Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 72 (9.9.1938)
- Date
- 1938-09-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 72, 9. IX. 1938 angreifenden Araber das Gewehr entreißt, ihn damit auf die Schulter schlägt, um ihn für die Verhaftung zu kennzeichnen; ich erinnere an unseren Schomer Alexander Seid, der 35 Jahre lang Wachtdienst geleistet hatte, bis ihn die arabische Kugel traf. Auch von der Haltung unserer Kinder muß man sprechen, die bereits wissen, daß sie sich veiteädigen und schützen müssen. Als zu Peßach ein großes K'r/dcrfest in Ben Schemen durch eine Schießerei gestört wurde, gab es bei den hunderten Kindern keinerlei Panik, und das Fest wurde nur auf Minuten unterbrochen. Man muß an unsere Chauffeure denken, die Tag für Tag 111 Lcbcnsge'ahr schweben und ruhig ihr Werk tun, nnnciie in Autos, die von arabischen Kugeln durchlöchert sind wie ein Sieb, und an manchem Opfer fragen wir selbst de Schuld, weil wir nicht genügend Miitc! für die Verteidigung bercitstclien. Niemand von uns weiß, wer de■ Nächste st, aber jeder von uns ist bereit. Aber wir allein können uns nicht schlitzen, wenn uns das j ü d; s c 11 e V 01k nicht die Mitte' gibt, der Jisehuw alle 11 kann de Kriegsausgaben nicht tragen. Wir kämpfen nicht nur 111't dem ( ewelir, wir tragen in Pardern auch tingeheu! e matt 1 :Ule Lasten. We'rhe OnOr bringen wir für unsere Arbc:ts!oscn'J Wir haben den ״Kofer IInjischuw•‘ {Vcrteidigtirtgsfond) nioklaiuiert, und der kleine Mann in Palästina wird seine Pflicht tun. Wir wobei nicht e:!1 Hehlentum des Schießens und des Kampfes; Lehen und Schaffen ist unser echtes Heldentum. Aber jetzt müssen wir uns vorleidigen, und wir brauchen die Hilfe der Juden der Welt mehr als jemals. De ZI011 sten müssen etnPi.'h dis Ihre tun. Wir in Palästina wissen, wofür wir leben und wofür wir zu sterben bereit sind. Sir Ncill Malcolm berichtet Sir \> 1! M;1 1 e n ] m. der II gh Comniissioi :t-!1 es X'ölkerblinde« für Auswa ndur e:׳ aus Dcutsehlan ׳cl, ha. 1 der XIX. orden ilidi« רד. Nt/tmr der I!:!!סו!’, er-animbing 1! cs > \h’u kerh/unh s e: n ( ¬ו! T a 1 i keitsbe׳.!i; ht uni •.׳rl'ia itet. D ׳r Rero da e nW d.t /u- ’c וזוז ׳ 1;u -Iw (auch Wo >n vo׳׳1.0 1 ׳d W n u1!סן״ :n rv■: a n g e ־ nn, hte) M 111׳ hin;. daß E!1 g 1 a 11 d d c י i׳!ter ׳nati-G na! e Kimvun r; 1 h!■? ׳reffend .Anwaiißam׳ aus [);1״! G'l ' ׳׳(! von! )׳>. Fe- .!וזי! ar 1 0; iß'IlU! puhs’ I ratifizieren w i r (!. n ■ ror ׳ Konven n<־׳ ז wa r sc ner AH von s i 1׳ h e n S t ז 1 a; n!nr tur/ ei.;111 et Wo; ׳.len, n iniii'.'h Bein na!, Dänemark, F.n ׳':.׳and. i :rar ikreä'h, Ho!iend ׳.׳No: Weg , n!0 ul Spanien. IN h׳ cs! •Ni die Ho f f ׳ <I "1 lg, < 1;11! ver א uii unu|)׳׳:!h dr ׳n!(en i'n/einer Si :1' ar miic': tu. besou- 11er! nr •־־ t K׳ 'ueks eh׳ t nu! r die (TeWährung von A rlat. it N.'I 1 a; 1h!3 sep. , hui K3h en wo!•« len, so daß d e Konve 11!' nn ihre v׳׳*r e Wirk 11 n 1: h;1 hu n kenn . Zum Inkrafrtnten st dk ׳;■' f ׳. ,nr' 3' 13. i:! (Tlt e זז ho ui { fUfj 1 rai- <׳!,n. tariat des : Yöü ((׳rhu ndt >. not- V, 0; nhi!, ti 1 ■ ur-'t!0 ich ׳Er RatTikation m ׳glich ist 1 )t׳r r ־: i.Nf 1!n;< ׳־tMi. , 1 U d e Notw cmkt'keit, d(1״ privat 11/ 01-.,, •’i -; 1׳ a'H'n, 0־11! וו! ,4 er Wenden 11!e.