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Jüdische Rundschau · 1938-10-14 · Heft 82-83 (14.10.1938) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 82-83 (14.10.1938)
Date
1938-10-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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8«*«f JttPIICHj iUWPSCftAW Nr 82/83, 14 X.1938 m vergrößern, sowohl, wis den Hoden, alt atttk, was die Menschen anbetrifft. Jede Entscheidung, <Ne einen dieser beW*n K©m• ptexe «1 rtnserttn NftdMNI WMMkt, Ist tÄf «ns unakzeptabel. £6 ist oft genug versichert und auch bewiesen wer* den, daß die Kolonisation Palästina* detft arabisthttt Volke im Lande mir Vorteile gebracht hat. Der Stabdard der Atahef hat sieh gehoben, ihre wirtsehaftlichen Verl '•ni'--e haben sich von Jahr zu Jahr gebessert. Große brachliegende Bodenkomplexe haben durch rtoderne landwirtschaftliche Methoden und WasserefS'Chlle* ßung Tausenden von Juden und auch Arabern Brot gegeben. Kein Araber ist durch die jüdische Kolonisation geschädigt worden, irn Gegenteil: Aus den Nachbäftindem hat es eine ständige, »Hfl größten Teil Illegale Einwanderung von Arabern nach Palästina gegeben, weil dort die LebensmögHchkeiten für die Araber besser waren als in den Nachbarländern. Die verantwortlichen Instanzen des jüdischen Volkes haben oft genug erklärt, daß sie weit davon entfernt sind, dl* Araber bfeheft* —— Preiswerte Silberwären -— JP. tfcs&iWm. Hold- und SUbersdhrMedt BERLIN W 8, Unter den linden 65 (Hotel Bristol} du* ANK AUF G, 6. II 48558 J sehen zu wollen; der Wille zürn Frieden und zur Vorständi'tnng ist oft genug dargelegt worden. Die gemeinlatne Heimat mit den palästinertsmiheit Arabern soll gerne''1;1111 ,׳mfgebaut werden. ״Nicht herrschen 11 11 d n ich! b e!1 e r r s c!11 werde n“ ist die Parole des zionistischen Werkes im Lände. Wif wissen, daß die Mehrheit der Araber in Palästina jederzeit bereit 'und gewillt war, sieh am gemeinsamen Aufbau zu beteiligen. Heute ist die Lage unhaltbar geworden. Unschuldige brauen und Kinder fallen dem Terror zuin Opfer, und niemand wird behaupten, daß diese Üeberfälle zu einer Nationalbewegung gehören. Der Zionismus hat seit Theodor Höril Fortschritte Und Rückschläge erlebt. Die Kolonisation Palästinas urttl der Regenerationsprozeß des Jüdischen Volke* siWd zweifellos die schwierigsten Vergliche, die das jüdische ,-Wflc seit seiner klassischen ׳' GeseftftHfsperrodb üflfernewmen hat, um ein neues Leber» Untier den Völkern Üft'ser Erde zu führen. Mit titrier1 Ersehflttertthjg sbelltn wir heute fest, daß unsere Lage itrt Lande heute eilie gänzlich andere wäre, wenn das Volk dör Juden sich nicht in einem so furchtbaren Auflösungsprozeß befinden würde, wie wir es sehen. Es wäre eine Kleinigkeit für die Juden in der Welt gewesen, in den letzten zwanzig Jahren seit der Balfour-Deklaration die Mittel zur Vetfügung zu stellen, um die brachliegenden Böden In Palästina zu kaufen und mit jüdischen Kolonisten zu besetzen. H ä 11 e das jüdische Volk a U f d e n F beiheit s r u f gehört, so gäbe es die Probleme n i c 11 t mehr, denen wir heute gegen Ub Cfsteiien. Auch unser Verhältnis zu den Völkern dieser Erde wäre schon längst ein anderes geworden. So also befinden wir uns immer noch im Anfangsstadium unseres Freiheitskampfes. Nun aber ist ein Punkt erreicht, an dem es sich erweisen muß, wie groß die Kraft ist, die in dem zerstreuten und zum Teil abtriinnigen jüdischen Volk noch ist. Großbritannien muß wissen, daß die Jude 11 in der We 11 z u m großen Teil in einer Lage sind, in der sie kaum noch etwas zu verlieren haben. Wie in einem Drama nähern wir uns der Peripetie. Wir haben der Welt bewiesen, daß die Judeh nicht nur Händler und Hausierer sind und intellektuellen Berlifen nachgehen, sondern daß in ihnen die Kraft schlummert, produktive Kräfte zu entfaltet!, in denen wir keinem Volk dieser Erde nachsteheb. Diesen Zauber der Regeneration eines alten Und mildert Volkes hat die Idee der Renaissance, die wir Zionismus üenttlh, hfervor- Erklärung der Exekutive Die &rt׳f־u<1Ve <?er Jcwish Äftncp hat «1 #. I* LofiAm folg ende Eihlörnng veröffentlicht: