Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1938-08-30 · Heft 69 (30.8.1938) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 69 (30.8.1938)
Date
1938-08-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2653549-2653607--32596-2684331
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Nr. 69, 30. VIH. 1938 JOOISCHE RUNDSCHAU Seite 3 Joseph Budko Zum 50. Geburtstag am 28. August 1938 Vor 28 Jahren lernte ich bei Hermann Struck einen jungen Menschen kennen, der gerade aus Wilna angekommen war. Er hatte dort die Kunstschule besucht und wollte sich in Berlin kunstgewerblich weiter ausbilden. Neben der Erwerbsarbeit bei der damals berühmten Firma G'adenbeek, wo er das Ziselicrhandwerk ausübte, besuchte er in der Unterrichtsanstait des Kunstgewerbemuseums die Fachklasse für Metallzeichnen und Metallarbeitern Dem damals 22jährigen Joseph Budko wurde Berlin zum großen künstlerischen Erlebnis. Mit wachen Augen nahm der schüchterne Jüngling all das Neue in sich auf und fand vor allein in der künst- Krischen Umgebung seines Förderers Hermann Struck Anregungen, die ihn schließlieh dazu bestimmten, sich ganz der graphischen Kunst zuzuwenden. Der Uebergang von der handwerklich gebundenen Tätigkeit zu einem auf künstlerisch gestaltender Phantasie basierenden Schaffen vollzog sich nicht ohne Schwierigkeiten. Die in der Technik anerzogene Sorgfalt und Gründlichkeit führte ihn zunächst zu mühevoller und übertriebener Sachlichkeit, Aber gerade dieser Entwicklung aus dem Handwerklichen her verdankt Budko seine tiefe und sichere Kenntnis alles Technischen. Und wenn wir heute, anläßlich des äüiährigcri Geburtstages von Joseph Budko, sein bisheriges Werk an uns vorüberziehen lassen, so können wir den Künstler zu dem mühevollen Beginnen seiner Laufbahn mir beglückwünschen, da ihn eine tiefe Kenntnis des Kunst h a n d w e r k e s dazu he* fähigt hat, einer unserer gediegensten Graphiker zu werden. Wir verdanken Budko eine Erneuerung und besondere Riehtunggebung jüdischer Kunst. Erst er hat eine moderne jüdische Buchillustration geschaffen. Da er sich an die literarische Form eng anschließt und einen besonderen Kontakt zwischen altem Geist und neuer Gesinnung und modernem Kunstempfinden findet, schafft er etwas Heues. Er ist der Mittler zwischen einer absterbenden und die Tradition mit sich begrabenden und einer neuen, zukunftweisenden, aber in sich noch unsicheren Generation. Für mich und sicherlich für viele andere sind heute noch einige kleine Blättchen in Radierung und Holzschnitt die eindruckvollsten und bedeutendsten Leistungen aus der großen Hille der Budkoschen Arbeiten. Da sind 7. B. die Illustrationen zur Peßachhagada, wo zum ersten Male die alten hebräischen Buchstaben neu entwickelt werden und die szenischen Darstellungen eine svmbolhafte Deutung erhalten. Schriftleisten und Schriftbänder erscheinen mit einer zwar alten, aber doch völlig modern wirkenden Ornamentik. Diese symbolischen Formen, die inzwischen zu einer Art Gemeingut des jüdischen Buchschmuckes geworden sind, erfahren noch eine Steigerung in dem Radierungszyklus in Schabkunst zu den jüdischen Festtagen und in den 19 Blättern zu Bialiks Gedichten. Als Meisterleistungen des Holzschnittes haben 7 Illustrationen zu einer chassidischcn Legende und die rein dekorativen Titelseiten zu einer Ausgäbe der Psalmen zu gelten. Besonders zu erwähnen sind hier die Budkoschen Exlibris. Das Trostblattchen ״Jeremias tröstet Mutter Rahel!