Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 68 (26.8.1938)
- Date
- 1938-08-26
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 JOCISCHE RUNDSCHAU Nr. 68, 26. Vl!1.1938 Mittelstands - Siedler in Erez Jisrael - Der Elektrizitätspreis und wie ihnen die ״Deutsche Abteilung" der Jewish Agency hilft I. Audi der beste Kenner des halben Jahrhunderts zeitgenüssischer jüdischer Bemühungen zur Kolonisierung Palastinas wird nicht leugnen, daß der Ali ja aus Deutschlind neben dem -larhen Auftrieb, den sie unseren Kibbuzim brachte, und abgesehen von ihrem ״städtischen Teil“ die nt i 11 e 1 s t a 11 d 1 ג c h e Ansicdlungsfor m starker das Gepräge gab als noch jeder vorherigen Einwanderungswelle. Das ist, bedenkt man die früheren Lebensumstande dieser Einwanderer, gewiß kein VCunder. Kein Weg zu landwirtschaftlieher Verwurzelung eignete sich besser als der unserer modernen mittolstäiidisdien Kolonisation für Menschen, die zumeist mit einem gewissen, und manchmal nicht einmal ganz unbeträchtlichen Ergenkapital, und stets mit dem Wunsch ins Land kamen und aufs Land gingen, den Boden nicht nach rückständiger Urväterweise, sondern mit den sozusagen wissenscbaftlidis'.en, intensivsten Methoden zu bewirtschaften. Aber freilich wurde diese doppelte Voraussetzung: die Bereitschaft, Eigaikapital eiii/nscl/eii, und der Wunsch, ihm die zweckvollste, rentabelste Verwertung zu geben — zum Ausgangspunkt fachlidi-ki'kmisa.oiisclier. agrarwirtschaftlicher und (last not least) geldlicher 1 ragen und Sorgen, wie sie unser Aufbauwerk bis dahin Kanal gekannt halte. Ifin/ntrat die Schwierigkeil, westindische Städter, Menvclieti, die das vierte Lebensjahr/ilmt zudem oft -eiioii erreicht hatten, beruflich uinzuschichii 11. Vom w! itcieil, dem w (.׳;leicht delikatesten Problem ihrer -*■!.,;will■:! Einordnung ganz zu schweigen... Veiler sc, im engen Palimeri dieser Bemerkungen dar- CCsteilt, w eiche f 1 e :1 11 e 1 t c!1 die mittelst;• rr d i s c h e Kolonisation, 1 ״n der hier die Re.le ist, nach deJl von ihr bevor/ngti a rr/eugnngssoitc-ii, nach Boden Verwertung, Abs.it/w 1־rb:1ng, Tran.'poi tregchmig, Marktversorgung bisher ent',י, :ekelte, noch kann gar der Versuch gemacht werden, ihren heutigen S t a 11 el i in A u f b a 11 w e r k auch nur einigerniril'ni erschöpfend /!! slu//1e,en. Liest der Laie in dem Bericht der ״I!!׳,׳!,hdnth ( Hcj (i.-rnunia", es handele sieh bei dem Siedlung.p i!!e-er Ko'onr-rin.ui ,.meist tun privatwirt- Siliaftlich geführte, straff oigariisierte, weitestgeherul spezialisicrte Betiiehie auf BoJenll.'iciien /.wischen כ bis 2t) Dunam“; er w,rd wenig damit ,1׳!:zulangen wissen. Ebensowenig verntittel! die bloße Aufzahlung der wichtigsten mittel ständischen Siedlungen von Juden au•• 1 )cutsrhinml b/w. der Orte, die Siedler s״!r!n׳r Art vor allem atifnahmen, ein zureichendes Bild von dem Au .null lijigehemU‘[־ Ai beit, die vahrenu des ersten Jahrfuufis, seit 19 3 3, an diese Koionisatioiistorm gewandt wurde, und \<m ihrer In inigeii Bedeutung für den J isclurw und die f ortentw k klung des jinlisclien Palästina*). Kirjath B i;11 i k in 11 er 11,1; tu - Bucht; (ian llaschomron, die er.