Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1938-09-02 · Heft 70 (2.9.1938) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 70 (2.9.1938)
Date
1938-09-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2651273-2653549-2653608--32615-2684351
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 70, 2. IX. 1938 JÜDISCH E RUNDSCHAU Seite 11 Grund und Boden Wirtschaftliche Grundfragen v. Von Ernst Kahn, Jerusalem*) ״Der Himmel schütze uns vor unsern Freunden — vor unsern Feinden werden wir uns schon seihst schii'/en.“ Das ist der erste Eindruck, den das neueste Buch von I>r. A. Granovsky ״J ü di sc h e B o d e n p o I i t i k in P a ־ I ä s t i n a“ (Jüdischer Verlag, Berlin 1938) hinterläßt. Denn immer wieder muß der Verfasser (als G ׳ncra'-Managc1׳ des Keren Kajeineth wohl 11 er zuständigste Beurteiler) auf die verhängnisvo de Rolle der öffentlichen Sn ׳hu'airen im Badengeschäft unseres landes Hinweisen. I!litte hier D'»/ יין hi geherrscht, so hätten wir die Schw'ecgkeiten wesentlich leichter überwunden. Und diese Hindernisse sitd u-dtriidi nicht gering: die beschränkten Flächen, die beschrä ׳k'en M'tiel und die gesetzlichen und administrativen Schwierigkeiten durch die Verwa'lnng, die in vielen!,unkten weit über den berechtigten Schutz der arabischen Brvö'ke. uag hinausgegangen sind und statt dessen Erpressungen hegünstirgten. Wenn man alle diese Dinge berücksichtigt, so ist das bisher Erreichte eigentlich erstaunlich. Leider kann man sich über die Frage nicht klar werden ohne einige Zahlen, die wir in einer Tabelle vereinigt haben: Alles in Milli! Gesamtfläche Palästinas ... 27 Landwirtschaftlich nutzbar .... 9.30—13.002) In jüd. Händen . 1.24b1w.l,4Q8) Davon KKL . . . 0.40 ״ Pica . . . 0.42 n Palästina ohne Bershcba-Distrikt . 13.74 Landwirtschaftlich nutzbar .... 7.12—9.20 2) In jüd. Händen . 1.14 bzw, 1.303) Davon KKL . . . 0.40 ״ Pica . . . 0.42 Au« dieser Tabelle ist wesentliches herauszulesen: Selbst wenn man den großen Bersheba-ßezirk einstweilen außer acht läßt, sind in Palästina rund 7,12—9,20 Millionen Duriam landwirtschaftlich nutzbar, von denen nur ein knappes Siebentel in jüdischem Besitz ist; (wir werden scheu, daß dieser Besitz ohne Gefährdung arabischer Rechte wesentlich vergrößert werden könnte). Viele Leser dürfte der große Anteil der beiden gemeinniitzig verwalteten Grolhiiifcnielmiungen, der Rothschildsehen Pica und des KICL, im jüdischen Sektor überraschen. Durch die außerordentliche Aktivität der letzten Zeit dürfte heute der jüdische Nationalfonds annähernd so viel Boden besitzen wie die wesentlich ältere Schöpfung des Barons. Zusammen verwaltet sie bereits heute etwa 72 «V, der jiidischeu Fläche; aber auch von den verbleibende: 28 ״,> wird ein recht ansehnlicher Teil nach gcmcinwirtschaftl eben Gesichtspunkten verwaltet, hierher zählt vor allem die noch nicht in Angriff genommene Mule-Konzession mit ihren (brutto) 57 000 Dunam (״5° ־־-.׳ des jüdischen Besitzes), ferner die 8200 Dunam der P a 1 e s t i n e F.conomic Corpora tion in der Haifa Bav und in gewisser Beziehung das erheblich größere Eigentum der von der Jewish Agency kontrollierten P a 1 c s t i n e Land Development Co. (,.PLDC.