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Jüdische Rundschau · 1938-08-26 · Heft 68 (26.8.1938) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 68 (26.8.1938)
Date
1938-08-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seife 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 68, 26. VIII. 1938 Gerüchte laut, daß er mit der englischen Regierung und mit dem Kolonia!!nmister über Palästina gesprochen habe (ähnli-ches wird von den Saudi-Prinzen in London behauptet). Jetzt erfährt man, da 15 die ägyptische Regierung der nächsten Völkerbund Versammlung ein Memorandum über Palästina unterbreitei habe. In der vorjährigen Völkerbund- Versammlung hat zwar der ägyptische Außenminister auch eine antizionistische Rede über Palästina gehalten, wurde aber dann in einer mehr oder minder deutlichen Form desavouiert, weil die Regierung sich nicht mit England in Widerspruch zu setzen wünschte. Nicht zu unterschätzen sind die Nachrichten über eine Beschäftigung der Al Az 11 ar-Universität in Kairo, der wahrscheinlich bedeutendsten moslemischen Hochschule, mit den Palästinafragen. Es wurde gemeldet, daß der Ausschuß der islamischen RechtsgelchTten von der Al Azhar-Universität aus einen Aufruf an die mohamjnedanische Welt ergehen ließ. Daß der Wafd panarabischen Ideen zimeigt und für die Araber Palästinas Gcldsammlungen veranstaltete, ergänzt das Bild. Nalias Pascha, der krank ist, befindet sich in Europa, um in Montecatini die Kur zu B. H EU WAN M P IAH O S I KÜHLSCHRÄNKE: BOSCH RADIO I FRIGIDAIRE ״. .. Berlin W15, KurtOnUfldimm *OS / Ruf: •137 18 gebrauchen. In der heutigen Nummer bringen wir an anderer Stelle die Stellungnahme eines ägyptischen Delegierten bei dem Kongreß der interparlamentarischen Union i in Haag. Diese Rede ist insofern charakteristisch, als sie in keiner Weise eine wirkliche Lösung des Problems andeutet, was auch von einem englischen Redner sofort festgestellt wurde. Der ägyptische Delegierte anerkannte die Schwierigkeit und Tragik des jmlenprobiems, aber sprach die Meinung aus, anstelle der Einwanderung nach Palästina solle man zur Lösung des Problems den in Evian beschrittenen Weg geiien, d. 11. also offenbar die allmähliche Ueberführung von Juden in andere Länder durch Ein/.elwandcrung und ״Infiltration“. Dieser Rat wirkt fast wie eine Ironie, denn ganz abgesehen davon, daß die praktischen Ergebnisse der Konferenz von Evian bisher gering sind und nirgends der Wille zu sehen ist. über die bidi er bereits zugelassene Einvamlererquote wesentlich liinati.s/ugehen, ist es auch unzweifelhaft, daß diese Methode nur bei einer begrenzten Zahl anwendbar ist. I >ie Ucberfülmuig von jüdischen!Massen in andere völkerrechtlich nicht ausdrücklich zu diesem Zweck bestimmte Länder wurde nichts anderes bedeuten als eine Verschleppung der! tragischen Problems von einem Land ins andere. Der Anspruch der Juden, einen Oft zu besitzen, wo sie — wie es im englischen Weißbuch von 1922 heißt — ״nicht als (i e d u I d e t e, sondern kraft eigenen Rechtes‘־ leben, 3111115 gewiß, besonders in unserer Zeit, von jedem objektiv Denkenden als bcrechtigt anerkannt werden. Damm kann die jüdische Palästinaforderung nicht von der Tagesordnung verschwunden, und cs muß der Wunsch aller vernünftigen, auf Frieden hinarbeiten• den Politiker hüben und drüben sein, die Lebensnotwendigkeiten des jüdischen Volkes und die Erfüllung der ihnen gegebenen Versprechungen mit den wohlverstandenen Rechten und Interessen der Araber in Einklang zu bringen. Die Peel-Kommission hat au dieser Möglichkeit verzweifelt, weil sic das Ueberwiegeti extremer Auffassungen feststellen mußte. Wir sind überzeugt, daß auf jüdischer Seite große .Massen, wahrscheinlich die (wenn auch zun! Teil stumme) Mehrheit der fiir Palästina interessierten Judcnheit, vorhanden sind, die selinlichst wünschen, daß die von Mamdouh Riaz in seiner Rede im Haag ausgesprochene Hoffnung, daß Palästina eine Stätte der V e ז .s t ä!1 d i g 11 n g und des F r i e d e n s f n r d i e M e n s c 11 beit werden möge, sich erfülle, und /war bald, in unseren Tagen. Alles, was das jüdische Volk an nat'onalen und religio.