Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 74 (16.9.1938)
- Date
- 1938-09-16
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 74,16. IX. 1938 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 5 Australisches Skizzenbuch Sydney, im August 1938 Nach einer 39tägigen Seereise, über die wir schon ausführlich berichtet haben*) und auf der wir nichts als Himmel und Meer gesehen hatten, kamen wir fast ganz. pünktlich im ersten autralischen Hafen an. Es war Port Pirie, ein kleiner Platz mit einem grollen Bleischmelzwerk, vor dem unser Schiff vor Anker ging, und das wir am zweiten Vormittag besichtigten. Zum ersten Male sahen wir eine kleine australische Stadt. Kleine Häuschen zwischen viel Grün, lauter Palmen, stellten wir mit Bewunderung fest, — einstockig mit Veranden, die am ersten Stock von Säulen getragen, die Front entlanglaufen, und auf denen Betten stehen, in denen lufthungrige Menschen die Nacht verbringen. (Man nennt das sleep out.) Freundliche Männer, mit denen wir uns noch ein wenig schwer verständigten, abends ein Kino, in dem die Männer rauchen und die Frauen ihre Säuglinge mitbringen. Kurzer Aufenthalt in Port Adelaide, wo uns das Komitee von Adelaide begrüßte und wo wir ein sehr hübsch eingerichtetes australisches Küstenschiff besichtigten, auf dem Freunde nach Perth weiterfuhren. Dann drei Tage Aufenthalt in Melbourne. Diese Stadt werden wir immer in schöner Erinnerung behalten. Vornehm in der Breite ihrer Straßen und der Kühe, die trotz aller Betriebsamkeit über ihr lagert. Mit herrlichen Parks und Anlagen wirkt sie auf den aus Süddeutsch land Kommenden trotz aller Fremdheit gleich vertraut. Hier kamen uns die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Komitees und alle Leute, mit denen wir bekannt wurden, mit einer uns zunächst unbegreiflichen Freundschaftlichkeit entgegen. Wir werden nur so von Hand zu Hand gereicht, flogen, noch ehe wir es recht wußten, von einer Einladung zur anderen, nahmen an einem Empfang bei einem der australischen Rabbiner teil. Das Ehepaar nahm sich unserer in der herzlichsten Weise au und machte uns mit allen, die für uns von Interesse sein konnten, bekannt. Mit einem freundlichen ,How do you do‘ begrüßt, kommt hier jeder, bekannt oder unbekannt, herein, nimmt seine Tasse Tee und sein Stück Kuchen zwischen die Knie, unterhält sich mit wem und solange es ihm paßt, und geht, wann er will, jederzeit ein willkommener Gast. Abends brachte uns eine Einladung bei einer der ersten Familien der Gesellschaft zum Bewußtsein, wieviel wir an neuen Umgangsforineit noch zu lernen haben. Neben mir saß eine Dame aus Deutschland, Nichte des Gastgebers, die schon seit 6 Wochen iin Lande war, und sparte nicht mit Belehrungen und freundschaftlichen Rippenstoßen, wenn ich wieder etwas falsch gemacht hatte. Am nächsten Tag noch eine große Autofahrt quer durch diese schöne Stadt und dann waren wir wieder auf Fahrt. Land und Leut• Der erste Eindruck von Australien ist seine Lieblichkeit. Diese Landschaft kommt nicht auf einen zu, um einen durch ihre Großartigkeit und Wucht zu ersch'agen, sie nimmt den Neuankömmling freundlich an der Hand und zeigt ihm ihre beste Seite, Grüne Wiesen, kleine Baumgruppen, freundliche, im Sonnenschein