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Jüdische Rundschau · 1938-09-20 · Heft 75 (20.9.1938) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 75 (20.9.1938)
Date
1938-09-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 75, 20. IX. 1938 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 ״Der Neue Weg“ Uraufführung: des neuen Palästina-Tonfilms Betty Frankenstein In diesen Tagen verläßt Betty Frankenstein Deutsch- Iand, um nach Erez Jisrael überzusiedcln. Ihr Name und ihre Person ist für viele Hunderte, ja Tausende, die heute in Palästina leben und mit der zionistischen Arbeit in Deutschland früher verbunden waren, ein fester Begriff. Als vor vier Jahren das dreißigjährige Jubiläum Betty Frankensteins im Dienste der zio- -chen Arbeit gefeiert wurde, kam die warme Verehrung zum Ausdruck, die sie sich in den Jahrzehnten ׳nre1• Tätigkeit nicht nur in zionistischen ICreisen, sondern bei allen, die überhaupt mit ihr in Berührung kamen, erworben hat. Auf ihren Schultern lag in den Anfängen der zionistischen Arbeit in Deutschland fast die ganze Last der inneren organisatorischen Arbeit der Zionistischcn Vereinigung für Deutsch'arid und ebenso die Sorge um das Gedeihen der ״Jüdischen Rundschau“ A'le diejenigen, die schon in der Vorkriegszeit aktiv in der zionistischen Arbeit gestanden haben, gewannen zu ihr eine persönliche Be- Ziehung, würdigten ihre oft scharfe Kritik, die sich niemals von persönlichen Gesichtspunkten beinen ließ, und achte en in ihr schon damals eine selbständige Persönlichkeit von ausgeprägtem Willen und zugleich voon menschlicher Charme und tiefgehender Hilfsbereitschaft, die sich in vielen Fällen bewährt hat. In den letzten Jahren hat Betty Frankenstein in einer Periode, in der sich die zionistische Arbeit unter dem Einfluß der Zeit nach vielen Richtungen hin entfaltete, eigentlich auf allen Gebieten gewirkt, mag es sich um die Zionistische Organisation selbst, um die Frauenarbeit in der Wizo, die Berufsum- Schichtung oder was immer gehandelt haben. Mit ganz besonderer Liebe aber hing sie in diesen Jahren an ihrem Tätigkeitsfeld in der ״Jüdischen Rundschau‘1, und ihr ist es zu erheblichem Teil zu danken, daß unser Blatt den Aufstieg nehmen konnte, der zu seiner heutigen Bedeutung geführt hat. Es sind aber nicht allein und nicht so sehr die sachliehen Verdienste, die sie um die zionistische Arbeit in Deutschland hat; gewiß wiegen sie schwer genug, aber sie machen doch nicht die besondere Eigenart gerade dieses Menschen aus. ln Betty Frankenstein verkörpert sich — wie man es gelegentlich ausgedrückt hat — das Gewissen der zionistischen Bewegung in Deutschland. Dazu verhalten ihr nicht nur ihre umfangreichen persönlichen Beziehungen und Kenntnisse, sondern in erster Linie die Unbestechlichkeit ihres Blickes, ihre menschliche Geradheit und ihre Fähigkeit, Brücken zu schlagen zwischen den Menschen und Meinungen und zugleich in sich selbst eine Synthese der sich immer mehr verzweigenden zionistischen Auffassungen zu finden. Wenn sie uns jetzt verläßt, dann ist auch dies ein Symbol für eine Zeit der Auflösung alter Bindungen; es ist für sehr viele schwer, sich das Haus Meinekestr. 