Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 75 (20.9.1938)
- Date
- 1938-09-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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2 2. Sec.!g38 Preis 25 Rpl Nr# 79 / Jahrgang 43 JÜDISCHE RUNDSCHAU R«dtktloatVerUf und Anze!g:4mverwalt«1afft Berlin W15, Metnekeatr.10 Fernruf! 919031, Telegramm * Adresse! Orghlp. — Id Fallen höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Nachlieferung oder Erstattung etwa schon gezahlter Bezugsgebuhren. Bezugspreis einschließlich Bestellgeld je Monat RM 2,—, je Viertelfahr RM 5,75; bei Abholung RM 1,88 bzw. RM 5,39 (einschließlich Postzeitungsgebühr von 10 Rpl je Monat). — Postscheck Konten der Vertriebs - Abteilung für Groß-Berlin Berlin 71573, für das ObrigeReich: Berlin 17392 BERLIN כ״ד אלול תרצ״ח DIENSTAG, 20. SEPTEMBER 1938 Erscheint Jeden Dienstag und Freitag• Gültig ist die Anzeigenpreisliste Nr. 5 vom 1. April 1936. Die zwölfgespaHene mm-Zeile 20 Rpf, für Familien» Nachrichten 15 Rpf• Keine Gewähr für Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Ausgaben oder an bestimmten Plätzen. Einzelanzeigen nur gegen Vorauszahlung auf Postscheck - Konto Berlin 71618 oder bar Montag bis Freitag 9 —18 Uhr. Annahmeschluß für die Dienstag - Ausgabe* Montag lOUhr, für die Freitag ־ Ausgabe Mittwoch 15 Uhr. Familien Anzeigen am Tag vor Erscheinen 16 Uhr Der Zionismus erstrebt für das iOdische Volk die Schaffung einer Ottentllch - rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. (Baseler Programm) Kein weiterer Aufschub ״Times“ fordert rasche Entscheidung־ in Palästina Eine palästinensisch - syrische Föderation? Die ״Times“ vom 16. September bringt zwei ausführliche Aeußerungen über die gegenwärtige Lage in Palästina, einen Bericht ihres Jerusalemer Korrespondenten und einen redaktionellen Leitartikel. Der Jerusa!emer Korrespond e n t weist darauf hin, daß durch die Verhängung der Sperrstunde auf allen Straßen und Wegen des Landes zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang die Aktionsmöglichkeiteil für Militär und Polizei erheblich erweitert worden sind. Bisher konnte die Regierung, ohne daß sie selbst gewichtige Gründe anzufüluen hatte, niemandem verbieten, etwa nachts von Jerusalem nach Nablus zu gehen. Nach der Verhängung der allgemeinen Sperrstunde ist die Beweislast umgekehrt; wer durchaus eine solche Reise unternehmen will, muß die Dringlichkeit der Regierung gegenüber einleuchtend begründen, um eine spezielle Erlaubnis zu erhalten, und in aller Regel wissen nunmehr die Militär- Patrouillen, daß sie sofort das Feuer eröffnen diirfen, sowie sich etwas regt. Durch diese Maßnahme ist dem unter Arabern und Juden verbreiteten Glauben, daß die Regierung nur mit halbem Herzen gegen den Terror vorgeht, die scheinbare Rechtfertigung weitgehend ent/ogen worden. Die Frage, ob die Regierung nicht noch weiter gehen und das Kriegsrecht proklamieren solle, bleibt vorläufig noch offen. Der Korrespondent bemerkt, daß die bisherige Weigerung, das Kriegsrecht zu proklamieren, eigentlich einer der Hauptempfehhingen im Kapitel 7 des Peel-Berichtes zmviderläuft. ״Sollten“, so schrieb die Peel-Kommission, ״neuerlich Unruhen ansbrechen, die die Intervention des Militärs nötig machen, so sollte man nicht zögern, das ganze fand unter Kriegsrecht zu stellen und dem Militär die ungeteilte Kontrolle zu überlassen'1. Im Augenblick scheinen allerdings selbst die Militärbehörden das Kriegsrecht noch nicht zu verlangen und sich mit ihrer