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Jüdische Rundschau · 1938-09-20 · Heft 75 (20.9.1938) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 75 (20.9.1938)
Date
1938-09-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr, 75, 20. SEPTEMBER 1938 PALÄS Terror im Süddistrikt Von unserem palästinensischen Korrespondenten Gefecht bei Ramalla ISO arabische Tote Jerusalem, 15. September (Palcor). Ein britisches Flugzeug bemerkte auf einem Rekognoszierungsflug ungefähr 20 km nordwestlich von Ramalla eine große Gruppe Terroristen. Weitere Flugzeuge sowie Truppen wurden herbeigerufen und verwickelten sie in ein Gefecht, in dem 150 Araber fielen. Die Flugzeuge wurden mehrere Male von Gewehrschüssen getroffen, die jedoch keinen Schaden anrichteten. Diese militärische Operation war die erfolgreichste seit Ausbruch der Unruhen! Sämtliche englischen Bataillone in Nordpalästina und 14 Flugzeuge nahmen an diesem Kampfe teil. Auf arabischer Seite nahmen 400 bis 500 Terroristen an dem Gefechte teil. Amtlich wurde mitgeteilt, daß gestern bei Anbruch der Dunkelheit elf Araber getötet wurden, als der Pilot eines britischen Flugzeuges eine Gruppe bewaffneter Männer beobachtete, die auf der Latrun-Straßp fuhr. Der Rest entkam in der Dunkelheit. Unter den Toten befindet sich der bekannte Terroristenführer Abulkhalil Mohammed Saleh. Die Terroristen befanden sich auf der Flucht von dem Araberdorf Aqtiir, in dem sie mit Truppen und Polizei zusammengestoßen waren. Jüdische Hilfspolizisten, ■die eine Gruppe Arbeiter in der Nähe der jüdischen Siedlung Migdal Zedek eskortierten, bemerkten zwei arabische Terroristen. Sie feuerten und trafen beide Terroristen. Ein jüdisches Taxi wurde heute in der Nähe von Sch imron beschossen. Truppen eilten rasch herbei und verwickelten die .Terroristen in ein Gefecht, in dem ein Araber getötet und drei gefangen genommen wurden. Ein Araber wurde in Jerusalem und ein weiterer in Nazareth getötet. Ein arabischer Knabe von 11 Jahren wurde in Jaffa getötet. Terroristen brachen in die Verwaltungsgebäude von Becrscheba ein und raubten £ 170 und zwei Gewehre; sie erpreßten ebenfalls Geld von einigen Bewohnern der Stadt. Die Postämter in Ramalla und Bethlehem wurden wegen der terroristischen Aktionen geschlossen. Ein Jude erschossen Jirmijahu Goddard, ein 24jät1riger Gliaffir, wurde gestern nacht in Gan Haschomron bei Cliedera durch Schüsse schwer verletzt und erlag heute seinen "Wunden. Der Verstorbene war der Sohn eines in Tel Avviw lebenden Rechtsanwaltes. Zahlreiche Ueberfälle Jerusalem, 16. September. Zwischen Jerusalem tind dem Toten Meer wurden Transporte der Potash- Company beschossen. In Haifa wurde ein arabischer Polizist erschossen. Ein weiterer Araber wurde bei Nablus getötet. In Ramalla drangen Terroristen in die Amtsräume des Distriktsoffiziers ein und raubten wichtige Papiere, Schreibmaschinen und Vervielfältigungsapparate, in der Nähe von T i b e r i a s wurden 92 Araber verhaftet. Eine Militärpatrouille wurde jn der Nähe von Nazareth beschossen. Zwei Soldaten wurden leicht verwundet. Ein bewaffneter Terrorist tötete einen arabischen Dorfbewohner zwischen Ramalla und Nablus. Ein britisches Militärflugzeug, das von Aegypten nach Palästina unterwegs war, wird, vermißt. Jerusalem, 17. September (Palcor.), Auf der Landstraße von Ramleh nach Lydda fand eine Militärpatrouille nachmittags Draht quer über die Straße gespannt. Die. Soldaten nahmen den Kampf mit in der Nähe befindlichen Terroristen auf, die sich sofort zur Flucht wandten. Ein Araber wurde