Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 82-83 (14.10.1938)
- Date
- 1938-10-14
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 82/83,14 X 1938 JOPISCHE RUNDSCHAU Seite 13 ־״STJ^ir- Beginn der neuen Zitrussaison Die Entwicklung des Handwerks in Jischuw ist den Bedürfnissen des Aufbaus gefolgt. Unter den Einwanderern befanden sich verhältnismäßig nur sehr wenige ge'ernte Handwerker, aber die Notwendigkeit zwang Menschen die Kelle, den Hammer und die Säge in die Hand, die diese Werkzeuge bisher nur den! Namen nach gekannt hatten. Erez Jisrael — von der entlegensten und kleinsten Siedlung bis zur Stadt Tel Awiw — ist lange im wesentlichen von Dilettanten aufgebaut worden. Diese gingen in die harte Schule des Lebens, zahlten oft unnötig hohes Lehrgeld, wurden aber schließlich doch in ihrer Art ״Meister“. Aber gerade die Besten unter ihnen wissen, daß d e. ״Lehre durch das Leben selbst“, so notwendig sie in einer bestimmten Epoche des Aufbaus gewesen ist, h!־ule nich. mehr den besten Weg bildet, um Handwerker für Erez. Jisrael heranzuziehen. Heute ist es so, daß fast jedes Mitglied einer Kwuza sozusagen im Nebenberuf auch irgendein Handwerk mehr oder minder gut beherrscht. Aber das ist auf die Dauer kein Ersatz für einen gut ausgebilde'en Handwerkerstand. Für seine Heranbildung fehlt es uns in Palästina vor allem an den nöiigen Betrie' 1'״ und Lehrmeistern. Es ist äußerst schwer, einen jungen Menschen, der die Schule verlassen hat, bei einem tüchtigen Tischler, Schlosser, Maler oder Steinmetz unterzubringen. Um so wichtiger war die Gründung■ ׳der ״Ludwig-Tietz- Schule“ in lagur. Sie wurde gegründet und wird unterhalten aus einem Fonds, der zum größten Teil in Deutschland von den großen jüdischen Organisationen gebildet wurde, und der von der Jewish Agency zur Ansiedlung von Juden aus Deutschland verwaltet wird. Das erklärt, warum diese Schule ihre beschränkten Möglichkeiten zunächst nur Schülern aus Deutschland (und neuerdings auch Oesterreich) zur Verfügung stellt. Zu den sechzig Schülern, mit denen der Unterrieht aufgenommen wurde und die jetzt die erste Hälfte ihrer ״Lehre“ hinter sich haben, werden in den nächsten Wochen weitere fünfzig kommen, Gegenwärtig sind Erweiterungsbauten im Gang, um in den Lehrwerkstätten Platz für die neuen Schüler zu schaffen. Die allgemeine Erziehung der ״Ludwig-Tietz-Schiiler“ erfolgt nach den Grundsätzen, die die Jugend-Alija in ihrer Arbeit in Erez Jisrael in jahrelanger Praxis als die Desten herausgefunden hat. In den! benachbarten großen Kibbuz Jagur hat man für sie besondere Wohnhäuser errichtet! außerhalb der Schulzeit führen sie dort ein Leben, das sie vom ersten Tage an in unmittelbare und innige Berührung mit dem Leben ihrer palästinensischen Altersgenossen bringt und ihre geistige Einordnung wesentlich fördert. Bemerkenswert sind die guten Fortschritte im Hebräischen; der praktische wie der theoretische Unterricht ,wird fast ausschließlieh in Iwrith erteilt. Die ״Ludwig-Tietz-Schule“ liegt nur wenige Kilometer von Haifa entfernt unmittelbar an der großen Chaussee nach Nazareth. Ihre schönen, von Erich Mendelssohn errichteten Gebäude umfassen neben den großen, luftigen Werkstätten ein Verwaltungsgebäude mit Klassenräumen Tür den theoretischen Unterricht und einer