gegenwärtigen Handlungsfreiheit zu begnügen, die ihnen zwar noch innerhalb des Systems der Zivilvcrwaltung konzediert worden ist, aber erheblich weiter reicht, als es jemals unter Sir Arthur Wauchope der Fall war. Lahmlegung der Zitrassaison 1 Sollte sieb die Sicherheitslagc so wie in den letzten Monaten fortdauernd »׳erschlechtern, so würde es wohl doch zur Verhängung des Kriegsrechts kommen müssen. Die Zahl, das Selbstvertrauen, der Mut und die Wirksamkeit der Terroristen wachsen noch immer. In früheren Jahren brachten die Monate der Herbstaussaat und der Beginn der Pflück Saison in der Orangen/onc regelmäßig ein Steigen der Beschäftigtcuziffer und ein ersichtliches Nachlassen der Kriminalität. Ob sich in diesem Jahre die gleichen Helfer den Kräften der Regierung zugesellen werden, könne jedoch nicht vorausgesagt werden. Nach zuverlässigen Informationen seien die Führer der Terroristen fest entschlossen, die diesjährige Zitrussaison zu ruinieren und dadurch große Scharen von Arabern zu zwingen, sich der Erhebung anzuschließen. Da diese Führer, im Unterschied zu manchen ihrer Vorgänger, mit dem Zitrushandel durch eigene Finanzintercssen nicht verbunden sind, so haben sic bei einer Verstärkung der Unruhen während der Pflücksaison nichts zu verlieren. Die Terroristen geben an, daß sie gegenwärtig etwa 3000 Mann stark sind; im Winter würden sie aber mindestens das Dreifache zählen. Auch dann würden sic sich noch nicht zufrieden geben. Erst wenn alle palästinensischen Araber den Druck des Hungers spüren, so wie die Dörfler im Norden, würde die Revolution vollständig sein, und erst dann würden die Araber eine für sie akzeptable politische Lösung durchsetzen können. Der Korrespondent der ״Times“ bezweifelt, ob dieser Plan der Terroristen ausführbar sein wird. Man könne wohl bei den zahlreichen verstreuten Orangenpflatmmgen, die miteinander nur durch schlechte Wege verbunden sind, während der Regenzeit die Ernte und den Abtransport der Orangen verhindern. Würde man aber das Gleiche bei allen ara’bisehen Pflanzungen versuchen, so müßten sich die Terroristen in solcher Zahl in die Küstenebene begeben, daß sie für militärische Gegenaktionen ein sehr viel leichteres Ziel darbieten würden als zur Zeit. Es dürfe wohl angenommen werden, daß, diese Pläne der arabischen Seite den Behörden nicht unbekannt geblieben sind. Die unmittelbar bevorstehende Ankunft neuer Militär- und Polizeiverstärkungen käme zur rechten Zeit, und die moralische Wirkung ihrer Ankunft würde noch stärker sein, wenn amtlich bekanntgegeben würde, daß •es sich um wirkliche Verstärkungen handelt und nicht nur um Ablösungen für die kürzlich aus Aegypten aufgebotenen Truppenteile. Es würde noch besser wirken, wenn man di« Ankunft noch weiterer Verstärkungen für den Notfall ankündigen würde. Die Lage in Palästina sei nach allgemeiner Auffassung erheblich, schlechter als 1036, als man etwa 20 000 Mann britisches Militär im Lande konzentrieren mußte. Die schon früher an gedeutete Möglichkeit, daß im Falle einer endgültigen politischen Lösung, die weder Juden noch Araber befriedigen würde, ein Ausbruch zu befurchten sei, müsse auch weiterhin im Auge behalten werden. Es ,würde ein schwerer Fehler sein, wenn die Behörden sich nicht zureichend für eine solche Eventualität vorbereiter! würden. Uebertriebene Nervosität sei gewiß nicht gerechtfertigt; die allgemeine Ungewißheit aber erheische gebieterisch, daß die Stärkung und Wiederherstellung des britischen Prestiges und der