Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 70 (2.9.1938)
- Date
- 1938-09-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 70, 2. IX. 1938 JOOlSCHf RUNDSCHAU Seife 5 Malcolm MacDonald Der englische Kolonlalminlstcr In den nächsten Wochen wendet sich die Aufmerksamkeit aller an Palästina Interessierten dem Manne zu, der berufen ist, In einer Schichsalsslunde weittragende Butschet* düngen über die Zukunft des Landes zu jällen. Wer ist Malcolm MacDonald, der jüngste englische habtnettsmtnistcr, der einen der wichtigsten Posten, den des Kolonialmintslers, im Kabinett Chambcrlain bekleidet? Die in Jerusalem erscheinende ״Palesttne Post" bringt das nachstehende liebembild, das gewiß auch unsere Leser Interessieren wird. (Red.) ״Es gibt einen junget! Mann, eien Sie alle einmal in seinem wirklichen Wert schätzen werden.“ Ein führendes Mitglied der kanadischen Regierung kam nach einem langen Besuch in England zurück. Unter den vielen Menschen, mit denen er zusammengetroffen war, hatte einer ihn mit bcsonderer Bewunderung, ja Begeisterung erfüllt. Das Lob des Kanadiers galt dem jungen Malcolm MacDonald. Er sagte zu einem Freunde, daß er Mr. MacDonald für ״den besten Doniinionministcr halte, den er je gesehen habe.“ Malcolm MacDonald ist im Augenblick nicht Minister für die Dominions. Bei der letzlen Kabinettsumbildung gab man ihm das Kolonialamt, wo er die Nachfolge von Ortmby- Oore (dem jetzigen Lord Harlech) übernahm. Wenn das Do- *ninionministcriuni ihm Gelegenheit gegeben hatte, seinen Mut zu zeigen, so gilt dies noch mehr von seinem neuen Posten; dem! Palästina ist das dornigste Problem, mit dem irgendein Kolonialrninister seit dem Burenkriege sich zu beschäftigen hatte. Malcolm ist in Lossiemoudi geboren, dem Ort, mit dem das Andenken seines berühmten Vaters am. engsten verbunden Ist. Einen guten Teil seiner Kindheit verbrachte Cr jedoch i«1 dem Hause in Lincoln’s Inn Fiele!, das die meisten kämpfe und den allmählichen Aufstieg von Ramsay MacDonald gesehen hat. Von seiner Mutter, Margaret Ethel, die ihn sehr beeinflußte, hat Malcolm keine zeitlichen Güter geerbt, wohl aber Reichtum des Geistes. Er hat ihre Liebe zur freien Natur, ihre Höflichkeit, ihren praktischen Sinn, und — obwohl das für Viele eine Ueberraachuiig sein mag, die ihn zu kennen glauben — ihren Sinn für Fluitior. Etwas von allen diesen Qualitäten Jiat ihm geholfen, die Unterhaltungen mit dem irischen Ministerpräsidenten de Valera vor einigen Monaten zu einem glücklichen Ende zu bringen, nicht zuletzt seine Liebe zur freien Natur. Als de Valera in England war, lud ihn MacDonald zu einem Besuche in sein Landhaus in der Nähe von Cheimsford. De Valera kam zuin Lunch herüber und blieb den Tag dort; das Essen besorgten die beiden einzigen Hausangestellten des Gastgebers, ein Fischer aus Lossiemouth und seine Frau. Das Landhaus ist für einen vielbeschäftigten Politiker eine ideale Stätte der Zurückgezogenheit, und de Valera hat seinen Gastfreund wahrscheinlich ein wenig heuchlet, als er auf der Veranda saß und die drei Morgen Land vor sich hatte, die dem Kolonialsekrctiir gehören, und als MacDonald sich ausfiihrlich über das Vergnügen der Vogelbeobachtung ausließ, einer Liebhaberei, die er mit seinem Chef, dem Premierminister Neville Chambcrlain, teilt. Der kleine Landsitz zeigt genau den Grad an, bis zu dem MacDonald ״arriviert“ ist. Er ist ein junger Mann auf dem Wege zu großem Erfolg, und schon mit einigen kleineren Siegen hinter sich. In seiner politischen Laufbahn hat er seinem berühmten Vater nichts Wesentliches zu verdanken gehabt. Trotz der billigen Sticheleien seiner Gegner wurde er nicht besonders begünstigt und erhielt keine Sinekure. Vom Väter sind Malcolm bedeutendere Gaben überkommen. Von ihm kommt der Scharfsinn, die literarische Gewandtheit und, vielleicht das wuchtigste von allem, eine Fähigkeit zum Kompromiß Innerhalb der Grenzen des Möglichen. Er hat vielleicht nicht den fast wilden ldealismus, der seinen Vater in der Jugend charakterisierte; indessen •Ind die Tage von heute für einen wilden Idealismus nicht geeignet, Aber er hat eine für *eine Jahre ungewöhnliche Vernunft, Fleiß und eine Gabe für das rechte Wort zur rechten Zeit, Den akademischen Grad eines Bsccalaureu* artium erwarb er in Oxford im Queen’s College. Seine wirkliche Erziehung begann freilich erst, nachdem er seinen Tutoren und Leklorcn entwachsen War, als er die Universität verließ und begann, sich von der wirklichen Welt ein Bild zu machen, so wie sie den Augen seines Vaters sich darbot. Er verehrte seinen Vater, und cs gab für ihn erklärlicherweise keinen anderen politischen Weg als den Weg der Labour Party. Mit zweiundzwanzig Jahren stellte er sich zum ersten Mal zu einer Parlamentswahl und wurde geschlagen. Im nächsten Jahre, 1922, versuchte er es noch einmal und Aii* der Haftara für Schabbath, den 3. September 1938 ICH nBmlldi bin*, dein Gott, der da• Meer emporwinkt, deb •eine Wellen toben, denen Name lat ER der Umtdiarte! Ith •ettie meine Reden In deinen Mund, und dodi habe Ich dich xugehallt mit dem Schatten meiner Hand: einen Himmel xu pflanzen, eine Erde xu pründen und xu Zion xu »prechen: Mein Volk bist du. Jeschafahu Kap. Sl, 1s — 16 Verdeutscht von Marlin Bubet וווווו!וווווו1וווווווווווווווווווו!וווווווווווו!וווווווווו!וווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווו!וווו!1וווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווו verlor wiederum. Bei den Wahlen von 1929 versuchte er cs ein drittes Mal, und nun mit Erfolg. Er vertrat den Wahlkreis bis 1035, die letzten vier Jahre davon als Vertreter der National Labour Party. Er war zusammen mit seinem Vater im Jahre 103! auf die Linie der Nationalrcgierimg cingeschwenk(, obwohl, wie man glaubt, Ramsay MacDonald ihm riet, ihm nicht zu folgen, da er Schwierigkeiten für seinen Sohn voraussah. Der Sohn entschied sich nichtsdestoweniger für den schwereren Weg. Sein alter Wahlkreis wählte ihn 1935 nicht wieder, ein neuer entsandte ihn nach einem schweren Wahlkampf wieder ins Unterhaus. 1035 wurde er danh in die Regierung berufen. Seine Feinde und es gibt viele, die Ramsay MacDonald nicht vergessen haben, daß er sie 1031 ״verraten“ hat, und die die ״Sünden“ de» Vaters dem Sohne anrechnen — haben prophezeit, daß mit dem Abgang des Vaters aus dem öffentliehen Leben auch Malcolm verschwinden würde. Ihre Vorurteile haben sie ffir die Qualitäten des jungen Mannes blind gemacht. Weit davon entfernt, durch den Rücktritt und dann eien Tod seines Vaters ins Hintertreffen zu geraten, gewann Malcolm MacDonald die Chance, zu beweisen, daß er auf eigenen Füßen stehen kann, und er hat es mutig bewiesen. Der ״Friede“ mit Irland war für den jungen Dominionminister ein persönlicher