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Jüdische Rundschau · 1938-10-07 · Heft 80-81 (7.10.1938) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 80-81 (7.10.1938)
Date
1938-10-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 80/81. 7. X. 1938 David Koigens Sinndeutung der jüdischen Gesdiidite David Koigen, der im März 1933 verstorbene bedeutende jüdische Denker, war in seinen soziologischen und kuittirphilosophisclien Forschungen stets von den letzten Fragen bewegt. Es ging ihm um die Erkenntnis dessen, was das Wesen oder der innere Aufbau der Kultur, der Geschichte, der menschlichen Handlung oder des sozialen Vorgangs überhaupt ausmacht. I>:1 er sich häufig ins Neuland begehen und auf eine kühne Art zu seinen Zielen vordringen muhte, so erfolgt die Resonanz, die seine Frage- Stellungen finden, seltener bei denen, die in Denkgewohnheite!1 schwelgen, als bei denen, die bereit sind, Denkträghelten ab/11lefien. fn seinen letzten Lebensjahren arbeitete Koigen an einer Philosophie der jüdischen Cnscliichte. Dieses Werk, das er nur teilweise vollendet hat, harrt noch der Verüffentlichung. Die 1933 in der Schccken-Büeherei erschienene Abhandlang ״Das Hans Israelenthält nur einige karge Audeutungen ans Koigens Schau der jüdischen Geschichte, denen wir im folgenden nachgehen wollen. Für die antiken Menschen stc’lte der menschliche Lebenslauf nicht nur einen Selbstzweck dar, sondern wies zugleich auf den Weg hin, der in den Bereich eines dies- und jenseitigen Scelentunis äilirt. Sie schufen ihre Kultur in der Zuversicht, sich damit angesichts Gottes und Weltsinnes zu behaupten. Einen SanJerplatz im antiken Orient nahm das Judentum ein kraft seiner tatsächlichen mußte über die; Welt und nkerte: mg ii die gegen das aristokratische ׳Priestertum für die Gesaintlia'ftung als Grundpotenz der ^Nation «•intraten. Sie taten es, indem Kalte führten, und sie waren es, die die ״Enfmytholosierung Max Weissler Berlin W.EüKleiststr. 12 des Haus t. gasenrnseku. undf TKeologisierung“ in Israel durchführten. Das hebräische Dasein wandelte sich in einen Ausschnitt des Gottesdaseins, der Göttergeschichte. Das Leben wurde als Gcscbichte entdeckt. Gott und Israel ziminerten von nun an am gleichen Werk, und Israels Geschichte wurde zum klassischen Vorbild aller neugearteten Völkergesehichle. Die Interessen der Humanität wurden mit dem Wollen der Gottheit gleichgesctzt. Dem Prometlieusgedanken, wie er etwa bei den Indern auftaucht und im Griechentum zur Entfaltung gelangt, wurde so der Boden entzogen. Die großangelegte Kulturpädagogik der Leviten zog das widerspenstige Volk in die Sphäre der etliisehen Gesamthaftung, um! zum erstenmal in der Kulturgescliichte schickte sich ein ganzes Volk an, das Problem der Thcodi/ee zu stellen und zu läsen. Das Volk wurde all di haupt. Und die P liehe Ni uhi schder W jetzt W Runde >:df )pheten zu verklingen schienen, endete mit < .ebens wurde dar׳ I, wo das eigentl -che . Da Ze tu 1 des rlegt. Im babyk 1c Volk und Reich sich in ein aren es verbannte, entrechtete icinde bildeten - Die Mächtigen sich wie stets an die Verhält- 1 der Mitte der Allergeringsten, neue Frömmigkeit. Auch das alten Israel galt noch die nisclicn Exi ״Haus Is ... Flüchtige, welche die neue Ge a!1 Einfluß und Besitz paßten nisse der Umgebung an. Aber i im Volke selbst, erblühte eint Lebensbild wird ein anderes, in Stellung, daß das Gute und der Lebenserfoig einander beclingen. Nach dem Zusammenbruch, wie auch