liegende Berge. Schöne Buchten runden sich um das Meer, das uns, wie auf der ganzen Fahrt, willig auf seinen Rücken nahm. Ruhig, wie wir in Melbourne abgefahren waren, landeten wir in Sydney. Die Menschen sind wie ihre Landschaft. Sie Jieben den Sonnenschein, das Lachen und den unbeschwerten sorgenlosen Lebensgenuß. Heiter kommen sie einander, wie dem Fremden entgegen, fordern ihn mit jedem Wort und jedem Wink auf, es leicht zu nehmen und sich ja die gute Laune, die sie als selbstverständlich voraussetzen, nicht verderben zu lassen. Die Depression (ein junger Mann, den ich in Melbourne kennengelernt hatte, hatte zwar ein Schild über seinem Bett hängen: ,Was'nt the denression awful) ist längst vergessen. Sport und Lebensfreude, Lebensfreude und Sport, und Arbeit, ja,— aber wir werden es noch lange nicht verstehen, in so kurzer Zeit soviel zu erreichen, um alle die Freuden dieses Landes so unbeschwert zu genießen, wie diese Leute in ihren wenigen Arbeitsstunden es mühelos schaffen. Stolz sind sie auf die Schönheit ihres Landes, aber der Stolz hat nichts Ausschließendes, er lacht und fordert auf, mitzuhalten. Sinn für Schönheit in der Natur findet man bei den meisten Menschen. (Ein Tranibahnschaffner erzählte mir neulich, er sei aus Tasmanien, dort gebe es Schnee und nichts Schöneres könnte es geben, als jene roten tasmanischen Blumen — ob ich sie denn wirklich nicht kenne — wenn sie aus den Schncefeldern herauslugen). Stolzer noch sind sie auf ihre uneingeschränkte Freiheit. Dieses Volk liebt die Freiheit und versteht damit umzugehen. Das ganze Leben regelt sich hier scheinbar spielend und ohne mehr als den unerläßlichen Zwang. Man bekämpft einander, aber man läßt sich doch gegenseitig gelten. Leute, die es hier und da zu geben scheint, die ihre Mitmenschen nach der Regel: ,Und willst du nicht mein Bruder sein‘ usw. behandeln wollen, werden wenig Verständnis finden. Wirtschaftliches Vieles hier erinnert an das, was wdr in den guten Jahren aus Palästina lasen. Es wird überall lebhaft gebaut, neue Viertel, Wohnhäuser, Kinos, Läden, Milchstuben werden errichtet und — vermietet. Man läßt die alten Häuser alte Häuser sein und mietet sich in die neuen ein, noch ehe sie fertig sind. Sie sind etwas teuer — im allgemeinen sind die Preise hier im Steigen, soviel ich das beurteilen kann — aber das macht nichts. Die Frauen, die es nicht gern schwer haben, sollen es noch etwas leichter bekommen. Neue Häuser bedeuten mehr Komfort, mehr Komfort bedeutet weniger Arbeit. Die Staaten und der Bund, die die Steuerschraube ziemlich anzuziehen scheinen, arbeiten mit erheblichen Ueber- Schüssen. Die Wirtschaft absorbiert einen erheblichen Beamten- und Parlaments-Apparat und — geht ganz gut dabei. Die Industrie entwickelt sich lebhaft und scheint ausdehmmpfreudig. Die Arbeitslosigkeit ist gering — trotzdem blickt man besorgt auf die sinkenden Exporterlöse für die Rohprodukte, die infolge der raschen Industrialisierung steigenden Importe und die unruhige politische Lage in vielen Ländern, wird die ״glückliche Insei“ einen neuen Rückschlag Zu spüren bekommen? Das ist die Frage, über die sich kompetentere Leute als wir augenblicklich den Kopt zerbrechen. Aussichten für Einwanderer Alle diese