Tiurnph. Er brachte zu Wege, was Millionen für unmöglich hielten. Er kann in seinem neuen Amte einen ebensolchen Triumph erringen; wenn er versagt, so wird es sicher nicht an mangelnder Anstrcngung und Begeisterung liegen, wie *eine kürzlichc Palästinareise zeigt. Jüdische Kunst in Paris Von Rahel Wisch nitzer-Bernstcin, E* gibt einen künstlerischen Nachwuchs hier, der »eit kurzem In der ״Union jüdischer Künstler“ puftritt. Die Union besitzt ein bescheidene« Lokal im 14. Arrondissement, 4, rite Poinsot. Im Januar veranstaltete sie ihre erste Ausstellung, cs folgte die Gedenkausstellung für den 1931 verstorbenen Abraham Mintchine. Augenblicklich ist es eine interessante Gruppe der Jüngeren, die vorgeführt wird. I. Prcßmann erfreu! In Porträt und Stilleben durch seinen schon sehr gereiften, fein und scharf nuancierenden Farbensinn, der von Andr^ Lhote beeinflußt zu sein scheint, Wladimir Saga io vf tz verschmäht demgegenüber jede aufs Dekoratlve abgesllmmte vorbedachte Wirkung In seiner breftpkisellg gemalten ״Kathedrale von Antwerpen". I. I). Kirchen- Baum Ist von der verwitterten Pracht alter Freskenmalerei besessen, deren Wirkungen in seinem (Iher'ebrnsgroften Männerkopf nachklingen. In dem Droschkengaul mit der Judengruppe ist ihm ein charaktervolles Genrestü׳'k gelungen, aber hier schlägt Kirchenbaum ältere Töne an, die der Ausstellergruppe eigentlich fremd sind. So sehr sogar, daß Ghana Kowalska, um den Charakter der Ausstellung zu wahren, nicht ihre jüdischen Kleinbürgerintilricurs im Geschmack des vicibewunderten Henri Rousseau ausstellt, sondern eine Landschaff und ein Stilleben, übrigens von exquisiter Farbenkultur. Jules Lei 10 uche, ein Algerier, ringt der Landschaft delikate Akz.cirle ab, Wladimir Naiditsch, ein Sohn des bekannten Zionisten, sieht sie rnit den Augen eines temperamentvollen Impressionisten, Voloviek meistert mit Sparsamen Farben eine Strandszene. Auch ein Porträt von kultiviertem Geschmack ist von ihm zu sehen. Michel K r e v c r, von Haus aus Bildhauer, versucht sich In einem Porträt von farb'icher Noblesse. Samuel Blum stellt Bühnenskizzen für das Pariser Jüdische Theater aus. Leider muß ich mir aus Platzmangel versagen, die übrigen Aussteller zu nennen, die mit ganz guten Arbeiten vertreten sind. Von den Aelteren. bereits anerkannten Künstlern, die das Ehrenkomitec der Union bilden, nimmt Jacques L i f s c h i t z allein mit einer grün patinierten Bronze an der Schau teil, einer abstrakten, rhythmischen Komposition voller Anmut. Und so scheint cs, daß das Gemeinsame der Gruppe in dem Streben nach Verfeinerung des Ausdrucks und einer wohlabgewogenen Fülle der Ausdruckswerte zu suchen ist, Außerhalb jeder Bindung steht der irr Le Vezinet lebende Bildhauer Bernhard R e d e r, der sich vor einigen Jahren in Prag einen Namen gemacht hafte. In Czernowitz 1897 geboren, studierte er bei Jan Stursa in Prag. Jedoch ist Reder eine Natur• erschein ung, die mit keiner Routine zu bändigen kt. Eine slawisch anmutende Maßlosigkeit bricht in ihm, gerade in den jüngeren Arbeiten »eit 1931, durch. Maillol, der sich für den Künstler freundschaftlich cinsetzt, hat ihn sicherlich in seinem Ringen nach geschlossener Form stark ermutigt. Aber Reders plastischer Raum ist nicht so sehr vom Kubischen, als vorn Runden, Kugeligen bestimmt. Seine Leiber haben eine bärenhafte Anmut, sic atmen