Angesichts dar Gerüchte über Vorschüße für eine Lösung des Palästina-Problems durch Beendigung der jüdischen Einwanderung uni grlinäfcgewde Veränderungen In der Verfassung des Landes Helft die fcxekuttve dbt JfeWftlh AftftWfJf for Palestine unzweideutig fest» daß das jüdische Volk jede Lötung r urüc k wetst, dl« es cutn Status *Tuet Minderheit ln Palästina Verurteilen würde. Dft Juden *iftd tn PRläSttnji ״fttftfew», W1« «Mit 8«* Oub düng“, Ihr Recht *ur Wieäeraufrichtung;’זי«» Nationalheimea kr ihrem geschichtlichen Lunde kt von Großbritannien, den Vereinigten Staaten von Amerika und dir Welt Werifd» »neHtamit und wkeaeHwft bestätigt worden. Der fortgesetzte Terror der letzten zweieinhalb Jahre hat nicht vermocht, die Juden von ihrem Werk des Wiederaufbaues abzuschrecken. Trotz allem kt das |Udtscbe Vfrtfc weiterhin! bereit, mH de« Arabern für die allgemeine Wahlfährt des Landes 7 us aifr tnen z uarbe it e«t es kamt aber vredet die Aulewdngimg eines Mtnde«eW»*HH«s *och irgendeine willkürliche Begrenzung seines unveräußerlichen Rechtes auf Rückkehr in seine Heimat in Erwägung ziehen. Dl* Londoner Verhandlungen (Fortsetzung von leite 1) In der ״Times“ wurde gleichfalls in einem Leitartikel votn 12. Oktober zum Palästina-Problem Stellung genommen. Es wird darauf hingtwiesen, daß von England alles unternommen werden müsse, um weitere Unruhen in PaHstina zu unterdrücken, bevor man an.die politische Lösung des Problems gehe. Es dürfe keine Zeit weiter verloren werden, um die augenblickliche Anarchie in Palästina zu beenden, die m erster, Linie auf das dauernde Zögern Englands zurtickgrht, tatkräftig in Palästina eittzugteifen. Wenn danach die Auff|be bewältigt werden müsse, eine allgemeine politische crcinigimg durchzufüliren, so würden die Argumente, die zugunsten einer Teilung sprechen, voraussichtlich noch stä rker sein als früher. Es sei schwer tu sehen, wie Juden und Araber — ohne die Herrschaft eines Dritten — in einem einheitlichen Staat züsammfrt leben könnten. Bel aller« Oefahren einer Teilung sei sie doch wohl weniger gefährlich als eine mechanische Einheit. Die Trennung beider Völker brauche sich aber n icht in jeder Einzelheit an die Vorschläge des Peel-Berichtes zu halten, Kantonale oder föd e r a t i v e Grundsätze könnten sich als wirksamer erweisen, und der größere Plan, den Sir Arnold Wilson schon vor länger«* Zeit lanciert habe, einer Zusammenfassung von Serien, Libanon, T r a n s io rd a n i e n, Jüdis eh- und Arabisch-Palästina zu einem föderalive« Ganzen könnte den arabischen Wunsch nach Einheit et- B. NEUMANN PIANOS! RADIO füllen und den Sinn für Verantwortung reifen lasse«, der ih der enge« Atmosphäre kleiner Teilstaaten nicht gedeihen könne. Zusammenarbeit mit Frankreich könne zu diesem Ziele führen. , Aus diesen Stimmen «vird ersichtlich, daß die Meinungen in England im Augenblick noch nicht völlig geklärt sind. ׳־ Einigkeit ■י herrscht -ohne!,Zweifel/ dftfö,i$y;, daß die Niederwerfung des Aufstandes im Vordergrund aller Bemühungen stehen muß, b«-vorveing paUtischa, Entscheidüng möglich ist. Dagegen scheint über die Frage der Durchführung des Teilung־׳״--s oder seine Aufgabe und Etsefrurtg düpch eine *Wdteitfcrtige Konstruktion eine erhebliche meinllrtgsdffferenz zu bestehen,'die auch in den hier zitierten Pre**eiuß«hmien deutlich ttim Ausdruck gelangt. Eine englische Regierungserklärung Die britische Regierung erließ am 13. Oktober eine E r ■ kll rurtgi ln (Jet• mitgeteilt wird, daß Sir Harold MacMicbaU am Mittwoch abend nach Southampton abreiste und vom Kolonialminister Malcolm MacDonald verabschiedet Würa%. Er reiste am Donnerstag mit dem Flugzbdg; dach Pilästinazurück. Weiterhin wird darin mitgeteilt, daß seit der Ankunft Mac Michaels täglich Erörterungen zwischen ihm und abn Kolohialminister sowie anderen Persöiükhketten frier dfe Aspekte des Palästina-Problems stattfanden. Dabei sei auch eine gründliche Prüfung der politischen Situation noch vor Empfang des Woodh ead-Berichtts, der irtt Llüffe des Oktober erwartet wird, vorgenommen worden. ES wurden sbwohl fragen der Verfahrensweise als auch der