-,«! Vorstellungen über Palästina liochhalt, ist mit diesen Idealen des Friedens und der Veratämligung verbunden. Es gibt wohl außerhalb der kleinen extremistischen (i! uppen niemanden bei Juden und Arabern, der sich nicht nach der 1 lerbufulirung des Priedens und geordneter Verhakm-w im Lande sehnt, und statt einen Macht- Spruch der 1 ngl.imler ab/uw arten, wäre es — wie!•n der ״j. IE" oit aiug ef niir! winsle ׳ - vor/1!/iehen, dal' Juden u 11 d A 1 a b e r s e I b s t d i e L <"> י u n g des Prob! c m s in die 11 .1 ml 11 e 11 in e n. Kürzlich wurde, wie wir an anderer Stelle berichten, in Amerika der Versuch gemacht, Gespräche /wischen;!rabi.!*־heu und jüdischen Nationahsten ein/iiU'iiui. Ern solcher Beginn, wie immer er ausgeht, Nt zu heg ru ß e 11, und es Ware sogar 7,11 utin-rhen, daß auch außenstehende, objektiv denkende Menschen von hohem Rang, die eine vermittelnde Wirkung ausuben können, daran teilrivhrnen. Wenn ein Versuch mißlingt, muß ein nächster gewagt werden. Nur durch 1! e h a r r 1 i c h e 11 Wille n und über alle Mißerfolge hinweg kann im politischen Leben so entzweiter Gruppen eine A n 11 ä 11 e r u n g herbeigeführt werden. Solchen Bemühungen muß die Einsicht zugrundehegen, daß friedliche Austragung von Konflikten dieser Art nur im Wege eines Kompromisses möglich ist. Das Wesen des Kompromisses bestellt darin, daß es beiden Teiler! wesentliche Förderungen erfüllt, wahrend gewisse nach Lage der Dinge relativ unwesentliche Forderungen zurückgestellt werden, um die ״unschätzbare Wohltat des Friedens“ (Peel) zu erlangen. Ratschläge, wie der von dem ägyptischen Delegierten im Haag erteilte, die Juden müßten sieb von Palästina abkehren, sind ebenso wenig als konstruktiv zu bezeichnen, wie es etwa eine a!1 <ii>e Adresse der Araber gerichtete Mahnung wirre, sie mögen sielt mit dem Verzicht auf Palästina ahfinden, da sie doch ander« große Gebiete haben. Beide Völker können nicht verzichten, aber sie können Zusammenarbeiten, und erst aus dieser Zusammenarbeit würde eine wirkliehe Zukunltsmüglichkeit für Palästina und eine gevvaltrge wirtschaftliche und kulturelle Befruchtung des gesamten vorderorientalischen Hinterlandes her- Vorgehen. Die ägyptischen politischen und geistigen Führer, die sieh anscheinend jetzt des Palästinaproblems anzunehmen wünschen, könnten der Idee des Friedens und der Verständigting einen unschätzbaren Dienst leisten, wenn sie ihre Aufgabe nicht im Sinne einer Schürung der vorhandenen Gegensätze, sondern im Sinne eines Versuches unternähmen, unter die blutbefleckte Vergangenheit einen Strich zu ziehen und zu neuen Formen des Zusammenlebens und der Zusammenarbeit zu gelangen. Eine ägyptische Kundgebung: Von der Konferenz der Interparlamentarischen Union Von unserem Berichterstatter R L. Den H a a g, 23. August 1938 Nachdem bereits der Generalsekretär in seinem Berieht der Palästina frage einen besonderen Abschnitt gewidmet hatte, sprach im Plenum des Haager Kongresses der Interparlamentarischen Union der ägyptische Delegierte, der frühere parlamentarische Unterstaatssekretär M a m d o u 11 Riaz, atis-führlich über Palästina. Er wies darauf hin, daß das Schicksal Palästinas weiterhin ernsthaft die internationale öffentliche Meinung und die Mandatskommission des Völkerbundes beschäftige. Das Interesse der Aegypter an diesem Lande sei besonders lebhaft. Das palästinensische Problem sei aus zwei widersprechenden Zusagen• während des Krieges entstanden. Unter Hinweis auf den MacMalion-Brief und die Balfour-Deklaration