere* Jisrael. Schöneberg: Dienstag. 25. Oktober, 20.15 L’lir, UZV.-Heim, Geltzr straßc 21, Dr. Hans F r ic d c n t h a 1: Zur Siiuaiion der Palästinapolitik. Photogruppe T’muna: Dienstag, 25. Okiober, 20.15 Uhr, Meineke- Straße 10, Fred Goldbc rg, Hans S. Le wys Koloriertes Bild leist ungsiahiger als Farl/enphotographie? Steglitz-Schmargendorf: Mittwoch, 26. Oktober, 20.15 Uhr, Friedenau! Mosclstr. 4, AI. Hirse hfcldt: Der Kampf um die Verwirk- Heilung (Von der BaHour-Dckiaraiion zum Woodhead-Bericlit). Hebräische Anfängerkurse: Neue Kurse tür Anfänger werden errichtet; im Westen: Goltzstr. 21 (Ltg. Lomas), im Zentrum! Rosenlluiler Str. 44 (Leilg. Kantor). Der Kursbeginn wird in der nächsten Au-gabc vcröifentlicht. Anmeldungen an die Kulturabteilung der BZV., .McinekesU10 ,־, Tel. 9190 31, App. 75. Familien-Nachrlcht Herr Jean Sithao und Frau Alice, geb. Gebhardt, NW 87, Lessingstr. 16, begingen am 19. Oktober 1938 die silberne Hochzeit. Barmizwatermin, Am 22. Oktober (27. Ti-chri) Joachim Gronow- ־■ k i, Sohn von Mas Gronowski, NO 55, Straßburger Str. 56 1, indischer Kalturbun«! Berlin E. V. Einmalige Sonderveranstaltung Dienstag, den 1. November 1938, 20 Uhr RIGÖÜTTO Oper In 3 Akten von Giuseppe Verdi In der Premlerenbesetzung Inszenierung‘. Dr. Kurt Singer ✓ M.:«1kru:s,!. I *.!t״ng■ Rudolf Schwarz Match« Benjakonsky / Igo Guttmann / Waltor OIHzki Gutscheine tur Verlosung rum Preue von RM 2,-. im MitelicrlcrbUro, KommandantenftraBe 57 und in den bekannten Vorverkauf ■!teilen BERLINER ZIONISTISCHER ORTSVERBAND Montag, 24. Oktober, 20.14 Uhr PestalozzfstraBe 14-19 MODISCHES ZEITGESCHEHEN Die aktuelle Vortragsreihe der BZV Dr. DAVID SCHLOSSBERG: Der Zionismus ais letzte Nationalitätenfrage U6 it S ifflnao* und lusrtctitimg von Featitchkelten. / Ruf 91 n45 Aufwifh♦ Katrhr.-Koiyim. judiarhe Gemeinde Berlin KiauisrsiUnmer Perez Ruf: 7213 20 Donnerstag, den 27. Oktober | Turhhall« KurfUrstendamm 119 | Ecke Kronprinztndemm Eingang Nedlitzer Str, » Beginn; 20.30 Uhr | Jubiläums - Schauturnen Ansprache : R.-A. Dr. Alfred Klee Chor unter Leitung von Jul. Goldberg Eintrittspreis; Sitzplatz RM. 1,— 5 mi m wVVAJ i Sonntag, den 23. Oktober vOCHM ffi Sportplatz Q ru n iwa 1 d ®AH ffi Beginn: 14 Uhr ®y Jubiläums-Sportfest Makkabi-Auswahlmannschaft REICH gegen Makkabl-Auswahlmannschaft BERLIN Im Handball und Fußball Eintrittspreise: Silzplatz , . RM, 1,— Stehplatz . RM.-.75 gegen Mas Hamekkabl RM.—,50 Jugendliche RM. —,40 DER NEUE WEG DER TONFILM DES KKL Demnächst AuHQhrting im Berliner Norden Tarmin u. Vorverkouf«»tellen werden noch bekanntgegeben Festdiemungen aktuell — Individuell j verlaßt E. Sandal:. ierUn-Chartbg. < Waltxatraße 2£ Tel. 96 2318 | Barbetrieb RÄ. ermäßigte Praia• BERLIN-WILMERSDORF Kaiserallee 47, BckaWllholmsau• wJAr Telefon! 1 Minute vom Atrium. Autobulbalt•- «J» 87 06 79 •teile Wllhalmioue, Linie 8,18, 30,38 Benutzet* Sie bitte den S&Hdet-ScUtteUdieH&t für Familiennachrichten und GelegenheiUanzeig־«n. Auf Anruf 91 90 Sl, Apparat 89, werden Sie besucht und fachkundig beraten. ANZEIG EN-VERWALTUNG, BERLIN WI5

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