“ ist ein Liniensclinitt nach bester Tradition. Dann wächst diese Kunst von kleinen, eindrucksvollen und in ihrer Charakteristik bis zum Aeußersten konzentrierten Köpfchen alter Judentypen bis zu großen Blättern, in denen die Formen in Flächen gegliedert sind. Von minutiösen, in all ihren Feinheiten ausgewerteten Radierungen führt der Weg zu den großen Holzschnitten, wo wiederum ein Blatt unter vielen durch Kraft und Eindringlichkeit zu gewaltigem Erlebnis wird. ״Ein Mensch wie ich, flieht nicht.“ steht über den beiden Köpfen des alten und jungen Juden. Es ist zugleich das Dokument des jungen Juden Budko, dessen Weg von Plonsk aus führte, vom alten zum neuen Judentum. Aber damit wäre doch nur eine Seite seines künstlerischen Schaffens gekennzeichnet. Vom Kimsthandwerk zur freien Kunst war der erste schwere Schritt. Er beginnt dort, wozu ihn sein technisches Können zunächst bestimmt: vom Metallziselieren zur Radierung. Erst als er sich hier frei entwickelt hat und sicher fühlt, geht er zum Holzschnitt über. Eine weitere Etappe bedeutet sodann seine Betätigung in der Malerei, in der der Künstler vor ungefähr 12 Jahren begonnen hat. Die ersten Gemälde sind noch schwer in der Farbe, in Das Mädchen Judith Von Ilse Blumenthal-Weiß Man sollte Begebenheiten der Kindheit nicht geringschätzen. Man soll nicht glauben, daß Erinnerungen weggeworfen werden können wie tote Gegenstände auf einen Kehrichthaufen. Es bedarf nicht der Erkenntnis der modernen Psychologie, um sich zu vergewissern, daß Vergangenheit zu Allgegenwärtigem werden kann. Und wer das Leben des Mädchens Judith von frühen Jahren her bis zu ihrem 26, Geburtstagc ein wenig begleiten durfte, wird ahnen, wie schicksalhaft in diesem Dasein Gewesenheiten sich verdichteten. War nicht alles, was sie tat und lebte, im Grunde genommen nur die Fortsetzung ihrer frühen Erfahrungen? Und war denn der letzte Tag vor ihrer Ausreise etwas anderes als die Folge einer Einsicht, die sie ganz jung, vor vielen, vielen Jahren einmal, aus dem Wechsel von Gesprächen und Gesten empfangen hatte? Zehn Jahre war Judith, als sie an einem warmen, lichten Sommertage in den Anlagen des Kurparkes von F. in Begleitung von Erwachsenen spazierenging. Die Kapelle spielte Tanzvvciscn und Opernmelodien, indessen die Gewichtslosigkeit von Fragen und Antworten, Gesprächsfetzen und Begriißiingsforntelii, im V'orübergehen Judiths Ohr trafen. Bekannte Menschen nickten sich zu, blieben stehen und trennten sich wieder. Eine Dame, die in dem gleichen Hotel wie Judith wohnte, schritt absichtslos für einige Minuten hinter dem Kinde her. Judith hörte sie sprechen, vernahm den Akzent der Ausländerin, die einer unbekannten Zuhörerin dieses und jenes zu erzählen hatte. Während die Augen des Kindes mechanisch an den Gestalten der Vorübergehenden entlangglitten, ohne bewußt zu sehen oder zu erkennen, lauschte das Ohr in eigentümlichem Gebanntsein Worten, deren Sinn sich dem jungen Gemüt alle Zeiten einprägte. ״Ja, in Odessa war es ... ich war noch sehr jung damals ... wir flüchteten damals auch ... in wenigen Tagen war die Stadt leer von Juden.