10, die Zentrale der zionistischen Arbeit in Deutschland, und diese Arbeit vorzustellen, ohne daß Betty Frankenstein i!1 ihr als ein Motor von menschlicher Wärme und unermüdlicher Schaffenslust wirkt. Bettv Frankenstein wird gewiß auch in Palästina große und reiche Aufgaben finden innerhalb des Kreises der Mensehen, die aus Deutschland gekommen sind, mit denen sie freundschaftlich verbunden ist, aber auch darüber hinaus in einer werdenden Volksgemeinschaft, die Menschen w׳ie sie braucht mit der Fälligkeit, gesellschaftsbildend zu wirken. Unser aller Wünsche begleiten sie in das Land, das ihre Sehnsucht seit vielen Jahrzehnten ist, und wir sind überzeugt, daß sie auch dort ein reiches Wirkungsfeld finden wird. * In den Räumen der zionistischen Büros, Meinkestr. 10, fand anläßlich der Alija von Fräulein Betty Brankenstein eine Absfhiedsfeier statt, an der eine Anzahl zioaistischer Mitarbeiter aus Berlin teilnahmen. Pariser Notizen K. Paris, im September Die ״Dernieres Nouvelles de Strasbourg“ beschäftigen sich in einem Artikel mit dem konfessionellen Problem in den beiden französischen Ostprovinzen. Nach den jetzt veröffentlichten Statistiken betrug die Zahl der dort lebenden Juden 29 000 bei einer Gesamtbevölkerung von 1,0 Millionen. 65 000 Personen — unter ihnen sicherlich auch Personen 'üdischer Abkunft — hatten sich als konfessionslos erdärt. Der Anteil der Juden an der elsaß-lothringischen!Bevölkerung beträgt also 2 o;0. Die jüdische Bevölkerung ist naturgemäß starker in den Städten als auf dem Lande vertreten, und ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung betrug in Straßburg und Metz 5 0״, in Mülhausen 2,5 סי׳ und in Kolmar 2,40״. Die jüdische Bevölkerung hat sich numerisch in den Nachkriegsjahren wenig verändert. Nur in Straßbnrg ist die Zahl der Juden von 5800 im Jahre 1910 auf 0300 bei der letzten Volkszählung (1936) gestiegen. Der palästinensische Oberrabbincr Herzog und Rabbi Meir Berlin haben sich auf der Durchreise nach Palästina in Paris aufgehalten und an einem ״Oneg Schabbath“ teilgenommen. Die religiösen Kreise in Paris hatten den beiden Vertretern des palästinensischen Judentums einen besonders herzlichen und feierlichen Empfang bereitet. Die bekannte öffentliche Sprechtribüne in Paris, der ״Club du Faubourg“, wird seine Winterarbeit im Oktober eröffnen. U. a. werden in diesem Winter auch verschiedene jüdische Fragen behandelt werden. So werden der Leiter der Zeitung ״Sainedi“, Artzidi, über ״Das jüdische Problem — ein internationales Problem“, der Rabbiner von Metz, Netter, über ״Zwanzig Jahre in einer jüdischen Gemeinde“, der Rabbiner von Bavonne, Ginsburger, über ״Die Juden in den biblischen Zeiten“ sprechen. In dem Pariser Kino ,,Air! i :11 teurs“ wird ein neuer Film in jiddischer Sprache ״Green Fields“ aufgeführt werden. Es ist ein Film, der von den amerikanischen Produzenten Ben-Ami und Ulrner hergestellt wurde und in dem die Schauspieler Beverly, Goldstein und Cashier spielen. Die Premiere des neuen Palästina-Tonfilms im Kulturbundsaal, bei der neben einem zahlreichen Publikum u. a. der Vorstand der Berliner Jüdischen Gemeinde, Vertreter der Reichsvertretung und der großen jüdischen Organisationen anwesend waren, begann mit einer Begrüßung durch Dr. Josef Weiß, der auf die Bedeutung des Landes für uns hier und auf die gegenwärtige Situation in Palästina hinwies; der Film, dessen Manuskript I)r. Weiß verfaßt hat, soll diese• Situation widerspiegeln, wie sie ist. das arbeitende und trotz den Unruhen aufbauende Erez Jisrael. Dann sang der Kulturbundchor unter Berthokl Sanders Leitung in schöner und ergreifender Klarheit und Rabbiner Dr. Max N 11 ß b a 11 in hielt eine Rede: In der Lage, in der wir uns jetzt befinden, in einer Welt, die, nach weizmanns Wort, in Länder zerfällt, in denen Juden nicht erwünscht