Badeeinrichtung. Das Lchrpersonal der Schule ist mit großer Sorgfalt ausgewählt. Der Leiter lebt seit langem in Erez Jisrael und besitzt daher neben seiner fachlichen Eignung genaue Kenntttts des Landes, seiner Voraussetzungen und Möglichkeiten für den selbständigen Handwerker. Die Lehrmeister — zunächst für jede der beiden Werkstätten zwei — stammen aus Deutschland, haben viele Jahre in Großbetrieben ihres Faches gearbeitet und Lehrlinge herangebildet. Sie sind also nicht nur fachlich, sondern auch pädagogisch für ihre Auf־ gäbe an der ״Ludwig-Tietz-Schule“ geeignet. Die Schule hat mit zwei Lehrwerkstätten begonnen: für Tischler und für Schlosser. An ausgebildeten Hand־ werkern dieser Berufe hat das Land den größten Bedarf, und Lehrlinge dieser Kategorien haben später die größte Aus־ sicht, sich selbständig zu machen oder auf Grund ihrer hand- MrciiiJPflff* au<:h Ta11entzlen$!r.4 1111 9111 * 1»■ Reparaturen t eie ton; *« 41 M wirklichen Fähigkeiten in Siedlungen aufgenommen zu werden. Ob die Ludwig-Tietz-Schule später auch andere Handwerksarten aufnehmen wird, hängt nicht nur von der eigenen Entwicklung, sondern auch von der des Landes ab. Die Beschränkung auf zwei Ausbildungszweige gibt der Schule die Möglichkeit, einen ihrer für das Land wichtigsten Programmpunkte zu erfüllen: nicht nur Handwerker auszubilden, sondern diese Ausbildung dem hochsten europäischen Standard anzupassen. Es liegt in der oben angedeuteten ״dilettantischen“ Entwicklung des palästinensischen Handwerks ' begründet, daß es nicht jene Exaktheit pflegen konnte, die der berechtigte Stolz europäischen Handwerkswesens ist. Das ״Ungefähre“ spielt in Palästina oft noch eine Rolle, wo Menschen europäischer Schulung an das ״Genaue“ gewöhnt sind. Mit Recht hat deshalb die ״Ludwig-Tietz-Schule“ bei sich eine Arbeitsdisziplin eingeführt, die mit ihrer Forderung der größten Exaktheit den Außenstehenden pedantisch anmuten mag, die aber allein das Ziel erreichen kann, junge Menschen zu wirklicher Qualitätsarbeit zu erziehen. Die Ausbildungs m et h od en sind erfreulich modern, und sie nehmen volle Rücksicht auf die Verhältnisse, unter denen die Schüler später einmal werden arbeiten müssen. So wird sehr darauf gesehen, daß die Lehrlinge vor allem den Gebrauch der einfachen Werkzeuge meistern lernen, um auch unter primitiven Verhältnissen, wo Werkzeugmaschinen fehlen, den an sie gestellten Forderungen gerecht werden können. Vom ersten Tage ab wird den Lehriingen die Ueberzeugung beigebracht, daß sie wirkliche Arbeit leisten und nicht nur sogenannte Uebungsstücke anfertigen. Die Schule hat sich schnell einen so guten Ruf erworben, daß es an Aufträgen — sowohl Neubestellungen wie Reparaturen — nicht fehlt. Und die Schule selbst sorgt dafür, daß in ihrem Ausbildungsprogramm insbesondere das ländliche Handwerk berücksichtigt wird. So erlernen die Tischlerlehrlinge den Wagenbau, während in der Scnlosserei die Reparatur der wichtigsten landwirtschaftlichen Maschinen, wie Traktoren, Combines, Heupressen usw. gelehrt wird. Die erste Schülergruppe, die jetzt anderthalb Jahre in Ausbildung steht, gibt bereits befriedigende Beweise für den Erfolg der Schule. Ein Teil ihres eigenen Mobiliars ist von den Schülern hergestellt worden und macht ihnen in seinen gefälligen Formen und der