während der Blütezeit der klassischer» Prophetie und infolge der Umwertung des Machtwertes, erfuhr der Begriff des Moralischen eine Verseilte־ bang zugunsten der Enterbten und Bedrückten. Das Leiden wird als Läuterung empfunden und die Einsicht taucht auf, daß dem Gedcmütigten Gott am nächsten steht. Mit dem pharisäisch-talmudischen Judentum ist der einzclne Mensch im ,,Haus Israel“ gewachsen und erstarkt. Der Einzelmensch hat juristisch und moralisch Selbständigkeit erlangt. Moralischer Heroismus und Rigorismus, soziale Wärme und religiöse Daseinsweihe sind die Kennzeichen dieser Bewciung■ In der Folgezeit galt es, die Entscheidung zu treffen zwischen dem prophetischen Willen, der auf den rnessianischen Beruf hinweist, und dem pharisäisch-talmudischen Individual- und Volkswille״, der mehr auf die personale Aufgabe, auf das eigene seelische Wachstum gerichtet ist. ״Wie stets, ist es nicht der einzelne Mensch oder der einzelne Jude, sondern -es ist die an das letzte Dasein rührende Offenbarungsgeschichte des Volkes Israel, die die Entscheidung zu treffen pflegt.“ Messianismus und Haladia Von Erich Rosenblfith (Kibbuz Rodges) Der nachstehende Aufsatz hl einem demnächst in hebräischer Sprache erscheinenden Buch des Verfassers über den ״Jüdischen Staatsgedanken und das Gesetz in der jüdischen Geschichte“ entnommen. (Red.) Aufgabe der Geschichtsbetrachtung ist es, jede geschieht* liehe Erscheinung auf ihren besonderen Charakter und ihre ihr eigentümliche Gesetzmäßigkeit bin zu untersuchen. Denn zum Unterschied zti aller Naturwissenschaft trägt jedes Geschichtsobjekt — als geistige Größe — sein Gesetz in sich, »veil es — jedes in seiner Weise — auf die Erfassung und Verwirklichung bestimmter geistiger Werte gerichtet ist, die sich in seinem Handeln und Wollen widerspiegeln. Der ganz besondere Verlauf jüdischen Schicksals im Laufe der Zeiten, gegenüber allen anderen geschichtliclien Gehi'den, macht es dem Historiker zur• doppelten Pfliclit, den eigentümlichen, im Geschehen der jüdischen Gemeinschaft zum Ausdruck kommenden Kräften nachzuspüren und aus ihrem Verständnis heraus das Wesen und Geschick dieser Gemeinschaft zu erklären. Gegenüber den jüdischen Historikern und Geschichts- Philosophen unserer Zeit (wie Dubnow, Dynaburg, Kaufmann), die den Wesetisunterschicd zwischen dar Juden und den anderen suchten, wird es sich dabei erweisen, daß das Judentum ein Volk, anders als die andern Völker, eine Religion, anders als die andern Religionen darstellt. Die Religion diente dabei itk'lit als Hülle, hinter der sich ganz andere Bedürfnisse verbargen, als Waffe der Gemeinschaft im Kampfe um ihr Dasein, sondern sie bildete den «igentlieben Kern der jüdischen Nation. Auch nicht so sehr aut die seelische Befriedigung der einzelnen Personen war sie gerichtet, vielmehr innersten Ausdruck erhielt sie im Gesetz, das als die Konstitution des jüdischen Volkes zum alle Glieder einenden, miteinander verknüpfenden Band wurde. Die Tora erschien nicht als Geschenk für einzelne gläubige Seelen, sondern sie war die Verfassnngsurktinde eines zu gründenden Reiches, Ausdruck der vor allem als gesetzgeberisclier Wille erscheinenden u.nd nur in ihm Israel schaffenden und bindenden göttlichen Herrlichkeit. Die ein- /eine Mizwah verkörpert und versinnbildlicht die Idee der Tora, die in der von ihr geforderten Handlung verwirklicht wird. Somit ist es Absicht der Tora, durch die Erfüllung des Gesetzes eine Gemeinschaft schlechthin zu schaffen, eine