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Jüdische Rundschau · 1938-10-04 · Heft 79 (4.10.1938) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 79 (4.10.1938)
Date
1938-10-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
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S«i(e 2 JDPISCHE RUNDSCHAU Nr. 79, 4, X. 1938 den Werken der friedlichen Arbeit und der Kultur miteinander wetteifern können. Friede möge auch unserem eigenen Lande, P a 1 ä stina, werden! das nun schon seit zweieinhalb Jahren der Schauplatz eines erbitterten Kampfes ist. Wir hoffen, daß die Zeit nicht mehr fern ist, in der es gelingt, dem Lande Sicherheit und Ruhe wiederzugeben. In einer Welt, die von zahllosen Konflikten erschüttert wird, sind die Gefahren für die Verstärkung der Spannung in einem Lande wie Palästina gewiß sehr groß; wenn es gelingen sollte, diese Krisenherde weiterhin einzudämmen oder gar zu beseitigen, wenn insbesondere im Gebiete des Mittelmeeres eine endgültige Bereinigung der dort vorhandenen politischen Probleme erfolgen sollte, dann wächst unsere Hoffnung auf ein Gelingen des Versuches, auch in Palästina wieder die Atmosphäre friedlicher Arbeit heraistellen. Nicht weniger gespannt blickt das jüdische Volk der politischen Entscheidung entgegen, die in der Palästinafrage herannaht. Die Zeit des Wartens ist besonders für die Menschen, die im Lande arbeiten, hart und stellt große Anforderungen an ihre seelische Spannkraft. Wir sind uns bewußt, daß der Versuch, eine Lösung der Palästinafrage herbeizuführen, die auf dem Prinzip des Peelschen Teiiungsprojektes beruht, ein Kompromiß zwischen den verschiedenen Ansprüchen darstctlt, die im Lande miteinander im Widerstreit liegen. Das bedeutet, daß das jüdische Volk bereit ist, im Interesse des Friedens in Palästina Opfer zu bringen; die grundsätzliche Bereitschaft dazu hat sich darin ausgedrückt, daß von jüdischer Seite das Prinzip der Teilung und der Schaffung eines jüdischen Staates auf einem Teile des palästinensischen Gebietes akzeptiert wurde. Wenn der Bericht der Palastina-Teilungskommission nunmehr in absehbarer Zeit vorliegen wird, so wird seine Beurteilung von unserer Seite davon abhängen, ob der Plan geeignet ist, in der Tat den Völkern Palästinas das zu gewähren, was die Peel- Kommission mit ihrem Vorschläge beabsichtigte, nämlich jeder Partei das zu bieten, ״was sie am meisten ver* langt“. Für die Juden gehört dazu die Möglichkeit einer Entwicklung des Nationalheims in Palästina zu einer wirklich selbständigen jüdischen Gemeinschaft, deren wirtschaftliche und kulturelle Kraft groß genug ist, um aus sich heraus ein Zentrum des jüdischen Lebens zu sein, und die durch ihre Ausdehnung fähig ist, insbesondere der jüdischen Jugend Europas die Möglichkeit der Einwanderung und der produktiven Arbeit in Stadt und Land zu bieten. Es geht dabei nicht so sehr um die Einzelheiten der Regelung als um das Problem, das die Lebensfrage der jüdisehen Arbeit in Palästina und des jüdischen Volkes überhaupt ist. Das für die zukünftige jüdische Arbeit vorgesehene Gebiet muß eine derartige Einwanderung und Kolonisation zulassen. Gerade im heutigen Zeitpunkt, in dem es den Staatsmännern und Völkern der Welt mehr denn je zum Bewußtsein gekommen ist, was es bedeutet, störende Faktoren des internationalen Lebens zu beseitigen, um die Gewähr für eine ruhige Entwicklung zu schaffen, muß auch die Einsicht wachsen, daß die Judenfrage, die nicht nur eine