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Jüdische Rundschau · 1938-09-23 · Heft 76-77 (23.9.1938) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 76-77 (23.9.1938)
Date
1938-09-23
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Sr;*f> 14 jüdische Rundschau Nr. 76/77, 23. IX. 1938 Chronik der Ereignisse Jerusalemer Nachrichten Laut tiuer Anzeige der 8ef a rdiach en Gemeinde sind acht/dm orientalische Gemeinden nicht mehr als zur sefardischen Gemeinde zugehörig zu betrachten. Die sefardisehe, spaniolisch sprechende Gemeinde hi Jerusalem hatte in früheren Zeiten die arabisch sprechenden Juden, die die Sefardcn schon in Palästina vorfanden, in sich airfgonommem, wie sie auch später aschkenasische Juden in sich aufnahm, bevor im IS. Jahrhundert eine größere aschkenaslsclie Ein- Wanderung begann. Die echten Sefarden bildeten eine Art Aristokratie der _ sefardischen Gemeinde, der Juden aus allen Lindern, von Nordafrika bis Buchara angehörten. Ein Teil dieser orientalischen Juden fiat sich bereit« vor langer Zeit nach dem Beispiel der Aschkeriasim eigene Gemeinden gegründet. Die jetzt abgetrennten 18 Gemeinden bestehen meist aus Juden, die erst nach dem Weltkrieg zugewandert sind. Unter ihnen zerfallen die Kurden allein in vier Gemeinden, von denen drei Stadt-Gemeinden sind, zu der sich die aus einer bestimmten Stadt in Kurdestari Stammenden zusammengcschlos- $en haben. Auch die persischen Juden zerfallen je nach ihrem Herkunftsort in vier Gemeinden und ebenso die Juden aus Mesopotamien. In der Nähe der Siedlung Ata rot an der Chaussee nach Nablus soll jetzt auf Keren-Kajemeth-ßodeu ein Dorf für die in der Gegend tätigen jüdischen Stein!lauer errichtet werden. Zwei Drittel des Rodens der geplanten Siedlung ist Felsboden. Von hier aus soll Jerusalem mit Schotter, Steinen und Steinprodukten beliefert werden. Für landwirtschaftlichen Hilfsbetrieb werden dem Dorf nur 15 Dun am zur Verfügung stehen. Die Brazlawer Chassidim Die Bra/lawer Chassidim haben zwei heilige Statten: das Grah ihn•' 7,-ulilik Rabbi Naeliman von Hrazlaw in der Ukraine und Palästina. Dem Gehet am Grabe des Rabbi N’achnian ist das Gebet an Gräbern in Palästina begrabener Mystiker gleichwertig. Vor dem Weltkrieg und in den erat 11׳ Jahren nach seiner Beendigung war das Zentrum der Brazlawer Cliassidmi die Jerusalemer Altstadt, und sie halten es bis zum heutigen Tage• für eitle verdienstvolle I landliing, dort zu wohnen. Auch heute noch haben sie eine Synagoge in der Nachbarschaft der Kl.agrmauer. in die sie früher um M itt ernaelit 11,•ich einem I a uchbad in der Nahe des Dorfes Scliiioach beten giti :en, Die Brazlawer Chassidim sind einf.-ulug uml aniie Leute, die nach der Lehre ihres Zaddik den irili'cheii Gütern nicht nachjagen. Man findet unter ihnen kaum einen vermögenden Mann. Sie helfen sich gegen- »eilig und teilen dir karges Brot, Sie zeichnen sich auch nicht durch jüdische Gelehrsamkeit und durch Kenntnisse in der De/isoren-Litcratur ans. Lire geistige Nahrung sind ch.1ssidi.sdu׳ B utiier ihrer eigenen Richtung. Das Lernen betreiben sie nur als Vorbereitung zum Gebet. und das gemeinsame Gebet spielt die größte Rolle in ihrem Leben. Sie unterscheiden sich von anderen Chassidim dadurch, daß sie ihrem Zaddik noch