Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 82-83 (14.10.1938)
- Date
- 1938-10-14
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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JODlf CH 1 RIJN ISCH^U Nr. 82/83, 14. X. 1938 Wovon leben Jetzt die Araber? Die Unruhen haben zu einem vollständigen Still• stand im Wirtschaftsleben der palästinensischen Araber cfübrt. Während des erster! Jahres der Unruhen wurden Je Wechsel prolongiert, und «s gabkaum Leute, die klagten. Auch im zweiten Jahre kamen Konkurse kaum noch vor, und erst in den letzten Monaten sind ernstere Zeichen der Zerstörung wahrnehmbar. In den beiden Jahren lebte ein großer Teil der Araber vor! den Rücklagen at!s den guten Jahren, upd sie hofften, |jis zur Lösung der politischen Frage damit ,auszukomineti. Die Genügsamkeit der Araber hatte es ihnen ermöglicht, diese Ersparnisse zu machen und sich , nach Aijliörgn des Verdienstes gehr ein• zuschränken. Jetzt sind die Ersparnisse hei den meisten aufgezehrt. Die Lage des Fellachen, der für Wohnung und Nahrung kaum Ausgaben hat, Ist noch besser als die des Städte 'S, Freilich findet der Fellache jetzt schwerlich mehr A«1S! bejt. Der jüdische Wirtschafissekior verschließt sich iljm iuiülge der Unruhen, und in dem arabischen sanken die Löhne des Landarbeiters von 12—15 auf 8—10 oder gar 6 Piaster pro Tag. So gelingt es auch dem Fellachen kaum, für die Bedürfnisse zu sorgen, die seine eigene Produktion nicht decken kann. Die Fellache» arbeiten auch bei sehr geringen Löhnen als Kamellind Eseltreiber. Bauarbeiten und sonstige Unternehmungen, die ihnen früher Brot gaben, kommen praktisch nicht vor. — Die kleinen araolsehen Städte wie Nablus und Tulkcrem waren vor den Unruhen als wohlhabend zu bezeichnen. Jetzt ist dieser Wohlstand durch die hohen, zum Teil erzwungenen Ahgaben an die Terroristen, durch Geschäftsverluste und durch an die Regierung zu entrichtende Strafgelder sehr zurückgegangen. Die Steuereingänge werden immer geringer und daher werden öffentliche Arbeiten nur noch in seltenen Fallen »!®geführt. Auch bei den yvenigep verkommen d«n Arbeiten der öffentlichen Hand sind die Löhne stark reauziert. — ln den großen Städten ist die Lage »oen schlimmer, Obgleich der Druck der Terroristen Und ihre Geldforderungen hier geringer sind. Dafür ist hier der Niedergang des Handels mehr spürbar. Die Kunden der Stadt auf dem flachen Land haben kein Geld mehr! und dfd Bankert gewähren nicht mehr die zur Bebauung d«s Bodens nötigen Anleihen. Die Ladenbesitzer verkaufen fast nichts, ein Teil der Tischlereien ist ganz geschlossen usw. Besonders schwer ist die Lage in Jaffa wegen des Rückgangs in der Hafenarbeit. Der sichere und gute Verdienst bei der Hafenarbeit bis zum Jahre 1936 hatte viele Fellachen in diese Stadt gezogen, die jetzt land- und brotlos geworden sind. Das Hauptmittel gegen die schwere Lage sind Ein* Schränkungen, die sich alle auferlggen, und die wieöerutti nicht zur Belebung des Handels beitragen. Die B!nken verschieben immer wieder die Eintreibung der Schulden. Private Schuldner dürfen nach den Befehlen der Terroristen* fübrer die Schuldsummen vorläufig nicht eirifordern,!3fr Zustand ist so, daß eigentlich nur noch die Beamten einen sicheren Verdienst haben. Die Hausbesitzer bekommen nur eine sehr reduzierte Miete und häufig gar keine, und wer noch Geld hat, muß es mit einer Anzahl mittelloser V®r* wandter teilen. Nicht überall ist natürlich die Lage gleich schlimm. Immerhin sind ganze Dörfer nach der Ernte zu den Terroristen jjbergcgangcn, da sie sich so am besten gegen deren Forderungen schützen können. Ein englischer Major wurde in <j(tr Näh« vor! Gaza tödlich verwundet, ebenfalls wurde ein Korporal verwundet. ln L. y d ä a wurde» als Maßnahme gegen den Ueberfall auf englische Soldaten auf dem Bahnhof 21 Häuser zerstört. Emin Effcruii M u a in e r, der stellvertretende Leiter der Barelays Bank in Nazareth, wurde verwundet• Fünf britische Soldaten und Polizisten wurde» veiwund et, als s.cli ein Lastwagen überschlug. 