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Jüdische Rundschau · 1938-08-23 · Heft 67 (23.8.1938) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 67 (23.8.1938)
Date
1938-08-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 67, 23. AUGUST 1938 Wirtschaftliche Not der Araber Sorgen der Sicherheit Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. T e 1 - A w i w, 12. August 1938 Kurz nach dem sensationellen Besuch des Kolonialministers in. Palästina hat sich Ben-Gurion, der Vorsitzende der Jerusalemer Executive, nach London begeben. Das steht im Zusammenhang mit der weiteren Arbeit der Woodhead-Commission, die in London ihre Besprechungen wieder aufnimmt, weitere Zeugen vernimmt, und an die leitenden jüdischen Organe noch weitere Fragen im Zusammenhang mit ihren Arbeiten zu stellen hat. In Palästina hat sich anläßlich der Abfahrt der Kommission wieder ein großes Rätselraten erhoben, was nun eigentlich ihre Vorschläge sein werden, und es fehlt nicht an den verschiedensten sensationellen Ger rieh ten. Jedoch sind das eben nichts als Gerüchte, der verständlichen Ungeduld des Publikums entsprungen, nichts Authentisches ist über die Vorschläge der Kommission bekannt. Wir wissen heute über den Besuch des Ko.umauninisters nur das eine, daß sich der wichtigste Teil seiner Beratungen im Lande mit den Fragen der öffentlichen Sicherheit befaßt hat, also dem Problem, das nach wie vor im Lande im Mittelpunkt des Interesses stellt. Es wollte im Laufe des letzten Monats scheinen, als ob wir an einem Wendepunkt der Unruhen angekommen sind, als ob sie sich nicht nur verschärften, sondern auch zu einer anderen Taktik der Terroristen führten, die mehrmals starke Angriffe auf exponierte jüdische Siedlungen versuchten. Wenn diesen Aktionen ein bestimmter Plan zugrunde lag, so ist er in sich zusammengebrochen. Da diese Angriffe, wenn auch unter Opfern der Siedler-Verteidiger, abgeschlagen wurden und eine scharfe Gegenbewegung des Militärs und Verstärkung der jüdischen Verteidigung zur Folge hatten, kam es überhaupt nicht zu dem arabischen Ueberfall im größten Maßstabe, den man hier und da befürchtete. Wir sind in die Periode des ,,normalen Terrors" zurückgekehrt, zu den ־täglichen Schießereien und Ueberfällen aus dem Hinterhalt, die wir seit langem gewohnt sind und die jedem die Pflicht zu größter Vorsicht auferlegen. Die Behörden, insbesondere das Militär, führen ihren langen Kampf gegen den Terror fort. Gerade in letzter Zeit scheint es gelungen zu sein, die sich an verschiedenen Stellen im Lande zusammenziehenden Terroristen-Abtei'.ungen zu zersprengen. Zugleich ist der schon fast legendär gewordene Teggart-Wali, der die Nordgrenze gegen den Schmuggel von Menschen und Waffen vom Libanon her abschiieiien soll, in diesen Tagen fertig geworden. Dadurch haben sich die Möglichkeiten für die Terroristen, Hilfe von außen zu bekommen, stark verringert. Es bleibt jetzt nachzuprüfen, ob die anderen Grenzen des Landes keine Lücken zeigen, durch die sicli Hilfskräfte für die Terroristen durchbringen lassen — die Bewachung des Jordan bekommt damit eine erhöhte Bedeutung, und man wird vermutlich in den verantwortlichen Kreisen diesen Dingen be״ sondere Aufmerksamkeit widmen. Gelingen die bestehenden Pläne, so wird die weitere Zufuhr von Terroristen ständig verringert, so daß die Möglichkeiten zur Bildung größerer Abteilungen schwinden. Die Gefahr einzelner Terrorakte bleibt