Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 68 (26.8.1938)
- Date
- 1938-08-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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9.1338 Wr. 68 TjaÜrgting 43 Preis 25 Rpf. Erscheint Joden Dienstag nnd Freitag. Gültig!st die AezelgeiipretsUite Nr. 5 vom 1. April 1936. Die zwötfgespaltene mm ־ Zeile 20 Rpf, für Familien• Nachrichten iSRpf. Keine Gewahr für Aufnahme von An7*i״en in bestimmten Ausgaben oder an bestimmten Platzen. Eimelmueigen nur Vorauszahlung auf Postscheck ־ Konto Berlin 716 18 oder bar Montag bis Freitag 9—18 Uhr Anrmhmcschluß fiirdie Dienstag ־ Ausgabe Montag 10 Uhr, fiit die hreilag - Ausgabe* Mittwoch 15 Uhr. Familien - Anzeigen am Tag vor Erscheinen 16 Uhr Oer Zionismus erstrebt fOr das fOdlsche Volk die Schaffung einer Öffentlich ־ rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. (Ba3eler Programm) Redaktion, Verlag und An«elgenverw«ltnng1 Berlin W15, Melneke.tr. 10 Fernruf! 919031, Telegramm-Adre».e 1 Orghlp. - In Fällen hSheror Gewalt besieht kein Anspruch •uf Nachliefcntn* odsr Erstattung etwn ichon gezahlter Bezugsgebütuen. Bezugspreis einschließlich Beaieiigeitl je Monat RM 2,—, je Vierteljnht RM 5,75! bei Abholung RM 1,88 bzw. RM 5,39 (einschließlich Postzeitungsgebuht von 10,96 Rpf je Monnt). — Postscheck - Konten der Vertriebs . Abteilung fiii Groß-Berlin Berlin 71S73, für de. übrige Reich! Berlin 17392 BERLIN כ״ט אב תר2*ח FREITAG, 26. AUGUST 1938 Aegypten und Palästina Arabische Aktivität Status quo als Basis Ein Plan Ibn Sands? Wie der Londoner ״Evening Standard“ berichtet, ist von Ihn Saud der englischen Regierung ci!1 neuer Plan für die Lösung des Palästina-Ittoblems übermittelt worden. Anscheinend hat der gegenwärtig in London weilende Kronprinz von Saudi-Arabien diesen Plan der englischen Regierung überbracht. Ueber die Einzelheilen des Planes meidet ״Eyenitig Standard“, daB der Gedanke einer Teilung Palästinas abgelelmt nnd als erster Schritt zur Lösung der Frage ein 10 j;1 11 r i g e r W a f f e n s t i 1 Ls { a n <1 auf der G r n n d - läge des St a f n s!ן u o angeregt werde. In einem Kommen־ tar weist das Blatt darauf hin, da(! ein von dem mächtigsten arabischen Fürsten stammender \X'afi'enstillstandsv»rschlag von den Arabern Palästinas angenommen werden würde, ein soleher Waffenstillstand müsse jedoch auch für die Juden trag־׳ bar sein. Der Außenminister des Irak, Suwaidi, verließ am Dienstag Damaskus. Zu seinem Abschied wurde ihm ein Memorand 11 tn ü her P a I ä s I i n a überreicht,!Das Memorandum, das vorn Präsidenten des syrischen Palästina-Aus- Schusses ausgearbeitet worden ist, soll als Grundlage für ßeratungen in Genf und London dienen. Ein Handschreiben des Königs von Irak wird Suwaidi in London dem englischen König überreichen. Es enthält die Bitte um dessen persönliches Eingreifen in Palästina. f Gespräche in USA Die ״New York Times“ vom 7. August veröffentlicht einen Artikel von H. I. Katibah. dem Direktor der arabischen Nationalliga in Amerika, in dem folgendes ausgeführt wird: -Während Araber und Juden in Palästina in täglicher ׳FurcnP*lcben, ob sie nicht eine Kugel trifft, halten vera n t w o r 11 i c h e arabische und jüdische Füllrer die Möglichkeit gefunden, zu verschiedenen Zeiten in den letzten drei Jahren zusaminenzttkommen und zu diskutieren, 0h es eine gemeinsame Grundlage fitr eine endgültige Lösung gibt. I m g e g e n w artige n M o m e n t werden derartige Ver 11 a 11 d 111 n gen liier i n New York von einer kleinen Gruppe von J u - den und Arabern geführt'. Bisher wurde noch nichts Endgültiges erreicht, aber ein gewisser Fortschritt ist gemacht worden.