freudigen Aspekte sind für den Neuinlfommenden ohne jeden unmittelbaren Belang. Wenn di« Regierung aus besonderen Gründen eine mäßige Einwanderung wünscht, so tut sie dies im Vertrauen darauf, daß tüchtige Menschen ihren Platz langsam finden werden. Der einzelne Auatralier *) Siehe Jüd. Rundschau Nr. 54. zieht hieraus keinerlei für den Einwanderer günstige Kon- Sequenzen. Er gibt ihm nur dann eine ״Chance“, wenn er absolut niemand Geeigneten in der Nähe hat. Zwar ist für den Australier Europa nicht so weit entlegen, wie für den Europäer Australien. Viele Menschen der bessergestellten Kreise kennen es, mindesten aus einer jener berühmten ״Rundreisen“. Den meisten bietet es aber zum mindesten einen Gegenstand des ז “eresses, der aufmerksamen (heute etwas stirnrunzelnd besorgten) Beobachtung. Ich meine also, ein Sydneyer staunt einen waschechten Europäer keinesfalls an. Er ist auch überzeugt, daß man in Europa etwas Tiichtiges gelernt und ״drüben“ etwas gekonnt hat. Aber er kann und will sich durchaus nicht vorstellen, daß man sich in die hiesigen Verhältnisse rasch einleben könne. Und auf alle Fälle will er es nicht sein, der den Bart geduldig hinzuhalten hat, an dem der Anfänger scheren lernt. So kommt es, daß von vielen Hierlierkommenden nicht wenige sehr lange keinen, alle aber günstigenfalls nur einen ganz, kleinen Anfang finden. Die Sonne Australiens scheint zwar auch uns, aber sie lächelt noch lange nicht. Gesellschaftlich•■ Hierüber können wir noch nicht viel sagen, da wir noch wenig Zeit hatten, Bekanntschaften zu machen. Schwer ist dies durchaus nicht, denn der Australier kommt dem Neuankömmling, wenn er nicht gerade ausgerechnet von ihm eine Stellung oder ähnliches will, mit größter Liebenswürdigkeit entgegen. Wir haben uns in Melbourne hierüber gewundert, inzwischen aber ge'ernt, daß Höflichkeit und Herzlichkcit hierzn'ande üblich sind. Mit größter Selbstverstäudlichkeit nimmt man sich eines gerade Hereingeschneiten mit Interesse an, fährt ihn irgendwo hin, sucht ihn mit neuen Leuten bekannt zu machen, empfiehlt ihn und telephoniert für ihn, lädt ihn ein und bewertet ihn. Manchmal beschleicht uns (sind wir undankbar?) trotzdem das Gefühl, als verstünde man uns nicht, so wenig wir diese Freudigkeit, dieses sorg'ose, von keinem Problem beschwerte Leben und Lebenlassen ganz verstehen können. Unbegreiflich ist vielen (und uns ist wiederum dieses Nichtbegreifenkönnen unbegreiflich), wieso wir für dieses Land doch zum mindesten ein gutes Teil der sprachlichen Frankfurt a. H. gaganilb••■ dsm Htuplbthnhol und wissensinäßigen Voraussetzungen mitbriugen. Wo haben Sie das gelernt? Ja, zu Hause natürlich. Wieso denn zu Hause? Offenbar besteht hier ein Unterschied sowohl in den Ausbildungsmöglichkeiten als auch in der gerade in den Geschäftskreisen, in denen wir zufällig gearbeitet haben (im Exportgeschäft) herkömmlichen Weltoffenheit. Nicht leicht habe ich meine ersten zwei Shilling verdient. Eine Dame kam in das Haus, in dem wir zuerst wohnten und fragte, ob ich vielleicht mit hebräischer Schreibschrift in jüdischer Sprache schreiben könne. Festeres ja, letzteres leider nicht. Kann man denn in Deutschland nicht jiddisch? Im allgemeinen wohl nicht. Nun, auch deutsch