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Jüdische Rundschau · 1938-09-20 · Heft 75 (20.9.1938) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 75 (20.9.1938)
Date
1938-09-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JOD I S CH E RUNDSCHAU Nr. 75, 20 iX. 1938 Palästina im Völkerbundsrat England erklärt: Beschleunigte Entscheidung Problems erneut hingewiesen und die Erstraagigkeit dieser Frage gegenüber allen anderen Versuchen zur Lösung der Wanderungsnot des jüdischen Volkes unterstrichen. In der Tat liegt in diesem Gesichtspunkt, der manchmal hinter den aktuellen politischen Ereignissen im Lande etwas zurückzutreten droht, ein entscheidender Faktor, der gerade von unserer Seite in den Vordergrund gestellt werden muß, die wie kaum eine andere jüdische Gruppe in der Welt an dem Fortgang der Emigration und an der Ausdehnung der Einwanderungsmöglichkciten vital interessiert ist. Wie immer die politische Entscheidung über die Zukunft Palästinas fallen wird, sie wird von den .Massen des jüdischen Volkes, die nach neuen Lebensgrundlagen suchen, danach beurteilt werden, ab sie dem jüdischen Volke auf dem Boden Palästinas die Möglichkeit der Entfaltung seiner kolonisatorisch e 11 K r ä f ־ t e und damit der Einwanderung insbesondere für seine Jugend bietet. * Mit der kommenden Entscheidung wird gewiß eine wichtige Etappe der Palästina-Politik zurückgelegt sein. Dennoch wäre es falsch anzunehmen, daß der Vorschlag der Woodhead- Kommission das allerletzte Wort sein wird. Auch wenn wir annebnien, daß die Gedanken des Pecl-Plancs der Teilung Palästinas und der Schaffung eines Judenstaates Grundlage der zukünftigen Politik bleiben weiden, muß die Aufgabe aller verantwortlichen Instanzen, die mit Palästina verbunden sind, sein, die politische und wirtschaftliche Zukunft der dort entstehenden neuen Staatsgebilde zu sichern. Es ist interessant, daß in dem von uns zitierten Leitartikel der ״Times“ in diesein Zusammenhänge auf einen Vorschlag von Sir Arnold Wilson /uruckgegriffen wird, der darauf hinauslief, die gesamten Probleme Palästinas und Syriens unter Zusamrnena; beit Englands und Frankreichs *neu ,־uifztirollen mit dem Ziele, die verschiedenen Staaten, die an der Ostküste des Mitteln!cercs bestehen oder geschaffen werden sollen, in f ö - durativer Form bei voller innerer Autonomie lusamm e n s c!1 1 i e ß e n. Fs soll hier nicht zu diesem Projekt im cin/dueii Stellung genommen werden. Bedeutungsvoll daran ist für uns der Gedanke, daß es notwendig ist, auch und gerade nach einer Teilung Palästinas die Dinge unter größeren Aspekten zu sehen, um den Versuch zu machen, auf einer neuen Ebene des Denkens und des Verhandeln? zu Konstruktioiien zu kommen, die im Interesse aller Völker liegen, die in jenen Landstrichen des Vorderen Orient letzten Endes auf Gedeih und Verderb miteinander verknüpft sind. So notwendig es ist, das וווו Auge zu behalten, was die Stunde erfordert, nämlich Verteidigung des Jischtnv und Vorbereitung auf die kommende politische Entscheidung, so gewiß ist cs, daß sieh dahinter neue große Aufgaben auch für uns ergeben, die es rechtzeitig zu erkennen gilt, um ihnen nicht unvorbereitet gegenüber zu stehen. K. L, Hugo Bergmann in Schweden Von unserem Berichterstatter. H. R. Stockholm, 18. September :; ,T}e bereits kurz in Nr. 73 der ״LR.״ berichtet, ,fand heute in Stockholm die skandinavische Konferenz der Freunde der Hebräischen Universität in Jerusalem statt. Seinen schwedischeu Besuch begann Prof. Bergmann gestern in Gotenbürg, wo er in der dortigen Universität überaus herzlich empfangen wurde; dasselbe gilt von dem ihm begleitenden Verwaltungsdirektor Alfred Berger. Im Hause des Rektors der Goten bürge r Universität Professor Weibeil fand zu Ehren der Gäste ein Gesellschaftsabend statt. Die roße Gotcnl .