getötet, zwei verwundet und einer gefangen genommen. Anscheinend hatten die Araber versucht, auf der Landstraße eine Höllenmaschine aufzustellen. Vier Ghaffirim getötet Jerusalem, 18. September (Palcor.). Eine Nacht- Patrouille in den Scharon-Siedlungen in der Nähe von Herzlia stieß auf eine Höllenmaschine, 4 Ghaffirim wurden g etötet und vier verwundet. Die Toten sind: Chaviv Mogilevitz (21 Jahre alt), ein gebürtiger Palästinenser; Max Siperheld (24 Jahre alt), aus Nürnberg; Zvi Yocha (23 Jahre alt) aus Lettland, David Goldin (29 Jahre alt) aus Polen. Es handelt sich zum größten Teil um Angehörige des Kibbuz Shfayim bei Herzlia. Gestern nacht explodierte eine Höllenmaschine unter einem Militärlastwagen in der Nähe von Tulkerem. Ein englischer Soldat wurde leicht verwundet. Ein arabischer Polizeisergeant wurde vormittags in Jaffa verwundet; ein arabischer Ghaffir vvuTde in der Jerusalemer Altstadt verwundet. Weitere Truppensendungen Nach einer Mitteilung des Kolonialamtes in London sind aus England zwei Kavallerieregimenter sowie das zweite Bataillon des West Yorkshire Regiments mit den notwendigen Ergänzungstrurpen nach Palästina entsandt worden. Ferner wurden drei Bataillone aus Indien nach Palästina verlegt. Dadurch steigt die Stärke der britischen Truppen auf fünf Brigaden. Mat! nimmt an, daß diese Verstärkung zutft Zwecke scharfer militärischer Maßnahmen und vielleicht zwecks Einführung des Kriegsrechtes in. Palästina vorgenommen wird. Jude vor dem Militärgericht . Hermai! Josephsberg stand vor dem Militärgericht m Jerusalem unter der Anklage, eine Bombe aus einem Omnibus in Ramie geworfen zu haben. Der Staatsanwalt beantragte Vertagung, da der Hauptzeuge ein arabischer Terrorist war, der nach dem Mord an Dr. Abraham Rosenthal bei Ramie von Truppen erschossen worden war. Der zweite Zeuge für die Anklage war nach Syrien geflohen. Es wird angenommen, daß die Anklage zurückgezogen wird. Inzwischen wurde Josephsberg gegen Stellung einer ßürg- Schaft entlassen. JQdlscher Palästina-Luftdienst Der High Commissioner genehmigte die provisorische Landung einer bestimmten Klasse von Flugzeugen auf dem neuen Flugplatz nördlich vom Yarkon bei Tel Awiw, dqr am Donnerstag cingeweiht werden soll; von dann ab soll ein unter jüdischer Kontrolle stehender Palästina-Luftdienst Tel Awiw—Haifa—Jerusalem—Beirut beginnen. gl. Tel Awiw, 11. August 193S Informationen und Gerächte Seit fast zwei Wochen dürfen die palästinensischen Zeidüngen keinerlei Nachrichten über die mit dein Terror zusammenhängenden Ereignisse bringen, die nicht in den von der Behörde herausgegebenen offiziellen Bulletins enthalten sind. Durch die neue Verordnung sollte der arabischen Presse ■die Möglichkeit genommen werden, die farbigen ausführlichen Kampfschilderungen zu bringen, die sie so sehr liebte und die auf eine starke Propaganda für die Terroristen Jiinausliefen; außerdem wollte man den im Lande üppig wuchernden Ge-!üchten einen Riegel vorschieben. 111 den ersten Tagen, als •die Zeitungen die knappen Berichte der offiziellen Communiques brachten, konnte man in der Tat annehincn, daß diese Neuerung dem allgemeinen Wohle diene. Es liegt etwas wie Nervenschonung in der knappen Darstellung der Ereignisse und in dem gleichen Wortlaut in allen im Lande erscheinenden Zeitungen. Aber bald wurden die Dinge anders. Die Zeitungen warteten gelegentlich vergeblich auf die Bulletins, die Zeituugsleser fanden zur bestimmten Zeit nicht die erwarteten Berichte vor und niemand wollte glaube«, daß ein Comninnique ausliele, weil nichts Böses