wird wohl genügen. Ich möchte doch ihre Mutter besuchen. Dies getan, fand ich eine alte Dame vor, die vor etlichen 30 Jahren aus Riga gekommen war. Sie könne noch fließend deutsch und ihre Verwandten in Riga sollten nur nicht merken, daß sie hebräisch zu schreiben verlernt habe. Sie würde mir also vorsagen, was sie schreiben wolle, und ich solle das im besten Deutsch niederschreiben. Nun versuchen Sie 's mal, etwa den Satz: ״Wor ich gewesen so pleased, du getfen Deine letter und zu heren, daß Du und Deine Weib sind gesund“ im selben Moment in hebräischer Schrift mit ״Deinen Brief habe ich mit großer Freude erhalten und gern daraus ersehen, daß I>u und Deine Frau gesund sind“, zu übersetzen. Mir wurde es jedenfalls nach zwei solchen Briefen etwas heiß, und als ich ihr meine neue Adresse aufschreiben sollte, fielen mir nur noch hebräische Buchstaben ein. Der hiesige Dialekt bietet dem Neuankömmling einige Schwierigkeiten (ich habe inzwischen gehört und gelesen, daß er einigermaßen dem ״Cockney-Englisch“ entsprechen soll). Ich glaube, es verhält sich zum Englischen wie Schwäbisch zuin Hochdeutschen. Jedenfalls heißt naper Paiper, time manchmal Toame und home Hatim. Die Leibspeise des Australiers ist Gebäck und ״Home made Cakes“, wie 1mzählige Ladenschilder verkünden, heißt also Haum maid Kaiks. Da dies aber nicht als ״australisch“, sondern von Gebildeten lediglich als Dialekt empfunden wird, so soll man dies verstehen lernen, ohne es nachzumachen. Sydney Hatten wir von Melbourne nur den flüchtigen Eindruck einer wirklich vornehmen Stadt, die gerade einem rauhen Herbst (den man dort Winter nennt), und der die Blätter der Parkbättme braun färbte, entgegenging, so haben wir Sydney inzwischen näher kennen gelernt. Diese Stadt erscheint dein aus Deutschland Kommenden als eine Stadt ewigen Frühlings. Rauhe Nächte, kühle Abende und gelegentliche Regentage können dem Grün der Anlagen, dem lachenden Sonnenschein und der Luftfreudigkeit seiner Bewohner nichts anhaben. ln den frühen Vormittagsstunden liegen schon die Arbeitslosen in den Anlagen (die Grünflächen sind nicht zum Anschauen, sondern zum Daraufliegen da) und um die Mittagsstunden gesellen sich zu ihnen «ul die jungen Leute aus der City, die hier ihren Lunch verzehren. (Junge Leute, denn fast alle ״jobs“ sind in den Händen der Jüngsten. Der Feind aller Aelteren und insbesondere der Einwanderer, ist der obügatorische Tariflohn, der basic wage). Abends aber tauchen diese Anlagen In einen Dunst aus Nebel südlicher Farben und den Lichtwirkungen einer in allen Farben schillernden Lichtreklame der City, die zusammen mit den verschwenderischen Beleuchtungttff«kten rings um die Springbrunnen sich zu einem Schleier verweben. Sydney, weit um die Bucht herum zerstreut und ins Land hineinragend, ist an eine Unjahl von Hügeln geklebt. Herauf, herunter, herunter, herauf. Der Stadtkern besteht aus engen Straßen (mit vielen Hochhäusern), in denen flutende Mensehenmasstn, Autobusse und Trambahnen mit unzähligen Autos zusammen einen wirren Knäuel bilden. Dieser Verkehr reguliert sich (von den spärlichen Schutzleuten abgesehen, die ihn mit eleganten Bewegungen und ziemlicher Sorg- LUDWIG Feiertage in neuer Kleidung von Auswanderern :tä: SpeEiaiqutUtSten inL«fitcn-Aptfigeat Valmtiloe Mlntela, SHp •Wische u*w. Ersw Rösch Hssotiansh bis 16 Uhr Au beiden Feiertagen 11—20 Uhr Privat• Mittag• und Abendtlsch Tal. 24 BZ St und 24 SB 44 Die gepflegte Küche im Westen Emst Hersihthal Berlin R50 ׳, Marburger Str. 9 a. d. Augsburger Str, j\ Mutlzß ן ־ ן ALU CATO R das sind gute l c d e r v. o r <; n UNSERE VERiCAUFSOESC HAFTE! Berlin, Tauentzienftraße 16 Hamburg, Jungfematieg 43 Köln a. Rh., Hohe Straße 115 Essen, Limbeckerstraße 10 Essen, Am HauptbahnhoHO Bochum , Kortumstraße 67 Frankfurt* M., Roßmarkt 15 Zentrale; Offenbach a. M. Wunnertal-Elberfeld, Herzogsttaße 36 losigkeit tim die zu langsamen Fußgänger hin- und her• dirigieren) so einigermaßen von selbst. Es klappt nicht immer, aber man schimpft nicht. Man rennt oder man bleibt stehen und die Trambahnen fahren, rattern die Hügel hinauf und hinunter und kommen meistens an ihr Ziel. Auch hier kennt man wenig Zwang, Die Trambahnen halten da, wo die Fahrgäste sich bemerkbar machen, die aus- oder einsteigen wollen. Man steigt eigentlich links aus, aber man kann auch anders, wenn es gerade gelegener ist. Als wir es das erste Mal nachmachen wollten (das Rechtsaussteigen nämlich), gerieten wir um eine Nasenlänge unter die entgegenfahrenae Tram. Auch hier will alles erst gelernt sein. Sydney erscheint uns als eine einzige Raumverschwendüng. Eine Viertelstunde aus der Innenstadt herausfahrend, hat man vergessen, daß man in einer schwirrenden, an den Nerven zerrenden Metropole wohnt. Kleine Häuschen mit Vorgärten und Veranden (dieselben wie in dem kleinen Port Pirie), An'agen, Parks und vielerorts das rauschende uniibersehbarc Meer. Je weiter man in die suburbs hinausfährt, desto mehr hat man den Eindruck, in Weine Landstädtchen zu kommen. Um die Gebäude der Ortsverwaltung herum ein Einkaufszentrum, zehn Minuten davon führen kleine Straßen, in denen kleine verträumte Häuschen stehen, ins grüne Land hinein. Um jede Ecke kommt einem ein frischer Wind entgegen und fordert auf, mitzuspielen und mitzulachen, also ist Sydney unbeschreiblich schön. Do you like Sydney? Das muß man nun einmal versuchen, wenn sich der Geldbeutel langsam leert und im Kopfe die Sorgen Kreisel spielen. Und doch, Sydney ist kein Steinmeer, und ehe man weiß, wird einem 11 as Eingewöhnen in dieser Stadt leichter. Jüdisches Leben Was Sydney und australische Juden an Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft leisten, ist jedem, der sich für Australien interessiert, bekannt. Weniger klar war ich mir vor meiner Abreise darüber, wie das jüdische Leben hier aussieht. Soweit ich jetzt schon darüber urteilen kann, hatten wir manche richtige und manche falsche Vorstellung. Es gibt hier alle Einrichtungen, die jüdischen Menschen ein jüdisches Lehen ermöglichen. Nichts, das zur rituellen Lebensführung f' - entsprechen. (Eine liberale Gemeinde, der ein Rabbiner aus Deutschland vorsteht, gibt es in Melbourne und nach ihrem Vorbild sollen jetzt auch in Sydney Gottesdienste ahgehalten werden). Hieraus jedoch, wie es in Deutschland vielfach geschehen ist, auf eine überwiegend orthodoxe Lebensführung der hiesigen Juden zu schließen, ist nicht richtig. Waid aber scheint es, daß die Mehrzahl jüdischen Dingen