-te pi i\atw irtscirat tik’he Siedlung von Juden aus I )eutsdilaml auf privatem Boden; Klar J e d i d j a, die Akademiker - Siedlung im Süden des Lmek Chef er; Naharia, das i;n Korden des Landes nach den bekannten Ideen l)r. Soskins, des langjährigen Kampfers für intensive Gartenbaukultur, errichtet wurde und heute die größte Mittcistandsiedluii;; von Juden aus Deutschland im Lande ist; Schawe /.io n, das im Süden N'aharias kürzlich von den aus denn .süddeutschen Rexingen in enger Geirieinschaft emigricTteri Olim gescliaffen worden ist; Ramot Mascha wim, das die Versorgung der Städte des Jisehuw mit I: ern und Geflügel niaßgc! e ul beeinflußt; KfarSclimarj 11 נ u bei I Icrzlia, ein besonders gelungenes Beispiel gemischtwirtschaftlicher Siedlung* Torm (Hühnerzucht, Milch- Wirtschaft, Gemüsebau und /itruspilanzimgen) -- alles Namen, die aus dem .Aufbauwerk in Erez Jisrael nicht mehr fortzudenken sind! Nach statistischen Erhebungen der Jewish Agency, die Schawe Zion allerdings noch nicht miterfaßten, lebten in den!ihrigen, soeben genannten fünf Siedlungen 723 Menschen, etwa 2Vl Fambwu ::eigen Ende des Vorjahrs auf 4 133 Dunam von lau.lwirt-ehaf'licher Betätigung; es war das Ungefähr die nie I lallte aller, bis cinschiießlieh!<)'37 im Land scBhaft gewordener 1nüte;st.indischer Koloiiisien aus Deutsch-!and. Die zweite Hälfte siedelt auf Nntionalforidsbödcn in Beer-Ttivia. auf l’ie «-Böden in Pnrdv.s-Chana, ßenjamina, J avneel, (ie.lera; sic finden sielt in Ein Veml am Westabhang des Gebirge* Ihmm, in REchpon, eins dem Ring jüdischer Siedltipgen um l!c!/l::1, an der Scharon-K'ude, ein neues Glied 11 iimifiigto. in Kiar Maimonia (Kfar svrkin) hei Pet.ich Tikwa, in Kfar JHioscbnn. Merchavia, Kfar Ihnes ■ und weiter, kreuz und quer durch da* ganze blühende Land, überall, wo es galt, ältere, te;B schon >׳. it 1 tnge׳u bestehende (>:־tc durch Gruppen neuer Sudler ״stif/nhillen'h oder wo sich zur Ansetzung Lin/tlner ans dem und jenem Grunde Gelegenheit bot. II. ״Die radikale Veränderung der I.ebensverlultnisse, die für die meisten 1 in« anderer aus Drutsehlaiul mit ihrer lieber- Siedlung nach 1׳dasima verbumien war, ließ in einer großen Zahl von ihnen w.11־ W;1:1*111 heran; eiten, die Stadt /וו verlassen und sich al« selbst In.lige l.amlw i!־t e in den Siedlungen nieder- 7511 rissen. Mellte: e I atmend Personen wandten •sich um Beratung an d /.eiiiralburo.“ Mit diesen zuriiel,haltenden Worten leitete, nach zweijbli rigem Be-tand, <1 i e J e r!1 s a! e nt er Abteilung des 7״. e 11 t r a I b 11 r o s i 11 r d i e A n i e d 1 11 n g deutscher I 11 d e n i n P a I a .1 11 יt a“ im Bericht, den das Büro dem Luzerner zioni-tisdmn Kongreß im Juli 1935 verlegte, die narstelluiig seiner Bemiihtmgen und Erfolge auf dein Gebiete landwirtschaftlicher Kolonisation ein. Wieder zwei Jahre danach sprach die Jerusalemer Abteilung des Zentralbüros — sie wird in Palästina gemeinhin bekanntlich kurz als ,.Deutsche Abteilung“ der lewish Agency bezeichnet — in ihrem Bericht an den NX, Zionistenkongreß, der voriges Jahr ln Zürich stattfand, von der bekannten, halböffentlichen ,,Das sco“ als der Gesellschaft, die ״die gesamte mittelständische Siedlnngsfätigkeit unter den deutschen Juden unter den Auspizien des Central Bureau durchführen“ soll und berichtete 011er die eigene, direkte landwirtschaftliche Kolanisierungsarbeit: ״sie erstreckte sich auf zwei Gebiete: Ausbau beste h cndcrMittclstandssi cd I ungen und U n t e r - Stützung von neuen Einzels iedfern; ferner die Andedlting von cl1a'uzi«chon Einwanderern innerhalb der bestehenden Arbeitersiedlungen.