Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 82-83 (14.10.1938)
- Date
- 1938-10-14
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU PALÄSTINA־! LATT Nr. 82/83,14. OKTOBER 1938 Aus Politik und Tagesarbeit Von unserem palästinensichen Korrespondenten. g|. Tel A w i w, 6. Oktober 1938 Abgehärtet durch eine Fülle von Sensationen und Aufregungen, durch die Wcclisclfälle des schweren Kampfes der letzten Jahre, haben die Juden in Palästina die Nachricht über den Londoner Flug des High Comraissioncrs, die ihnen am Versöhiuingstage!nitgeteilt wurde, 01111c große Erregung aufgenommeii. Der geheime Besuch des Kolonialministers in Jerusalem war noch eine Ueberraschung und ein aufsehenerregendes Ereignis, aber in den kurzen Monaten, die ihm folgten, haben sich die Dinge im Lande und in Europa so überstürzt, daß eine merkbare Abstumpfung der öffentlichen Meinung eingesetzt hat. Ohnedies erwartete man für den Spätherbst ein Vorwä tskommen in den politischen Entscheidungen. Die Londoner Reise Sir Harolds und die aus London kommenden Nachrichten über die Fertigstellung des Berichts der Woodhead-Kommission sind nur eine Bestätigung dieser Erwartungen. Jedoch mehren sich im palästinensischen Publikum die besorgten Stimmen, die mit einer Wendung in der engliselien Palästinapolitik rechnen. Auf der einen Seite spürt man eine Erleichterung bei der Aussicht, daß dieses palästinensische Chaos endlich durch eine Entscheidung von London geklärt werden soll; andererseits melden sich schwere Befurch- Hingen, wie diese Entscheidung sich gestalten kann. Zugleich spürt man mehr als zu anderer Zeit eine starke politische Hilflosigkeit in der Betrachtung und Analyse der Dinge. Das Publikum hatte sich zu einem starken Prozentsatz an die Idee des Judenstaates gewöhnt. Auf die naheliegende Frage, was geschehen solle, wenn das Projekt des Judensfaates nicht zur Verwirklichung käme, war niemals versucht worden, eine Antwort zu geben. In den letzten Tagen, in denen sich — noch völlig unbestätigt — Gerüchte mehren, daß die Aussichten auf die Gründung eines in seiner Fläche genügenden Staates schwach geworden sind, fehlen im jüdischen Lager alle politischen Gegenvorschläge. Das ist ein großer Mangel, der die jüdische Führung mehr als je zur Defensive zwingt und ihr die Möglichkeiten aktiven Vorgehens beschneidet. Obwohl in den kurzen offiziellen Mitteilungen nichts darüber gesagt wird, womit sich die Unterhaltungen zwischen Kolonialamt und Oberkoininissariat in London beschäftigen werden, weiß man dennoch sehr gut in Palästina, daß es dieses Mal nicht nur um politische, sondern auch um st rategische Fragen geht. Trotz der schweren Verluste der Araber in den letzten Wochen, ist die Situation im Lande merklich schlechter geworden. Die Engländer sehen anscheinend ein, daß die bisher angewandten Mittei nicht genügen, und ein Besuch des Oberkommandierenden aus Aegypten in diesen Tagen hat gezeigt, daß man sich mit den bisher angewandten strategischen Mitteln nicht mehr zu begnügen gedenkt. Es war bereits vor Monaten klar, daß die Regierung sich die Waffe des Kriegszustandes für die entscheidenden Stadien des Kampfes Vorbehalt, das heißt für die Zeit, wo der Londoner Bericht und damit die Regierungserklärungen die Richtung der englischen Politik angeben werden. Jetzt nähern wir uns endlich dieser entscheidenden Stunde. Und es wird deutlich, daß sowohl Militär wie Ziviladministration in London und Jerusalem ihre Vorkehrtrngen für den entscheidenden Moment treffen. Daß die Araber in dieser Stunde alles tun, um ihren Druck auf