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Jüdische Rundschau · 1938-08-30 · Heft 69 (30.8.1938) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 69 (30.8.1938)
Date
1938-08-30
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Saite 6 J HD ISCHE RUNOSrHAlJ Nr. 69, 30. VIII. 1938 Die Durchführung des Peel-Planes Bezirkskommissar ftoffat gestorben Jerusalem, 25. August (Paicor). Der stellvertretende Bezirkskommissar Walter Moffat, der in Dschenin von Terroristen aiigeseliossen wurde, ist seinen Verletzungen erlegen. Ein des Anschlags auf Mojfat verd.:i׳;’*tiger Araber wurde in Dschenin verhaftet, jedoch bei einem Fluchtversuch erschossen. Die gesamte Bevö!'e.ucf: Dschenins wurde heute vorübergehend aus der Stadt entfernt, um eine grtindliehe Durchsuchung der IEinser zu ermöglichen. Waffen und Munition sollen gelinden und beschlagnahmt worden se;n. Die Regierung erlief! eine Bekanntmachung, in der es heißt, daß die Einw ohner 1 )sehe.!ins erwic e e. maßen den Terroristen Beistand geleistet hätten. Es sei daher beschlossen worden, eine Anzahl von Haust 1־n niederzureißen, um die Aufrechterhaitmig der Ordnung zu erleichtern. Mehrere Häuser sind bereits demoliert worden. Bombenexplosion in Jalta Jerusalem, 20. August (Paicor). Auf de׳n Gemüsemarkt in Jaffa kam es heute morgen zu einer Bombenexplosion. Laut amt'icher Meldung wurde 21 ז Araber fe tötet und 35 verwundet. Die Me”: e machte den ersuch, die Anglo-Palestinc Bank in Jaffa 711 stürmen, wurde jedoch von den Wächtern, d:e in die Lu't scho:'e1׳. in Schach gehalten. Auch auf B irclavs Bank wurde ein A ’griff versucht, wobei ein Araber getötet wurde. Ein Auto, das einem englischen Beamten de׳ Bank gehört, wurde angehalten und in Brand gesetzt. Ein arabischer Polizist wurde schwer verletzt, sein Gewehr wurde geraubt. Zahlreiche Zwischenfälle Der Leichnam e neam 22. August in Nablus entführten arabischen P o 1 11 1 s t e n wurde in der Nahe der S adt gefunden. In der Nähe des Militärlagers in Sa rufend wurden heute morgen 1 w c j J u <1 c n v e r w u 11 d e t aufgeiunden. Britische Truppen zerstörten 1 2 0 Hauser in einem arabischen Dorfe in der Nahe von Akko als Strafe für die Explosion einer Landiniiie, ln! der ein britischer Ünizivr getötet wurde, Gegen 12 diabl'.be lh>;f. r in verschiedenen Teilen des Land cs winden Strafen verhängt. Ent britischer Soldat wuide in der Nacht durch die Explosion einer Lmuhiiiue im Distrikt von Nablus verletzt. An der Grenze von Jaffa—Tel A w i w wurde ein arabischer Führer einer Re,1׳'rung-.a1nb11.anz getötet und sein Assistent leicht verwundet. In der Nahe von S a r a f e r. d wurde ein jüdischer Wagen tiberlallen. Sieben J1u.cn wurden veidel/t, darunter der Inenieur Gabriel Chelouche, ein Cousin von Mosche helotichc. Bei Ramleh wurde ein jüdischer Chauffeur und ein jüdisches Mädchen verwundet, l'ebcr Ramie wurde ein Ausgehvecbot ab 4 l'lir na kcidtags verhängt. Das Viertel Tel Chajim bei Tel Awiw wurde angegriffen. Ein Jude mit Namen Abraham Bei tan wurde getötet. In Jaffa wurde der Laden der Firma Spinney von Arabern angegriffen. Drei Araber wurden verwundet. Eine große Zahl von Versuchen der Brandlegung wurde in Jaffa unternommen. Ein Ausgeh verbot, beginnend tilhi 12,30 lihr mittags, wurde über die Stadt verhängt. Presse-Zensur An sämtliche Presseorgane in Pai s*ha ist von der Zensur eine Anordnung ergangen, in dedie Veröffentlichung von Kommentaren und Berichten übedie Tätigkeit von Polizei und Mllitä- sowie der Terroristen verboten wird. Von heute an dürfen nur noch die Regierungs-Communiquds zur Veröffert ichurg gelangen. Zusammenstöße in Jat.a Jerusalem, 27. August. (Paicor.) In Jaffa kam es in der Hauptstraße zu einer 7u=au1mc:-,r!t ung; die Polizei ging gegen die Masse vor, wobei ein Araber getötet und fünf Araber verwundet wurden. Der Curfew beginnt heute um 6 Uhr nadimi'tags. Das Gebäude der Regicrungs-d u ■ in Hebron wurde beschädigt. Arabische Terroristen überfielen die Eisenbahnstation in Tulk erem und raubten 20 Piurid. Gefecht bei Tuikerem Zwei britische M i I i t a r p i 1 o t e n wurden in der Nähe von Tuikerem getötet, ab I uv יוסח!