peinlich sauberen Ausführung alle Ehre. Mit Stolz zeigt man dem Besucher ein in Arbeit befindliches Ruderboot für einen Sportklub — bereits der zweite Auftrag dieser Art. Um diese nicht alltägliche Aufgäbe ausführen zu können, baute sich die Schule nicht nur ihre eigene Holzbiegemaschine, sondern auch den dazugehörigen Dampfkessel. Zur Zeit sind beide Lehrwerkstätten voll mit Arbeiten beschäftigt, die die Erweiterungsbauten der Schule ihnen stellen. So wird die Tischlerwerkstatt sämtliche Türen Transporttragen — Kater Tel Awiw — Jüdische Arbeit Organisation der Kooperativen Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Tel A w i w, 3. Oktober 38 In manchen Kiosken, wo man Soda und Fruchtsäfte ausschänkt, kann man seit kurzem Zitrusfrüchte von zwei einander folgenden Jahren nebeneinander lagern sehen. Da sind die kanariengelben, schon etwas angerunzelten Früchte des Winters 1937/38, die bis jetzt in den Kühllagcrn gehalten wurden und noch immer zum Saftpressen zu verwenden sind; daneben erscheint bereits die noch grüne und harte Grapefruit dieses Jahres, mit deren Pflücken schon angefangen wird. Nach den größeren Ziironenverschiffungen dieses Frünherbstes hat im September der Versand von Grapefruit nach Europa begonnen, zum Teil vom Tel Awiwer Hafen aus. Die Orangensaison hat dieses Mal mit besonderen Pro• blemen zu rechnen. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine glatte Verschiffung ist genügender und reibungsloser Transport. Mit dem Anschwellen der palästinensischen Zitruscrnte haben die Pflanzer mehr und mehr auf diesem Gebiete zu kämpfen gehabt. Die Eisenbahnen waren auf —MAGISTER KIRSCH- »er gute L1k«r Magister-UkÖrfabrik, Manchen VII das plötzliche Anschwcllen des Warenverkehrs in den Win'crmonaten nicht eingerichtet, und es hat vieler Bemühungen bei der Regierung bedurft, bis die Bahn sich notdürftig auf die zusätzliche Belastung einstellte. Ebenso gab es lange und schwere Kämpfe um genügende Magazinräume auf den Stationen und bei den Häfen, die die Ware vor Wetterschäden schützen konnten, Dazu kamen Komplikationen beim Verladen, und das Land hatte auch unter normalen Umständen alle Hände voll zu tun, um der glatten Verschiffung seiner Zitrusernte Genüge zu tun. Dieses Jahr jedoch nehmen die Transportfragen eine besonders kritische Form an. Es ist nur untef höchsten Anstrengungen gelungen, den Verkehr auf den palästinensischen Chausseen trotz des Terrors aufrecht zu erhalten. Und mit dem Beginn der Zitrusernte muß sich der Verkehr außerordentlieh steigern, und es entstehen umfassende Schwierigkeiten in der Sicherung derWege. Dadurch, daß der Terror der bisher auf den Norden und die Berggegenden beschränkt blieb, sich auch in den letzten Monaten im Orangengebiet ausbreitete, wird das Problem noch akuter und ist viel spürbarer als im vorigen Winter, der ebenfalls nicht mehr zu den normalen zu rechnen war. Die Eisenbahn ist in ihrer Leistungsfähigkeit außerordentlich herabgesetzt — geht doch sogar der ״Touristenzug“ nach Aegypten nur noch dreimal in der Woche! — und wenn ein glatter Autoverkehr gesichert werden soll, ist eine gründliche Ueberwachung der Chausseen notwendig. Für die jüdische Ernte Icommen in diesem Jahre nur Haifa und Tel Awiw in Betracht, da Jaffa völlig ausfällt. Tel Awiw macht bereits