die englischen Stellen zu verschärfen — sei es durch den Terror in Palästina, sei es durch die Propaganda in London, sei es durch die bevorstehende Kairoer Konferenz, ist nur selbstverständlich. Was vom jüdischen Standpunkt am meisten zu fürchten ist, bleibt die Kapitulation der englischen Stellen vor diesem Druck, die selbstverständlich auf Kosten der Juden gehen würde. Das gilt es in dem einsetzenden Endkampf zu verhindern. Die Schulen Während der Jischuw nach wie vor in dem sich immer verschärfenden Verteidigungskampfe steht, muß die normale Arbeit trotz der schwierigen Bedingungen weitergeführt werden. Und das geschieht. Die hebräischen Sc hulen sind vor wenigen Wochen in ihr neues Lehrjahr eingetreten. Vor einigen Jahren wußte das Publikum an der Jahreswende kaum je, ob die Kinder zur Zeit mit dem Unterricht beginnen könnten, denn es war nicht leicht, die entsprechenden Mittel für die Schulen aufzubringen, und die Lehrer, die gelegentlich lange Monate ohne Gehalt blieben, streikten häufig, um ihre Interessen zu wahren. Dieses Jahr sind die Schulen zur Zeit eröffnet worden, aber der Waad Leumi, der für die Organisation und Finanzierung der Volksschulen verantwortlich ist, beriet in der vorigen Woche in schwerer Sorge über die Aufbringung der notwendigen Mittel. Ohnedies bedeutet die Aufrecliterhaltung des Schulsystems für die einzelnen Orte eine schwere Bürde, die starke Zunähme der Kinderzahl im schulpflichtigen Alter in den letzteil Jahren hat sie noch verstärkt. Dazu kommen die Wirt- Schaftsdepression und die großen Ansprüche, die die Aufrechterhaltung und der Ausbau der Verteidigung überall an den Jischuw stellt. Man wundert sich bei derartigen Debatten immer wieder über die ungenügende Hilfeleistung durch die Judenheit der Galuth. Bei der gegenwärtigen katastrophalen Lage in vielen Ländern ist die Unterstützung der palästinensischen Sache als eine der wenigen bestehenden Chancen eine Selbstverständlichkeit, und doch stößt die Leitung im Lande an allen Stellen auf den Mangel an Mitteln, der den Fortschritt hemmt und wichtige Kräfte unnötig absorbiert. Ein Dezernent für Mittelstandssiedlung Im Wirbel der Ereignisse ist die innere Entwichlung unserer Siedlungen und Institutionen vom Publikum weniger genau beobachtet worden, als früher. Die Neukolonisation zum Beispiel, die in den letzten zwei Jahren begonnen wurde, und zwar unter vorwiegend strategisclien Gesichtspunkten, wurde als ein Symbol der nationalen Schöpfungskraft gefeiert, dann aber von der Menge bald wieder vergessen und ihren schweren wirtschaftlichen Problemen überlassen. Eine ganze Reihe von wichtigen Einzelarbeiten, die in diese Zeit fielen, wurde nur kurz registriert. Neue Truppenverstärkungen In Palästina trafen 1200 Mann neuer Truppen aus Indien ein. Zwei weitere Bataillone, die in Malta stationiert waren, haben den Befehl erhalten, sich nach Palästina einzuschiffen. Ihre Abfahrt erfolgte am 10. Oktober. Am gleichen Tage wurde vom Londoner Kolonial amt mitgeteilt, daß als Resultat der Besprechungen über Sicherheitsfragen in Palästina, an denen der High Commissioner teilgenommen hat, beschlossen worden ist, weitere militärische Vcrstärkungen nach Palästina zu entsenden. In den nächsten zwei oder drei Wochen werden vier weitere Bataillone, eine Batterie Artillerie und Panzerwagen in Palästina eintreffen. Dadurch wird die militärische Streitkraft Englands in Palästina auf 17 Bafaiilone Infanterie, zwei Kavallerieregimenter, sowie eine Artiilerie-Batterie und Panzerwagen-Abteilungen ansteigen. Ferner werden ehemalige Kriegsteilnehmer