seinem Tode keinen Naclifolger gegeben haben, und die Verklarung ihres einzigen Zaddik nimmt in ihren! Denken einen bedeutenden Platz ein. In den IcDten Jahren waren sie genötigt, auch außerhalb der Stadtmauern in Mea S e 1! e a r i 111 ein Bethaus zu eröffnen. Die Zahl ihrer Anhänger vermehrt sieh ständig nicht nur durch den natürlichen Nachwuchs 111111 die Einwanderung von Chassiclim ihrer Richtung, sondern auch durch Gewinnung neuer Anhänger aus dem alten lisclimv in Jerusalem und gerade aus den Kreisen der dem Chassidismus feindlichen Mitnagdim. Einer der Bekehrten wallfahrte sogar vor kurzem zum Grabe des Rabbi N'acbmati in der Ukraine, und es gelang ihtn, allen Schwierigkeiten zum Trotz, seinen Plan durchzuführen. Sein Beispiel hat Schule gemacht. Die Chassidim, denen «ine solche Wallfahrt geglückt ist, legen sich den Namen Brazlawer bei, Keiner anderen Chassiilim-Oruppe ist es gelungen, eine so starke Anziehungskraft auf Fernstehende auszuüben. Das Ende des Fez. Im Laufe einer Woche hat sich das Stadtbild seihst in den Stadtvierteln mit gemischter Bevölketung geändert. Die Araber tragen alle die Kopftücher der Dorfbewohner. Ls macht den Lindnick, als wären die Städte von ihren Bewohnern verlassen und die Fellachen hatten ihren Platz eingenommen, aller an den arabischen Bekannten merkt man, daß es noch dieselben sind und daß sie nur ihre Kopftraclit geändert haben. Einige zögern noch. So glaubten die Christen, daß es ihnen nicht gilt, aber man bedeutete ihnen, daß es nicht erwünscht sei, wenn sie sieh ausschlössen, und nach 21— 18׳ stunden hatten auch sie nachgegeben. Auch die arabischen Beamten zögerten, doch ihr Widerstand wurde sch Midi gebrochen und die t!er iclüsbeamten erschienen im Kopftuch, (inzwischen wurde diese Tracht für die Gerichtsbeamten und die st elfischen Parteien verboten.) Ja sogar der Bürgermeister!nullte den Fe/ :1biegen. Die Abschaffung des Fr/, hatte auf dem arabischen Markt gewisse Konsequenzen. Dir Kopftücher waren ha hi au., verkauft und die Kaufleute fuhren in die Nachbarländer, um sich neue Ware zu holen. Die Fe/e hingegen waren wertlos geworden und Schuhmacher kaufen sie für innen Spottpreis und stellen daraus Hausschuhe her. Audi der Humor kommt zu seinem Rechte. In Akko führte man unter dem Gesang der Straiienjugend einen mit eitlem LY,׳ bekleideten (sei herum. Auel) im (ästen Haifas wurde einem Fsel ein Fez aufgesetzt, und man rief vor ihm her: ״Dein Fez ist rot, F.sei "׳ Mail warf auch mit dem Fez liekli nieten Arabern mit Tomaten nach und nahm ihnen den Fez fort und zerriß ihn. Da* orientalischen Juden, die bisher, da sic den Fez trugen, sieh relativ frei unter den Arabern bewegen konnten, leiden sehr unter dem neuen Zustand. Ein Inder für den Zionismus, Der frühere Privatsekretär des verstorbenen indischen Dichters Rabindranath Tagore, berichtet in dem in Kalkutta erscheinenden Wochenblatt der Hindus, ״Trahashi•‘, in anerkennender Weise über die Leistimgen des jüdischen Aufbauwerkes, das er bei einem kürzliehen Besuch in Palästina kennengelernt hat. Die Juden seien in des Land nicht aus politischen Ambitionen gekommen, sondern bewegt von Kräften eines geschichtlichen National• gcfiilils, das nach Erneuerung drängt. Sie haben ein verlasseries und von Krankheiten