“ Man muß dazu wissen, daß die ״Deutsche Abteilung“ aus ihren Geldmitteln 10 000'Pfund der ״Rassco“ zur Verfügung gestellt hat und weitere LP 10 000 folgen 711 lassen sieh verpflichtete; ebenso, wie sie in der Arbeitersiedlungs-Gesellschaft ״Nir“ und in einer Wasserfesellschaft, die sic zur Anlage von Brunnen usv, in den icdlungen von Juden ans Deutschland und in Orten mit Siedlergruppen dieser Alija gegründet hatte, der ״Palestine Water Stinply Co.“, weitere 10 000 Pfund investierte. Der dem Züricher Kongreß erstattete Bericht nannte als den Gesamtbetrag der Gelder, die das Jerusalemer Zentralbüro bis Mitte des Vorjahres für Zwecke der mitieMändisehen Kolonisation verfügbar gemacht hatte, eine Summe von 60 000 Pfimd; dabei wurde die Einlage in die ״Rassen“ und wohl auch ein au- *) In unserer Artikelserie ״Juden aus Deutschland siedeln“ wurden mehrere dieser Punkte geschildert. — Red. Aus dem Bericht der Jerusalemer Elektrizitätsgesellschaft für dasjglahr 1037—38 geht hervor, daß seit der letzten PreissenkungWhr Elektrizität in Jerusalem der Verbrauch um mehr als ein Viertel gestigen ist. Auch der Gewinn stieg trotz der niedrigeren Preise. Die Gesellschaft bereitet eine weitere Preissenkung vor, obgleich eine weitere Vermehrung des Verbrauchs sie zu großen Neilinvestitionen nötigen wird. Auch für die Ruthenberg-Gesellschatt, die das ganze übrige Land mit Elektrizität versorgt, wäre es richtig, eine weitere Preissenkung zu erwägen. Die Dividende, die die Ruthenberg- Gesellschaft auszahlt, beträgt 71/* ״>. Außerdem zahlt sie fast 3 00׳ für Steuern Ln England (sie ist eine englische Gesellschaft). Elektrizität wird in vielen Ländern von der Regierung bewirtschaftet und so scheint es berechtigt, nachzuprüfen, ob die Elektrizität Ln Palästina in Einklang mit den Interessen des Landes bewirtschaftet wird. Es scheint nach den Ziffern, die der Rechenschaftsbericht der Gesellschaft enthält, wohl möglich zu sein, den Preis für Elektrizität weiter zu senken. Früher mag vielleicht kein Interesse an Maßnahmen bestanden haben, die den Verbrauch an Elektrizität vermehrt und die Gesellschaft zu neuen Investitionen gezwungen hätten. Jetzt aber, nach Errichtung des Reading-wcrkes, kann die Gesellschaft auch einem vergrößerten Bedarf ohne neue Investitionen nachkommen. Die Dividenden, der Gesellschaft aber sind so hoch, daß sie ohne weiteres die Möglichkeit hat, das Risiko einer Preisverringcruiig citmigehen. Es ist zudem anzunclunen, daß auch hier die Verringerung des Preises durch zunehmenden Verbrauch zum mindesten ausgeglichen werden wird. Selbst wenn diese Erwartung sich nicht erfüllen sollte, so wäre der Verlust durch Senkung der Dividende auf 5 «/* ausziiglcichen, wasfür ein englisches Papier kein niedriger Zinsfuß ist. Freilich würde die dadurch eingesparte Summe keine erhebliche Senkung des Preises für den Strom bringen, wenn alle Verbraucher gleichmäßig daran beteiligt werden würden; sie wurde aber genügen zu einer erheblichen Ver- Billigung des Strompreises für die Wasserversorgung der Pflanzungen, wenn diese allein in Beriicksichtigting ihrer schwierigen Lage die Nutznießer der Preis- Senkung werden würden. Eine weitere erhebliche Einsparung zugunsten des Verbrauchers ließe sich erzielen, wenn die