“ Judith trat aus der Reihe der sorglos Wandelnden. Ihre Augen sahen plötzlich nichts mehr von Sonne und Licht. Ihre ihnen lebt noch zu sehr der Graphiker, der in Strichen und Linien sieht. Es dauert einige Zeit, bis er die Freiheit des Pinsels gewinnt und er ihm leicht in der Hand liegt. Aber nach kaum einem Jahr sind die technischen Schwierigkeiten überwunden und es entsteht in schneller Folge Bild auf Bild: Blumenstücke, Stilleben und Landschaften. Wir lernen plötzlieh einen ganz neuen Budko kennen, dessen Palette sich bei dem Studium der Natur lockert und aufhellt und dessen Farbe immer leichter und flüssiger wird. Nach diesen Vor- Studien kehrt er zu seiner ursprünglichen Welt, den jüdischen Themen, zurück. Der jüdische Graphiker Budko wird nunmehr auch zum jüdischen Maler. Er malt die jüdische Atmo- Sphäre, das jüdische Schicksal. Wie in seinen Graphiken wird er auch in seinen das jüdische Alltagsleben wiedergebenden, so einfach und selbstverständlich wirkenden Gemälden zum Symboliken Und gerade weil er nicht schildert und erzählt, sondern diese Menschen seines Blutes, seines Geistes und seiner Welt darstellt, ganz so wie sie leben, wie er sie erlebt hat, so ist diese Kunst als wahrer Kunstausdruck eines Juden besonders zu werten. Budko ist einer der Pioniere unserer jüdischen Kunst. Der Weg von Plonsk nach Jerusalem ist schicksalhaft für ihn. Auch noch in einer anderen Beziehung. Aus dem kleiner! und zaghaften Abkömmling aus dem Judenstädtl wurde der Lehrer unserer jungen Generation an der ersten Kunstschule in Palästina. Budko ist der Begründer und Leiter des seit einigen lahren bestehenden ״N e u en Bezalel“, der Schule, da unsere Kunstjünger in der strengen Lehre der Kunst erzogen werden sollen. Wohl kein besserer Lehrmeister konnte hierfür geftinden werden. Den 11 hier, wo es gilt, der Kunst einen neuer! Nährboden zu schaffen und aut ihm eine neue jüdische Kunst zur Blüte zu bringen, bedurfte es eines Mannes’, der einen so strengen, aber auch so erfolgreichen Lehrgang durchgemacht hat wie Joseph Buuko. Der ״Neue Bezalel" will eine Musterschule werden, die dem Lande durch Ausbildung einer tüchtigen jungen Generation zum Segen gereicht. Das neue, werdende Palästina erwartet von Budko noch viel. Sein vielseitiges Können und seine Einsicht sind uns Gewähr dafür, daß der Jubilar, dem wir unsere Glückwünsche entbieten, uns noch viel wird zu geben haben, was seinen Namen immer tiefer in die Tafeln der jüdischen Kunst ein• graben wird. Dr. Karl Schwarz (TelAwiw). Ussischkin Zu tlssischkins 75. Geburtstage (1. Eiul, vgl. ,,Jüdische Rundschau“ Nr. 65) wurde in Palästina ein Manifest veröffentlicht, das von der Exekutive und dem Ward Lcumi, vorn Oberrahbinat, dem Hauptbüro des Keren Kajemeth und des Keren Hajeßod, sowie allen großen Organisationen Palästinas, den Zentralbüros aller /ionistishen Parteien und der Jugend-Organisationen unterschrieben ist. In den! Aufruf heißt es: ״Die 75 Jahre seines Lebens sind der stärkste Ausdruck zionistischer Verwirklichung in Erez jisrae! und zionistischer Arbeit in der Gola in all ihren Formen. Stets stand er zu seiner Meinung, und bis ins Alter wuchs seine schöpfe• rische Kraft und siegte auf den verantwortlichster! zionistisehen Posten, ununterbrochen und unerschrocken vor Kr sen und Hindernissen. Die inneren Erschütterungen, die die Bewegung durchzumachen hatte, die Angriffe gegen das Werk von außen machten seine Energie nicht erlahmen und ließen ihn nicht von seinem