jedoch bestehen, und man wird die nächsten Monate hindurch ebenso wie früher vor ihnen auf der Hut sein müssen. Zu welch ungewöhnlichen Aktionen die Terroristen in bestimmten Bedingungen fähig sind, zeigt der Ueberfall auf die Barclays- Bank in Nablus, wo sich ein paar bewaffnete Leute L 5000 aus der Kasse holten, und zwar so rasch und ohne Widerstand, daß bisher niemand von den Tätern gefallt werden konnte. Ebenso wie die Regierung treffen die Juden ihre Maßnahmen für die kommenden entscheidenden .Monate. Der Rtif, Menschen aufs Land zu bringen, hat bereits Resultate gezeitigt. Sowohl aus den Sportorganisationen als auch aus den unorganisierten .Massen der städtischen Bevölkerung meldeien sich sofort Hunderte in den Büros, wo die Einschreibung vorgenommen wurde. Und nach kurzer Zeit konnte man die Listen schließen, weil die Zahl der Volontäre für die äugenblick liehen Anforderungen genügte. Es ist jedoch eine Selbst- Verständlichkeit, daß Menschen allein in der bestehenden Situation nicht genügen. Um diese Menschen an die einzelnen Orte zu verteilen, sie der Verteidigung nutzbar zu machen, ist viel Arbeit und Organisation notwendig, und dazu gi^iort vor allem Geld. Es genügt ja auch nicht, die Freiwilligen an ihre Plätze zu verteilen, sondern es sind verschiedene technische Verbesserungen in den Siedlungen selbst notwendig, bessere Ausstattung für Verteidigungszwecke, Anlage von Verbindungswegen und Aehnliches. Die Kommission, die sich mit diesen Fragen befaßt, hat eine Reihe von Geld-Sammlungen vorgeschlagen, die die entstellenden Kosten decken sollen, und es wird vermutlich auch möglich sein, die entsprechenden Summen zu sammeln. Im Grunde aber müßte heute eine Campagne fiir Geld kaum notwendig sein. So wie sich auf einen Aufruf hin Hunderte in den Büros als Freiwillige meldeten, so hätten eigentlich auch die Schecks derer einströmen müssen, die fällig sind, die finanziellen Mittel zur Verteidigung bereitzustellen. Es ist zu hoffen, daß die eifrige Propaganda rasch volle Früchte bringt. Uebcr das verminderte Vertrau e n der jüdischen Ocffentlichkcit zur Regierung ist in letzter Zeit viel gesprachen worden. Es ist bedeutsam für die verschiedenen Winkel, aus denen Dinge gesehen werden, daß andererseits die Araber sich im Gegenteil aufs schärfste darüber beklagen, daß die Juden in der ungebührlichsten Weise von den Engländern begünstigt werden. Die arabische Presse der letzten Zeit hat scharf gegen die Maßnahmen Front gemacht, durch die die Juden ihre Positionen verstärken. Die Regierung gibt jedoch iri dieser Beziehung mehr und mehr die Politik des ״Gleichgewichts‘1 auf und es ist kein Zweifel, daß die Verteidigungskraft und die Bewaffnung der Juden dauernd Fortschritte machen. Das ist für die kommenden Monate von größter Bedeutung. Kurse palästinensischer Wertpaniere. Am 12. August 193S notierten in Tel Awiw, wie Ellern’s Bank L.td., Tel Awixv, mitteilt, Allgemeine Hvpothekenbank: 5 ״״ige Pfandbriefe 6״oige Pfandbriefe 102!7<0י, f)״oige Vorzugsaktien 111 . Stammaktien 117״.•,; Palcstine Land Development Co.: 6 <׳־.׳ige Vorzugsaktien 94״ 8/*־,!, Stammaktien 88"״. Biztir 6 G.ige Obligationen Ser. 2: 99' '8 ״״; Mir Ltd.: 4 °׳>ige Obligationen Ser. T 851, »1o, 4 Gige' Obligationen Ser.