111 einem nächtlichen Gefecht hei Hebron wurden 11׳ Araber getötet und verwundet. Ejn britisches Flugzeug mußte eine Notlandung vornehmen, wobei jedoch V«f־ Ict/ungen zu verzeichnen waren. Bei einem Zusammenstoß in Dschcai« wurde« fünf Araber getötet und drei verwundet, in einem H 0 i f a e r Stadtviertel wurde der arabische M u k h t a r von einem Araber getötet und *ein Verwandter verwundet. Hassen Sidki Dajanf «erschossen Der arabische Rech .sanwalt und Mitglied des Jerusalemer Stadtrates Hassan Sidki Dajani, eit! Mi'glied der Naschaschihi-Parfei, wurde auf dem Ußtgp nach Jaffa von Arabern erschossen, Jerusalem, 12. Oktober. (Palcor.) ln Nablus wurden Häusersprengti«gen durch englische Truppe» durchgeführt. Araber schossen vo« den Dächern auf die Truppe», und «6 kam zu einer Schießerei, bei der mehrere Araber getötet wurden. Die Stadt Bethlehem wurde von brilisdtem Militir Am Jaffator wurde Sa»! M e n a s c h tödlich verwundet. Der Chauffeur Nissan B e n j a 111 i n i wurde auf dem Wege von Jerusalem nach Atarof von Arabern plHf iilirt und ein Bsachar <1 o 1 d s t e i n, ein 29jäl1riger Ladenbeekzer, wurde heute am Spätnachmittag in seinem Geschäft, das gegenüber der Evelina dt Rothschilds-Schule im /.entrinn von Jerusalem In einem Gefecht mit Terroristen in der Nähe des Araberdorfes Waliajili. südwestlich von Jerusalem, wurde ein hritischer Soldat getötet und einer verwundet. Flugzeuge, die an dein Kamp) teilnahmen, fugten den Terroristen Verluste zlt. Straf maßnah men In Tiberias Jerusalem, 5. Oktober. (Palcor.) In Tiber)*« wurden heute vom Militär strenge Haus'uiiiuiigeu durchgeführt; 50 Araber wurden verhaftet. Im arabische« Dorfe M«jda!, dessen Einwohner der Mittäterschaft beim Ueberfall auf Kirjath Sdinniel verdächtig sind, wurden mehrere Hiu- Für Tiberias sind heute 2t weitere jüdische Obaffirim arigeworben worden. Die jüdische Bevölkerung der Stadt fordert eine Erhöhung ■dieser Zahl. Truppen hatten heute zwei Zusammenstöße mit Terrort-sten in der Gegend um Tiberias und Sgtud. Iw ersten wurden mindestens zc h n, im eweitea 35 <T«.r*o• ri+'irteti getötet. Wie rrrim glaubt, handele es sich dabei inn eitlen Teil der Terroristen, die den Ueberfall auf Kirjath Sdtmuel verübt hatten. Proteste gegen die Tat von Tiberlas Jerusalem, 4. Oktober (Patcor). fm Zusammenhang mit dem Gewaltakt von Tiberias richtete der Verband jüdischer Lehrer in Palästina folgendes Telegramm an den High Comnmrioner sowie an den Internationalen Lehrerverband in Paris und an die hritisclie Vereinigtin■» der Lehrer; ״Es!gibt keine Worte, um dem Ekel und Abscheu Ausdruck zu gehen, den wir über die brutale Grausamkeit empfinden, mit der zehn Kinder heute von Arabern in 1 ibenas hingeschi,icbtct wurden. Wir vetlangen die sofortige Beendigung des Terrors und die Ergreifung von Maßnahmen, die es gewähr lebten, daß sulche Gewaltakte, die der Menschh-eit zur Schande gereichen, nicht wielerliolt werden.״ Die Mütter der Kinder, die dem Gewaltakt ia Tiberias zimt Opfer fielen, sandten ein Telegramm an Königin Elisabeth von England, in dem sie sich an die Königin als Mutter wenden und gegen die Ermordung ihrer Kinder protestieren. 