-fr;1g1׳ lief aßt s d 11 ] , (Iure h Zurver■ fl! Cf mu.!';oll 1!r!e׳ von ו i r u n tl s t u e k e n d C M״g! el!! . t zu eröffnen . f n r 11 :c kufu gn's A u f n a 11 111 1 1 a Li k ׳ r e u (־« ׳r3־' ■ten in den In ndern, d c nur ■als Durch hf a n ß ׳sst a t i 0 n e 11 auf dem Wege יד! 1 u 1 endgültigen W antlertmgsz :ei gehe 11 können. Während der jetzt zweiein halbjährigen Amtszeit des Hpgh Comnüssionor haben insgesamt etwa 50t »0 Auswanderer aus Deutschland auf Grund einer direkten lntervention von Sir Neill die Möglichkeit erhalten, in den Ländern ihres derzeitigen Aufenthaltes zu bleiben, bis sie endgültig, nach Uebersee auswandern konnten. Eine derart׳ tgc direkte Intervention war unter Beobachtung eines bestimmten jnsfan/enznges hei den Regierungen der betreffenden Länder möglich. Besondere Aufmerksamkeit widmete das Oberkoinmissariat ferner der Auswanderung von 1 a 11 d w i r t s c h a f t - lieh besonders a 11 s g e b i I d e t e n und q u a I i f i - zierten Personen. Obgleich auf diesem Gebiete die Erfolge ziffernmäßig nicht sehr bedeutend sind, könne man doch hoffen, in Zukunft erheblichere Ergebnisse erzielen Max Weissler Berlin W, 2» Kleiststr. 12 ELZE zu können. Die Schaffung oder Erweiterung von besonderen A!1 s b i f d u!1 g s - 11 n d ('ms c 11 i e!11 11!1 g s s t ä t t e n willde sich Ire!für als besonders glücklich erweisen. Die Könneration zwischen dem ()hcrkommOanat und den Regierungen der Länder habe sich befriedigend enrwickeii, wobei inshesondm׳ die hierfur auf den Konferenzen von | (via 11 und London festgek'gten Verfahr(nswciscn bervorgehoben werden. Die Leistungen der H; c e m werden in dem Bericht iin Fin/eliien aufgefuhrt. ln der Zeit vom 1. ianuar bis '10. November EM7 hat die 11 gern .- gemäß ihrer ■Mitteilung au das Vcrlumlnmgs-Küinltee, das den Kontakt zwischen den privaten Wandcriingsorgan Nationen und dem < iberkomriiissariru!!erstellte und das nunmehr in e.n beratendes Komitee!1111gewandelt werden soll ״~ insgesamt 111b Personen in übersecl-c|1e Lande!׳ iibrriuhrt. Im einzelnen konnten davon 152 Menschen nai h l SA. und Kanada cGiwandern, lb nach Mittelamerika, 3 10 nach Argentinieii, 27 narb Brasilien, '2 nach Paragn.i v, 221 nach anderen lat emanier׳ kanisclien Ländern, 7 nach smlafrlka. 2 nach CI! na, 32 nach anderen Ländern und — ehe höchste Ziffer - 3-14 nach Palästina. Die A n s i e d! n n g von Ean/ilien in der Landwirtschaft kostet in l.1״te nanienka zwischen 80!) und 1000 <i, wozu die Kosten einer herufliciien l m- oder Erneut-Schuhmg hiimikommen. — Sir Ne ll beklagt, daß, wenn man von den liberalen Maßnahmen der französischen Regierung, die den Auswanderen! das Recht auf Arbeit /»erkennt, at!s:eht, die Mehrheit der Länder nach d'cscr Hinsicht eine einschränkende Politik befolgt. Obgleich diese einschränkende Politik in mannigfachen wirtschaftlichen und so/ia'en Gründen ihre Erklärung findet, würde cs außerordentlich wünschen swert sein, wenn die übrigen Regierungen die Möglichkeit einer g r o ß z 11 g i g cren I I a 11 d I! a h 11 n g mit allem Ernst erwägen und so weit als möglich dem französischen Beispiel folgen wurden. Es wäre z. B. wünschenswert, wenn die Regierungen der Durchgangs!,ander den Durchwanderen! in Zukunft ehre bescheidene finanzielle Unterstiitz 11111; gewahren würden, die sie in den Stand setzt, die ersten Tage nach ihrer Ankunft in dem endgültigen Ziellande der Einwanderung zu existieren. Eine derartige Praxis, die in der Internationalen