Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 69 (30.8.1938)
- Date
- 1938-08-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 69, 30. AUGUST 1938 Von Gedera nach Kfar Szold ln unserer Aufsalzreihe ״Juden aus Deutschland siedeln" (siche die früheren Berichte in Ar• 2, IS, 19, 20, 21, 22, 28 33, 64) veröffentlichen wir heule nachstehende Schilderung. (Red.) Terror und Verteidigung Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Tel Awhv, 21. August Andere Distrikte — andere Mittel Zugleich mit seiner Verschärfung wandelt der Terror in der jüngsten Zeit seinen Charakter. In den letzten Monaten konzentrierte er sich im Norden, in Galiläa lind griff ins Emek über. An den übrigen Stellen des jüdischen Jischuw־ erschien er immer wieder sporadisch, von der Berggegend um Tulkcrem ganz zu schweigen, wo sich die haufigsten Kämpfe zwischen Truppen und Banden abspielten, ln letzter Zeit liegt der Schwerpunkt der Angriffe in anderen Distrikten. Der Norden, das Emek und die Jordansenke ist allem Anschein nach den Terroristen nach der Fertigstellung des Teggart-Walls, nach den scharfen Angriffen der Engländer und der überaus nachdrücklichen Verteidigung der Siedlungen, die mit dem Militär Hand in Hand arbeiten, zu heiß geworden. Aber während man kurze Zeit die Hoffnung hegen durfte, daß die großen Terrorgruppen zersprengt seien und wir es fürs nächste. nur mit einzelnen überraschenden Attentaten zu'tun haben würden, klären die Ereignisse der letzten Wochen und Tage über eine Schwenkung in der Taktik der Terroristen auf. Sie haben sich aus dem Norden stark nach Süden gezogen und zum Zentrum der Angriffe wird Samaria, Schomron und Judaea. Hier baute die Regierung auf die relative Sicherheit, die diese Gegenden bisher vor dem Korden auszcichnete, und dehnte daher das ausgebreitete Abrehr- und Patrouillensystem nicht auf diese Gegenden aus. Eis begann damit in viel stärkerem Maße als früher in den südlichen Gegenden eine Kette von Angriffen, schwere Bedrückung der arabischen Dörfer, denen man Geld, Lebensmittel und Menschen abpreßte, und ein systematisches Einschüchtern der Städte. Hebron, immer wieder in den Unruhen mitgenommen, wurde in den letzten Tagen Ziel eines systematischen Angriffs einer großen und gutorganisierteil Gruppe, der nur durch überstürzte Heranziehung von Verstärkungen aus Jerusalem abgewehrt werden konnte. Um Jerusalem herrscht vermehrte Wachsam■ keit, insbesondere in den außcnliegcnden Vierteln. Auch die exponiert liegenden Viertel von Tel Awiw haben Ueberfäl'e abzuwehren gehabt. Die relativ sicher scheinenden Süd• distrikte stehen, wie früher der Norden, im Mittelpunkt des Interesses und der Wachsamkeit. Mit dem Schauplatz der Terroristenaktion haben sich auch ihre Mittel geändert. Die Entführungen mehren sich, und sowohl Juden als auch Araber fallen ihnen zum Opfer. Gelegentlich kehren die Opfer zurück, insbesondere unter den Fellachen. Vermutlich benutzen die Terroristen diese Geiseln nicht nur als Druckmittel, um ihre Dörfer (gefügig zu machen, sondern auch als Quellen für Informatianen, die strategisch genutzt werden können. Von anderen Opfern, jüdischen und arabischen, hört man nichts mehr, trotz aller Nachforschungen und Bemühungen. Es wird gerade in letzter Zeit immer offenkundiger, wie stark sich die Terroristenführer auf ihr Prestige und den Schrecken, den sie verbreiten, verlassen. Sie verkünden