hei ingesuchtes Land saniert, neu besiedelt und fruchtbar gemacht. Da» arabische Verbum und seine Konjugrtlonen. Von Dr. Jorhanan Kappiiwatzki — Verlag ״Hamachon Hascheini“ Tel Awiw. Dieses Werk ist der dritte Band in der an dieser Stelle schon besprochenen Reihe. Es enthält nach einem kurzen Einlcitungstcxt Tabellen des arabischen Ver• bums, wie sie in dieser Vollständigkeit in keinem Lehrbuch der arabischen Sprache zu finden sind. Der erste Teil gibt niimitms genaue und hervorragend durchgeatheitete Tabellen der Binjantm und Ossroth (in allen Rinjanlm), der zweite Kurztabelen, die auf je einer Seite durch alle zehn Binjanim fuhren. Es gibt kein« grammatikalische Möglichkeit des Verbums, die man nicht sofort in aller Ausführlichkeit finden könnte. Da das Verbum den Hauptanteil der arabisehet! Grammatik darsteßt, war es durchaus berechtigt, ihm einen besonderen Band zu widmen. Dr. J. L. Jerusalem, 16. September. (Palcor.) Der Ghaffir Joseph Räder wurde nachmittags in Haifa auf der Straße durch einen Schuß von arabischen Terroristen schwer verletzt. Ein Jerusalemer Hilfspolizist wurde leicht verletzt. Polizei und Truppen durchsuchten den betreffenden Bezirk, wobei zwei Terroristen, die Widerstand leisteten, verwundet und mehrere verhaftet wurden. Ein schwerer Uebcrfall wurde abends auf 13 Lastwagen der Palestiue Potash Co. verübt, wobei fünf Lastwagen verbrannten. Die Chauffeure wurden nicht verletzt. Polizei- Eskorte und Chauffeure erwiderten das Feuer. Mit Hilfe von Militär wurden die Angreifer schließlich nach einem vierstündigen Kampf vertrieben. Zwei arabische Arbeiter der Potash Co, sowie ein arabischer Gefangener» der am Toten Meer verhaftet worden war, wurden getötet. Jerusalem, 17. September. (Palcor.) Die Ghaffirim Abraham G 0111 b (38 Jahre alt) und Samuel Feinstein (22 Jahre alt), kamen ums Leben, als sie nördlich von Jerusalem auf Motorrädern fuhren, beschossen wurden, ihr Tempo beschleunigten und dann mit einem arabischen Autobus zusanimcnstießcn. Sic wurden schwer verletzt und starben im Hospital. Jerusalem. 18. September (Palcor). Vier Araber feuerten in der Nähe eines Lagers der Imperial Chemical Industries auf Juden und verwundeten den jüdischen Hillspolizist Joseph Ahrader und die jüdischen Arbeiter Joseph ohatler und Simcha Roscnblum. Die einzige jüdische Einwohnerin von- Jericho, Dr. Olga Feinberg, mußte Jericho verlassen, nachdem ihr Haus von Arabern niedergebrannt war, Sie wohnte seit 15 Jahren in Jericho und bekämpfte als Aerztin insbesondere den Trachom unter den Arabern. Jerusalem, 19. September (Palcor). Bei einer Minenexplosion bei Tulkeretn wurde ein britischer Soldat getötet und fünf britische Soldaten verwundet. Ein Araber wurde in der Altstadt von Jerusalem erschossen. Arabische Terroristen brannten einen Zollschuppen hei der Eisenbahnstation von Gaza nieder. J erusalem, 20. September. (Palcor.) Auf die Siedlung Kfar Chaßidiin im Einen wurde heute morgen heftig geschossen. Ghaffirim schlugen den Angriff zurück, wobei da* Hebräische Bücherschau Dr. Ephraim Porath (Einhorn): Leschon Chachamim. Herausgegeben vorn Waad Haiaschon und Mossad Bialik. — Durch die unpunktierie Ucberlieferung der talmudischcn Literatur und anderer früher Quellen herrscht Unsicherheit über die richtige