Politik einer vorläufigen Prüfung unterzogen. Sobald die Regierung de« Bericht in Händen hat und ihn sorgfältig studiert nab@n Wird, wird sie eine weitere Erklärung abgeben. Wie aus London weiter gemeldet wird, dürfte Sir Harold MapMichael alle Vollmachten besitzen, die notwendig sind, tim die Ordnung in Palästina wiedetbfetzustfellöl. Waad Lenin! an Dr. Weizraana Der Waad Leumi sandte folgendes Telegrämnt In Dr. W e i z m a n n: ״Der Jischuw ist durch die Gerüchte, daß dift britische Regierung Beratungen mit einem Vertreter eins* ärabischen Staates bezüglich Palästina abhält, abi* tiefste ftfetroffen. Der von den Arabern in Vorschlag gebrachte Plin bedeutet Schließung der Tore Palästinas für die Juden und die Vernichtung von'Israels letzter Hoffüürtg. Währftim frtlnr als 30 Monaten hat der Jischuw tapfer seine Position verteidigt, Vor keiner Gefahr zurückgeschreckt und keine Opfer gescheut, um diese Absichten zu vereiteln. Der Jischuw we igert sich, zu glauben, daß Großbritannien, dem tUs jüdische, Volk ,Qlauben u!;d Vertrauen geschenkt hat, solche Absichten unterstützen wird in der falschen Annahme, der Frieden im Lande könne durch den Raub der Rfr&fite der Juden wiederhergestellt werden, Der jisehutv sieht geschlossen hinter dir. Sei stark und güten Mutes.“ gebracht. Es gibt kein Zurück mehr, und Großbritartnien muß Wissen, daß das jüdische Volk itt seinen gesund gebliebenen Teilen eisern und fest entschlossen Ist, das großartige Werk in Palästina fortzusetzen — niemandem zum Schaden, den Juden lind der gesamten Welt zum Vorteil. Wir sehen den Entscheidungen Großbritanniens mit Ruhe und Entschlossenheit enfgegen. So, Wie es bisher gegangen ist, geht es nicht mehr weiter, und alle diplomatischen Floskeln können uns nicht irre machen im Glauben an die Gerechtigkeit unserer Sache. Wir sind Entschlossen, die Weit von dem, was man Judenfrage nennt, zu befreien; wir wisse«, daß dies ein Werk ist, das nicht in wenigeti Jähriehtiten durchgeführt werden kann. Wir Wissen aber ailfcli, daß wir auf Gedeih und Verderb mit die- .setti Werk .verbunden sind und appellieren nicht mir ah öroßb:' anriien, sondern an alle Völker und Staaten, um ihrer Selbst willen und uni des jüdischen Volkes willen, tirts zu helfen. Die Araber verfügen über große bnü ungenutzte Siedlungsgebiete im ganzen Osten. Wir judfert sind in der ganieh Welt nur geduldet. Alle terriloriaten Vorschläge, soweit Sie überhaupt ernst gemeint sind, sind nicht imstande, die irrationalen Kräfte ftn jüdischen Volk zu erwecken. Es gibt fair uns keinen Ersatz für t*ä!äStina. Mit der Besiedlung des Bodens unserer alten Heimat steht Und fällt die Zukunft unseres Volkes. England htuß wissen, daß wir durch unsere Schwäche itnnter wieder Unterbrechungen unseres friedlichen Werkes erfahren können, daß aber niemals wieder der Gläübe frn die Gerechtigkeit unserer Sache urtd die SehfisticHt unseres Volkes nach Freiheit auf seinem eigenen Boden wieder getötet werden können. Der palästinensische Jisehutv weiß, daß die Bewegung in der Diasjlora hinter ihm steht und entschlossen ist, das Werk, mit dem wir ätif Gedeih und Verderb verbunden sind, durchzuführen. Mit Entschlossenheit und Zuversicht erwarten wir die kominenden Entscheidungen, bereit zum Frieden, getvillt zur Zusammenarbeit mit dem arabischen Volk, im Vertrauen auf den Sieg der Vernunft und dfr Gerechtigkeit in dieser Welt. Verantwortlich«* Äedäfeleur (auch verantworiiich für die Äüfnähm% von Bildern): Zur Zeii־ unbesetzt, L.V.: Kurt Loewenstein, Berlin W 15. Anicißenieiter und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Erich I.iepmann, Berlin W 15. Gültig Anzeigen-Preisliste B vdm 1 April 1936. Verlag und Anzcigenverwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W.15, Mcinekc.slr. 10. D.A. 111/1938: 25313. — Druck: Max Licfrtsfit* (vorn,a!s D/uckcrcibetriebe Max Lichtwitz und Siegfried Schalem), Angebot« fttr Palästina nnd tbersee BEKLEIDUNG, HAUSRAT, E1NRICHTVNGS- GEGENSTÄNDE Vtrhmgt* m antm ßr im t»1tmdimt «MwKis faAkrtJU tiRUH C2 SPANDAUER STRASSE ■ ROHlGSTRASSe

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