Gesellschaft ihren Sitz von England nach Palästina verlegen würde. Es ist nidit einzusehen, welchen Vorteil es bringt, daß diese allein in Palästina arbeitende Gesellschaft ihren Sitz in London hat und auf Kosten der palästinensischen Wirtschaft im Jahre A 6')(HK) Einkommensteuer in England zahlte. Wenn sich die (fesellschaft zu einem solchen Schritt entschließen würde, so könnte sie, ohne an die Dividende zu rühren, dort Strompreis durchschnittlich um 18 0״ verringern. gemessener Teil der LP 20 000 berücksichtigt, die als das Grundkapital der ״Palestine Water Supply Co.“ und als zusätzliehe Betriebsmittel der ״Mir“ ebenso für die mittelständische, wie für die chaluzische Kolonisation von Menschen der fünften, ״Deutschen Alija“ eingesetzt worden sind. Die verschiedenen, in England, Amerika und auch in Deutschland selbst für die Ansiedlung von Juden aus Deutsch-!and wirkenden Spendenorganisationen stellten, mit dem Lontloner ״Council for German Jewry“ an der Spitze, dem Zentralbüro in den Jahren 1936 und 1937 insgesamt etwa 417 000 Pfund zur Verfügung. Rechnet man 71000 Pfund ab, die bestimmungsgemäß dem Jüdischen Nalionalfond zum Kauf von Baden zufiossen, so blieb der ״Deutschen Abteilung“ für die beiden Jahre ein Etat von 316 000 Pfund. Er umfaßte u. a.: LP 200 000 zur Finanzierung der Aufnahme von 1900 Neucinwanderem in bestehenden landwirtschaftliehen Siedlungen, LP 66 000 für landwirtschaftliche und handwerkliche Berufsausbildung bzw. -Umschichtung von Neueinwauderern, LP 52 000 für Kredite an Mittelständle• in Städten und _Landwirtschaft LP 318 000 Diese 318 000 Pfund stammten ausschließlich aus den Spendenaktionen des. ,,Council for German Jewry“. Sie stellten, wie man sieht, den überwiegenden Teil der Budgetmittel des Zentralbüros in den letzten zwei Jahren dar. (Weitere 20 000 Pfund — ebenfalls aus Aktionen des ״Council“ — sind zu den gleichen, der landwirtschaftlichen Ausbildung und Verwurzelung, der handwerklichen Berufsumschichtung bzw. der Kreditgewährung dienenden Zwecken inzwischen hinzugekommen.) Es ist aus den, Ln öffentlichen Berichten vorliegenden Tabellen nicht ohne weiteres festzustellen, welcher Teil der 31S 000 Pfund, und welcher Betrag seit der Gründung der ״Deutschen Abteilung“, 1033, überhaupt zur Förderung mittelständischer Kolonisation verwandt wurde. Seitdem es besteht, verausgabte das Jerusalemer Zentralbüro bis zum März.ende 'dieses Jahres insgesamt etwa Al* 750000. Für Zw ccke landwirtschaftlicher Ansiedlung sind in diesem Riesenbetrag unmittelbar AP 417 000, 53,6/0 des Ganzen enthalten. Daß ein erheblicher Teil dav ׳ für die Ansiedlung von Mittelständlern anfgewandt wurde, zeigt — das Beispiel genüge — in dieser Etatgruppe der Posten ״Sonderkonto Kfar Jed’idja“ mit AI* 13 590. Ueberdies dürften gewisse Betrage aus anderen Gruppen des Etats indirekt der mitteisländisehen Kolonisation zugute gekommen sein; so Teile der Ausgaben für ״Berufsausbildung in Stadt und Land“ (AP 21900) oder der ״Darlehen durch Vermittlung von Banken“ (AP 38 000), und hier und da auch die sozialpolitischen Subventionen (״Soziale Hilfe“; AP 17 500). Und auch das ist noch nicht alles. Die 10 000 Pfund, die di« Deutsche Abteilung der ״Rassco, Gesellschaff für ländliche und vorstädtische Siedlung“ zur Verfügung stellte, gaben der ״Kassco“ schon im Jahre 1936 die