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Jüdische Rundschau · 1938-09-09 · Heft 72 (9.9.1938) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 72 (9.9.1938)
Date
1938-09-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr 72 9. IX. 1938 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 5 Aus der Welt der Dichtung Aus der Haftara für Schabbath, den 10. September 1938 Jüdische Dichtung ist ein sehr komplexer Sammelbegriff, nicht mir weil darunter literarische Produkte sehr verschiedener Zeitalter und verschiedener Sprachen zu verstehen sind, sondern auch weil ein wesentlicher Teil des jüdischen Schrifttums kanonisiert wurde und in höherem Maß, als das bei irgendeinem andern Volk der Fall ist, die geistige Heimat des Volkes wurde, nachdem es sein nationales Zentrum verloren hatte. Daraus ergibt sich schon die Schwierigkeit, eine allutnfassenden Chrestomathie in einer einheitlichen Sprache herauszugeben. Leo W. Schwarz (New York) hat dieses Unternehmen jetzt gewagt und legt in englischer Sprache ein Buch von mehr als 800 Seiten Umfang vor, das eine Auswähl von Proben der jüdischen Dichtung enthält (״A Golden Treasury o f J e w i s h L i t e r a t u r t“ seiected and edited by Leo W. Schwarz, London WC 2, Arthur Barker L.td., Sh. 10 6). Das Buch ist vor allem für amerikanischjüdische Leser geschrieben, und dies bestimmt auch den Gesichtspunkt des Herausgebers; die amerikanisch-jüdische Literatur tritt in den Vordergrund. Schwarz hat sich nur teilweise an das überkommene Schema gehalten, die jüdische Literatur nach Ländern und Zeiten zu ordnen; denn den Hauptzweck des Buches sieht er darin, die jüngere Generation in Amerika mit dem jüdischen Volk und seiner Schöpfung bekanntemachen, und er betrachtet die jüdische Literatur als eine Art ״Autobiographie“ des jüdischen Volkes. Den Begriff der ״jiidischen Literatur“ umschreibt der Herausgeber wie folgt; zu ihr gehört einerseits alles, was Juden über sich seihst und ihr eigenes Leben in irgendeiner Sprache geschrieben haben, und andererseits alles, was sie — über welchen Gegenstand immer — in hebräisch und jiddisch geschrieben haben. Das älteste Stück in (.lern Buch ist der Gesang der Debora, das jüngste Stück datiert aus den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Es ist unmöglich, bei der Besprechung eines solchen Werkes mehr zu leisten als eine flüchtige Aufzählung und Darstellung der Anlage des Buches, denn die Stücke, die darin enthalten sind, sind zum größten Teil altbekannt, auch die englische Uebersctzung ist bereits gedruckten Büchern oder Sammlungen entnommen. Das Buch wird aber gerade auch für solche Leser, deren eigene Muttersprache nicht das Englische ist, einen großen Reiz haben, weil es zeigt, wie die jüdische Literatur sief) in einem fremden Idiom präsentiert. Nur wenige Stücke des Buches sind im Original in englischer Sprache geschrieben, im wesentlichen wohl die Stücke des ersten Alischnittes, das Erzählungen amerikanisch-jüdischer Autoren enthält und die Ueberschrift ״Unser Geburtsland“ trägt, im zweiten Abschnitt ״Die vier Winkel der Erde“ sind moderne Autoren aus den verschiedensten Ländern vertreten, meist mit Bruchstücken aus