‘2 83 5 ,0״ "oige Vorzugsaktien 691.3 0'״: Pa-a 4 ige Obligationen: 78 ״״; Palcstine Potash 5>'2 ״״ige Vorzugsaktien: sh 16 9d. In der abgelaufenen Woche blieben die Umsätze gering. Nur 5 0oige Pfandbriefe der General Mortgage Bank wurden in großen Mengen vom Publikum gekauft. Angesichts der starken Goldnachfrage kann dies als ein weiterer Beweis des besonderen Vertrauens aufgefaßt werden, das die Pfandbriefe beim Publikum genießen. Der Preis für Gold-Sovereigns erreichte in der abgelaufenen Woche dc!1 bisher noch nie gesehenen Kurs von £P 1800 für ein Gold-Pfund, konnte sich aber zum Wochenende wieder etwas ermäßigen. Von den Obligationen der Pasa kam einiges Material heraus. Der früher ziemlich stark gestiegene Kurs sank um 1 <V0. Folgen der Unruhen Von der Erschütterung des wirtschaftlichen Lebens der arabischen Bevölkerung, die durch die mehr als zweijährige Dauer der Unruhen hervorgerufen ist, entwirft ein Korrespondent der englischen Wochenschrift ״Great Britain and the East" vom 18. August ein ernstes Bild. In Städten wie Jaffa, Akko, Tulkerem und Ramleli sind zahlreiche Geschäfte geschlossen; Plakate ״Zu vermieten" hängen über Hunderten von Wohnungen; auf den Straßen und vor den Cafehäusern kann man Gruppen von jungen Leuten sehen, die nichts zu tun haben, und während eines halbstündigen Spazierganges durch Jaffa haben nicht weniger als vierzehn Menschen mich ungehalten und gefragt, ob ich ihnen nicht irgendeine Beschäftigung geben könnte. Die B a 11 b e w e g 11 11 g hat in Jaffa stärker nachgelassen als in irgendeiner anderen palästinensischen Stadt. Während in Tel' Awiw die Zahl der Quadratmeter, für die eine Neubauerlaubnis erteilt wurde, von einem monatlichen Durchschnitt von 16 152 im Jahre 1935 auf 15 062 im Jahre 1937 herabsank, um im März 193S auf 17 374 wieder zu steigen, fiel die entsprechende Ziffer in Jaffa von 16 152 im Jahre 1935 auf 29S3 iin Jahre 1936, im März 1938 gar auf 329 qm. Ein ähnlicher Rückgang ist im Hafen von Jaffa zu verzeichnen, wo die Gesamt/iffer der urngesehlagenen Tonnage von 574 000 t im Jahre 1935 auf 251090 t im Jahre 1936 bzw. 279ÜÜ0 t im Jahre 1937 gesunken ist. Hunderte von Packern, Hafenarbeitern und Trägern sind jetzt arbeitslos. Die Budgets der siebzehn rein-arabischen Städte zeigen, daß ein einziges Jahr der Unruhen genügt hat, um den ganzen mühevollen Gewinn, den fünfzehn Jahre in allmählichem Poitsehritt erzielt haben, dahinsclnvinden zu lassen. 1920 21 betrugen die Einkünfte dieser Städte L 56 725, im Jahre 1935 waren es C 79 509, während sie im Jahre 1936 auf C 58 885 zurücksanken. In den arabischen Dörfern, so meint der Berichterstalter, haben Zdmtausende von Fellachen begonnen, den Hunger kennen zu lernen. Die jungen Extremisten hatten 1936 den Fellachen verboten, zu pflügen und zu säen, um den Streik noch vollständiger zu gestalten, im nächsten Jahre hielten es die Fellachen wegen der weitverbreiteten Aktivität der Terroristen für klüger, sich möglichst in den Dörfern zu halten, und Tausende haben infolgedessen nicht einmal den Versuch gemacht zu säen, oder wenn sie gesät hatten, so waren sie zu sehr eingeschiichtert, um wieder aufs Feld hinauszugehen und die Ernte einzubringen. Tausende von Fellachen hatten infolgedessen in diesem Jahre kein Saatgut. Sie haben ihre Reserven aufgegessen, und viele von ihnen sind bereits bis an die Grenze ihres Kredits verschuldet. Die Gemüseanbaufläche ist fühlbar kleiner geworden, einmal, weil die Fellachen den Versuch für riskant hielten, ihre Produkte auf den Markt zu bringen, sodann, weil die jüdische Produktion sich vergrößert hat. Die