Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 70 (2.9.1938)
- Date
- 1938-09-02
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Spft« 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 70. 2. IX, 1938 bei der Suche nach einer altneuen Heimat «in ver• stehender Helfer sein kann. Jene Linie, von der wir eben sprachen und die wir mit eine etwa« streng■ klingenden Wort als ״erzieherisch“ bezeichneten, ergibt sich doch organisch aus der Tatsaclie, daß es ein jüdischer Kulturbund ist, der sie halten soll. Dieses Beiwort zum Leben zu erwecken, — und das schlechthin ist unser aller, der Judenheit in Deutschland, von der Geschichte gesetzte gemeinschaft* liehe Aufgabe — kann dem Begriff und der Ideologie allein nicht gelingen. Gefühl und Anschauung müssen hier das Beste tun, und die große Umkehr kann nur in der Kunst den Ausdruck finden, der die Men* sehen überwältigt, mit/ieht und!ungestaltet. Manche mögen finden, daß eben dieser Ausdruck des Reichtums und der überzeugenden Macht nicht gerade immer die Fülle gehabt, vielmehr die Blöße der Problematik liier und da lmulurehgelugt habe. Nun gewiß: ein Volk zum Leben zu erwecken, ist keine leichte Aufgabe, und den quellenden Reichtum kann man nicht dort erwarten, wo die Kruste von Jahrhunderten erst auftauen muß. Aber immer und überall war es Aufgabe des Dramas, den Lebenskampf eines Volkes zu gestalten; und es gibt keine interessantere Aufgabe eines Theaters, als hier mitzuw irken, wo noch keine Klassik, kein akademischer Stil alles Sagbare gesagt, alles Chaotische geformt, aber auch alles LIie!lende vereist hat. Juden haben, gerade auf der Buhne, so oft gesucht und um den Ausdruck gerungen; sollen sie nicht einmal um den Ausdruck des eigenen Wesens, so wie es einmal war und einmal sein wird, kämpfen? Kein Volk kann der Menschheu mehr /um Geschenk bringen vis sich selber. Ein jüdischer Kulturbund bedarf keiner Rechtfertigung vor den Idealen der Humanität; die nationale Bewegung kennt hier keinen Gegensatz. L r s c h u 11 c r u n g und L 111 s p a n n u n g — beides sind seelische Bedürfnisse, die wir in diesem Jahre starker n.uch -puren als zuvor. Der Alltag fordert unüberhörbar seine Rechte; aber wir dürfen nicht verlernen, daß es euren oder zwei Tage im Monat geben muß, an denen wir uns über den Alltag hinausheben. Das Erlebnis des I'ragischen wie des Komischen — beide losen, beide bei!eien. Das losende Erlebnis zu vermitteln, ist Aufgabe des Kulturbundes. 11״ Bewußtsein dieser .Mission wird er, so hoffen wir, in seine neue Spielzeit hineingehen. Alle werden mit* gelien, in das Haus, das die Opferbereitschaft von Tausenden erworben hat, weil es erworben werden mußte. Alle werden kommen, weil alle eines fühlen: daß im Theater des Kulturbundes das Herz ihrer Gemein* schaft schlägt. W. G. Id 4en muß man haben—in Amerika New York, im August 1938 Viele Juden in Deutschland müssen umschiehten. Das ist eine feststehende Tatsache — obwohl man Beispiele einiger Einzelgänger auf!ihren konnte, die sich schon vor Jahren einem Handwerk zugewandt und aut (,röteste dagegen nicht reagiert haben. Wenn man gar nichts versteht, so muß man eben die Augen und O'.ucn auhnaehen, dam mit einem bißchen Glück