“). Bevor wir auf die naheliegende Frage eingeheti, warum bei einem so überragenden Anteil deiartiger Institutionen die Bodenpreise so hoch sind, wollen wir feststellen, ob und in welchem Umfange eine Erweiterung des jiidisehen Besitzes wirtschaftlich, finanziell und politisch möglich und wahrscheinlich ist. Der Peel-Bericht prüft in seinem IX. Kapitel ,,The f and“ diese Frage eingehend und kommt unter voller Würdigung der Fellachen-fnteressen zu einem positiven Ergebnis, wenn er auch vor öebersfürzungen warnt. Wir glauben, daß die Gefahr von Ucberstiirzungen zum mindesten in der nächsten Zeit kaum bestellt, denn die verfügbaren Mittel verbieten einstweilen die Ausnutzung der dringenden Kaufangebote. Es wiederholt sich nämlich zur Zeit die Erfahrung aller Depressionsperioden. In Krisenzelten fällt elf private — spekulative — Käuferschicht aus. Während be!sni(dswcv«e (nach Granovsky) der KKL in den Prosperity-laliren FBI und 1935 nur mit etwa 21';«״ a״ (jcn Bodenkäufen heteiügt war, stieg sein Anteil 1036 bereits auf 72'L. ״.• und dürfte in der Zwischenzeit noch wesentlich zugenonnucu haben. (Im Depressionsjahr 1027 waren es OS.O ׳*.,!) An und für sich wäre es unter dem Gesichtspunkte einer weitblickenden Bodenpolitik geradezu ein Glück, wenn die öffentlichen Institutionen ein paar Jahre Gelegenheit hätten, ohne die preistreibende Konkurrenz einer ungezügelten Spekulation ansehnliche Reserven zu erträglichen Preisen anzusammcln. Leider ist das nur in recht bescheidenem Maße mögl'cli, weil die beiden hierfür in Frage kommenden Institution דיס, KKL und PLDC., in ihren Mitteln beschränkt sind. Obwohl der KKL von Jahr zu Jahr an Ansehen und Freunden zunimmt und im laufenden Jahre wohl mit der stattlichen Einnahme von .CP 400 000 rechnen darf, ist d'ese Summe um so ungenügender für die Riesenntifgtbc. als ja diese Mittel nicht alle für die Bodenkäufe zur Verfilmn״; stehen, sondern erhebliche Teile von der ständigen!!־,׳>!Iretu׳ng der Resc-rveflächen verschlungen werden, weil sonst der Besitz nach den merkwürdigen Gesetzen des Landes gefährdet ist. Nur wer in Palästina Tag für Tag die segensreiche Tätigkeit des KKL beobachtet, kann die LebensnotwembgUct der ,,blauen Büchse“ voll verstehen. Kein Wunder, daß der schwer kämpfende Jischuw heule schon fast ein Zehntel des Geldes aufbringt. Dabei sind natürlich d;c Pacht- Zahlungen unberücksichtigt; sie spielen im Vergleich zu dem Vermögen des KKL (heute ca. 6—7 Mil!. €) mit rund £ 10 000 noch eine bescheidene Rolle; Granowskv erwartet freilich, daß sie bis 1050 auf £ 13 000 steigen werden. *> Siehe die ersten Artikel dieser Serie in Nr. 41. 13, 51 und 63. 1 (י Dunam =1009 ־ qm 2» Die Schätzungen englischer und jüdischer Sacliverständiger schwanken begreiflicherweise. ■׳) Die höhere Zahl berücksichtigt langjährige Pachtvertrage. 4) Diese Zahlen sind insofern zu hoch, weil ein Teil des KKL-Bodens landwirtschaftlich nicht nutzbar ist (u. a. Haifa Bay). onen Dunam1) in H״ in »4 ״1׳ j.^r Gesamtfläche jüd. Besitzes 34.5-49.0 - - 4.6—5.2 - - 155־ j 34.3- 58.6 j 6.3-8.8 54.9-68 8.0—9.7 3.0 \ 3.1 ( 69-75 59-11.6♦) Um sich nicht alle Chancen der Depressionsiahre entgehen zu lassen, hat der KKL die ihm zugänglichen Kredite ausgenutzt mid Anleihen für Bodenkäufe aufgenommen. Aber das hat sowohl beim Nationalfonds seine Grenze wie hei der PI..DC. Diese ist ja ein eigenartiges Gebilde. Obwohl sie von der zionistischen Organisation kontrolliert wird und streng nationale Bodenpolitik treibt (sie ist 11. a. die Auflcäu'erin fü'־ den KKL). wird sie nach streng kaufmäiinischen Gesichtspunkten vcrwa’tet. mit ׳lern F