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Jüdische Rundschau · 1938-08-19 · Heft 66 (19.8.1938) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 66 (19.8.1938)
Date
1938-08-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr, 66,19. VIH. 1938 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 Führung H.F. Die Krise des jüdischen Volkes in der Welt eilt ihrem Höhepunkte zu. 1 i;t in einem Krankhcitsprozeß die Krise über Tod und Leben entscheidet, sehen wir die schicksalshaftc Notwendigkeit, alles zu tun, um dem kranken Volkskörper über die Krise hinweg/uhelfen und ihn einer Gesundung zuzuführen. Die vitalen Kräfte dieses Volkes sind gewaltig. In einer Zeit tiefster Not hat dieses jüdische Volk durch den Aufbau Palästinas bewiesen, wessen es fähig ist, wenn man ihm die Chance gibt, die in ihm ruhenden gesunden und unverkiiinmerten Lebenskräfte zu nutzen und sie zur Gcstaltung des Werkes einzusetzen, das mehr als alle Deklarationell und alle Apologetik beweist, daß die Kräfte der Gesundheit im Volke noch lebendig sind. Im Bewußtsein dieser Kraft und in der Sicherheit, die uns die bestandene Probe verleiht, ist es um so notwendiger, einen klaren und zähen Kampf gegen die Kräfte der Zer- Störung und Morschheit im jüdischen Leben zu liihren. Die Haltung der Juden in den Ländern, in denen die Judenfrage noch nicht zu einem akuten und brennenden Problem geworden ist, ist in großen Teilen diktiert von Unsicherheit, Minderwertigkeitsgefühlen und den damit in Verbindung stehenden Uebcrkompcnsationserseheinungen. Es fehlt den Juden im allgemeinen die ruhige und natürliche Haltung im Zusammentreffen mit der Umwelt. Ueberall, wo wir hinkominen, sehen wir diese Mängel. Sie sind im Alltag Quellen schwerer Verstimmungen und Koniplikationen. Sie sind in der Politik Ursache von Fehlspckulationen und widersinnigen Entscheidungen, die die Interessen des jüdischen Volkes aufs schwerste schädigen. Es ist notwendig, diese Erkenntnis klar zu ziehen und ihr ins Auge zu sehen, und es wäre ungerecht, den Juden daraus einen Vorwurf zu machen. Es ist erstaunlich genug, wie sich dieses Volk gehalten hat, das Jahrhundertelang zur Tarnung, zur Selbstverleugnung und zum Glauben an die eigene Minder- Wertigkeit gezwungen war. Woher soll das jüdische Volk Instinkt 11 ml Begabung zu einer eigenen Politik haben, da es selbst in seiner ganzen Diaspora-Oeschichte in der Politik immer nur passiv mitwirken konnte und immer nur Werkzeug irgendeiner Politik gewesen ist? Eine eigenständige jüdische Politik gibt es erst seit der Entstehung des politischen Zionismus, und es wäre vermessen zu glauben, daß es möglich ist, im Laufe von wenigen Jahrzehnten jüdische Politiker aus dem Boden zu stampfen, die soviel Fälligkeiten, Unabhängigkeit, Instinkt und Schulung besitzen, 11m eine Schicht von politischen Füllrern darzustellen, ohne die kein Volk seinen Weg durch die Geschichte als Volk nehmen kann. Zu den großen Wundern des Gesiindiingsprozesses im jiidischen Leben, den wir Zionismus nennen, gehört die Erschein 11 ng Theodor H c r z I s. Daß dieser Mann plötzlieh und unvermittelt als bester Typus eines jüdischen Politikers in Erscheinung trat, gehört zu jenen Sonderfällen der Geschichte, die man nur dankbar hinnehmen kann, denen aber mit Logik nicht beizukommen ist. An der Spitze des Teils des jüdischen Volkes, das den Weg zu sich selbst bereits zurückgefunden hat, steht heute Chaim Wcizniann. Audi hier akzeptieren wir voller Dankbarkeit den glücklichen Umstand, von einem Manne geführt zu sein, der mit Klugheit, Würde und Instinkt die Politik der Juden vor dem Forum der Weltöffentlichkeit vertritt. Diese beruhigende Erkenntnis aber darf uns nicht die Augen vor der Tatsache verschließen, daß wir im