umhüllende Mütterlichkeit. Reder experimentiert gern. Außer seinen von ihm selbst in »tein gehauenen Arbeiten sicht man große Figuren in Zinn von hervorragender Wirkung. Man wird einer Kollektivaus- Stellung des Werkes von Reder mit Spannung entgegenschen können. In dem ״New England Art Club“ stellt augenblicklich eine Gruppe ״unabhängiger britischer Künstler“ aus, Wilson Stcer, Francis Dodd, Augustus John, Paul Nash, James Wilkic, William Rothen stein u. a. Sir Williams Doppelbildnis wurde von der französischen Regierung für das .Mttsee du Luxembourg angekaiift. 1872 in Yorkshire geboren, ein Schüler Legros in London und Jünger der Akademie Julian in Paris, wurde Rothenstein viel von Degas, Pissarro und Whistler gefördert. Ein delikater Impressionist, hat er etwas vom prä- 7,iöaen Aroma der Prärafaeliten i!1 unsere Zeit hinübergerettet. In seiner Pariser Zeit hatte, er Zola, Rodin, Verlaine u. a. gemalt, in England entstanden die Bildnisse Bernard Shaw’«, Sir Austen Chambcrlain«, Lord Balfours 11. a. 1920 — 1936 war er Leiter des Royal Cediege of Art. Er hat vor kurzem seine Lebcnscrinnerungen veröffentlicht. Die Stadt T r 0 y e s wird Gegenstand besonderen Interesses mit dem Nahen des OÜOjnhrigen Geburisjubilnums Raschis, des Begründers der talmudischen Studien in dieser Stadt. Saiomon Zeitlln, Dozent am Dropsie College in Philadelphia, pilgerte vor kurzem nach Troyes auf den Spuren von Raschi, dem er ein Buch widmet. Aber er fand nichts, keinerlei synagogale oder sonstige Altertümer, die von der einstigen Bedeutung der jüdischen Gemeinde zeugen würden. Einen gewissen literarischen Nvmbus hat die Siadt behalten, und so wird sie In den ״Nouvclles Literaires" in einer Auf- *atzserie über literarische Geographie Frankreichs als die Wirkungsstätte des jüdischen Excgeten gekennzeichnet, der chronologisch der Reihe berühmter Söhne von TrOye» vorangeht. Englische Fortbildung für jüdi»rhe Lehrer. Vom 24. Juli bis 4. August fand in Stuttgart in den Gemeinderäumen Gartenstr. 30 ein liitcnsiv-Fortbildirigskursus für jüdische Lebrer in Deutschland statt, der von dem Schniaussclruß des Oberrats der israelitischen Religionsgemeinschaft in Wiirttemborg und der Sclitilahteilung der Relchsvertretnng der Juden in Deutschland veranstaltet war. Im Anschluß an die Eröffnung begann in englischer Sorachc der Einführungsvortrag des Kursuslriters, S'uöienrat Dr. Erich Gustmann (Berlin). Man empfand, daß die englische Arbeit unmittelbar begonnen hatte. Ein vielseitiger und abwechslungsreicher Stundenplan, der genau eingenalten werden mußte, gab Gelegenheit, sich auf vielen Gebieten des englischen Lernens und Lchrens fortzubilden. So wurden während des Vor- Und Nachmittags folgende Gebiete behandelt: Phonetik. Stilistik, Grammatik, Lehrprobe, Konversation, Geschichte, Lehrmittel und amerikanisches Schulwesen, Auch die gemeinsame Erlernung englischer Lieder fehlte nicht. Eine Stunde im Tag־ war für den Vortrag eines Lektor« vorgesehen, der den Zuhörern die seltene Gelegenheit gab, das vornehm« ״King's English“ in seiner Echtheit von einem Engländer selbst zu hören. Am 3. August abends vereinigten sieh alle Kursteilnehmer zu einem gcmüiiiehen Zusammensein. Dem unermüdlichen Kursleiter Dr. Gustmann wurde reicher Dank für seine große Mühe gezollt. Oppenheim Da• bekannte Spezialhau* für Kleider$toffe Charlotfenburg, Wllmersdorfer