kann einem hier eine gute ,,Idee:" viel cinbringen. Manche Leute strengen bereits in Deutschland ihren Geist an und beginnen .,Ideen" zu entwickeln, um später das reiche Amerika mit wunderbar unprak i.schen, europäischen Artikeln zu uberseh« ennmeii. Da sitz; cm 1 mm water in einem Proviiizstädtchen Und arbeniet :1:1 seine!' Umschichtung. Er ist auf die Idee gekommen, dm Hcr-icd um lldupan nllC,11 zu erlernen. )Nun mag dm I abrikatioti von Hoi/paniinen vielleicht in Holland lukrativ sein, aber bestimmt nicht in Amerika. Bevor man sich jah! dang 111!1 solch einer Idee b. sc.1!1' r;t, sollte man fragen: ״Wo.: kleiden sich die Fabrikmädchen und 11,ו!ו0־ו1רgestellten m t 'SA.?‘‘ I )ie Antwort ist: ״Sie sind ganz modern ungezogen und unterscheiden sieh durch!!!eins um jungen I rauen in aiuiemi Berufen!" — Damit fällt Kiew Idee ganz, um sellwt ins Wasser. Sclmwr/licll, aber immer bc-scr, als mit falschen Illusionen in die neue Heimat zu kommen. Lin anderer Dali: 1:11 Mann befaßt sich seit einiger Zeit mit der Bemalung von irdenen Bierkrügen, um sie dann hier in Amciika 111 guolkm Stil zu produzieren. In der Gegend um München durfte der Bedarf für diese Krüge beträchtlich sein; die deutschen Rie! Stuben hier sind sicher für Jahre hinaus mit diesem Artikel cingedecht. Bleibt noch ewie Beschäftigang dieser Art in hiesigen Museen, aber auch das geht nicht von heute aut morgen. Man muß nämlich amerikanischer Staatsbürger sein, hm überhaupt auf die Warteliste zu kommen. Andere Leute haben jedoch wirklich praktische Verbesser 11 ngen oder Neuerungen ausgearbeitet, sind aber nicht vorsichtig genug gewesen und haben ihre Ideen atageplaudert. Ein jüdischer Metailfachmann aus Deutschland lut nach monatelangen, kostspieligen Versuchen einen Weg zur VerbilligunR der Herstellung gewisser Metalle herauagefun* den. Es gelingt ihm, den Direktor eines hiesigen Metall• Werkes zu sprechen, und die Unterredung dauert etwa zwei Stunden. Der Managing Dircctor ist sehr interessiert an den so überaus klaren Ausführungen des Kollegen aus Uebersee. Er werde die kleinen technischen Fehler demnächst korrigieren lassen, eine Einstellung■!eines so geschulten Fach- «Hannes sei momentan und in Zukunft so gut wie aus* geschlossen. Lin junges Mädchen bemerkt, daß es auf den New- Yorker Üntrrgrundhalinhöfen noch keine Normaluhren gibt. Sie wird bei einem Chef der großen Vcrkehrsgesellschäften vorgdassen. Er hört sich die Idee au und meint: ״New Yorker brauchen keine Normaluhren, weil 1. die große Ausgabe für die Anschaffung und spät«■ Spesen der Instandhaltung der Uhren nicht gerechtfertigt seien; 2, man ׳die Uhrenhfuidler nicht schädigen wolle; 3. die eigenen Taschen- und Armbanduhren täglich nach der Radio-Zeitansagc reguliert würden und 4. man cs hier in Büros mit der Zeit nicht so genau nähme! — Wozu *olle man also Das jüdische Schulwesen in Ungarn Sein• Aufgaben in der Gegenwart Am 1. September, bei Beginn des hiesigen neuen Schul* jahrea, werden in Ungarn, das heute in 310 Ortschaften jüdische Gemeinschaften beherbergt, 148 jüdische Volks- oder Elementarschulen ihre Pforten eröffnen, davon 84 in orthodoxen, 58 in neologen und 6 in Status quo- Gemeinden. Daneben erhalten die