offen ihre Todesurteile, die gelegentlich auf einen Zette] geschrieben dem Opfer an die Kleider geheftet werden, sie geben den geraubten jüdischen Kindern aus Athlith, die sie sicher nach Mischmar Haemck in jüdische Hände geleiten, Geld und Briefe an jüdische Zeitungen mit. Wieder erhebt sich in den letzten Wochen das drohende Gespenst einer doppelten Regierung im Lande: in Jerusalem sitzen die englischen Behörden, die offiziellen Herren des Landes, und in den Bergen sitzen die Terroristen, die ihre Beschlüsse fassen, ihre Tribute eintreiben, ihre Urteile fällen und sie unbekümmert um alle Gegenmaßnahmen aus führen. Spezialmaßnahmen Die Gegenmaßnahmen richten sich nach den Angriffsmethoden der Terroristen, und das ist vielleicht ihre größte Schwäche. Die Terroristen haben den großen Vorteil der Beweglichkeit und der Initiative. Sie wählen Ort und Zeit des Angriffs, geleitet von einer außerordentlichen Ortskenntnis und freiwilliger oder erzwungener Mitarbeit der Bevölkerung. Die Regierung und das Militär hat in langen Jahren gelernt, sich auf diese Kampfmethoden einzustellen, ebenso wie die jüdischen Siedlungen eine ganze Reihe von technischen Verteidigungsmaßnahmen entwickelt haben, die ihre Sicherheit erhöhen! Jede Schwenkung jedoch in der Taktik aer Terroristen oder ihr Uebergreifcn auf ein anderes Gebiet, in dem die Regierung noch nicht irn einzelnen vorbereitet ist, gibt ihnen einen Vorteil, der erst wieder wettgemacht wird, wenn man dem neuen Angriff eine neue Verteidigung entgegenstellt. Jetzt, bei dem Vorstoß nach Süden und den Operationen um die Städte herum, die auf eine Einschüchterung der Bevölkerung hinzielen, steht die Regierung von neuem vor der Aufgabe, die sie in! Norden mit Hille der Juden zu einem gewissen Grade gelöst hat, das Netz ihrer Vorsichtsmaliregeln so weit und so dicht zu spannen, daß die Beweglichkeit der Terroristen so stark wie möglich erschwert wird. Wir erwähnten bereits die erhöhte Wachsamkeit um Jerusalem. Gestern abend wurde Tel Awiw plötzlich durch An- Schläge überrascht, die die Sperrung sämtlicher Wege, die aus der Stadt führen, von 6 Uhr abends bis 4 Uhr morgens ankündigten. Wie man sich später überzeugen konnte, galt diese weitgreifende Maßnahme für das ganze Land. Nur in den Städten und Dörfern ist es erlaubt, sich zu bewegen, die Straffen, die zwischen ihnen liegen, sind nach Einbruch der Dunkelheit gesperrt. Es leuchtet ein, daß eine solche Vcrordnung der Polizei und dein Militär die Ueberwachung außerordentlich erleichtert, sie beweist zugleich, zu welch außerordentlichen Mitteln man heute im Lande greifen muß, um neues Unglück zu verhüten. Anstrengungen des Jischuw Längst sind die Zeiten vorbei, wo man von der Regierurig, von Polizei und Militär allein die Rettung vor dem Terror und die Wiederherstellung der Ruhe erwartete. Man weiß, daß die Kooperation derjuden von entscheidender Bedeutung ist, und die Regierung wird sich dieser Tat- Sache auch immer mehr bewußt. Der Begriff der Verteidigung Die älteste Erinnerung, die die ersten Chawerim des Kibbuz Sc h a ar-H a!1 eg 1• w (Gedera) aufzuweisen haben, ist die des Kuhstalls, in dem sie in der ersten Zeit ihres Hierseins wohnten. Das war vor wenig mehr als vier Jahren. Damals war diese Gruppe eigentlich nur ein Ableger von Giwath Brenner, und es schien durchaus ungewiß, ob sie auf die Dauer selbständig weiterbestellen würde. Diese Frage