•׳ No 'r '׳rag machen imißten. Die Nu!!a:;4u״g e■?״!rite wahrend eines Ge-!echtes mit arabischen Tenoristen. LI f Terroristen wurden bei dein /,tsawm״ ״:׳1;-':־ vtul e t. Im N ec ew wurde der f I ׳ b-p r! -ן Naac Haberkorn (27 Jahre a’t) au- M - .׳binar tia.-diarun bei einem Zusammenstoß mit Terror,steil getutet. Die 1 eichen deenCuhrtcii griechischen Mönches aus Cäsarea und seines Bruders wurden in der Nähe von Tutkerem gefunden. Truppenverstärkungen Aus London sind am Sonnabend 120 Polizeibeamte nach Palästina abgegangen, die eine besondere Ausbildung geno.-sen haben, im Laufe des Fcp'e.nber werden weitere 350 Polizisten nach Palästina gebracht werden. Ferner werden in den nächsten Wochen fast sämtliche britischen Truppen in Palästina durch neue Truppen aus England abgelöst werden. Anfang September so1! auch eine neue Inf a n t e r i e b r i g a 11 e zur Verstärkung der Palästina-Truppen England verlassen. Am Freitag wird ein Bataillon verschickt, während zwei weitere Bataillone am 14. und 15. September London verlassen werden. Nach einer Meldung der .,Times“ sind seit dem Besuch Malcolm MacDenalds in Palästina 200() Freiwillige für die Palästina-Polizei angeworberi worden. Terroristen ,,verurteilen1* Zu der Entführung des jüdischen Polizeioffiziers Lei- Sero witz aus Atlit (dessen Kinder inzwischen wohlbehalten zuruckgekclirt sind) berichtet die palästinensische Tageszeitung ,,Haboker•‘ folgende angeblich von Arabern erzählte Ein/elhe.t!•;!: Der Poli/cionizicr Leiserowitz und seine Familie wurden cor längerer Zeit wegen ״schlechter Behandlung“ der Gefangenen von den Terroristen ״zum Tode verurteilt". Mach der Fntlufirung sollte das Todesurteil vollstreckt werden. PD /'..1! ׳!neidete sich jedoch beim Abteilungshihrcr ein Terrori.-t und lorht das Urteil an, weil Lciserowitz ihn während seiner I iaft/eil besonders gut behandelt habe. Darauf entschied der I!ihrer, zum Zeichen des .,Edelmuts der arabischen Nation“ die Kinder sogleich freizulassen und die ״Todesstrafe“ gegen die übrigen Familienmitglicder in eine ״Geldstrafe“ voft LP 2000 zu verwandeln. Jüdische Bedingungen Zu den verschiedenen, auch von uns wiedergegebenen Meinungsäußerungen über das mutmaßliche Endergebnis der britischen Palästinapolitik, die in der letzten Woche im ״EvenIng Standard“, der ״New York Times“, dem ״TempS“und anderen Blättern veröffentlicht waren, bemerkt das Organ der Zionistischen Föderation von Großbritannien und Irland, die ״Zionist Review“, in einem Leitartikel u. a. folgendes: ״Ein jüdisches Nationalheim bedeutet u. a., daß folgende drei Fundamentalbedingungen gegeben sind: a) andauernde Einwanderung von Juden nach Pa'ästina, soweit sic das Land vermöge jüdischer Arbeit und jüdischer Erstliließutigsarbeiten aufnehmeii kann, b) fortgesetzte Ausdehnung der landwirtschaftlichen An Siedlung von Juden, c) Anerkennung des Kollektiv rechtes des jiidisehen Volkes aus Palästina und Befreiung der Judenhcit in Palästina von dem Stigma des Minderheitenstatus. Das jüdische Volk kann keine Lösung des Palästina- Problems akzeptieren, die diesen drei Fundainen‘albcdingungcn nicht Genüge tun wirde.... Seit die Königliche* Kommission vor einem Jahre die Teilung des Landes vorgeschlagen hat, durch die ein jüdischer Staat errichtet werden soll, dessen Gebiet Galiläa umfaßt, haben Araber und gewisse britische Kreise nichts unversucht