Sfr. 115*114 Wollstoffe — Samt — Seidenstoffe Anglo - jüdisch« Statistik Dem Buche von Sidney Saiomon ״The Jews of Brltain“, das unter den Auspizien des Board of Deputfes of British Jews in London erschienen ist, entnehmen wir einige Inter* essante statistische Mitteilungen. Da in England bekanntlich ein Einwohncrnieideweseii nicht existiert, ist es schwierig, bei statistischen Arbeiten die letzte Genauigkeit zu erreichen. Immerhin sind wesentliche Irrtiimer nicht möglich, da die wesentlichen Faktoren der Bevölkerungsbewegung (Geburt, Tod, Heirat Einwanderung) exakt erfaßt werden. Danach beträgt die Gesamtzahl der Juden in England etwa 330000 Seelen, also vermutlich ebensoviel, wenn nicht mehr als die der Juden im Altrcich. Der Anteil an der Gesamtbevölkerung betiiigt 0,69 0״. London ist heute mit )83 000 Juden nach Warschau und Budapest die drittgrößte jüdische Gemeinde Europas; im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung bedeutet die Zahl der Juden jedoch nicht mehr als 2,8 <>'o. Ein ähnlicher Hundertsatz wird in Manchester erreicht; nur Leeds hat einen höheren Anteil, nämlich 6,3 000 30) 3״ von 450 000). Die übrigen 50- bis 60 000 Juden leben in wesentlieh kleineren Gemeinden. -- In den anderen Teilen des British Empire beträgt die Gesamtzahl der Juden ebenfalls etwa 300 000 Köpfe. Mehr als die Hälfte davon lebt In Kanada, nämlich 170 000. Montreal zählt 45000, Toronto 47000 Juden. In weitem Abstande folgt Südafrika, das einschließlich Rhodesiens etwa 70 000 Juden in seiner Be- Völkcnmg zählt. Australien und Neu*Secla»d haben zusammen etwa 27 000 Juden. Der Rest verteilt sich auf die übrigen Gebiete des Empire. Kleine Nachrichten Am 17. und 18. September wird in Paris eine Konfeien/. des Keren Kajemeth für Frankreich und Nordafrika staitihulen, an der M. M. U s 5 i s c 11 k 11t teilnchmeti wird. Der Jüdische Nationalfonds in Amerika iiat «in Glück* wnnsclitelegrainin an Ussisehkiii anläßlich seines 75. Ge« btirtsiagcs gesandt mit der Mitteilung, daß ihm 75 000 Dol* lar zur Verfügung gestellt würden. Dr. B. Akzin und Dr. M. S c!1 w a r t z m a n n sind aus der Leitung der Neuen Zionistischen < )rganisation (Revisionisftm) ausgetreten. Die Ursache des Rücktritts liegt in Meinungsverschiedenheiten über die Frage der Wledervcreinigung mit der Zionistischen Organisation. Die erste jüdische Technische Schule Io Polen wird vom ״Ort“ in Wilna geschaffen werden. Die Unterrichtsspräche ist jiddisch. Alle jüdischen Lehrer müssen auf Grund eines Erlasses de» italienischen Erzichungsminiäter» vom 1. Oktober d. J. an ihre Tätigkeit an italienischen Schulen einsteüefl. Ausnahmen können in besonderen Fällen vom Minister bewilligt werden. ________ Offen• Auslandsstellen (genehmigt durch das Landesarbeitsanit Branden bürg; Eine Firm* in Indian *uclrt einen jüdischen technischen Chemiker für eine Hydrogenierung*- anlage mit einer Kapazität von 25 Tonnen für pflanzliche Ode, der auch als Werkmeister für die Oclverfeincrüng und die Hyclrogenierungsanlage arbeiten könnte. Die Bewerbungen und Unterlagen sind in englischer und deutscher Sprache cinzureichen. — Eine Oeliahrik in Lettland sucht einen jüdischen Ingenieur oder Chemiker, der Fachmann für Oel- oder F irnififabrikasioi! ist. -- Eine Firma in Belgien sucht einen jüdischen Techniker im Alter von 28 bis 36 Jahren mit nachweislicher Praxis und großen