ideale Gemeinschaft, deren in ihrem gebotenen Tun dargestellten Werte Gültigkeit für die gesamte Menschheit haben sollen. Das ist der Sinn des Wortes vom מלכות שדי , vom Gottesreich, in dem nicht Menschengewalt herrscht, sondern sein Gebot die allein geltende Verfassung bildet, Vorbild und Idee aller Menschengemeinschaft. Die jüdische Gemeinschaft war daher noch in der Zeit, da die überwiegende Mehrzahl im Lande weilte, nicht so sehr den äußeren Verhältnissen, die eine Nation gemeinhin bestimmen, verhaftet, sondern in der verpflichtenden Anerkennung der inneren Werte verankert. Daher konnte dieses Volk auch nach Fortfall des äußeren Rahmens fortbestehen, in schöpferischer Weise sein im Gesetz wurzelndes Reich den veränderten Umständen anpassen und in diesem Bewahren ttn-d Weif^phildep, mgtfggtqß , Kräfte des Volkes in festen Formen einigen und in gemeinsamer Richtung wcitcrleuken. Der freie־ Staat war zwar in Verlust geraten, doch die dein Juden eigentümliche politische Gestaltungskraft und der ihr zur Verfügung stehende Raum war ihm in weitem Maße geblieben. Nicht nur die biologische Tatsache des Nichtuntcrgchens, an die genieinhih man sich hier klammert, sondern das sie erst bewirkende Fortbestehen dieses eigentümlichen Reiches, auf gemeinsame Ausrichtung auf die letzten Werte hin gegründet, war das völlig None und Einmalige in der Geschichte der Menschheit. Auch ohne Zwang und ohne äußere Herrschaft erfaßte der aus den! Religiösen quellende politische Wille der Nation jeden Einzelnen, gestaltete seine Lebensform, speisle seine Zukunftshoffnung, kurz hielt ihn in seinem Bann, wie nur je eine Nation die Ihrigen. So schuf das Volk in den verschiedenen Zeiten und Ländern sich die politische Vertretung nach außen und innen, die gesetzgeberischen Behörden und die dazugehörig gen rechtlichen Institutionen. Bei aller i,n der Anerkennung der religiösen Werte verankerten inneren Disziplin imOrunds ä t z I i clien hatten die politischen und rechtlichen Beborden der Juden in den meisten Ländern weitestgehende Zwangsgewalt und Strafvollmacht. Die Gemeinde als der legitime politisch-rechtliche Machtfaktor, konnte den Ein- /einen durch ihre Anordnungen auf allen Gebieten des nersönliehen und gemeinschaftlichen Lebens, in geistiger und materieller Hinsicht — nur nicht Iin Glauben —, erfassen und ihre Anerkennung nötigenfalls mit Gewalt erzwingen. Dazu stand ihr ein weites Strafsystcm zur Verfügung, meist mit besonderer behördlicher Erlaubnis, und von den Sitten der Umgebung beeinflußt. Sie konnte zum Tode verurteilen, andere Leibesstrafen vollziehen, des Landes verweisen, besonders oft den Widerspenstigen in den Gewahrsam der Genieinde sperren, ihn bannen oder wirtschaftlich strafen. Auch die gewöhnlichen Gegensätze einer den irdischen Dingen zugewandten Gemeinschaft fehlten nicht: die Herrschaff der Gemeindegewaltigen und Reichen, der Großgemeinden über die Kleingemeinden. Den Verfolgten vor den Gewalttätigen zu schützen, galt als oberster Leitsatz, und das Einfügen des himmlischen Rechtes bewahrte davor, im Formalen stecken zu bleiben. Die Uebermacht des gerechten Rechtes im realen Leben der Gemeinde hatte aber noch einen anderen, tieferen Grund. In den vorhandenen rechtlichen und politischen Einrichtungen sah man Reste des alten Reiches, und in ihrer Festigung ״Unser Blick richtet sich auf das Land, wo der universelle Bundesgedanke des Volkes zur Welt kam, zurück zum Ausgangspunkt unserer Geschichte, ohne jedoch der Wege 2m vergessen, die wir gegangen sind.