Unmöglichkeit, ihre Erzeugnisse abzusetzen, die auf die Transportsclnvieriokeitcii und auf die Furcht vor Repressalien seitens der Terroristen zuriiekzuführen ist, war vielleicht der Hauptgrund des Niederganges der arabischen _Landwirtschaft. Die Traubensaison war gut, aber der Ertrag infolge der Ab- Satzschwierigkeiten höchst kärglich. Die verheerenden Folgen von zwei oder drei schlechten Saisons kann man sich kaum vorstellen. In sehr vielen Fallen haben die Unruhen die Fellachen für Lebenszeit ruiniert, und vielleicht auch ihre Nachkommen. Und da die arabischen Bauern die Bedeutung von Sparsamkeit und rationeller Wirt- Schaft nicht kennen, so haben sie in den meisten Fällen das Beispiel von Joseph in Aegypten, während der guten Jahre einen Teil ihrer Gewinne für die kommenden schlechten beiseite zu legen, nicht befolgt. Die meisten von ihnen machen sich über ihre Zukunft keine Gedanken. Solange sie Geld Gibt es eine nennenswerte Abwanderung? Aus Tel Awiw wird geschrieben: In Zeiten wirtschaftlicher Depression und schwerer politischer Ereignisse würde an sich eine Zunahme der Abwanderung־ natürlich sein. In welchen Grenzen aber hält sich die Abwanderung aus Palästina? Darüber sind viele und übertriebene Gerüchte verbreitet. Man kann hören, daß Tausende nach den Vereinigten Staaten und nach Australien abgewandert seien. Deshalb ist von Interesse, die offizielle Statistik über die Zahl d e r Einwohner zu betrachten, welche Palästina nach ihren Angaben ״für länger als ein Jahr“ verließen. Fs ist aimmehmen, da!! die Mehrzahl dieser Menschen nicht die Absicht hat, nach Palästina zurück/ukehrcn. Die Zahl der Juden, die Palästina für mehr als ein Jahr verließen, war in den ersten fünf Monaten des Jahres 1936 — 212. in dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 19 3 7 —- 3 39, im Jahre 1038 — 367. So ist in der Tat ein leichter Anstieg zu verzeichnen, aber noch heute verlassen nur ungefähr durchschnittlich im .Monat 70 Juden das Land, mit der Absicht vielleicht nicht zurtick/ukehren. Das ist eine kleine Zahl im Verhältnis zum Jischmv und noch nicht ein Zehntel der so sehr eineingeschränkten Einי\ andererzahl im Mona'sdurchschnitt. Wenn man für den Vergleich die Zeit der Prosperity mit heran/ieht, so ergeben sich folgende Ziffern: Im Jahre 1935 verließen 387 Juden für länger als ein Jahr das Land, im Jahre 1936 — 405, im Jahre 1937 — 889. Die Zahl der prospektiven Aus- Wanderer betrug also in normalen Zeiten schon etwa 400 jährlich, so daß es sich nur um eine Vermehrung um 500 Menschen pro Jahr durch die Ungunst der Verhältnisse handelt. Das Dorf Schiloa Nachdem Ul Jahre lang Juden in dem kleinen Dorf Schiloa bei Jerusalem gewohnt hatten, mußten die dort ansässigen Juden in diesen Tagen den Ort ans Sicherheitsgründen auf Verlangen der Regierung verlassen. Vor etwa zwei Wochen wandte sich die Regierung an die jüdische Gemeinde Jerusalem mit der Bitte, die Juden von Schiloa zum Wegzug zu voranlassen, da die Regierung wegen der schweren Zugänglichkeit des Gehirgsortcs nicht fiir ihre Sicherheit bürgen könne. Die Gemeinde schlug demgegenüber vor, den Sicherheitsdienst zu verstärken, jedoch die Regierung beschloß die zeitweilige Räumung und überführtc die Bewohner. Es handelt sich um zehn Familien, zusammen etwa vierzig Menschen. Sie sind meist Lastträger und Arbeiter, die in der Altstadt ihr Brot finden. Sie alle werden vorläufig in der Altstadt wohnen und die