alle Anstrengungen, um die nötigen Lager- und Verschiffungsmöglichkeiten beteitzustellen. Man hofft in diesem Jahre, viel größere Quanten — mehr als zwei Millionen Kisten — verschiffen zu können. Dennoch bleibt das Hauptgewicht auf Haifa lasten, und eine durchgehende Sicherung der Nordchaussee ist deshalb ebenso dringend wie der Ausbau und die Ueberwachung der Zufahrtsstraßen. In einer Beziehung wird die diesjährige Orangenernte ein Unikum darstellen: so gut wie überall wird jüdische Arbeit herrschen, sei es beim Pflücken, beim Packen, beim Transtaort oder beim Verschiffen. Die Araber haben unter dem Druck der Terroristen an den meisten Stellen die jüdisehen Kolonien verlassen, und die Verschärfung der Angriffe! auch im Süden hat den jüdischen Pflanzern, die bis in die letzte Zeit an gemischter oder arabischer Arbeit festhielten, die Notwendigkeit bewiesen, nur jüdische Wächter und Arbeiter zu beschäftigen, Während sonst die Wintermonate immer wieder scharfe Reibungen wegen jüdischer Arbeit zwisehen Pflanzern und Arbeitern brachten, sind diese durch den Zwang der Umstände für die nächsten Monate ausgeschaltet. Ueberall werden Juden arbeiten, schon heute gibt es keine Arbeitslosigkeit in den Siedlungen, und wenn die Ernte in vollem Umfange beginnt, wird man aus den Städten Zuzug bringen müssen. Die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt wird noch dadurch verstärkt, daß die Arbeit in den Pflanzungen selbst und beim Transport heute ein ausgedehntes Wacht- System verlangt. Dieses ist um so dringender, als sich die Nachrichten mehren, daß die Terroristen entschlossen sind, dieses Mal die Ernte soweit wie möglich zu stören. Es kommt ihnen anscheinend durchaus nicht darauf an, daß sie damit die arabischen Orangenpflanzer aufs schwerste schädigen. Ihre rein politischen Ziele nehmen auf Wirtschaftliehe Gesichtspunkte keine Rücksicht. Seit langen Jahren sind in Palästina Bemühungen im Gange, den Orangenverkauf einheitlich zu organisieren, um der immer mehr anschwellenden Ernte bessere Preise und größere Märkte zu verschaffen. Bekanntlich herrschte im palästinischen Orangenhandel eine nahezu vollkommene Anarchie, die einzelnen Kooperativen oder Gesellschäften machten sich untereinander skrupellose Konkurrenz, eine Kontingentierung der Verschiffungen in den einzelnen Ländern war nicht durchzuführen, und zu den natürlichen Schwierigkeiten, die die Vermehrung des Produktes mit sich brachte, kamen noch die der fehlenden Organisationen. Da es fürs erste unmöglich schien, die gesamte palästinensische — also jüdische und arabische — Ernte in einer Organisation zusammenzufassen, richteten sich die Bemühungen zunächst auf die einheitliche Zusammenfassung der jüdischen Pflanzer. Damit wäre ein großer einheitlich gerichteter Block entstanden, der einen wichtigen Einfluß auf die Märkte ausüben kann, und später hätte sich dann in der oder jener Form die Organisierung des arabischen Handels anschließen lassen. Jedoch stießen in früheren Jahren auch diese Bemühungen um einen Zusammenschluß der jüdischen Pflanzer auf die größten Schwierigkeiten. Nachdem vor zwei Jahren die Zitruserzcugcr durch die Fäulnis der Frucht und den gleichzeitigen Preissturz in Europa in größte Not geraten waren, wurde der Ruf nach einer Neuorganisation von neuem