mit Interesse und Sympathie gegenüberstehen. Die bedeutends'en Vereinlgungen treffen sich in ihrer Mitarbeit für die zionistische Bewegung, in der sie Hervorragendes leisten. Später, wenn wir mehr Zeit haben, hoffen wir diese etwas näher ansehen zu können. Sie laden die Einwanderer willig ein. Für Palästina haben sie ein offenes Ohr und eine erstaunliche Hilfsbereitschaft. Wir hörten hier kürzlich den Vortrag eines Palästinensers, der es verstand, seine Zuhörer in einer australisch heiteren Art zu unterhalten. Nach diesem Vortrag wurde eine Spendenliste verlesen and innerhalb einer halben Stunde Der elenanle Damen-, der vornehme Herren-ScliuH BEmitnrii«. wt-v _ _ ruf. »isisi Kurf(lriteadaintn SS I gm lr\ A d'a94 ••■׳ INHABER; JLsCm.IL ACJJ JUL CA g.iiorenczyk te fIr Auswanderer Einjj. Grolmanstr. Preiswerte An;! durch Abgabe von Zetteln aus dem Zuhörerraum ergänzt. Für uns stellten die Betrage, auf die die Scheine lauteten, Beträge dar, von denen wir in schönen Nächten manchmal träumen. Und noch einmal eine Reise. Wenn wir auch nun genug gefahren sind (fürs erste meine ich), so nahmen uns doch Bekannte kürzlich nach New Castle mit, jener rauschenden und doch schönen Fabrikstadt an einer anderen hübschen Bucht. Unser Weg nach New Castle führt über den Pacific High wav, eine herrliche hochgelegene Autostraße, dann auf einer Autofähre mitten durch einen Fluß, am Busch vorbei, an einem Sec vorüber, und durch lange Alleen von Gummihiutiien, und Palmen, Palmen, Palmen. Dort wohnen unsere Freunde, die uns vor unserer Abreise beraten haben. Wir sahen sie nach 7 Jahren wieder. Sie finden unser Englisch schauderhaft, unsere Gewohnheiten europäisch und meinen Mantel zu lang. . Erwin K and erg Vom amerikanischen Konsulat Stuttgart. Auswanderer, die für die Jom Tow-Tagc auf das amerikanische Konsulat in Stuttgart vorgeladen sind, können vom Unterschreiben usw. nicht befreit werden. Eine Verlegung des Termins auf kurze Zeit (spätestens 4 Wochen) ist möglich. Es ist für solche Fälle dringend erforderlich, den Vorladung*• schein umgehend an die Zweigstelle des Hilfsvercms, Stuttgart, Gartenstraße 15, einzusenden. Wegen sonstiger Anfragen wende man sich an Rabbiner Dr. Bamberger, Stuttgart-S., Inimenhoferstraße 10 (Rufnummer 73 040). Verband Polnischer Juden e. V. Einer Mitteilung des Verbandes entnehmen wir; Alle diejenigen polnischen Staatsangehörigeu, die in diesem Jahre 17 oder 18 Jahre alt werden, müssen sich bei ihrem zuständigen Polnischen Konsulat zur Registrierung melden. Zu diesem Zwecke müssen sie persönlich im Laufe des Monat September, zwischen 0—12 Uhr, auf dem Generalkonsulat erscheinen und vorlegen: Geburtsurkunde, Meldebescheinigung, Schulzeugnisse, Bescheinigung über Beruf. Wenn ausnahmsweise eine persönliche Vorstellung nicht möglich ist, muß die Anmeldung mittels der sogenannten Registrierungskartt erfolgen. Wer die Registrierung innerhalb der angegebenen Frist unterläßt, setzt sich der Gefahr aus, bei Rückkehr nach Polen bestraft zu werden oder der polnischen Staatsangehörigkeit verlustig zu gehen. Nähere Auskunft täglich 9 ois 12 Uhr, Berlin W 35, Kurfürstenstraße 42. Privat• Mittag• und Abendtisch TagMititungdR Eriw Jom Kippur bis 17 Uhr Jom Kippur geschlossen