größeren Werken (z. B. Jakob Wassermann mit einem sechs Seiten langen Stück aus den ״Juden von Ziriidorf“); hier finden wir auch Arbeiten palästinensisch-hebräisclier Autoren, wie Schimonowitz, Smilanski, Hazaz. Der dritte Abschnitt, ״Das Erbe unserer Väter“, soll nach der Absicht des Autors die sozialen und kulturellen Wurzeln der modernen jüdischen Generation aufdecken, indem es durch .Bruchstücke aus Werken von Zeitgenossen hzw. von Vorgängern der jetzt lebenden Juden ein Bild der Atmosphäre und des Charakters des jüdischen Lebens zu geben versucht. Anschließend an diese drei ersten Abschnitte finden wir dann vier Abschnitte, die einen großen Ueberblick über die jüdische Literatur aller Zeiten und Zungen zu geben suchen, und zwar auf dem Gebiete des Humors, des Dramas, der Lyrik und der Prosa. Um den Umtang des Werkes anzudeuten, sei z. B. erwähnt, daß dieser letzte Abschnitt mit einem Kapitel aus dem Deuteronomium und mit Zitaten aus der Weisheit Salomos und dem Koheict beginnt und über den Soliar, Maimonides, Spinoza bis zu Herzl, Achad Haam, A. D. Gordon, Louis Brandeis und Martin Buber reicht. In ähnlicher Weise beginnt das Kapitel über Lyrik mit berühmten biblischen Gesängen und reicht bis zu den modernen Autoren des heutigen Palästina. Natürlich kann man bei einer solchen Sammlung immer eine ganze Reihe von Bemerkungen machen, was noch hätte hineinkonimen können. Auswahl ist immer eine Frage des Geschmacks. Es muß anerkannt werden, daß Schwarz die Auswahl mit großer Gewissenhaftigkeit und nach deutlich fühlbaren Grundsätzen getroffen hat, aus einer umfassenden Kenntnis des Materials heraus. Ist doch das Reservoir der Quellen, ans denen hier geschöpft werden muß, so außerordentlich groß, daß es jedem Herausgeber schwer fallen muß, sich mit den Beschränkungen abzufinden, die der Umfang des Buches eben setzt. Schwarz hat sich dieser Aufgabe mit großem Geschick und Sachkenntnis entledigt, und man kann nur die Hoffnung aussprechen, daß dieses Buch in der englischen Leserschaft eine weite Verbreitung findet und Verständnis für das Wesen und die Kontinuität des Judentums weckt. Denn sowohl für die jüdische als auch für die nichtjüdische Welt ist im vorigen Jahrhundert der unlösbare Zusammenhang des Judentums durch die Jahrhunderte hindurch verlorengegangen; er aber ist eine der wesentlichen Realitäten der jüdischen Existenz und muß auch wieder eine Realität des Bewußtseins werden. Das wird durch nichts so greifbar bewirkt wie durch einen Ueberblick über die Literatur, die trotz aller Nuancen und naturgemäßen Unterschiede von Zeit, Ort und Begabung doch eine Einheit bildet. Neben dieser großen Chrestomathie liegt uns eine Auswahf von Dichtungen vor, die zeitlich und sachlich einen kjeineren Umkreis hat, aber in sich einheitlicher ist. Es ist ein Dcklamatorium hebräischer Lyrik, bedarf also keiner Definition seines jüdischen Charakters. Diese Anthologie der neuen hebräischen Lyrik (,,Schraten״ hacha - daschali, likutini lemikra uiediklum“) ist von Eüjahii Metus im Verlage Kinnus, einer Unterabteilung <Lcs Verlags Dwir (Tel Awiw), herausgegeben. ״Kinnus“ bedeutet Sammlung, die- Für Vater und Sohn die riditigre Kleidung von