mitzuteilen sei. Man ist sich des Enistes der Situation zu sehr bewußt, und trotz aller Verringerung des Verkehrs ist die Verbindung zwischen den einzelnen Orten und Landcstcilen doch noch so lebendig, daß Nachrichten auch ohne Draht mit Windeseile weitergetragen werden. Und sobald bestimmte Nachrichten von der Regierung überhaupt nicht׳ mitgeteilt oder zu spät verbreitet werden, schwindet naturgemäß im Publikum das Vertrauen in die Genauigkeit lind Vollständigkeit der offizieMen Conimuiiiqucs. Ein Schulbeispiel ist die Berichterstattung über Jaffa in den fetzten drei Tagen, Es sprach sich bereits in der Mitte der vorigen Woche überall herum, daß die Terroristen, im Norden durch den Tcgart-Wall vom Libanon a!)geschnitten und durch die verstärkten Verteidigungsmaßnalunen in ihrer Bewegungsfreiheit gehemmt, siel! int Siiddistrikt konzentrierten. Die jüdischen Instanzen wiesen frühzeitig darauf bin, daß diese Umgruppierung der Kräfte besondere Vorsiclitsmaßregeln erfordere, verlangte vor allem einen stärkeren Schutz von Tel Awiw und eine weitere Einsetzung der vorhandenen jüdischen Kräfte zusammen mit Militär und Polizei. Der Jischuw verknüpft mit Jaffa böse Erinnerungen. Man weiß nicht nur, daß liier die Unruhen von 1936 ausbrachen, sondern daß die Disfrikisadministration ihnen reichlich unentschlossen gegenüber stand. Durch die Erfahrungen der fetzten Jahre klug gemacht, schien das Wichtigste, Siclierheijsm.ißnahmen rasch zu treffen, damit nicht die Terroristen in diesem bisher ruhigen Bezirk sich einrichten und ihr Prestige unter der Bevölkerung festigen konnten. Das ist jedoch nur zu einem sehr geringen Maße geschehen, und überall sieht man die Bemühungen der Terroristen, Boden in d׳r Bcvölkerung zu fassen. Die Verhältnisse In Jaffa Die Verbindungen zwischen Jaffa und Tel Avviw sind im Laufe der Unruhen immer schwächer geworden. Während wir früher cs eigentlich mit zwei Teilen einer Stadt, einem orientalischen und einem europäischen, zu tun hatten, die 1111mittelbar ineinander übergingen, ist die Trennungslinie zwisehen beiden, die mit dem Bandes Tel Awiwcr finfeiis begann, immer schärfer geworden. Wer keine dringenden Geschälte in Jaffa hat, geht von Tel Awiw aus nicht hin und umgckehrt. Dennoch hat sich natürlich in der engen Nachbarschaft nichts geändert, es gibt gemeinsame Grenzen, die in der Regel durch gemischte arabisch-jüdische Viertel gebildet werden; die ärmeren und orientalischen Schichten von Tel Awiw wohnen heute noch in Gegenden, die gesetzlich zu Jaffa gehören. Es ist also für Tel Awiw׳ eine entscheidende Frage, wie sich die Sicherheitsverhältmisse in Jaffa gestalten. Als tnan von der stärkeren Konzentrierung terroristischer Elemente in Jaffa hörte, verlangte die Stadt Tel Awiw־ entsprechende Maßnahmen. Die Antwort des Distriktkommissars war nicht sehr positiv, von den Forderungen der Stadt wurde nur ein kleiner Teil bewilligt, die Wache verstärkt und einzelne Teilgrenzen durch Stacheldraht abgeriegelt. Kein Wunder, daß die Stadt Tel Awiw von der Mitte der vorigen Woche au aufhorchte, als sonderbare Gerüchte über Jaffa auftaiicliten, die durch das Echo gelegentlicher Schießereien einen gewissen Nachdruck bekamen, in den offiziellen Commiiniques jedoch fand man drei Tage hindurch Jaffa überhaupt nicht erwähnt, abgesehen von «ungeschlagenen Straßenlaternen, die in einem Bulletin figurierten. Und erst nach einem Schabliath, dessen Ruhe durch den Widerhall von Sprengungen und Maschinengewehrfeuer unterbrochen wurde, erhielt das Publikum einen sehr mageren Bericht über