Konvention von Februar bereits vorgesehen ist, wurde von größter Bedeutung sein und etwa den Maßnahmen entsprechen, die analog von den Ursprungsländern der Aus- Wanderer erhofft werden. Der Bericht schließt mit einem Dank an sämtliche Regierungeri, die die Arbeiten des Oberk onunissariats zum Problem der Auswanderer aus Deutschland (einschließlich Oesterreich) uuteistützt haben. ״Das tiefe Interesse, das die Organe des Völkerbundes ari diesem Problem genommen haben, ist von den edelsten Traditionen dieser Institution geleitet. Diese Tradition verdient, mit höchster Dankbarkeit von allen denen betrachtet zu werden, die, wie der High Kann den jüdischen Aerzien geholfen werden? Am 30. September verlieren die meisten jüdischen Aerzte in Deutschland ihre Bestallung. Die Situation ist die: Von den rund 50'!0 jüdischen Aerzten, die das Gesetz trifft, schaltet ein Teil für die Betrachtung aus: Das sind 1. die Aerzte, die infolge ihres hohen Alters nicht mehr an eine Aus- Wanderung, jedenfalls nicht mehr an die N'eugrüiidung einer Existenz denken können. Es sind 2. die Acr/.lc, die mit Glücksgiitern so gesegnet sind, daß sie zunächst einmal hier oder draußen, und sei es auch nur eine längere Zeit, sorglos leben könne; 1. Ich glaube allerdings, daß ihre Zahl wesentlich überschätz* wird. Es sind 3. die Aerzte, die draußen Verwandte haben, die ihnen für kürzere oder längere Zeit ein Leben gestalten ];׳("׳men u't'.l woi en. lind -1. die Aerzte, die bereits im Authn1־׳h wa׳׳cn, als das Gese'z verkündet wurde, die also bereits draußen Bezi״Inm״a׳u airgeknüpft mid Wege vielleicht rech‘ do-jiige, aber immerhin Wege zur Existen/griindimg g (linden haben. Diesen Glücklicheren stellt die g oße Zahl derer gegenüber, die noch za jung si 1d, um den heißgeliebte/! Beruf at.fzugcben. die das Gefühl haben, doch noch der Menschheit Gwas gehen, ihr nT/iich dienen zu können, die keine Be- Ziehungen o 'er Verwandte (halb en haben, die für sie sorgen kö-intin, und die mich hier \ 1 nnögvnslos sind, weil sie seihst b.׳i gutgehender Praxis nichts erübrigten, sei es, daß sie Uebcr>chu8«e׳ in wis«enselta 'tlichc/1 Büchern, Appa-alen, Anstalten (z. ß, Kliniken) anh.guui, sei es, (laß sie ihren Beruf nur als Beruhmg empfanden und der materiellen Seite des Bundes ganz gleichgültig gegciiübei's'amk'n. Alle diese, denen der Beruf ub ׳r alles ging, die mit allen Fasern des Herzens daran hin gen und mit at’en Kräften nach I!öclistleis'ungcn sich bemühtem dic־ka nuten, daß nur ein guter W-nseh ein guter Arzt sein körnte und deshalb die ideelle Seite des Berufes s3׳!s mehr oder sogar ausschh'eßlieh nflegt•־ «׳je alle s'ehen jetzt vo׳ dem Nichts und sind ir! Not Es sin! unter ihnen nicht die schlechtesten Menschm! und auch nicht die 11!י bedeutendsten Aerzte. Viele sind es. die nach längerer Praxis gerade jetzt auf der Höhe ihrer Kunst sind, auf einer lE'Ne, die nicht nur durch eine gute No*e im Examen, sondern vielmehr durch eine in i-ר־ 1־r>; r Prirs zur EntinLuug gekommene A׳!!a׳׳e und Erfnhrtזיו׳ ׳ am!<1״־״kcnbetf und durch Umgang mit vielen hilfsberh":rff׳׳r ••1 Alen•׳eben und dnreh das Wissen tun ihre 1,eitlen bedin״! is*. Ule diece wollen weiter pich'« a's bescheiden leben und ,1! beiten, den Menschen helfen und der Wissenschatt ".׳eher theiien. Als Sehrechgrsoens! sch־!