SpezlaUbtellttn; dir An1wattd«rtr. Große Auswahl in Leinen• Anztlg-en, Popeline-Mänteln, Slip-Wfiache usw, Frankfurt a. M. gegenüber dam H*uptb»Hnhof scs Wort ist eine bekannte Parole Bialiks; und in der Tat handelt es sich liier um ein Einsammeln, eine Art Ernte, aus fast zwei Jahrhunderten Dichtung. Das Buch, das 470 Seiten stark ist, beginnt mit Mosche Chain! Luzzato (1707—1717־) und endet mit dem jüngsten Repräsentanten der heutigen palästinensischcn Lyrik. Es umfaßt Gedichte aus der Haskala, aus der Aera des nationalen Erwachens und aus der palästinensisehen Moderne. Der Herausgeber beabsichtigt, ein praktisches hebräisches Dcklamatorium 711 schaffen und hat die Gedichte ausgewählt, die ihm am geeignetsten schienen für die Programmgestaltung hebräischer Rezitationsabende. Es ist ein Buch entstanden, das, abgesehen von seinem unmittelbaren Zweck, auch geschmackbildend und veredelnd wirken kann und zugleich ein Bild hebräischer Poesie und ihrer Entwichlung gibt. Die Wiederbelebung der hebräischen Literatur ist in den letzten 50 Jahren einer der Hauptfaktoren der jüdischen Renaissancebewegung gewesen. Ihren vorläufigen Gipfel erreichte diese Entwicklung unbestritten in der Gestalt von C 11 a i m Nach man Bialik. Ueber Bialik ist besonders in den letzten Jahren (auch in der ״Jüdischen Rundschau“) so viel gesagt und geschrieben worden, daß wohl auch der von der hebräischen Literatur entferntere Leser einen Eindruck von der Eigenart ׳und dichterischen Bedeutung dieses Mannes hat. Ihm zu Ehren wird seit seinem Tode jährlich von seinem Schüler und Freund Jakob Fichman ein Jahrbuch ״Kncsseth‘־ herausgegeben, von dem bereits drei Bände voriiegen. eine überaus würdige Ehrung Bialiks, die sowohl der Biaük-Forschung als auch der Förderung seiner Nachfolge im Reiche der Dichtung dient. Bialiks Gestalt ist nicht nur eine dichterische, sondern auch eine erzieherische, zugleich ist er der prominenteste Zeuge des geistesgeschichtlichen Prozesses, der aus dem alten festumgrenzten und erstarrten Judentum in eine lebendige Gegenwart hinüberführt. In den letzten Jahren haben wir mehrere scfiöne Bialik- Ausgaben gehabt. Heute können wir ein besonders verdienstvolles Werk anzcigen, nämlich eine Ausgabe s ä m 11 i c 11 e r Schriften C h a i m Njchinan Bialiks in einem großen Bande, die der Verlag ״Dwir“ (Tel Awiw) veranstaltet hat. Das Buch hat Großformat und ist zweispaltig gedruckt, die äußere Ausstattung macht der Sache alle Ehre, und der Preis (75 Piaster ־־= etwa 9 RM) ist so, daß das Buch wirklich weite Verbreitung finden kann. Es ist unseres Wissens die erste wirklich vollständige Ausgabe der Werke Bialiks, in wcleher auch die verstreuten dichterischen Aeußerungeti der letzten Jahre mit aufgenommen sind, ferner die Essays und die Märchen lind schließlich in einem Anhang auch Gelegcnlieitsgedichte, kurze Widmungen und dergleichen. Durch diesen repräsentativen Band hat der Verlag Dwir das Andenken seines Gründers überaus eindrucksvoll geehrt. Ein hebräischer Maupassant Das Schaffen (Verschon Schofmans Wenn neuerdings durch die jüdische Presse die Mitteilung ging, daß dem in Palästina eingetroffenen hebriiischen Schriftsteller Gerschon Schofman ein herzlicher Empfang bereitet wurde, so ist d'ese Teilnahme eine durchaus begreifliche Reaktion auf d e Eigenart des Schofmanstheii Schaffens selbst. Geht doch dieses auch zu Herzen des 'Lesers, wie wohl bei keinem anderen hebräischen Schrift- Steller, weil niemand so wie er es versteht, das Alhturenschtu* zu den Was schenken Wo kaufen Die alt* Sitte, :u den Feiertagen .