“ Der Verfasser legt dann zunächst die negativen Bedingungen der Araber dar. Die erste ist der Verzicht auf einen Judenstaat; denn ein solcher Staat, so!dein er auch sein mag, würde einen Dorn im Fleische des arabischen Nationalismus darstellen. Ob nun mit Recht oder Unrecht, die Araber fürchten, daß ein kleiner jüdischer Staat als Stützpunkt benützt werden könnte, von wo ans die arabische Unabhängigkeit zerstört und dem westlichen Impcrialismus Eingang verschafft werden könnte. Die /weile Bedingung der Araber sei die Beseitigung des Mandatsregimes; an dessen Stelle hätte ein freier arabischer Staat zu treten, der mit Großbritannien so verbündet ist wie Aegypten und Irak. Die dritte Bedingung der Araber sei, dal! Palästina als selbständiges Staatsgebüde zu existieren aufhöre; denn dieses Land, das immer ein Teil von Syrien war, könne politisch und ökonomisch nicht selbständig sein. Der panarabischc Zusammenschluß sei eine Notwendigkeit geworden, er könne aber scI1rittwei.se verwirklicht werden durch ein Wirtschaftsbündnis halb unahhängiger arabischer Staaten einschließlich Palästinas. Innerhalb dieses großarabischen Wirtschaftsranmes könne man sich eine Lösung vorstellen, die eine Hilfe für die Aus w ander 11 ng s u chcnden J ti d en ist und zugleich die arabische Souveränität nicht verletzt. Die Sicherheit jüdischen Lebens in Palästina und der jüdischen Kultur auf dem Millionen Juden durch Generationen geheiligten Boden könnte in Palästina verwirklicht werden durch Anerkennung des Prinzips der P a r i t ä t, durch garantierte Minoritätsrechte und andere internationale Verpflichtungen. Die Betätigung von jüdischem Reichtum und jüdischer Begabung innerhalb der arabischen Welt wäre sehr erwünscht. Die Araber könnten jüdische E i n w a n d e rung zulasseit und eine Kommission, in der Araber, Juden und neutrale Mitglieder vertreten sind, könnte die Anzahl der jewcils in die arabische Welt zuzulassenden Juden festsetzen, gemäß der wirklichen ökonomischen Aufnahmefähigkeit des Landes. Der Verfasser betont, daB die amerikanischen Araber keine Vollmacht haben, für die Araber zu sprechen und daher nur als freiwillige Vermittler gelten können. Es handle sich meist um Nationalisten, die an der arabischen Nationalbewegung seit Ende des Weltkrieges aktiv teilgenommen haben. Es wäre, so sagt Katibah, schon viel erreicht, wenn durch diese Verhandlungen die arabischen Bedingungen den Juden besser verständlich würden. Die Idee eines ״Groß-Syrien“ Der Vorschlag von Sir Arnold Wilson (vgl. Nr. hü unseres Blattes — Red.), die Palästinnfragc durch eine Wiederherstellung Or o ß- S v r i e n s 711 lösen, findet die Zu- Stimmung eines Einsenders, Mr. Crowfoot, in der ״Times“ vorn 23. August. Die Auflösung des alten türkischen Reiches habe Handel und Verkehr gerade in Syrien schwer getroffen. Der Briefschreiber berichtet, man habe ihm vor einigen Jahren dort erzählt, daß von Aleppo bis zum Hedschas die armen Araber vor dem Hunger durch das Geld gerettet worden seien, das sie in Palästina hei den jüdischen Landerschlieliungsarbeiten verdient hätten. Die Errichtung einer neuen Siebenzahl unabhängiger Herrschaften (Irak, Syrien, Libanon, Judenstaat, Arabiscli-Paliislina plus Trans- Jordanien, Saudia und Jemen — Red.), die sich feindselig voneinander durch Drahtzäune absperren, würde die Araber von den Juden trennen und damit ״von der einzigen Wohltat, die sie hatten, dem befruchtenden Strome von Arbeit und Löhnen.