sowie auf die ursprüngliche Haltung der englischen Regierung bezeichnete der Redner die Voraussichten, auf die das Mandat gegründet wurde, als falsch. Der Kampf zwischen den beiden Nationalismen drohe, aut den ganzer! Islam Überzug!eifen. Unter diesen Umständen habe die Fortsetzung des britischen Mandats keinen Sinn mehr. Auch der Teilung«Vorschlag der Peel-Kommission befriedige weder Juden noch Araber. Man müsse daher zur natürlichen Ordnung zuriiekkehren. Trotz der wachsenden Einwanderung sei Palästina arabisch geblieben. Die Araber Palästinas bildeten eine Nation, ob sie nun Moslems oder Christen seien. Andererseits sei Palästina das Vaterland der Juden gewesen, aber sie seien zerstreut worden, was für sie ein Unglück gewesen sei. Dieses Unglück schaffe kein Recht. Der ägyptische Delegierte bemerkte, daß Palästina das heilige Land dreier Weltreligionen sei. Unabhängig vom religiösen Interesse, das cs für die Juden habe, sei es ftl'r sie ein ideales Eiinvandcrungsland, weswegen sie das sehr vorteilhafte Angebot der englischen Regierung, sich in einem Teile Britisch-Ostafrikas an/usicdeln, zurückgewiesen haben. (Der Redner meinte das Uganda-Angebot von Her/1 im Jahre 1903 — Red.) Die Ideen derjenigen, die Solidarität mit den Arabern und Anteilnahme der Juden an der Renaissance eleu Orients gefordert hatten, hätten sich nicht verwirklicht, denn die Zionisten hätten sich in einen engen Nationalisnius zurückgezogen. Die beiden Völker hätten nichts mehr gemeinsam. Im übrigen könne das palästinensische Gebiet nicht unbegrenzt neue Ankömmlinge aufnehmen. Es gäbe 17 Millionen Juden in der Welt; selbst wenn noch ein oder zwei Millionen Platz in Palästina fänden, würde das nicht die Lösung der Judenfrage bedeuten. Das Schicksal der Juden, so sagt Mamdouh Riaz, läßt uns nicht gleichgültig; darum sagen wir ihnen, daß sie nicht in Palästi n a die Lösung ihrer Probleme suchen dürften. Die Lösung könne vielmehr durch die in Evian in Aussicht genommenen Methoden erfolgen. Zum Schluß wies der Redner darauf hin, «laß es andere Länder für die Juden gäbe und drückte die Hoffnung aus, daß Palästina eine Stätte der Verständigung und des Friedens fiir die Menschheit werden möge. Das englische Unterhausmitglied Rhys Davies, der später zu Wort kam, stellte fest, daß sein ägyptischer Kollege keine einzige Anregung gegeben habe, um *len Schwierigkeiten abzuhelfcn, mit denen Großbritannien in Palästina zu tun habe. Zionistische Arbeit in Buenos Aires Die Grupp« «!entsprechender Zionisten Wir erhalten folgenden Bericht: Die Gruppe Deutschsprechender Zionisten, oder wie sie hier genannt wird, die ״G. D. Z.״, die jetzt etwas mehr als eineinhalb Jahre besteht, entwickelt sich immer mehr zu einem ernsten Arbeitskreis. Neben größeren öffentlichen Veranstaltungen, die ein- bis zweimal monatlich stattzufinden pflegen, veranstaltet die Gruppe regelmäßig jede Woche drei Arbeitsgemeinschaften, eine für den Kreis der Erwachsenen, eine für die Jugendgruppe und eine für die Kindergruppe. Die letzte größere Veranstaltung war eine Gedenkfeier für Theodor Hcrzl und C h. N. Bialik, die bei Mitgliedern und Gästen tiefen Eindruck hinterließ, was auch in den Berichten der Presse zum Ausdruck kam. In seiner Eröffnungsrede würdigte der Präsident der Gruppe Hermann Wolffsohn die Persönlichkeiten Herzls und Bialiks. Die Feier brachte alsdann Gedichte von Bialik und Halevv, von Chawer Jacoby meisterhaft vorgetragen, ferner ,,Techesakna“ und ״Kölnidre“, unter Begleitung von Jacoby, Herreitkleidting Knabenkleidung kauft man proiswort un d g nt bei [ Spesial-Angebot• für Auwaodcrsr ״LUDMQ Fran-»«rt a. HL« g־«!jf0nüb. d. Hauptbhf. gesungen von Chawer Silbermann, weiter einen Auszug aus dem Manuskript der Novelle ״Tagebuch eines Knaben“ von Hans Silber sowie eine Sammlung von Sonetten desselben in Buenos