Möglichkeif, Vorzugsaktien für AP 30 000 und Obligationen für A 25 000 auszugeben, privates Kapital also in einem Mehrfachen jener Einlage aus öffentlichen Geldern zur Hilfe für der» Aufbau und Ausbau ihrer mittelständischen Siedlungsarbeit cinzuset/en. Indem die ״Deutsche Aliteilung“ ferner der Arbeitersiedlungsgesellschaft ״NIR“ AP 10 000 zur Ver- JOdische Jugendliche freigesprochen Jerusalem, 22. August. (Palcor.) Gestern begann der Prozeß gegen Rachel Koka (11 Jahre alt) und Elialui Mischaii (!7 Jahre alt), beide orientalische Juden, hn Zusammenhang mit dem Bombenattentat, das am 8. Juli in der Nähe des Jaffatores gegen einen vollen arabischen Omnibus versucht wurde, bei dem viele Personen ums Leben kamen, vor dem Militärgericht in Jerusalem. Zwei arabische Zeugen wurden heute morgen verhört. Die Richter suchten dann das Jaffator auf, um das Verbrechen zu rekonstruieren. Rachel Koka steht unter der Anklage, die Bombe getragen zu haben, wälirend Mischaii verdächtigt wird, dk Bombe geworfen zu haben. Beide Angeklagten wurden vom Militärgericht freigesprochen. Die Verteidigung wurde nicht in Anspruch genommen. Dr. S. Goldman In Palästina Rabbiner Dr. Goldman, Präsident der Zionistischen Organisation von Amerika, der sich augenblicklich in Palästina aufhält, emnfing Pressevertreter in den Büros der Jewish Agenev. In Beantwortung von Fragen nahm er auf den Fortschritt der zionistischen Bewegung in Amerika Bezug und auf die Reaktion der amerikanischen Juden auf die Ereignisse in Palästina. Er betonte die tiefe Ergebenheit der amerikanischen Juden für Palästina und für alle zionistischen Unternehmungen, die sich durch das erhöhte Einkommen der Nationalfonds i-n den Jahren 1937 und 1938 erwiesen habe. Dr. Goldman grüßte in einer Rundfunkansprache von Jerusalem aus den Jisehuw im Namen der amerikanisehen Juden, die, wie er sagte, an dem Leid des Jisehuw wie an seiner Schaffungsfreude Anteil nähmen. Dl« Vereinigung der hebräischen Schriftsteller Jerusalems gab anläßlich des 50. Geburtstages von S. J. Ag«en ein artenfest in Beth-Hakerem. Rabbi Binjamm, dir Nestor der Gruppe, würdigte Agnons Werk. fügung stellte, verbreiterte sie die F'inanzkraft dieser Gesellschaft in solchem Maße, daß sie auch ihr die Möglichkeit gab, zusätzliche Kapitalien aus dem freien Geldmarkt im Emissionsvege an sich zu ziehen. Aus ähnlichen Erwägungen schließlich überführte das Jerusalemer Zcntralbüro die Akti ven seiner ,,Palestitie Water Supply Co.“, die es mit 10 000 Pfund ins Lehen gerufen hatte, vor etwa anderthalb Jahren in die größere Wassergesellschaft des Keren Hajessod, die ״Mekoroth Lid."; zugunsten der Siedler — auch der!11 i tt elstii n tli scheu Siedler aus den Reihen der ״Deutschen Alija" -- erhöhte die ״Deutsche Abteilung“ damit den Wirkungsgrad der von der öffentlich-jüdischen Leitung des Aufbauwerks betriebenen, so lebenswichtigen ßewässerungsarbeiten, indem sie dazu half, alle für diese Arbeiten verfügbaren Gelder und Pläne an einer Stelle 2usamme!1zufasse!n. Endlich: jene, vorhin erreclmeten 3180U0 Pfund, die in den letzten beiden Jahren aus Spendenaktionen des ״Council for German Jewry״ aufgebracht und ausgegeben worden sind, wurden von den Spendern unter der Bedingung zur Verfügung gestellt, ״daß die Jewish Agency, d. 11. der Keren Hajessod, sieh in gewissem Umfang beteilige“; nämlich