“ — Der Einsender erklärt, ein ״Vereinigt e s Syrien mit aut o nomen j ii d i s c 11 e n u n d christlichen E 11 k 1 a v e n“ würde als Lösung nicht nur in Syrien, sondern auch in Arabien und Aegypten begrüßt werden. England und Frankreich sollten ein gemeinsames Projekt dieser Art ausarbeiten und dem Völkerbund vorlegen. Die Haltung der Juden Eime Nachbemerkung JR. Gegenüber allen diesen politischen Kombinationen, die jetzt die englische Presse und zum Teil auch die Presse anderer Länder beschäftigen, wird von jüdischer Seite mit allem Nachdruck betont, daß eine neuerliche Verv׳ ii s s e r 1111 g des P c e I - P 1 a n s von d e!1 J 11 d c n II i c 11 t hi 11 g e ח o m 111 e 11 w e r d e 11 k ö n n t e. Es war vom zionistischen Standpunkt gesehen schon ein großes Opfer, daß die Kongießmehiheit die Zustimmung über Verband- III!!gen zu dem Peel-Plan gegeben hat. Prominente Zionisten, die sich um die Bewegung die größten Verdienste erworben haben, Männer wie Brandeis. IIssischkin, de Lieme, haben den Teilungsplan verworfen und darin eine untragbare Verkk׳incr!mg des in der Balfour-Deklaration gegebenen Ver- Sprechens gesehen. Wenn tro'./.dem der Kongreß und die Mehrheit der jüdischen öffentlichen Meinung sich dafür entschieden hat, im Sinne des Peel-Planes eine Lösung zu •suchen, daun war ausschlaggebend die Erkenntnis, dal! in der halligen Welfsituation das jüdische Volk alles E 1׳ d e n k b a r e t u 11 in ii s s e, um seinen frieden swill e n z 11 b e w c i s c 11 und der Mandatar m acht die D u r c I! f ii!1 r 11 11 g i ii r e 1׳ Aufgabe durch ver- .s t ii 11 d 11 i s v o 11 e Zusammenarbeit zu e r 1 e i c h - fern. England hatte erklärt, daß es im Pcel-Plan den einzig inögliclien Ausweg sehe, und demgemäß wurde gehandelt. Jetzt wird die Diskussion wieder aufgenommen, als ob keine 1׳csllegung Englands erfolg! wäre (und tatsächlich ist diese ja formell nicht erfo’gi, da verschiedene Vorbehalte gemacht minien, wie Abwurf!, i) des Berichtes der Technischen Konitnission, Zurtimmiing des Parlaments usvv). Diese Diskussioneu fragen natürlich dazu bei, das Gefühl der Unsicherheit zu vermehren, so daß die arabischen Terroristen hoffen, durch ein energisches Vorgehen England einschüchtern zu können. Durch verschiedene Kundgebungen der letzten Zeit wurde seitens der J 1׳ w i s 11 Agency eindeutig zum Ausdruck gebracht, daß die Juden die Position einer nationalen Minderheit in ei 11 e m a r a b i s c 11 e 11 Staate nicht a n n e h m c n könne n. Dagegen ist durchaus die Möglichkeit vorhanden, nach Durchführung des Peel- Planes an ein weiteres Programm hernnz.ugehen, eins auch die ambitiösesten arabischen Politiker befriedigen könnte. Ihr Kern eines solchen Programms scheint uns in dem Vorschlag von Sir Arnold Wilson ztt liegen, der von Mr. Crowfoot tmferstützt wird. Die Vorteile für beide Teile, die Crowfoot in seiner Zuschrift an die ״Times‘• andeutet, liegen so klar zutage, daß der Verwirklichung eines Programms des engeren Zusammenschlusses der neu entstehenden orientalischen Staaten nichts im Wege stehen sollte. Natürlich soll das jüdische Gebilde, das in diese Föderation ein tritt, nicht bagatellisiert werden (was manche aus der Verwendung des Wortes ״Enklave“ entnehmen könnten), sondern die Juden müssen die Möglichkeit haben, in ihrem Gebiete ein wirkliches Volksleben zu entwickeln und durch wirtschaftliche Erschließungsarbeit und Produktivicrung Raum für eine große E i!1 vv a nd e r 11 n g zu schaffen. Daß hiervon nicht nur die jüdische ״Enklave“, sondern das ganze riesige arabische Gebiet profiticren würde, geht ans den