laut. Es landen damals lange Verhandlungen statt, es sah einige Male bereits so aus, als ob eine einheitliche! Organisation bereits gesichert wäre, aber die Verhandlungen brachen schließlich doch zusammen. Die einzelnen Kooperativen, die für die Verschiffung verantwortlich waren, konnten sich nicht einigen und verschiedene bereits fertige Pläne wurden wieder fallen gelassen. Es regten sich damals etliche Stimmen im Publikum, die nach einer Vereinheitlichung durch Zwang verlangten, wobei als die bestimmenden Faktoren einerseits die jewish Agency, andererseits die Banken genannt wurden, die durch Vorschüsse das Orangengeschäft finanzieren. Schließlich wurde vor mehreren Monaten eine Dreierkom missior! eingesetzt, in der H o o f i e n, der Leiter der Anglo-Palestine-Bank, V i t e 1 e s, der Leiter der Zentralbank der Kooperativen, und J a f f e, der Vertreter einer amerikanischen Finanzgruppe saßen. Die Kommission konnte sich auf das vorher zusammengetragene Material stützen, sie repräsentierte zudem Finanzinstitute, die bei der Beleihung der Ernte ein gewichtiges Wort mitzusprechen hatten. Sie legten schließlich einen Plan für die Vereinigung der Zitruspflanzer vor, der einer neu zu schaffenden Organisation die Kontrolle über die Verpackung, die Verschiffung, die Verteilung der Frucht auf die Märkte und den Verkaut übergab. Die heute vorhandenen Kooperativen bleiben dabei bestehen. Für die Verkaufserträge besteht ein ״Pool“, so daß die einzelnen Pflanzer, nachdem sie sich der Kontrolle beim Packen und(. Verschiffen unterzogen, nicht gegenseitige Konkurrenz zu fürchten haben. Vor kurzem wurde dieser Vorschlag, der in den einzelnen Verkaufskooperativen zirkuliert hatte, in einer gemeinsamen Sitzung diskutiert und angenommen. Die Vertreter der Arbeiterkooperativen stellten zwei zusätzJiche Forderungen: Sie verlangten die Verankerung der Verpflichtung zu jüdischer Arbeit und beriefen sich auf eine Erklärung, die Smilanski als Vertreter des Pflanzerverbandes im Vorjahre abgegeben hatte, daß man sich bei der Ernte auf 80"o jüdische Arbeit verpflichten wolle. Diese Frage der jüdischen Arbeit, die im Moment gelöst erscheint, jedoch bei Einkehr der Ruhe im Lande sofort wieder akut wird, gehört mit zu den Problemen, die von einer Kommission jetzt weiter zu bearbeiten sind. Außerdem verlangten die Arbeitervertreter neben den beiden vorgesehenen Direktoren einen dritten, um ihre! Interessen zu vertreten. Die Vereinigung der Kooperativen ist noch keine vollendete Tatsache. Es werden noch Monate vergehen, bis die jetzt gewählte Kommission ihre Arbeit beendet hat und die praktischen Voraussetzungen für eine gemeinsame Organisation gegeben sind. Es ist bereits klar, daß die wohltätigen Folgen dieser Reform sich in der jetzt beginnenden Saison noch nicht auswirken werden und wir im besten Falle im. Winter 1930 40 mit dem organisierten Verkaut der jüdischen Ernte werden rechnen können. Es ist jedoch bereits ein großer Schritt vorwärts, daß sich überhaupt der Weg für eine Einigung geöffnet hat. und vielleicht werden sieb schon in der diesjährigen Saison einige der schweren Fehler vermeiden lassen, unter denen der Örangenhandel in Palästina in früheren Jahren so schwer gelitten hat. und Fenster der neuen Gebäude zimmern. Und die Schlosser- Werkstatt