l'o'g, daß sie sich in dem Viertelj.ihrhmuiert ihres Bestehens /tt einem seht st.i't'Vhen ׳־׳,n'ab'en Institut mit etwa EP 400000 E gennvtfe'11 entwickelt hat. Aber auch die PLDC. leidet an zu geringen Mitfein. Das ist in jeder fteaielnwig bedauerlich — nicht tmr vom nationa'en, sondern anelt vom privatwirtschaftliehen Stan jnt״׳kt aus; hä'fen jene Kreise, die in dilettantischer We se von irgendei 1em gerissenen Bodenagenten fragwürdige Bö 'cn 711 üh-rtrjebenen Preisen gekauft haben, stattdessen Akt en der PLDC. gezeichnet, so hätten sie nicht nur unserem! .־'•,:I den Griindsfürksrunimel erspart, sondern ein gutes sta't ein schlechtes Geschäft gemacht. Denn der Aktionär der PI.DC, kauft sich Land weit unter Bern Marktpreis und hat .außerdem eine laiifemfe Einnahme, d:e er beim direkten Lam’erwerb meistens entbehren muß. Es ist u. a. eine schwere (!!•‘••!•1asstingssii'id-f de׳’ nationalen Bankinstitute, daß sie dieses Moment nie gebührend popularisiert haben. Wir haben bisher nur die finanz'eile Seite der Frage hehandelt; sie ist nicht gleichbedeutend mit der Wirtschaft - liehen; denn selbst, wenn die Geldlv'S'dnfftmp gelingt, stt ist damit noch keineswegs die wirtschaftliche, oder, besser gesagt, die privatwi-tsdiaT iche Rendite des so investierten Gehles gesichert. Tatsächlich sind auch bei wesentl'ch niedrigeren Prc'scn, als sie in den Jahren 1931 b's 1035 bezahlt wurden, die Rentahilifätsaiissichten recht fraglich. Das gilt ganz zweifellos für den latulvcirtschaflhcheii 8e!;tor. 11־ einem Land, wo der jüdische Bauer mit dem hedürft'is'oseii Fellachen zu konkurrieren hat, kann er unmöglich auch ׳״h׳I1 mit einer hohen Bodenrente belastet werden. Darum wird d e Landfrage in der Mehrzahl der Fii'le — es gibt na'iirlich;uvdi Ausnahmen — gar nicht rein privat\virt«chaf׳li־■h gelöst werden können. Meistens wird nur eine A ■särd un׳׳ auf nationa'en Böden mit einer sehr niedrig verzinslichen Pacht einen Nahrtmgssrtielraitm lassen. Daß «(1ihn diese n idit leicht herauszuwirtschaften ist, lehrt die Erfahrung. Bei näherem Zusehen gilt das Gleiche für d'e sfädiisehe Siedlung. Das freie Spiel der Kräfte hat da Bodenpreise gezeitigt, die an den unmöglich holten Mietepreisen ihr gerütteltes Maß wohl SHudd tragen, wenn sie auch keineswegs allein verantwortlich sind, mul iibrgens in den Oroßs'ädten unserer Naclibar'änder Serien tttul Aegvnten ihre Parallelen finden. Das hat Dr. Bonne in dem vom Eronomie Research Institute veröffentlichten ״Hotising in lewislt Palestine“ nachgewiesen. Aber das ändert nichts an dein volkswirtschaftlich unerträglichen Borletnvitcher in den ‘'tädten. Wieso — muß man fragen — konnten in einem Neuland, in dem die nationalen Institutionen einen so entscheidenden Anteil am Bodenbesitz haben, derartige Preistreibereien eintreten Eine klare Antwort ist für das Wohl und Welte des I an des unerläßlich. Denn die gegen« artige Zurückhaltung der Spekulation und die — relativ bescheidene —■ Senkung der ׳ *X r!