Bemerkungen von Mr. Crowfoot überzeugend hervor, Jedenfalls wird die Jcwish Agency weder die Zuweisung eines kleinen autonomen Gebietes im Norden von Tei Awiw (wovon kürzlich der ״Evening Standard“ sprach), noch die Festlegung der Juden auf eine permanente Minderlieitsstellung akzeptieren. Würde sie es tun, dann würde sie wahrscheinlich ihre Autorität iin jüdischen Lager ein büßen, und damit wäre jede Lösung nur noch mehr erschwert. In diesen entscheidenden Tagen, in denen der Kommissionsbericht in London vorbereitet wird, ist es notwendig, daß über die Haltung der Jcwish Agency in diesem Punkte völlige Klarheit bestellt. Einwanderung gibt Arbeit Jüdische Lederindustrie in Nordirland Wie der ״Glasgow Herald“ meldet, wird in Newtonards (Nonlirlaml) unter der Leitung von Alfred Neumann und der Mithilfe von jüdischen Facharbeitern, die aus Oesterreich ausgewandert sind, ein neues Industrieunternehmen gegründet, das Handschuhe, Handtaschen, <ii!:L'l und andere Artikel der Galanteriewarenbranch c aus Leder und Textilien hersteilen wird. Man erwartet, daß mehr als 20) englische U tertanen dadurch Arbeit finden werden. Die eingewandeiteii Facharbeiter wurden in Newton,ards auf einem Empfang im St,1dthau.se von detn Bürgermeister der Stadt, ferner von Sir Ronald Nugenf, dem Vorsitzenden des Wirtschaftsrales von Ulster, Mr. Ii. G. H. Mulholland, dem Sprecher des nordirischen Unterhauses, und Vertretern des ־nordirischen Handelsministeriums herlich begrüßt. Direktor Neumann dankte für die Begrüßungen und sagte, er habe sich zimi Ziele gesetzt zu beweisen, daß Fremde •und Zu- «׳ anderer keine Belastung 11 e d e 111 e n, sondern d a Ii s i c (I c m L a n d c, das ihnen ei 11 e 11 e 11 e Heimat gibt, gute Dienste leisten könnten. Wachsendes Interesse des Nachbarlandes Seit einiger Zeit ist zu beobachten, daß Aegypten, das bisher in der Palnstinafrage starke Zurückhaltung bewahrt hat, nunmehr größeres Interesse an dieser Frage zu nehmen beginnt. Der aus Palästina verbannte Araberführer A ti n i Abdul Ha di, der jetzt in Kairo wohnt, hat in dieser Stadt ein Pmpagandn/eiif nun entwickelt und schon mehrmals versucht, maßgebende ägyptische mul auch andere Kreise zu einer aktiven Intervention in Be/ug auf Palästina zu bewegen. An sich wäre es natürlich, daß Aegypten als Nachbarland sieh auch mit da! Zuständen in Palästina beschäftigt. Dies muß nicht unbedingt im Sinne eines panarabischen Nationalismus geschehen, zu dem Aegypten bisher wenig Neigung zeigte. Fühlt sich doch das ägyptische Volk, trotzdem es arabisch spricht, nicht so sehr als Bestandteil der nrahisclicn Welt, als vielmehr als Erbe der alten großen ägyptischen Kultuniation, die erst später arahisiert wurde. Das Band mit <lcr arabischen Welt war stets neben der Sprache vor allem ein religiöses. Die poiitbche <icscliichfe Aegyptens in den letzten hundert Jahren, seit Napoleon seinen Fuß auf ägyptischen Boden setzte, war sehr bewegt und eng mit europäischen Interessen verknüpft. Nicht erst seit dem Bau des Siiczkmials nimmt das Land eine Schlüsselstellung im Mittelmeer ein; doch ist seit dieser Zeit seine Verkehrspolitische und strategiseile Bedeutung noch gewachsen, ln der letzten Phase der Mittelmeerpolitik hat sich Aegypten eng mit Großbritannien verbunden, was in dein engiisch-ägyptisehen Vertrage von 1936 und Aegyptens Eintritt in den Völkerbund nun Ausdruck kam. Die Ausführung dieses Verträges ist eben jetzt anläßlich des Besuches des ägyptischen Ministerpräsidenten in London in einzelnen wichtigen Be- Stimmungen besprochen worden. Die Verbundenheit