Sorge der Juden ist, sondern auch der Völker, in deren Mitte sie leben, gelöst oder zumindest erleichtert werden muß. Darum gilt es, eine neue entschlossene Anstrengung zu machen, um dieses Problem in seinem Kern zu erfassen, der in der Gestaltung der Verhältnisse Palästinas liegt, und darum erwartet das jüdische Volk in allen seinen Teilen, daß die kommende Zeit eine Entscheidung bringen wird, die seinen historisch wie auch praktisch berechtigten Ansprüchen Genüge tut. Nicht weniger allerdings ist unsere Hoffnung darauf gerichtet, daß auch auf dem Gebiete der Lösung unseres E m i g r a t i o n s p r o b 1 e m s endlich etwas Entscheidendes getan wird. Wir wissen, was Tatkraft vermag, wenn es um große Entscheidungen geht. Die Frage der Unterbringung jüdischer Auswanderer in überseeisehen Ländern ist ein Problem, dessen men schliehe Bedeutung gewiß nicht unterschätzt werden darf, Der Ruf, den Präsident Roosevclt Anfang dieses Jahres erhoben hat und der zur Konferenz von Evian führte, war gewiß ein starker und guter. Jetzt ist die Zeit gekommen, um den Verhandlungen und Proklamationen Taten folgen zu lassen, auf die die Hunderttausende mit Sehnsucht warten, um deren Schicksal es geht. Den Völkern wurde der Frieden wieder geschenkt. Wir Juden richten an die Welt in dieser Stunde des Aufatmens den Appell: Verhelft uns zu einem neuen Leben, vereint eure Kräfte zu einer Tat, die euch Ehre einbringen wird, well sie eine Tat des Friedens und der Menschlichkeit ist, öffnet uns die Tore! Wir haben manche Enttäuschungen erlebt; die Einzehren, die warten müssen und voller Ungeduld sind, sind manchesmal voll Bitternis. Dennoch glauben wir, daß das Gewissen der Welt diese Frage nicht übersehen kann und wird, und daß eine Zeit, die freier von Konflikten und Spannungen sein wird, sich unser stärker annehmen wird, als es die jüngste Vergangenheit mit ihren Sorgen konnte. An uns, den Juden, ist es, ausdauernd und treu zu sein, den Mut nicht sinket^ zu lassen, auch wenn uns Sorgen bedrücken, dem Leben gewachsen zu bleiben. Möge der Augenblick gläubiger Erhebung, den der heilige Tag vor uns bedeutet, jeden auf seinem Posten finden und mögen die Wünsche unseres Herzens Erfüllung finden! v 1 Argentinisches Tagebuch Buenos Aires, den 2. September. Das neue Einwanderungsdekret hat sich wie ein Alpdruck auf die hiesigen Juden —- besonders auf die jüdischen Einwanderer aus Deutschland — gelegt. Fast das anze jüdische Leben wird von den Emwanaerungsheschränungen beeinflußt. Niemand war auf derartige drastische Maßnahmen gefaßt. Es gibt fast keine Familie, die nicht in Anforderungs-Ange- Iegenheitcn verwickelt ist Viele von ihnen rechneten bereits ganz bestimmt mit Erfolg und schrieben in diesem Sinne an ihre in Europa lebenden Eltern und Geschwister. ״Was schreibt man ihnen jetzt?“ lautet die Frage aller, welchen man heute begegnet. Als Anfang Juli 1938 Dr. Walter Fischei als Repräsentant der Hebräischen Universität Jerusalem auf seiner Reise durch Central- und Südamerika in Buenos Aires eintraf, wußte noch niemand, daß sein Aufenthalt in Argentinien ein großes Ereignis für die Juden des Landes werden sollte. Dr. Walter Fischei hielt als Gast der philosophischen Fakultät der Universität Buenos Aires und an den universi״ täten in Rosario und Santa Fe eine Reihe von Vorlesungen. Zum erstenmal betrat ein Abgesandter des jüdischen Volkes die Katheder der argentinischen Universitäten. Die Sympathien, die ihm aus den