für die britische Abteilung der Palästinapolizei weiterhin rekrutiert. Die gesamte Grenzmacht beträgt über 20 000 Mann. Außer diesen militärischen Kräften gibt es in Palästina ein erhebliches Aufgebot der Polizei, das mit dem Militär aufs engste zusammenarbeitet. Die Sicherheit der Chausseen Die Frage der Sicherheit Jerusalems selbst ist eng mit der Sicherheit der dorthin führenden Straßen verknüpft. Aber alle diese Straßen waren in der letzten Zeit der Schauplatz von Attentaten. Ganz besonders schwierig sind die Verhältnisse auf der Chaussee nach Jaffa in der Umgebung von Ramie und in der Stadt selbst. Um die Fahrt auf dieser Strecke wirklich zu sichern, müßte sich der ganze Verkehr in Panzerwagen vollziehen. Das würde natürlich sehr viel Geld kosten, und die Aufrecliterhaltung des Verkchrs würde unter solchen Umständen wenigstens bei den jetzigen niedrigen Fahrpreisen nicht mehr rentabel sein. Man erwägt deshalb, die Fahrpreise entsprechend zu erhöhen. Es wird auch die Ansicht vertreten, daß eine Erhöhung der Preise allein nicht den gewünschten Effekt haben kann, sondern daß es nötig wäre, die verschiedenen Gesellschaften zusammenzuschließen und die Passagen nach, einem bestimmten Schlüssel unter ihnen aufzutcilen. Für die Kleinautos käme die Panzerung nicht in Betracht, da sie eine so schwere Last nicht tragen können. . Und doch sind gerade diese Versuche der Expansion und der Verbesserung der täglichen Arbeit ebenso sichere Zeichen für die Standhaftigkeit des Jischuw wie die Verteidigung der Siedlungen oder die Gründung neuer Punkte. Eine der Neuerungen dieser Art ist die Berufung eines Leiters für Mittelstandssiedlung in das Kolonisationsdepartement der Exekutive. Dr. R u p p i n hat von neuem das Kolonisationsdepartetnent übernommen und zu D. Stern, dem früheren Leiter, ist Dr. Ludwig Pinn er dazugekommen. In früheren" Jahren widmete sich das Departement in erster Linie und fast ausschließlich der Ansiedlting von Arbeitern, und dieser Zustand ist Jahr um Jahr auf Kongressen schwer gerügt worden. In Dr. Pinner hat das Kolonisationsdepartement einen Mitarbeiter bekommen, der es sich zur Aufgabe stellt, in erster Reihe für die private Koloniention zu sorgen. Es ist in den letzten Jahren in Palästina ein ganzes Netz von Wirtschaften entstanden, die nicht als Arbeiterwirtschaften zu rechnen sind, in denen erhebliche private Kapitalien investiert wurden, die jedoch auf allen Gebieten den Rat lind die Hilfe eines zentralen Institutes verlangen. Bei der durch die Heranziehung eines neuen Mitarbeiters ermöglichten Erweiterung des Kolonisationsdepartements ist die Möglichkeit gegeben, eine ganze Reihe von landwirtschaftlichen Problemen — Zölle, Steuern, Absatzfragen usw. genauer zu studieren und zu bearbeiten. Allein von Siedlernaus Deutschland sind in den letzten Jahren mehr als 600 Ein- »eiwirtschaften errichtet worden,tidie bisher durch den Apparat der Hitachduth Olej Germania beraten und versorgt wurden. Mit der Ueberfiilmmg etlicher Aufgaben der H.O.G. in den allgemeinen Apparat der Jewish Agency wird die Aufgabe der Konsolidierung dieser Siedlungen zusammenfallcn mit denen der von der ,,Rasseo“ angelegten Orte und einer ganzen Reihe anderer privat errichteter Punkte. Das Kolonisationsdepartement wird weiterhin an die Einrichtung eines Informationsdienstes für das Ausland zu denken haben, ttm schon dort die für Siedlung geeigneten Elemente heranzuziehen und zu organisieren. Die Wahl Dr. Pinners für den neuen Posten wurde bestimmt durch seine Arbeit in den letzten Jahren. Er war als einer