übrigen noch weit davon entfernt sind, über eine ~־BjL B■ NBUMflNM P IANOS | KÜHLSCHRÄNKE־ BOSCH TTT RADIO I FRIG IDAIRE ״. .. Btrlln W15, K u HU n f n da m m »05 x Rufi 01371a Generation von Menschen zu verfügen, die aus sich heraus mit Selbstverständlichkeit dem Volke diejenigen Persönlichkeiten stellen, die als seine politische Führung sein Schicksal lenken. In dem bewunderungswürdigen Abwehrkampf, den die Juden Palästinas gegen Verbrechen und Terror seit langer Zeit führen, ist in der letzten Zeit ein Abbröckclungsprozeß zu bemerken, der die Gefahr in sich trägt, daß neben den nationalen Verteidigern kleine Sondergruppen als Terroristen ihr Unwesen treiben. In diesem gefährlichen Moment zeigte sich klar ein Umstand, der auf anderen Gebieten des jüdischen Lehens schon lange als chronisches Uebei drohend vor uns stand: Es fehlte an Führung! Schon die letzten Zionistcn-Kongresse haben bewiesen, daß die Entwicklung der Zionistischen Organisation nicht Schritt gehalten hat mit dem Aufbau unseres Landes. Ein gesunder Instinkt müßte die Zionisten schon längst dazu gebracht haben, die fälligsten und geeignetsten Menschen für Politik, Wirtschaft, Finanzen, Erziehung und Propaganda an die Spitze der Organisation zu stellen. An Steile dieser Erkenntnis herrscht die Arithmetik der Parteien. Es ist gewiß nie bezweifelt worden, daß alle die Persönlichkeiten, die durch das Spiel der Parteien an die Spitze getragen wurden, von den edelsten und reinsten Absichten geleitet sind. Ob sie ihrer Aufgabe gewachsen waren, oh sie die sachlichen Erfahrungen und Quatitäten mitbrachten, die sie für die von ihnen übernommenen Spezialaufgaben innerhalb der Führung brauchten, blieb leider ununtersucht. Wohl kein ehrlicher Zionist hat die letzten Zionistcn-Kon• grosse ohne tiefen Schmerz verlassen. Der Zustand der Zionistischen O r g a n i - s a t i 0 1 ח s t b e d r o h I i c 11. In dem gleichen Made, in dem die zionistische Bewcgung größer und stärker in der Welt geworden ist, ist die Zionistische Organisation trotz ihres zahlenmäßigen An- Wachsens schlechter und wirkungsloser geworden, und doch wissen wir alle, daß wir ohne eine starke und schlagkräftige Zionistische Organisation unser Werk nicht vollenden können, Es mag sein, daß die Zionisten in Deutschland organisatorische Dinge immer mit besonderer Wichtigkeit behandelt haben und sehr oft dabei auf das Unverständnis anderer zionistischer Gruppen gestoßen sind, und doch muß es einmal ausgesprochen werden, daß cs sich hierbei nicht um eine Marotte handelt, sondern daß diesem Glauben an die Bedcutung der Organisation die Ucbcrzcugung zugrunde liegt, daß nur die organisierten Kräfte des jüdischen Volkes in der Welt imstande sein werden, die gefährliche Krisis des jüdischen Volkes zu überwinden und diejenigen Kräfte nutzbar zu machen, die zur Gesundung führen. Die zionistische Führung hat auf diesem Gebiete der Organisicrung der zionistischen Bewegung versagt. Für die gewaltigeu Aufgaben, die dem jüdischen Volk in dieser Zeit gestellt sind, genügen nicht Idealismus und Tradition; es bedarf der Eignung, der Kenntnisse, der Fähigkeiten — und der Personlichkciten. Das jüdische Volk ist nicht so arm an geeigneten Männern, die es führen könnten. Es müssen nur Mittel und Wege gefunden werden, diesen Menschen die Führung auch zu übertragen. Es ist höchste Zeit, die Aufgaben einer Reform der Zionistischen Organisation in die Hand zu nehmen. Es ist höchste Zeit, das groteske Spiel der Parteien zu beenden und mit vereinten Kräften sich von Begriffen freizunmiien, die vielleicht in Vereinen des jüdischen Städtchens und der jiidisehen Kehilloth der Galutli möglich waren, aber sinnlos und gefährlich werden, wenn sie zur Richtlinie bei der Bewältigung der