Kreisen der hiesigen Intellektuellen zuflossen, haben es ihm ermöglicht, auch die andere Seite seiner Mission in einem erstaunlich gelungenen Maße durchzuführen. Es handelte sich nicht nur darum, die Beziehungen zwischen den Universitätskrcisen in Südamerika und der Universität Jerusalems herzustellen, sondern auch die jüdische Gemeinschaft von Buenos Aires mit der Universität praktisch-organisatorisch zu verbinden. Eine ״Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität in Argentinien“ war das Ergebnis seines Besuches. Unter den Ereignissen, die im Zeichen der Tätigkeit Dr. Fischeis standen, verdient der Empfang im Hause des bekannten jüdischen Großindustriellen Esra T e u b a 1 hervorgehoben zu werden. Wenige Wochen später vereinigten sich im Hause eines anderen Großindustriellen, Mois Chami, nichtjüdische Persönlichkeiten, unter andern der frühere Präsident der Republik, Dr. Alvear, Senatoren, Deputierte, Professoren unef Vertreter aller jüdischer Kreise. Dieser Zusammenkunft kommt große Bedeutung zu, da bei dieser Gelegenheit die Gründung eines Fonds zur Erhaltung eines Katheders an der Jerusalemer Universität zu Ehren der Republik Argentinien proklamiert wurde. Jüdisches aus Holland F Von unserem Berichterstatter RL. Den Haag, 1. Oktober Die Abteihmg für Schiffahrt bei der Jewish Agency hat kürzlich für die unter ihren Auspizien gebildete Fisehercigesellschaft in Holland ein Fischerboot für den Fischfang an der palästinensischen Küste angekauft. Auf diesem Boot soll eine Anzahl von Mitgliedern des palästinensischen Hanoar Haowed ausgebHdet werden. — Die Vereinigung ״Das Spinozahaus“ besteht vierzig Jahre. Aus diesem Anlaß wurde den Mitgliedern ein schön ausgeführtes Bändchen mit den in Spinozas Ethik vorkommenden Aussprüchen über die menschliche Tugend überreicht. — Im Städtischen Museum ״De Lakenhai“ in Leiden wurde eine Ausstellung des Werks von Nelly Bodenheim eröffnet. — Elias van Praag feiert in Kürze sein dreißigjähriges Bühnenjubiläum. Aus diesem Anlaß hat sich ein Ehrenkomitee unter Vorsitz des Amsterdatner Stadtrats für Kunstangelegenheiten, E. Boekman, gebildet. Es ist beabsichtigt, zum Andenken an die große Schauspielerin Esther de Boer-van Rijk ein Denkmal: zu errichten. Zu diesem Zweck hat sich ein Komitee gebildet, dem der Bürgermeister von Den Haag angehört. ‘ * י'' ' ^1* Aus Sydney Wir erhalten folgenden Bericht: Am 16. August sprach Edmund De Rothschild aus London im Hauptsaai der •Maccabean Hall zu einer großen Anzahl von Zuhörern. Er beschieß in einer sehr lehrreichen und interessanten Art seine Erfahrungen, die er auf seiner Weltreise bis jetzt gemacht hat. Der Zweck seiner Reise war vor allen Dingen, Möglichkeiten zu suchen, wo auswandernde Juden untergebracht werden kpnnen. Er wird noch Nordaustrairen besuchen, um die Möglichkeit der Einwanderung do t zu erforschen. — Hier gab Richard Tauber drei Konzerte. Ueber 2000 Personen waren anwesend, während Hunderte keine Eintrittskarten mehr bekamen. Der Beifall war frenetisch. Paula Rosenstrauß Kleine Nachrichten in der Schlußsitzung der Völkerbundsversammlung hielt der Präsident der Versammlung, de Valera, eine Rede, in der er an die Versammelten appellierte, das Fluchtlingsproblem einer Lösung zuzuführen. Der neuernannte High Commissioner des Flüchtlingsamtes des Völkerbundes, Sir Herbert Emerson, hat sich in London einer Operation unterziehen müssen. In Krakau wurde bei antijüdischen Ausschreitungen ein Jude