״er Tageszeitung ״Handels och Sjöfartsidning“ bringt an erster Stelle ein Interview init Prof. Bergmann und Alfred Berger. — An die Stockholmer Konferenz hatte u. a. Dr. W c i z 111 an n ein ßegrüßungstelegramm gesandt. Als Ehrenpräsident für die englischen Freunde der Hebräischen Universität telegraphierte Lord Samuel. Ferner waren von dem Zionistischen Einheitsverband Skandina viens ,ms Holland und Finnland, von Präsident Dr. Magiu.s und Salm an Schocken Depeschen eiitgegangen. An! Kontcren/tbch sah man u. a. Prof. Martin Lamm, Prof. Ragnar J 0 s e p h s o n, Direktor Iwan Traugott und die Gattin des verstorbenen Erzbischofs Nathan Soderblom, ferner Prof. Ehrenpreis sowie Dozent Hugo Valentin. Eine warmherzige Ansprache hielt für die Stockholmer־ Gemeinde üunnar Josephson. Aus der Wirtschaft Folgende Firmen gingen in arischen Besitz: über: G. Janssen ft Co., (rroljliamllung photograph scher Bedarfsart.kd und Raliineniabrik in Köln. — Mcch. Lolinweberei J. Fuckgem, in ()klcnkirchen, — Wäschefabrik Erbslöh GmbH, in Wuppertal-Elberfeld. — Tuchfabrik Netiwerk W. E. Schlapp ft CI1; ״! Aachen. — Ludwig Cliarlier jr., Tiichfabrikation und St off han 1.1 hing;11 Aachen. - Hugo Weber, Pelzwarenfabr.kaiion, Hute, Mutzen und Schirme in Gevelsberg. — Wiener Stroh- und Filzhutfabrik Abraham Kuschner in Hannover. — I leim ich Lichtblau, Mützenfabrik in Berlin. — Bernharcl Krisch, Textilwaren- und Wäschefabrikation und -Großhandlung in Berlin. — Richard Stein, Blusen- und Kleiderfabrik ation in Berlin. — Hans Koch, Damenkleidung in Erfurt, — Ruiidwirktnascilinenfabrik Mayer & Cic. in Tailfingen (Wttbg,), — Hoffmann ft 1 hon, Herren- und Knabenklcfderfab! ik in Breslau. — Elias Cohn Königsberger, Tuchgroßhaiullung in München. — N. Lehrburger, Lodenmäntelherstellung in München. — M. Lissauer ft Cie. in Wien. — J. F. C. .Mertens KG, Weinbrennerei und Wcrmuther- Stellung in Köln. — Hermann Jarecki, Herrenschneiderei und Hi'rrenartikel in Köln. — L. Krug ft Co., Herrenwäschefabrik in Hannover. — Adler Bettfedernfabrik KG in Mündien. — Jacob Bergmann, Wäschefabrik und Webwarengroßhandlung in Ologau. — Immobilien- und Hypotheken- Firma Jacob S. Heß in Frankfurt a. M. — ״Agu“ August Gun zenhäuser, Verpnckungsmateria'großhandlung in Stuttgart. — H. Gutmann Söhne, Korsettfabrik in Stuttgart. — L. Mayer, Damenkonfektion in Heidelberg. — ueschw. Schwarz, Putzwaren in Paderborn. — Frank ft Krause, Mariulakturwaren in Delmenhorst. — N. Edelstein» Tuchgroßhandlung in Berlin. — Gesehw. Locwendahl, Kaufhaus für Damenmoüen in Halle. — Modehaus Nathan Fu-ld in Frankfurt a. M. — Kurzwarenhandlung L. Schneeweiß Nachf. in Frankfurt a. M. — Fachgeschäft für Säuglingsausstattung und Kinderbekleidung Hermann Tausig Nachf. in Mannheim. — Mechanische Kleiderfabrik Gebr. Witter in München-üladhach. — Hcrrenkleidcrlabrik Gebrüder Bnumann 'ft <10. in Stettin. — Damen- und Kindermodenhaus Ernst Brill in Wien. — Die Schuhgeschäfte Arthur Wolff in Köln. — Oskar Bacharach Damenklcidung und Pelze in Frankfurt a. M. — Modehaus Hans Koch in Erfurt. Schnupft,tbakfabrik D. Woythaler in Berlin-Lankwitz. y, Gen f, 18. September In einer Sonnabend nachmittag abgehaltenen Sitzung nahm der Völkerbundrat den Bericht der Mandatskommission in einer zusammenfassenden Darstellung seines Berichterstatters, des Vertreters von Rumänien, zur Kenntnis. Die sich an diesen Bericht anschließende Debatte bezog sich ausschließlich auf Palast i n a. Als erster sprach im Namen der britischen Regierung R, A. Butler, parlamentarischer Unterstaatssekretär des Auswärtigen Amtes. Er versicherte, daß die Woodhead-Kommission jetzt eifrig an der Beendigung ihres Berichtes arbeite und daß die Regierung im Lichte dieses Berichtes ihren e!1diiltigen