Aufgaben werden, die deshalb so einmalig und groß sind, weil sic über Tod oder Leben des jüdischen Volkes entscheiden. Die hebräische Konferenz Ein gelungener Versuch In vorgerückter Stunde, aber getragen von der Hoffnung, daß eine energische Anstrengung auch jetzt nicht erfolglos bleiben wird, hat die Schulabteilung der Reichsvertretung eine ״hehräische Konferenz“ nach Berlin einberufen und durehgeführt. Wer ihren Beratungen am Montag und Dienstag dieser Woche gefolgt ist, gewann einen starken Eindruck von der Kraft der Impulse, die die hebräische Bewegung in Deutsch- Iand tragen. Mehr als hundert Menschen drängten sich in dem kleinen Saal des BZV.-l leims in der Kantstraße, hörten Referate und sprachen sich über die Möglichkeiten aus, dem Hebräischen einen breiteren Platz in der Schule wie in der Erwachsenenbildung zu erkämpfen. Es hat die Auswirkungsmöglichkeiten dieses Kampfes in der Vergangenheit geschmälert, daß keine Zentralin stanz da war, die wirklich alle auf dem Gebiete des Hebräischen tätigen Kräfte ziisammengefaßt hätte. Das Tarbuth-Dezernat der Zionistischen Vereinigung für Deutschland hat sich in fünfjähriger Arbeit große Verdienste erworben, aber es ist klar, daß sein Aktionsradius nicht so weit reichte, wie es wünschenswert gewesen wäre. In der letzten Zeit hat dann das hebräische Dezernat bei der Schulabteilimg der Rciclisvertrctung seine Aktivität verstärkt; aber die Mängel und die Lücken sind überall die gleichen. Der kleine Vorsprung, den der hebräische Unterricht im ordentliehen Schulwesen schon durch seine Regelmäßigkeit hat, wie auch durch die Tatsache, daß er sich auf eine bestimmte Altcrskategorie fest einstellcn kann, besagt nicht viel, wenn auch er unter dem Fehlen geeigneten Lehrmaterials leidet und die Frage der Ausbildung und Fortbildung der hebräischen Lehrer selbst auch für ihn brennend ist. Hierüber ist auf der Konferenz viel gesprochen worden, und es ist dringend zu wünschen, daß die darauf bezi'tgliehen Vorschläge verwirklicht werden. Die Konferenz gliederte sich deutlich in zwei Teile. Der •eine Teil galt einer Erörterung der Gesamtläge der hebräischen Arbeit, und die Vielfalt der Temperamente, die in ihr tätig sind, fand dabei ihren Ausdruck. Der ostjüdische Hebraist, der junge palästinensische Schaliach, der religiös-orthodoxe Schulmann westjüdischer Herkauft — das sind nur einige der Typen, die da in charakteristischer Ausprägung vertreten waren. Das Thema der inneren Beziehung der Judenlieit in Deutschland zu der so lange vernachlässigten Sprache bietet immer erneut Stoff zu Diskussionen, die nicht immer ganz der Gefahr entgehen, in Ressentiment abzugleiten. Mit Recht ist demgegenüber von verschiedenen Rednern festgcstellt worden, daß es seit 1Ü33 doch gelungen ist, den Kreis der ernsthaft um das Hebräische sich bemühenden Menschen über den ostjüdisehen Bereich hinaus wesentlich zu erweitern. Mit diesem grundsätzlichen Erfolg darf man sich gewiß nicht zufrieden geben, aber man muß ihn doch anerkennen und darf aus ihm die Gewißheit schöpfen, daß organisatorische und methodische Verbesserungen wirklich etwas helfen können. Hebräisch in der Schule Der andere Teil war vorwiegend methodischen Fragen gewidmet, deren Behandlung die Zuhörer der Konferenz, großenteils pädagogisch tätige Menschen, sehr intercssicrte, einen breiteren Kreis jedoch naturgemäß nicht ebenso stark fesseln kann. Nachdem vormittags Dr, Fährmann einen gut durchdachten und konstruktiv aufgebatiten Vortrag über modernen Sprachunterricht mit besonderer Beriicksichtigung des Hebräischen gehalten hatte, sprach nachmittags Frau S. Sehiratzki über den hebräischen Unterricht in der untersten Klasse, Josef Jakobsohn über den Tenachunterricht in der Oberstufe der Volksschule. In