*53*k 1 Onindstücksnotierungen darf!ms iiirhl irreführen. Nach allen Erfahrungen der Vergangenheit wird das Tre h• 1 bei der nächsten Erholung wieder entsetzen, wenn nichts ge- Schicht. F i 11 Grund für die städtische Preisentwicklung ist nahirlieh, daß rier KK! (mit einer sehr wesen'Erhen noch zu hehandelnden Ausnahme) sich nie vorwiegend auf lätulliche Böden konzentriert hat. Und zwar 1!1׳t IGcht. Denn die Zunickfülirtiiig der Juden in die I arnhviUschaft war und ist voritehmcndes Ziel zionistischer Pol'lik. Indessen darf diese Aufgabe nicht darüber tauschen, daß in der I aiidwirtschaft immer nur eine Minderheit von uns Platz finden wird. Und deshalb dürfen wir die s t ä d t i s c h e Bodenpolitik nicht vergessen. Das Ideal wäre natürlich eine Art Rotlenmouopol für den KKL. Das dürfte vorerst aus juristischen und finanziellen Gründen eine Utopie bleiben. Solang!■ wir keinen Staat haben, wird die Mandatsreg'enmg auch pUht einen Augenh'ick eine solche Vollinaeh• erwägen. Se'lwt!rsöl'ite, die auch mit jiuEschetu Kapital gegründet wurde ״, wie die neue Agricultural Moriparo: Rank, timenen den Sietl'ern auf KKI -Boden jede cnlenk'üdie Schwier'gkeil, weil sie 11. a. vom Pächter die ausscliEfßliclio Be- Schädigung von Juden verlangt. Und in finanzieller Beziehung geht die Aufgabe weit über die Kräfte des KKL hinaus. Oratiovskv regt an, daß d׳e Oein»';•uleti Vorratsno1 itik treiben, Grtmdstüeksfonds bi'den scheu. \V:r halten auch das für Utopie. Wer die völlig n1a1’׳hest(״liehe Einstellung der Mandatsmacht kennt, der muß in die;er Beziehung skeptisch sein. Fiter i.4 zu hoffen, daß der KKL wenigstens in bcschei.M'.'icni Maß• sich auf dem städtischen Grundstück«)«;׳: kt betätig!. I';! ׳׳.׳•hehlende Rolle fällt andere 711. Die ge'fcl'vno Ste'G wäre die schon behandelte PI.DC. Tatsächlich hat sie im! anfe ihr•:•:■ Geschichte wesentliche Tt'ile der heutigen Großstädte Tel Awiw, Haifa und Jerusalem bese«sen. I.eidcr alter hat sie diesen unschätzbaren Besitz ohne irgendweVhc Auflagen gcnv'ssermaßen ״durcligehandelt“. Die i'aheüe'O'ii 'e Idee, daß PDC. ähnlich wie KKI. grundsätzlich ihr 1 and nur י erpachte u;kI damit im pa'ästeneus sehen Gritnclstiiekswesen nach englischem Vorbild das ״leaschold"Syste1n ein führt, begegnet in der Praxis unleugbar einem schwer übersteigbaren Hindernis: Die PI.DC. ist nämlich darauf angewiesen, ihr Geld schnell imzuset/en, tun mit dem Erlös sofort neue Grundstücke für die jüdische Wirtschaft zu erwerben. Diese Tatsache ist leider nicht wegzuletigiteti: wenigstens nicht ganz, limnerhin wäre zum mindesten zu versuchen, ob nicht wenigstens neben dem Verkauf ein P a c 111 s y « t e m möglich wäre, hei dem der Pächter he:m Abschluß des Vertrags einen erheblichen Teil der Pacht voratts7ah'cn und damit die Aktionsfähigkeit der PI.DC. erhalten würde. Daß ein solcher Ausweg in gewissen Fällen möglich wäre, zeigt das Beispiel des armenischen Patriarchats, das nach ähnlichem System mit größtem Erfolg in Jerusalem arbeitet. Ein allmählicher Uebergang um Leaseholdsystem bei der PLDC. wäre fraglos ein gewaltiger Fortschritt und würde einem nationalen Institut besser zt! Gesicht stehen als das bisherige System. Erleichtert würde die Aufgabe natürlich durch eine Verbreiterung der bisherigen allzu schmalen Kapitalbasis der Gesellschaft. Das mußte mit Energie von allen zu- Ein Palästina-Bildkalender Aus Palästina kommt in diesen Tagen ein Biklkaiender für das Jahr 5099, unter dem Titel ״Kunstkalender Ercz Israel 5699", zusammengcstellt von J. Gal User (Verlag: Palestine Publishing Ltd., Tel Awiw). Das Kalendarium des Kalenders ist hebräisch mul deutsch. Aut den Wochenblättern sind Bilder aus Erez Jisrael enthalten, die von einer Reihe der bekanntesten Photographen stammen. Die Bilder geben nicht nur von der Landschaft und den Menschen einen treffenden