Platze weichen. Im (leyentml, sie schienen seine Willens- und Tatkraft im Kampfe für die Erfüllung des Zionismus nur zu stählen, im Kampfe für die vollständige Erlösung unseres Volkes, unseres Landes und unserer Sprache, in weit umfassender Arbeit für die Erlösung und Besiedlung des Bodens, für eine reiche hebräische Kultur, für hingebendes Pioniertum. ln dieser ganzen langen Epoche erschien die Persönlichkeit von Menachein Dssischkin wie ein Symbol nationalen Heldentums, eine überragende Persönlichkeit, die ihre ganze Umgebung mit ihrem starken Geiste beeinflußte.'• Zum Schluß gibt der Aufruf der Ueberzeugung Ausdruck, daß Ussischkins Jubiläum ein begeistertes Echo in allen jüdischen Kreisen finden wird und die Verehrung für diesen Mann für alle ein Ansporn zur Weiterarbeit im Dienste der zionistischen Sache sein wird. Wie uns aus Chile geschrieben wird, veröffentlicht die dortige in spanischer Sprache erscheinende jüdische Zeitung ״Mundo Judio“ in Santiago am 11. August einen längeren Artikel, der der ,,Jüdischen Rundschau“ gewidmet ist. Ir! diesem Artikel wird auf die fünfjährige Tätigkeit von Heinz Gotthilf als Korrespondent der ״J. R.“ i!1 Chile hmgewiesen und hervorgehoben, welche guten Dienste seine Arheit der Information über die jüd'schen und allgemeinen Verhältnisse in Chile geleistet hat. Bei dieser Gelegenheit wird u. a. betont, daß durch die ״Jüdische Rundschau" d ese Informationen einem großen jüdischen Publikum in allen Ländern zugänglich geworden sind. Ohren waren taub für Musik und Lachen und Zurufe. Sie stand wie bewußtlos. Ihre Hände hingen ohne Bewegung an dem etwas zu schmalen Kinderkörper. Sie schien zu träumen, zu schlafen, oder vielleicht — grenzenlos zu erwachen. Als das Kind dann aus den Sonimerferien heinikehrte, begann es seine ersten Verse niederzusrhreiben. Und einem Gedicht gab es die Ueberschrift ״Die Juden“. Es gab Menschen, die von dem Mädchen Judith meinten, sie wäre weit über ihre Jahre reif und verständig. Es gab Menschen, die dem Blick des Kindes auswichen, weil er zu wissen schien von dem, was man so gern, so überaus vergessen wollte und vergessen hatte. Diese Augen mahnten und riefen und suchten. Diese Augen waren sehnsüchtig wie die Blicke der Liebenden und dunkel wie die Schatten der Jahrtausende, die diesem Kinde der Inhalt des Lebens zu sein schienen. Judith galt in der Schule für fleißig und sehr begabt. Die Lehrer schätzten sie. Die Mitschülerinnen schlossen sich ihr freundschaftlich an. Sie gehörte zu ihnen. Aber im Grunde, das fühlte sie dennoch, war sie doch nur die Fremde, die andere, eine, deren leidenschaftliches Herz nicht zur Ruhe kommen konnte. Judith war nicht fromm. Ja, cs konnte sogar geschehen, daß nur der Zwang der Eltern sic bewog, an den hohen Festtagen in den Tempel zu gehen. Sie hörte die Orgel spielen, sie sah das Gewühl von Menschen, die kamen und gingen, aufstanden und sich neigten. Sie vernahm Gebete und die eindringliche Stimme einer hohen Gestalt, die von der Kanzel herab die Gemeinschaft rief. Aber Judith fand sich in solcher Ocffentlichkeit nicht zureent. Zugehörig und fremd zugleich betrachtete sie die Menschen um sich herum. Und hatte das Gefühl, die einzig Hungrige zu sein unter lauter Gesättigten. Sie sehnte sich fort, aber ihre Sehnsucht hatte kein endliches Ziel. Sie grub aus alten Schriften Daten und