■׳•״)' ihnen neben der Sorge um d־!s tägliche Bro* .rieh noch das fast überall verlangte Examen vo•׳. da־: E'.anien, das man in der Jugend nach einem fleißigen Stu!;irr. von zehn Bernes'ern spielend meiste-te, das aber, wenn man aber geworden find sorgen beschwert ist, auch fi'ir den tüchtigsten und wissenschaftlich noch so interessierieii Praktiker eine Ourd bedeutet. die -er mir selten trotz eifrigsten t Bemühens gleich so meistern dürfte, wie es sein müßte. Mögen doch die maßgebenden Instanzen draußen in der Welt nicht vergess:!j, daß Bewährung i 111 Bern f nichts mit einem neuen Examen unter so erschwerenden Umständen zu tun hat, nachdem es vor Jahren ja schon bestanden war. Die Jungen unter uns sollen es auch draußen ruhig noch einmal machen. Wie aber kann die Welt 1ms Acltcr.cn helfen, die wir den bescheidenen, aber so brennend dringenden Wunsch haben, den ich eben ausfiihrte? Ich meine, es dürfte bei eimgenrialkm gutem Willen und dem vorhandenen Wohlwollen gar nicht so schwer sein, diesen Wunsch zu erfüllen. S e h afft d r a u ß en A s s i s 1 e 11 t c 11 s t e! I e n! _ Ich glaube, das ist aller Ueberie111!״,gen bester Schluß. Wenn an jedem größeren und großen! aikcnhause draußen auch nur eine zusätzliche Assistentenstelle geschaffen würde, so wäre aller Not dieser Aerzte ein Ende gesetzt. Durch freie Station und ein bescheidenes Taschengeld wäre die Sorge ums!.eben behoben und die Möglichkeit, nutzbringend zu arbeiten, winde Geist und Nerven neu beleben. Au! diese Weise wäre auch die Examenssorge verscheucht und noch etwas anderes erreicht, was auch den Einsichtsvollen unter ums ganz klar is;: Wenn wir auch unter noch so erschwerten Bedingungen das Examen schließlich bestehen, dann sind wir immer . was ja verständlich ist — unliebs;1 in e Konkurrenten in der Praxis. Feinfühlenden ist (iies Bewußtsein drückend und peinlich. Als Assistenten aber fallen wir für die Konkurrenz in der freien Praxis, die ja das letzte Ziel fast jedes Medizinstudenten ist, fort, und das würde unsere Situation nur erleichtern. Für die Krankenhäuser und Kliniken draußen wäre unsere Tätigkeit als Assistent gewiß auch nicht sinnlos und mimit/. Denn wir würden durch Fleiß das uns bezeugte Entgegenkommen lohnen, und jeder Chef eines Krankenliatises tmd einer Klinik weiß und gibt es zu, daß von tüchtigen und interessierten Assistenten auch er Anregungen zum allgemeinen Nutzen erhält. So mancher von uns hat ja in seiner langen Praxis auch neue Ideen gehabt und sie zum Nutzen der Patienten erprobt. Die pekuniäre Seite dieser ״Kur“ für uns Aerzte dürfte kaum Schwierigkeiten machen. Denn für große Anstall en spielt der Bet' ag eines zusätzlichen Assistenten bezüglieh freier Sta'ion und eines bescheidenen Taschengeldes keine Rolle. Fs ist außerdem mminehmen, daß viele wohl- Eifer tmd Mäzene draußen unter den Juden der Welt weit lieber Beitiäge zu solchen Assisfentenstellen, zu Hilfe durch die Tat, als Almosen, die ja nur bedrücken und doch nicht wirklich helfen, geben werden. Darum noch cinnial: Scha'ft draußen Assistentenstellen zu he;:'!'