ist dabei, zwanzig große eiserne Binder herzustellen, die das Dach einer neuen Maschinenhalle tragen sollen. Hierbei wird — unter Anlegung der Lehrmeister — nicht nur die gesamte praktische Arbe:t von den Schülern eieistet, sondern auch die theoretisch’ Vorbereitung, wie lanzeichmmg, Berechnung des bghötigtei! Materials, der (osten usw. Dr. Fritz Block, Haifa. Kurze paläs inemlscher VPerfpap’ere. In Tel Awiw notierten am 7. Oktober, wie Eltern’s Bank Ltd. mitteilt, Allgemeine Hypothekenbank: 5!־• »ige Pfandbriefe 96L2 (9T12), 6״״ig־e Pfandbriefe 10 >» (1ÖD<), 6 ״״ige Vorzugsaktien 108!., (19)1׳,), Stammaktien 1101, (111!,); Palestine Land Development Co, Ltd.: ft "oige Vorzugsaktien 00 (02), Stammakh-en S2! s (86); Bizur 6 ־׳• ■ige Obligationen Ser. 2 071/2 (98>j); Nir Ltd. 4 0׳!ige Obligationen Ser. 1 85 (83! 4), 4 ״«ige Obligationen Ser. 2 8434 (83), 5 °oige Vorzugsaktien 66>'4 (671 ־); KKl. 2> » ״.!ige Schuldverschreibungen 77 (770); Pasa 4 ««ige Obligationen 7512 (741■*); Palestine Potash 5!־׳ ®«ige Vorzugsaktien 15 9 (16/3). ln Uebereinstimmung mit den Weltborsen war auch am hiesigen Platze eine starke Erholung zu verzeichnen, jedoch konnten sich die Höchtkurse, welche am 6• d. M. notiert wurden, nicht halten. — Di« ,Pfandbriefc der General Mortgage Bank haben ihre Qualität auch für schwierige Zeiten bewiesen, da ihr Kurs sich nur um zirka 6 ״י׳ gesenkt hat, während der Rückgang englischer Staatsanleihen viel stärker war und wahrscheinlich noch größer gewesen wäre, wenn die Regierung nicht eingegriffen nätt-p. PxMdutCHsiscke Anekdote Ein Bauer aus Rosch Pina, der ein Pferd kaufen wollte, begab sich zu diesem Zweck nach der Regierungsfarm bei Akko. Der zuständige Beamte führte ihm verschiedene Pferde vor und lobte besonders das eine, indem er sagte: ״Ich rate Euch zu diesem Pferd, weil es von besonders hervorragender Qualität ist. Von derselben Sorte schaffte sich neuerdings die Regierung 150 Stück an, für berittene ׳ Schutzleute, die die Terroristen verfolgen.“ Der Bauer hörte sich das an und kratzte sich am Hinterkopf. Dann wandte er sich an den Beamten und sagte: ״Vielleicht habt Ihr auch Pferde von der Sorte, deren sich die Terroristen bedienen, wenn sie vor den Polizisten fliehen? Mir scheint es, die Sorte ist noch besser.. .•* Kursus im jüdischen Privatrecht. In letzter Zeit ist in den Kreisen der Olim, die die palästinensische Staatsange- Hörigkeit erworben haben oder erwerben wollen, sowie in den Kreisen der deswegen befragten Juristen eine Unruhe entstanden, die im Zusammenhang steht mit der Unkenntnis des jüdischen Rechts, das nach Erlangung der palästinensischen Staatsangehörigkeit in vielen Fällen anwendbar ist. Um alle diese Zweifelsfragen zu oeheben, hat sich ein interessierter Kreis zusammengeschlossen und Rabbiner Dr. jur. Elchanan Scheftelowitz gebeten, das jüdische Zivilrecht, soweit es für palästinensische Staatsangehörige von Bedeutung sein kann, in einem systematischen Kursus vorzutragen. Im Rahmen des Kursus beginnt Mitte Oktober der Vortrag des jüdischen Familien- und Erbrechts. Gleichzeitig beginnt ein neuef Kursus über das Gesamtgebiet des ju:.:.- sehen Privatrechts. — Anmeldungen an Rabbiner Dr. jur. Elchanan Scheftelowitz, Tel Aw׳iw, Rothschild Boulevard 56 (Telephon: 2884, ntw vormittags).