Beschluß fassen wird, ln der Zwischenzeit leibt die britische Regierung der Ansicht, daß die Teilung die beste und hoffnungsvollste Lösung des Problems biete. Die Regierung gibt sich volle Rechenschaft ab über die Nachteile der jetzigen unsicheren Lage und w׳ird alles, was in ihrer Macht steht, tun, um ihren Beschluß über den künftigen Status von Palästina zu beschleunigen. Der Vertreter der Mandatarniacht habe bereits vor der Mandatskommission ausführlich über die von der Regierung getroffe״ nen Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrors und der Sabotageakte berichtet. Es ist zu befürchten, daß die Lage keine Besserung aufweist. Die Verwaltung Palästinas, zusammen mit den militärischen Behörden, wirkt mit aller Energie gegen den Terror und die Unruhestifter, aber die Bedingttngen sind solche, daß diese Aufgabe wahrscheinlich nicht schnell erfüllt werden kann und daß ein endgültiger Erfolg nicht vor dem Eintreten der abschließenden politischen Beschlußfassung zu erreichen sein wird. Abschließend bemerkte der Vertreter Großbritanniens, daß er in einem Punkte dem Bericht der Mandatskommission nicht beistimmen kann: die Mandatskommission stellte fest, daß die Maßnahmen der britischen Regierung zur zeitweiligen Beschränkung der jüdischen Einwanderung gleichbedeutend sind mit einer teilweisen Unterbrechung der Ausführung des Mandates. Diese Bemerkung der Mandatskommission geht von einer Auslegung des Mandates aus, die mit der der britischen Regierung nicht übereinstimmt. Die Frage der Einwanderung Der Vertreter Polens, T. Koniarnicki, wies auf das Interesse seiner Regierung für das Paläsfinaproblem hin. Der Großteil der jüdischen Bürger Polens ist an der Ent- Wicklung des Jüdischen Nationalheimes in Palästina vital interessiert und polnische Juden bilden einen großen Teil der Einwanderer nach Palästina. Bei vollem Verständnis für die Schwierigkeiten, mit denen die Mandatarmacht zu kämpfen hat, muß festgestellt werden, daß das Palästinaproblem noch IN ALLER KÜRZE Die Teilungskommission hielt in London eine geschlossene Sitzung ab, bei der die Herren T. A. L. Zissu, J, M. A. Gwyer und C. L. Henriques vernommen wurden. Dr. Isaae Herzog wurde von Kolonialntinister Malcolm MacDonald empfangen. In London fand ein Empfang für Oberrabbiner Dr. Herzog statt, der von der Misrachi-Föderation veranstaltet wurde. Ansprachen hielten der Oberrabbiner des britischen Reiches Dr. Hertz, Prof. Brodetsky, Dr. Jacob Rosenheim, Rabbi Meir Berlin und Dr. Herzog. Die Zeitschrift der amerikanischen Aerzte-Organisation verlangte eine sympathische Erwägung der Frage der Zulassung jüdischer emigrierter Aerrte in USA. Die syrische Regierung beschloß, zu der interpariamentarischcn Konferenz, die am 7. Oktober in Kairo stattfindet, auch den jüdischen Abgeordneten des syrischen Parlaments Josef Lamado zu entsenden. Auf Grund ein-cr Anordnung» die der Reichsarbeitsminister im Einvernehmen mit den beteiligten Reichsrainis'erien getroffen hat, sind jüdische Verkaufsstellen vom 1. Oktober 1938 an von der Annahme der Reich sverbilligttngsscheine für Speisefette, der Bezugsscheine für Konsummargarine und der komtmtna'en Wahlfahrtsscheine ausgeschlossen. Als jütPsch gelten diejenigen Verkaufsstellcn, die in das Verzeichnis der jüdischen Gewerbebetriebe gemäß den Vorschriften der Dritten Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 14. Juni 1938 eingetragen sind. tmisrrantenhilfe des Völkerbundes Vertreter von!8 Regierungen wurden vom Politischen Ausschuß des Völkerbundes damit beauftragt, die Frage der Jüdischen Emigranten zu studieren. Das Komitee wurde dah'n instruiert, konkrete Vorschläge unter Berücks'chtigung der gegenwärtigen Situation der Völkerbundsver- Sammlung zu machen. In dem Unterkomitee sind vertreten: England, Frankrexh, Argentinien, Belgien, China, Dänemark, Griechenland, Iran, Lettland, Norwegen, Niederlande, Polen, Portugal, Rumänien, Schweiz, Tschechoslowakei, Rußland und Jugoslawien. Das Komitee erörterte einen Bericht von Sir Neill Malcolm, der sich mit den Hilfsmaßnahmen des Völkerbundes für die Auswanderer aus Deutschland beschäftigt. ln Genf wurde e ne Konferenz des Verbindungskomitees jüdischer und nichtjüdischer Organisationen aus Europa und Amerika, die sich mit der Hilfsarbeit für Emigranten beschäfFgen, abgehalten. Gemeinden für das ״Sefer Sikaron“ Dem Aufruf des Reichsverbandes der Juden in Deutschland, der ZVfD. und der Berliner Jüdischen Gemeinde zur Eintragung in das ״Sefer Sikaron“ des KKL haben sich sofort nach seiner Veröffe-t'ichung eine Reihe von Großgemeinden angeschlossen, darunter die Gemeinden Mannheim, Hamburg, Köln, Stuttgart und Beuthen. Auch der Oberrat der israelitischen Religionsgemeinschaft Würtfern bergs hat sich in einem besonderen Beschluß hinter die Aktion gestellt. Die meisten dieser Gemeinden haben sich bereits als Erste in das örtliche ״Sefer Sikaron“ eingetragen und dem KKL namhafte Spenden für den Erwerb des Bodens für Tel Sikaron übergeben. Besonders hervorzuheben ist die Absicht der Mitglieder des Hamburger und des Mannheimer Gemeindevorstandes, sich bei der nächsten Vorsta-msritzung geschlossen ins ״Sefer Sikaron“ cinzuzc'chn׳■!•. immer seiner Lösung harrt. Eine schnelle Lösung sei jedoch von größter Bedeutung nicht nur vom Standpunkt der jüdischen Einwanderung nach Palästina, sondern vom Standpunkt der allgemeinen Lösung des jüdischen Wanderungs- E.. ״ . internationaler Lösungen * des allgemeinen jüdischen Wantderungsproblems auf ernsteste Schwierigkeiten stoßen. Unter Bezugnahme auf die jetzigen Einwaiiderungsbestimnuin.qen in Palästina gab der Vertreter Polens der Hoffnung Ausdruck, daß die Mandatarm,acht in der Lage sein wird, in allernächster Zukunft die jetzigen Einwanderungsbeschränkungen auf zu heben lind den Juden Einwanderungsmöglichkeiten zu sichern, die den vitalen Bedürfnissen der jüdischen Auswanderungsländer entsprechen. In ähnlichem Sinne sprach der Vertreter Rumäniens, Außenminister Petresco-Comnen, der darauf hinwies, daß Palästina eine bedeutungsvolle Rolle für die Lösung der brennenden Frage der jüdischen Answanderungsbedürfnisse aus den Ländern Zentraleuropas spielt. Auch er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Mandatarmacht normale Ein- Wanderungsbedingungen nach Palästina wieder herstellen wird. Der Vertreter Großbritanniens beantwortete die Aeußertingen der Vertreter Polens und Rumäniens. Er sagte, daß er volles Verständnis für ihr Interesse an der jüdischen Einwanderung nach Palästina habe, doch möchte er darauf aufmerksam machen, daß das Mandat als solches keine Be- Stimmung enthält, die der Mandatarmacht verbieten würde, zeitweise den Umständen entsprechende Beschränkungen aufzueriegen. Im Namen der Mandatskommission gab dann einige Er* läuterungen ihr stellvertretender Vorsitzender, Professor Rap* pard. Er verteidigte den Standpunkt der Kommission, vvonach die Maßnahmen der britischen Regierung einer teil* weisen Unterbrechung der Ausführung des Mandates gleich* kommen. Der Vertreter Irans, Außenminister Mozaffar Aal am, gab in einer kurzen Erklärung der Hoffnung Ausdruck, daß bei der Lösung des Palästinaproblems ״die legitimen Rechte der aus Palästina stammenden Araber vollauf gewahrt werden“. Damit war die Debatte beendet. Der Rat genehmigte den Bericht seines Berichterstatters. Eine weitere Aussprache* über Mandate und über Palästina wird nächste Woche in der sechsten (politischen) Kommission der Völkerbuiidvcrsammlung stattfinden. Doch sei daran erinnert, daß diese Aussprache von geringer Bedeutung ist, da