orthodoxen Gemeinden von Budapest und Miskolc Bürgerschulen, eine Art gehobener Volksschulen für Knaben und Mädchen, Debrecen eine für Mädchen, «ährend die Pester Israelitische Gemeinde die ihrige vor Jahren aufgelöst hat. Mittelschulen, d. h. nach deutscher Terminologie ״höhere Schulen“, besitzt das ungarische Judentum zur Zeit vier: die Schwesterninstitute de* Knaben* und Mädchengymnaaiums In der Hauptstadt, das Jüdische Gymnasium in Debrecen und den sogenannten Obergymnasialkurs des Rabbinerseminars, der als Vorbereitung iiajmiiBN woip Frankhirt a. M.. Sali 4• GroB- und Klnlnvurkauf. Versand ab RM. 20.- frei Haus für den theologischen Oberbau statt der obligaten 4 Klassen 5 Jahrgiimge umfaßt, Von den Chcdarim im Osten, den Talmud Tora-Kursen in den Städten und den Jeschiwoth auf dein Lande, die sielt ausschließlich dem bibliscb-talmudisehen Studium widmen, soll hier nicht die Rede sein, dagegen müssen wir neben der Franz -ioscf-Lantlcsrabbiner-Bildungsanstalt noch die zwei L e h rerpräparandien erwähnen: eine für Knaben in Budapest und eine für Mädchen in Miskolc. Beide sollen im jetzigen Schuljahre ihren Fachschulcharakter verlieren und zu Lyzeen umgebildet werden, d. h. zu Mittelschulen mit praktischer Grundrichtung und allgemein-erzieherischen Lehrzielen; allein das Pester Institut wird das Recht erhalten, über das Lvzeum eine ״Akademie“ aufzuhauen als Hochschule für jüdische Lehramtskandidaten. Da die Gründung und Erhaltung der seit 1877 in einem Schulgebäude vereinten Rabbiner- »nd Lehrerbildungsanstalt auf die von den Juden des Revolutionsjahres 1849 geleistete Kriegssclmtzung zurück geht, die vom König zu einem ״jüdischen Kultur- und Sclmlfonds“ 1m1ge\vtandelt wurde, gelten diese beiden Anstalten noch heute — neben formeller Autonomie — als staatliche Schulen, ihre Lehrer sind Staatsbeamte, werden von der Regierung ernannt resp. bestätigt. Auch das übrige jüdische Schulwesen ist der staatlichen Schulorganisation eingegliedert, die auf konfessioneller Grundlage aufgebauf ist. Im Volksschulbereich subventionierte die Regierung noch einzelne bevölkerte Selmlen, die sich nicht selbst erhalten können, oder stellt vereinreit jüdische Lehrer an. Beginnen wir rtilt einigem zahlenmäßigen Mater I a I. In den 148 Elementarschulen, deren größere Hälfte (57 ״«) einklassig ist, während in weiteren 20 ״'« zwei Lehrer unterrichten und nur die größeren Gemeinden Schulen mit 5—9 Lehrkräften unterhalten. unterrichten 207 Leh״er und 1!8 Lehrerinnen insgesamt 12 779 jüdische Schüler. Da am allgemeinen Volk59c11u1unter’“oh‘, in staatlichen, k׳'mmn״alcu und christlich-konfessionellen Schulen ebenfalls an 12000 jüdische Schüler teilnehmen, besticht heute ungefähr jedes zweite Kind die jüdische Schule. (Bei den anderen Konfessionen sind es 57—69 ״'!