britischen Macht im Nahen Osten und die Behauptung der britischen Reichsinteressen im Angesichte aller benachbarten Völker von Europa, Afrika und Aden offen durchgelUhrt* wird. In der Vergangenheit sei der britischen Regierung von Kritikern inner- und außerhalb Palästinas vorgeworfen worden, sie verfolge die Politik, keine Politik zu haben. Nichts würde rascher und wirksamer die Unruhen beseitigen lind das heeinträchtigtc Prestige Englands wiederherstellen als die 11 n - vorzügliche Bekanntgabe einer endgültigen Entscheidung der Palästina-Politik, verbunden mit der Ankündigung, daß diese Entscheidung mit jedem durch die Umstände gebotenen Grad von Energie dur-chgeführt werden wird. * Der redaktionelle Leitartikel in der gleichen Nummer faßt die Entwicklung im Lande seit dem Besuche von Malcolm MacDonald kurz zusammen. Es wird hervorgehoben, daß die Juden im wesentlichen die Disziplin, die sie seit Ausbruch der Unruhen bewahrten, aufrechterhaltcn haben; die Moral der arah sehen Polizei hingegen habe gelitten. Der Tegartwall beginne, die erhoffte positive Wirkung zu üben.!Man habe ohnehin nicht erwarten können, daß ein Besuch oder ein Appell das Ende der Gewalttätigkeit zur Folge haben würde; wenn das Palästina-Probien! ein rein militärisches Problem wäre, so könne inan die terroristischen Zwischenfülle in demselben Lichte betrachten wie den Widerstand der Bergstämme an der Nordwestgrenze von Indien. Das Paliistma-Problem ist jedoch, so fährt die ״Times“ fort, nur zufällig ein militärisches Problem. Seine Wurzeln liegen in dem Z 1! s a m m c n ק r a 11 von zwei Völkern und zwei Kulturen, Seine Entwicklung ist manchmal durch den Mangel an Phantasie gefördert worden, den die britischen Behörden in Palästina und in London an den Tag legten, deren Optimismus die Schwierigkeiten nicht in Rechming stellte, die der Verwirklichung der Balfour-Deklaration mnewohnen. Um so wichtiger ist es, daß die britische Regierung, sobald es ״null Uhr“ schlägt, ihren politischen Entschexiungcn zu unmittelbarer Wirksamkeit verlii'ft. Die häufigen Verzögerungen haben eine allgemeine Atmosphäre der Befürchtungen unter den friedliebenden Eiementen Palästinas erzeugt und haben die Extremisten gestärkt. Solange allenthalben Ungewißheit über die Absichten der Mandatarinacht bestellt, kann man weder das Auftauchen einer gemäßigten Partei unter den Arabern erwarten, noch die Entwicklung eines mehr anpassungsfähigen Sinnes unter den Zionisten. Die arabischen Gruppen lind die ״Regierung der Mächte“ schlagen aus dieser Ungewißheit Kapital. Ebenso erinutigt sie der offenbare Mangel an Z 11 s a in in e 11 a r - beit zwischen dem Kolonialarnt und dem Auswärtigen Amt. Wenn ein hoher Würdenträger des Islam, wie kürzlich berichtet, im Irak verkünden kann, daß alle Mohammedaner an dem Krieg zur Verteidigung der mohammedanischen heiligen Stätten in Palästina sich beteiligen oder ihn unterstützen müssen, ohne daß auch nur ein Protest von seiten der britisehen Regierung erfolgt, dann scheint dieser Mangel an Zusammenarbeit unnötig deutlich. Ohn« schwere Gefahren für das britischePrestige, und ohne die Aussichten einer endgültigen Befriedung zu gefährden, kann eine Entscheidung deshalb auch nicht einen Augenblick länger aufgeschoben werden, als unbedingt notwendig ist. Der Zeitpunkt ״null Uhr“ wird erreicht sein, wenn die Regierung «Jen Bericht der Woodhead-Kommission zur Kenntnis genommen, ihren eigenen Entschluß über den künftigen Kurs gefaßt und dafür die Billigung von Rat und