Aires lebenden jungen jüdischen Dichters. Novelle und Sonetten brachte Adolf Krojanker zum Vortrag. Den Mittelpunkt des Programms bildete die Wiedergabe einer Sz.ene aus dem ״Jeremias“ von Stefan Zweig, eindrucksvoll und mit tiefer Einfühlung zu Gehör gebracht von acht Mitgliedern der Jugendgruppe der G. D. Z. Die Rollen des Jeremias, des ersten und zweiten Kriegers wurden mit viel Verständnis gelesen von ■den jugendlichen Chawerim Martin Seiden, Peter Wolffsohn und Hermann Jamschon. Abudavid IN ALLER KURZE Eine (mit großem Vorbehalt atifzunehmende — Red.) Meldung aus instanbu! besagt, daß die türkische Regierung mit jüdischen Organisationen über die Ansiedlung von 100 000 europäischen Juden im Sandschak von Alexandrette verhau״ *telf. Irn ersten Halbjahr 1038 kamen 8135 Emigranten nadi Kan a d a, darunter 173 Juden. Die österreichisch-palästinensische Wirtschafts- und Hau־ delskammer in Wien wurde aufgelöst. Das Distriktsgericht in Wilna verurteilte 14 Angeklagte, die an aiitijüdischen Ausschreitungen i*n der Stadt Majsegola teilgenornrnen hatten, zu Gefängnisstrafen von . sechs Monaten bis zu zwei Jahren. In Wilna starb Michael G r ü n f e I d, der bei antijüdi־ sehen Ausschreitungen verletzt worden war. Dr. Mario Jona in Ankona, der Vizepräsident des faschistischen Provinzial-Korporationsrates, ist zurückgetreteu. Am 21. August starb im Alter von 67 Jahren nach langer Krankheit Mr. S. W. Jacobs, der erste jüdische Abgeordnete des kanadischen Unterhauses, dem er seif 1917 als Liberaler angehörtc. Jacobs, der bereits in Kanada geboren war, war einer der bedeutendsten Juristen des Landes. Im Parlament galt er als einer der besten Sprecher und war der anerkannte Repräsentant der jüdischen Gemcinschaft des Dominions. Dr. Werner Silberstein, der früher dem Robert-Koch״ Institut (Berlin) angehßrte und seit 1933 im Hadassa-Kraakenhaus Jerusalem arbeitet, hat eine Berufung an die Universität Istambul angenommen. Dr. Silberstein ist Spezialist fiir Bakteriologie lind Behandlung epidemischer Krankheiten. Der jüdische Philologe Dr. Isaac Weinberg in Wanschau erhielt für seine Verdienste um die polnische Uriabhängigkeit das Unabhängigkeitskreuz verliehen. Auf dem Niederländisch-Israelitischen Friedhot In Wassen* aar wurde der Grabstein für Dr. Nathan Birnbaum ent• hüllt, der am 2. April 1937 in Scheveningen starb. Hebräische Bewegung־ Am 22. August fand in Basel anläßlich des Besuches von Dr. A. Roscnfeld, Mitglied des Exckutiv-Komitees des B r i 111 Ivrith Olamith, eine Versammlung statt. Dr. Scbeps begrüßte die zahlreich Erschienenen und betonte die Notwendigkeit der Rückkehr zu den geistigen Inhalten des Zionismus. Hierauf ergriff Dr. Roscnfeld das Wort zu einem sehr anregenden Referat über die Bedeutung des Hebräischen für den geistigen Fortbestand des Judentums und beleuchtete eingehend die Aufgaben und Tätigkeitsgebicte des Brith Ivrith Olamith. Zinn Schluß wurde ein Ortskomitee gewählt, bestehend aus den Damen Hctty Boilenh« imer-Bondi und Frau Dr. Carola Kaufmann, sowie den Herren M. Bernstein, K. Leites, Dr. Seide über g, Dr. S c 11 e p s und Oberlehrer W e r c z - berge r. Das Komitee hat sich zur Aufgabe gestellt, in Zusammenarbeit mit dem Züricher Landeskomitee des Brith Ivrith Olamith die hebräische Sprache und Kultur zu fördern und Mitglieder für den Brith Ivrith Olamith zu werben. Hebräisch an englischen Universitäten. Die Universität Manchester hat auf Anregung von Prof. Edward Robertson in den Studiengang der Abteilung fiir orientalische Sprachen das Studium der modernen hebräischen Sprache und Literatur aufgenommen. Die einschlägigen Vorlesungen werden von Dr. Meir W a 11 e 11 s t e i 11, Enkel eines Jerusalemer Oberrabbiners, gehalten werden, der in Jerusalem und Manehester studiert hat und dem kürzlich als höchste Anerkennung der