Jaffa, aus dem man das Verschicdenste herauslesen konnte. Der Sinn der offiziellen Nachrichtenvermiftluiig ist der, falsche Nachrichten zu verhindern und die Nerven des Publikums und der Behörden zugleich zu schonen. Das wird aber nicht durch diese Methode des; zu späten Publizierens oder des Verschweigens erreicht, die jetzt durch die offiziellen 11111n11111111111!11111111111111111111111111111111111111111111111111111111111!111u11111111111111111111n11111!11111n11111111u!111111!11!111111111111111!11 Aus der Jerusalemer Stadtverwaltung Links.■ Der neue Bürgermeister Mustapha Bev cl Khaldi. Rechts: Der erste englische Stadtkümmerer Major A. F. Nathan Coinniuniquüs aufgckoinnicii ist. Notwendigerweise vermutet das Publikum hinter den offiziellen Nachrichten viel mehr, als es in Wirklichkeit gibt, die Nervosität wird größer, die Gerüchte breiten sich mehr aus als früher. Gerade das sollte jedoch verhindert werden und die Regierung erreicht das Umgekehrte als das, was sie zum Ziele hatte. Die offiziellen Coinmuniques müssen ausführlicher werden und prompter erscheinen, wenn sie die normale Berichterstathing ersetzen sollen. Konzentrierung der Terroristen? Die Vorgänge in Jaffa sim« hauptsächlich damit erklärt worden, daß die Terroristen aus dem Norden und aus dem ״blutigen Dreieck“ von Dselieniis verdrängt, sich im Süden zusanimeiigezogen haben. An dieser Erklärung ist zweifellos viel richtiges, obwohl die Ereignisse der letzten Tage beweisen, daß sich kleine Gruppen auch an den verschiedensten anderen Stellen im Lande noch finden und dort den Juden und Engländern zu schaffen machen. In Jaffa aller und überhaupt im Siiddistrikt stolien wir auf neue Methoden der arahi sciie 11 Füll rung, die vor allem darauf ausgehen, die Bevölkerung einerseits stärker als je unter Terror zu stellen, andererseits sic 711 aktiver Unterstützung mit/ureißen. Das äu- Be re Symbol dieser Tendenz war die Kofija, das Fellaehenkopt- 1 lieh, das der städtischen Bevölkerung innerhalb weniger Tage an Stelle des Tarluisehs aufge/wiingeil wurde. Der Einmarsch einer Terroristen gruppe in die Stadt R a mall a in der Nähe von Jerusalem, wo sie singend und Fretulcnscliusse abfeuernd durch die Straßen zog, bis das Militär eintraf und sie“ ausein- .inderjagte, ist ein Zeichen dafür, wie hier und da Demonstrationen versucht werden, die geeignet sind, die Bcvölkerung uiit/ureiücn, und wie man sich darauf verläßt, daß solche Demonstrationen ohne viele Folgen verlaufen. Ein besonderes Kapitel in diesem Weihen der Terroristen tun die Loyalität der Bevölkerung ist die arabische Polizei. In einem Kampf mit nationalen Losungen wie dem gegenwärtigen im Lande ist die arabische Polizei, die der Mandatsregierung Treue geschworen 11:1t, ohnehin in einem Konflikt. Sie unterliegt zudem einem dauernden Terror, der vielfach gerade die fälligsten aus ihren Reihen auf« Korn genommen und zur Strecke gebracht hat. Es war initiier problematisch, wie fange und unter welchen Bedingungen die arabischen Polizisten mit den Engländern in! Kampfe gegen die Terroristen gehen würden. In den let/ten Wochen .«•dieineii die Terroristen beim arabischen Poii/eikorps Fortschritte zu machen. Es gibt darüber verstämlliclicTweise keine offiziellen Auskünfte, aber wir haben Anzeichen, die vielsagend sind. Wietier und wieder liest man in den offiziellen Berichten über die Schließung von Polizeistaticmen, die mit arabischem Personal besetzt sind. Die Stationen werden einfach geschlossen und fürs erste nicht wieder neu besetzt. Das ist nur so zu erklären, daß die Engländer an bestimmten Stellen und unter bestimmten Umständen eine nicht vorhandene Polizeistation für besser halten als eine mit Arabern besetzte. Während nun die Ausschaltung zweifelhafter Elemente im heutigen Moment eine Selbstverständiiehkeit ist, hat sic doch nur einen Sinn, wenn sie zu- {gleich neues und der Mandats!'