mit immerhin AP 75 00(1 bis Ende 1937. So der Rechenschaftsbericht des Jerusalemer Zentralbüros über seine Tätigkeit bis zum 31. De״ zember 1937. Wenn sich schon nicht errechnen läßt, in welchem Umfang die mittelständische Ausheilung von Juden aus Deutschland am den direkten (iesain'.aufivendimgen der Deutschen Abteilung für landwirtschaftliche Kol<>msationszw<*ke beteiligt war und ist, so lassen sich genaue Ziffern für die zuletzt besprochenen indirekten Aufwendungen für Mittclstandskolonisation noch viel weniger nennen. Einen gewissen Anhaltspunkt bietet allenfalls die Tatsache, drill bis zum 5. April d. J. ans den vorher erwähnten CP 318000 plus A 20 000, also 338 000 Pfund, die der ״Council“ bis jetzt für Siedlung, Umschichtung und die entsprechenden Kredite bestimmt hat, etwa 270 mitteR ständischen Siedlern Darlehen in einem Oe• s a m t 11111 fang v o 11 1! 11 g e f ä h r AP 52 000 gegeben worden waren. Als Empfänger dieser Darlehen figurieren dabei Kolonisten in den neuen, van Juden aus Deutschland geschaffenen Miltolstamissiedlungen ebenso wie Siedler in älteren Punkten, wie folgender Auszug aus der Anleiheliste deutlich macht: ״Nette Punkte“ (Typische Mittelstands- Gruppensiedlungen deutscher Olim): Kfar Schetnarjahu £P 3450 Tel Litwinskv £P 2460 Naharia ' £P 16S0 Gau Haschomron £P 800 Kirjath Bialik £P 400 Dazu in Kfar Syrkin fiirWirtsehaften und Hilfswirtschäften, die halb den Charakter der Mittelstands-, halb den der Arbciurkolonisation tragen £P 5945 Mittelständlc-r aus Deutschland in ältere n Siedlungen bezw. in Punkten, die keine spezifisehen Mittelstands-Gruppen- Siedlungen von Olim aus Deutschland sind: Kirjath Chaiin Neve Chaiin Risch הסין Gan Chaiin Magdiel Ejn Iron Kirjath dieser Ejn Vered Wie schon bemerkt, handelt es sich bei diesen, ״Samuel- Anleihen“ genannten Geldern um Zahlungen aus dem Aufkommen des ״Council for German Jewry“; an dessen Spitze bekanntlich Lord Samuel steht. Dazu treten die, wenn auch kleineren Mittel, die dem Zentralbüro aus anderen Spendenaktionen nifiossen. Daß, rechnet man alles zusammen, die dem Züricher Kongreß genannte Ziffer von 60 000 Pfund als der Cicsamtaufwendung des Zentralbüros für Mittelstandskolonisation heute durchaus überholt sein dürfte, bezeugt aus Zusammenstellungen der letzten Zeit die Tat- Sache, dall beispielsweise Kirjath Bialik bisher insgesamt etwa AP 8000 Gan Haschomron ״ ״ ״ £P 5000 Kfar Jedidja ״ ״ ״ £P 16000 in Anlciheform direkt oder indirekt von der ״Deutschen Ab• teilung“ erhielt. Erhebliche Zuwendungen? Gewiß; und wer wollte bezweifeln, daß sie gegeben werden mußten und müssen? Nicht anders als unser Sicdlungswerk in seiner Gesamtheit ist auch die Verwurzelung mitteiständischer jüdischer Ein- Wanderer aus Deutschland auf dem Lande, ihre Umwandlung zu selbständig schaffenden, dem Boden der neuen Heimat verbundenen Bauern — ein kolonisatorisches Unterfangen, das in seiner Neuartigkeit und Schwere auf tätige öffentlichjüdische Hilfe angewiesen ist. Indem das ״Zentralbüro für die Ansipdlung von Juden aus Deutschland in Palästina“ diese Hilfe leistet, leistet cs den nach Palästina gekommenen und nach Palästina drängenden Juden aus Deutschland und unserem Aufbauwerk in Erez Jisrael einen hochbedeutsamen Dienst. Har Necho £P 3240 £P 2720 AP 2590 AP 2500 AP 2105 £P 2170 AP 1360 £1* 1205 ז