\ahestehenden durch Geschenke Freude :n bereiten, wird auch in diesem Jahre eingehalten werden. Je nach der Vermögenslage werden kleinere Aufmerksamkeiten oder mich wertvollere Gegensfände geschenkt. Aber; Haben Sie sich und Ihre U'ffrr/t den Käufern schon in Erinnerung gebracht‘,' Jetzt ist es Zeit, »ich m den W ettbewerb ein:u schalten. Wenn Sie jeJ;t in der ,,Jüdischen Hundschritt“ inserieren, *0 erfassen Sie die Menschen, auf die es Ihnen ankotnini. (ieben Sie uns Bescheid, und wir werden Sie vnverhindlieh und fachkundig beraten! Jüdische Rundschau / Anzeigenabteilung Berlin W 15 / Melnekesf raße 10 / Ruf 919031 liehe, das Kreatiirliche in seüier ganzen Realität, ohne jegliehe Verfälschung nocii I terarische Ausschmückung, zur Darstellung zu bringen. Wir haben den Vergleich mit Maupassant gewählt, weil er vielleicht am besten diesen Zentralnerv des Schaffens Schofmans veranschaulicht. Aber es ist mehr als ein Vergleich: es ist eine Wahlverwandtschaft, die sich auch bis zur Form erstreckt. Es ist dasselbe Gefühl vor allein für die Bitterkeit des Daseins, dargcstellt in kurzen, messerscharfen Situationen. In einer Erzählung von Schofman (״Liebe“) finden sich Sätze, in denen er vom Fortschreiten des Lebens spricht, utcl die man als Motto seinem gesamten Schaffen voranstcllen könnte; .,Die Gedichte junger Porten, die aus dem Gefühl der Jugend, des Glückes heraus jauchzen, die wahre und feine Liehe bes'ngen, Liehe zwischen Bergen, Wasserfällen und Adlern, — diese Gedichte erfüllen einen (jetzt) mit Verdruß; gern aber liest inan die Gedichte der Müden, Protestierenden, derer mit!.׳:ebroehcnen Flügeln.“ Es ist eine Absage an jegliche Romantik, Phantasie und U!1natürliclikeit, ein absolutes Bekenntnis zum Realismus. Dieser Realismus bedeutet freilich nicht etwa, daß nur das Robuste im Menschen und Menschenleben mit Vorliebe dargestellt ' wird. Nein, auch das Zarte in der Menschenseele, Aber allerdings bleibt der Grundton fast immer irgendwie melancholisch. Man hat vom Einflüsse Allenbergs auf Schofman gesprochen; doch sicherlich hat er auch die Russen gelesen und ist von ihrem Psyehoiogistmss beeinflußt worden. Die Fähigkeit Schofmans zur psychologischen Plastik durch längere Belege zu veranschaulichen, dazu fehlt es hier an Platz. Daher seien hier nur einige kurze Striche seiner Palette wiedergegeben. Er schildert beispielsweise die Reise einer Frau zu ihrem Geliebten (״Liebe״ :(״Das Rattern der Räder erzeugte in ihr'innere, wunderbare Melodien. Und dieser stumme Gesang inmitten der süßen, berauschenden Gewißheit war gleichsam die Begleitmusik zu der Erkenntnis; der Eisenbahnzug fährt jetzt direkt dahin, dahin! Mit jeder Atmung der Lokomotive fühlte sich Julia dem Ziele näher. Die Felder, mit ihren dünnen, weißen Schneeflocken, bewegen sich im Kreise, vom Mondlicht