sind, und in Länder, die Juden ihre Tore verschließen, hat das Judentum hierzulande eben in den letzten fünf Jahren eine eminente Kulturleistung vollbracht; jetzt, da der Kulminationspunkt dieser Entwicklung erreicht zu sein scheint, beginnen wir das ״Set er Sikaron“, das grolle Buch der Erinnerung, zu schreiben als ein Denkmal unserer Existenz. Man mißverstehe diese Akiion des Gedenkens aber durchaus, wenn man sie lediglich für eine Denkmalsaktion mit dem rückwärts auf das Vergangene und Unwiederbringliche ge• richteten Blick hält. Sondern es soll eben durch diese Aktion Max Weissier Berlin W, Kleiststr. 12 zugleich eine Siedlung von Juden aus Deutschland in Erez Jisrael geschaffen werden, die den Namen Tel Sikaron, Siedlung des Gedenkens, führen und somit als Aus■ druck einer gemeinsamen Kraftaustrengiing das Vergangene und Gegenwärtige bewahren und produktiviercti und ein kraftvoll in die Zukunft weisendes Werk werden soll. So soll das Sefer Sikaron, für das dieser Abend den Auftakt der Aktion bildet, ein ״Sefer Chajim", ein Buch des Lebens, ein Werk zum Leben werden. Nach dieser mit stürmischem Beifall atifgenoiiiiiieneii Rede kam ״Der neue Weg“, der Tonfilm des Keren Kajemcth Lejisraei, den unter M. Epsteins Hcrstellungsleitung, nach Josef Weiß’ Manuskript N. Axelrod aufgenommen und Georg Engel gestaltet hat und der mit nicht geringerer Begeisterung aufgenommen wurde. .. . Liebe Leserin und lieber Leser, bitte, nehmen Sie es nicht übel, wenn nun an Stelle einer objektiven Filmkritik oder Kunstbetrachlung ein heillos subjektiver Bericht folgt. Ich habe mir ja diesen Film .«1 feilt angesehen, um mich von einem Star erschüttern oder rühren oder amüsieren zu lassen, obwohl ich dadurch immerhin die Gelegenheit bekam, eine Fülle von Stars nicht des Films, aber des Lebens kcnncnzulerncn und überraschenderweise so'che ״Stars“ wie Sir Arthur Wauchopc, Weizmaun und Ussiselikin zu sehen und sprechen zu hören. Die Sache lag für mich vielmehr so, daß ich leider noch nie in Palästina gewesen bin und herzlich gern da wäre und daß von den füiiiunilvierzigtausend Juden aus Deutschland, die drüben sind, einigt■ mir sehr nahe stehen. Es sind Jahre her, daß sie sieh von mir verabschiedct haben, ich habe seitdem nur noch Briefe von ihnen bekommen und ich hoffte heimlich, wenigstens einen von ihnen im Film wiederzusehen; denn Briefe sind ja immer nur Andeutungen vom halben Lebenszeichen, die kleinen Photos, die, ach so selten, einen Brief illustrieren, machen einem nur mehr Appetit auf die lieben Menschen, aber so ein Film — da hat man beinahe den ganzen Menschen und sei’s auch mir für eine glückliche Sekunde. Und da es wahrscheinlich den meisten von uns ebenso gellt, wird man mir nicht verdenken, daß ich mir gar nicht wie im Kino vor einem Film vorkam und, anstatt neugierig zu warten, ob ״sie“ sich kriegeil, viel neugieriger war und gar nicht erwarten konnte, ob ich sie ״kriege“. Dazu kam die Musik, denn es ist ja ein Tonfilm, diese jüdische Rhythmik, die das vom Trommelfeuer der Erwar.ung ohnehin aufgerührte Herz noch immer kräftiger und bald ganz im, Einklang mit den Arbeitern, den Clialuzim, den Landschäften des Landes schlagen läßt. Kurzum, als es losging, als Tel Awiw, Jerusalem, Haifa auf der weißen Wand aufging, verlangte micli’s nur nach immer mehr Bildern davon, und so merkwürdig ist das menschliche Gemüt, daß es beim Anblick der Städte, der Panoramen, der Straßen, Hausfassaden, des Hafens, der Schilfe, der Waren und Kräne, der