das kompetente Vöikerbundorgan für jedweden Beschluß in Mandatsfragen der Völker bund tat und nicht die Völkerbund Versammlung ist. Der Kenya-Plan In London werden Berichte dementiert, wonach die Regierung von Kenya beschlossen habe, die Einwanderung von jüdischen Emigranten in die Kolonie zu verhindern. Wie aus London mitgeteilt wird, hält die britische Regierung an ihrem Plan, eine begrenzte Zahl jüdischer Emigranten in Kenya anzusiedeln, f e s t. Die Regierung beabsichtige, einen Masseneinström von Emigranten zu verhindern, der eien von ihr bcabsichtigten Plan gefährden würde. Einer der wesentlichsten Punkte des Planes ist die Garantie seitens jedes Emigranten, der sich in Kcnva niederläßt, daß er der Kolonie nicht zur Last fallen wird, Ein konkreter A n s i c d 1 u n g s p I a n, der finanziell fundiert ist, wird in der Kolonie auf keinen Widerstand stoßen. Reise in Ostafrika Ein jiddischer Journalist, S. G o 111 i e b, hat die Gebiete in Ostafrika, die unter dem Gesichtspunkte der Ansiedlung von Juden für uns von Interesse sind, besucht und ein Buch in jiddischer Sprache geschrieben. (״Zwischen Sinai und Sansibar.“ Tagebuch von einer Reise durch Ostafrika mit Illustrationen und Karten. Verlag: Literarische Blätter Warschau 1938.) Der Verfasser ist von Tel Aiviw. durch die Wüste Sinai und über Port Sudan nach Afrika gelangt. Er feierte Pefiaeh in Aegypten, besuchte die jemenitischen Juden in Aden und fuhr dann über das Rote Meer nach Afrika. Gottlieb erzählt viel von den Eigentümlichkeiten und Sitten der Eingeborenen und schildert in zahlreichen feuilletonistisehen Kapiteln die Eigenart des Landes. Wenn auch sein Buch mehr den Charakter einer Reisebeschreibung hat und die Kolonisationsproblcme als solche nicht erschöpfend behandelt, gibt es doch einen Endruck von der Beschaffenheit des .Landes, vom Klima und den sonstigen Lcbensvcrhäiinisscn und eine Fülle von Informationsmaterial, das für Juden, die nach einer Kolonisationsstätte ausschauen, von Interesse sein muß. Ob freilich sich in der Tat jüdische Kolonisationspläne gerade in diesem Teil der Welt verwirklichen lassen, ist eine Frage, auf die derzeit noch keine zureichende Antwort gegeben werden kann. Xeicde■ Das Soortfest der Besten. Am Sonntag fand die vom Jüdischen Boxclub Berlin aufgezogene Rückveranstaltung des Sportfestes ״Die Besten am Start“ statt. Wieder trafen sich unsere besten Leichtathleten des Schild und des Makkabi. Das herrliche Herbstwetter begünstigte die Leistungen. Besondere Erwähnung verdient der Doppelsieg der Hamburgcrin Lief mann in beiden Sprüngen mit 1,50 m bzw. 5,42 m. Auch die Doppelsiege von Sch att mann in den Kurzstrecken (11,5 und 23) sowie von Werthen über 800 und 1500 m, endlich der Doppelsieg der Berliner Bar Kochbanerin im Kugelstoßen und Diskuswerfen yerdienen besondere Erwähnung. Raffael hinterließ mit seinen beiden zweiten Plätzen in den Kurzstrecken und seinem Sieg über 403 tn einen guten Eindruck. Die beste Leistung des Tages war der neu« Makkabi-Rekord von Alfred Blanc k im Hochsprung mit 1,81m. Die 4 X 100-m-Staffel gewann auch diesmal der Bar Kochba-Hakoah Berlin vor dem Schildmeister Schild Frankfurt. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Robert Welt sch. Berlin-Charl. 9 fauch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Steil Vertreter: Kurt L o e w c n s t e i n. Berlin VV 15 Anzeigcnleiter und verantwortlieh fiir den Inhalt der Anzeigen: Erich Licpmann, Berlin W 15. (hiiltig Anzeigen P ci-li-le 5 vom, 1 April 1936. Verlag und Anreigcnvcrwnllung: Indische kiimkchmi. Berlin \V 15, Meinekestr. 10 D.A. 11/1938: 26045. — Dmi k: Mas 1.; <■!11 w i I 2 (vormals Drucker betriebe Mas Lichtwitz und Siegt: ied Schalem), Berlin SW 08

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