1 )je Mutter richteten ferner ein Telegramm an das Kolonialaiiit. Aufgehobenes Todesurteil Das Todesurteil, das mm Militärgericht in Jcnwlem über Jakob Kot i k wegen Waffenbesitze* verhängt wurde, ist in lebenslängliche Haft tt m g e w a n d e 11 worden. Herrn,1:111 Josephs!) erg, der am 15. September unter dem Verdacht fcstgenommen wurde, eine Boaibe auf., einen Omnibus in Ramie geworfen zu haben, und ge c1־ .Teilung einer Bürgschaft freigelasscn wurde, ist heute vom Militärg «rieht in Jerusalem frei gesprochen worden. IWalter (Wolf) Kal!ויו ann| Walter (Wolf) Kallmann in Klar Tabor ist aus unserer Mitte gerissen worden, knapp 26 Jahre alt. Walter Kallmann war ein vortrefflicher Kamerad, nicht im üblichen Sinn, sondern tiefergeliend. Kallmaun hatte -keine Eltern »ehr und seine Geschwister sind in Deutschland und Amerika. Möge es ihnen zum Trost sein, daß eine ganze Mosehawft sich mit ihm verwandt als Eltern, Brüder •und Schwestern fühlte. Ein aufrechter Mensch, voll von Optimismus und Energie, hochgeschätzt von seinen Vorgesetzte« wegen sei* ner guten Arbeit, bekam •er erst vor loszeui eine Aus reichmmg von der Regierung, weil er bei einem damals genau an der gleichen Stelle erfolgte« UeberflU auf denselben Autobus infolge seines raschen und überlegte« Eingreifens die Gefahr abwenden konnte. Auch dieses Mal war er ah der Spitze der Abwehr, mutig und unerschrocken, als ihn die tödliche Kugel traf. Dr. H. Rosenbaum, Klar Tatet Neuwahlen zur Assefath Hanl wehe rlm Jerusalem, 3. Oktober (Palcor). Heute fand eine Sitzung des W g a cj Leu m i statt. Nach einer kurzen Anspräche von I. Ben- Zw j, in der er der Opfer der Gewalttat von Tiberias gedachte, wurde beschlossen, daß die Neuwählen zur Assefath Haniwclurim (die gewählte Vertretung des Jischuw) im Januar JOT abgehalten werden sollen. — Ferner wurde die Finanzlage des Erziehung«- wesens besprochen. Es wurde beschlossen, die JewjsJi Agency un! Erhöhung ihres jährlichen Beitrage« von £25 000 aut £ 350(» umgehen. Neue Sled?ung in der Halle-Bay Der. Grundstein zu dem ersten Gebäude der Kwuza U«cha der Hanoar Hazionim in der Nähe der Bucht von Haifa wurde gelegt• Dieses Gebäude wird mit Hilfe der jewith Ageucjr errichtet. Ip de« Grundstein würde eine Pergamcntrolk eingeschossen, i» der verzeichnet ist, daß *ich auf diesen! Platz vor 1700 Jahren der erste Synhedrion unter dem Vorsitz von Simon Ben Q a m 1 i c 1 versammelte. Identitätskarte in Palästina Die Regierung hat auf freiwilliger Grundlagt' ldentltäts karten für alle Einwohner Palästinas Tin Alter über 16 Jahre ejngeführt. Diejenigen Einwohner, die im Besitze der Identitätskarte» sind, sollen Erleichterungen in ihren Beziehungen zu den Zivil- und Militärbehörden erhalten. Ausbildung für SeeH'fe. Die letzten Jahre haben das Meer in den Kreisen de; jischuw populär gemacht und die Jugend für die Arbeit, die im Zusammenhang mit dem Meer stellt, begeistert. Reihst in den Schul«! gibt es Klubs, die sich mit Seespört und Fragen, die da* Mctr betreffen, beschäftige». Schon 1920 hatte diese Bewegung unter den Schülern des Tel Awiwer HcrzJ-Gyninasipms begonnen, und wenn sie damals auch noch nicht viel Erfolg harte, so gingen doch die ersten drei nalästiuensischen Seeoffiziere aus ihr hervor. Es fehlte dein Kreise an geeigneten Instruktoren. Seit 1923 gab es Ruderupd Schwimmwubs. Es wurde auch der Verein ״Sewulon“ gegründet, der sich als erster nicht dem Seespört, sondern der fachlichen Ausbildung für den Seethannsberuf zuwandte. Im Sommer 1918 beschäftigten *id! folgende A-emter und Institutionen mit der Entwicklung der Möglichkeiten, die die Lage am Meer den palästinensischen Juden bietet: Die Abt ei 1,11 r, g f ii r .5 e e w e s e ת der j e w i s 11 Agency berief eine besondere Kommission für