Verladung von Säcken und Kisten, der Maschinen und ihrer ständigen Arbeit nicht etwa ungeduldig wird, weil es vor all diesem toten Menscheiiwerk keinen Menschen lll!llll!llllllllllll!lllllllllllllllllllllllllllllll!lllllll1milllllllllllllll1mlll!lllllllllllllllll1m!!illll!lll|ll!llllll|!lllll||||lll!l|IMIIIIIIIII Das jemenitisdie Ballett Eine Tanzszene des jemenitischen Balletts, über dessen Auftreten in London wir in hr, 73 berichteten Auslandafoto sicht, vor lauter Straßen und Häusern nicht die Menschen erkennt, die zu sehen die Augen doppelt aufgetan sind, sondern im Gegenteil: man nimmt um so mehr teil daran und verlebendigt das scheinbar Tote, das Sachliche und Dingliche, man macht sich das Fremde zu eigen; das Schiff, das so silhouettenscharf, dunkel und klar sich vom Wasser des Hafens abhebt, wird mein Schiff, der Kran ladet mein Gepäck aus, auf den Straßen gehen meine Mensehen, und was auch immer gearbeitet, geschaffen, getan wird, es ist meine Arbeit, und nicht allein meine Augen arbeiten mit, sondern ich selbst mache mit. Wenn innerhalb des großen bewegten Totalgemäldes eine neue Bild folge einsetzt und der Bildtitel es in Worten kenntlieh macht, werde ich immer gespannter, und vollends im zweiten Teil des Films bin ich sogleich wie zu Hause, denn obwohl mir jedes Bild neu ist, glaube ich es doch ganz heimisch und anheimelnd zu empfinden: so also sieht Tel Cliaj aus?, ja, gewiß, so muß es sein; so also entsteht eine Siedlung, so also richtet man einen Wachtturm auf, so also baut man, und das ist Kfar Gileadi, natürlich, wie denn sonst — und Schafe und Rinder und Tränke und Wasser und pickende Flühncr und Wälder und Feuer, Ghaffirim auf Pferden — Junge, Junge, war das nicht einst dein Traum? Einst? Vorüber, englische Polizeipatrouillen rattern vorüber, ja, so muß das sein. Nur daß das Jordantal so berückend schön ist, daß Tiberias und Safed so liegen, hat mich trotz allem Vorwissen überrascht und hingerissen: das noch einmal in Wirklichkeit sehen •dürfen ... Und dann erscheinen plötzlich ein paar Kinderköpfe da auf der Leinwand, daß einem selber ganz kindsköpfisch zumute wird und man meint, die müßte Bialik gekannt haben, als er schrieb: ״Oil Mir soll sein, idNche Kinderlech, far eiere koschere Augelech!“ So sind sie! Und .,meine“ —■ ich habe da drei winzige Taugenichtse im Auge, die gewisse Leute gescheiterweise in einer gewissen Siedlung drüben gekriegt haben; ich scheine aber, während es auf der Leinwand jüdische Kinderköpfe blitzte, etwas anderes im Auge gehabt zu haben, denn ich sah nicht genau, ob eins von ״meinen" dabei war, hatte sie aber vielleicht auch dann nicht erkannt, denn sie sind im Lande geboren, und ich kenne sie nur von ein paar kleinen Photos. Mit einem Wort, es ist aufregend, und wenn Sie nun fragen, ob Sie sich den Film auch ans eben sollen, gibt’s nur eine Antwort: Auf keinen Fall! Wenn Sie noch fragen können, auf gar keinen Fall! Wenn Sie drüben keinen Menselten haben und wenn dies Land Sie nichts angeht, auf überhaupt keinen Fall! Denn es ist aufregend, cs ist gefälirlich, und wenn Sie trotzdem hingelien, kann es Ihnen passieren, daß Sie die unheimlichsten Entdeckungen machen, zum Beispiel merken, daß Sie doch lauter!Menschen da haben und daß Sie das Land doch etwas angeht, wenn nicht gar, daß es Ihr Land ist! Und daß Sie bald vergessen, w ie das ganz und gar nicht ein ״richtiges“ Kinostück ist, mit allen Vorzügen und Mängeln einer riesigen Menge von viel zu wenigen zusammengetanen Bildern, mit