hat sich seit langem positiv entschieden. Zwei Jahre lang blieb die Kwuza auf einem winzigen Stück Boden am Eingang der Moschawa, das kaum größer war als der Hof eines GroDstadthauses. Und indessen wuchs Gesamtansicht von Kfar Szold י, die Zahl der Chawerim unaufhörlich. Immer mehr wurde die Gruppe zu einem Konzentrationspimkt von Cha!u/im aus Deutschland und Ungarn und erreichte schließlich etwa zur Zeit des Ausbruchs der l liirulien die Zahl von mehr als 130 Chawerim und Chaweroth. Es wurde zu eng. Und da die Abteilung der jewish Agency zur Ansiedlung von Juden ans Deutschland sich bereit erklärte, der Pluga die Mittel zum Aufbau eines Lagers zur Verfugttng zu stellen, das auf dem Boden des Keren Kajemeth zwei Kilometer entfernt von Gedera errichtet wenden konnte, so entschloß sich die Pluga trotz der Unruhen, den Ort zu vorlassen, und sich an diesem verhältnismäßig einsam liegenden Punkte niederzulassen. Dieser Mut hat sich als gerechtfertigt erwiesen. Unten wurde der erste Schuß auf das alte Lager abgefeuert, als es endgültig verlassen war. Bis zu diesem Tage war es respektiert worden. Und hier oben haben die 20 Ghaifwim auch noch nichts zu tun gehabt. In verhältnismäßig kurzer Zeit wuchs ein Lager empor, das mit einem großen und zwei kleinen Steinhäusern sowie den Holzbauten einen imponierenden Eindruck macht. Es blieb sogar genügend Platz für einen Gemüsegarten, der die annähernd 200 Menschen, die heute hier wohnen, den ganzen Sommer über mit Tomaten und mit etwas Gemüse versorgt. Und das Ganze liegt auf einem Hügel — aus strategischen Gründen nicht unwichtig. Aber wie das erste ist doch auch das zweite größere Lager nicht mehr als eins der Arbeitslager, die die jewish Agencv nahe den Moschawoth errichtet, um das jüdische Element auf dem Lande zu stärken. Das figelet u. a. seinen Ausdruck in den in solchen Fällen üblichen Schwierigkeiten. Line• Gruppe von 200 Menschen ohne eigene Wirtschaft mit etwa 30 Kindern hat es heute nicht leicht, und besonders mit mehr als 31) |ugendlichcn aus Palästina und Deutschland, die die Arbeitsbedingtingen der Lohnarbeit kcnnenlernen sollen, nachdem sie die ersten zwei Jahre unter den leichteren Verhältnissen der Jugendalija beendet haben. Die Arbeit in der Moschawa reicht nicht. Die Orangenernteii waren n:e!1t heiried:ge!1cl, die Bauern sparen an allen Ecken und Enden, und die arabische Arbeit nimmt einen großen Raum ein. So arbeiten heute mehr als 40 Menschen außerhalb, und zwar im Süden des Toten Meeres (25), irn Hafen von Tel Awiw (11), in Olianita und am Staehcldrahtzaun (3), als Selionirim in Ljn flasehofet und südlich von Beer Schcwa, bei den Brunnenbuhrungen der Regierung im N'cgew. Schaar Hanegew ist aber mir eine Durchgangsstufe zu Kfar Szold. Dies wächst in einsamer Gegend. Seit einem Jahre lebten dort in scheinbar beschaulicher Ruhe 20 Menseln. 11, Chawerim aus Schaar Hanegew. In drei Viertel Stunden führt sic ein holpriger Sand weg nach Hause. Ejn viereckiger Hof, von Staeheldraiit umzäuiit. In der Mitte zwei Gebäude, von denen das eine eine merkwürdige Form hat. Es gleicht einem Turm, der durch eine Kommandobrücke gekrönt wird. Ein Dach schützt gegen die Sonne, und zwei je zwei Millimeter dicke Eisenplatten mit einer Hol/fiillutig dazwischen gegen etwaige andere störende Eindringlinge. Auf diesem Turm gibt es zwei Lampen: der Scheinwerfer ist groß und für die nähere Umgebung