Eindruck, sondern auch von den Fortschritten des jüdischen Aufbauwerkes in den letzten Jahren, von dein Lehen der Wacht und der Arbeit in der Zeit der Unruhen_t<nd von den vielen neuen Errungenschaften de« Jischuw in Stadt und I and. Es sind zum Teil ganz wundervolle Photos, die in diesem Kalender vereint sind, und auch ihre Reproduktion ist erstklassig. Die Bilder werden von Bibelsprüchen begleitet, die ihrem Gegenstand an gepaßt sind, und durch kurze dcutsehe Texte erläutert, Der Kalender wird bet allen seinen Empfängern viel Freude erwecken und gewiß Semem Zweck dienlich sein, die Liehe und Verbundenheit zu Lre/ Jistael während des ganzen Jahres wach/uhalte!1 und zu vertiefen. ständigen Slellen versucht werden. Vielleicht konnte ein weiterer nationaler Faktor in entscheidender We.se in die Verbesserung des städtischen (irundstückstnarktes cingcsp.innt werden: die Universität, Diese wichtige Siatle muß bisher mit Hilfe eines eigenen Apparates den wesentlichen Teil ihrer Bedürfnisse durch Sammlungen auibr.ngi n. Das ist in vieler Beziehung auf die Dam•!' nicht wünschenswert. Denn das Sammeln kostet Geld und ist auch eine ־— ttnvermeidliche - Konkurrenz für die anderen nat analen Fonds. Wie wäre es, wenn die hebräische l 'mversit 1t Jeu- Salem versuchen wurde, dem Beispiel d׳׳r t amaa s'Uiieii׳ Goluiubia (New York) und Ovtord (!׳ngöind) zu folgen. die. in entscheidender Weise ihre E nnalmien auf < iruiHibesitz. aufbaiiten? Di!׳ U11iversi1.it könnte damit, ab■;׳sehen von der Deckung ihrer Bedürfnisse, im i atiie der Ze t auch auf du: Regulierung 11 er staddschen Grundstück-pn .«! wehen. Auf eine Regulierung der Prtisc kommt es ja an. Vinn die Bodetivondite etwa tler PI.DG. so groß w.iiaai, daß sie hei (euer drohenden l 'eherspekulation wirksam Land auf den Markt werfen könnte, so wäre schon viel gewonnen. Nattirlieh darf man sich über die b r s o tt!1 e r t 11 Schwierigkeiten der palästinensischen Verhältnisse 11011t tauschen. Granovskv /. B. erzählt, wie in der I l.iitn Bav Interessenten lieber überteuerten, schlechten Boden 111: t schwerem Geld erwarben als gutes I am! 71! spottbilligen langii׳ist.gen Pacht- Sätzen vom KK. zu nehmen. Diese Haifa fl a v Bildet das stolze Beispiel einer ganz groß/ü:Gre:1 städtischen Bodenpolit k!11 Palästina. Der KKL hat gern!1!-am mit der Palestine Economic (.ooperat on (WarIntrg-!!• atuleis-Gnippt) dort die gewaltige Fläche von etwa 37i!UD Dunam erworben. Dort wird nach sorgfältig vorbereiteten Plänen eine Stadt auf Pacltll.aiui mit Zotten für Wohnviertel, Industrie, Landwirtschaft 11 sw. errichtet. Es wird möglich sein, dort iirndestens '!!Million Men sehen in würdiger Weise unterziihriugen. Dort wird der Bodenwucher kein Feld haben. Leider ist in Tel Awiw־ ähnliches versäumt worden. Als einen Ausweg und ein gewisses Gegctigewk.ht schlagen alle Sachverständig(*, so auch jetzt wieder Granovsky, die Einführung einer W e 1׳ t z 1! w a c h s s t e tt e r vor, deren Erlös am besten der Schaffung billiger Wohnungen dienen könnte. So merkwürdig es heute klingt: die Administration Herbert S ,1 m 11 e I s hatte bereits vor IS Jahren eine dahingehende Verfügung erla seil, leider ist sie nicht zuletzt auf Wunsch der damals maßgebenden jüdischen Kreise zurückgezog'ut worden. — N'clit immer sind (he Engländer für Mißstände iin Lande verantwortlich. Das großartige Beispiel o'ner Zusammen;!! beit zwischen KKL und der Palestine Economic Gorporatioii zum gemeinsamen Aufschluß der Haifa Bav scheint zu weiteren Ot• 111 e i 11 s c 11 a f t s g e s c h ä f l e ח zw :-.eiten nationalen 1111 d pnvaten Gesellschaften an zu regt 11. (1! an o vskv berichtet 11. a. 7. B. über (inen gemeinsamen Erwerb von 1(1060 Pintcim durch KKL und einer si*fafrikatiischeii Gnippe. * Die entscheidende Frage, wieviel Jüdi n der verfügbare B 0 d e 11 a tt f!1 1• h in en kann, ot an1! .