Fähigkeiten für die P 0 rz c 11 a n fabrikation. Der Betreffende soll die technische Leitung einer Porzellanfabrik übernehmen und dieses Unternehmen umhauen. Ein kaufmännischer Leiter ist bereits vorhanden. — Für England wird ein jüdischer Fachmann gesucht, der nachweislich Landkarten zeichnen und iilustfieren kann. Ein jüdischer F a c h m a n n für C e 1 I u I o i dwaren wird gesucht, der mii der i nhrikatiou von Celluloid- Puppen. -Kniiimni, -Sehirmgriffen nsw. vertraut ist. Kenntnis der englischen Sp:aehe erwünscht, aber nicht Bedingung. •— Für China wird ein jüdischer orthopädischer Schuhin a eher genullt, der auch künstliche Glieder horste'ien kann. — Für Peru werden für ein Orchester folgende jüdische Musiker gesucht: a) Koiizerirneister, b) Solobratseher, c) Solocellist, 11) Solocontrabassist, e) 1. Oboe, f) 2. Oboe, g) 3. Oboe, zugleich Englisch Horn, h) 1. Klarinette, i) 1. Fagott, j) 2. Fagott, k) 3. Fagott, I) 1. Horn, m) 2. I lorn, n) 3. Horn, o)!,Trompete, p)!.Posaune, q) Tuba mit Ncbeninstrumcnten, r) Harfe. Vertragsdauer 2 Jahre mit vorgesehener Proiongation. Geilälter /wischen 40!) -500 Soles monatlich. Die ersten Stellen und Harfe halurn ab 1.4.1939 neben dem Orchesterdienst in ihrem Fach bis zu 6 WocheriRluiiden Unterrieht zu erteilen. Die zweiten und dritten Stellen und Tuba haben wöchentlich 3 Stunden im Orchester des staatlicher» Radios zu spielen. Dienst bis zweimal täglich. Fcricnminimum 6 Wochen. Die Ueberfahrt wird bezahlt. - Für Mandschukna wird ein erstklassiger jüdischer Klavierstimmer gesucht, dem ein monatliches Einkommen von 200,~ bis 250,— Gobi in Aussicht gestellt werden kann (keine feste Anstellung). Bei Befähigung. Bla3- und Streichinstrumente zu reonrieren, würde sich die Verdienstmöglichkcit erhöhen. Schrcibinaschinen-Bc- Werbungen in englischer Sprache mit Lichtbild, Lebenslauf und Unterlagen über Fachkenntnisse sind in doppelter Ausfertigung eiiuureichen. — Nach Iran wird ein verheirateter jüdischer Seifcnsiedcrmeister fiir eine Seifenfabrik mit modernem Dampfbetrieb gesucht. — Für Australien werden gesucht: a) eine erfahrene jüdische Hausgehilfin mit langjährigen Zeugnissen im Alter bis zu 25 Jahren; h) eine erfahrene jr1di.«chc Hausgehilfin mit langjährigen Zeugnissen im Alter von 35 bis 40 Jahren, Die Haushalte sind nicht rituell. — Füne Familie in Schweden sucht für ihren koscheren Haushalt eine jüdische Hausgehilfin (mit Zeugnissen), die auch in der Säuglingspflege Erfahrung hat. — Ausführliche Bewerbimgen nur auf Luftpostdilnnpanicr, Lebenslauf, Zcu gnisa hsch ri Ben u«1d Paßfoto werden ausschließlich durch die Jüdische Geineinde, Berlin SW öS, Findenstr. 48—50, weitergelcitcL Be- Werbungen auf gewöhnlichem Papier werden nicht mit Luftpost befördert. Die Staatsangehörigkeit ist wegen der Ver- «chierienarfigkeit der Einreisebcstirnmungen in jedem Fall an- /!!geben. Die Bewerbungen bitten wir nur schriftlich an u1׳fi einzurcichen und adressierte und frankierte Couverte für Rück- Sendungen beizufügen. Persönliche». In diesen Tagen hat uns unser Redaktion*- mitglicd, Fferr Dr. Gerhardt Neununn, verlassen, um nach Columbien überznsiedeln. Dr. Neumann ist unseren Lesern durch zahlreiche Beiträge und Reportagen bekannt geworden. Er wird sich in Columbien gleichfalls jüdischer Arbeit widmen. Unsere besten Wünsche begleiten ihn für seine zukünftige Tätigkeit.