!ckender und nutzbringender Arbeit! Schafft sie schnell als Helfer für die. d׳T bisher gern geholfen haben! Dr. Siegfried W o 1 f f, Eisenach Cotnmisslouer seihst, den großen Vorzug gehabt haben, sieh darum zu bemühen, dieses große hmnan'läre Unternehmen zu einem glücklichen Ende zu bringen." J.R Man muß «ich vor Augen!!alten, d,:1B die Kornpefen-t ׳!cs Völkerbundskommissars, Sir Neill .Malcolm, sich lediglich auf diejenigen Auswanderer (Refug'es) aus Deutsch-!amt cinschließ'ich Oesterreich bezieht, die in den hetzten fünf Jahren Deutschland verlassen haben tmd jetzt in einem Asvüande einen provisorischen Aufenthalt haben. Für diese Ref'.igie« wurd;n seit 1033 verschiedene Wnlt'Gtigkeits- und Hilfsaktionen e in geleitet, und der Völkerbunds-Kommissar (zueist James MacDcmakl, jetzt Sir Neill Malcolm) hat die Aufgäbe, die rechtliche und wirtschaftliche Stellung dieser Refu׳׳ies zu überwachen und ihnen ln:i der Weiter 11־ :u/denmg zu helfen. Wehl zu u 11 t c r s c 11 e i de 11 von diesem Amte ist das neue, nach der Konferenz, von Eviau im Juli 1938 in London!,:esel/affene Büro für Auswanderung.'■1׳//^, das unter der Direktion des Amerikaners R1111!ce steht,!dieses Amt hat keinerlei V e r b i n d 11 n g in i t de m Völker b u n d und hat and! einen anderen Aufgabcukreis als der Völkerbtimlskommissar, denn Rublce obliegt die Planung der g esan! teil, auch in Zukunft zu e r w arte n d 0 ״ Auswandcrtlng aus Deutschland, die Sorge für die Beschaffung von Finwairhuungsinöglielikeitcu sowie die Ausarbeitung und Durchführung von Plänen zur Finanzierung dieser «gewaltigen Wanderung. Der oben zitierte Bericht be'rifft mir das bereits seit mehreren Jahren arbeitende, dem Völkerbund unterstehende Amt. D!e Jug’fendalija aus Oesterreich Von unserem Berichterstatter J. R,. W i e n, 6. September Vor kurzem sind die ersten Berichte über die Ankunft der ersten Gruppe der Jugendalija aus Oesterreich in Paliistina cingetioffen. B i s F 11 c! c 8 e p t e mtur sollen im Rahmen der J liegen da I i ia insgesamt 400 Jungen lind Mädchen im Alter von IS bis 17 Jahren aus Oesterreich nach Palästina geschickt werden. 4(10 junge Menschen vorztiberei'en,׳ für die Reise aus/!! nisten, sie geistig und physisch für die Alija intakt 7» setzen, erfordert von allen Instanzen und Personen, die mit der Durchführung dieser Arbeit betraut sind, An- Spannung aller Kräfte und hohe Verantwortung. Welche Bedeutung dieser Jugendalija-Arbeit in Oesterreich von der Sclieiner & Co. “,t““ Zentralstelle der Jugend- und Kindcralija in Jerusalem sowie der Exekutive der Jewish Agency beigentessen wird, kommt auch in der Entsendung eines aut diesem Gebiete bereits bewährten Jugendführers in der Person Mordechai Schaffner zum Ausdruck. Der Vorbereitung werden Vorbereitungskurse dienen, die bereits seit einigen Wochen laufen und in welchen die Kinder in jüdischen und allgemeinen Fächern unterrichtet werden. Für einen Teil der Kursbesucher ist auch eine Speisung vorgesehen. Es bestellt das Bestreben, die Verabreichung von Mahlzeiten für alle Kinder durchzufüliren. Die Ausgestaltung der Kurse ist so gedacht, daß sie eine halbtägige handwerkliche Schulung einsclilictit. Die Kurse, die für etwa 1000 Jugendliche einzurichten sein werden, sollen auch landwirtschaftliche Fächer umfassen. Man denkt liier vor allem an die Unterbringung von Jugendlichen in landwirtschaftlichen Schulungslagern, wo sie einen;Monat lang von Aerzten und Pädagogen auf ihre Eignung für die landwirtschaftliche Arbeit in Palästina geprüft werden sollen. Seit März 1938 haben sich insgesamt 4000 Jugendliehe im Alter von 14'/2 bis 17 Jahren für die jugendalija angcmeldet. Etwas mein׳ als 10 "׳>, d. s. mehr als 