schwer verwundet; er erlag später seinen Verletzungen. Die Polizei nahm zwei Verhaftungen vor. Anläßlich des 15. Jahrestages der türkischen Republik wurden in allen Synagogen der Türkei Dankgottesdienste abgehalten. Siedlungtprobleme ln K־׳nya. Die Londoner Wochenschrift ״Spectator“ beschäftigt sich in ihrer Nummer vom 1. Oktober mit den Plänen, die Kenya als Zielland einer jüdisenen Ansiedlung ins Au״c fassen. Eine Vermehrung der wei flen Bevölkerung in Kenya, das möglicherweise einmal ein Teil eines ostafrikanischen Dominions bilden kann, sei erwünscht. FinanzieMe Hilfe für Ueberfahrt und Landerwerb dürfe von seiten der britischen Regierung an jüdische Siedler nur in Form von Darlehen gewährt werden, da britische Sied'er ebenfalls nicht in weitergehendem Ausmaß gefördert werden. Ein Problem bilde das Verhältnis der eventuellen jüdischen Siedler zu den schwarzen und indischen Arbeitskräften; das Minderwertigkeitsgefühl, das viele Juden wahrscheinlich aus Europa mitbringen würden, dürfe nicht zu übertriebener Freundlichkeit im Verkehr mit den nichteuropäischen Bewohnern des Gebietes führen; das würde sicherlich von diesen falsch verstanden werf'-n. Persönliches. Am 8. Oktober feiert Dr. Arthur G a 11 i n e r seinen 60. Geburtstag. Der in Frankfurt a. M. lebende Maler und Kunstkenner hat sich vor allem bekanntgemacht durch eine Anzahl trefflicher Bildnisse berühmter jüdischer Persönlfchkeiten. Das große Verdienst Dr. Galliners sind Veröffentlichungen über die Kunst Max Liebermanns und über die Bibel in der bildenden Kunst. Die populär-wissenschaftliche Fassung dieser beiden Veröffentlichungen machen sie besonders geeignet zur Belehrung von Jugendlichen und zur Benutzung als erste Einführung in die Materie. Im Lebenswerk Dr. Galliners verbindet sich die praktische Ausübung der bildenden Kunst harmonisch mit der künstlerischen Erziehung der jüdischen Jugend. Dr. Irmgard Schüler Aus Kopenhagen. Die beiden Kopenhagener Zionistenvereine haben die erste Veranstaltung dieser Sa:son gemeinsam abgehalien. Rabbiner Dr. Marcus Melchior sprach über die aktuelle jüdische Situation. Einwanderung und Ansiedlung in Uruguay Der Präsident von Uruguay empfing eine jOdjschc Delegation. Er versprach Rcgicrungshilfe für jüdischc Kolonisation in Uruguay auf Grund aer Information, daß die Jüdische Bank in Uruguay beschlossen habe, die erste ländliche jüdische Siedlung in Uruguay zu gründen. Das Kabinett von Uruguay setzt ein besonderes Komitee zum Studium der Frage neuer Einschränkungen für die Emigration aus Europa ein. Zugleich hat die Uruguayer Handelskammer ein Memorandum mit der Forderung eingereicht, Quoten für die Einwanderung icstzusetzen, die nach Rasse und Herkunftsland der Einwanderer unterscheiden. lipl Wiener Notizen. Von unserem Berichterstatter. Wien, 2. Oktober Anläßlich des Jahresbeginns ist vom Oberrabbiner Dr. J. Taglicht und dem Leiter der Israelitischen Kultusgemeinde Dr. J. Löwen herz ein Aufruf an die Juden in Wien ergangen, in diesen Tagen der Einkehr nicht zu verzagen und in unwandelbarer Treue an dem Judentum festzuhalten. In der Zeit vom 18. bis 23. September hat die Aus״ wa nderungsabteilung der 1 s r a e 1 it i sehen Ku 1tusgemeinde 531 Personen, und zwar 489 mit samtliehen Reisespesen und 42 mit der Gewährung von zur Be- Schaffung von Reisedokumenten notwendigen Beiträgen, zur Auswanderung verholten. Insgesamt sind bisher 9032 Personen von der Auswanderungsabteilung abgefertigt