׳ bei g iiiiiihehedern Stu.Emu n׳cht cimlcut g 7u be.'n'W( tun. i >1 im die Grenzen des itld Sv Iteti Sektors. 1 1 .' 5 ja 11 :eilt ־ uu bedoigt in f ״1)!n ere• planten St Il'lt /IKIllllllel en muß, e 1 ח 1 nv:!1 1h־!< H U nt. Aller auch das .Minimum nr 1 י Gelie pro 1;5111!! G!st e ז ■: umdritten. I lie pn! i-׳:i1!e;1׳ vs:־ hu k'olnni. ׳■11־ (11')'■־ eilte 1;׳11. id׳U11׳ Jahr/t Ittifc schein; zu Jv igen, daß \\ ir ki'utlt g n m turer wesentlich Lädieren fa Ulte t rechnen k. )!m־׳n, a!- \v früher 111'noii') ־«1111; en halten. D ׳' st ‘ 1 rage ve.r ■d natnrieh et ui; t Joi'd beeinflußt von der Mt ■ttge. der Gifte 111)11 dein! ‘rv 1s ries V a s s e r «. Deshn'b i st auch die Bo Benpolit'k nr;ti'v ■nnhar mit der NX ’:!«serpohtik v wk niipft. (in di. .׳«er Be/ieituii r S t v hau wir leider erst an den A n längen einer ht fr; v digetlde n I o (•»״'■־״ Fs ist somit nicht tnfig lieh, zuverl •׳is: ■ De Ziffern / 11 rehen, wieviel Familien in Palästi;!;! an/itsieilelii sind. Wohl aber kann mit Sicherheit gesagt werden, daß an ehtetti Bodenm a 11 g e I auf s e h r 1 .111 g e Zeit ei n e M a s s e n einw a 1111 c r 11 n g!1 i c 111 s e heit e r 11 \v t r d. Zu diesem Ergebnis gelangt, wer sich die unvermeidliche Verlagerung zwischen Stadt und Land oder besser gesagt, zvorhen agrarischer und nichtagrarischer Bevölkerung in der moderneu Gesellschaft vergegenwärtigt. Auf jede bäuerliche Familie in Palästina werden ,111011 künftig mindesten« vier andere kommen, die äußersten falls dureltsclm ittlieh ehun Italhen Dunam benötigen. Somit würde auch hei der pessimistischsten Rechnung das uns heute theoretisch verfügbare Land Raunt für eine Millioneiieinwaiidentiig gewähren. Die Schwierigkeiten des I andesprohlcms liegen aber auf lange hinaus nicht im Mangel an I and. W as uns heute hew׳egt!st die Frage, ob wir d׳’e erforderlichen Mittel für die möglichen Kaufe au (bringen, ob wir dabei das gegenseitige Miiiaufbicien unterbinden, ob wir dee Kraft und Mfiglichkeit haben, das investierte Kapital von vornherein herunterziischrcthcii, und ob wir die viel größeren Kapitalien zusammen he■kommen, um Jas erworbene Land auch wirklich zu hesieik’ltt: Die B o d e n f r a g e ist ein e F r a g e der m a t e ri e I I e tt 1! 11 d m o r a 1 i s c 11 e!1 Kapital a 11 f b 111 : ׳ - g u n g. _ Straßenbauten Mit dem Bau einer Landstraße wurde begonnen, die Beth Alpha, Tel Amal und Tiraih Zwi verbinden soll. Diese neue Stra Ile wird für die Verbesserung( der Sicherheit von größter Bedeutung sein, besonders wahrend des Winters. Der Bau der Straße w ird £ 10 000 kosten, die vor! den jüdischen nationalen Institutionen aufgebracht werden. 150 Arbeiter werden beschäftigt werden. Die Jewish Agency ward ferner zusammen mit dem Keren Kajenicth den Bin einer neuen Straße zu der jüdischen Siedlung E j tt I! :! - s c h o p!1 e t finanzieren. (Schluß des Palästina-Teils) 5 i

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.