“ Der Wunsch, der immer wieder-die Juden durchdringt: ״Wir wollen sein und leben wie die Anderen“, ist von fraglieber Berechtigung. Wollen wir, können wir den ״Anderen“ gleichen? Und dürften wir es, wenn wir es auch könnten? Niemand wird es mit seiner Eigenwürde vereinen können, dem eigenen Geschick zu entfliehen, um ein fremdes Leben, also ein Scheinleben zu führen. Das Dasein eines Volkes ist von wesenhafter Wichtigkeit. Mit Trauer erfüllt uns ei« Mensch, über dessen Lewa wir urteilen müssen: ea־ habe es dazu gebracht, sein eigenes Leben nicht zu leben. Unserem Dasein wohnt eine sidttharc Bestimmung inne. Das Judentum steht vor Aufgaben, von deren Lösung oder Nichtlösung die Fortdauer seines nationalen Schicksals abhängig ist.“ Dr. Abraham Hcschel und Erweiterung glaubte man, den neuen Staat mitgründen zu helfen. Denn so, wie man die Verbannung vor allem als Folge der eigenen Schuld betrachtete, durfte man von der politisehen und persönlichen Verbesserung, zu der in erster Linie das gerechte Sprechen des Rechtes ge hörte, iTTBh יון 2משפס* ein« Wendung des Schicksals erwarten. Tief wurzelte die Sehnsucht nach der Wiederherstellung des Reiches in sein« Ganzheit, denn die Erfüllung der Gebote konnte in der Zer* Streuung einen nur vorläufigen Charakter tragen. Eben sie bedeutete, soweit es in der Gola überhaupt möglich ist, die Anerkennung des עול מלכות שדי, der Gründung des rnessianischen, ganz auf das Gesetz gestellten Reiches im kleinen. Die Anerkennung und Erfüllung der Halacha als der Verfassung des rnessianischen Reiches bedeutet die Errichtung von ganz der Verwirklichung des Gesetzes bereiten Zellen des werdenden Reiches in einer Welt, die noch weit von inessianischer Erlösung ist und sich ihrer Durchsetzung stellenweise entgegenstemmt. Die Erhöhung aller Lebet»* Sphären, die Auslöschung der Kluft zwischen Heiligem und Profanem, von Festzeit und Alltag, die alltägliche Verpflichtung, die den Einsatz jeder Person erheischt, schallt die notwendige Einheit im persönlichen und engeren gemeinschaftlichen Raum vor der Verwirklichung der Einheit Im All, wie sie im Messianismus zum Ausdruck kommt. Auch in der Absonderung — die nicht nur aus Gründen der nationalen Erhaltung erfolgte — blieb das Gesicht der Zukauft der Menschlichkeit zugewandt, erlosch nicht das Bewußtsein, Hüter und Bewahrer des idealen Typs der Mfensehen zu sein. Aber eben der Gegensatz zwischen der Umwelt und der oft notwendigerweise nach innen sich verkapselnden Gemeinschaft, das Bewußtsein der Bruchstücknaftigkeit jeder Gesetzeserfüllung in fremder Umwelt, der daraus erwachsende Zwiespalt und die ganz elementare Sehnsucht nach Ganzheit, verstärkte den Drang nach Erlösung. Da man das Kommen des Reiches vom Willen der Menschen, es gründen und bereiten zu helfen, abhängig zu sein Wähnte, versuchte man es zu beschleunigen durch Steigerung der Gesetzeserfüllung, aber auch dmreh Versuche der Rückkehr in das Land oder der Sammlung um den geglaubten Gesalbten. Nicht gleicher Art waren die Auffassungen über Bedeutung und Wesen der Erlösung, aber darin stimmten alle überein, daß das zu errichtende Reich die notwendig« Grundlage für die Verwirklichung der Tora in ihrer Ganzheit und in der Gemeinschaft abgebe. Der Druck der äußeren Umstände in der Gola oder im innerlich unreifen Judenstaate erschwert oder verhindert das Studium und das sinngemäße Ueben des Gesetzes und damit die Errichtung einer geordneten