Ausbildungsprobleme. Diese Kommission . beschäftigte sich sowohl mit sportlicher wie mit beruflicher Ausbildung. Sie entwarf Pläne für die Ent- Wicklung des Ruder- und Segelsports. Hierbei stützte sie sich auf die Erfahrungen des ״Seivulon“ und des ״Hapoel“, die viele ihrer Mitglieder durch das Medium des Sportes zum Seernannsberiif gebracht hatten. In Tel Awiw und Haifa wurden durch Vermittlung der Agency Kurse für Instruktoren eingerichtet und auf diese Weise die Fachausbildung vereinheitlicht. Es wurden die Pläne für eine Seemannsschule ausgearbeitet, die jetzt am Haifacr Technik u m eröffnet wird. — Der Verein S e w«u Ion hat sein Zentrum in London. Er besteht schon seit sieben Jahren und tinlerfiält zwei Ausbildungsstätten in Tel Awiw und in Haifa lind eine Schule für Fischerei in Gdingen. Er unterstützt talentierte Schüler und schickt sie zur Prüfung für das Seeoffizierspat ent nach London. Das System des ״Sewulori“ ist folgendes: Er bildet junge Menschen im Alter von 15—18 Jahren für den Seemannsberuf in dreijährigen Kursen aus, und zwar sind die Kurse so eingerichtet, daß die Schüler während der Studienzeit ihrem Beruf nachgehen und sich selbst erhalte« können. Zöglinge des Sewulon arbeiten in der Bootswerft, sechzig von ihnen sind Bootsleute Int Hafen von Tel Awiw, zwölf Matrosen auf verschiedenen .Schiffen, vier See- Offiziere und acht Fischer (die in Gdingen aiisgebi'dct wurde«). Heute lerne« in Haifa und Tel Awiw 150 Müder in den Kursen des Sewulon. Der Verein besitzt zwölf Boote, ein Schulschiff und ein Motorboot. Ia Tel Awiw wird jetzt ein neuer Lehrgang eröffnet. Die Meeres-Sektion des Hapoel ist ein Teil des glcidibenannten Sportvereins und beschäftigt sich mir mit Sport. Auch Mitglieder dieser Sektion arbeiten im TeJ Awjwer Hafen. Die .Meeressektion des Makkabi widmet sich hauptsächlich dem Schwimm- Sport und hat darin schöne Ergebnisse erzielt. Vor «Wem Jahr wurde in Tel Awiw ein Jachtklub gegründet, der seehzig Mitglieder zihlt und vier Schiffe besitzt. Auch in Haifa wurde jüngst ein ähnlicher Klub gegründet. Der palästinensische ObertäbtlinCr Dr. Herzog und Rabbi־ Jacob Melr sandten ein Telegramm an den Kolonialminister, in dem gegen die Möglichkeit einer Beschränkung der jüdischen Lebensretfltc Tri PMlstina protestiert wird. Habittw ־ Premiere Karl Capek; Die weiße Krankheit Diese Neueinstudierung — die erste nach einer einjährigen Pause, welche hauptsächlich durch die Europa-Tournee des Ensembles bedingt war —- bedeutet ein Bekenntnis zum Theater als Spiegel des Zeitgeschehens, Bekenntnis zur unpathetischen, verinnerlichten Menschendarstellung und Sprachgestaltung. Die Aufführung beweist, daß ״Habima“ heute die Fälligkeit besitzt, ihren ״klassischen“ — und aus vielen Gründen nicht wieder zu belebenden — Darstellung*- stü durch einen neuen, ״modernen‘' zu ersetzen, ohne sehwachere — wenn auch andersartige — Wirkungen zu erzielen. Es ist besonders zu vermerken, daß gerade eine Inszenierung UnS dieses Bewußtsein vermittelt, deren Leiter nicht ein Gast, sondern ein Habima-Mitglied (T s c h c m e r i » S k i) ist, vo» dem wir bisher vorwiegend Stücke ostjtidischen Kolorits eingerichtet sahen. Dabei mag es sein, daß die Arbeit der früheren Gastregisseure Jessner und Lindborg heute ebenso naclnvirkt wie Einflüsse der europäischen Inszenierungen, die die Habima-Scliauspieler während ihrer Reise besuchten; Capek, dessen Ruhm als Dramatiker seit langem berundet ist, liefert kein ״Tendenz“־, sondern ei» ,.Problem״- tück, d. 11. er nimmt nicht einseitig Partei, trotz aller Sympathie, die er auf die Figur dieses gewesenen Militärarztes Dr. Galin verwendet, der da glaubt, allen Völkern