diesen beiden Referaten waren in der Tat die beiden wesentlichsten Problemc angepackt: wie das kleine Kind, das an sich einem fremdsprachlichen Unterricht noch gar nicht zugänglich ist, spielend und singend, unter Zuhilfenahme aller Methoden einer durch Anschauung unterbauten Mnemotechnik doch ins Hebräische hercinwachsen kann; dann, wie der ältere Junge, der mit fünfzehn Jahren in ein Leben eintrift, das nicht mehr allein der Bildung gewitimet sein kann, das wesentlichste Gut jüdischen Geistes kcnncnlcrnt und an ihm sich bildet. Den Vorträgen schloß sich eine lebhafte Diskussion an. Ihren Höhepunkt fand die Konferenz in einer großen, von ca. 300 Menschen besuchten K 11!1 d g e b 11 n g in der Aula der Joseph-Lehmann-Schule am Montag abend. Rabbiner Dr. (i r ii n e w a I d, der den Vorsitz führte, begrüßte die Versammelten namens der Reiclisvertretung, Nissan Bergr ii 11 namens der Berliner Jüdischen Gemeinde, Dr. Hans rjedentha! namens der ZVil). Dann sprach Dr. Joseph Burg über ״Hebräisch und Auswanderung“. Das jüdische Volk ist ein Volk dank seiner einheitlichen geistigen Fimdamente; wenn die Auswanderung, die in nichtpalastinensischc Länder geht, sich ihrer Pflicht nicht bewußt wird, auch in Rio de Janeiro oder in New York das Hebräische zu pflegen, dann wird sie den Zusammenhang mit dem Judentum verlieren. Meier Mohr analysierte in geistreichen, oft durch den Beifall der dem Hebräischen gut folgenden Zuhörer' unterbrochenen Ausführungen die hebräischen Schrift- Für Sdiabbath, den 20. August 1038 Jetzt aber, JIsrael, was heischt ER dein Gott von dir als IHN deinen Goil zu iürchlen, in all seinen Wegen zu gehn. Ihn zu lieben. IHM deinem Gott mit all deinem Herzen, mit all deiner Seele zu dienen, SEINE Gebote zu wahren und seine Satzungen die ich heuttags dir gebiele, dir zum Gulen, Sind la SEIN deines Golfes die Himmel und die Himmel ob Himmeln, die Erde und alles was drauf ist, (edoth an deine Väter hing er sich, sie zu lieben, er erwählle Ihren Samen nach ihnen, euch aus allen Völkern, wies nun am Tag ist. So beschneidet die Vorhaut eures Herzens und seid nidü mehr harten Nackens! Denn ER euer Golt, er ist der Gott der Göller, der Herr der Herren, die große, die heldische, die umsdiauerie Goilheil, er der Ansehn nicht gelten lä&l und Besdienkung nicht annlmml, der der Waise und Witwe Recht schafft, der den Gaslsossen liebt, ihm Brot und Gewand zu geben So liebet den Gosl, denn Geslsassen wart ihr im Land Aegypten, IHN deinen Goli türchle, ihm diene, an ihm halle, mit seinem Namen sdrwörel (Aus dem Wochenobsdmitt) V. Buch Mose, Kap. to, 12 20. Verdeutscht von Nut UnBuber steiler der Gegenwart in Palästina. Mit bewegten Worten verabschiedete sich l)r. S. Kaleko vor -einer Alua von dem Kreis, dein seine Arbeit gegolten hatte־. I)r. Grünewakl dankte im Schlußwort Dr. Kaleko ftir seine in fünf Jahren geleistete Arbeit zur Hobraisieriiiig der Juden in Deutschland und schloß die emiirik ks rolle Versammlung■, die ein großes Bekenntnis zu der kulturellen Verp f 1 i c h t u n g der nationalen Bew eguiig Ua!stellte. Er wach.senenunter licht Der zweite Tag der Kon ferenz war den Fragen des hebräischen F r w a c h s e :1 e 11 - U 11 t e r r i c h 1 s gewidmet. Dr. S. Kaleko gab eine Uebersicht über die hebräische Bewegung in den letzten fünfzig ]:ihren. Er sprach einleitend über die Bedeutung der hebräischen Sprache für die jüdische Existenz in der (iola und führte aus, daß die Verbindung zur hebräischen Sprache zwar immer iin jüdischen Volk lebendig war, daß aber von einer hebräischen Bewegung erst seit dem Entstehen des national-jüdischen Gedankens gesprochen werden kann. Der Redner analysierte die verschiedenen Theorien über die Möglichkeit eines kulturellen Schaffens in