400, sind zur Mija ausgesucht worden. Die Hälfte von diesen Jugendlichen ist bereits nach den neuen Methoden der Vorbereitung und Verschulung ausgewählt, die andere Hälfte aut Grund von Berichten der zuständigen Jugendhfindc über Vorschläge der jütlkchcn Gemeinde ziisammengestelh worden. Bei den meisten konnte eine zionistische Erziehung nachgewiesen werden. Schließlich sei noch vermerkt, daß hoi der endgültigen Auswahl der Jugendlichen für die Alija, die von einer aus Aerzten, Pädagogen und Funktionären der jugendalija zusammengesetzten Kommission getroffen wird, außer den bereits arigeführten Vorbedingungen, wie die körperliche und geistige Eignung der Kandidaten, im weiten Maße auch die soziale Notlage Berücksichtigung fand. In diesem Zusammenhang soll nicht unerwähnt bleiben, daß sich unter den 400 ausgesuchten jugendlichen Olim auch zahlreiche Kinder — über!0'״׳ — aus der Provinz befinden. Diese Kinder sind bisher von der KuUiisgenieinde Wien in Heimen und Waisenhäusern untergebracht und betreut worden, wo sie auch in eigenen Kursen ihre Alija-Vorbercitung erhielten. * In der Zeit vom '28. August bis zum 2. September hat die Auswanderungsabtei hing der KuHusgcmeinde weitere 612 Aus- Wanderer mit Re:sezuscl1iis«cn versehe״. Insgesamt hat bisher d:ese ('ierneimleuistiiuiion 7598 Personen zur Auswanderung verliolfrn. Ehe Auswanderer verteilen sieh auf 74 Zielländer, unter denen die Vereinigten Staaten mit 1120, England mit 771, die Schweiz mit (!38 und Palästina mit 512 die Spitze bilden. In der ersten Woche der Tätigkeit der ״Zentralstelle für jüdische Auswanderung“ wurden in der Kultusgemeinde 741 Paflbewerber abgefertigt Es wurden organisatorische Maßnahmen getroffen, uni die Erledigung von 200 Paßgesuchen täglich zu ermöglichen. Wie bcre’fs berichtet, hat vor kurzem die Kultusgemeinde einen Transport von 150 Personen nach Columbien vorbereifet. In ununterbrochener Tag- und Nachtarbeit wurden die gesamten Vorbereitung?arbeiten durchgeführt. Auf Grund vorangegangener Besprechungen hatte die Auswanderungsabteilang der Geme'nde mit Bestimmtheit angenommen, daß auch die zur Einreise notwendigen Visa erteilt werden würden. Im letzten Augenblick stellte es sich heraus, daß die erforderliehen Einreisevisa nicht erteilt werden und demzufolge die Abfertigung des ganzen Transportes unterbleiben mußte. Die Hadaßa hat ihre Quote, die sie für den Keren Kajemeth aufzubringen hatte, um 100 000 Dollar überschritten. Ein Teil der Spenden sind für den Erwerb von 20 000 Dunam Land in Obergaliläa, ein anderer Teil für die Pflartzting des Brandeis- und Rosc-Jacobs-Waldes bei Haifa bestimmt. Aus de! ״jüdischen Rundschau״ v.t2.9.19u! i Eine statistische Aufnahme ergibt, daß in den ersten Sommermonaten 313 jüdische Landarbeiter in Untergalil tia hesch äftigl waren. Vom XI. Kongreß in Wien: Nach einem Schlußwort von Br. Ruppin brachte namens d<׳r Palästina-Kömmission Dr. llatpern folgenden Antrag ein: ,,Der Kong reß billigt die vom Engeren Ahtions-Comite, dem Nationalfonds und dem Palästina-Amte geleistete Kolonisalionsarbeit und fordert deren Fortsetzung und Ausbreitung auf Grundlage der bisherigen Prinzipien,“ Der Antrag wird einstimmig angenommen. PKRtlANf R NIRZ■ ■־■—י ■״1 ■׳ -w■« H wy B ■ R L I N WSO Sllb«rtU«h»tt. Sttmtl. Pslzartan -A-r Mt1!<i •J ^Eai "י* .W1>■ ■! A W S9 .1». ML Augiburatr Strass• 43