Versammlung des Völkerbundes erwirkt hat. Dieser Prozeß muß einige Zeit in Anspruch nehmen; denn der Bericht selbst wird sorgfältiges Studium erfordern, und es kann eine zeitraubende Sache sein, den Plan der Regierung durch die Genfer lnstanzen liindurchztibiigsiereii. Zweifelsohne vergegenwärtigen sich sowohl der Kolonialsekretär als auch das übrige Kabinett im vollen Umfange die Gefahren eines unnötigen Aufschubs. Weitere Gesichtspaakte Gleichzeitig sei es sicher möglich, daß der oben erwähnte Zeitraum mit Nutzen dem Studium gewisser Fragen gewidmet werden könnte, die sich im Zusammenhang mit dem Palästinakonflikt ergeben haben. Eine dieser Fragen betrifft die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Departements der Regierung. Eine andere Frage, die im vergangenen Monat in der ״Times“ von Sir Arnold Wilson aufgeworfen wurde (vgl. ״Jüdische Rundschau“ Nr. 60 und 68. — Red.), ist die nach der politischen Zukunft Syriens im ■weitesten Sinne. Auch wenn der größere Teil Palästinas gemäß den Empfehlungen der Königlichen Kornmission in einen jüdischen und einen arabischen Staat geteilt wird, können die zukünftigen Beziehungen dieser beiden Staaten mit Syrien und dem Libanon sicher nicht dem Zufall überlassen werden. Die Teilung des Gebietes zwischen der türkischen und der ägyptischen Grenze in französische und britische Mandatsgebiete mag nach dem Kriege zeitweilig notwendig gewesen sein, die Ersetzung der gegenwärtigen Mandatsgebiete aber durch vier oder fünf kleine, zusammenhanglose moslemische, jüdische und christliche Staaten ist keine verheißungsvolle Lösung. Ist es für britische und französische Staatsmänner unmöglich, wenigstens die Möglichkeit einer Föderation dieser Regierungen unter englisch-französischen Auspizien zu diskutieren? Politische Perspektiven Zar Situation der Palästina-Politik Seit einiger Zeit herrscht ein gewisses Rätselraten über den Zeitpunkt, an dem die Palästina-Teilungskommission, die gegenwärtig noch in London ihre Vernehmungen fort• setzt, ihren Bericht veröffentlichen wird. Nahm man ursprünglieh an, daß der Bericht Anfang Oktober ferfiggcstellt sein werde, so schien es vor kurzem, daß man mit einer länge• reu Verschiebung der Publikation rechnen müsse, und cs wurde 11. a. mitgeteilt, daß der Bericht erst Ende dieses Jahres der ()Öffentlichkeit übergehen werden solle. Als Grund hierfür dürfte man "wohl nicht mir die Schwierigkeiten anneh• tuen, amf die die Woodhead-Koinmission hei ihrer Arbeit gestoßen ist und die eine Formulierung ihrer Vorschläge kom• plizieren, soiulern auch gewisse Rücksichten auf die inter• nationale Lage, die es der britischen Regierung angezeigt erscheinen ließen, mit der Veröffentlichung des Berichtes und einer Stellungnahme dazu seitens der Regierung zu warten in der Hoffnung, daß bis dahin eine gew isse Klärung der politisehen Atmosphäre der Welt eingetreten sein würde. Indessen scheint es, daß in den letzten Tagen wichtige Faktoren auf eine r a s c 11 e r e Be e u d i g 11 n g der Arbeit der Kommission und eine möglichst frühzeitige Veröffentlichung ihres Berichtes drängen. Wir geben nebenstehend eine Stellungnähme der Londoner ״Times“ wieder, die in diesem Sinne erneut eine Beschleunigung des Verfahrens fordert. Auch der Vertreter Englands im Völkerhundsrat, Unterstaatssekretär Butler, hat hei der soeben durehgeführten Anssprache über das Palästinaprohlem vor diesem Forum erklärt, daß eine solelfe Beschleunigung von englischer Seite angestrebt werde. In der