bestimmt: die kleine Lampe neben ihm hat weitere Entfernungen zu überwinden, sie dient zum Signalisieren. Durch ein gutes Fernrohr sieht man rings im Kreise jüdische Siedlungen: Kfar Menachem, Clndda, die Kwuza Naaii, jüdischen Lebens und Besitzes hat einen sehr viel weiteren Inhalt bekommen. Immer weiter werden die Befugnisse der jüdischen Verteidigung, immer verantwortlicher werden die Aufgaben, die ihr gestellt werden. Freilich sind die Möglichkeiten, die der Regierung hier gegeben werden, um ihre eigenen Kräfte zu verstärken, mich keineswegs ausgenutzt. LTie Juden sind bereit, noch mehr Kräfte, und zwar an die gefährdetsten Stellen, her/ugebcii, nicht mir ihre eigenen Siedlungen, sondern auch Wege und Verbindungen zu bcwachen. Mit Recht weist inan in letzter Zeit darauf hin, daß im Norden und im Emek, wo die Kooperation von Engländern und Juden in der Verteidigung der Siedlungen und der Verfolgung der Terroristen sehr weit geht, die Verhältnisse sich gebessert haben, und daß man im Süden zu einer ähnlichen Strategie greifen müsse. Die Verschärfung der Lage in den letzten Wochen wird viel dazu beitragen, der Forderung der Juden nach breiterer Beteiligung im Kampf gegen die Terroristen Nachdruck zu geben. Nicht nur von der Regierung hängt der Ausgang des gegenwärtigen Kampfes ab. Der Jischuw ist aufgerufen, alle Kräfte in den Dienst der Abwehr zu stellen, Der Aufruf nach Freiwilligen zur Stärkung der dörflichen Positionen hat Erfolge gehabt. Jetzt kommt alles darauf an, daß die vermögenden Schichten die nötigen Mittel für Ldcron und Giwath Brenner. Im Osten eine lange Kette von ununterbrochenen Hügeln, die Stufen, die zum Gebirge Judäa hinaufführeii. Von dem Turm hinunter geht es direkt in einen Graben, der zu dem zweiten Gebäude führt, einem einfachen, hellgrau gestrichenen Blockhaus. Bei näherer Betrachtung erweist sich auch dies als von innen und außen durch Eisenplatten geschützt, und zwischen ihnen eine 30 cm dicke Schicht Kies. Als vor mehr als einem Jahre die 20 Chawerim dorthin zogen, wurde zunächst nur das Turmhaus gebaut. An einem Tage war es fertig. Aber es muß recht eng gewesen sein. Das neue Haus mit vier Schlaf- und einem gemeinsamen Eßzimmer ermöglicht wenigstens innen ein fast patriarchalisches Lehen. Tagsüber herrscht dort eine idyllische Ruhe, die nur gelegentlich durch das Radio tmterbrodien wird. Ein Teil der '20 ist nur nachts dort. So reicht den übrigen mittags ein Tisch, um den sie licnnnsbzcn, nicht mehr als sechs bis acht, und eins der beiden Mädchen, die ständig dort sind, teilt die Suppe;ms. Aber die Idylle ist ungewollt. Als die 20 liinausgingen, glaubte keiHT in Schaar I Inucgevv. daß sie so lange allein bleiben wurden. Alle hofften, 11,־iß in verhältnismäßig kurzer Zeit die Aiisiedhmg der ganzen Kwuza vor sich gehen würde. Schon ln in erhielt Schaar 1 l.uicgeW vom KKL. einen Teil des Bodens, annäiierniI I0OD Iiimam. Im Sommer Id!7 ergab eine gcoplivsisdie Enter-ncining, daß AV'asser vorhanden ist, für jeden innen Punkt die eul-dieideude krage. 111 den Tagen des Kongn-wes begann die Bohrung. In Sä in Tiefe fand man Wasser. I )er Jubel war groß, schien (loch die Auskeilung gesichert. Ein a!» sdiiiicr/'idur waren die I iitt.niseliuiigen, die folgten. Die V;!