!1gicrung loyales Material in die Polizei liiiieinbringt. ln den letzten Wochen sind einige Hundert neue englische Polizisten nach Palästina gekommen, aber sie werden zuerst in der Jerusalemer Polizeischule ausgebildet, ehe sie den Dienst übernehmen können. Es ist ein- 1 ciichtcrid, daß sofortige Hilfe aus den Reihen der Juden kommen muß, die bereit sind, stärker und stärker an der Verteidigung des Landes 111 itznartieiten, und die vielfach auch iin Lande sich auskennen und (!.aller wertvolle Dienste zu leisteil fähig sind. I's scheint sicher, daß die Regierung mehr und mehr auf diese jüdischen Reserven zuriickgreifen wird und damit der Siiddistrikt, was die Verteidigung an betrifft, ein ähnliches Gesicht bekommt wie Galiläa. Man muß jedoch darauf dringen, daß diese Verstärkungen sobald wie möglich eingesetzt werden, denn alle Erfahrungen der Jahre haben uns gezeigt, daß Zeigern die Gefahr verstärkt. Ein richtiger Vergleich? Die Situation in Palästina, die durch anhaltenden Druck der Terroristen gekennzeichnet ist, ergibt keinerlei neue Atonieiite, die einen Versuch der friedlichen Bereinigung gegenwärtig aussiclitsvoller erscheine״ lassen als zuvor. Daß das Problem Palästina 11 i c 111 durch Gewalt 711 lösen ist, wie ״Great Britain and 111 e East" am 15. September schreibt, war stets auch unsere Meinung. Daß eine energische Haltung der Mandata rmacht gegenüber dem Terror, die zu seiner schiießiiclien Beseitigung führt, eine grundlegende politische Lösung nicht ersetzen kann, daß vielmehr diese Lösung gerade dann zur Aufgabe werden wird, wenn Ruhe und Ordnung wiederiiergestellt sind; daß dem jüdischen Aufbauwerk nicht allein mit einer äußeren Ruhe gedient ist, sondern daß es seine ganze, die Judenfrage in der Weit erleichternde Wirksamkeit nur daun entfalten Rann, wenn es sich in einer Atmosphäre des aufrichtigen Einvernehmens mit dem arabischen Volke vollzieht, ist oft h-ervorgehoben worden. Es kann freilich eine grundsätzliche Lösung kaum fördern, wenn ״Great Britain and tlie East“ jetzt, während die britischen Behörden, ״mit allen zur Verfügung stellenden Kräften sich bemühen, die Lage in der Hand zu behalten", die von den Terroristen gebildete ״Provisorische Nationalregierung“ an anderer Stelle 111 it Mustafa K e m a 1 I3 a s c 11 a vergleicht, den England 1919 und 1920 ablelinte und später doch anerkannt hat. Die Geschichte des britischen Weltreiches enthält zahlreiche Beispiele dafür, daß die Rebellen von gestern die anerkannten Partner von heute, ja die Freunde von morgen werden; die Einigung mit Irland ist hierfür ein klassischer Beleg. Wenn aber ein Vergleich .wie der eben erwähnte jetzt gezogen wird, so muß man befürchten, daß er die also Apostro-!)Werten in ihrer Meinung bestärkt, das Problem Palästina sei augenscheinlich doch mit Gewalt zu lösen. Die letzten Nachrichten über neue Trupperiversfärkungen dürfen wohl dahin gedeutet werden, daß die britische Regierung entschlossen ist, diese Meinung zu Fall zu bringen. Eine größere Einheitlichkeit der öffentlichen Meinung Englands bei der Beurteilung palästinensischer Probleme würde hierfür Raum weniger wichtig sein als militärische Aufgebote. Fotos: KKL

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