>.) in der Hauptstadt selbst entfallen von 7349 schulpflichtigen Kindern nur 1649 auf die iüdtschen Volksschulen. Jüdische Kindergärten haben wir fast keine. Von den oben erwähnten höheren Schulen absorbieren das jüdische Knabengymnasium mit seinen 54$, das Mädchengyrnnasitim mit seinen 558 Zöglingen einen ziemlich betrachtliehen Prozentsatz der hauptstädtischen Mittelschüler, die in der Anzahl von 3919 die ‘öffentlichen Gymnasien, 1035 die Handelssch'.'L’n frequentieren, wobei zu bemerken ist, daß die Zahl der Jüdischen' Schüler, die Pr-aDehtden besuchen, von jahr zu Jahr zuniinnit und bereits 11S2 beträgt, im Landtsverhältnis ist der Anteil der an jüdischen Anstalten erzogenem Mittelschüler zu den übrigen natürlich viel Geringer (22 203: 2677). Gut besuch* sind die orthodoxen Bürgerschulen: in Budapest: 174 4-243, in Miskolc: 243 4- 242. in Dch-wen: 23t; die beiden Lehrerseminare beherbergen 82 resp, 71 Schiller, von denen 17 resp, 21 das Lehrerdiolom erhielten, 7 die Kantorenpriifung ablegten. An sämtlichen jüdischen Mittelschulen unterrichteten 160 Professoren, Ungünstig beleuchtet wird dieses statistische Bild des jüdischen Schulwesens, wenn wir erfahren, daß seit 1920 21 mehr als 50 Volksschulen — manqe's Schülermaterial und finanzieller Kraft —- geschlossen und mehr n!s 100 Lehrkräfte entlassen wurden, daß übchaupf die Entwicklungskurve der letzten 10—20 Jahre in sämtlichen Schularten in Stadt und Provinz eine konstant abnehmende Tendenz zeig♦. Nur Miskolc hält das Niveau und die o־'hodoxe Bürgerschule in Rudapest, deren Frequenz von 123 auf 181 resn. von 159 auf 260 angewachsen ist. Dabei besuchen 108 PrivaLschüler dieser Schule vormittags die sogenannte Torath Enie'h-Schule und werden nur nachmittags in den weltlichen Gegenständen unterrichtet Im Gegensatz dazu klingt der jüngste Jahresbericht der Pester Israelitischen Gemeinde traurig, der feststellt, daß von dem Religionsunterricht der Gemeinde im letzten Jahre insgesamt 17 293 Schüler erfaßt wurden, während deren Anzahl 1917,18 noch 30 407 betrug. Die jüdischen Schulen zählen zu den besten des Landes, was von den staatlichen Aufsicht*- behörden bei jeder Gelegenheit anerkannt wird. Das Buda* pester Knabengymnasiunt nimmt an sämtlichen Studienwett■ bewerben des Landes teil und erzielt alljährlich — wie wir schon öfters berichteten — gute Resultate, im Turn- und Sportwesen verzeichnet es Spitzenleistungen: den Ehrentitel des ״b esteri Sportler-Studenten Budapest s“, der zugleich Vorzugsschiilcr sein muß, erwarb seit sieben Jahren fünfmal ein jüdischer Gymnasiast, Das Debrecener Gymnasium hat im Vorjahre den jüdischen Olympiasieger im Ringen als Turnlehrer engagiert und mit seinem Sportverein ״Samson“ seither lokale Siege errungen. Der Zeichenlehrer dieser Anstalt gibt eine Serie Holzschnitte aus dem Leben Josefs heraus und sammelt durch deren Erträgnis Bausteine für die Errichtung eines neuen Zeichensaales. Das Budapcster Mädchengymnasium gehört zu den ersten im Stenographie-Wettbewerb und im Schwimmen, besitzt eine vorzüglich geleitete Jugend- Beratungsstelle für seelisch-körperliche Nöte der Schülerinnen und ihrer Eltern. Die beiden Miskolcer Mädchenschulen haben dem größten jüdischen Dichter Ungarns, Josef Kiss, ein sehenswertes Landesmuseum errichtet. Den Lehrkörpern der jüdischen Mittelschulen obliegt es, speziell auch das Gebiet der jüdischen Beziehungen zur ungarischen Geschichte und Literatur zu erforschen, und sie tun dies in recht ergiebiger Weise. Die neue wiss'ensehafüich-krltische Zeitschrift ״L i b anon“ rekrutiert ihre Herausgeber, Mitarbeiter und Leser zu überwiegendem Teile