Aussprache vieler Worte. Durch die War,- dertmgen von Ort zu Ort, den Einfluß der Landessprachen auf die Aussprache des Hebräischen, durch ungenaues Hören der Worte des Lehrers durch den Schüler und vor allem durch die Tatsache, daß das Hebräische nicht die Alltagsspräche des Lernenden war, ist diese Unsicherheit noch stärker geworden. Jede Stelle, die wir irgendwo punktiert überliefert bekommen haben, hat daher für die hebräische Sprach- und Aussprache-Forschung großes theoretisches Interesse. Die übliche Punktation, deren wir 1ms bedienen, ist die liberianische, die zur Kennzeichnung der Vokale Punkte, Striche un'd Zeichen unterhalb der Zeile verwendet. Dr, Porath hat nun die Aufgabe auf sich genommen, die wenigen Handschriften, die die babylonische Punktation (Zeichen über der Zeile) aufweisen, zu untersuchen und mit den vorhandenen Quellen zu vergleichen. Dieser Untersuchung verdanken wir das vorliegende Buch, das eine Reihe von Abweichungen registriert betreffend Voknlzeichen, Schewa, Dagosch und Rafe, aber auch durch Vergleichung mit Bibel- und Mischnatcxten andere Versionen anführen konnte. Prof. N. H. Torczyner ließ seine im Verlag Rubin Maß, Jerusalem, in den Heften der Zeitschrift ״Lesehonemi“ in Fort- Setzungen erschienenen Aufsätze über ״Lehnwarte in unserer Sprache“ als Sonderdruck erscheinen, lieber 500 dein hebräischen Sprachschatz, «inverlcibte Worte werden auf ihren Ursprung untersucht und als Gäste aus dem Aegyptischen, Hethitischen, Sumerischen und Akadisehen nachgewiesen. Josef Baran Mejuchas: Malsijoth Am liw'ne Kedem. Der vielseitig literarisch und öffentlich tätige Jerusalemer Schulmann Josef Baran Mejuchas hat im Laufe der letzten Zeit ein Buch ״Die Fellachen“, die der Verfasser, ein Jerusa'emer, dessen Familie generationenlang in dieser Stadt ansässig ist, in allen Formen ihres häuslichen wie festlicher, und religiösen [Daseins aufs genaueste kennt, im Verlage Dwir, Tel Awiw, erscheinen lassen. Außerdem erschien ein Buch des Verfassers über orientalisch-jüdische Volkserzählungen. Ein Forscher der Folklore hat Mejuchas spanische, jemenitische und andere jüdisch-orientalische Volkserzahltmgcn. Ein Forscher der Folklore, hat Mejuchas ischen Leserpublikum damit ein wertvollles Geschenk gemacht. F. M.!. Jizchak Trlwak*. Ei. St״|nmann! Das Buch der 100 Jahre — Ssefer Mea Schanab. Verlag 1. Triwaks, Tel Awiw. — Fün hebräisches Buch, das in einer Luxusausgabe, in großem Format mit 500 Bildern versehen, erscheint, ist auf dein hebräischen Büchermärkte eine Seltenheit. Die vorzüglich guten Monographien über Montefiore, Rabbi Jose( Schwarz, Alkalav, Hirsch Kalischer, Netter usw. geben ein so reiches Bild jüdischer und Palästina-Geschichte, daß man die Herausgabe dieses Praclitwerkes sehr begrüßt, Bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten der Chibhat Zion-Bewegung, der Bilu, der Erez Jsrael-Pilgerer, Chffl* luzim des Druckes, der Induetrie, der Siedlung, Leiter von Waisenhäusern werden geschichtlich und anekdotisch, in Zeugnissen und Bildern uns vorgeführt. A, Drujanovi Safer Habedicha wehachlddud. Der verstorhene Schriftsteller Alter Drujanov, der außer seinen Arbeiten zur Geschichte des Zionismus als Sammler des jüdischen Voikswitzes auch weiteren Kreisen bekannt war, Hat kurz vor seinem Tode den dritten Band seines Werke* über den jüdischen Witz herausgegehen. Seiner gystemallscheu Arbeit und Sichtung gelang es, dietes Werk mit rund 3000 Witzen au* allen Schichten des jüdischen Volkahutnor» abzuschließen, F. M. F. Jildlarhe Arbeiter in Tel Awiw. Eine Zählung der Arbeiterschaft in Tel Awiw, bei der 2)101 Arbeiter (darunter 8601) Arbe::;* innen) erlaßt wurden, ergab folgende»: 93,5 To dieser Arbeiter slanclcn im A'tcr von 16—50 Jahren. 