Tat sprechen gewichtige Gründe für eine rasche Behandlang der Palästinafrage auch unter dem Gesichtspunkt der allgemeinen Weltsituation. Palästina stellt heute einen Unruheherd dar, der nicht nur erhebliche britische Kräfte absorbiert, sondern auch geeignet ist, insbesondere durch die lange Dauer der Unruhen einen starken P r e s t i g e v e r 111 s t Englands bei den umwohnenden Völkern und weit darüber hinaus zu erzeugen. Gerade wenn man also die weltpolitischen Ge» sichtspunkte berücksichtigt, ergibt sich die Notwendigkeit, zu einem möglichst nalicnTermin das Palästinaprohlem zu lösen, und es scheint, daß derartige Erwägungen doch dazu führen werden, die Arbeiten der Woodhead-Koinmission zu beschleunigen.. Hiermit ist naturgemäß aufs engste die Frage der Nied e r w e r f 1111 g des Terrors im Lande seihst verknüpft. Der englische Vertreter in Genf wies darauf hin, daß seiner Meinung nach eine wirkliche Beruhigung des Landes erst dann eintreten werde, wenn die endgültige politische Ent- Scheidung gefallen sei. Dieser!suindpunkt mag nach allen Erfahrungen der Vergangenheit in gewissem Umfange bercchtigt sein, entbindet aller die britische Maridatsverwaltung nicht davon, auch in der Zwischenperiode ,־dies zu tun, um die Aktionen der Terroristen, die imitier größeren Umfang annehmen, niederzuwerfen. Gerade in diesen Tagen sind erhebliehe T r 11 p p e nverst ä r k 11 n g e n nach Palästina unterwegs, und es ist zu hoffen, daß sieh ihr Eintreffen in bcruhigendem Sinne bemerkbar machen wird. Es bestellt dabei die Vermutung, daß nach ihrem Eintreffen im Lande möglicherweise das K r i c g s r e c h t proklamiert werden wird. Die Mandatsvcrwaltung hat damit bis heute gezögert, handelt es sich doch um eine Maßnahme, die von weitgehender Bedeutung nicht mir unter politischen Gesichtspunkten ist, sondern auch das tägliche und wirtschaftliche Lehen des ganzen Landes aufs stärkste in Mitleidenschaft ziehen müßte. Neben dieser Frage spielt in den Erörterungen über die Pazifizierung des Landes jener A11gen hl ick eine große Rolle, in dem die Entscheidung der britischen Regierung verkündet werden wird. Diese Stunde — ״null Uhr“, wie man sie genannt hat — soll ja den Beginn einer wirklich neuen Epoche in Palästina darstellen und soll in jedem Falle eine Chance für friedliche Entwicklung sein. Dabei kann die Gefahr nicht verkannt werden, daß gerade dieser Augenblick eine hohe politische und psychologische Spannung erzeugt, die leicht zu einem vermehrten Ausbruch der Feindschaft führen kann. Es ist daher dringend notwendig, daß seitens der Mandatsregieriing rechtzeitig alle erfordernliehen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, um für diesen Zeitpunkt gewappnet zu sein. * in der Genfer Debatte über Palästina wurde die Frage der Zulassung jüdischer Einwanderer von mehreren Regieriingsvertretern berührt. Es wurde auf die Bedeutung Palästinas für die Lösung des jüdischen Emigrations• (asie*. Ue&etMick Bei den Zusammenstößen in den letzten Tagen wurden fünf Juden ersehn s s e n. Bei Ramalin fand ein G e fecht mit einer grofien arabischen Terroristengruppe statt. Die Araber verloren 150 Tote. Die englischen Truppen in Palästina werden in diesen Tagen erheblich verstärkt. Im Völkerhu n d sr a t fand eine Debatte über Palästina slatt. Der englische Vertreter händigte eine beschleunigte Entscheidung des Palästina-Problems an. Sach Mitteilungen aus London hält die englische Regierung an ihrem Plane der Ansiedlung von Juden in Kenya fest. I t