Gemeinschaft. Sinn der Rückkehr in das Land und der Erlösung ist es daher, — dies vor allem nach dem Rambam — ki erster Linie die materiellen und Wirtschaftliehen Gmrfdlagten' zu schaffen, auf Grund derer allen Meiv sehen ohne Unterschied die tätige Teilnahme am Reiche der Gesetze ermöglicht wird. Daher wird der Messias erkannt an seiner Beherrschung der Tora und des Gesetzes und an seiner gesetzgeberischpolitischen Leistung, und nicht so sehr an Zeichen und wundern. ״Wenn ein König aus dem Hauste David erstehen wird, der über die Lehre sinnt und sich mit dem Gesetze beschäftigt wie David sein Alme ... ganz Israel unter seine Herrschaft beugt, die Breschen schließt und für Gott streitet, so besteht die Annahme, daß er der Messias ist.״ (Rambam, Mischne Tora, Könige 11 A.) Das Reich, dem die Sehnsucht des Volkes während der Jahrhunderte galt, war das Reich der Tora in Erex Jisrael, und dessen Mittelpunkt Jerusalem und der Tempel. Die gemeinsame Ausrichtung auf dieses Reich und das Bewahren des Gesetzes, um sein Kommen zu beschleunige», aben auch in der Zerstreuung die Kraft, nicht dem Drucke er Zeiten zu erliegen und schufen das Band der nationalen Einheit. ״Nichts ist uns geblieben als die Tora.“ ״Alle Glieder des Hauses Israel, die am Gesetz festhalten, sind verpflichtet, eine Gemeinde zu bilden und darüber Sorg« zu tragen, daß kein Streit über irgendeine Sache sie befalle.“ (Rambam.) So wie trotz des Verbotes die mündliche Lehre aufzuzeichnen, die Mischna und Gmara schriftlich festgelegt wuZ* den, als das nationale Zentrum vor der Auflösung stand und das Volk sich in die Feme zu zerstreuen drohte, so schrieb auch Rambam sein "»תורו flJVÖ ״, seine Wiederhclung der Tora, damit die Nation auch in de- Zerstreuung nicht ohne Kenntnis seiner Konstitution »ei, zu der jedermann leicht Zugang haben solle. Ohne die einheitliche Tora würde dem verbannten Volke der letzte Boden unter den Füßen weggezogen werden, ihr Besitz sicherte ihm Existenz und Bürgschaft auf diie zukünftige Erlösung, in der sie ihre Ver• wirklichung finden wird. Alles Lernen galt ursprünglich diesem Ziele, die Vfrstreuten wenigstens im Lernen zu einen uhd ihnen die genaue Kenntnis des Tuns für den Morgen zu geben, an dem die Gemeinschaft wieder sichtbar erstehen wird. Darum durfte nichts aus dem Lernen fortgelassen werden, auch wenn es heute praktisch nicht angängig ist; nicht, weil wir eih Volk des Sinnens und des Lernens geworden waren, sondern weil unsere Kraft in dem ununterbrochenen Harren auf die Wiedererrichtung des Staates in seiner Gm*- heit bestand. Daher wurden auch beim Lernen der Kinder die halachischen Stoffe den agadischen Erzählungen vorgezogen und beim Lernen des Gesetzes wieder die Gebiete, die für die Gestaltung der neuerstehenden Gemeinschaft weeent* lieh waren. qZf C+Gfnc briiftfi Am der ״JÜDISCHEN RUNDSCHAU“ v. 19.10.191S1 Haim Nahwm, der Großrabbiner der Türkei, hielt sieh vor kurzer Zeit in Berlin auf, um den h[esigen jüdischen Organisationen, die sich an dem Hilfswerk für die Mf* bischen Jaden während der Balkankriege beteiligt haben, den Dank der ottomanisehen Jadenheit abznstatten. In kurzer Zeit sott auf einem Pariser Platte das Denkmal der Baronin Hirsch und der Madame Boucicaut (der Besitzerin des Warenhauses Bon marchd und großen WohltäterinJ enthüllt werden. Der Stifter des DMh• mals ist der verstorbene jüdische Philanthrop Osiris, Silberfuchs•. Sinti. Pelssrten US « I

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