Fakultät die Houghton-Fellowship verliehen wurde. Siedlungspläne in Nordrhodesien Zur Haltung der gewählten Mitglieder der gesetzgebenden Versammlung und des Primeministers Huggins von Nordrhodesien zu dem Vorschläge einer Ansiedhing von luden nimmt die letzte Nummer der englischen Zeitsc'irift ״South Alrica“ (Südafrika) Stellung. ״Wenn der Plan auch mir 500 Familien zur Ansiedlung bringen ־würde, so würde dies mit Frauen und Kindern etwa 2500 Personen aiismachen. Würde dieser Zuwachs so viel bedeuten? Er würde die britische Bevölkerung in Nordrhodesien in einem Melirheitsvcrhältnis von vier zu eins lassen. Warum sollte die Anwesenheit dieser Minderheit Südrhodesien veranlasse״, seine Ansicht über eine Vereinigung mit Nordrhodesien zu ändern? Eine Vereinigung unter solchen Umständen würde die Politik, die den Süden von Zentralafrika unter britischem Einfluß halten möchte, nur sichern. Die Vorstellung, die aufgetaucht ist, wonach ganz Nordrliodesien als ein Nationalheim fiir die Juden herausgesondert werden solle, kann ohne weiteres beiseitegeschoben werden. Die britische Regierung kann nicht wünschen, in Afrika ein zweites Palästina-Problem zu schaffen; und ebensowenig kann sie wünschen, sich in die Kontrolle des Kupfergürtels mit einem anderen zu teilen. Aber, um es kurz zu sagen, kann in Nordrhodesien nichts getan werden, um ein so drängendes Problem der Humanität, wie es die Aus- Wanderung der Juden aus Deutschland stellt, zu lösen? Wenn Nordrhodesien selbst in geringem Umfange nichts tun kann, wo sonst in allen Ländern, über denen die britische Flagge weht, können sie eine Zuflucht finden?“ Der amerikanisch-jüdische Schriftsteller Leon SolTkoff ist, 73 Jahre alt, auf Long Island gestorben. Er stammte aus einer angesehenen Wilnaer Familie, studierte an der Sorbonne in Paris, begann als Zwanzigjähriger hebräisch zu schreiben, war Mitarbeiter von Hazcfira und Hamcliz, trat dann in die Redaktion des Petersburger Hajom ein, gründete 1887 in London eine Druckerei und siedelte im Jahr darauf nach Chicago über. Hier studierte er die Rechte und wurde bald als erster jüdischer Rechtsanwalt von Chicago bekannt. Die juristische Praxis hinderte ihn nicht, für jüdische Angelegenheiten tätig zu sein. Er war Zeit seines Lebens Mitarbeiter der jiddischen und hebräischen Presse, und seine zahlreichen belletristischen Arbeiten, darunter einige Romane, wurden sehr geschätzt. Aas der Wirtschaft Die Firma Benscher tk Brodv, Tapeten, Linoleum, Leder, in Köthen, ist in arischen Besitz übergegangen. — Das Oetreidegeschäft M. H. Lehmann in Ahrensburg wurde von der Firma (Max Bartholl La Bad Oldesloe übernommen. Wissenschaftliche Zusammenarbeit. Die letzte Ausgabe der ״Procecdings of the Physical Society, London“ vereöffentlicht Forschungen über die Spektren des Silicon und Zinndichlorid, die von der Moslemischen Universität in Ali gar 11 (Indien) und dem Hebräischen Technisehen Institut, H iia, gern eins am unternommen worden sind. Ein Hindu, l)r. R. K. A s 11 ri d i, ein Mohammedaner, M 11 st aff a Kar im, M. Ec., und ein Jude, Prof. Rudolf Samuel, der vor seiner Berufung auf den Lehrstuhl für physikalische Chemie und Molekiilenphysik am Haifaer Technikuin dem Department für Physik in Aligarh Vorstand, haben die Untersuchungen gemeinsam durchgeführt, Verantwortlicher Redakteur: Dr. Robert W e 11 * c h, Berlin-Chat 1. 9 (auch veranteörtlich fiir die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loewcn stein, Berlin W 15. Anzoigenleiter und verantwortlieh [iir den Inhalt der Anzeigen: Erich l.iepminn, Berlin W 15. Grillig Anzeigen-l’icidi-te 5 vom 1. April 1936. Verlag und Anzcigcnvei wahung: |ikli-.rl;e Kund-ch.m, Heil in \V 15. Mcmekestr. 10. JJ.A. 11/1938: 26 045. — Druck: Siegt!icd Scliolcm, lleilm-Schoneberg.

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