Aegyptens mit England war wohl auch einer der Gründe, warum Aegypten, das seine eigenen inneren und äußeren Sorgen hat, und seit 1935 besondere Sorgen hatte, sich nicht in andere Gebiete der englischen Orieiitpolilik eingemischt hat. Was - P a 1 äsf i 11 a betrifft, so haben sich die Aeg.vpter stets mit platonischen Erklärungen begnügt, aber im übrigen die englische Politik nicht gestört. Im Juli 1937 hat der damalige Minister- Präsident A'ahas Pascha eine demonstrative Parteinahme für die Araber Palästinas abgelelmt, unter ausdrücklichem Hinweis auf Aegyptens Verpflichtungen gegenüber England. (Im November P).!7 wurde von einem palästinensischen Terroristen auf Nahas Pascha ein Attentat ausgeübt.) Die neue Phase der Paläst in ,ר pol ii ik, also die mit dem im Juli 1937 veröffentlichten Pc c 1 - B e r i c b t ztisanmienh; ngcndei! Projekte, konnte den Aegyfitcrn insofern nicht ganz gleichgültig sein, als dadurch die Verhältnisse an ihren Grenzen geändert würden. Anstelle des englischen Mandatsgebietes würde der im Peel-Plan vorgesehene tutabh.inci ״e arabische Staat, der Transjordanien und den arabischen Teil Wcstpalästinas umfaßt, der Grai/naehhar Acgvptens werden. Es fehlte nicht an Sachverständigen, die wissen wollten, daß den Acgyptern diese arabische Nachbarschaft gar nicht so sympathisch wäre und daß sic vorziehai wurden, wenn der im fYel-Plan vorgesehene jüdische Staat so konstruiert wäre, daß er sich im Süden bis an die ägyptische Grenze erstreckt. Wie immer!lein sei, es gibt keine festen Anhaltspunkte über die wirklichen Anschauungen der maßgebenden ägyptischen Poliiiker in dieser Sache, und es ist unsicher, ob die Dinge in Aegypten überhaupt über das Stadium der Diskussion hinaus gediehen sind. Es wäre freilich falsch zai verkennen, daß sielt in Aegypten ii! den lelzfen Jahren manches geändert hat. Der junge König läaroiik hat einen Umschwung in der Poliiik des Landes zuwegegcliracht mul scheint eine stärkere Betonung der religiös-islannsclien Tendenzen, zugleich aber auch eine enge Zusammenarbeit mit dem islamischen Staate zu fördern. Diese Verbindung zwischen den islamischen Staaten wird auch durch Heiraten zwischen den herrschenden Häusern verstärkt. Was noch vor einigen Jahren unmöglich schien, der Sturz der l Inabhängigkeitspartei Wafd, die unter der Führung von Zaghlul Pascha und unter Teilnahme von fast 90״׳״ der ägyptischen Nation Schritt fiir Schritt im Kampfe mit England in der Nachkriegszeit die Unabhängigkeit Aegyptens erkämpft hat, ist Ereignis geworden. Die allmählich naehriiekende Jugend, fiir die die Unabhängigkeit Aegyptens bereits eine vollendete Tatsache ist, setzt sich andere Ziele, mul cs gibt viele Probleme der inneren Konsolidierung, die alle Kräfte der Aeg.vpter beanspruchen können. Zweifellos haben die Aegypkr in der heutigen Weltlage auch außenpolitische Sorgen. Trotzdem wird in der letzten Zeit eine Aktivierung der öffentlichen Meinung zugunsten der Araber Palästinas deutlich merkbar, man spricht von einer angeblichen Zusammenarheit Aegyptens, Iraks und Saudi-Arabiens in dieser Sache. Schon anläßlich des Besuches des ägyptischen Ministerpriisidenten in London vor einigen Wochen wurden bste*■ Ikb&tMidt Bei Terrorakten in Palästina!rarer! in den letzten Tagen sie pi jüdische Tote zu verzeichnen. Der stellvertretende englische Distriktsho rn rn i s s a r in Dschenin wurde lebensgefährlich verletzt, /.wei f fi d i s <:־ h e .1 11 g e n d lieh e, die unter der Anklage des limnbenwnrjes st an hui, irnrden Vorn Militärgericht in Jerusalem f r e i g es p r oc he n. I l