gelassen, um Galiläa aus dem jüdisehen Staate auszuschließen. Was immer andere darüber denken mögen, die Repräsentanten der Judenheit haben jedenfalls klargestellt, daß, ganz abgesehen von einer weiteren Verkleinerung des im Peel-Plan vorgeschlagenen Judenstaates, der Pcel-Plan selbst in seiner gegenwärtigen Form für das jüdische Volk unannehmbar ist, und daß beträchtliche Verbesserungen Platz greifen müßten, bevor eine solche Verkleinerung des jüdischen Ansiedlungsgebietes in Palästina angenommen werden könnte. Die Lostrennung Galiläas vom jüdischen Staate würde bedeuten, daß man den Peel’schen Plan eines Judenstaates, der schon an sich ein Unrecht gegenüber der Judenheit enthält, in einen grausamen Scherz auf ihre Kosten reduziert, und würde die Judenheit zu der Ent- Scheidung führen, daß sie mit einem solchen Teilungsplan nichts mehr zu tun haben will. Im übrigen müßte jede Teilung Palästinas, wenn sie für die Juden annehmbar und in einem gewissen Maße mit der Gerechtigkeit verein- Moslemischer Bürgermeister für Jerusalem Jerusalem, 25. August (Paicor.) Der amtierende Bürgermeister von Jerusalem, Danrnl Auster, wurde vom OLerkommissar empfangen, der ihm m’ttellfe, daß e i n Mohammedaner zum Bürgermeister der Stadt ernannt worden ist. Sir Harold MacMichael dankte Auster fUr die Dienste, die er während seiner Tätigkeit als stellvertretendes Stad'obe־haupt geleistet hat, und versicherte!hm, daß die Ernennung eines mohammedanischen Bürgermeistere von ihm keinesfalls a's Beeinträchtigung dieser Dienste gedeutet werden dürfe. * Die vorstehende Nachricht bestätigt die Gerüchte und Meldungen, die über die Besetzung des Jerusalemer Btirgermeisterpostens schon seit längerer Zeit umliefen. Bekanntlich ist ein Verwandter des verbannten früheren Bürgermeistere Dr. Khaldi für diesen Posten in Aussicht genomrnen. In seinen Ausführungen gegenüber dem amtierenden Bti• geimeister •Auster hat der High Commissioner selbst zum Ausdruck gebracht, daß die Verwaltung Jerusalems unter Dr. Auster zufriedenstellend gearbeitet hat. Es ist bedauerlich, daß ein erneuter We'hsel in der Stadtverwaltnng vor sich geht, zumal die Stadt eine Mehrheit von 60״״ iüdi'cher Bevölkerung enthält. Wir haben bereits seinerzeit, als die erste Meldung über diese Angelegenheit erschien, gegen die Ernennung eines arabischen Bürgermeisters Profest eingelegt. Auf die jüdische Bevölkerung des Landes muß diese ,Maßnahme unzweifelhaft a's Affron‘ \virk׳n, ohne daß abzusehen ist, daß sie in irgendeiner Weise arabische Gruppen einer Friedenspolitik geneigter machen könnte. Neue Siedlung Jerusalem, 25. August. (Paicor.) Ein Kibbuz des K’schomer Hazair, der b'sner in der Haifa-Bay seinen Sitz hat'e, ist 11״u‘e auf 6030 Dunam KKL-Boden drei Kilometer östlich von Akko angesierlelt worden. Die neue Siedhing erhielt den Namen Ejn Bamifratz. Mitglieder des K'bbuz, freiwillige Helfer und Ghaffirim arbeiteten den ganzen T ag an der Errichtung eines Schutzzaunes, des Wachtturmes und einer Anzahl von Bauten. Der Gründung dieser Sred'ung soll die von zwei weiteren in derselben Gegend folgen. Die Staatsfinanzen Palästinas Für das am 31. März 1939 endende Finanzjahr ist jetzt der Haushaltsplan der Palästinaregierung veröffentlicht worden. Die Gesamthöhe der Ausgaben im ordentlichen Etat beträgt £P 6 230 000; davon entfallen auf das Eisenbahnwesen CP 784 700. Das Polizei-Departement verausgabt £P 1022068, ein Posten, in dem die politische Lage des Landes sich spiegelt. Das transjordanische Grenzkorps hat einen Etat von £P 204 000. Das Departement für öffentliche Arbeiten verbraucht einschließlich des Extraordinariums £P 1 200000, das Departement für Post und Telegraph rund eine halbe Million Pfund. Die Militärkosten dürften nach Ankunft der neuen