der Gola und führte aus, daß das Judentum in der Cola sich nicht nur auf das kulturelle Schaffen Palästinas verlassen dürfe, sondern seihst schöpferisch an der Erneuerung der hebräischen Kultur Anteil nehmen müsse. Er gab einen Ueberbliek über die bereits erzielten Erfolge der hebräischen Arb,eit. Auch außerhalb Palästinas geht die Zahl der Hebräisch-Verstehenden in die Hunderttaiisende; ein breites hebräisches Schulnetz, eine hebräische Leserschaft sind die Erfolge dieser fünfzigjährigen Arbeit. Auch die in Deutschland erzielten Erfolge auf dem Wege der Hebraisierung sind nicht gering zu schätzen. N. Berggrün und J, R c /nie o w sprachen arischlicßencl über methodische Fragen des hebräischen Erwachsen e 11 - Unterrichts. Beide Vorträge waren auf den langjährigen Erfahrungen, die die beiden bekannten Lehrer im Unterricht gemacht haben, aiifgehaut und gaben eine 1 idle von Anregungen. An der nachmittags folgenden lebhaften Diskussion beteiligten sich n. M. Abraham, I)r. Broscr, Recha Freier, L>r. Khbansky, MnkmvsU. Panu-ch, Sehkedv und Dr. Urbach. ln der Schlußsitzung verlas I )r. Kaleko eine Reihe voll Vorschlägen, die sieh auf die Erweiterung der D!irdischen ■Arbeit sowohl in der Schule wie uiiter den Erwachsenen und auf die!־’ragen der Lehraushildinig bezogen und die der Reiclisvertretung als Material übergeben wurden. In seinen Schlußworten hc/eiehnote I )r. Griinewald die Konferenz als g e I!1 n g e n e n V e r s u r h z 11 r K 0 n z c n - t r i e r 11 11 g d e r h e 11 r a i s c h e n A 1־ b e i t i n D e u t s c!1 - Iand und sprach die Hoffnung aus, daß die Teilnehmer, jeder auf seinem Platz, sich für die Belebung und Erweiterung der hebräischen Arbeit einsetzeii werden. Juden im Kurort Baden hei Wien. Unser Wiener Berichterstatte!' schreibt uns: In einer jüngst heim (icsHiäftsführer des La ndesfremden Verkehrs Verbundes Niederdomm abgehalteilen Besprechung, an der der Krcisleiter und der Bürgermeister von Baden hei Wien teil 11a 11 men, wurden bezüglich Besuches dieses Kurortes durch jüdische Gäste folgende Richtlinien festgclcgt: Der Kurort Kaden bei Wien strebt für die Zukunft einen endgültigen Verzicht auf den Bestich jüdischer Gäste an, Ris dahin werden folgende Großbetriebe Badens als gemischte Betriebe geführt und können bis zu 15!״י jüdische Gäste aufnehmen: Sanatorium Schloß Gutenbrtinn AG., Sanatorium und Kurhotel Esplanade AG., Kurhaus und Hotel Karl Sacher, Grand-Hotel Grüner Baum. Alle übrigen Mittelmul Klein betriebe des Badener Hotelgeverbes erklären ihre Betriebe für rein arische Hauser und nehmen keine jüdischen Gäste auf. Ohne Besch rankling können nur die in jüdischem Besitz befindlichen Hotels und Fremdenheime jüdische Gäste aufnehmen. Hinsichtlich des Personals finden die Nürnberger Rassengesetze volle Anwendung. Das Kaffeehaus-, Gast- und Schankgewerbe trifft eine gleiche Regelung und bezeichnet seine Gaststatten mit der Aufschrift: ״Juden unerwünscht“. Die Benutzung der städtischen Kiireiiirichttiiigen, des Kurparks und der Trinkhalle wird Nichtariern verboten. Das Thermalbad ״Franzensbad“ und die städtische Mincralscbwimmschttle sind ausschließlich jüdischen Kurgästen Vorbehalten. Vom 31. Juli bis 12. August hat die Aus w a n d e ru n gsstelle der Wiener Kultusgenieinde weiteren 1285 Personen zur Auswanderung verhoifcn. Insgesamt hat die Aus- Wanderungsabteilung bis jetzt 5 8 13 A 1! s w anderer abgefertigt. Geöffnet tägl. 11—20 Sonn- und Feiertajrs 11—16 Uhr Privat- Mittag- und Abendtisch Tal. 24 87 51 und 24 «S 44 Die gepflegte Küche im Westen Ernst Herschthal Berlin W SO, Marburgcr Str. 9 a. d. Augsburger Str. Privat- Gedeck: RM 0.80 Mittag- und Abendtisch bis RM 1.50 Tageszeitungen

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