Überflossen, drehen sich, verschwinden und kommen wieder. Scharfer Kohlengeruch weht hinein, und gleichsam ein kleiner, heißer Stein, der §tein der Liebe, bewegt sie und zittert im Innern“ ,. . Die Mannigfaltigkeit der Sujets im Schaffen Schofmans ist überaus groß: Aber sie entspringt nicht etwa dem Reichtum Juble, Entwurzelte, die nicht gebar, brtdi In Jubel aus, )auchze, die nicht krelhte, denn mehr sind der Söhne der Verödeten als deT Söhne der Verehelichten, spridit ER. Welle den Raum deines Zelts 1 deiner Wohnungen TepplchbehÄnge spanne man auseinander! spare du nimmer, verlängre deine Stricke, deine Pflöcke verfestige 1 denn rechts- und linkshin dehnst du dich aus, Stämme beerbt dein Same, öde Städte besiedeln sie neu, fctchaitthu Kap. 34, 1—3 Verdeutscht von Marlin Buber der dichterischen Phaiiinsie, sondern beruht durchweg auf Selbst-L1 lebte!״, das wir zur dichterischen Darstellung erhohen ist. Denn das Lebet! selbst hat Schofman tüchtig herum• geworfen. Fr war Soldat 1111 russischen Heer zur Zeit des Zarismus; I'lue'rt'iiie in der Fremde; kleiner Landwirt. Und da 11 er sehd ,eit er da- K1־-.en1c!!]eben, das .schattenhafte Lehen dir [ hiei tlinge, die öl.idt-K'u'tiir, Naeliikabaretts und LandhH licn. Seme I liemen und Bilder sind also keineswegs jüdisch, sondern allgemein-menschlich. Aller eben deshalb lieht sich die liehrai-chc Syache, in die sie gekleidet sind, umso mehr hervor. Ein•!! deshalb dokumentiert sie /um Ueberfluli die Fähigkeit /um Universellen und somit die absolute Daseinsbererhtigiuig, die in i 11 <־ liegt, die sie zur Weltliteratur gehörig ,rächt. Diese-; Universelle!nagt sieh freilieli auch i!11 eigen,arf gen S de Schofmans aus. Es ist ein schlichter Stil — dureliatiadäquat dem v ■ris Lehen (n!11!d/11g seines Schaffens — und dieser Vcisimis wohl bedingt es auch, daß Schofman!mmer wieder ia 111 einer mtimlkchcri Mitteilung Meir Mohrs an den Schreiber dieser Zeilen ■ mit einer ,,Ehrfurcht vor dem V'doite“ an seinem Stile feilt: es ist wohl nicht nur ein formaitechuisches Si eben, sondern auch ein inneres — die Form möglichst in Einklang mit dem Gegenstand selbst zu bringen. folgt rum daraus etwa, daß das Hebräische bei ihm eigentlich nur .,Zufall•׳ ist? Er selbst hat 1ms (in den beiden Erzählungen ,,Großvater und Enkel“ und ״Einst in Israel“, denen zweifellos e'nc autobiographische Bedeutung zukommt) gezeigt, daß er das Hebräische schon in der Kindheit in sich aufgenommen hat: aus dem üblichen Lehrgang, aber auch aus einem besonderen Milieu: sein Großvater und sein älterer Bruder --- auf beide war das Kind stolz — waren hebräische Lehrer. So wurde in ihm der Grund der jüdischen und der heb'äUcheii Tradition gelegt. Der Bruder ward aber bald zum ,,Apikorcs" und zog auch unseren Schofman in das verführerische Not/ der ,,äußeren Bücher“ - dadurch wurde der Weg auch für das Aümenschiiche in ihm freigelcgt, das später in seinem literarischen Schaffen zu so reicher PUfe ״dangen sollte. Dr. Elias H 11 r w i c z. 1 Jniühriinjj in den Talmud Eli L. Berkov'ts: Was ist der Talmud — Jüdischer Buehver ag Erwin I eewe, Berlin 1058. ’('eher kein anderes Gebiet der jüdischen Geistcsgeschichte besieht wohl in den weitesten