worden. Der Zionistische Landesverband fordert neuerlieh alle ehemals organisierten Zionisten auf, sich registrieren zu lassen. Sabbatianer Die Träume des Sabbatianers R. Mordechai Aschkenasi (herausgegeben von G. Scholem (Schocken-Verlag). Es sind aus den Tagen der sabbatianischcn Bewegung nur wenige Zeugnisse auf uns gekommen, die Gegner aus dem Lager der Orthodoxie vernichteten alle Schriften, deren sie habhaft werden konnten. Söhne und Enkel von Sabbatianern und Frankisten, die an die Vergangenheit ihrer Familien nicht gern erinnert zu werden wünschten, halfen bei diesem Werke der Vernichtung von Dokumenten mit, zudem ist die Zahl der im Druck erschienenen sabbatianischen Schriften geringer als die der handschriftlichen Dokumente. Ein solches Dokument, das eine Art Zwiegespräch zwischen zwei Sabbatian-ern, Lehrer und Schüler, wiedergibt, besitzen wir in einer Handschrift S. Schockens, die jetzt Gert Scholem mit einer ausführlichen wissenschaftlich-historischen Erklärung versehen uns vorlegt: Die Träume dies Sabbatianers R. Mordechai Aschkenasi. Dieser aus Polen stammende Sabbatianer hat Traumgesichte, die er aufzeichnet. Die Gesichte verdankt er einem überirdischen Sprecher, seinem ״Maggid“. Sein Lehrer, R. Abraham Revigo, hilft ihm diese Träume deuten. Die Bedeutung dieser Handschrift liegt Ln dem Nachweis von der Existenz einer Gruppe von Sabbatianern, die Scholem die ״Gemäßigten“ nennt. Die jüdische Geschichtsschreibung kennt die Sabbatianer als Gegner des rabbinischen Judentums, *als Anti-Talmudisten, als mystisch-ketzerische Vorgänger und Wegbereiter des Abfalls. Ganze Gruppen der Sabbatianer und Frankisten haben aus ihrer radikalen Gegnerschaft zum orthodoxen Judentum heraus den Uebertritt zum Islam und zum Christentum vorgenommen. Scholem selbst hat vor kurzem die ideologisch-philosophischen Grundlagen dieser radikalen Sabbatianer dargestellt. Unverständlich schien aber die Existenz toratreuer, gelehrter, mit ganzem Herzen im Rahmen des histörischen Judentums stehender Rabbanim. Manche Ehrenrettung wurde unternommen, um gefeierte Größen der Tora vorn Verdachte des Sabbatianismus zu befreien. Vieles über die Beziehungen frommer Rabbiner zu dieser Glaubenssekte verdanken wir dem Buche über R. Mordechais Träume. Während Mosche Chaim Luzzato von Fanatikern schweren Verfolgungen ausgesetzt war, steht R. Abraham Revigo, der wirklich ein Sabbatianer war, jenseits jedes Verdachtes, weil er und seine Vertrauten, andere norditalienischc Rabbiner, ihr Geheimnis nur wirklich zuverlässigen Sabbatianern enthüllen. Jedoch herrschte in dieser Umgebung noch nicht jene zugespitzte Atmosphäre, wie später im Kampfe zwischen Mosche Chagis und Mosche Chaim Luzzato oder wie im Falle zwischen Jakob Emden und Jonathan Eibeschütz, man hütet sich das Glaubensgeheimnis preiszugeben nicht aus Furcht vor Verfolgung, sondern aus Besorgnis vor Spott. F. M. Fraenkel Verantwortlicher Redakteur: Dr. Robert Weltsch, Bcrlin-Charl. 9 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern) (zur Zeit verreist). Verantwortlicher Redakteur i. V.: Kurt L 0 e w e n s t e i n. Berlin W 15. Li cp man 11. Berlin W 15. Gültig Anzeigen-Prei.stiste 5 vom 1. April 1936. Verlag und Anzeremei״all 11״:;: Jü lischt־ Rundschau. Berlin W 1.5, Meinekestr. 10. D.A. II 26045 :1938׳. — Druck: Max Lichtwitz (vormals Diuckcrcibe triebe Max Lkluwitz und Siegfried Scholem), Berlin SW 68.

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