Geschehnisse heraus und schmückte sie mit der heißen Kraft ihrer Phantasie. Aber die Sehnsucht blieb. Und es blieb auch der geheimnisvolle Glanz ihrer Augen, die zu Zeiten über- Zuströmen schienen von der Fülle der Bilder und Gesichte. Judith wuchs heran, wurde größer, wurde schöner, begegnete Menschen und Ländern. Sic ging jetzt regelmäßiger zu Hollands Juden unter den Ommern Zum 40'jahrigen Rcgierungsjubiläuia de* Königin Wilhelmina Königin Wilhelmina der Niederlande blickt auf eine vierzigjährige Regierungsperiode zurück. Auch die Juden Hollands nehmen Anteil an diesem Fest, Königin Wilhelmina, die im Jahre 18öS zur Regierung kam, hat an der Tradition des Hauses Oranien festgehalten und während ihrer langen Regierungszcit viele Beweise ihrer positiven Stellung zur jüdischen Bevölkerung Hollands gegeben. Unter den Beratern der Königin, die insbesondere im Raad van State vereinigt sind, befanden sich meist ein oder zwo! Juden. Noch 1924 wohnte sie zusammen mit ihrem Gemahl Prinz Hendrik und der Kronprinzessin Juiiana dem Gottesdienst in der Großen Synagoge in Amsterdam bei. Auch für jüdische Wohlfahrtseinrichtungen, wie ״De Joodsche Invalide“, bckuiidete sie vielfach Interesse durch persönliche Besuche und ansehnliche Spenden. Es ist nur natürlich, daß unter diesen Umstanden die Juden Hollands von jeher nicht nur pflichtgemäß die Königin als Staatsoberhaupt respektieren, sondern ihr besondere Sympafhie entgegenbringen. Das zeigte sich bei vielen Gelegenheiten. Auch an dem Regierungsjubilaum nimmt die jüdische Bevölkerung des Landes aktiven Anteil und insbesondere in der Hauptstadt Amsterdam wird auch das J 11 d e 11 v i e r t e 1 um den J. D. .Meyerplein herum seine besondere Aus- Schmückung erhalten. In den Synagogen werden Festgottesdienste abgehaltcn. Dr. Rudolf 1. e v y, Den Haag ׳ Zionismus in Ungarn Von unserem Berichterstatter R u (I ,1 p e s t, 20, August Dr. Friedrich Fried, der langjährige ge-elu! ft-führende Präsident des Ungarischen Zioni-tem crbamles, und sriiic I rau, eine der Schöpfer.nucii der ungarischen \V!/״-Bcwcg1:!n׳, wandern nach Palästina aus. Audic-vn Anlaß 1! 11:;'-׳!וי. י tue der Verband einen Ab-׳ luedsakt, sowie c;!1 I cstcs-cii, an dem mehr als 200 Peixmcn teil nahmen. [ ):1• Rciitur würdigten die Verdienste, die* sich das Ehepaar vorerst um 1 l!e < >rgamsation der Jugend, daun um de Belebung ihr / <>11 1-tgehen Arbeit in Budapest erworben haben. - Mit da! Agcink!1 der Geschäftsführung wurde vom Landeskomitee I >r. iheodor L antos betraut. In der verflossenen Woche hielt die iingan-elie :tilgem eine z 1 o n i s t i s c h e J u g e n d ihte 1 andc -konferenz ah, an der auch die Provinz durch zahlreiche I >e!cgu rte vertreten war. Die Konferenz wilde durch einen fe-tgottesdienst cingclcitet, hei dem Rabbiner Dr, (>. S / a b ״ über die zentrale Bedeutung Erez JIsraels in der jüdischen Geschichte und Religion sprach. Zum Vorsitzenden wurde wieder Akusius Epstein gewählt. Einer der Begründer der ungarischen zionistischen Bewegung, einer ihrer ersten Vorsitzenden und mehr Dir her Deiegierter hei den Kongressen, Dr. Bela Oesterreicher, Honorar-Oberfiskal des Komitates Moson, ist in Budapest im 76. Lebensjahre gestorben. Bei seinem Begräbnis würdigte R.