Gemeinde hat für ihre Unterbringung dort gesorgt. Das Dorf ist im Jahre 1885 gegründet worden, als die ersten jüdischen Einwanderer aus dem Jemen kamen. Diese waren meist Ackerbauer, und so kam der Gedanke auf, sie in einem Dorf in der Nähe von Jerusalem anzusiedeln. Es muß hervorhatten, haben sie alle möglichen Schm ucksachvn gekauft, und in den ietzten sechsund/wan/ig Monaten haben sie ihre Zuflucht zum Borgen genommen. Viele Lman/sacliverständige, die mit den Dörfern in nahe Berührung kommen, sind der Meinung, daß seit den! Beginn der Unruhen die Schulden der arabischen Fellachen sich mindestens verdreifacht haben. Nur wer den Vorderen Orient kennt, kann die Bedeutung dieser Tatsache wirklich begreifen- Angesichts des Zwanges, Zinsen in Höhe von 30 -״()כ•!, manchmal sogar '200 — 300״׳׳ zu zahlen, bedeutet das Anwachsen der Schuldenlast für den einzelnen lebenslängliche Verschuldung und nicht selten den Verlust der Pachtung. Wenn ein arabischer Bauer einmal in Schulden gerät, so sind die Aussichten, daß er sich von diesem Joch einmal befreien kann, sehr gering. Der Lebensstandard des arabisciien Bauern ist enorm gefallen. Familien in Dörfern rund um Jerusalem, die nach persönlicher Kenntnis des Korrespondenten cTmle 1935 fast jeden Tag Fleisch aßen, leben jetzt wieder von Brot und Oliven, und sei bst Brot ist nicht allzu reichlich vorhanden. Man sieht in den Dörfern weniger neue Kleider, weniger neue .Maschinen und Werkzeuge und -.- was oft furchtbar ist — welliger Seife. Trödlerladeii in arabi-chen Dörfern und Städten sind jetzt voll mit alten Fahrrädern, Primuskochcrn, Uhren, Tellern usw. iisw, die inan 111 den ]׳;uten Jahren gekauft hat und jetzt veräußern!nullte, um Lebensmittel zu erwerben. Import und Export Aus Palästina wird gesschrieln 11: Jungst wurden die Ziffern über de 11 Handel der er>t111 sechs .Moiiaie ein ״es Jahres* verölfentiicht. Wenn mau diese Zittern mit den utsprcclundeii der Jahre 19 37 und 1930 vergieu eilt, .-o /mg; sie 11 ein Mündiger A!1 s t i e g des Imports. Br-omlciu! den M11־11,111! ־ Merz bis Juni des Jahres 19 >8 i-! er beurteilt.!eh gegenüber dem Vorjahre gesunken. In solchem Ab-inkeu spiegelt sielt im allgemeinen das Ahsinkeii!1er Kaulkra:! de* l'.ildikums und die Einseliränk 1mg der industriellen 'fmigU.it. Aller eine eingehendere Befrachtung koirigiert den ersten I!udriicK. Au der Irnportvermimierung auf dem < 1011:010 der Nahrungsmittel hat der geringere Import von ,Meid, Getreide und \ ich eien größten Anteil. Dieser Abstieg uber ruhri von der guten (j e t r e i d e c r 1! t e diese- Jahreher, die die Luituhr an Getreide und Meid verminderte und auch 1 ine größere Behelcrung des Marktes mit Schlachteieli auden Bestanden des eigenen Landes ermöglichte. 1 ):1' < leid biieb 111 tunlauf i!l Palästina und wurde nicht ins Am-Iaml geschickt. Im übrigen ist die Gesamtsumme des Import' gegenüber 19 36 nicht erheblich zurückgegangeii. Auch dieses zeugt von der F estigkeit unserer Wirtschaft. Der Lxport der ersten sechs Monate des Jahres 1938 weist freilich einen Rückgang im Werte voll einer halben Million C gegenüber der entsprechenden Zeit des Vorjahres auf. Alter auch ditscs ist nur Schein. Denn wahrend im Jahre 1937 der größte Teil der Orangenernte in den Anfangsmonaten dieses Jahres versandt wurde, wurde die letzte Orangenernte zum größten Teile in den letzten Monaten lies Jahres 137״ verschickt. Das Absinkvii des Rohstoffexports