Titeln aus Augenpulver, die Sie wahrscheinlich gar nicht nötig haben, mit einer Musik aus lauter Musiken, die in Ihren Ohren Klang und Heimat haben, mit mancherlei technischen Finessen und Unzulänglichkeiten, auf die es Ihpen nicht ankommen wird. Und wenn Sie mich weiter fragen, muß ich Pinen antworten, nein, ich kann Ihnen den ganzen Inhalt unmöglich aufzählen, ich habe nicht einmal genau feststellen können, wer von meinen Leuten drüben mit dabei ist, ich bin darüber untröstlich und heimlich heilsfroh, denn ich glaube, ja ich fürchte fast, ich werde mich aus diesem Gnu.Je nicht überreden können, die nächste Gelegenheit zu einer abermaligen Betrachtung des Filmes zu versäumen. L. H. O *on(alislenkong:reß in Brüssel (Von unserem Berichterstatter) Brussel, 17. September Mehrere hundert Teilnehmer aus den verschiedensten Ländern vereinte der 20. Orientaüstenkongreß in Brüssel. Emen besonders breiten Raum nahm naturgemäß die Frage des Nahen Ostens ein. Es wurden die wichtigsten Forschungsergebnisse, insbesondere auch der Ausgrabungsarbeiten, der letzten Jahre mitgeteilt. Hier waren es in erster Reihe die Entdeckungen an der syrischen Küste, nördlich von Latakie bei Ras Shainrah, dem alten aus den Amarna-Briefen bekannten Ugarit, ein Kulturzentrum, das bis ins 11. Jahrhundert v. Chr. bestanden hat. Seit 1928 wurden hier von französischer Seite unter Leitung von Claude F. A. Schaeficr Ausgrabungen vorgenommen, die für die Geschichte des alten Orients sowie den Zusammenhang zwischen den Kii'tuien von Syrien und denen von Aegypten, Klein-Asien, Mesopotamien und dem agäischen Kuiturkreis von Bedeutung sind. Sehaeffer selbst zeigte einige der neuesten Funde. Der abwesende R. Dussaud vertrat in seinem Referat die These des sudpalästinensischen Ursprungs der Bewohner von Ras Shamrah, während W. F. Albright, der Leiter des Palestine Exploration Fund, und Pater R. de Vaux, Leiter der Ecole Biblique in Jerusalem, eine Bewegung von Norden nach Süden annahmen. T. H. Gaster aus London behandelte den Einfluß kanaanitischer Kulte und Mythen auf das Alte Testament, wie sich aus den Rash Shamrah-Texten ergebe. D. Sidersky aus Paris zog Parallelen zwischen manchen Tatsachen aus diesen Texten und dem Peßach-Fest. Ein anderes Problem, das in den letzten Jahren immer mehr in den Vordergrund tritt, ist das der H u r r i t e n, die in Ober-Mesopotamien und im östlichen Klein-Asien gewohnt haben müssen und deren Kultur und Sprache weder semitisch noch indogermanisch waren. Unter der Leitung von Andr£ Parrot wurden Ausgrabungen am mittleren Euphrat zur Erschließung des alten Mari, jetzt Teil Hariri, vorgenotnmen. Diese sind von Bedeutung nicht nur für die Kenntnis der vorderasiatischen Malerei, sondern vor allem durch die Entdeckung eines Archivs von einigen tausend Urkunden im Palast des Fürsten Zimrilim, eines Zeitgenossen Hammurabis. Man nimmt an, daß dieses Archiv wohl die ältesten bekannten semitischen Inschriften enthält. In anderen Abteilungen des Kongresses wurden die Forschungsergebnisse aus dem Fernen Osten, Indien und Aegypten behandelt. Filmvorführungen dienten vielfach zur Veranschaulichung der Referate. Archiv das Haus f sesctimacku Margraf & Co., Juwelen ־ Gold - Silber 0. m. b. h. Die schönsten Geschenkartikel in reichster Auswahl / Auch Ankauf ruf: 24 94«! BERLIN W, UNTER DEN LINDEN 65!■■«um imHot• 1 an»toi / TAUENTZIENSTR. 18a eck«Ni1rnb«ra«rstr., oommi.stock■uah ENGROSABTElLUNG

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