-,sermeiige lieh aus imgekkulen Gründen wesentlich nach, und bis heute weiß man nicht, wieviel der Brunnen geben wird. Aber schlimmer noch — das Wasser ist mit seinen 3 Id 111g (;11 Dm־ für intensive Bodenln vvi rt Schaffung uiir.rmil/bar, 270 111 g wäre die äußerste Grenze, sehr gutes Wa-ser enthält nur 1(1.') Ein mg. Mit diesem Wasser mußte der Boden jedes dritte Jahr extetNjv bewirtschaftet werden. Bis liente ist die Wasser frage ungelöst, die Untersuchungen untl Ueherlegmigen nehmen kein Ende, Aber allmählich schälen sieh neue Perspektiven heraus. Der K. K. L. hat sich bereiterklärt, weitere DD!) Diniam R.nlen zu kaufen. Sollte dies verwirklicht werden, so wird Kfar Ezold mehr als 2500 Dunam umfassen. Das 1-t mehr als bisher irgendein Kibbuz des Südens in der Nähe einer Mo-cliawa erhalten hat. .Aber liier muß man eben bedenken, daß in Anbetracht der Bewässerung*• Schwierigkeiten pro Familie eine größere Bodeneinheit erforderlich ist, als z, B. in dem 7 km entfernt liegenden Giwath Brenner. Es kann noch lange dauern, bis alle diese Pläne verwirklieht werden. Der Boden ist noch nicht vermessen, und das bedeutet immer, daß die Eigentumsverhältnisse nicht restlos klar sind. Inzwischen müssen die 20 Menschen, die dort lehen, weiter allein bleiben, denn der Boden muß wenigstens extensiv bewirtschaftet und bewacht werden. Bisher war es noch ruhig, wie der Streifen südlich von Tel Awiw überhaupt von der letzten Welle der Unruhen verhältnismäßig verschont geblieben ist. Nur ein einziger Angriff ist bisher dort zu verzeichnen, Besuch vou Mili Szold (in der )litte), ganz linhs: Hans Bevth von der Jugcinl-. \li/a AmaUurfoto! der kein Unheil anrichtcfe. Wahr.sclieinlieh ging er von freutden ,Arabern aus, denn die Bezieh urigen zu den Nachbarn sind anscheinend gut. Eines Tages erschien zur Freude aller Miß Szold und besichtigte den Ort, der ihren Namen tragen wird. Mit der unbestechlichen Sachlichkeit, die das hervorragende Kenn- /eichen ihrer Persönlichkeit ist, sali sie alles und verstand, daß dieses wie jedes zionistische Werk seine Zeit brauchen wird. Aber sie sah doch auch ein anderes — trotz aller Schwierigkeiten: Kfar Szold wird. I)r. Adam Simonson (Gedera) den Kampf zur Vertilgung stellen. Die Kampagne, die zu diesem Zweck unter dem Namen ״Kofer llajischuw״ begonnen hat, ist über die Vorstadien der ersten Organisation hinaus. Jetzt wendet man sieh in öffentlichen Versammlungen an das große Publikum, um seine Hilfsbereitschaft;tufzurufen. Diese Kampagne• hat auch einen aufklärenden Einfluß. Sie bringt die Masse in den Städten, die relativ wenig darüber weiß, was im ein/einen draußen vergeht, in näheren Kontakt mit der Wacht, die in den Siedlungen not tut, und so verschieden ist von den beleuchteten, von friedlichem Leben erfüllten Straßen der Städte. Man lernt mehr und mehr darüber, wie aktiv die Verteidigung der Juden ist, wie lebcnswichtig es für jeden Fin/elnen ist, daß die Siedler in ihrem schweren Kampf draußen alle nütigeii Hilfsmittel erhalten; daß (Jehl da ist, um neue Menschen liinauszuschickeu, um Verbindungswege zu bauen, tun die Nächte durch Scheinwerter zu erhellen, um exponierte Punkte mit schützenden Mauern und Gittern zu versehen. Es schwindet das Gefühl, das in Unkenntnis der wahren Verhältnisse in letzter Zeit soviel Unheil anriclitetc: daß nämlich die Juden selbst kaum etwas tun könnten, um die Angriffe abzuschlagen, Und diese Haltung der allgemeinen Beihilfe und Bereitschaft ist notwendig für den Jischuw, um die nächsten entscheidenden ■Monate zu überwinden.