25,3 0:״ der Arbeiter waren invc-p'c i Ttc Männer, 18,4 0,0 unverehclichte Frauen, 45 0,» verbeLa eie Männer, 8,9 ס/יי verheiratete Frauen, 0,4*0 Witwer, 0,6 «/0 Witwen, 0,3״/« geachiedene Männer und 0,6 ״/» geschiedene Frauen. 21jährige Zwi Rabinowitz, Sohn eines Siedlers, Ver* letzungcn erhielt. Mosche Igoretzki, 32 Jahre alt, Eisenbahn-Vorarbeiter in Haifa, wurde heute morgen auf dem Wege zur Arbeit erschossen. Arbeiter aus Sichrem Jaakow.die sich auf dem Wege zur Feldarbeit befanden, wurden aus dem Hinterhalt beschossen. In dem kurzen Kampf, der sich entwickelte, wurde der Ghaffir Dow Ben-Joseph getötet. Zwei seiner Kameraden namens De Haan und Jakob Florin wurden verwundet. Der 30jährige Aron David Cohen wurde heute auf der Straße in Jerusalem angeschossen und schwer v c r,־ w u 11 d e t. Ein Araber, der im Begriff war, ein Bombenattentat in Haifa zu verüben, wurde durch die vorzeitige Explosion der Bombe getötet. — Ein arabischer Terrorist, der sich anschickte, auf einen Polizisten in Haifa zu schießen, wurde von diesem erschossen. (erusalem, 21. September. (Palcor.) Ein Jude wurde im Jaffaer Postamt leicht verwundet. Heute wurden 11 Postäm ter in arabischen Städten, darunter in Beisari, Beersclieha, Bethlehem, Jericho, Ludd, Kalkilieh und Rainalla, geschlossen. Mit Hebron besteht keine Tciephouverbindung. in Haifa wurde ein arabischer Proteststreik wiyfeu der vom Militär durchgeführten Durchsuchungen erklärt. Die Mehrzahl der arabischen Läden wurde geschlossen. Auch ein Teil der arabischen Hafenarbeiter, Eisenbahn- und Postbeamten hat sich dem Streik angeschlossen. Ein Gefecht zwischen Terroristen und jüdischen Ghaffirim, sowie Mitgliedern des transjordanischen Grenzkorps fand gestern in der Nähe von Maoz statt. Die Terraristen hatten Verluste. ln der Nähe von Gaza wurden die l.eichen von drei Arabern gefunden, die bei Gefechten getötet worden waren. 12 1 Araber wurden in einem Dorfe in der Nähe von Akko gefangen genommen. Einer der Terroristen wurde bei einem Fluchtversuch erschossen. Sämtliche jüdischen Führer von öffentlichen Verkehrsmittein im Vorstadt- und Ucberlandvcrkehr wurden seitens der Regierung bewaffnet. Von der Woche Sir Charles Tegart kehrte nach Palästina als Berater der Polizei zurück. Ein Projekt, das die Sicherheit der Landstraßen und Plantagen im südliche n Palästina zum Ziele hat, ist den Behörden vorgelegt worden. Die Kosten, die auf £ 30000 geschätzt werden, sollen von der Jewish Agency, dem Kefer Hajisehnw und dem Verbände der Landwirte aufgebracht werden. Die Regierung ist ersucht worden, auch ihrerseits zu den Kosten beizutragen. Nach Bohrungen, die sich mehrere Wochen hingezogen haben, ist in der Siedlung Chanita Wasser gefunden worden, das 102 Meter tief liegt. Dieser Fund ist von der größten Bedeutung