aus den Kreisen der jüdischen Mittelschulen. ״Mngvnr Zsidö Szcmle“ ist Organ, des Rabbiner- Seminars. Bei Beurteilung der jüdischen Leistungen der Schulen ist naturgemäß die Frage des Schiilermaterials, das gesellschaftliche Milieu und die religiöse Einstellung der Eltern nicht außer acht zu lassen. Wenn z. B. das Pester Knahcngymnasiiiin bestrebt ist, traditionserfüllte moderne Jugemigottesdienste auszugestalten, Oueg Schabbathe einzufühiüliren, Gebräuche zu verlebendigen, seine Absolventen durch Verleihung von hebräischen Urkunden an sich und das Judentum zu knüpfen, u. a. m., so findet es dafür wohl laufe An* erkennuug. weniger inneren Anklang, und Nachahmung hochstens in den Provinzanstalten. Ebenso wenn dieselbe Schule alljährlich zu Ehren des Direktors ״biblische Stipendien“ aussdreiht für die Erledigung eines außerordentlichen Pensums in hebräischer Bibclkunde, oder wenn die ״Freunde des Gymnasiums“ eine öffentliche Preisaufgabe stellen: ״Mit welchen Mitteln und Methoden wäre die Wirksamkeit der religiösen Erziehung zu vertiefen?“ Mir scheint, die Antwort auf diese f rage wurde von den Lehranstalten der Provinz gefunden und in der Praxis ansgeführt. Hier, inmitten großer konservativer Kreise, wo ich noch vor Jahren Jungen jn Käppchen und Schläfenlocken in den Bänken sitzen sah, wo aer Debre* eener Direktor davon berichtet, daß ״der Selbstbildungsverei« sich gern mit den Schriften und Problemen jüdischer Schrift* steiler, mit biblischer und moderner hebräischer Literatur be* faßte“, wo die Knaben früh und abends freiwillig einen Sch uigo'Uesdienst abhalten und sogar In den Ferien an Rcligionskurs״n teilnehmen, wo Mädchen die Gräber der jiidi- Sehen Gefallenen pflegen und eine Schülerin über ״Die Pijutim Purims“ referiert und hebräische Diskussionen leitet: ,auf diesem Boden gedeiht nicht nur die ״Jüdischkeit" eher, auch der hebräische Sprachunterricht kann hier intensivere f ormen an nehmen. Einen einheitlichen Religionslehrplan hat es bisher für die Schulen des Landes ment gegeben; nur der dieser Tage erschienene staatliche ״Lehrplan für Mittet* schulen“ enthält zum erstenmal auch für die jüdische Kon* fession einen obligaten Religiouslefirkurs, und zwar laut dem Entwürfe des dieses Jahr verschiedenen Gelehrten und Schul* Inspektors der Pester Gemeinde, Dr. Bernhard Munkäcsi. Andererseits machen sich die Probleme und Aufgaben der Gegenwart doch eher im Zentrum fühlbar. Wie wir sciior! vor Wochen berichteten, hat die Pester Gemeinde vom nächsten Schuljahr an die Einführung industrieller Pa* rallelklassen in ihren Gymnasien beschlossen, sobald die mini* stcridie Erlaubnis dazu erteilt wird. Jüngst wurden auch Vor* ־־gL B. NEU MAN N ,Jlll P I AN OS l KÜHLSCHRÄNKE, BOSCH tTT RADIO I FRIGIDAIRE ״. .. Berlin W/ IS, KurtUritandamm BO* z Rufi Bl ST 1• bereifungen getroffen. Hebräisch als lebende Sprache In Sprachkursen lehren, um Auswanderern zu dienen; Debrecen erhält ebenfalls hebräische und englische Kurse, auch Werk- Stättenbetrieb. In sämtlichen Schulen werden auffallend häufige Hera Hingen über die Berufswahl mit Zöglingen und Eltern abgelialten, und wenngleich eine Statistik über die von den Abiturienten gewählten Berufe leider fehlt, so ersehen wir doch ans einem ״Schulkalender“ des Knabengymnasiums, der die Personal (laten der Jahrgänge 1928—1933 enthält, wie die Jungen schon heute in der Welt zerstreut sind. Dr. A. Für s t, Budapest diese Uhren insfallieren, kleines Fräulein?