-A. Dr. Leop. Ostern die mehr als vier Jaht'rdlimd umfassende zionistische Tätigkeit Dr. Ocstgrreichcrs. Die Palästina-Konferenz des Keren Hajessod Wie bereits gemeldet, findet in dieser Woche in Autwerpen eine große mtertcrr.torale Palastina-Konterenz statt, die vom Jerusa'crner Hauptbüro dc׳s Keren Haleboi.1 einberufen worden ist. I) e Konferenz w 1 r d;1 m ל o n 11 a b e!1 d, dem 3. Septem b e r, 1 m B e 1!1 Zion er״ i f n e t. Es wurde beschlossen, die Tagung, d e auf etwa v.nc Woche berechnet ist. zu einer reinen A r h e i t י t .1 g u 11 g zu machen und von öffentlichen Kundgebungen abzusclnu. Auf der Tagung sollen alle Fragen der I ,akistin.'i-Pi ״n.ngs mbi besprechen werden. Es werden Referate über dm p d li-ehc! ׳!׳.re und insbesondere aber die Budgctirage gehalten werden,!■'er Präsident der Jcw'sh Agency. I'r, Wn/m a 11!1, « ni de״ Meldungen zufolge an der F׳׳ß!tf!1U111m-;t/ung urhwlümm. Außer den Möglicher!! dei);rekte!׳,umde- Kenn. I laifboä wird auch der Finan/reteren! der paia-tuia-F v. kut.ve, L.m -er Kaplan, anwesend sein, der aber de 1 :nanzbcdui i'r:.--c der Exekutive und des Keren Hajeßod berichten wird. Auallen Ländern, in denen für den Keren Hajeßod g11.׳rhe't1.׳ wird, sind bereits Delegationen angenuddet. ־wr~T1111Mrf»1nww^wT—1—wiwriiu 1 ■mit * den Gottesdiensten. Sic knüpfte oft G,. spräche;in. ■ '•-Ute Fragen an Menschen. Aber cs erwies sich, ׳biß alle Versuche der Seele irgendwie ins Leere mundeten. Sn■ trug eine last, eine Verantwortung. Aber sie war nicht ini-'arik׳, -ich darüber Rechenschaft zu geben. Es schien, daß sie ein Outsider war, einer, der seinen eigenen Wog gehen mußt׳■- Und doch wollte sie sich das nicht eingestehen, wollte es!1 teilt wit;>:!!, Ach, sie glaubte noch immer, daß es ihr eines Tages doch noch gelingen würde, sich einzuordnen in die Schab'one des Daseins. Wie imihte sie sich damals! Aber wie machte diese Mühe ihr Leben nur noch schwerer und gleichzeitig auch beladener. Das Einzige, was sie zu erleichtern schien, waren die Verse, die sie noch immer auf kleinen, losen Blättern niederzuschreiben pflegte, und manchmal ein paar Tranen vor dem Einschlafen, die sie leise hinüberwiegten aus Wachsein in T raum. Mit 16 Jahren etwa hatte Judith Bücher gefunden, die ihr eine Hilfe, ein Wegweiser schienen, sie las damals oft bis in die frühen Morgenstunden. Sie lernte Bücher fast auswendig, so oft wiederholte sie die Schrift/eicben mit den Augen. Sie trat einer Gemeinschaft hei, von der sie glaubte, daß sie die Verwirklichung ihrer [deale als Programm aufgestellt hatte. lind sie besuchte Versammlungen. Auf einer dieser Versammlungen begegnete sie einem jungen Manne, dessen leidenschaftliche, aber zugleich sichere Art sie eigentümlich fesselte. Die ungestüme Art schlummernder Feuer, die Glut jugendlicher Ideen trieb sie /iisarmru'n, als wären diese beiden Menschen von je und je füreinander bestimmt gewesen. Sie machten lange Wanderungen in die Umgehung der Stadt. Sie trafen sich in den spärlichen Geborgenheiten von Konditoreien. Sie begegneten sich an manchen Abenden, da der beginnende Frühling alle Worte und Diskussionen auslöschte mit der Betörung der Dämmerung, die noch immer der Liebe süßester Gefährte ist. Sie machten Pläne. Die Zukunft bereitete sich vor ihnen aus wie das Paradies. Und mitten aus dem Taumel ihrer Herzen brach, wie ein Denkmal aus Ewigkeiten her, der Foto: Herhcrl Sonncnfeld

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.