der Gründer der H.O.G. verantwortlich für die Planung einer Reihe der Siedlungen durch Juden aus Deutschland, indem er die ״deutsche Abteilung“ in landwirtschaftliehen Dingen beriet. Dasselbe gilt für die Pläne der ,,Rasseo". Pinner brachte aus seiner früheren Tätigkeit in den Siedlungen von Tel Alon und Meged, seiner Arbeit bei den für jüdische Arbeit kämpfenden Pflanzern (Chaklaiin Leumiim) und beim Zitmsexport eine allseitige Vorbereitung für die neue Arbeit mit. Die Erweiterung des Kolonisationsdepartements verspricht eine genauere Bearbeitung landwirtschaftlicher Fragen. Sie zeigt zugleich, wie die Arbeiten, die im Rahmen der Siedlerschaft aus Deutschland begonnen wurden, mehr und mehr im Rahmen der allgemeinen Arbeit des Jischuw aufgesogen werden. Sitzung des Kleinen A.-C. Jerusalem, 11. Oktober. (Palcar.) M. M. Ussisehk i n eröffnete feilte morgen in den Büros der Jewish Agency eine Sitzung des Kleinen Aktionskomitees, bei der sämtliche Mitglieder anwesend waren. M. Schertok gab einen umfassenden Ueberblick über die politische Lage und die Entwicklungen in London und Jerusalem in den vergangenen Wochen. Schertok beschrieb den Ernst der gegenwärtigen Stunde. Weiter berichtete er über das taktische Vorgehen der Exekutive, die alle Reserven anspannt, um die Tendenzen zu bekämpfen, die daliingehen, das jüdische Werk zu beschränken. Schertok sagte, es sei kein Grund zur Verzweifhmg vorhanden; keine Macht in der Welt könne den historischen Willen des jüdischen Volkes aufhalten oder dem jüdischen Werk absolute Grenzen setzen. Die Exekutive würde bis zum äußersten und mit vollsten Kräften das Grundprinzip des gesamten Aufbauwerkes verteidigen, nämlich die Möglichkeit für eine große Einwanderung. In der Sitzung, die bis zum Abend dauerte, wurde eine vollkommene Uebereinstimmung der Meinungen festgcstcllt, unabhängig von Parteidifferenzen; der üruuüton der Debatte war ein allgemeiner Aufruf für vereinte Anstrengungen des ganzen jüdischen Volkes. Nach einer Ansprache von M. M. Ussiseh kin folgte eine Zusammenfassung durch Mosche Schertok. Die Sitzung beschloß, ein Manifest an die Diaspora zu richten und, falls notwendig, eine Vollsitzung des Aktions-Comites einzubemfen, um der Exekutive in ihrem gegenwärtigen Kampf beizustehen. In Zukunft werden Visen für den Uebertritt von Palästina nach Transjordanien gefordert werden. Der arabische Terror Jerusalem, 5. Oktober (Palcor). Der Ohaffir M o rd eclia i He fetz wurzle heute abend in der Nähe der Polizeistation in Haifa angeschossen und tödlich verwundet.' Es gelang ihm noch, einen der Araber zu erschießen. Jerusalem, 6. Oktober. (Palcor.) Nach einem Angriff auf drei jüdische Lastwagen mit Gemüse, der heute morgen in der Nähe der Nordgrenzc von Arabern verübt wurde und hc׳i dem zwei jüdische Chauffeure getötet und einer verwundet wurde, fand ein Kampf auf der Landstraße Akko—Safed zwischen den Terroristen und Truppen statt, denen von Flugzeuge״ Beistand geleistet ׳״! ״de. Den Terroristen wurden ungefähr 70 Mann Verluste zugefiigt. Ein vierter jüdischer Chauffeur, der verschwunden war, kehrte später wohlbehalten nach Haifa zurück. Die Namen der Getöteten sind Salman Schwartz (18 Jahre) und Samuel Spiegel (23 Jahre). Der freiwillige Feuerwehrmann Abraham K a d 1 u b e k, 25 Jahre alt, wurde heute mittag in Haifa auf der Straße von einem Araber durch Schüsse schwer verwundet. Drei Juden, die in der Altstadt von Jerusalem spazieren gingen, wurden von einem Araber angesprochen, der sic 111 eine Unterhaltung verwickelte. Der Araber zog plötzlich einen Revolver