Brigade im September eine Million Pfund erreichen. Die Reserven des Staatsschatzes belaufen sich zur Zeit auf nur noch 2.4 Millionen Pfund, und cs ist zu befürchten, daß die Militärausgaben diese Reserve noch weiter schmälern weiden. ״Die einzige Ermutigung“, so bemerkt die Zeitschrift ״Great Britain and the East“ vom 25. August, ״ist die Hoffnamg, daß die jetzt getroffenen Maßnahmen die Unruhen bald beendigen werden, und danach wird eine der ersten Aufgaben der Regierung sein, die Reserve wieder aufzufüllen, und zwar bis zu einer Höhe, die Sicherheit verbürgt.“ Berichtigung. Bei den Nachrichten über Terrorakte in Palästina in Nr. 67 vom 23. August sind infolge eines Uebermittlungsfeh'ers in der Rubrik ״Weitere Tote“ Irrtümer enthalten. Der Name des bei Kfar Sirkin Getöteten lautet richtig Hans Höniger. Der in Jerusalem getötete Beamte der Chewra Kad’scha heißt Jakob Meir Walt z mann. (Irrtümlich waren zwei Tote angegeben: Jakob Meir und Jakob Watzmann.) B1rmi1wa-T«rmm. Am 10. September (14. Elul): Franz Buchs- "־ei I e r, Sohn des Dr. Wilhelm Buchs«eiler, iU h, Hadar-Hakarmel, Josefstr. 57. bar sein soll, der Judenheit das geben, was ohne ihre Arbeit und ohne ihren Unternehmungsgeist niemals bestanden haben würde, niimlich Haifa; sie müßte den Juden das Recht geben, im größten feil der Küsten ebene und im Gebiet von Beth Sehen zu siedeln; sie müßte den Teil des neuen J crusal cm. dessen Bevölkc ־u.ig.smehi heit überwältigcnd jüdisch ist, innerhalb des jüdischen Gebietes belassen; und si: müßte schLeßlich den Juden eine Möglichkeit geben, den fast leeren Nugew zu besiedeln und zu entwickeln, — mit anderen Worten, sie müßte dem jüdischen Volke einen Spielraum von Möglichkeiten belassen, der rieben der ursprünglichen Tendenz von Balfuur-Deklaration und Mandat bestehen kann.“ Der Artikel weist dann darauf hin, daß bedauerlicherweise in den letzten zwanzig Jahren das eigentliche Ziel der Baltour-Deklaration, für die Judenheit in Palästina eine nationale Souveränität zu begründen, aus dem Auge gelassen worden ist, und fährt dann fort: ״Wern das Mandat w c i t e r b es t c h e n soll, dann müßten unsere Rechte auf Einwanderung und AnsitdJung auf ganz Palästina angewandt werden, mit der .Möglichkeit der Einwanderung auch nach Transjordanien,?eilte das Mandat in Richtung auf eine Abgrenzung iikti'cher mul arabischer Gebiete voneinander geändert werden, dann mußte innerhalb des jüdischen Gebietes die jüdische 11־ o h e i t tats ä c 111 i c h begründet und anerkannt w e 1׳ tl e n; über die Einwanderung zu bestimmen, in 1115!e dann aussciiließlieh das Recht einer jüdischen Regierung sein; die lanüwirtschaftliche Ansiedlung mtilite dann auf der Grundlage einer gerechten Erwerbung überschüssiger Böden vor sich gehen, die die Araber nicht benötigen, wenn die Bebauungsniethode intensiviert und möglicherweise ein Bevölkmingsniistaiisrh vorgenommen worden ist; Recht und Gesetz mußten durch jüdisches Militär und jüdische Polizei aufrerhieriialten werden. Die Situation kann auf eine sehr ei 11 lache Formel gebracht werden. Wenn wir eine Gebietspacht• opfern sollen, dann müßten wir zum Ausgleich dafür vollständige Einuanderungskontrollc, jede mögliche Erleichterung zur Ansiedhing, Sicherheit im Innern und angemessene Souveränität bekommen, und zwar im Einvernehm •11 mit Großbritannien als der Macht, die an der Ruhe Palästinas und des Mittleren Ostens überhaupt am tiefsten interessiert ist.'