jüdischen Kreisen so große Uiik'arheil mul Ihiw issenlieit wie über die. Frage der Entstellung, des Wesens und des Inhaltes des Talmud. Die Zahl deneuigeii Juden in nnserem Kreise, die hierüber etwas wissen, ist genug, und auch die Vorstellungen, die man sich von der Bc-deuung des Talmud für die jüdische geistig-re'igiose und nah male Lutuieklung macht, sind zumeist sehr verschwommen. Fs ist daher zu begrüßen, daß in dieser können Schritt 1 ine kur/ gefaßte Einführung in das Wesen ries 1 altnud gegeben ward, Btrkovifs behandelt das Verhältnis von '! abimd, ibhei. 1 eiten und Wissenschaft. Sodann ski//׳e״t e״ du ,::,:muk.whr Methodologie, insheson- ‘Rre (Iw Art seiner Schlüsse sowie die exegetischen Regeln. VV eitertun schildert er die Einteilung und den psveliologischen Aufbau des [:dimid sowie■ das Verhältnis von Hakicha und Aggada. Er behandelt die (:ritwickltmgsgcschichte des 1 ainnid und gibt hierzu einige Proben aus Midrasch, Muelina und (innara. In den Seh'ußkaoite’n werden der talmndisehe Stil und die vorhandenen!)rucke und Mamiskrinie kurz erörtert. Die kieiue Schrift zeichnet sich durch große Ucbersieht'ichkeit und Klarheit aus und wird gewiß da/u dienen, vie'e Unklarheiten zu beseitigen. —n. Lehrerfortbildungstagiintj in Dmse'dorf. Vom 16. bis 36. August fand in den Räumen der Privaten LicEscheii Schule in Düsseldorf e' 11 Fortbiidungslchrgang für Lehrer statt. Die Tagung wurde von der ReiehsvertreUin״ der luden in Deutschland (Schu'abteilung und Mittelstell(־ für jüdische Erwachsenenbildung), dem Preußischen Landesverband jüdischer Gerne nden und dem Verein israelitischer Lehrer der Rhesnprov 11/ und Westfalens veransta'tet. Da in der Hauptsaelte eine w'ssenschaftlichc Weiterbildung beabsichtigt war, gaben die Kurse über Briefe und .Memoiren als jüdische Geschielt tsquelle (Dr. F. Bamberg er, Berlin), Didaktik und Methodik des palästinakundlichcn Unterrichts (H. Gärtn e r, Berlin), Didaktik und Methodik des Tn.'tchuiitem ■hts (J. Jakobsohn, Berlin), D־'daktik und Methodik de; Singens (Dir. Karl Adler, Stuttgart', Materialien zur geschiehtliehen Bildung (Prof. Dr. E. K a 111 o r o w i c /, Frankfurt a. M. und Dr. K. Her/, Düsseldorf), sowie über Fragen der Erziehung des jütischen Kindes (Prof. Dr. C. Bondv, Groß-Breesen) stoffliche Anregung und wichtige Gesichtspunkte für eigene Wc (erarbeit. Um besonders den Lehrern an w emg■ gegliedert e n Schulen Gelegenheit zur Ausspräche über Fragen der Schulpraxis zu gehen, diente ein Tag des Lehrganges unter Leitung von Dr. Siegfried Braun (Köln) und Max H e v 111 a n 11 (Rheydt) der Klärung dieser Probleme. Die Diskussionen wiesen das dringende Bedürfnis nach Bücher nt aterial für die Schulen kleiner Gemeinden auf. — Daß die elf Tage angespannter Arbeit zu Tagen wirklichen Zusanimenarbeitens und Zusammeniebens wurden, war der Leitung von Prof. Dr. E. Kantorow i e z zu danken. |rfrr}1nLf JUfllSCheP BlKlUfartPlBd M Salomon Hebralca judalca ■ Sfliönc Llferalur ■ Ritualien - Sdiaiipiaffen Betlin-Ciiarlottenburg, DahlmannstraBe 8 i Ruf; 9611 41 Verkaufsstelle und Anzeigenannahme für jadlsdie Zeitungen Veraend In- und Anilan

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