ist auch z.um Teil ein Resultat der guten Ernte, die den \ iehimport verringerte, denn der Wert der Felle des palästinensischen Viehs ist gering und der Export loh nt sieh nicht. Der L xport von Fertigwaren hingegen ist in einem solchen Maße angestiegwn. daß er dem Lxportaiisfall an Rohstoffen die Waage hält. Wenn wir die ersten sechs Monate des Jahres 1930 zum Vergleich heranziehen, so hot sieh der Lxport mn den Wert von einer Million ß gehoben. Auf jeden f all kann von einer Gefahr des Zu־-am!ne111'u1־K 11der palästinensischen Wirtschaft nicht die Rede sein, sondern wir sehen einen allmählichen Aufstieg trotz aller Schv ie! iglaiteii und ungünstigen Umstande. gehoben werden, daß die Beziehungen der jüdischen Lin־ wohner des Dorfes zu ihren arabischen Nachbarn aii-gc/eichnete waren und es auch noch heute suul. W eher sie noch die Regierung befurchten, daß sx 11 d e beua. Innrien Araber gegen sie wenden konnten, solidem das Aultauehen arabischer Bewaffneter in der Umgebung 1-t der Grund für die Malinähme. Während der Unruhen des!־ihres l'hd) wurde der ()rt nicht verlassen, und daninls turehteie nun! s!eh nicht nur nicht vor den Nuehbanu sondern nian sau m den hefreundeten Amben! der Umgebung eine Garantie für die Sicherheit der jüdischen Umwohner. Tel Awiwer Heiratsstatistik Das Jahrbuch der Stadt Tel Aw iw vom lehre 1937 38 bringt folgende Angalten über die I i-mats-in!!'!ik de- \ orjaltres: Die Zahl der eingegangeneii I heu!h trug 1219, \ on den Heiratenden waren unter den Männern 7i bisher unverheiratet, unter den I ran! ei 82 die übrigen waren Witwer resp. Witwen lind (iesehieilene. Nach den _Ocmeinden betrachtet, waren unter den Verheirateten 72 ' 0 Aschkcnasim, 22״״ Sefardim, 4 ׳ ■■ Jemeniten und 2״״ An« gehörige der übrigen Gemeinden. Die Gesamtzahl der Männer wie der Frauen verteilt sich in ungefähr gleichem Verhältnis auf die verschiedenen Gemeinden. Von den aselikcnasischen Männern heirateten 98,2 ״,.;!schkenasisehe Frauen und mir 1,8״״ Sefardinnen. Unter den sefardisehen Männern heirateten 90 " ׳! Sefardinnen und 10 ״ ־ Asehkenasinnen. Von den Jemeniten heirateten 81 ״״ Jemenitinnen, II ״■! Sefardinnen und 5 1,״ Asehkenasinnen. Unter den 5 persischen luden, die im Berichtsjahr die Ehe cingingen, heirateten 2 Jüdinnen ihrer eigenen 'Gemeinde und 3 Asehkenasinnen. — Von den heiratenden Frauen waren 51 G, im Aller von 20 bis 25 |,־ihren, 22״״ im Alter von 26—30 Jahren, 16 ״ ־ junger als '20 |ahrc und 10"״ älter als 31 Jahre. Unter den Frauen, die jünger als 20 Jahre waren, waren i lajalirige, zwei Mjährigc und eine 13jährige. Unter den heiratenden Männern waren 39״״ zwischen 20 und 25 Jahre alt, '37״״ zwischen 26 und 30 Jahre, 18 zwischen 31 mul 10 Jahre. Nur zelm .Männer (0.S ״!>) heirateten in einem Alter von unter 20 Jahreu. Fs kamen 19 Fälle vor, in denen Männer im Älter von über 61 Jahren heirateten. Große Altersunterschiede zwischen den Heiratenden kamen selten vor. Nur sieben unter 20 Jahre alte Frauen heirateten Männer im Alter von 31—40 Jahren. Nur 4 Frauen im Alter von 20 -25 Jahren heirateten Männer im Alter von 41—50 Jahren, und nur eine Frau dieser Altersstufe heiratete einen über 50 Jahre alten Mann, Der Leiter des Quäker - Sehulwerks im Libanon Mr. Oliver hatte laut Zeituiigsmeldungen in Palästina Zusammenkünftc mit verschiedenen Persönlichkeiten, auch mit Terroristenführern.

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