‘ Von der Woche Emir Saud, der Kronprinz von Saudi-Arabien, der äugenbiicklich in London weilt, erklärte dort einem Pressevertreter gegenüber, daß die arabische Weit niemals ihre Zustimmung dazu geben würde, das Heilige Land in drei voneinander getrennte Staatsgebiete zu teilen. Kein Argument könnte die Araber davon überzeugen, dal! die Teilung die beste Lösung der Pa'ästina-Frage sei. Wie der Londoner ״Übserver“ mehlet, ist die Organisation und die Finanzkraft der Terroristen in der letzten Zeit stärker geworden. Nach dem BomhenatImitat in Jaffa sind von den Behörden besondere Maßnahmen erwogen worden, die die Tatsache berücksichtigen, daß die Aktivität der Terroristen sich nach dem Süden des Landes verlagert hat. Nach Meldungen aus Kairo werden in sämtlichen arabischen Staaten Aufrufe des Zentralkommandos aulständischer Palästina-Araber verteilt. Sie fortlern alle Waffenfähigen jungen Araber auf, sich in gewissen 'Mobilisierungszentren zu melden, die von einem besonderen Geheimkomitee noch näher bezeichnet werden sollen. Für die Aburteilung UiiwilLgcr oder aus den Reihen der Aufständischen Desertierender werde ein besonder es Kriegsgericht errichtet werden. Schließlich wird angekündigt, daß die Scheichs Säet! Abd el Rehim el Hag, Mohammed Arref Razzak und Abd el Klialed ein Obersles Aktionskomitee bilden werden. Dr. Isak Tannous kehrte aus London nach Palästina zurück. Er begab sich von Haifa nach Syrien, um mit den dorthin emigrierten Araberführern zu verhandeln. Auf Grund von Informationen des Außenministeriums in Washington übergab der Generalkonsul der Vereinigten Staateil dem Chefsekrc'.är der Paläs'.inaregieruiig ein Memorandum über die Lage der ameril.aiii ch-jumlbclieii Kolonie (i a n avne in Sudpalästina. In dieser Kolonie ist die Zahl der iiifspolizisten von 23 auf 3 reduziert worden. Der Kot er H a j i s c 11 11 w erhebt eine Steuer in Form von Marken auf jede Schachtel Zig.vc:ton. die innerhalb des Jischuw verkauft wird. Auch Landwirts׳haftlich!׳ Produkte sind mit einer Steuer zu Gunsten des Kofcr HajUchuw belegt worden. ln Mischmar Hajarden wurde mit dem Bau einer neuen Wasseranlage begonnen, die die alte, die von Terro risten z?rstört wurde, ersetzen soll. Ferner wird die Siedlung mit einem Scheinwerfer ausgerüstet. Die Arbeit wird vom ״Kofer Hajischuw“ und der Tel Awiwer Stadtverwaltung flnanilerf. Nach einer Mitteilung des Distriktskommissars an die Agudas Jisroe! kann der traditionelle jüdische Pilgerzug an das Grab von Rachel in der Nähe von Bethlehem im Monat Elul nicht stattfinden. in den ersten 6 Monaten dieses Jahres kamen 4 4 3 5 jüdische Einwanderer nach Palästina. Die künftige Zitrtisernfe wird auf 13—-14 .Millionen Kisten geschätzt, gegenüber einem Export von 1J' Millionen Kisten im Vorjahre. Die Ernteaussphten sind gut. Dr. Salomon Goldman, Präsident der Zionistischen Organisation in Amerika, hat Pa'ästina verlassen. Die P a I e s t i n e Agricultural Society (Pasn) hat die Genehmigung erhalten, in den Vereinigten Staaten Obligationen im Werte von £ 100 000 abzusetzen. Ein Flügel des Arlosoroff-Gebäudcs in Tel Awiw, dessen Bau am 28. August in Angriff genommen werden soll, wird ein Theater für den ״Ohei“ enthalten. Jerusalemer Vorträge. Am 11. August sprach in einer Mitgliederversammlung der HOG, lerusalem Felix Rosenblüth über die politische Lage. Der Vortrag brachte nicht nur eine Widerlegung aller Tendenzen, die heute die Disziplin im Jischuw zu brechen drohen, sondern er zeigte auch die klare Richtlinie, die, wenn auch in einem langen schweren Kampf, die einzige Möglichkeit des Erfolges in sich birgt. Todesfall. Wie aus Tirat Zwi gemeldet wird, starb dort einer der Gründer der Siedlung, R1׳bb. Dr. Gabor Unna, ein Sohn des ehemaligen konservativen Gemeinderahbiners von Mannheim, Dr. J. Unna, im Alter von 37 Jahren. Wir werden die Persönlichkeit des Verstorbenen, dessen Tod insbesondere der religiösen Cliahubewegung einen schweren Vertust zufügt, ausführlich würdigen. (Schluß des Palästina-Teils)

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