den Frieden aufzwingen zu können, weil er als einziger da* Heilhiittei gegen, eine die gesamte Menschheit mit Vernichtung bedrohende Seuche gefunden hat. ln dem wirkungsvoll gpbauten, dreiaktigen Stück treten die Gegenspieler e״rlicb und überzeugt für ihre Sache ein; nur sind sie Vertreter einpr anderen Weltanschauung, die ja allein durch die Injektion eines krankbeitban!!enden Serums gewiß nicht widerlegt wäre. Weil Galin seine Gegner nicht ii berzeugen, sondern ihnen bestenfalls Zugeständnisse abnötigen kann, muß er u,nterliegen, zur tragischen statt heldischen Figur werden, mit Windmühlen kämpfen. Es ist ein Verdienst des Regisseur* Tsehemerinsk! wie vor allem des Schauspielers Finkei, dieses Odium auf der Figur des Galin haften zu lassen, statt cs fortz«reloUchie־ reu. Finke! ist ergreifend echt in Haltung, Tön und Geste; ein« der besten schauspielerischen Leistungen, die wir hier seit langem sahc'h. Mcskin als Marschall: kraftvoll In der Sprache, jedoch nicht mehr restlos überzeugend, wenn es gegen Schluß, nachdem ihn die Krankheit erfaßt hat, Konflikte zu verdeutlichen gilt. Bertonoff als Sigellus zieht als ein verschlagener, intriganter, reklame- und titelsüchtiger Arzt-Kaufmann alle Register, läßt aber im ersten großen Dialog mit Galin manche Nüancitrungsmöglichkeiten ungenutzt. Gnessin bemüht sich diesmal anerkennenswert, und meist mit gutem Erfolg, um Einfachheit und Diskretion. Erwähnenswert die Chargen von fania Liubitscti und K latzkin. Der Bühnenbildner Sehba schuf ein« geschmachvolle, technisch durchgearbeitete, gut ausgeleuchtete Dekoration, Avigdor H a!n e i r i besorgte die UebertragMflg in wahrhaft ״lebendiges“ Hebräisch. Dein Regisseur T sc he - mer ins ki, Pinkel und allen übrigen Mitwirkenden galt der warme und anhaltende Beifall. Manfred Geis Musil( in Palästina Im Radio Jerusalem führte Michael Taube mit dem Radio-Orchester eine ״Suite PoJyphoniaue" des in Tel Awiiv lebenden Komponisten Mahl er-K*lkstein auf, die einen ausgeglichenen modernen Stil mit Mangel an Eigenart verband, fm gleichen Konzert wurde Bachs DoppelkonzCft gespielt. Solisten: Sascha Par 11 es und Hella jam. — In Tel’ Awiw ist eine palästinensische Ortsgruppe der ״lnternatfonal Sdcicty for Contemporary Music“ begründet worden. DaS erste Konzert, das am 6. Okt. im Hause Dr. Sch. Hildeäheimers stattfand, war dem Gedächtnis Maurice Ravels gewidmet. (Mitw.: |. Stutschewsky (Cello), J. Kaminski (Violine), F. Pollak (Klavier). — Wegen anderweitiger Verpfüchtungen hat der Dirigent Pierre Monteux, der die ersten diesjährigen Konzerte des Palcstine Orchesters dirigieien sollte, seinen Besuch Palästinas verschoben. Infolgedessen werden die ersten Konzerte dieser Saison etst Im November unter Leitung von Eugen Szenkar stattfinden. Szenkar wird in den nächsten Wochen hier erwartet, während die neuen ürchestermifglieder bereits eingetroffen sind. — Der Cellist Albert Stiibgeu hat im ״Institut« of Music“ Jerusalem eine Klasse für Cellospiel übernommen. — Joachim Stutschewsky ist in die Leitung des Michael- Taube-Konservatoriums (Tel Awiw) cingetreteh. Alice J acob-Loea cnsoi Stadtplan von Jerusalem, Im Selbstverlag von Zvi Friedlaender, Kirjath Chaitn, erschien ein neuer dreifarbiger Stadtplan von Jerusalem itn Maßstabe 1:75(10. Er zeigt das ge- Samte Stadtgebiet vom Skopus bis Baiith Vegan und von Sanhedria bis Ramatfi RaheJ. Es sind alle bestellenden soyyi« alle in den neuen Bebauungsplänen projektierten Straßen eingetragen, darunter die bisher mit Namen yerSehenen durch ein Register leicht auffindbar. Beigedruckt ist ein Index Von 25R Aemtem, Konsulaten, Sehenswürdigkeiten Und V«*• kehrsetarfchtttngen.