und feuerte, wobei der 18jährige Eliahu Mischal.i verwundet wurde. Jerusalem, 7. Oktober. (Palcor.) Infolge der Propaganda, die besonders am Freitag twiter 4e11 Arabern ge-If fuhrt wird, wurden heute alle arabischen Geschäfte im Landos geschlossen und die arabischen Eisenbahnarbeircr""i!w Haifa stellten ihre Arbeit ein. Der Eisenbahndienst wurde jedoch von jüdischen und englischen Arbeitern aufrechterhalten. Die Arbeit im Haifaer Hafen wurde ordnungsgemäß ausgeführt, während in der Stadt eine Reihe arabischer Versammlungen abgehalten wurden. Die Haifaer Behörden hatten Vorsichtsmaßregeln gegen eventuelle Unruhen getroffen. Gestern nacht wurden zwei britische Soldaten, die in der Lyddaer Bahnstation auf Wache waren, von bewaffneten Arabern überfallen, wobei ein Soldat schwere und der zweite leichte Verletzungen erlitt. — Fine Militürnatrouillc wurde gest ern nacht in der Nähe von K a I k i I i c h von Arabern beschossen. Die Truppen schossen zurück und töteten zwei Araber, während acht gefangen genommen, wurden. Der Gemeine Turvett vom Royal Scot Regiment wurde in dem Gefecht: leicht verwundet. Ein Flugzeug bemerkte gestern fünf Araber, die auf einer Straße nach G a I i 1 ii a eine Str aßen harr ikade errichteten. , Die Araber wurden beschossen und drei von ihnen getötet. Jerusalem, 9. Oktober. (Palcor.) Ein Lastwagen mit jüdischen Siedlern stieß heule morgen um 8 Uhr auf der Fahrt von Sichron Jaakow nach Bctli Sehlomo auf eine Landmine. Bei der Explosion wurden acht Siedler verw u n d e t, davon zwei gefährlich. Mein Cohen (70 Jahre alt) wurde heute, morgen vor einem Haus in der Altstadt von Haifa erstochen auf• gefunden. Gestern nacht hörte man Schüsse zwischen Bctli Dajan und Risclton le Zion. Jüdische Polizisten eilten herbei und.! stießen auf Terroristen. In dem Kampf wurde der 28jährige Polizist Menachem Algeba getötet, während der. jüdi-;.. sehe Polizei-Inspektor Zlotnik leicht am Fuß verwundet wurde. Ein jüdischer Lastwagen wurde heute auf der Fahrt nach Jerusalem aus dem Hinterhalt beschossen und der 40jährige Chauffeur Sueßkind Pomerantz verwundet. Jerusalem, 10. Oktober. (Palcor.) Jüdische Ghaffirim bemerkten beute morgen von dem Wachtturm der Siedlung Maoz bei Beisan Terroristen, die sich der Siedlung näherten. Die Ghaffirim stellten sie und verwickelten sie in ein Gefecht, in dem drei Terroristen erschossen und einer verwundet wurde. Später trafen Verstärkung von den transjordanisclien Grenzkräften ein sowie Flugzeuge, die den Rest der Terrolisten verfolgten. 15 Araber wurden insgesamt getötet und drei verwundet und gefangen genommen. Nenn Gewehre wurden erbeutet. Kapitän Sevmour Evans vom tranjordanischeu Grenzregiinent wurde in dein Gefecht leicht verwund et. Jerusalem, 11. Oktober. (Palcor.) Ezra Sa 1a 11, der 17jährige Bote eines Apothekers, wurde heute morgen in der Nähe der Altstadt von Jerusalem, als er Medizin ablieferte, von einem arabischen Terroristen durch zwei Revoiverschüsse schwer verwundet. Gestern nacht kam es zu zwei Kämpfen mit Terroristen in der Nähe von Neß Ziona, in dem vier jüdische Ghaffirim und ein Siedler leicht durch Gewehrschüsse verwundet wurden. Zwei Terroristen wurden getötet. Attentatsversuch auf Keith Roach Vier Bomben, von denen zwei explodierten, wurden heute von den Mauern der Altstadt von Jerusalem in der Nähe des Rockcfeller-Museums auf eine Abteilung vorüberialirender Wagen geworfen. Die Wagen bestanden aus zwei militarisehen Eskortautos und einem Polizei-Panzerwagen des Bezirkskommissars von Jerusalem, Mr. Keith Roach. Niemand wurde getroffen.