für die Entwicklung der Wirtschaft. Nachdem das Oberste Gericht das Gesuch der revisioni-' sfischen Aktieninhaber des Tel Awiwer Marine Trust um «in Verbot der geplanten Wiederwahl der abtretenden Direktoren ahgewiesen hatte, fanden die Wahlen statt. S. Hoof len und Isaak Rokach sind mit (>1000 gegen 859 Stimmen zu. Direktoren des Marine-Trust wiedergewählt worden. Die Potnsh-Company ist an die Durchführung neuer Arbeiten im Süden des Toten Meeres gegangen. Um eine Uebersclnvemmiing des Südwerkes und der Bassins durch die Gebirgsbäche in der Regenzeit zu verhindern, will die Gesellschaft einen großen Staiidamm von 4k, km Länge errichten, der von Betonniatiern eingefaßt ist. Der Staudamm wird 2500 Kubikmeter Beton enthalten. Die Arbeit, die CP 6000 kosten wird, wurde der Cooperative Solel-Bone übertragen. Die Arbeit wird in vollem Umfange von jüdischen Arbeitskräften ausgeführt. Muslk-Nachrlchten im Jerusalemer R adiosender fand ein Konzert Pa- 1 ä s t i n e n s i s c h e r K o m p o n i s t i n n e n statt, das Hebritische Lieder von Verdi na Schlonsky (Tel Awiw), Elly Hel per in (Kirjath Biaük) und Alice Jacob-Loew e 1i s o n (Jerusalem) durch Ephraim G o I d s t e i n (Tenor) zu Gehör brachte. Das Konzert fand großes Interesse. Das Palästina-Orchester kündigt für die nächste Saison, die Mitte Oktober beginnt, 10 Abonnementskonzerte an, die von den Dirigenten: Pierre Monteux, Eugen Szenkar, Issai Dobrowen, Georg Szcll und Dr. Malcolm Sargent dirigiert werden. Soiistisch werden mitwirken: Emanuel Feuermann (Cello), Bromslav Hu|n׳rman (Violine) u#w. Ferner wird Szenkar unter Mitwirkung des ״Palestiue Oratoria“ in einem Sonderkonzert Beethovens 9. Sinfonie aufführen, während sich das Palästina-Orchester an einer Aufführung des ״Samson“ von Händel (unter Leitung von Nathan Fordhaus Bai Zissy) beteiligen wird. Im Dezember wird das Orchester unter Leitung von E. Szenkar eine Reihe von Konzerten in Aegypten geben, Alice Jacob-Loe )vensoti (Klavier) und Else J. Dublon (Gymnastik und Tanz) sind In das Lehrerkollegium ״Institute of Music" (Leitung Prof. Zadrl), Jerusalem, eingetreten. Vorträge in Tel Awiw. Margot Klausner referierte über das von ihr gemeinsam mit Jehoschuah Brandstätte r geleitete Bühnen Verlags unternehmen ,,Moadim“ vor Tel Awiwer Schriftstellern, Journalisten und Bülinenangchörlgen in einer von Rodakteur Kl in off geleiteten Sitzung. ״Moadim" hat sich einerseits ■zur Aufgabe gestellt, palästinensisehe Lebensformen, —י Inhalte, — Geschehnisse durch künstlerisch-wertvolle Bühnenstücke den Juden in der Gola naheztibringen, andererseits palästinensische Schriftsteller m dramatischem Schaffen anzuregen. Die Tatsache, daß man in Polen kein Theater lind Ensemble fand, da« die Aufführungen einstudieren konnte, führte dort zur Gründung der ״Jüdisch - Nationalen Bühne". — ״Ichud Sch i w 11 h Zion" veranstaltete jn der Synagoge Ben Jehudastraße eine dein ״Kofcr Hajiachuw“ gewidmete Kundgebung. Ein Chawer des Kibbuz Rodges berichtete über Vorbeugungsmaßnahmen gegen arabische lleherfiille und deren Abwehr. Dr. Aron Barth richtete einen Appell an die Versammelten, durch materielle Opfer das Verteidigungswerk des ״Koier Hajischuw״" zu stärken. M. O.

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