“ -ד- Kaum eine Woche nach dieser negativem Unterredung erscheint ein großer Artikel in einer New Yorker Tageszeitung. Darin wird erklärt, wartim die Idee eines jungen Mädchens, Normaluhren auf Untergrundbahnsfationen anzubringen wc“er ratsam, verkehrsfördernd noch gewinnbringend sei. Amerikanisches Tempo aber was hat das Mädchen von der Piibliz.ierung seiner Idee? Dagegen gibt es auch eine Anzahl erfolgreicher Menschen, die ihre Ideen wirtschaftlich ausgenutzt haben und gut von den Einkünften leben können. Ein junger Mann probiert kleine Verbesserungen an Haushaltsgegenständen aus, bis ihm einfällt, einige seiner Tricks patentieren zu lassen. Zum Heisnie! mußte sieh die Hausfrau bisher quälen, um die Eisstücke aus den Blecb-Einteilungsformen für eiskalte Getränke herausznkiopfen. Unser junger Freund hat das Blech durch Gummi ersetzt. Jetzt biegt man bei den Elssclirank-Modellen 1939 einfach mit zwei Fingern die Gummiform beiseite und hat bereits das «wünschte Eisstück fertig zum Gebrauch. — Diese eine leine Erfindung bringt ihm heute schon Hunderte von Dollar monatlich ein. Ein Kinderfrau lein sitzt im Park: neben ihr steht der Kinderwagen mit ihrem Schützling. Nachdem sie immerzu aufstehen muß, um den dauernd abrollenden Wagen in Reichweite zu haben, nimmt sie schließlich einen großen Stein und legt ihr! als Bremse vor das eine Rad. Dabei kommt ihr die Idee: — Könnte nun nicht eine Handbremse am Kinderwagen anbringen und dadurch Müttern und Kindermädcheit viel Acrger sparen? — Ihre ״Idee“ ist patentiert worden, und seit einigen Jahren hat hier in Amerika jeder noch so einfache Kinderwagen eine eingebaute Handbremse. Das Kind(’rfrätilein ist heute keine Angestellte mehr — sie sitzt in ihrem eigenen Büro und verwaltet ihre eigenen Oeschäfte. Ideen muß inan eben haben — in Amerika! Irmgard H. Schwarz, New York Eine Verordnung der ungarischen Regierung verfügt — mit Berufung auf das Judengesetz —, daß bis auf weiteres Gewerbescheine und Gewcrbehzc'izcn nicht ausgefolgt werden dürfen. I><1׳=c vorläufige Maßnahme berührt vor allem jene Abgebnuten, die sich in einem der an keinen Befähigung*- nachweis gebundenen Berufszweige selbständig machen wollten. Vcrantwottlidntr Redakteur: Dr. Robert Wellsch, Berlin-Clwl. 9 (:mth vetarit,. örtlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter! Kurt I, o t «■ c ת s I e i n. Berlin W 15. Anzeigenleiter und verantwort-!ich für den Inhalt der Anzeigen: Erich Licpmann, Berlin W 15. t'iüliig Anzeiger..Freidiste 5 vom 1. April 1936, Verlag und An• zcigcnvmvaltnng: Jüdische Rundschau, Berlin VV15, Metnekestr. 10. D.A. 11/1938: 20045. — Druck; Siegfried Scholeon, Berlin-Schöneberg. Geöffnet tagl. 11 — 20 Sonn- und Feiertags 11—16 Uhr Priv•(■ Mittag• und Abandtlach Tel. 24 87 5« und 24 es 44 Die gepflegte Küche im Westen Emst Herschthal Berlin 11׳ SO, Marburger Str. 9 a. d. Augsburger Str. Privat• Gedeck: RM 0.80 Mittag• und Abendtiseh bis RM 1.50 T1f8«}0׳f'ungin